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parteiamtliche Hageszeitung
Ilachrichtenblatt der Deutschen flrbeitsfront Bremen
der Dationcu^Misten Bremens
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Nr. 65 / 6. Jahrgang
Vonnerslag, 5. Mär;
kiir;elpreZs 15 Npf.
ez irg hat die probe glänzend bestanden
ölüchlkcher stusstieg und glatte Landung nach dreistündiger fahrt / Noch in diesem Monat Seutschlandsahrt und Laufakt
Friedrichshasen, 5. März.
Wie ein Lauffeuer eilte am Mittwochnachmittag die Kunde von dem beabsichtigten ersten Start des neuen Zeppelinluftschiffes LZ. 129 durch Friedrichshafen. '2m Nu eilten Tausende zum Werftgelände, um Zeugen dieses großen Ereignisses zu sein, und bald hatte sich rings um das Gelände eine riesige Zuschauermenge angesammelt. In majestätischer Ruhe lag das Schiff noch
Unser lagesspsegsl
Die erste Probefahrt des LZ 129 nahm einen glänzenden Verlauf.
In Sowjetrutzland müssen Männer und Frauen neuerdings Zwangsarbeiten verrichten.
Der Pariser Senatsausschutz hat dem fran- zösisch-sowjetruinschen Pakt zugestimmt.
Die Teilnehmer am Militärputsch in Japan werden kriegsgerichtlich abgeurteilt.
Dr. Goebbels sprach zu Angehörigen der »ätionalpolitischen Erziehungsanstalt Potsdam.
Die Ml. lädt für den kommenden Sonntag jeden Volksgenossen zum Eintopfessen ei«.
In einem „B. Z."-Eesprä«y legte Brigade- führer Giesler (Oldenburg) Sinn und Bedeutung des heute in Bremen zur Uraufführung gelangenden Chorspiels der SA. „Kamerad, komm mit" dar.
Im Eewerbehaus sand die feierliche Verpflichtung der Eesellenwarte statt.
Die NSKOB. überreichte der jungen Wehrmacht in Bremen zwei Hitlerbilder.
Die Bremer Straßenbahn verzeichnete 1995 erhöhte Verkehrsleistungen und Betriebseinnahmen.
in der Halle, von den Werftmannschaften mit sicherer Hand zur Ausfahrt gehalten. Hell leuchteten die zu beiden Seiten des Luftschiffskörpers angebrachten fünf Olympia-Ringe.
Dr. Eckener, mit dem Oberleutnant Breit- haupt vom Reichslustfahrtministerium und sämtliche acht Luftschiffkapitäne in der Führergondel Platz genommen hatten, richtete an seine Arbeitskameraden eine Ansprache, in der er auf die Bedeutung dieses Augenblickes hinwies.
Klar;ur ersten flusfahrt
Das Schifs, an dem vier Jahre gebaut worden sei, liege klar zur ersten Ausfahrt. Nicht nur das ganze deutsche Volk, auch die übrige Welt erhosfe von diesem Schiff eine erheblich« Weiterentwicklung der gesamten Luftschiffahrt. Es sei das Beste hergegeben worden, um das stolze Schiff so gut wie möglich zu bauen.
2m weiteren Verlauf seiner Ausführungen dankte Dr. Eckener allen seinen Mitarbeitern und sprach die Hoffnung aus, datz der gleiche Glücksstern, der dem „Graf Zeppelin" beschieden war, auch über dem neuen LZ. 129 leuchten möge.
Nachdem das Luftschiff noch ein letztes Mal ausgewogen worden war, ertönte hell das Kommando: Luftschiffmarsch! Langsam wird das Schiff aus der Halle gezogen. Laut erteilte Dr. Eckener die letzten Befehle. Das Schiff wurde gegen den Wind gelegt und Punkt 15.19 Uhr erhob sich das stolze Schiff in die Luft. begleitet von den Heilrusen der begeisterten Menge. Erst in etwa 109 Meter Höhe sprangen die Motoren an, zuerst auf der Steuerbord-, dann aus der Backbordseite. Dröhnend sangen sie ihr ehernes Lied. Ueber drei Stunden kreuzte das Schift über dem Werftgelände, über dem Bodensee und über dem Bodenseehinterland, den Tausenden von begeisterten Volksgenossen in seiner ruhigen fast geräuschlosen Fahrt ein einzigartiges Schauspiel bietend. Das Wetter war während der ganzen Zeit ziemlich diesig, und die Dämmerung brach bereits nach 18 Uhr ziemlich rasch herein.
