Ausgabe 
(13.3.1936) Nr. 73
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Nr. 75 / 6. Jahrgang

srettag, 15. Mär;

krnzelpreis 15 Npf.

Vie befreite Süllwestmark umjubelt -en fülirer

Iriumplifatict durch die Straßen von karlsruste / Ladens Sank für die 7at oom ?. Mür;

(lüigso'sr Vvaktbsrielit)

R. Karlsruhe, 13. März Der Führer hat in Karlsruhe zum ersten Male das wieder befreite Gebiet am Rhein betreten, um dort die erste große Rede des Reichswahl­kampfes zu halten. In Dankbarkeit und Be­geisterung fieberte ganz Baden dieser großen Stünde entgegen, seitdem die Meldung von diesem Entschluß des Führers wie ein Lauffeuer durch

Unser logesspivgel

In einer eindrucksvollen Erklärung der Reichsregierung gibt diese bekannt, daß Deutschland eine ehrenvolle Vereinsamung jeder neuen Diskriminierung vorziehe.

Um der französischen Regierung ein Eingehen aus die deutschen Vorschläge zu erleichtern, hat der Führer bestimmt, daß die Truppen­stärke im Rheinland vorerst nicht weiter er­höht wird.

Die Locarno-Konferenz hat sich nach einer kurzen Eröffnungssitzung gestern auf heute 11.3g Uhr vertagt.

Der französische Senat hat den Sowjet-Pakt mit großer Mehrheit angenommen.

Des Führers erste Wahlversammlung auf seiner Deutfchlandfahrt wurde in Karlsruhe z» einem triumphalen Ereignis.

Im Rahmen des Wahlkampfes sprachen gestern in Hamburg Reichspropagandaminister Dr. Goebbels und in Königsberg Minister­präsident General Göring.

In Bremen fand ein Eroß-Appell aller Par­teigenossen und Parteigenossinnen in den Centralhallen statt.

Reichskriegsminister General von Blomberg inspizierte die Bremer Garnison.

Auf dem Richtfest Bremer Erziehungswohn- hänser in Hashude sprachen Präsident Pg. Kayser und SS.-Obersturmsührer Guß.

Die günstige Entwicklung des Arbeitseinsatzes im Bezirk des Arbeitsamtes Bremen kommt ist den jetzt bekanntgegebenen Ziffern des Jahres 1935 deutlich zum Ausdruck.

das Land eilte. In ebenso fieberhafter Schnellig­keit mußten die gewaltigen Vorbereitungen ge­troffen werden. In eineinhalb Tagen vollbrachte der Arbeitsdienst die Riesenleistung der Errichtung eines gewaltigen Zeltes, das über 78 888 Menschen fasten mutzte. 35 Sonderzüge aus allen Gebieten der Südwestmark trafen im Laufe des Donners­tagnachmittags in Karlsruhe ein. Um die Mittags­stunde dieses historischen Tages bereits war die vadische Landeshauptstadt gerüstet zum Empfang des Führers. In den Straßen drängten sich Zehn­tausende Kopf an Kopf. Eine grenzenlose Be­geisterung erfaßte die Menschen, die in singenden Kolonnen die Stadt durchzogen.

Die Spannung ist aufs höchste gestiegen. Aus dem grauen Gewölk bricht die Sonne hervor und strahlt über den Flugplatz, auf dem der Gauleiter Badens, Robert Wagner, einer der ältesten Mitkämpfer und Festungskamerad von 1924, zum Empfang des Führers eingetroffen ist. Kurz nach 5.30 Uhr erscheint über dem Flugplatz die Maschine des Führers.

Der Gauleiter entbietet dem Führer, als er zum erstenmal den Boden der nun endgültig befreiten Südwestmark unter dem Jubel der tausendköpfigen Menge betritt, die Grüße Badens. Und nun beginnt

die lriumplifalirt des süßrers

durch die Stadt Karlsruhe. Unbeschreibliche Wellen der Begeisterung und der Dankbarkeit branden dem Führer entgegen. In tief gestaffelten Spalieren steht Badens Volk, um den Führer zu grüßen.

