Ausgabe 
(7.3.1936) Nr. 67
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parteiamtliche Tageszeitung

Nachrichtenblatt der Deutschen flrbeitsfront vremen

der Tlaliona

flmtsblatt des Senats der Freien tjansestadt vremen

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Nr. 67 / 6. Jahrgang

Sonnabend, 7. Mär;

kinzelpreis 15 stpf.

Neichstag ;u heute mittag einberufen

entgegennähme einer krklärung der keichsregierung / Uebertragung der Sihung auf alle deutschen Sender

Unser logesspiegsl

Der japanische Außenminister Hirota ist be­reits beim ersten Versuch einer Regierungs- »enbildung gescheitert.

Ueber Addis Abeba kreiste gestern znm ersten Male ei« italienischer Kampsflieger.

Im südslawischen Parlament gab ein oppo­sitioneller Abgeordneter drei Reoolverschüsse

ab.

Der Reichstag ist sür heute zur Entgegen­nahme einer Erklärung der Reichsregierung einberufen worden.

Dr. Eckener äußerte sich in einer Unterredung mit demVZ."-Sonderberichterstatter über die Fahrtiichtigkeit des LZ. 129.

Reichsminister und Wirtschaftssührer er­lassen einen Ausruf zur Schaffung von Lehr- plätzeu.

Die Totaloerluste der deutschen Handelsflotte betrugen im Jahre 1935 sechs Schiffe mit zu­sammen 1681 Vruttoregistertonnen.

Deutschland ist das erste Eisenausfuhrland der Welt. (Siehe Handelsteil.)

Die BDM.-Haushaltsschulen gewährleisten eine nationalsozialistische Ausrichtung der Ausbildung für die Hauswirtschaft.

Die Ausführunasbestimmungen für das Jahr des deutschen Jungvolks" enthalten u. a. eine Beitragsfreiheit für die Probezeit.

Die Winterhilfs-Lotterie 1935/38 geht dem­nächst zu Ende.

Ueber den Sport als Mittler der Nationen sprach in Stockholm .Reichssportführer von Tschammer und Osten.

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Sroßer Kd7-Start nach Madeira

Am 15. März Begegnung mit der Kriegsmarine

Berlin, 7. März.

Die diesjährige Madeiraflotte der NSG.Kraft durch Freude", die aus den vier Dampfern St. Louis",Der Deutsche",Sierra Cordoba" undOceana" besteht, geht am 15. März, 10 Uhr, vom Hamburger Hafen aus geschlossen in See. Der Start wird, wie dieDeutsche Arbeitskorre­spondenz" meldet, zu einem großen Ereignis für Hamburg und darüber hinaus für ganz Deutsch­land werden. Wie im Vorjahr, wird die Ham­burger Arbeiterschaft ihre Kameraden, die aus sämtlichen Gauen unseres Vaterlandes kommen, zu ihrer einzigartigen Südreise verabschieden. Bei der großen Startfeier spricht auch Reichs­organisationsleiter Dr. Ley. Die Kriegs­marine, die seit Bestehen der KdF.-Reisen immer großes Interesse für die Arbeit der NSG. Kraft durch Freude" bewiesen hat, wird durch Entsendung des KreuzersKöln" den Urlaubern ein besonderes Erlebnis bereiten, und zwar trifft sich der Kreuzer mit der KdF.-Flotte auf der Höhe,-von Helgoland.

Die diesjährige Madeirafahrt wird ein kul­turell stark ausgeprägtes Gesicht erhalten. Außer einer Volkstanzgruppe von Mosel- winzerinnen und der bekannten Pommerschen Spielschar der HJ. hahen sich eine Reihe namhaf­ter Künstler und Dichter uneigennützig zur Ver­fügung gestellt, um den Arbeitskameraden unter­wegs die Fahrt zu verschönern und auch den Aus­ländsdeutschen in Lissabon und auf Madeira eine Ueberraschung zu bereiten.