Sie Landung
Um so eindrucksvoller war dann der Augenblick, als das Schift im Schein seiner Lichter zur Landung anfuhr und nach den üblichen Manövern um 18.21 Uhr zur Landung ansetzt«. Die Taue wurden abgeworfen, Wasserballast abgegeben und die Haltemannschaft, die durch Arbeitsdienstmänner verstärkt worden war. zog das Schift auf den Boden. Um 18.25 Uhr war die Landung glatt vollzogen.
Um 19 Uhr war das Schiff eingebracht, und aus den Gesichtern von Führern und Besatzung leuchtete Freude und berechtigter Stolz über die vollbrachte Tat.
Ueber den Fahrtverlaus selbst und die Ergebnisse der Werkstättenfahrt äutzerte sich hernach der Direktor der Zeppelin-Reederei Kapitän Lehman«, der in begeisterte« Worten feststellte, datz
die auf das Trotze und Ganze abgestellte Versuchsfahrt über die eigene« Erwartungen der Werft hinaus hervorragend ausgefallen sei.
Die Steuereigenschaften des Schiffes seien besser auch als die von „Graf Zeppelin". Ganz auffallend sei, was man übrigens von unten ebenfalls mit Erstaunen bemerkte, die beinahe vollkommene Geräuschlosigkeit der Motoren. Dies ist vor allem in der Führergondel außerordentlich angenehm, und zwar nicht nur für das Ohr, sondern auch bezüglich der kaum mehr bemerkbaren Vibration. Die Motoren seien, wie erwartet, ohne die gering st e Störung gelaufen, wie denn überhaupt alies ohne jegliche Beschwerde geklappt habe. Besonders angenehm sei auch der Umstand, datz das neue Luftschiff einen viel kürzeren Bremsweg habe, was sich hauptsächlich bei den Landungen sehr vorteilhaft auswirke.
Zusammenfassend betonte Kapitän Lehman» nochmals, datz die an sich kurze Probefahrt zur vollen Zufriedenheit durchgeführt worden sei, und datz von seiten der Werftleitung keine weiteren Probefahrten mehr für nötig erachtet werden
IVagsnborg-Krcblv — ll. Kapitän I. o b in a ii ii, der Kommandant des neuen Transatlautile-I-uktsedikkes 1-2 129
l würde«. Falls es die Wetterlage erlaubt, wird I bereits am Donnerstagmorgen eine etwa achtstündige Fahrt mit Behördenvertretern durchgeführt. Nach Abnahme des Schiffes durch die Zeppelin-Reederei soll dann die Deutschlandfahrt und gegen Ende des Monats der große Taufakt stattfinden.
Stockholm, 5. März.
„Svenska Dagbladet" veröffentlicht eine kurze Unterredung mit dem Kommandeur des neuen Luftschiffes LZ 129, Kapitän Leh mann. Daraus geht u. a. hervor, daß sich während der einmonatigen Prüfungszeit, in der der neue Luft- riese seine Probefahrten unternehmen werde, auch die Gelegenheit ergeben könnte, Skandinavien zu überfliegen. 2n diesem Falle würde LZ 129, so meint Kapitän Lehmann, sicherlich auch Stock- holm besuchen. Alles hänge indessen von dem Wetter ab.
Vorerst gelte es, die Schnelligkeit des Luftschiffes genauesten« zu erproben. Sicher jedoch sei, datz der neue Zeppelin dank verschiedener Verbesserungen alle bisherigen Luftschiffe an Schnelligkeit übertreffen dürfte.
ZurM zur Leibeigenschaft im Sowjetparavies
Unentgeltliche Straßenbauarbeiten der russischen Landbevölkerung unter l-PU-flussicht
Moskau, 5. März.
Wie amtlich gemeldet wird, haben der Rat der Volkskommissare und der Hauptvollzugsausschutz der Sowjetunion „zum Zwecke einer besseren Organisierung der Arbeitsverteilung der Landbevölkerung am Bau und der Ausbesserung von Chausseen und Landstraßen in einer am 3. März erlassenen Verordnung dem 2nnenkommissariat (GPU.) die Verantwortung für die Durchführung dieser Arbeiten übertragen. Bei der Ausarbeitung der Pläne haben sich die Organe des Jnnen- kommissariats nach folgenden Gesichtspunkten zu richten:
1. Die Landbevölkerung wird zweimal im Jahre, im Frühjahr und im Herbst, zu den Arbeiten herangezogen. 2. Jeder ist verpflichtet, die für ihn vorgesehene Frist auf einmal abzuarbeiten.
