Ausgabe 
(9.3.1936) Nr. 69
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parteiamtliche Hageszeitung

Nachrichtenblatt der Deutschen flrdeitssront Bremen

der Nationalsozialisten Vremens

flmtsblatt des Senats der Zielen Hansestadt Bremen

Bremer Zeitung erscheint täglich (auch Montags). Monatsbezug: RM. 2,30 einschl. 30 Rps. Zustellungsgebühr; I ^ ^ ^

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Nr. SS / 6. Jahrgang

Montag, S. März

Einzelpreis 15 Npf.

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Der gewaltige kindruck der Vesreiungstat des Kanzlers und das welt-kcho seiner sriedensoorschläge

Widersprüche in Paris

Paris, g. März.

Die Ereignisse des 7. März haben verständ­licherweise in der französischen Presse einen ge­waltigen Widerhall gefunden. Die Berliner Be­richterstatter heben allgemein die in Deutschland herrschende Begeisterung hervor. Aber die fran­zösische Öffentlichkeit fand es seit über 17 Jahren ganz in der Ordnung, datz Frankreich seine Wehr-

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Unser lagesspiegel

Der französische Ministerrat hat das deutsche Memorandum unverständlicher Weise als unannehmbar bezeichnet.

Die Locarnomiichte wollen morgen zu Bera­tungen in Paris zusammentreten.

Adolf Hitler gab gestern in einer Partei­führerkundgebung in Berlin die Parole zum Reichstagswahlkampf aus.

Im Rahmen des Staatsaktes am gestrigen Heldengedenktag betonte der Reichskriegs­minister erneut Deutschlands Friedenswille. Werder-Bremen erlitt gegen Eintracht- Vraunschweig eine unerwartete 1:3-Nieder- lage.

Der neue Niedersachsen - Handballmeister wurde in dem Post SB.-Hannooer festgestellt. An verschiedenen Stellen der Stadt fanden die letzte« dieswinterlichenGemeinschafts-Ein- topfessen statt.

Bremen stand gestern im Zeichen der Helden­gedenkfeiern.

Hoheit bis an feine Grenzen hin ausüben konnte, während Deutschland innerhalb seiner Hoheits­grenze bis 50 Kilometer längs des Rheines wehr- politisch gebunden war. Demzufolge lautet die Losung der französischen Presse:

durch den Völkerbund zu erreichen ver­suchen, datz Deutschland seine eigenen Truppen aus seinem eigenen Gebiet wieder heraus­nehmen muh.

In politischen Pariser Kreisen erklärt man, daß die ehemals entmilitarisierte Zone ein wesent­licher Bestandteil der französischen Sicherheit sei, über deren Aufrechterhaltung die französische Re­gierung nicht mit sich handeln lassen könne. Sei doch die entmilitarisierte Zone Frankreich als Ausgleich dasür zugestanden worden, daß es nicht das geforderte linke Rheinnfer erhielt. Durch die Beseitigung der Zone sei nicht nur die Sicher­heit Frankreichs, sondern auch der Friede Europas bedroht.

Der Matin schreibt u. a. der Grundsatz der kollektiven Sicherheit stehe viel mehr auf dem Spiel als die Einzelsicherheit Frankreichs, das sich hinter seinem Vefestigungsgürtel als vor einem bewaffneten Angriff geschützt ansehen könne. Der Petit Parisien bezeichnet die Anregung einer beiderseitigen gleichen Entmili- tarisierung als einenWitz". Das Oeuvre er­klärt, noch nie habe sich die deutsche Diplomatie so geschickt gezeigt wie diesmal. Die laue Hal­tung, die die britische Regierung am Sonnabend hinsichtlich der Anstrengungen Frankreichs unter­nommen habe, sei offenkundig. .

Wladimir d'Ormesson verlangt im Figaro, Frankreich müsse jetzt durch dir höchste richterliche Instanz feststellen lassen, daß Locarno-Pakt und französisch-russischer Pakt nicht einander wider­sprechen. Le Jour bedauert, datz Frankreich und England angesichts Deutschlands, das das Spiel wäge, mittelmäßige Mitspieler seien. Die jetzige französische Regierung lebe unter dem Schutz der russischen Revolutionäre, und diese träumten von einem Krieg gegen Deutschland, dessen Kosten die Franzosen trogen sollen.

Im Populaire schreibt der Generalsekretär der sozialistischen Partei Paul Faure, es sei sinn­los gewesen anzunehmen, datz Deutschland sich lange damit abfinden würde, abgerüstet zu sein, während im Gegensatz zum Wortlaut des Ver- sailler Vertrages die Abrüstung der anderen nicht gefolgt sei. Statt den Frieden zu wollen und den Standpunkt der anderen zu verstehen zu suchen, habe man sich ebenso stolz wie dumm aus die engen Buchstaben der Verträge versteift.