Vas 6Z.-kstrenab;eichen

Berlin, 7. März.

Das Personalamt der Reichsjugendfllhrunq teilt mit, daß der seinerzeit verlängerte Einreichungs- ternrin für Anträge auf Ausstellung des HJ.-- Ehrenabzeichens nunmehr endgültig auf den 15. M 8 rz festgesetzt worden ist. Das Ehrenzeichen ikann Don Mitgliedern oder ehemaligen Mit­gliedern der HJ. erworben werden, die vor dem ersten Reichsjugendtag zu Potsdam der HJ. und seitdem ununterbrochen der Bewegung angehören.

Ferner wird mitgeteilt, daß Anfragen bei der Reichsjugendführung aus arbeitstechnischen Gründen einstweilen nicht beantwortet werden können.

Zweite Neichsseesportschule der ftZ.

Berlin, 7. März.

In Seemoos bei Friesirichshafen (Bodensee) wird eine zweite Reichsseesportschule für die Hitler-Jugend errichtet, die in vierwöchigen Kur­sen je 80 Führer der Marine-HJ. erafssen wird. Die Reichsseesportschule II wird vor allem der Ausbildung der Marine-HJ. aus den südlichen Gebieten des Reiches dienen. Die Kurse dienen der Ausbildung zum Kameradschafts-, Schar- und Eefolgschaftsführer und werden durch eine Prü­fend abgeschlossen.

verlin, 7. März. Vor Neichslag ist aus heule Sonnabend, mittags um 12 Uhr, zusammenberusen worden, stuf der Tagesordnung steht als einziger Punkt die entgegennähme einer krkliirung der Neichsregierung. Me Sihung wird aus alle deutschen Sender übertragen.

Hierzu drahtet unsere Berliner Schriftleitung: Die Reichstagssitzungen sind im nationalsoziali­stischen Deutschland stets mehr als die Erfüllung nur formaler Verpflichtungen der Volksvertre­tung. Sie waren und werden bleiben Höhepunkte im Ringen um die Neugestaltung des Reiches und Meilensteine auf dem Wege in eine neue Zukunft. Immer, wenn der Führer vor der deutschen Volksvertretung das Wort ergriff, erlebte das ganze Deutschland eine Stunde von historischer Bedeutung.

Am 17. Mai 1933 richtete der Führer seinen ersten großen Friedensappell an die Welt. Ge-

Vr. kckener über dar -rußige Schiff"

Ver große ZeppeNnMrer schildert die hervorragenden Iahrteigenschasten des LZ. 12S

(vrabtbsriekt unseres vaed I'rieäriebsksksn sntssnätsn Loväsrbsriobtsrstattsrs)

-s- Friedrichshafe», 7. März. Mit der erfolgreichen Durchführung der behörd­lichen Zulassungsfahrt haben die Prüfungsfahr­ten des LZ. 129 ihren ersten Abschluß gefunden, und die Konstrukteure und Ingenieure werden sich nun einige Tage Zeit lassen, um das reichhaltige Material von den drei Fahrten zu überprüfen. Nachdem sich bisher vor allem der tüchtige Kom­mandant des LZ. 129, Kapitän Leh mann, in freundlicher und bereitwilliger Weise über die Erfahrungen auf den Probefahrten geäußert hatte, war es einmal besonders anziehend, den Mann über das Gesamtergebnis der bisherigen Fahrten zu hören, der mit seinen über 2000 Zeppe­linfahrten in Sturm und Orkan in allen Erd­teilen wohl der erfahrenste Luftsckfifführer ist: Dr. Hugo Eckener.