Diese Pflicht der Kollektivbauern und der Einzelbauern zu Stratzenarbeitcn äußert sich: 1. In unmittelbarer unentgeltlicher Arbeit und persönlicher Arbeit an sechs Tagen im Jahre, und 2. in
unentgeltlicher Ueberlassung der ihnen gehörenden Zugtiere, Transportmittel und anderen Inventars für die gleiche Zeit.
Sowjetbürger, denen persönliche Landwirtschaftssteuern sowie Einkommensteuern auferlegt worden sind, werden mit ihren gesamten Arbeitstieren, Transportmitteln, Inventar und Werkzeugen für die doppelte Arbeitszeit von 12 Tagen herangezogen.
Ferner bestimmt das Ersetz, datz die Stratzen- arbeiten nicht nur von Männern, sondern auch von Frauen verrichtet werden müssen, und zwar unterliegen Männer im Alter von 18 bis 15 Jahren und Frauen von 18 bis 19 Jahren dieser Arbeitspflicht.
Für die Kollektivwirtschaften wird im einzelnen bestimmt, datz sie ebenfalls für die gleiche Arbeitszeit von sechs Tagen im Jahre den Straßenbau- organen des 2nnenkommissariats ihre Zugtiere, Fahrzeuge, Lastkraftwagen usw. mit den dazu gehörenden Kollektivbauern zur Verfügung zu
stellen haben. Der letzte Punkt dieser Verordnung enthält Strafbe st im münzen. Diejenigen Kollektivbauern, Einzelbauern und Kollektivwirtschaften, die sich der Arbeitspflicht entziehen, werden durch die entsprechenden Organe des Jnnen- komniissariats mit Geldstrafen in doppelter Höhe des Wertes der nicht geleisteten Arbeit bestraft. Diese Verordnung ist im Moskauer Kreml von Kalinin, Molotow und Anschlicht unterzeichnet worden.
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Die höchsten bolschewistischen Regierungsstellen haben sich mit dieser Verfügung für eine regelrechte Zwangsarbeit der Bauern entschieden, deren Merkmale lückenlos vorhanden sind: Unentgelt- lichkeit der Dienste, kein Unterschied zwischen Männern und Frauen, Strafandrohung. Zar Alexander II. hatte die Leibeigenschaft der Bauern 1861 aufgehoben, der Bolschewismus führt sie 75 2ahre später wieder ein. Sowjet-Paradies!
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neue deularlie liie^enliiktreliill' 1.2 >28 Iiat ^extern «eine erste I'i'oliekalirt xlnelilieli beendet. Unser Ijild reizt einen Ijtieli
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Untertanen — Staatsbürger Volksgenossen
vom flbsoluvsmus;um Nationalsoriallsmus
Von
Pg. Kurt Thiele,
Gauinspekteur für Bremen
Der Dreißigjährige Krieg hatte das deutsch« Volk durch Massenvernichtung in seiner Entwicklung weit zurückgeworfen. Bestes Erbgut war in Millionen Menschen für immer ausgetilgt. Geistig-kulturell und wirtschaftlich ausgeblutet hatte der zweite Stand, das Bürgertum, Macht und Bedeutung vorerst völlig eingebüßt. Dem Adel war es nicht viel besser ergangen, doch erholte er sich infolge größerer rassischer Reinheit und infolge von weitreichenden Vorrechten leichter und schneller. An dem staatlichen Ver- chältnisse hatte der Westfälische Friede, der jenen Krieg 1618 abschloß, nichts Grundsätzliches geändert. Die „teutschen Reichsstände" waren unverändert erhalten geblieben und ebenso der Reichstag, der damals in Regensburg tagte und sich aus den drei Kollegien der acht bis neun Kurfürsten, den mehr als 100 geistlichen und weltlichen Fürsten nebst mehr als 199 Reichsgrafen, und der 51 Reichsstädte zusammensetzte. Alles andere, also die Bürger der zahlreichen n-i' freien, nicht reichsunmittelbaren Städte : - Flecken und der gesamte dritte Stand, das Ba. tum, waren nichts als Untertanen, die — w.