Die kommunistische Humanits erklärt grotz- wrecherisch:Wir Kommunisten wissen, datz die Arbeiter- und Bauernregierung morgen die Größe und die Macht unseres Landes sichern wird."

kinstcht in London

London, S. März.

Die Londoner Sonntagsblätter berichten in größter Aufmachung über den Einzug der deut­schen Truppen ins Rheinland und das Friedens­angebot des Führers. Der diplomatische Bericht­erstatter des Observer schreibt, die wichtigste unmittelbare Folge der deutschen Vorschläge, die zweifellos in vieler Beziehung interessant und wertvoll seien, werde sein, datz den Sllhnematz- nahmen gegen Italien Einhalt geboten werde. In einem Leitartikel schreibt dasselbe Blatt u, a,: Laßt uns kühle Köpfe und gerechte Herzen be­wahren.

Es kann keinen Frieden ohne Gerechtigkeit und gesunden Menschenverstand geben. Es gibt keinen

Grund mehr, warum deutsches Gebiet entmilita­risiert sein sollte, ebensowenig wie es einen dasür gibt, datz sranzösisches, belgisches oder bri­tisches Gebiet es sein sollte.

Der Sunday Dispatch schreibt u. a.: Hitler hat durch seine Handlungen und Worte das gesamte Gesicht Europas geändert. Der Locarno-Pakt ist tot und sinkt ohne Ehre und Musik in das Grab der Irrtümer der Vergangenheit.

In einem Sonderartikel im gleichen Blatt schreibt Ward Price: Jetzt müssen wir den Tatsachen ins Gesicht sehen. Wenn wir sie mei­stern, kann der Friede sichergestellt werden. Vor allem laßt uns, wenn wir den Ereignissen gegen- Ubertreten, uns freimachen von jedem Vorurteil gegenüber dem Nationalsozialismus! Was uns allein angeht, ist die auswärtige Politik Deutsch­lands.

Der parlamentarische Berichterstatter des Sunday Dispatsch meldet, datz die britische Re­gierung bereit sei, mit Deutschland und den an­deren Mächten in eine Aussprache über die Er­setzung des Locarno-Vcrtrages durch einen neuen Vertrag einzutreten.

Berlin, 9, März.

Der Heldengedenktag stand, wie im Westen des Reiches, so auch in Berlin ganz im Zeichen der nun restlos wiederhergestellten deutschen Ober­hoheit über das Rheinland und der Wiederbele- gung der rheinischen Städte mit deutschen Trup­penteilen, Schon in den frühen Morgenstunden sammelten sich Zehntausende von Menschen am Wilhelmplatz, in der Wilhelmstratze, der Straße U. d. Linden. Immer wieder war der Wilhelmplatz Schauplatz von Jubelszenen, und fast beängstigend wurde das Gedränge am Wilhelmplatz, in der Wilhelmstratze und der Leipzigerstratze, als die Dämmerung sich herabsenkte und die Stunde her­annahte, in der die Anfahrt des Führers zu der großen Führerkundgebung der Partei im Her­renhaus zu erwarten war.

Kurz vor 19 Uhr verließ der Führer die Reichskanzlei und fuhr stehend durch das dichte Menschenspalier zum Herrenhaus. 2m Großen Saal des Herrenhauses hatten sich inzwischen die Reichsleiter, Gauleiter, Eaupropagandaleiter, Reichsredner und die Mitglieder der Reichspropa­gandaleitung der NSDAP., alles alte Kämpen der nationalsozialistischen Bewegung, eingefunden.

Der Reichspropagandaleiter der NSDAP., Dr. Goebbels, eröffnete die Kundgebung und wies auf die historische Tat des Führers vom 7. März hin.

Im Sunday Expreß heißt es zum Einzug der deutschen Truppen ins Rheinland u. a.: Nach der schriftlich niedergelegten Politik der Regie­rung ist Großbritannien verpflichtet zu handeln, falls der Völkerbund es befiehlt. Wenn der Völkerbund befiehlt, wird die britische Öffent­lichkeit dann gehorchen?

Die britische Öffentlichkeit mag für den Völkerbund sein, aber sie wird auf keinen Fall wegen eines solch unbedeutenden Vorwandes in einen Krieg hineinmarschieren.