Schon öfter standen wir dem nunmehr fast 70jährigen Zeppelinführer in seinem historischen Eckzimmer im Verwaltungsgebäude des Luftschiff­baues gegenüber. Da sieht man an der Wand ein lebensgetreues Gemälde des alten Grafen, da hängen Lichtbilder von den zahllosen unvergeß­lichen Fahrten der Zeppelinluftschiffe, und da steht im Hintergrund ein Globus, auf dem man mit weitschauendem Blick die Linien eingezeichnet hat, die einmal für den Weltluftschiffver­kehr in Frage kommen. Es ist unverkennbar, daß diese Frage des Ausbaues des Luftschiff­verkehrs gerade im Anschluß an die Indienst­stellung des LZ. 129 in diesem Jahre in ein ent­scheidendes Stadium treten wird.

Sofort sind wir mitten im Gespräch mit Dr. Eckener, der auf unsere Frage nach dem bis­herigen Gesamtergebnis der Fahrten interessant und bestimmt antwortet.

Es ist das erstemal, daß sich der Führer des LZ. 129 über die bisherigen Fahrten äußert. Dr. Eckener bestätigt in vollem Umfange, daß beim LZ. 129 alle Erwartungen bei weitem Lbertrossen wurden.

Zunächst", so erklärt uns Dr. Eckener,ist die ganz fabelhafte Ruhe an Bord wäh- rendderFahrtein Hauptmerkmal des neuen

Italienischer Kampfflieger über Mir flbebo

MaMall Vadoglio meldet neuen Vormarsch In südlicher Nichtung kngliinder durch sliegerbomben getötet

Addis Abeba, 7. März.

Zum ersten Male feit Ausbruch des Krieges umkreiste am Freitag zwischen 12 und 12.30 Uhr ein großes dreimotoriges italienisches Flugzeug die abessinische Hauptstadt. Bomben wurden nicht abgeworfen. Die Bewohner der Stadt erfaßte beim Erscheinen des italienischen Bombenflugzeuges pa­nikartiger Schrecken. Aus allen Stadtteilen be­wegten sich bald danach die Einwohner in fieber­hafter Hast in großen Scharen in die Umgebung.

Rom, 7. März.

Dem letzten italienischen Heeresbericht zufolge hat Marschall Vadoglio folgende Meldung von der Front telegraphiert:Auf dem Frontabschnitt des ersten Armeekorps hahen eritreische Abteilun­gen am Donnerstag Korbeta südlich des Amba Aladschi besetzt. Sie wurden von der Bevölkerung feierlich empfangen. Es handelt sich hier um Stämme der Azebo Callas, die verbittert gegen ihre noch im Land umherirrenden amharischen Bedrücker sind.

Das dritte Armeekorps hat nach Durchführung seiner Ausgabe mit dem Vormarsch in südlicher Richtung aus Fanaroa und Samre begonnen.

stehen wir es uns offen ein: Dieser damalige, von einer ehrlichen und heiligen Ueberzeugung getragene Mahnruf für den Frieden ist ungehört verhallt.

Entscheidende Ereignisse sind in den nachfol­genden Jahren über Europa hinweggegangen. Die Entwicklung der europäischen Politik hat trotz der Bemühungen aller wirklichen Anhänger des Friedens und trotz der immer erneuerten starken Friedensinitiative Deutschlands unter einem verhängnisvollen Stern gestanden. So hat sich die Lage immer mehr zugespitzt, und es ist kein Geheimnis mehr, daß sie in den letzten Mo-

Schiffes. Selbst die Teile in der Nähe der Mo­torengondel sind vollkommen Vibrati­on? frei. Die Flossen am LZ. 129 stehen wie ein Brett so ruhig. Richt die geringste Bewegung ist bei starken Kurvensahrten zu merken. Am Donnerstag sind wir auf der Rückfahrt von München ins Allgäu in eine Schlechtwetterzone geraten, ohne daß bei dem Schiff das 'Geringste zu spüren gewesen wäre. Man kann den LZ. 129 mit voller Berechtigung alsdas ruhige Schiff" bezeichnen."

