Ausgabe 
(2.2.1936) Nr. 33
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parteiamtliche Lageszeitung

pachrichtenblatt der Deutschen Arbeitsfront Vremen

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Nr. ZZ / b. Jahrgang

Sonntag, 2. Februar

kinzelpreis 15 Npf.

Veulschlands schaffende lugend im Wettstreit

Eröffnung des veichsberufswettkampfes / der NeichsjugendfüHrer über den „fidel der neuen Zeit / dr. Leg verkündet

den Aufbau einer Neichsberufsschule und die Ernennung von Musterbetrieben

Dnssr Vagssspiegst

In Paris haben zwischen Litwinow und Flandin Pakt- und Kreditverhandlungen stattgefunden.

Reichsjugendführer Valdur von Schirach und Reichsorganisationsleiter Dr. Sey eröffneten in Berlin den Reichsberufswettkamps. Reichsleiter Alsred Rosenberg sprach in Dort­mund vor öllllliü Arbeitern.

Die Geschäftsräume ehemaliger Freikorps- verbände sind polizeilich geschlossen worden. Gestern begann die Eautagung des Amtes siir Erzieher in Vremen.

Der 3. Reichsberufswettkamps für Bremen wird heute mit einer Großkundgebung auf dem Domshof eröffnet.

Die bremischen Arbeitersrauen äußern sich über den Wert monatlicher oder wöchentlicher Lohnzahlungen.

Der Waller Friedhos wird um ein neues Stück erweitert.

Die Frage einer Bahnstation in Horn ist akut geworden.

Ab S. Februar tritt eine Neuregelung des Verkehrs am Marktplatz in Kraft.

Im Hansabad startete unter beispielloser Teil­nahme der bremischen Bevölkerung die Olym­pia-Kernmannschaft der Schwimmer.

Beim Berliner Reitturnier gab es bei An­wesenheit des Führers einen deutschen Sieg im Kampf um den Preis von Deutschland.

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Veutschlanüreise

des EomitS srame-Allemagne

Berlin, 2. Februar.

Heute abend treffen mehrere Vorstandsmit­glieder des Comits France-Allemagne in Berlin ein, um sich von hier aus im Laufe der nächsten Woche zu der Winter-Olympia nach Garmisch- Partenkirchen zu begeben. An der Reise nach Berlin und Garmisch-Partenkirchen nehmen u. a. teil: Der Präsident des Comits France-Alle­magne und einstige Adjutant des Marschalls Fach, Commandant L'hospital, der Vizepräsident des Komitees Gustave Bonvoisin, der bekannte Jour­nalist Fernand de Brinon, ferner Baron Pvon Gouet, Benoit-Mschin und zwei führende Ver­treter der französischen Frontkämpferverbände. Wie wir hören, wird die deutsch-französische Ge­sellschaft zu Ehren der französischen Gäste am Montagabend einen Empfang im Hotel Kaiserhof veranstalten.

Stinkbomben im Vorlesungsraum

Professor Jsze wiederum niedergeschrien

Paris, 2. Februar.

Die Aufnahme der Vorlesungen des umstritte- en Professors Jsze am Sonnabendvormittag in er Pariser Rechtsfakultät ist auf erneuten hef- igen Widerstand der Studentenschaft gestoßen. Zereits um 7 llhr früh waren gegenüber dem iaupteingang der Fakultät vier lleberfallwagen er Polizei angefahren und zahlreiche Polizei­reifen sollten weiterhin die Gewähr dafür eben, daß Ruhe und Ordnung aufrechterhalten nirden. Der Dekan der Fakultät hatte außerdem ie für elf Uhr vorgesehene Vorlesung vorsichts- alber auf 9 Uhr vorverlegt in der Hoffnung, aß die Studenten zu dieser Zeit noch nicht allzu ahlreich versammelt sein würden. Eine strenge Controlle der studentischen Ausweise wurde an en Eingängen zur Fakultät ausgeübt; zahlreiche Studenten und Hörer fanden keinen Zutritt in as Gebäude der Fakultät. . .

Trotzdem hallten bereits vor Beginn der Vor- esuna' Professor Jszes die Gänge der Fakultät on dem Ruf „Abtreten! Abtreten!" wider. Als frofessor Jsze unter dem Schutz einer Begleit- rannschaft von Fakultätsbcamten den Vor- esungsraum betrat, waren zunächst etwa nur 15 Studenten anwesend. Kaum wollte Professor Jsze ait seinem Vortrug beginnen, als die auf den Sängen des Fakultätsgebäudes immer zahlreicher werdenden Studenten den Vorlesungsraum stürm­en und mit Stinkbomben und Tränengasbomven ,nd mit lauten Schreien „Abtreten! Abtreten!« en Rückzug Professor Jezes erzwängen. Durch ine Seitentür mußte Professor Jöze den Saal md schließlich auch die Fakultät verlassen.

vormilitärisches aus österreich

Wien, L Februar.

