Ausgabe 
(10.2.1936) Nr. 41
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Nachrichtenblatt der Deutschen flrbeitssront Bremen

der Nationalsozialisten Vremens

flmtsblatt des Senats der Freien Hansestadt Bremen

Bremer Zeitung erscheint täglich (auch Montags). Monatsbezug: RM. 2,30 einschl. 30 Rps. Zustellungsgebühr; durch die Post RM. 2,30 einschl. Ueberweisungsgebühr, ausschl. Postbestellgeld. Der Bezugspreis ist im voraus zu entrichten. Postscheck: Hamburg 172 72/ Betriebsstörungen begründen keinen Anspruch aus Erstattung oder Ersatz. -

NS.-Eauoerlag Weser-Ems E.m.b.H., Bremen. Eeeren 6/8 / Fernsprecher: 54121- Hausinstr. 81115.

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Nr. 41 / 6. Jahrgang

Montag, 10. sebruar

kinzelprels 15 Npf.

VeutscheVorlimschast im Kombiimtions-Skilauf

wieder eine Sold- und Silber-Medaille für Deutschland / scanz psnür siegt im loclauf der Männer

Suzzi Lantschner belegt den zweiten Platt

Unser lagvsspisgvl

Die Leiche des ermordeten Landesgruppen­leiters W. Eustlosf wurde nach Deutschland übergeführt.

Ueber Wesen und Sinn der Parteigerichts­barkeit äußerte sich Reichsleiter Bück.

Im Kombinations-Skilauf der Männer er­rangen Franz Psnür die Goldene und Guzzi Lantschner die Silberne Medaille.

Bei den Eiskunstläufern bewies Weltmeister Schäfer-Oesterreich seine überragende Form.

2m letzten Eishockeytreffen der Gruppe L überwand die Schweiz Italien 1:l>.

Durch eine V:1-Niederlage gegen Hildesheim verschlechterte Werder-Bremen seine Aus­sichten aus die Niedersachsenmeisterschaft.

Einen überraschenden 5:1-Ersolg über Vo- russia-Harburg konnte der VfL. Osnabrück erringen.

Gestern wurden die erste» größeren Außen­aufnahmen zu dem Berkehrssilm der Bremer Polizei gemacht.

In Findorff und Hastedt fanden gemeinsame Eintopfessen statt. - - - -- -...

öeneralbetrlebsappell verlegt

Berlin, 10. Februar

Die RBE. „Eisen und Metall" plant am 18. Februar einen Eeneralappell für „Schönheit der Arbeit". Um Schwierigkeiten zu vermeiden, die sich aus den in der gleichen Zeit stattfindenden Vorbereitungsarbeiten zu den Vertrauensrats­wahlen ergeben, ist der Termin des Eeneral- betriebsappells nunmehr für einen späteren Zeit­punkt vorgesehen worden.

Vas wichtigste übersehen

Der tschechoslowakische Ministerpräsident über die Minderheiten

Paris, 10. Februar

Der tschechoslowakische Ministerpräsident Hod- z a traf Sonntag zu seinem angekündigten Besuch rn Paris ein. Er dürfte voraussichtlich bis Don­nerstag in der französischen Hauptstadt bleiben. In einer Unterredung mit einer Mitarbeiterin des „Petit Journal" äußerte sich der tschechoslo­wakische Ministerprädent über die auf einer ge­meinsamen Politik und gleichen geistigen Inter­essen beruhenden freundschaftlichen Verbunden­heit der Tschechoslowakei mit Frankreich. Als im Laufe der Unterredung die Frage der Minder­heiten in der Tschechoslowakei ange­schnitten wurde, erklärte sich der Ministerpräsi­dent zur Zusammenarbeit mit den Deutschen bereit. Er schwächte seine Er­klärung allerdings durch die Einschränkung ab, daß die Partei der Sudetendeutschen nicht den Anspruch erheben dürfe, allein die Interessen der gesamten deutschen Bevölkerung in der Republik zu vertreten. Wenn diese Partei den Anspruch erhebe, das deutsche Volkstum in der Tschecho­slowakei zu vertreten, so sei ihr zu antworten, daß sie nur eine politische Partei darstelle. (Mi- nisterpräsident Hodza übersieht mit dieser Erklä­rung die bekannte Tatsache, daß das deutsche Volkstum in der Tschechoslowakei bei den letzten Wahlen mit einer überwältigenden Mebrbeit in der Sudetendeutschen Partei seine verfassungs­mäßige Vertretung gefunden hat.)