Wir unterhalten uns über die Motoren­frage, und da leuchten die Augen des Luft- schifführers auf.Die Dieselmotoren laufen außerordentlich ruhig", sagt uns Dr. Eckener, und wir haben allen Grund zu der Annahme, daß bei dem LZ. 129 nach den bisherigen Fest­stellungen die Geschwindigkeit von 135 Kilometer in der Stunde übertref­fen wird. Das ist erfreulich, da wir ja im zu­künftigen Luftschiffverkehr die Reisegeschwindig­keit steigern wollen."

Einer der treuen Mitarbeiter von Dr. Eckener hat uns erzählt, daß auf der 8-Stundenfahrt Leute in München das Luftschiff kaum kommen hörten, so wenig Geräusche machen die Motore. Wir fra­gen nach den Erfahrungen mit den bei dem neuen Luftschiff angebrachten Landerädern, und da lautet die Antwort:Sehr gut."

In der R au ch k a b i n e müssen, wie Dr. Eckener mitteilt, noch die inneren Druckverhältnisse ge­messen werden, bevor der Rauchsalon zur Be­nutzung freigegeben wird.Sind schon jetzt Folge­rungen für die Zukunft aus den bisherigen Fahrt­ergebnissen zu ziehen?", lautet unsere nächste Frage, worauf Dr. Eckener erwidert, daß man sich selbstverständlich ganz bestimmte Gedanken be­züglich der Ausgestaltung des Luftschiffverkehrs gemacht habe. Während er aus dem Fenster hin­aus über das Werftgelände blickt, macht er uns noch mancherlei Angaben, aus denen ersichtlich ist, daß schon diese drei ersten Fahrten den Männern vom Luftschiffbau außerordentlich wertvolles Ma­terial für die Zukunft vermittelt hat.

2m Schire-Geibiet schreitet die Säuberungs­aktion unaufhaltsam vorwärts. Feindliche Ab­teilungen, die sich auf der Flucht befanden, konnten sich nicht mehr auf das gegenüberliegende Ufer des Takazze-Klusses retten, da die Furten von unseren Truppen bereits besetzt waren. Einige abessinische Häuptlinge haben sich bei unseren militärischen Befehlshabern gemeldet, um ihre Unterwerfung anzuzeigen und ihre Waffen zu übergeben".

Reuter meldet aus Addis Abeba, daß der englische Major Vurgoyne, der sich als Leiter einer abessinischen Roten Kreuz-Abteilung bei der Rord- armee befand, bei einem italienischen Flieger­angriff durch eine Bombe getötet worden sei.

kngland protestiert in Nom

London, 7. März.

Wie verlautet, hat die britische Regierung ihren Botschafter in Rom, Sir Eric Drummond, ange­wiesen, bei der italienischen Regierung gegen die Bombardierung der britischen Rotkreuzabteilung in Abessinicn Protest einzulegen. Der Botschafter soll ferner um eine sofortige Untersuchung bitten und darauf bestehen, daß Anweisungen an die ita­lienischen Militärbehörden in Ostasrika gesandt

naten zu einer neuen ernsten Belastung geführt hat.

Das französisch-sowjetrussische Militärbündnis und der begonnene neue Rüstungswettlauf sind nur zwei, aber für die Zukunft ganz Europas überaus wichtige Daten dieser sich nunmehr fast überstürzenden Entwicklung.

Wenn heute mittag der Deutsche Reichstag zu­sammentritt, so darf die Welt gewiß sein, daß sie wiederum ein Bild der ehernen Geschlossenheit der Deutschen Nation und ihren festen und un­abänderlichen Willen zum Frieden und zur Zu­sammenarbeit erkennen wird.

Schon greift Dr. Eckener nach seiner Mütze, da die Zeit drängt; da fragen wir noch nach den nächsten Fahrplänen mit LZ 129.Wir werden", so erzählt uns Dr. Eckener,zunächst drei bis vier Tage das Schiff in der Halle liegenlassen. Es sind einige unbedeutende Werftarbeiten auszufüh­ren. So werden beispielsweise die Laufkatze und das Seilzugsystem verbessert. Und dann unter­nehmen wir, wohl Mitte nächster Woche, eine 24- Stunden-Fahrt."