Der Aufmarsch der Teilnehmer zur Großkund­gebung im Karlsruher Hochschulstadion hatte be­reits in den frühen Nachmittagsstunden eingesetzt, und um die 7. Abendstunde füllten über 70 000 Menschen dicht gedrängt das Uiesenzelt. Es war ein unendliches, brodelndes Meer in der unüber­sehbaren, riesigen Halle, als wir kurz nach 7 Uhr das Kundgebungszelt betraten. Die Halle war weit überfüllt. Zehntausende standen draußen, um aus den Lautsprechern die Worte des Führers zu hören.

Dom Mittelpunkt der Tribüne zieht sich der lange einzige Gang, umsäumt von SS.-Männern, zum Eingang. Jetzt ziehen die Standarten unter dem Jubel der Masse und den Klängen des Prä- sentiermarsches ein. Punkt 8 Uhr künden von weit her klingende Heil-Rufe das Kommen des Führers an. Tann betritt Adolf Hitler die Halle. Es ist,

als wenn alles in einem Aufschrei versänke. Die Menschen stehen auf den Bänken und auf den Stühlen. Sie umarmen sich, und alles ist ein Auge, ist ein Mund, der dem Führer zujubelt, während er jetzt langsam zur Tribüne schreitet: Heil dem Befreier Deutschlands und seiner Süd- wostmark!"

Der Sruß des Nelchsstattstalters

Zunächst spricht der Reichsstatthalter Wagner: Die Volksgenosten aus dem Gau Baden, von dem entfernten Vodensee, aus dem Schwarzwald und aus der Main- und Wertheimer Gegend", so ruft er aus,sind hier zusammengekommen in dem einzigen Gedanken, dem Führer zu danken. Als Sie, mein Führer, zum letzten Male in Karlsruhe waren, in den November-Tagen 1932, standen wir am Vorabend der national­sozialistischen Revolution. In der Zwischenzeit sind drei Jahre vergangen, eine an sich kurze Spanne Zeit. Und doch, was haben Sie in diesen Jahren alles vollbracht!

Sie haben unserem 67-Millionen-Volk wieder den Glauben an sich selbst zurückgegeben (starker Beifall). In dieser Zeit haben Sie den Lebens­willen in einem Volke angefacht, das darnieder- lag, das aber heute entschlossen ist zu allen Opfern

und zu jedem Kamps. Sie haben ihm die Freiheit und ferne Ehre zurückgegeben (stürmische Zu­stimmung). In dieser Zeit haben Sie dieses Volk auch wieder in den Stand gesetzt, seine Lebens­rechte aufrechtzuerhalten durch die von Ihnen geschaffene Wehrfreiheit (starke Zustimmung).

Wenn auch noch mancherlei Sorgen zurück­geblieben sind, wrr glauben an Deutsch­lands Aufstieg zum neuen Glück und neuer Größe. (Stürmische Zustimmung.) Als vor wenigen Tagen in die Westmark die deutschen Soldaten eingerückt sind (stürmische Heil-Rufe) und ihre Garnisonen bezogen haben, da war die Begeisterung und der Jubel groß. Und am 29. März wird zum Ausdruck seines Dankes der Westgau am Oberrhein Ihnen seine Stimme geben. (Stürmische, nicht endenwollende Zu­stimmung). Der badische Gau wird sich geschloffen hinter Sie und Ihre Führung stellen. (Erneute Zustimmungsrufe). Durch Ihre Tat wurde uns die Freiheit gegeben. Sie, mein Führer, haben uns Badener durch Ihren heldenhaften Kampf innerlich für alle Zeiten an sich gekettet. (Stür­mische Zustimmung). Wir am Oberrhein werden uns niemals von Ihnen, von Ihrer Arbeit und von den Ideen, die Sie uns gaben, trennen. Für alle Zeiten sind wir mit Ihnen verbunden, Sie

sind für uns Deutschland!" (Stürmische Zustim­mungskundgebungen) .