Moskau im fernen listen

Moskau, 10 Februar.

Nach Meldungen der amtlichen Telegraphen­agentur der Sowjetunion ist der Vsrkehrskom- missar und besondere Vertraute Stalins Kaga- now lisch überraschend im Fernen Osten einge­troffen und hat dort Beratungen sowohl mit den Parteivertretern als auch mit dem politischen und militärischen Oberkommando der fern­östlichen Armee abgehalten.

flnorchie und kinzelterror

Kommunisten zeigen ihr wahres Gesicht

Newyork, 10. Februar

Wie der in Newyork erscheinende „Rationale Amerikaner" berichtet, erklärte der jüdische Kom­munistenführer Albert Weisbord auf einer kommunistischen Versammlung in Labori anple Newyork: „Wir müssen den Verfall unseres na­tionalen Staates und der Regierung fördern, Anarchie und Einzelterror, wie z. B. jener, an dem sich Stalin beteiligte, als er im Januar 1906 in Tislis, Südrußland den Eeldtransport mit Bomben belegte, sind zu empfehlen, wenn sie dem Arbeiter helfen.

Wir wünschen keine Nationalisierung unserer Industrien und Landbesitzungen, nein wir wün­schen die Diktatur der klassenbewußten Arbeiter über ihre Herren.

(Zouäsrdsriolit äsr Lrsivsr 2situug) Garmisch-Partenkirchen, 10. Februar.

Das kaum Erhoffte ist eingetreten. Bei den gestrigen Kämpfen im Torlauf der Männer wurde der Norweger Birger Ruud von den deut­schen Kombinations-Skiläufern überwunden. Bei prachtvollstem Wintersportwetter gelang Franz Psnür, der schon im Abfahrtslauf eine sehr gute Zeit erlangen konnte, im Tor­lauf der große Schlag. In zwei fabelhaften Läufen (72,1 und 74,5 Sek.) sicherte er sich und damit Deutschland in der Kombination den ersten Platz. Als zweiter konnte sich ebenfalls ein Deut­scher, und zwar Gustav Lantschner (76,9 und 75,6 Sek.), durchsetzen, so daß, genau wie beim Kombinations-Skilauf der Frauen, auch die Silberne Medaille an Deutschland siel. Um so erfreulicher ist der deutsche Erfolg, als sich alle vier Teilnehmer unseres Landes unter den sechs Ersten befinden, somit also, da auch unsere Frauen am Vortag in der gleichen wunderbaren Form abschnitten, Deutschlands Vorherrschaft im Kombinations-Skilauf einzig dasteht. .

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Der Führer sandte an den Olympia-Sieger in der alpinen Kombination (Abfahrt und Tor- lauf) für Männer, Franz Psnür aus Schellen- berg, der für Deutschland die zweite Goldene Medaille erringen konnte, folgendes Telegramm: „Franz Psnür, Garmisch-Partenkirchen. Zu Ihrem heutigen wunderbaren Siege sendet Ihnen herz­lichste Glückwünsche Adolf Hitler.«

Unter großer Spannung verlief am Sonntag­abend das für die Gruppe B entscheidende letzte Eishockeyspiel zwischen der Schweiz und Italien. Konnte Deutschland am Sonnabend nur nach schwerem Kampf einen 2:0-Sieg über die Schweiz erringen, so scheiterte der gute Sturm der Ita­liener an der eisernen Verteidigung der Roten Teufel, so daß die Schweiz mit dem einzigen im zweiten Drittel errungenen Tresfer knapper Sie­ger blieb. Da Italien mit 2 Punkten aus 3 Spielen auf dem dritten Platz verbleiben muß, haben sich für die Zwischenrunde Deutschland und USA. durchgesetzt.

(Ausführliche Berichte über die Kämpfe und ihren Verlauf siehe Olympia-Sonderseite.)

klirr Ist ausschließlich im vlut vrichaftet

Neichsleiter Walter Such über Wesen und Sinn der parteigerichtsbarkeit

Vor der Pressekonferenz der Reichspresse­stelle der N2DAP. sprach Reichsleiter Walter Buch im Hause des Obersten Par­teigerichts in München über „Wesen und Sinn der Parteigerichtsbarkeit".

