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parteiamtliche Tageszeitung
Nachrichtenblatt der Deutschen flrbeitsfront Vremen
lalisten Vremens
flmtsblatt des Senats der Freien Hansestadt Vremen
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Nr. 64 / 6. Jahrgang
Mittwoch, 4. Mär;
kinIelpreis 15 Npf.
Mussolini jerschlcigt den pariser Vonau-Plan
kinberufung einer italienisch-österreichisch-ungarischen Konferenz nach Kam / Segen kinschaltung Sowjet-Nußlands
Unser ^agesspisgsl
Der französische Frontkämpferführer Pichst setzt sich für persönliche Verständigung mit Adolf Hitler ein.
Der Reichsminister des Innern hat 28 jüdstch- kommunistische Hetzer ausgebürgert.
Die englische Regierung veröffentlicht ihre weitreichenden Aufrüstungspläne.
Die italienischen Truppe» haben auch das Heer Ras Jmrus' geschlagen.
Mussolini hat eine italienisch-österreichischungarische Donau-Konferenz nach Rom einberufen.
Der Genfer Dreizehner-Ausschuh hat einen letzten Friedensappell an Italien und Abesfinien gerichtet.
Der Rundfunk wir- ab 18. März wieder die Sendung von Musik-Schallplatten vornehme».
Mit dem Sitz in Bremen wurde das Stromgebiet Weser-Ems errichtet.
2m Rahmen der Volksbildungsstätte Bremen wird demnächst Standartenführer Stelzer über das Thema „Ueberstaatliche Mächte" sprechen.
Drei neue deutsche Rekorde gab es bei einem international besetzten Schwimmfeft in Krefeld.
Rom, 1. März.
Mussolini hat gestern vor dem italienischen Ministerrat erklärt, daß am 18., 1». und 20. März in Rom eine italienisch-österreichisch-ungarische Zusammenkunft unter Beteiligung des österreichischen Bundeskanzlers Dr. Schuschnigg, des österreichischen Außenministers Verger-Waldenegg, des ungarischen Ministerpräsidenten Gömbös und des ungarischen Außenministers Kanya stattfinden wird. Wie Mussolini weiter sagte, wird das Zusammentreffen sich auf der Linie der seinerzeit von den Vertretern der drei Staaten zum Zwecke ihrer wirtschaftspolitischen Zusammenarbeit unterzeichneten römischen Protokolle bewegen.
Mussolini erklärte besonders: „Der in letzter eit wieder auflebende Versuch, die sogenannte onau-Frage ohne und daher gegen Italien zu lösen, wie er in Paris, aber nicht von der französischen Regierung und auch nicht von ihr gebilligt begonnen wurde, ist bereits gescheitert,'— wie es nicht anders sein konnte. Es ist fast überflüssig, zu wiederholen, daß eine kollektive Rege
lung des Donaubeckens nicht unsere Anwesenheit beiseite lassen, noch die Interessen Italiens und der mit uns verbündeten Staaten übergehen kann."
Das italienische Blatt „Lavoro Fascista" schreibt: 2n Paris habe man die Donaufrage „ohne Italien" und daher gegen Italien lösen wollen. Sowjetrußland hätte bei der Zusammenarbeit im Donauraum an die Stelle Italiens treten sollen. Das sei jedoch eine . Beleidigung der Geschichte und der Geographie. Die bevorstehende Dreier-Zusammenkunft in Rom werde dazu dienen, die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Budapest, Wien und Rom zu festigen und zu zeigen, daß nur auf dieser Linie die Zukunft der Völker und Staaten des Donaugebietes gewährleistet werden könne.
Budapest, 4. März.
Der Vorschlag zum Zusammentritt der Konferenz geht von der italienischen Regierung aus. Der Zusammentritt erfolgt auf der Grundlage des in dem dritten römischen Protokoll unterzeichneten Abkommens, nach dem sich die drei Mächte zu einer gemeinsamen Erörterung aller die Vertragschließenden interessierenden Fragen verpflichten.