Wie die „Reichspost" mitteilt, steht das El­lbeinen einer Ministerialverordnung über vor- nilitärische Jugenderziehung in Oesterreich un- nittelbar bevor. Darnach werden alle Hoch>chuler lerpflichtet sein, an vormilitärischen Uebungen eilzunehmen, die ein ganzes Jahr dauern und nit zwei Wochenstunden festgesetzt sind Ausge- iommen von diesen Uebungen sind nur die Stu- >enten theologischer Fakultäten und zene die be- eits ihr Militarjahr abgedient haben. Der Un­terricht wird durch Offiziere des Bundesheeres lrteilt werden.

Berlin, 2. Februar.

Mit einer machtvollen Kundgebung eröffnete am Sonnabend die Deutsche Arbeitsfront und die Reichsjugendführung im Sportpalast den dritten Reichsberufswettkamps der deutschen Ju­gend. Reichsorganisationsleiter Dr. Ley und Reichsjugendführer Baldur von Schirach riefen Deutschlands Jungarbeiter der Stirn und der Faust zum friedlichen Wettstreit. In Gegen­wart von mehr als 15ÜVV Wettkampfteilnehmern und Jungarbeitern, Hitlerjungcn und BDM.- Mädeln, gestaltete sich die Kundgebung zu einem eindrucksvollen Bekenntnis der deutschen Jugend zur Leistung.

Die Teilnehmer marschierten in geschlossenen Kolonnen, zum Teil betriebsweise zum Sport­palast, der schon eine Stunde vor Beginn bis auf den letzten Platz gefüllt war. Die weite Halle war mit den Bannern der Deutschen Arbeits­front und der Hitlerjugend geschmückt. Breite Spruchbänder verkündeten das Programm der

schaffenden deutschen Jugend: „Unser Ideal — die Arbeit! Unser Adel — die Leistung! Unsere Sehn­sucht — der Friede!"

Obergebietsfllhrer Axmann, der als Leiter des Jugendamtes der DAF. und des Sozialamtes der RÄF. nun schon zum dritten Male den Reichsberufswettkamps organisierte, eröffnete die Kundgebung: er begrüßte unter den Ehrengästen auch den Führer der italienischen Jugend und Leiter der italienischen Olympiamannschaft, Ricci.

Er betonte, daß gerade zurzeit der Olym­pischen Spiele der Reichsberufswettkamps ein Tatbekenntnis der deutschen Jugend zum Frieden gegenüber der Welt darstelle.

In einem packenden Sprechchorwerk rief ein Massenchor von HJ. und Jungvolk, der auf der Bühne Aufstellung genommen hatte, die schaffende Jugend auf zum Wettstreit: „Tretet an, Arbeitskameraden!" Mit erhobener Rechten ehr­ten die Tausende die Fahnen der HJ. und des

Jungvolks, die dann, voran die Norkus-Fahne, in den Sportpalast einzogen. Dann nahm Reichs­jugendführer Baldur von Schirach das Wort. Er dankte in seiner Rede einleitend Dr. Ley für seine unermüdliche Mitarbeit und Unterstützung, ohne die die Durchführung des Reichsberufswett- kampfs nicht möglich gewesen wäre. Er verglich sodann den Reichsberufswettkamps als das „Olympia der Arbeit" mit den in diesen Tagen beginnenden Olympischen Spielen.

Durch diesen beruflichen Wettstreit sollen, wie Valdur von Schirach weiter erklärte, die lei­stungsfähigsten und tüchtigsten Jungarbeiter und Arbeiterinnen unseres Volkes ermittelt werden, die als die Elite der schaffenden deutschen Ju­gend den Adel der neuen Zeit bilden, einen Adel, der nichts mehr mit früheren Vorrechten der Geburt und des Eeldsacks zu tun hat, son­dern der allein gegründet ist auf Leistung und Tüchtigkeit.

(Fortsetzung auf Seite 2)

Her krichsmInWr des Innern greift durch

Vie veschästsräume ekemaliger srhworpsoerbände polizeilich geschlossen

Berlin, 2. Februar.

Der Reichsminister des Innern hat sich im Ein­vernehmen mit den beteiligten Staats- und Par­teistellen aus zwingenden Gründen genötigt ge­sehen, die Geschäftsräume der Abwicklungsstelle des aufgelösten Reichsbundes und Reichsverban­des der Baltikum- und Freikorpskämpser in Ber­lin und die an anderen Orten bestehenden Ab- wicklungsstellen polizeilich schließen zu lassen, die Verein« „Schlageter-Gedächtnismuseum e. V." und „Deutsche Nachkriegssront e. V." auszulösen und das Vermögen der genannten Verbände zu beschlagnahmen.