> auch nicht immer nach dem Buchstaben 1 > Gesetzes, so doch in der Praxis — der Willkür ihrer fürstlichen Herren mehr oder weniger schutzlos ausgeliefert waren. Noch 150 Jahre nach Beendigung des Dreißigjährigen Krieges, also am Ausgange des 18. Jahrhunderts, war das Deutsche Volk unter diesem System der Auflösung in eine Unzahl von „selbständigen" Staaten aller Größen oder besser gesagt Kleinheiten bis zur Winzigkeit von kaum mehr als einer Euts- verwaltung zerrissen. (Die heutige bayrische Pfalz z. B., ein Gebiet von nur 105 Quadratmeilen, zerfiel in 14 verschiedene „Staaten"!) Die Politik, die getrieben wurde, war eine reine Hauspolitik dieser Potentaten und Potentätchen, die, wenn es nicht anders ging, auch untereinander Krieg führten oder auch ihre Untertanen kurzerhand an andere Fürsten als Söldner verkauften. Vom „Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation" und seiner einstigen Macht und inneren Blüte war kaum mehr als der Name übriggeblieben. Territorial gänzlich verlorengegangen waren im Verlaufe dieser Entwicklung über die Dezentralisation des staatlichen Machtgefllges bis zur völligen Auflösung: im Norbwesten
die Niederlande, im Westen Lothringen, also das Gebiet der Scheide, Maas und Mosel, im Südwesten das Elsaß, im Süden die Schweiz und Tirol, im Südosten die österreichischen Lande und im Osten Böhmen. Der Rest war zu völliger und politischer Ohnmacht verdammt. Allmählich und im 18. Jahrhundert sichtbar und mit zunehmendem Tempo bildete sich im Nordosten dieses Rumpfreiches unter den hohenzollern- schen dürsten neue Kraft und Macht, die jedoch zunächst in erster Linie den Neid und die Furcht jener anderen vieldutzendfachen „Herrscher" und insbesondere den Haß und die Freundschaft der Habsburger in Wien hervorrief (Sieben- lahriger Krieg 1756—1763).
Deutsche Volk, als der französts Diktator Napoleon seine Heere über den Rh, führte. Das waren allerdings keine Söldnerhee sondern erstmalig Volksheere. Die französis Revolution war vorausgegangen. Unter i blutigen Vernichtung des Adels hatte sich Frankreich die Umwandlung der Untertanen i zweiten und dritten Standes zu Staatsbürgc vollzogen. Und obwohl sie jetzt einem Dikta: Mbelten, glaubten sie doch, ihre „Freih, Gleichheit und Brüderlichkeit" den andei Völkern bringen zu müssen. Das gab ihnen ein Schwung, der alles überrannte. Napoleon mad mit der Vielkleinstaaterei in Deutschland kur; Prozeg, in dem er alles Land links des Rhei ^s Wesel, ferner die Niederlande u die Nordseekllste mit Hinterland von Wesel l Hamburg dem französischen Kaiserreich einv leibte südlich von der Linie Wesel—Hambu das Königreich Westfalen unter seinem Vru! Z.erome errichtete und dieses sowie alles and, ludlich davon bis zu den Alpen im sog Rhe bund unter Ausschluß Preußens und Oesterrei zusammenfaßte. Auch die preußischen Heere war vernichtend geschlagen, die Festungen und i Hauptstadt Berlin besetzt, die ' Heeresstä zwangsweise auf 42 000 Mann herabgesetzt w, den (ganz wie in dem letzten Friedensdiktc und ?"es Land westlich der Elbe genommen. T Konig hatte Napoleon zwar belassen, aber Kör und Land waren in völliger militärischer T banaigkeii von ihm Besatzungskosten und sonsti Kontributionen saugten das Land bis zum We bluten aus Die Lage Preußens nach 1808 w Überhaupt sehr ähnlich unserer Lage nach 19 Wie weit die Ausplünderung des Landes u damit die Verarmung der gesamten Vevölkeru damals getrieben wurde, läßt sich u a dar erkennen, datz auch in den besten Bürgerhäuse man sich keine andere Beleuchtung als Kerz leisten konnte. Und doch kam es zu keinem Dann Vertrag und zu keinem Young-Plan. Denn «id