Zweck der Konferenz ist, wie ausdrücklich erklärt wird, den Gerüchten entgegenzutreten, die im Zusammenhang mit den Plänen des tschechischen Ministerpräsidenten aufgetaucht seien und nach denen die österreichische Regierung beabsichtige, in engere Beziehungen zu den Mächten der Kleinen Entente zu treten.
Die bevorstehende Drei - Mächte - Konferenz werde daher von neuem bestätigen, daß die römischen Protokolle von 1934 die einzige haltbare Grundlage der mitteleuropäischen Politik der drei Mächte bilde. Ferner wird erklärt, daß eine Erweiterung der römischen Protokolle durch den Beitritt anderer Mächte, wie dies ursprünglich vorgesehen war, „gegenwärtig als nicht aktuell angesehen" werde. Eine Erörterung der Habsburger Frage sei nicht geplant.
Man weist in diesem Zusammenhang weiter darauf hin, daß der auf den 13. März festgesetzte Budapester Besuch des österreichischen Bundeskanzlers Schuschnigg und des Außenministers Berger-Waldenegg die Feststellung der übereinstimmenden Auffassung der österreichischen und der ungarischen Regierung gegenüber den tschechisch - französischen Donauplänen zum Gegenstand haben werde.
Englands umfallende IWungspliine
Staatsakr am keldengedenktog
Ne Negierung veröffenllichl ihr Weißbuch / »Sas Abkommen mit Veutschlanb ein stabilisierender saktor"
Berlin, 4: März.
Am Heldengedenktag 1936, dem kommenden Sonntag, findet «m 12 Uhr mittags in der Berliner Staatsoper ein feierlicher Staatsakt statt, für den folgendes Programm vorgesehen ist:
1. Trauermarsch aus der Dritten Symphonie (Eroika) von Beethoven,'
2. Gedenkrede des Reichskriegsministers:
3. Lied „Ich hatt' einen Kameraden";
4. Deutschland-Lied, Horst-Wessel-Lied.
Es dirigiert der Präsident der Reichsmusikkammer, Generalmusikdirektor Prof. Peter Raabe. Der Staatsakt.wird über alle deutschen Sender ustd auf die Straße Unter den Linden übertragen.
Im Anschluß an den Staatsakt findet die Kranzniederlegung im Ehrenmal und der Vorbeimarsch von vier Ehrenkompanien am Ehrenmal statt, von denen zwei das Heer, eine die Marine und eine die Luftwaffe stellen.
Dem Vorbeimarsch werden 64 in Berlin'anwesende Kriegsblinde aus ganz Deutschland und aus Danzig sowie eine Anzahl von Schwer- kriegsv er letzten aus Berlin beiwohnen. Unter den Kriegsblinden befinden sich auch die Führer der Kriegsblinden Englands, der französischen Kriegsblinden und der italienischen Kriegsblinden und Schwerverletzten sowie der polnischen Kriegsblinden, die sämtlich selbst Kriegsblinde sind.
Kuratorium für das Neichsekrenmal
Berlin, 4. März
Nachdem das Tannenbera-Nationaldenkmal als Reichsehrenmal in die Obhut und.Verwaltung des Reiches übergegangen ist, hat der Reichsund preußische Minister des Innern Dr. Fr.ick ein Kuratorium für das Reichsehrenmal gebildet. Zum Vorsitzenden dieses Kuratoriums wurde der Staatssekretär im Reichs- und preußischen Ministerium des Innern Pfundtner berufen, zu Mitgliedern der Oberpräsident der Provinz Ostpreußen, Gauleiter Koch und der Kommandierende General des ersten Armeekorps, Generalleutnant von Brauchitsch.
Kranzniederlegung am Marine-khrenmal
Kiel, 4. März.