Hierauf nahm der Führer, von stürmischen Heil- Rufen umbrandet, das Wort. (Wir kommen auf die Rede in unserer morgigen Ausgabe noch aus­führlich zurück. Die Schrift!.)

Der Führer hat seine Rede beendet. Wie ein Mann erheben sich die Zehntausende und geloben ihm unverbrüchliche Treu«. Die Lieder der Nation klingen auf.

Dann fahrt der Führer von der Hochschulkampf- bahn zum Hauptbahnhof, begleitet von führen­den Persönlichkeiten. Die Straßen haben siS rasch wieder gefüllt. Den ganzen Weg über ii Auto stehend, grüßt der Führer leuchtenden Aug zurück.

Die große Karlsruher Kundgebung zeigt mit einer nicht zu übertreffenden Gewalt, daß die Tage zwischen der Befreiung von der letzten Fessel des Versailler Vertrages am 7. März und dem Willensausdruck des deutschen Volkes am 29. März Führer und Volk zu einer Einheit zu­sammenschweißen im Glauben an seine Zukunft und im Willen zum Frieden.

Kos Ist wirkliche öesrievung kuropas!

Line amtliche deutsche NegierungserklSrung zu den Vorschlägen des fichrers

Berlin, 13. März

Zu verschiedenen Pressemeldungen und Aeuße-, rungen ausländischer Staatsmänner wird DNB. von amtlicher Seite mitgeteilt:

1. Frankreich hatte vor dem Locarnopakt fol­gende Militärbündnisse bereits abgeschlossen, die im Falle eines Angriffs Deutschlands auf Frank­reich wirksam werden sollten:

a) mit Belgien,

b) mit der Tschechoslowakei, r) mit Polen.

Da es sich bei diesen Bündnissen nach der Mit­teilung der französischen und der anderen Regierungen um Desensiobiindnisse handelte, Deutschland aber keinerlei aggressive Absichten gegen Frankreich oder diese anderen Staaten besitzt, wurden sie auch nicht als im Widerspruch zum Locarnopakt stehend angesehen und damit auch von Deutschland ohne weiteres akzeptiert.

2. Frankreich hat an der deutschen Grenze seit dem Friedensschluß eine ungeheure Trup- penmassierung vorgenommen. Die franzö­sische Grenze wurde außerdem mit dem gewaltig­sten Festungsschutz aller Zeiten versehen. Die militärischen Autoritäten aller Staaten sind sich darin einig, daß ein Angriff gegen dieses Festungssystem nach menschlichem Ermessen aus­sichtslos ist. Da Deutschland keine aggressiven Absichten gegen Frankreich hat, erhob und erhebt es auch dagegen keinerlei Einwendungen.

3. Frankreich hat nunmehr ein weiteres Militärbündnis abgeschlossen mit Sowjetrußland. Das Funktionieren dieses Bündnisses ist aber nicht mehr abhängig von einer vorliegenden Fest­stellung des Völkerbundes, sondern von zu treffen­den Entscheidungen in eigener Sache. Dieses neue Bündnis erhält jedoch seinen besonderen Charakter durch die unbestrittene Tatsache, daß das geistige System des heutigen Regimes in Rußland nicht nur theoretisch, sondern auch tat­sächlich die Weltrevolution fordert, das heißt also eine bewußt imperialistische und angrkffsweise Parole verkündet.

Schon vor dem Abschluß dieses Bündnisses hatte Frankreich als Garanten für seine Unversehrtheit:

a) sich selbst, d. h. im Mutterland und Kolonien mit nahezu 188 Millionen Menschen;

b) Großbritannien: o) Belgien;

ck) Polen;

e) die Tschechoslowakei.

Durch den Vertrag von Locarno war endlich auch noch Italien als Earantiemacht hinzugekommen.

4. Zu dieser geschichtlich noch nie dagewesenen Garantie der Unversehrtheit eines Staates glaubte Frankreich sich außerdem noch der Unter­stützung des sowjetrussischen Riesenreiches mit über 175 Millionen Menschen versichern zu müssen.