Dem Führer hat von Anfang an bei Wieüer- begründung der Partei im Frühjahr 1925 der GÄanke vorgeschwebt, daß er für die von ihm zu bildende Gemeinschaft die Einrichtungen des Staates nachbilden wolle, die für eine politische Kampforganisation notwendig sind. Denn von vornherein war sein Ziel, mit dieser Gemein­schaft den Staat zu erobern. So bildeten die Unter suchungs- und Schlichtungs­ausschüsse die Keimzellen der heute aufwach­senden Parteigerichtsbarkeit.

Die llntersuchungs- und Schlichtungsausschüsse nannte ich, nachdem ich im November 1927 mit deren Leitung betraut war, Uschla.

Zweck und Aufgabe dieser Organisation war, wie die der heute aus ihnen wachsenden Partei­gerichte: „Die gemeinsame Ehre der Partei und

die des einzelnen Parteigenossen zu wahren so­wie nötigenfalls Meinungsverschiedenheiten ein­zelner Mitglieder auf gütlichem Wege auszu­gleichen."

Bei Beginn Meiner Arbeit hatte ich insge­samt 60 090 Parteigenossen zu betreuen. Vom Frühjahr 1928 ab stieg die Zahl immer schneller. Das Anwachsen der Partei machte ihre innere Festigung notwendig. Diese hatte vermehrte Arbeit der Uschla zur Folge. So sah sich der Füh­rer auf meinen Vorschlag veranlaßt, erstmals im August 1929 Richtlinien für die Uschla zu erlassen.

Nach der Machtübernahme gab mir der Führer den Auftrag, aus der Uschla eine Parteigerichts- barleit aufzubauen. Das Gesetz vom 1. De­zember 1933 zur Sicherung der Einheit von Partei und Staat bestimmt, daß Partei und staatlich ^Gerichtsbarkeit sich Rechtshilfe zu leisten hätten. So wurden denn auch die Augen der staatlichen Gerichtsbarkeit auf die der Partei gelenkt. Vor allem war es notwendig, die Zuständigkeit der

beiden Gerichtsbarkeiten gegeneinander abzugren­zen. Der Führer tat das in seiner treffsicheren Kürze dergestalt, daß er sagte:

Alle die Handlungen, die das Leben und das Eesiige des Staates berühren, sollen nach wie vor die staatlichen Gerichte behandeln, während diejenige», die das Gesiige der Partei beträfen, von den Partergerichten auszugreisen seien.

Am 17. Februar 1934 ergingen in Anlehnung an die alten Richtlinien für die Uschla neue. er­weiterte. für die Parteigerichte In seiner großen Rede auf dem Parteitag 1934 sprach der Füh­rer das Wort:

„Alle Deutschen sollen Nationalsozialisten werden, die Besten Parteigenossen.«

Mit diesem zielsetzenden Wort setzte der Füh­rer der Parteigerichtsbarkeit Ziel und Weg. Sie hat die Auslese, die die Partei nach dem Willen des Führers treffen soll, zu übernehmen.

(Fortsetzung auf Seite 2)

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Werbung für das deutsche Fachbuch

Die NSK., der Pressedienst der NSDAP., schreibt über die in Zukunft alljährlich im Frühjahr stattfindende Werbung für das deutsche Fachbuch:

Gleichlaufend mit dem Reichsberufswettkampf wird die Reichsarbeitsgemeinschaft für deutsche Buchwerbung im Frühjahr 1936 im Einverneh­men mit dem Reichsministerium für Volksauf­klärung und Propaganda, der Reichsschrifttums­kammer, der Deutschen Arbeitsfront und der Reichsjugendfllhrung erstmalig eine umfassende Werbung für das deutsche Fachbuch durchführen, die in Zukunft alljährlich wieder­holt werden wird.

Mit der dafür ausgegebenen Parole: „Jeder Vetriebsführer und Meister schenkt dem aus der Lehre ausscheidenden oder in der Ausbildung ste­henden Lehrling oder Jungarbeiter ein Fachbuch seines Verufsgebietes« soll und muß erreicht werden, Hunderttausende junger Deutscher an das Fachbuch heranzuführen und darüber hinaus die Gesamtheit aller Schaffenden über den Wert und die Notwendigkeit dieses geistigen Hilfsmit­tels jeder Arbeit aufzuklären.