Am Dienstagmittag legte der Kommandant des schwedischen Kreuzers „Gotland", Kapitän z. S. Rudberg, am Marineehrenmal in Laboe einen Kranz mit den schwedischen Nationalfarben nieder. Bei dem feierlichen Akt senkten sich die Fahnen der schwedischen und der deutschen Kriegsmarine, und die deutschen und die schwedischen Matrosenabteilungen präsentierten das Gewehr. Nach der Kranzniederlegung dankte der stellvertretende Festungskomma'nda'nt von Kiel Kapitän z. S. Faber dem Kommandanten, den Offizieren und der Besatzung des schwedischen Kreuzers im Namen der. deutschen Kriegsmarine für diese schöne Ehrung. Danach besichtigten die schwedischen Gäste das Ehrenmal. Der Kreuzer „Gotland" liegt seit Ende Februar im Kriegshafen Kiel.
Kanns-Schemm-Kedachtnisstunde
München, 4. März.
Der Reichssender München überträgt am Donnerstag, 5. März, in der Zeit von 20.10 llhr bis 21.10 Uhr die Hanns-Schemm-Eedächtnisstunde mti einer Ansprache des Gauleiters Wächtler. Die Sendung wird am Freitag, 6. März, von 11 bis 11.80 Ubr für alle deutschen Sender (außer Reich Tender Berlin) wiederholt. In allen Schulen findet zu dieser Stunde ein Gemeinschaftsempfang statt.
London, 4: März.
Das Weißbuch der Regierung über die Ausrüstung, das nunmehr veröffentlicht ist, enthält folgende Vorschläge:
Es ist beabsichtigt, im Jahre 1937 einen Anfang mit der Wiederaufrüstung der Flotte durch die Kiellegung von zwei Erotzkampsschiffen zu machen. Die Modernisierung der vorhandenen Schlachtschiffe wird fortgesetzt. Bezüglich der Kreuzer besteht die Absicht, ihre Gesamtzahl aus 70 zu erhöhen. Fünf Kreuzer werden bereits im Bauprogramm von 1936 enthalten sein. Weiter wird ein ständiges Neubauprogramm für Zerstörer und ll-Voote beabsichtigt, während die gegenwärtige Neübauzahl von Schleppern und kleineren Spe- zialschiffen beibehalten werden wirv. Ein neues Flugzeugmutterschiff wird möglichst bald auf Kiel gelegt werden. Die Luftflotte der Marine wird beträchtlich vergrößert werden. Das Personal der Flotte wird allmählich um 6009 Mann innerhalb eines Jahres vergrößert werden.
Bezüglich der Armee schlägt die Regierung vor, daß vier neue Infanterie-Bataillone geschaffen werden, die bis zu einem gewissen Grade die Schwierigkeiten überwinden sollen, die sich aus der Notwendigkeit der Reichsverteidigung ergeben.
Die vorhandenen Armeeformation'en sollen in möglichst effektiver Form organisiert und mit der m öd ernst en Bewaffnung versehen werden. Die Territorial-Armee (Heimatarmee) wird so aufgestellt werden, daß sie in der Lage ist, die reguläre Armee über See zu unterstützen, falls das notwendig ist. Die Regierung beabsichtigt, alles zu tun, um die Rekrutierung der Territorial-Armee (die bekanntlich freiwillig ist) zu ermutigen und ihre Wirksamkeit zu erhöhen. Ein Anfang wird sofort mit der Verbesserung ihrer Ausrüstung und Ausbildung gemacht werden.
Die Modernisierung der Küstenverteidigung und der befestigten Häfen der Heimat und in llebcrsee wird beschleunigt werden. Die Neuordnung der Luftabwehrvcrteidigung im Siidostcn Englands wird räumlich ausgedehnt werden, um so wichtige industrielle Bezirke in der Mitte und im Norden des Landes miteinzubeziehcn.
Für die Luftflotte werden vier neue Hilss- geschwader geschaffen, die für die Zusammenarbeit mit der Territorialarmee gebildet werden. Das neue Programm wird die Frontstärke (die Stärke der ersten Linie in der Lust) aus 1780 Flugzeuge (unter Ausschluß der Luftflotte der Marine) bringen.
