Ausgabe 
(13.2.1936) Nr. 44
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parteiamtliche ^geszeitung

Nachrichtenblatt der Veutschen Arbeitsfront Vremen

der liationalsozialisten Vremens

flmtsblatt des Senats der Zreien kjansestadt Vremen

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Nr. 44 / 6. Zalirgang

Donnerstag, 1Z. sebruar

kinzelpreis <5 Npf.

W einen Unsterblichen gewonnen

flüolf tjitler nimmt Abschied von wi«,elm öustioff / Sie erhebende velfetsungsfeierlichkeit in Schwerin

(Loväsrbsriabt nn-srss vacli 8obvsrin sntssnätsn Lalr.-dlitarbsitsrs)

Schwerin, 13. Februar.

Nachdem die sterbliche Hülle unseres ermorde­ten Kameraden Pg. Wilhelm Eustloff in seine Heimatstadt feierlich übergeführt war, nahm gestern die Bevölkerung Schwerins, und mit ihr ganz Deutschland, Abschied von dem gefallenen Helden.

Ein grauer feuchtkalter Wintertag liegt über der Stadt. Und das ist fast symbolhaft. Die

Unssr lagesspisgsi

In Anwesenheit des Führers wurde in Schwerin Landesgruppenleiter Wilhelm Eustloff beigesetzt.

Die Mörder des jugoslawischen Königs wur­den zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe ver­urteilt.

Reichsminister Dr. Frank sprach in Warschau über „Rechtspolitik und Justiz im neuen Deutschland".

Das Eishockeytresfen Deutschland — Grotz- britannien wurde nach dreimaliger Verlän­gerung mit 1:1 beendet.

Die kanadische Eishockeymannschaft schlug Ungarn 13:9.

Bei den Viererbobrennen trug die Schweiz einen Doppelsieg davon.

Weltmeister Birger Rund gewährte dem Vertreter der „Bremer Zeitung" eine Unter­redung.

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großen roten Hakenkreuzfahnen hängen auf Halb­mast. Der ganze Bahnhof, Innen- und Nutzen- eingänge, sind mit Trauerflor umkleidet. Ein düsteres Bild. Schon in der Frühe des Tages strömen die Menschenmassen hinaus an die breite Straße, die hinauf führt zur Festhalle, in der der Sarg mit dem Toten steht. Zehntausende, die den Heimgang des Landesleiters miterleben, sind sich bewußt, daß die Gedanken des ganzen deut­schen Volkes und aller Ausländsdeutschen in die­sen Stunden in der Heimatstadt des Ermordeten weilen.

Seit den frühen Morgenstunden bringen 16 Sonderzüge die Trauergäste und Formationen aus allen Teilen Deutschlands nach Schwerin. Die Bevölkerung grüßt am Bahnhof und in den Straßen, die hinauf zur Halle führen, die um­florten Fahnen.

Die große Schweriner Festhalle ist zur Trauer­halle geworden: Gedämpftes Licht, das durch die mit roten riesigen Hakenkreuzbannern verhängten Fenster bricht. Die Galerien rings um den Räum sind gleich so mit breiten Hakenkreuzbändern be­spannt. Dm Hintergruno auf einer Empore ruht der mit einer großen Fahne bedeckte Sarg. Da­neben halten Marine-SA.-Männer und Politische Leiter Totenwacht. Links und rechts der Empore stehen schwarzverkleidete Pylone. aus deren Brandschalen flackernde Feuer schlagen. Ge­spenstisch fällt der Flammenschatten gegen die blutroten Hakenkreuzbanner im Hintergrund. Lorbeerbäume und Tannengrün schmücken den Raum. Der breite Aufgang zum Sarg ist von weißem Flieder eingefaßt.

Auf der schwarzumkleideten Freitreppe ruhen die Kränze vom Stellvertreter des Führers, Rudols Heß, des Preußischen Ministerpräsi­denten, General Eöring, des Gauleiters Bohle, des Gauleiters Hildebrandt, des Gauleiters Carl Röver, des Reg. Bür­germeisters der Stadt Bremen, Pg. Heider und vieler anderer mehr. Ununterbrochen werden neue Kränze in die Halle getragen.