Dazu muß bemerkt werden, daß von deutscher Seite aus niemals auch nur der geringste Anlaß gegeben wurde, der auf eine Bedrohung Frank­reichs hätte schließen lassen können, daß Deutsch­land gegen die defensiven Sicherungen, die Frank­reich glaubte für seine Unversehrtheit vornehmen zu müssen, keinen Einwand erhoben hatte, da ihm aggressive Absichten vollständig fehlten und daß es damit auch keinerlei Bedenken wegen dieser französischen Sicherungsmatznahmen vortrug.

Glaubte aber Frankreich, sich nach dem Ab­schluß des Locarnopaktes aus irgendeinem Grund trotzdem noch eine neue Sicherung zulegen zu sollen, dann hätte die französische Regierung dies zumindest den Mächten des Locarnopaktes vorher

mitteilen müssen, um zu versuchen, diese neue Sicherung entweder in den Locarnopakt selbst einzubauen oder wenigstens mit ihm in voll­kommene Uebereinstimmung zu bringen. Als im Frühjahr 1935 die ersten Nachrichten über militärische Abmachungen zwischen Frankreich und Sowjetrußland durchsickerten, wurden diese zu­nächst bestritten. Als dann in der französische» Kammer der Abgeordnete Archimbaud erklärte, daß sich Rußland verpflichtet habe, Frankreich mit seiner gesamten Armee zur Verfügung zu stehen, wurde dies zum zweiten Male als un­richtig und den Tatsachen nicht entsprechend ab­getan. Endlich aber wurde doch bekannt, daß eine solche militärische Abmachung bestand und nun auch der Welt allmählich mitgeteilt.

Dieses Bündnis erhielt nunmehr jene Fassung, die besagt, daß zum Unterschied gegenüber den französisch-polnischen und französisch-tschechischen Sonderverträgen in diesem Falle ohne Rücksicht auf Feststellungen des Völkerbunds- ratesoder der Locarnomächte von den vertragschließenden Teilen auch eigene Ent­scheidungen über Angreifer und Beistand vorweg­nehmend getroffen werden könnten.

Es ergibt sich damit folgende tatsächliche Situation: Frankreich hat zum Schutz seiner be­droht behaupteten Unabhängigkeit

1. das größte Festungsnetz aller Zeiten an der deutschen Grenze errichtet;

2. als Garanten seiner Unversehrtheit legal

gebunden: Großbritannien mit seinen

gesamten Streitkrästen zu Lande und zur See, Italien, Belgien, Polen, die Tschechoslowakei, Rußland mit allein mehr als 17 Millionen Soldaten und Frankreich selbst.

Diese Staaten besitzen eine Friedensstärke von über 3 Millionen Mann, eine Kriegsstärke von rund 38 Millionen Mann.

Diesen geschichtlich ebenso gewaltigen wie ein­maligen Garantien gegenüber erklärt Frankreich, daß es außerdem noch zu seiner Sicherheit vor seinem größten Festungsgürtel der Welt eine für jeden Angriff offene, weil ent­militarisierte Zone des Deutschen Reiches benötige, und erklärt weiter, daß, nachdem Deutschland, veranlaßt durch das letzte Vorgehen Frankreichs, den Locarnopakt als damit gebrochen erklärte, und seine souveränen Hoheits­rechte in seinem eigenen Reichsgebiet wieder ausübt, die nunmehr dort eingerückten 19 Bataillone eine Bedrohung der von fast der halben Welt garantierten französischen Sicherheit darstellten.

Die Reichsregierung erklärt dazu nun folgendes: Deutschland hat diese geringfügige Besatzung in seinem eigenen Hoheitsgebiet zunächst überhaupt nur vorgenommen, um der französischen Regie­rung und besonders dem französischen Volk jeden Anlaß zu nehmen, zu befürchten, Deutschland setze Frankreich unter irgendeinen Druck, um es so zu Verhandlungen unter etwa unwürdigen Begleitumständen zu veranlassen.

Darüber hinaus aber hat Deutschland das großzügigste Angebot zur Befriedung Europas gemacht, das überhaupt möglich ist. Dieses Angebot erhält seine besondere Bedeutung dadurch, daß es von einer nationalen deutschen Regierung ausgeht, die sich in vollkommenem Vertrauen des Volkes befindet und die damit in höchstem Auftrage dieses Volkes handelt.