Bezüglich der Vorkehrungen gegen Luftangriffe wird festgestellt, da'g das Innenministeriums eine Reihe von Plänen vor-' bereitet hat, die sich' nunmehr dem Stadium nähern, zu dem sie in Kraft gesetzt werden können. Die sofortige Durchführung ' dieser Maßnahmen würde außerordentlich hohe Kosten verursachen. Dies mache es notwendig, daß sie sehr sorgfältig organisiert würden und daß sowohl die Führer der Industrie wie die Gewerkschaften mitarbeiteten. um die Aufgaben erfolgreich zu lösen. Die Regierung hoffe jedoch, daß sie durchzuführen sein werden.
Um die Bedürfnisse zur Herstellung von Munition usw. zu decken, müßte die Zahl der vorhandenen Fabriken im Regierungsbesitz verdoppelt werden.
Man werde Aufträge für die Luftmacht auch an Firmen vergeben, die für gewöhnlich keine Flugzeuge herstellten Dieser Ausdehnungsprozetz solle erweitert werden, um dem Programm der Marine und der Armee gerecht werden zu können. Die Regierung habe beschlossen, dafür Sorge zu tragen, daß eine Reserve zur Verfügung stehe für den Notfall. Die Regierung sei entschlossen, keinerlei außergewöhnliche Gewinne der Industrie zu dulden. (Fortsetzung auf Seite 2.)
Oberlinvober oollenvet sein 4l>. Lebensjahr
Ver getreuer der nationallozialiMHen kriegsopferversorgung und seine erfolgreiche Arbeit
Der Schöpfer und langjährige Führer der NS.- - Kriegsopferversorgung Hanns Oberlindober wird - morgen 40 Jahre alt.'Hanns-Oberlindober wurde in München als Sohn eines Pionier-Offiziers geboren. Um der Waffe des Vaters treu zu bleiben, trat er am 2. August 1914 als Fahnenjunker in das 2. Bayer. Pionier-Bataillon Speyer a. Rh. ein und kam im September 1914 ins Feld. Bei den Pionieren leistete er auch von 1914 bis 1918 Frontdienste im Felde, zuletzt als Kompanie- führer. Im Anschluß an eine schwere Verwundung im August 1918 wurde^er Ende Oktober 1918 aus dem Heeresdienst einlassen.
Das Bewußtsein der Frontsoldatenleistung führte Oberlindober bereits im Jahre 1922 an die Seite Adolf Hitlers. Damals trat er der NSDAP. in Straubing als Mitglied bei, wurde Ortsgruppenleiter und am 9. November 1923 als SA.-Führer mehrere Tage lang in Schutzhast genommen. In den Jahren 1924/29 war er in Straubing Stadtrat und Fraktionsvorsitzender der NSDAP. 1927 wurde er Reichsredner der Partei, 1928 Führer der Standarte 6 „Donau". 1930 kam Oberlindober als Abgeordneter in den Deutschen Reichstag und wurde zugleich als Sach- berater für Kriegsopferfragen in die Reichsleitung der Partei berufen. 1933 kam er in die Oberste SA.-Fllhrung, um auch dort die Versorgungsfragen zu bearbeiten. Oberlindober ist Mitglied der Akademie für deutsches Recht und Vorsitzender ihres Ausschusses für Versorgungsrecht.