Schon eine Stunde vor Beginn der Feier sind fast alle Plätze von den mehr als dreitausend Trauergästen eingenommen. Unter ihnen sieht man zahlreiche ausländische Parteigenossen und Landesgruppenleiter. So fanden sich ein die Landesgruppenleiter von Großbritannien und Irland, Spanien, Frankreich. Luxemburg, Polen, Bulgarien, Jugoslawien und der Union von Süd­afrika. Dazu kommen noch SO Kameraden von der Schweizer Landesgruppe, die ihrem Landesleiter von Davos aus auf seiner letzten F^rt durch Deutschland das Geleit gaben.

Ver sülirer kommt

Wenige Minuten vor 12 Uhr trifft der Füh­re r im Sonderzug in Schwerin ein. Er begibt sich sofort durch das Spalier der Formationen auf dem Wege, den später der Trauerzug nimmt, zur Halle, wo ex die Front der aufgestellten Forma­tionen des Trauerzuges abschreitet. Die Kom­panie der Wehrmacht und die Männer der Leib­standarte Adolf Hitler präsentieren das Gewehr.

Dumpfer rhythmischer Trommelwirbel setzt ein. Die Fahnen der Bewegung werden in die Halle getragen Stumm recken sich tausend Hände zum Gruß. Oben auf der Bühne im Hintergrund um den Sarg berum nehmen die Fahnenabordnungen Aufstellung Scheinwerfer blenden auf. Alle An­wesenden erheben sich.

Der Führer bat die Halle betreten. In seiner Begleitung befindet sich der Stellvertreter des Führers. Rudolf Heß, Gauleiter Hilde-

brandt, die Reichsleiter Reichsführer SS. Himmler,, der Chef des Stabes, Viktor Lutze, Dr. Goebbels und Reichsleiter Bor mann, Botschafter von Ribbentrop und andere. Anwesend sind die meisten Reichs­und Gauleiter, Reichsminister, Reichsstatthalter und Staatssekretäre. Unter den Gästen befinden sich auch der Reg. Bürgermeister der Stadt Bre-: men, Pg.. Heider und Senator Pg. La u e.

Die Trauergemeinde, darunter der deutsche Ge­sandte in Bern, Freiherr von Weizsäcker und für das Auswärtige Amt Ministerialdirektor Dr. Dieckhoff, erhebt sich von den Plätzen und grüßt den Führer schweigend. Adolf Hitler schreitet durch die breite Mittelgasse der Halle und nimmt auf der rechten Seite in der ersten Reihe neben der Frau, der Mutter und dem Bruder Wilhelm Eustlofss Platz.

Die weihevollen Klänge des Trauermarsches aus der Eroica von Beethoven, gespielt vom Or­chester des Staatstheaters Schwerin, eröffnen' die s Trauerfeier. Dann spricht

Neichsstatthatter Hildebrandt

als Gauleiter des Heimatgaues und Freund Wil­helm Gustloffs und führt u. a. aus:

Mein Führer! Parteigenosse Eustloff, der sich 1917 aus Gesundheitsgründen in die Schweiz be­gab, um dort im Kurort Davos Heilung von sei­nem Leiden^ zu suchen, war uns mecklenburgischen Parteigenossen ein getreuer und echter Kamerad. Nach Charakter und Gesinnung war er. der geborene Nationalsozialist. Keine Aufgabe war ihm zu schwer, keinen persönlichen Einsatz scheute er, immer glaubensstark und gewillt der Idee und seinem Führer zu folgen und die Treue zu halten.

So stand er auch draußen unter den Deutschen Er sah deutlich seine schwierige Lage hat aber nie gewankt. Er ist nicht feige geworden selbst als schwere Angriffe und Bedrohungen ihn trafen. Er, der hinausgegangen war. um seine Gesundheit zu heilen. Linderung zu suchen von seinem Leiden, suhlte in sich aber die Pflicht seinem deutschen Vaterland« verbunden zu bleiben. Und da er Kampf, Opfer und Einsatz im Leben kannte, so verstand er auch das nationalsozialistische Streben und wurde schon früh Parteigenosse.