Der Reichsverband der Baltikum-Kämpfer und der Reichsbund der Freikorps- und Baltikum­kämpfer gehörten zu den im Juli 1935 aufgelösten Freikorpsverbänden. Dem früheren Vorsitzenden, Major a. D. Bischofs war auf seine Bitte ge­stattet worden, den Mitgliedern eine Bescheini­gung über ihre Freikorpstätigkeit auszustellen. Dieses Entgegenkommen ist dazu mißbraucht worden, in der Abwicklungsstelle der genannten Verbände einen neuen umfangreichen Apparat aufzuziehen, der seine Tätigkeit weit über den Mitgliederkreis der Verbände hinaus erstreckt hat. Die von dieser Abwicklungsstelle ausgestellte Ur­kunde „Einsatz für Deutschland" gewährt entgegen den von ihr verbreiteten Mitteilungen keinerlei

Vorrechte, insbesondere auch nicht die Anwart­schaft auf die Verleihung eines „Ehrenkreuzes der Freikorpskämpfer".

Das 'nunmehr aufgelöste „Schlageter-Gedächt­nismuseum e. V.",- ebenfalls ein früherer Frei­korpsverband, hatte schon vor geraumer Zeit dem Reichsminister des Innern mitgeteilt, daß es sich selbst aufgelöst habe. Diese Mitteilung war un­richtig, ebenso war die von dem Vereinsführer Hauptmann a. D. Gomlicki verbreitete Mittei­lung unzutreffend, daß der Verein als „Deutsche Nachkriegssront e. V." neu genehmigt worden iei.

Die Vorwürfe, die hiernach mit Recht gegen die genannten Vereinsführer zu erheben sind, richten sich in keiner Weise gegen die alten Freikorps- kämpfer selbst. Ihre Verdienste um die Erhaltung des Reiches werden nach wie vor unumwunden an­erkannt. Die leitenden Stellen des Staates und der Partei sind jedoch heute wie früher der Auf­sagung, daß siir die Frcikorpsverbände im natio­nalsozialistischen Staat kein Betätigungsfeld mehr vorhanden ist. Die Reichsregierung hält den Deut­schen Reichskriegerbund (Kysshäuserbund) für die­jenige Vereinigung, in welcher die früheren Frei- korpskämpfer zusammen mit den Soldaten der alten Armee am besten sich betätigen können. Es ist nach näherer Vereinbarung mit dem Kyff- hiiuserbund nichts dagegen einzuwenden, wenn sich

in ihm die ehemaligen Freikorpskämpser in be­sonderen örtlichen Kameradschaften zusammen­schließen.

Der Reichsminister des Innern erkennt weiter das Interesse an, das die alten Freikorpskämpser an einer Urkunde haben, die ihnen ihre Teil­nahme an den Kämpfen der Freikorps bescheinigt. Der Reichsminister des Innern wird daher die Ausstellung einer solchen Urkunde einer hierfür geeigneten Stelle übertragen. Die bereits an die Abwicklungsstelle des aufgelösten Reichsbundes und Reichsverbandes der Baltikum- und Frei­korpskämpfer für die Ausstellung der amtlich nicht anerkannten Urkunde „Einsatz für Deutsch­land" gezahlten unverhältnismäßig hohen Beträge sollen den Antragstellern nach Möglichkeit aus dem beschlagnahmten Vermögen dieser Stelle zurückerstattet werden.

Jüdische Vraktzieker festgenommen

In Wien beschlagnahmten Eendarmeriebeamte am Sonnabend einen Lastkraftwagen mit illegalen kommunistischen Hetzschriften. Die Druckschriften waren für Jugoslawien bestimmt. Als Führer der kommunistischen Eeheimzentrale wurden die jüdische Chemiestudentin Bernseld und der jüdische Student Ostwald verhaftet.

6stsiltor 8i«8 im „Internationalen Varrivi-vn-8pi-iii8eu". Unser Lilä ssigt roclits Usiolisministsr vr. Oosbbsis mit äsn ärsi 8isasrn Amsitsr von links 88.-IIntsrsturmkübrsr Tswins, Oberleutnant 8cbiiekum unä Lapitän ^ilixponi. ^.uknabms: 8obsrl-LiIäsräisnst.

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Frankreich wolzin!

* Bremen, 2. Februar.

. Mit dem Vertrauensvotum für Sarraut ist die französische Staatskrise zu einem vorläufigen Ab­schluß gelangt.