Die Sunday Times meinen, der Wert des ganzen von Hitler vorgeschlagenen Systems hänge von dem Vertrauen ab, das andere Mächte dazu haben könnten, datz Deutschland seine Verpflich­tungen einhält. Dieses Vertrauen habe durch die gegenwärtige Handlung Deutschlands einen schweren Schlag erhalten (? die Schriftl.s, der jedoch nicht unbedingt tödlich sein müsse.

Unter der UeberschriftKeine Panik" schreibt Sunday Chronicle glaube man keinen Grund für aufgeregtes Gerede oder hoffnungslose Verzweiflung zu sehen Das Land. das die letzten Erinnerungen der Niederlage ausgelöscht hat, wenn auch in bedrohlicher Weise, könne sehr wohl

Dann sprach der Führer weit über eine Stunde zu seinen alten Mitkämpfern und nahm von großen politischen Gesichtspunkten aus zu dem bevorstehenden Wahlkampf Stellung.

Er gab in packenden Bildern eine Rückschau über den Weg, den Deutschland in den drei Jah­ren nationalsozialistischer Regierung zurückgelegt hat und stellte das Deutschland von heute gegen­über jenem zerrütteten und verkommenen Deutsch­land vom Januar 1933.

Unter begeisterter Zustimmung sprach er die Hoffnung aus, datz das deutsche Volk durch sein einmütiges Bekenntnis gerade jetzt hinter ihn trete; denn es habe nichts mehr Gewicht im Kamps der politischen Kräfte als die einmütige Willens­kundgebung eines Kll-Millionen-Bolkcs.

Nachdem der Führer geendet hatte, nahm Reichspropagandaleiter Dr. Goebbels das Wort und gab dem Dank Ausdruck, mit dem alle Na­tionalsozialisten des Führers und seiner großen Befreiungstat gedenken.

Sie, mein Führer", so erklärte Dr. Goebbels unter jubelnder Zustimmung,haben gestern der Partei und mit ihr dem ganzen deutschen Volk aus dem Herzen gesprochen."

In diesem Augenblick drängten die Anwesenden spontan zum Platz des Führers und bereiteten ihm unter dem Eindruck der Ereignisse des 7. März

eher bereit sein, mit dem übrigen Europa zu­sammenzuarbeiten als ein Land, das durch ein Gefühlkrebshafter Unterlegenheit" vergiftet und gequält wurde.

Der arbeitcrparteiliche People schreibt: Die große Nachricht des gestrigen Tages aus Deutsch­land ist keine schlechte Nachricht. Sie mag Frank­reich erschreckt haben, aber sie braucht uns nicht zu erschrecken.

Newyork, 9. März.

Während die judenfreundlichen Newyork Times ebenso krampfhaft wie schrecklich nachzuweisen versuchten, daß Deutschland eine neue furchtbare Spannung in Europa heraufbeschworen habe, stellt die fönst immer stark franzosenfroundliche Newyork Herold Tribune fest. datz das Vorgehen Deutschlands auf jeden Fall eine ge­fährliche Atmosphäre kläre.

Falls die Krise überwunden werde, werde es fast zwangsläufig zu einem System kommen, das zum mindesten irgendwie sicherer sein werde als das gegenwärtige.

und der Rede des Führers eine minutenlange Jubelkundgebung.

Dann gab der vom Führer bestimmte Leiter des Wahlkampfes, Reichspropagandaleiter Dr. Goebbels, im Sinne der Ausführungen des Füh­rers die einzelnen Richtlinien für den drei­wöchigen Wahlkampf.

Eagung des Saues Veser-kms

Gauleiter Rover spricht am 10. März über die Richtlinien des Reichstagswahlkampfes Oldenburg, S. März.

Am morgigen Dienstag, und zwar vor­mittags 10.30 Uhr, findet in den Ziegelhos- sälen in Oldenburg eine Tagung des Gaues Wefer-Ems statt, aus der der Gauleiter Carl Rover über die Richtlinien des Reichstags­wahlkampfes sprechen wird. An der Tagung nehmen teil alle Gauamtsleiter, Kreisleiter, Kreispropagandaleiter, Ortsgruppenleiter, Ortsgruppenpropagandaleiter, die Mitglie­der des Gauringes I für nationalsozialistische Propaganda und Volksaufklärung, die Gau- und Kreisredner sowie die Hauptschristleiter der gesamten Presse des Gaues Weser-Ems.

Siegt die Vernunft!