Er hat stets berücksichtigt, daß er Gast eines anderen Landes war und daß er nur dort 'eine Gesundheit herstellen wollte. Aber um mit der Heimat verbunden zu bleiben, mußte er sich mit den Deutschen gemeinsam zusammenfinden und io Anteil nehmen an der Erneuerung die durch die nationalsozialistische Bewegung und durch Ihre Arbeit, mein Führer, sich in Deutschland vollzog

Nun ist der Parreigenosse Gustlols Heimgekehrt, von der Mörderkugel hingerastt. Wir danken ihm alle für seine Treue und Hingabe und versprech-n an seiner Totenbahre, unsere P'licht zu tun für das ewige Deutschland.

Die geistliche Traueransprache hielt darauf als Freund des Toten Pg. Oberkirchenrat Lang-

Oie ksivrlivbe KnkbsIiimiiK OlnstloKs in 8vbrvsrin

mann, Eauamtsleiter z. b. V. in der Leitung der Auslandsorganisation, früherer Landes­gruppenleiter Guatemala. Er ging aus-von dem Wort „Es ist aber der Glaube eine gewisse Zu­versicht des, daß man hoffet und nicht zweifelt an dem, das man nicht sieht." Dies Wort habe über dem Leben Eustlofss gestanden. Er habe diesen Glauben mit seinem Blut bezahlt. „Wir wollen des Toten würdig sein nicht mit Worten, sondern durch unsere Treue. Am Sarge des Blut­zeugen lautet unser Gebet: „Herr, segne unseren Kampf!"

Lauleiter Sohle

der Leiter der Auslandsorganisation, gedachte anschließend seines gefallenen Kameraden im Namen der auslandsdeutschen Parteigenossen und führte daber u. a. aus: Mein Führer meine liebe Frau Eustloff, Parteigenossen und deutsche Volksgenossen! In tiefet Ergriffen­heit stehen wir an der Bahre eines deutschen Mannes, dessen Leben draußen aus fremder Erde' durch die Kugeln eines feigen Mörders ein jähes Ende bereitet wurde. Wilhelm Eustloff fiel als erstes Blutopfer des jüngsten Gaues unserer Bewegung, der Äuslandsorgani- sation.

Luknabme: Lobsrl-Diläsräisnst.

In langer Fahrt durch das Land, in dem er fast zwei Jahrzehnte lebte und durch viele deutsche Gaue haben wir Wilhelm Gustloff in seine Ee- burtsstadt heimgebracht. Eine ganze Nation hat ihn in stiller Trauer begleitet. Ganz Deutschland bildete Spalier.

Von allen Verbrechen, die auf dieser Welt ver­übt werden können, gehört der politische Mord zu den verabscheuungswllrdigsten. Von einer menschlich kaum faßbaren Gemeinheit zeugte es aber, daß der Mörder sein Opfer überhaupt nicht kannte und einen Mann niederschoß, nur weil er wußte, daß dieser in seltener Treue zu seinem Vaterland stand. Das neue Reich der Deutschen sollte getroffen werden und dieses Reich ist durch den Tod Wilhelms Gustloffs schwer getroffen worden

Der Mörder hat aber sein Ziel nicht erreicht, da der Tote Nationalsozialist war und ermordete Nationalsozialisten durch ihren Opfertod die Be­wegung und damit das Reich immer gestärkt haben. So ist es auch mit Eustloff, dessen Geist uns verpflichtet, mit noch größerer Einsatzbereit­schaft für Führer und Volk einzustehen.

(Fortsetzung auf Seite 2)

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heimgeholt

der neue Slutreuge für Veutschland

» Bremen, 13. Februar.

Die Erde hat sich über Wilhelm Gustloff geschlossen. Daß es deutsche Erde sein kann, die das, was von dem jüngsten Blutzeugen unserer nationalsozialistischen Bewegung sterblich ist, nun birgt, mag noch als ein versöhnlicher Umstand gelten bei dem unerhörten Geschehen, das einen der besten Deutschen im Ausland der Mordkugel eines schändlichen Judenbuben zum Opfer fallen ließ.