Wir sagen vorläufig weil es sich bei dem neuen Kabinett bekanntermaßen nur um ein Uebergangskabinett für die Zeit bis zu den Wahlen handelt und weil im übrigen die tief­gehenden, unüberbrückbaren Gegensätze in Frank­reich zwischen rechts und links heute unvermindert, wenn man will. sogar verschärft weiterbestehen. Wir sagen Staatskrise, weil es sich bei diesen Gegensätzen nicht mehr um Meinungsver­schiedenheiten über Regierungsmaßnahmen oder Regierungspläne handelt, sondern bereits um diametral sich entgegengesetzte Staatsauffassungen, wenn man genau hinsieht, sogar um entgegen­gesetzte Weltanschauungen.

Dabei ist es nicht einmal so sehr von ein­schneidender Bedeutung, ob das Kabinett Sarraut demnächst die Kampfverbände in Frank­reich verbietet. Verbotene Verbände pflegen ein sehr gedeihliches Wachstum zu haben. Viel wich­tiger erscheint uns, ob dieses Kabinett mit der Rätifizierung des französisch-russischen Paktes Frankreich zu Sowjetrußland in ein Abhängig­keitsverhältnis bringt, das selbst Laval, der Vater des Paktgedankens, zuletzt ernsthaft gescheut hat. Der Besuch Litwinows, des russischen Außen­ministers, bei Flandin, dem neuen französischen Außenminister, hat zweifellos der Rätifizierung des Paktes gegolten, wenngleich das ewig kredit- hungrige Sowjetrußland daneben auch noch die Anbahnung eines Kreditgeschäftes im Auge hatte.

Wie die Dinge heute liegen, ist ohne weiteres anzunehmen, daß der Pakt am 11. Februar, so­bald er der Kammer vorliegt, seine Rätifizierung erfährt. Die gute Note, die sich das Kabinett Sar­raut dadurch in der Kammer sichert, dürste ihm zwar das Leben für die kurze Zeit seines Daseins erleichtern, doch keinesfalls verlängern. Denn die marxistische Volksfront, der sich die Radikal­sozialistische Partei nun einmal verschrieben hat, wird mittelbar und unmittelbar von Treuhändern Moskaus beeinflußt und geleitet und es sind dies Männer, die über die Köpfe kleinrentnerischer Radikalsozialisten zur unbedingten Macht in Frankreich streben.

Eines ist klar. Die bevorstehenden Wahlen werden kein Ausdruck der Enttäuschung des französischen Volkes über die enge Bindung Frankreichs an Sowjetrußland sein. Im Gegen­teil, es ist sogar möglich, daß der französische Durchschnittswähler von einer sowjetfreundlichen Presse absichtlich über die wahre Lage im unklaren gehalten, den Kandidaten der Volksfront nicht zuletzt darum verstärkt seine Stimme zuwendet, weil ihm ein französisch-sowjetrussisches Bündnis als ein Unterpfand französischer Vormachtstellung in Europa erscheint. Selbst der Gedanke an die Kreditgewährung für ein Land, in dem schon so viele Hunderte Millionen französischen Spar- gcldes auf Nimmerwiedersehen verschwunden sind, scheint den französischen Kleinrentnern heute noch keine Beklemmungen zu machen. Und sollten dennoch irgendwelche vorhanden sein, so werden sie bestimmt abgetan mit der „beruhigenden" Selbsttäuschung, daß ja doch Her riot der kommende Mann in Frankreich sei und von dem Bürgermeister von Lyon kaum ein Einschwenken in den Radikalismus Moskauer Gepräges befürchtet zu werden braucht.

Dieses Vertrauen zu Herriot ist sogar richtig. Aber wenn man in Frankreich von Herriot schon als dem kommenden Mann spricht, so ver­gißt man nur dabei, daß er auch einmal und zwar in nicht allzulanger Zeit, wieder der abtre­tende Mann sein dürfte. Hinter ihm aber stehen bereits die weniger zahmen Marxisten, die ihn abzulösen gedenken, worunter Herriots Eegen- !pieUr Daladier noch nicht einmal der Mar- xistisch-Radikalste ist. Er wird Herriot dereinst ablösen, aber gleichfalls wieder abgelöst werden von anderen Männern, die vollends und aus­schließlich im bolschewistischen Fahrwasser segeln.

Es ist begreiflich, wenn die Rechte in Frank­reich mit allen Mitteln eine solche Entwicklung Frankreichs nach dem Bolschewismus hin für ihr Land zu verhindern trachtet und es ist ebenso begreiflich, daß sie diese Entwicklung, wenn es nicht mit parlamentarischen Mitteln geht, mit