Es erhält aber seinen geschichtlichen Wert nur durch die tatsächliche Voraussetzung, datz es das

erste allgemeine europäische Abkommen sein muß, das seit dem Friedensvertrage von Persailles ohne jeden Zwang von selten aller Betei­ligten abgeschlossen werden kann und das kei­nerlei neue Diskriminierung für irgend einen Staat enthält.

Dies ist aber die erste unabänderliche Voraus­setzung für ein erfolgreiches und damit segens­reiches Wirksamwerden dieses Angebots. Denn Deutschland hätte natürlich auch einen an­deren Weg zu gehen vermocht:

Es hätte den durch den französisch-sowjetischen Vertrag praktisch aufgehobenen Locarnopakt auch für Deutschland als erloschen bezeichnen können, um sich unter Verzicht auf eine direkte militärische Besetzung des Rheinlands, aber unter Berufung und Auswertung der eigenen nationalen Kraft von jeder europäischen weiteren Zusammenarbeit zurückzuziehen.

Die deutsche Reichsregierung hat es aber abgelehnt, einen Weg einzuschlagen, der nur zu einer negativen weiteren Zerreißung Euro­pas geführt haben würde, sondern versucht, einen großen konstruktiven Plan zur endgül­tigen Befriedung dieses Kontinents vorzu­legen.

Sie wünscht daher auch nichts sehnlicher, als mit Frankreich und den anderen europäischen Mächten in aufrichtige Verhandlungen einzutreten über die Realisierung dieses Planes, und sie hat deshalb, um von der französischen Volksseele auch jeden Schein eines bedrückenden fait accompli oder gar einer Bedrohung zu nehmen, die Re­militarisierung ihres eigenen Gebietes zunächst in einer Form vollzogen, die tatsächlich nur als symbolhaft zu werten ist.

Sie würde jedoch unter keinen Umständen auf irgendwelche souveränen Hoheitsrechte Verzicht leisten in der Ueberzeugung, daß damit auch die zukünftige Befriedung Europas schon wieder auf solchen erzwungenenVerzichten und da­mit moralischen Diskriminierungen aufgebaut wurde, die dann den Keim der nagen­den Schande einerseits und damit der latenten Unzufriedenheit andererseits tragen müßten.

Was aber die deutsche Regierung anstrebt, ist nicht der Abschluß von Verträgen, die, weil für ein ehrliebendes und anständiges Volk mit mo- ralistischen Belastungen verknüpft, äußerlich und innerlich doch wieder unglaubhaft blieben, son­dern die Herstellung einer wirklichen und tat­sächlichen Befriedung Europas für das nächste Vierteljahrhundert. Und zwar einer Befriedung, die in sich den Charakter einer unbedingten europäischen Rechtsordnung besitzt, die sich auf­baut aus den freien Entschlüssen gleichberechtigter europäischer Völker und Staaten. Und nur was unter solchen Voraussetzungen dann unterzeichnet wird, kann infolge seiner Uebereinstimmung mit den Ehrbegriffen der Nationen auch mit Ehren gehalten werden und wird insoweit es sich um Deutschland handelt, genau so ehrenhaft einge­halten werden.

Sollte diese Auffassung aber nicht die Zu­stimmung der anderen Regierungen erfahren, dann wird die deutsche Regierung selbstver­ständlich ihre Vorschläge zurückziehen und bauend auf die Zuverlässigkeit, die Treue und den ge­schichtlichen Opfermut und Opfersinn des deut­schen Volkes von nun an lieber eine ehrenhafte Vereinsamung wählen, denn als diskriminierte Nation in der Gemeinschaft anderer zu leben.

wer bedroht wen!