Der liberalistischen Anschauungswelt hätte dafür kein anderes Mittel zur Verfügung gestan­den, als das Fachbuch als Werkzeug der per­sönlichen Weiterbildung zu preisen, wobei dann aber die Frage, wem denn eigentlich an dieser persönlichen Weiterbildung des schaffenden Menschen gelegen sei und was dieser selbst durch sie zu erreichen vermöge, immer offen geblieben wäre.

Die für uns selbstverständliche Jnbeziehung- setzung der Leistungssteigerung zum notwendigen Einsatz aller Kräfte des einzelnen für das Ganze hätte notfalls ersetzt werden können durch den Hinweis, daß der einzelne sich nur so im Kampf aller gegen alle behaupten könne, ganz abgesehen davon, daß eine Werbung für das Fachbuch in einer Zeit steigender Arbeits­losigkeit und Verelendung geradezu als Verhöh­nung der von ihren Arbeitsplätzen Vertriebenen hätte aufgefaßt werden müssen.

Der Nationalsozialismus hat das Recht auf Arbeit und die Pflicht zur Arbeit zu Tatsachen des öffentlichen Lebens gemacht. Durch den entscheidenden Erfolg im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit ist erst die Voraussetzung dafür geschaffen, vom Fachbuch als Mittel der Leistungssteigerung zu sprechen — und verstanden zu werden! Heute ist es darum auch nicht mehr notwendig, der Frage nach dem Sinn und Zweck der persönlichen Weiterbildung auszu­weichen; im Gegenteil: gerade aus der Ziel­setzung ergibt sich die Forderung nach einer bis­her unbekannten und nicht für möglich gehaltenen Ausbreitung des Fachbuches.

Die Anregung, dem Lehrling oder Jungarbeiter ein Fachbuch zu schenken, wird aus der Pflicht des Betriebsführers zur Fürsorge für die Gefolgschaft begründet. Die Aus- wendungen, die der einzelne Betriebsführer oder Meister dadurch zu machen hat, werden sich zu­gunsten des ganzen Betriebes und damit auch zu seinen Gunsten auswirken. Denn die Heran­führung des Nachwuchses an das Fachbuch gibt die Garantie dafür, daß es der deutschen Wirtschaft mr die Zukunft nicht an fachlich durchgebildeten Wertarbeitern fehlen wird. Die Fachbuchwerbung ist eine logische Ergänzung des Reichsberufswett- kampfes.

Die Sichtung des vorhandenen Fachschrifttums war eine weitere Voraussetzung für die Durch­führung der Aktion. Vertreter aller Reichs­betriebsgemeinschaften haben in Zusammenarbeit mit der Reichsschrifttumsstelle beim Reichsmini­sterium für Vplksaufklärung und Propaganda und der Reichsstelle zur Förderung des deutschen Schrifttums in wochenlanger Arbeit die vorhan­denen Bücher auf ihre Brauchbarkeit nach fachlichen und weltanschaulichen Gesichtspunkten geprüft. Sie können als Ergebnis dieser Arbeit eine erste Liste deutschen Fachschrifttums vorlegen, die nunmehr bekanntgegeben werden wird. Sie wird laufend ergänzt werden. Damit ist eine wesentliche Vorbe­dingung für den Erfolg der Werbung erfüllt wor­den. Denn es wäre für den einzelnen fast unmöglich newesen, aus der Fülle des Vorhandenen das Vraubare und für den Nachwuchs Geeignete aus- zuwäblen. Die Liste läßt zugleich erkennen, wo- es noch iehlt, wo sich also eine Betätigungsmöglich- keit zür die deutschen Fachbuchverlage ergibt.

Der Schwerpunkt der Werbung ist wiederum in die örtlichen Werbegemeinschaften des deut­schen Buchhandels verlegt worden, denen örtliche Vertreter aller Reichsbetriebsgemeinschaften bei- aetreten sind. Mit aleich großem Einsatz aller Kräfte wie in der „Woche des deutschen Buches« wird also das ganze deutsche Volk ausgerufen, die IM Fachbuch Gestalt gewordene geistige Leistung und Berufserfahrung zu nüken, um durch Höchst­leistung des einzelnen als Ganzes im wirtschaft­lichen Wettkampf der Nationen zu bestehen.