Noch der Neichstagorede fldolf kitlers

k. ktii. Das gewaltige Ereignis des 7. März, die endgültige Wiederherstellung der deutschen Souveränität im Rheinland, ist Geschichte ge­worden. Wie hat die Weltöffentlichkeit und wie haben die führenden Staatsmänner diese Frage steht jetzt im Vordergrund die be­freiende, einem wahren Frieden dienende Tat des Führers und seine weitreichenden Vorschläge auf­genommen? Um es gleich vorweg zu sagen: das Echo ist nicht einheitlich. Freudige Zustimmung der Einsichtigen mischt sich mit zweifelndem Klein­mut der Unschlüssigen und voreiliger Ablehnung seitens Verblendeter. Besonders in Paris gehen die Meinungen sehr stark auseinander, doch scheint das Pendel leider mehr nach der Seite der poli­tischen Unvernunft hin als nach der Richtung des einlenkenden Vertrauens auszuschlagen.

Einige Zeitungen.der französischen Hauptstadt haben sich die Sache sehr leicht gemacht. Sie be­haupten mit der scheinheiligsten Miene der Welt, der Locarno-Vertrag sei von Deutschland fla­grant verletzt worden; auf die konkreten Frie­densvorschläge Adolf Hitlers dagegen gehen sie überhaupt nicht ein. Es ist dieselbe Methode der Tatsachenverdrehung, die den un­belehrbaren Verfechtern des Versailler Unfrie- dens-Systems schon vor einem Jahr bei der Wie­derherstellung der deutschen Wehrhoheit zur Aufpeitschung der politischen Leidenschaften geeig­net erschien: Ursache und Wirkung, Grund und Folge werden einfach miteinander vertauscht. Demgegenüber stellen wir mit aller Deutlichkeit fest: Nicht Deutschland hat den

Locarno-Vertrag verletzt, sondern Frankreich, indem es die Bestimmungen des Rheinpaktes durch das Bündnis Paris-Moskau völlig illusorisch machte. Wenn in diesem Zusam­menhang an die Bereitschaft des französischen Außenministers Flandin erinnert wird, die Ent­scheidung über die Vereinbarkeit oder Nichtoer- einbarkeit des Locarno-Vertrages mit dem Russenpakt dem Haager Gerichtshof zu über­tragen, so ist auch dieses Manöver allzu durch­sichtig. Es ist vom Quai d'Orsay amtlich erklärt worden, datz sich Frankreich nach der Annahme des Sowjetpaktes durch die Pariser Kammer be­reits jetzt an die Beistandsverpflichtungen gegen­über Moskau praktisch gebunden fühle was soll da also noch ein lediglich theoretisches Urteil des Haager Gerichtshofes, ganz abgesehen davon, datz sich der rein politisch-militärische Kern des französisch-sowjetrnsstschen Abkommens ohnehin jeder juristischen Behandlung entziehen würde!

Inzwischen hat der französische Ministerrat das deutsche Memorandum wir berichten über die Pariser Beschlüsse an anderer Stelle der vor­liegenden Ausgabe als unannehmbar bezeich­net. Wir können und wollen nicht glauben, datz damit das letzte Wort über den europäischen Aufbauplan des Führers und auch über das großzügige Angebot eines auf 25 Jahre zu be­fristenden deutsch-französischen Nichtangriffspaktes gesprochen sein soll. Freilich: immer nur hörten wir, wenn der Reichskanzler unserem westlichen Nachbarn die Versöhnungshand entgegenstreckte und bis ins einzelne gehende Friedensvorschläge zur Debatte stellte, ein kaltes, schneiden­des Nein seitens der Staatsoertre- ter jenseits des Rheines. Wie war es doch mit dem Äbrllstnngsvorschlag Adolf Hitlers? Die Franzosen haben ihn als unannehmbar zur Seite geschoben! Auch das 200 OOO-Mann-Heer und später das 300 OOO-Mann-Heer glaubten sie ablehnen zu müssen, sür das rüstungsbegrenzende deutsch-englische Flottenabkommen hatten sie kein Verständnis, die Luftpakt-Vorschläge des Führers und Reichskanzlers wurden nicht einmal der Er­örterung für wert gehalten, und hinsichtlich eines allgemeinen Flottenabkommens zeigte man sich an der Seine für alle Berliner Plane gleichfalls völlig unzugänglich. Kann es sich Europa. leisten, datz jetzt Paris auch die umfassenden Vorschläge Adolf Hitlers vom denkwürdigen 7. März ohne ernste und aufrichtige Prüfung zu den Akten legt? Soll die Chance zur endgültigen Befriedung unseres Erdteils wirklich ungenutzt, bleiben?

Mit der unter brausendem Jubel der rheini­schen Bevölkerung erfolgten Wiederbesetzung der bisher entmilitarisierten Zone durch deutsche Truppen sind die militärischen Interessen anderer

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Jubelstüxme in öerlin / erhebende Kundgebung im Herrenhaus / fldolf Hitler vor seinen Mitkämpfern

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