Im Jahre 1930 hatte Adolf Hitler als Führer der NSDAP. Hanns Oberlindober zu seinem Beauftragten für Kriegsopferfragen bestellt. Neben der politischen Aufgabe siel ihm damit die Aufgabe zu. sich mit der Frage der Versorgung der Kriegsopfer und mit den Fragen einer nationalsozialistischen Kricasopferversorgung im besonderen zu befassen. Ä»s kleinen Anfängen heraus entstand das Hauptamt für Krieqsopferversorgung und die Nationalsozialistisch« Kriegsopferversor- gung. Auf dem Reichsparteitaq 1933 umriß Oberlindober in einer grundsätzlichen Rede programmatisch die Nationalsozialistische Kriegsopfervsr-
sorgung, uird seitdem galt es, auch in emsiger Kleinarbeit weiter zu schaffen und aufzubauen, wobei eine Reform der bestehenden Reichsversorgung im nationalsozialistischen Geiste unter bewußter Herausstellung des Frontsoldaten im Vordergrund stand. Daß in der kurzen Zeit nationalsozialistischer Kriegsopferarbeit sehr viel erreicht wurde, ist nicht zuletzt das Verdienst des Reichskriegsopserführers Hanns Oberlindober selbst.
Die Zeitschrift „Deutsche Kriegsopferversorgung" bringt in ihrer Märznummer aus Anlaß der Voll- >
endung des 40. Lebensjahres Oberlindobers einen aufschlußreichen Artikel über den „Kampf um Ehre und Recht" der Frontsoldaten und Kriegsopfer- aus der Feder Dr. Alfred Dicks. Diesem Aufsatz entnehmen wir die folgende Würdigung Oberlindobers und seines Werkes, der wir uns restlos anschließen: Der Führer nimmt bekanntlich jede Gelegenheit wahr, die alten Frontkameraden zu begrüßen und wendet gerade auch ihren Anliegen größte Anteilnahme zu. Es ist bekannt, daß er erst kürzlich den Pg. Oberlindober in der Reichskanzlei empfing und sich eingehend über die Fragen der Frontsoldaten' und Kriegerhinterbliebenen und ihre Versorgung unterrichtete. Allein diese beiden Tatsachen beweisen schon die Anerkennung der Arbeit Hanns Oberlindobers und die ungeheure Wandlung, die sich auf dem Gebiet der Soldatenversorgung vollzog. Der Unterschied zwischen einst und jetzt ist zu gewaltig' einst gleichsam verfemt von der Volksgemeinschaft, sind die Frontsoldaten und die Kriegerhinterbliebenen heute die ersten Bürger des Staates.
Die Arbeitsleistung Hanns Oberlindobers — und zwar sowohl in seiner Eigenschaft als Hauptamtsleiter für Kriegsopferfragen der NSDAP. als auch als Reichskriegsopferfllhrer — kann nur der würdigen, der das ganze Aufgabengebiet und leine Schwierigkeiten kennt. Daß jedenfalls in der kurzen Zeit nationalsozialistischer Kriegsopfer- arbeit sehr viel erreicht wurde, wird jeder Einsichtige erkennen und zugeben.
Wenn die bisherige Entwicklung, d. h. die Entwicklung der letzten drei Jahre schon vieles gutmachte — jedenfalls aber und das muß besonders erwähnt werden, auf keinem Gebiet eine Verschlechterung brachte — so haben wir alle Ursache, Hanns Oberlindober für seine Arbeit zu danken Wir sprechen dabei den Wunsch und die Bitte aus. daß er auch in Zukunft die Ehre und das Recht der Frontsoldaten und Kriegerhinterbliebenen in der bisherigen ruhigen, festen Weise wie im Innern, d. h. 'wie beim eigenen Volk, so auch bei den Kameraden aus dem anderen Graben und deren Völkern vertritt."
Sie Schüsse vom 4. März
kin Sedenktag sudetendeutscher Hol
pr. Es war ein düsterer Märztag, der 4. März 1919. Auf den Kämmen der sudetendeutschen Grenzgebirge lag noch der Schnee, und die Wege in die Bezirksstädte vom Gebirge und vom flachen Lande her waren recht beschwerlich. Aber trotz aller Widerwärtigkeiten des Wetters versammelten sich an diesem 4. März die Sudetendeutschen auf den Marktplätzen ihrer Städte, um durch eindrucksvolle Kundgebungen die in den französischen Königsschlössern zur Friedenskonferenz versammelten Diplomaten zu warnen, das den Sudetendeutschen zugedachte Unrecht zu begehen, sie entgegen ihrem Willen einem zu gründenden tschechoslowakischen Staat einzuverleiben und an die feierlichen Versprechungen zu erinnern, die der amerikanische Präsident in seinen vierzehn Punkten gerade den Völkern des alten Habsburger Reiches gegeben hatte.