Me Neichorogierung stellt richtig

ir. bkii. Wir kennen das französische Lied, dessen Klänge seit dem Ende des Weltkrieges bei jeder paffenden und unpassenden Gelegenheit von Paris her zu uns dringen, zur Genüge:Frank­reich ist von Deutschland bedroht und mutz des­halb alles, aber auch alles, zu seiner Sicherheit aufbieten!" Die mit dieser ebenso faden­scheinigen wie billigen Behauptung zusammen- längenden französischen Argumente hat jetzt die Neichsregierung in einer außerordentlich sach­lichen Erklärung, die wir an anderer Stelle im Wortlaut veröffentlichen, endgültig zerpflückt. Wir sind davon überzeugt, datz sich kein europä­ischer Staatsmann, der diese amtlichen Aus­führungen einer gründlichen Prüfung unter­zieht, ihrer Beweiskraft wird verschließen können, bringen sie doch auch den bisher nur einseitig unterrichteten Politikern jenseits un­serer Grenzen jede nur mögliche Klarheit über das gute Recht und den Standpunkt Deutsch­lands.

Wie liegen die Dinge in Wirklichkeit? Wer hat einen größeren Anlaß, sich bedroht zu füh­len Deutschland oder Frankreich? Wenn wir uns heute auf Grund der amtlichen Berliner Darstellung noch einmal die französischenSicher- heits"-Maßnahmen, und zwar nicht zuletzt die das Reich im wahrsten Sinne des Wortes um­klammernde Pariser Bündnispolitik, in ihrer ganzen Tragweite vergegenwärtigen, so können wir dem Führer nur doppelt dankbar sein, daß er den entscheidenden Schritt zum militärischen Schutz der bisher entmilitarisierten Rheinland­zone aus eigener Verantwortung ge­tan hat. Schon die Heimlichkeit, mit der Frank­reich vor einem Jahr die Einbeziehung Sowjet­rußlands in sein friedensstörendes Sicherheits­system in Angriff nahm, spricht Bände. Mit vollem Recht weist die Reichsregierung darauf hin, daß Frankreich die Locarno-Mächte von sei­nem Vorhaben, sich eine weitere (nach Auf­fassung aller Einsichtigen völlig unnötige) Sicherung zu verschaffen, rechtzeitig in aller Form in Kenntnis hätte setzen müssen. Daß es sich nicht zu dieser an sich selbstverständlichen Offenheit entschloß, wird man jedenfalls nicht außer acht lassen dürfen. Und wie steht es mit dem Befeftigung^gürtel an der französischen Ostgrenze und den dort seit Jahren beobachteten Truppen- anhäufungen? Sie mußten sich angesichts der Entmilitarisierung des deutschen Grenz­gebiets immer mehr zu einer Bedrohung un­serer Sicherheit auswirken, besonders, wenn man folgendes berücksichtigt: Innerhalb des fraglichen Landstreifens am Rhein waren bis zum 7. März nicht weniger als 77 Großstädte und Mittelstädte von über 20 000 Einwohnern jedem Angriff von Westen her völlig schutzlos preis­gegeben, während ganz Frankreich überhaupt nur 84 Ortschaften dieser Größe besitzt. Was die etwaige Fernwirkung der französi­schen Geschütze betrifft, stellen wir fest: In Baden befinden sich 2 Millionen deutsche Volks­genossen im Bereich des französischen Artillerie­feuers, im Rheinland 1,5 Millionen, in der Pfalz 1 Million und im Saargebiet 800 000. Das sagt genug!

Diesem gefährlichen und beunruhigenden Zu­stand gegenüber hat das Reich in eiserner Disziplin unbeirrbar einen Friedenswillen be­kundet. wie er in der Weltgeschichte wohl noch nie in Erscheinung getreten ist. Zunächst hat die Reichsregierung, worauf sie heute mit allem Nachdruck hinweisen kann, bis zum Abschluß des offenkundig Deutschland bedrohenden Russen- paktes keinen Einspruch gegen die übertriebene Pariser Sicherheitspolitik erhoben, eben, weil eine Angriffshandlung gegen Frankreich von keinem Deutschen in Erwägung gezogen wurde und wird. Wir müssen hier mit Entschiedenheit den völlig absurden Versuch amtlicher französischer

Schach den kriegslietjern der Welt - We Stimme dem fülirer!