Schließlich richten wir an Dr. Eckener, als er schon aufgestanden ist, noch die Frage nach dem Bau weiterer Luftschiffe.Sie haben ja gesehen, daß der LZ. 130 schon in Angriff genommen wurde, und alles weitere wird noch erwogen." Und der LZ. 131?" lauter im Fortgehen unsere letzte Frage. Einen Augenblick bleibt Dr. Eckener sinnend stehen, dann meint er:Der LZ. 131 wird ein neuer Typ. Die Anlage der gesamten Passa­gierkabinen wird geändert."

Schnell verabschiedet sich Dr. Eckener von uns, denn drüben in der großen Halle warten die Leute von der Werft schon wieder auf neue An­weisungen.

Draußen vor dem Verwaltungsgebäude begeg­net uns einer der alten Zeppeliner, Direktor Dürr, vor dem Kriege Führer des Luftschiffs Schwaben". Direktor Dürr, der über ein Vier­teljahr-hundert im Dienste der Zeppelinwerft steht, erzählt uns, wie der alte Graf Zeppelin mit ihm bis zu seinem Tode immer wieder darüher ge­sprochen habe, daß er seine Schiffe in den Dienst des friedlichen Weltverkehrs stellen möchte.

Der Menschheit mit dem Zeppelinschiff ein Instrument des Fortschritts zu geben, das war des alten Grafen höchster Traum, der nun schon seit Jahren verwirklicht worden ist. An diesem Tage aber, da nicht nur Deutschland, sondern die ganze Welt dem LZ. 129 bei seinen Fahrten zu- luveln wird, gilt der Dank dem Manne, der voll Opfermut. Jugendfrische und mit unbeugsamer Tatkraft dem deutschen Volke dieses herrliche Werk geschaffen hat, dem alten Grasen Zeppelin.

werden, um die Wiederholung derartiger Zwischen- sälle sür die Zukunft zu vermeiden.

Der abessinische Ayßenminister hat dem Völker­bundssekretariat ein Telegramm zugehen lassen, in dem er gleichfalls die Bombardierung der englischen Rot-Kreuz-Station bei Quoram mitteilt und erklärt, daß die abessinische Regierunggegenüber dieser erneuten, vorsätz­lichen und barbarischen Handlung" Italiens ihre früheren Proteste erneuere.

Sühne für einen Überfall

Berlin, 7. März.

Der auf den deutschen Gesandten in Kolumbien im Sommer vorigen Jahres in der Nähe der Hauptstadt verübte brutale Ueberfall hat jetzt seine Sühne gefunden. Das zuständige Gericht in Bogota hat die Täter zu mehrjährigen Strafen schweren Kerkers sowie zum Verlust der biirger- i lichen Ehrenrechte verurteilt. In den Urteils­gründen wird hervorgerufen, daß der Umstand, daß es sich bei der» Anaeqriffenen um den diplo­matischen Vertreter des Deutschen Reiches han­delt. strasverschärfend berücksichtigt worden ist.

M Kulturarbeit der Sfl.

Von

Stabschef Viktor Lutze

Aus der Erkenntnis heraus, daß nur in einer Zusammenfassung aller gestaltenden und schöpfe­rischen Kräfte innerhalb der SA. ihr Wirken auf einer gebundenen Marschrichtung erfolg­reich und über die SA. hinaus fruchtbar wer­den kann, hat der Stabschef des Führers mit Wirkung vom 19. Februar 1938 den Kultur­kreis der SA. geschaffen. (Die Schristl.)