Wehr- und waffenlos, ernst und schweigsam versammelten sich Männer und Frauen, Jugend und Alter, vom Böhmerwald bis zum Wall der Karpathen in den Bezirksstädten, um der Welt in friedlicher Weise ihren Willen kundzutun. Am gleichen Tag trat in Wien died eutsch-ö st erreich ische Nationalversammlung zusammen, in die das Sudetendeutschtum nicht mehr wählen durfte. An diesem Tag verließen die Arbeiter die Fabriken, die Kaufleute schlössen ihre Läden, die Bauern verriegelten die Tore ihrer Höfe. Die heimgekehrten Frontsoldaten und die Männer, die Heim, Hof und Familie verlassen hatten, Langten um die Freiheit der Heimat und das Opfer der Toten des Krieges und suchten sie auf friedlichem Wege zu retten. Und es war ihre bange Frage: „Haben wir deshalb vier lange Jahre mit unseren Leibern die Heimat geschützt, in der unsere Frauen und Kinder, Eltern und Geschwister hungerten und darbten, um uns dem Befehl eines Gegners zu beugen, der im Lande erstanden ist, das wir verteidigten?" Waren die Worte vom Selbftbestim- mungsrecht der Nationen, von Friede und Freiheit nur gleißende Bälle, die man den Völkern zuwarf, um sie mit ihrem Glänze zu blenden und zu verderben?
Dreieinhalb Millionen leidgeprüfter deutscher Menschen, die Not und Entbehrung vier Jahre lang in stiller Pflichterfüllung schweigend ertragen haben, empfanden das Schicksalhafte dieses Tages. Noch einmal versuchten sie, die Aufmerksamkeit der in Paris versammelten Weltgewal- tigen auf sich zu lenken, um Gerechtigkeit zu erlangen. Deshalb waren sie wehr- und waffenlos auf die Straßen und Plätze ihrer -Heimatstädte gegangen, wo sie von Eewehrsalven und-Maschinengewehrfeuer der-fanatifferten tschechischen Formationen empfangen wurden. Ueber hundert Männer und Frauen mußten ihr Leben lassen und für ihr Volk sterben. Und das Blut der Jugend und des Alters vermählte sich mit dem Heimatboden, den sie schützen wollten.
Ein Schrei des Entsetzens durcheilte die deutschen Gaue, und sein Echo drang bis in die Verhandlungssäle des Versailler Schlosses. Man horchte für Augenblicke auf, und als man sich überzeugt hatte, daß nur deutsches Blut geflossen war, ging man ohne Bedauern zur Tagesordnung über und sanktionierte blutgezeichnetes Unrecht.
An diesem 4. März erkannte das Sudetendeutschtum sein Schicksal und errichtete den Märtyrern für die deutsche Freiheit über ihren Gräbern Mahnmale für die folgenden Geschlechter. Diese Grabhügel der Märzgefallenen, die die ersten Leidensstationen auf dem Kreuzweg des Sudetendeutschtums bilden, sprechen eine beredte Sprache und klagen ein System der Gewalt an, über das die Sudetendeutschen selbst heute nicht sprechen dürfen.
Seither sind siebzehn Jahre ins Land gegangen, aus dem einst blühenden sudetendeutschen Industriegebiet ist ein Jndustriefriedhof geworden. Ueber 500 000 deutsche Arbeitsmenschen stehen ohne Brot und Arbeit vor den Loren der stillgelegten Fabriken, Hunger und Elend sind in das einst blühende Land eingezogen. Die soziale Not dieser deutschen Menschen ist die Folge des nationalen Vernichtungskampfes, den die