Deutschland hat seinen Sohn, der als Märtyrer für den Gedanken des Dritten Reiches starb, heimgeholt aus dem Lande, wo eine feige und gehässige Meute, — gelenkt und geleitet von jener grauenhaft überstaatlichen Gewalt, die der Führer in seiner Rede an der Bahre des Ermordeten geißelte, — selbst im Angesicht des hehren Opfertodes eines nationalsozialistischen Kämpfers sich nicht versagen kann, unter Brüllen und Johlen Beifall zu klatschen, wenn ein Red­ner die Tatsache des Mordes nur erwähnt. Deutschland hat seinen Sohn heimgeholt und ihn tief trauernd mit höchsten Ehren zur Ruhe ge­bettet. Und wenn es heute den Schritt wieder weglenkt vom Grabe Wilhelm Gustloffs, so richtet es den Blick um so fester und . entschlosse­ner wieder dem großen Ausbauwerke des Führers zu, dem hehren Beispiel des für Deutschland Gefallenen folgend. Und indem das deutsche Volk aus dem Opfer des Gefallenen neue Kraft und neuen Auftrieb schöpft, weiß es sich eins mit dem Führer und der durch diesen dem deutschen Volke gewordenen Losung: „Deutschland muß leben und wenn wir sterben müssen!"

Dessen möge eingedenk sein jene überstaatliche Macht, die vermeint, wenn sie nur einen Na­tionalsozialisten mordet, auch schon Deutschland treffen zu können und die dabei ganz verkennt, daß solche ruchlose Tat beim deutschen Volke von heute gerade das Gegenteil dessen bewirkt, was das Mordgesindel beabsichtigt hat. Das deutsche Volk von heute, aufgeklärt und von seinem Führer erzogen in Eedankengängen von Rasse und Ehre, übersieht bestimmt nicht die ungeheure Hetze, die vom Judentum gerade jetzt wieder im Ausland gegen Deutschland im Gange ist und verkennt in keiner Weise die Gefahr, die ihm von dieser Seite droht. Das deutsche Volk überhört nicht den Schwall von Lügen und Verleumdungen, der in einem wilden Wust wahllos in die Welt ge­setzt, die Sinne der anderen Völker vernebeln und verwirren und die Völker zu dumpfem Haß gegen Deutschland aufpeitschen soll. Das deutsche Volk ist sich dessen auch wohl bewußt, daß da und dort dieser Völkervergiftungsversuch leider auf frucht­baren Boden fällt. Aber ebensogut weiß das deutsche Volk, woran es sich einmal zu halten haben wird,- wenn dereinst die vergiftete Saat erschreckend wüst in Europa aufgehen sollte und am Ende neuerdings einen Brand herbeiführt, der offensichtlich gewollt und geplant ist von den­selben Kräften, die für das in Davos vergossene Blut unseres Wilhelm Gustloffs verantwort­lich sind.

„Wir begreifen sehr wohl die Kampfansage. Wir nehmen sie auf. Parteigenosse Eustloff ist nicht umsonst gestorben, ist nicht umsonst ge­fallen." Dafür bürgt des Führers heiliges Wort an des Ermordeten Bahre. Jawohl, nun hat jede Ortsgruppe des Auslandes ihren national­sozialistischen Patron, ihren heiligen Märtyrer dieser Bewegung und unserer Idee und sein Tod wird nicht die Zugehörigkeit der Deutschen im Ausland zu unserer Bewegung und zum.deutschen Volke hemmen, sondern fördern und noch inniger gestalten angesichts der brutalen, skrupellosen, niederträchtigen Machenschaften des jüdischen Feindes der uns haßerfüllt erst zu unterjochen und innerlich zu verderben suchte und da ihm dies nicht gelang, nun von außen her alle Minen springen läßt, um Deutschland neuer­dings einzukreisen und durch verblendete Nach­barn vernichten zu lassen.

Die Völker sind vielfach noch blind gegen oas unheilvolle Wirken dieses Feindes Deutsch­lands. der ebenso ihr Feind ist, der als Feind der ganzen übrigen Menschheit, diese mit Deutschland treffen will. genau so, wie er Deutschland mit Wilhelm Gustloff zu treffen ver­meinte. „Es ist ein schmerzlicher Weg, den die