Für den Nationalsozialisten ist Kultur­arbeit eine politische Aufgabe im höchsten Sinn. Denn hier geht es um die seelische Ausrichtung der ganzen Nation. Die Kampfzeit unserer Bewegung hat uns bewiesen, daß niemand ein Volk auf die Dauer zu führen vermag, wenn er sich nur im Besitz der äußeren Machtmittel des Staates befindet, denn stärker als alle Bajonette sind die Urkräfte, die in der Seele des Volkes schlummern. Und darum kann sich unser Reich nie und nimmer auf äußeren Zwang gründen, sondern einzig auf die Gewalt, welche die nationalsozialistische Idee über die Herzen der Menschen besitzt.

Kultur wächst aus den Herzen und der Seele des Volkes. Sie ist soringewordener Ausdruck unseres inneren Wesens, ist schöpferische Gestal­tung der geistigen Haltung unserer Zeit. Diese Haltung aber wird bestimmt durch die national­sozialistische Weltanschauung.

Neuer Inhalt bedingt neue Formen. Darum wird die nationalsozialistische Revolution auch auf kulturellem Gebiet mit manchem Althergebrach­ten brechen, das seinen Sinn verloren hat, und wird uns zu neuem Schauen und Erleben füh­ren. An die Stelle des Kunst g e n i e ß e n s der liberalistischen Gesellschaft wird das Kunst­erleben der nationalsozialistischen Gemein­schaft treten.

Dieses Erleben zu gestalten, wird jedoch nur dem gelingen, der selbst in der Gemeinschaft ge­standen hat und im Kampfe innerlich geformt worden ist. Wer von außen her an diese Auf­gaben herankommt, wird an ihnen immer irgend­wo scheitern müssen, weil es hier nicht nur ums formale Können, sondern mindestens ebensosehr um die innere Haltung geht. Wer die Größe unserer Zeit nicht in sich selbst erlebt hat, kann nicht berufen sein, ihr Ausdruck zu geben. Und erst da, wo zur schöpferischen Kraft des einzelnen die im Kamps erhärtete Verbundenheit mit der Gemeinschaft seines Volkes tritt, kann ein Werk erstehen, das unmittelbar und hinreißend die Seele dieses Volkes zu ergreifen vermag.

Nirgendwo aber ist das Erlebnis des Kampfes und der Gemeinschaft lebendiger als in der SA. des Führers. Und es ist darum kein Wun­der, daß gerade aus ihren Reihen eine über­raschend große Zahl von jungen Kräften hervor­gegangen ist, die neue Wege künstlerischen Schaf­fens gingen und so zu Bahnbrechern wurden für ein kulturelles Werden, das, ebenso weit ent­fernt von blutleerem Aesthetizismus wie von tendenziöser Banalität, den Charakter unserer Zeit zu prägen beginnt.

Die Werke und Feiern, welche in großer Zahl aus der SA. heraus gewachsen sind, überraschen nicht nur durch Kraft und Vielgestalt in künst­lerischer Beziehung, sondern sie verkörpern in ihrer schlichten, soldatischen Haltung den Kampf­geist und die Manneszucht der SA.

Wie alles künstlerische Schaffen entwickeln sich auch diese Formen in organischem Wachs­tum, sie lassen sich nicht erzwingen und nicht kommandieren. Wohl aber bedürfen sie der För­derung und Befruchtung in großzügigem Maße. Es wird daher künftig diese kulturelle Arbeit dör SA., welche gleichberechtigt neben ihre anderen großen Aufgaben getreten ist, noch mehr als bis­her^ gepflegt werden müssen. Das ist Sinn und Aufgabe des bei der Obersten SA. - Füh - rung gebildeten Kulturkreises, dem eine Reihe von SA.-Männern angehören, die be­reits durch besondere Leistungen auf diesem Gebiet hervorgetreten sind. Wenn sich unsere Arbeit dabei auch bewußt auf die SA. beschränkt so wird sie dennoch in enger Fühlungnahme mit allen entsprechenden Dienststellen der Partei und des Staates getan werden; nicht nur, um lleber- schneidungen zu vermeiden, sondern auch in der grundsätzlichen Erkenntnis, daß diese Aufgabe der