Ausgabe 
(31.7.1935) Nr. 209
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parleiamtklageszeitung der

Nationalsozialisten Vremens

Das flmtsblatt des Senats

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NS.-Gauoerlaa Meler^m« m detriebchtorungen begründen keinen Anspruch aus Erstattung oder Ersatz. -wauoertag -^eser-Ems E. m. b. H.. Bremen. Am Geere» K8 / Fernsprecher: Roland 823.

der Freien Hansestadt Bremen

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M. 20S / 5. Jahrgang

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Mittwoch, 51. lutt

knzelprels 15 Npf.

Katholische Kirche gegen Volschewismus

Vas erjbischösliche Sekretariat zur Verteilung kommunistischer Flugblätter in München

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Unser Vogssspiegsl

Das erzbischöfliche Sekretariat in München lehnt energisch die Anbiederungsversuche der Kommunisten ab.

Wegen staatsfeindlichen Treibens wurde ein llnisormoerbot für den sächsischen NSDFB. (Stahlhelm) ausgesprochen.

In Halle wurden 13 Rassenschänder sestge- nommen.

2n Sowjetrußland wurden erneut Todes­urteile gegen evangelische Geistliche ausge­sprochen.

Ab 1. August werden auf die Einsuhr deut­scher Waren nach Frankreich die Zollsätze des französischen Minimaltarifs angewendet wer­den.

Die Reichsstelle für Devisenbewirtschaftung brachte einen neuen Runderlaß über Zah­lungsmittel im Reiseverkehr heraus.

In Wimbledon gewann England gegen Amerika in einem glänzenden 5:V-Sieg den Herausforderungskamps um den Davispokal.

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Vsulscher Protest in wafstington

Washington, 31. Juli.

Uuterstaatssekretär Philipps teilte in der Pressekonferenz am Dienstag mit, daß der deut­scht Geschäftsträger, Botschaftsrat Leitner, wegen des Flaggenzwischenfalles auf dem Dampfe, Bremen" schriftlich und formell protestiert habe. Die amtliche Stellungnahme wurde verschoben, bis die Note übersetzt und der Sachverhalt geprüft ist.

Im Jahre 1930 erschien in einer großen Ber­liner Illustrierten Zeitung ein Bild von den Straßenkämpfen der Newyorker Polizei gegen Gandhi-Anhänger. Man kann sich denken, daß die Polizei die indischen Demonstranten nicht gerade mit Handschuhen anfaßte und daß der Ernst des Kampfes sich auch auf jenem Bild der illustrier­ten Zeitung widerspiegelte. Alles das wäre im Grunde, zumal nach fünf Jahren, für uns höchst gleichgültig, hätte sich die türkische Zeitung Sonposta" in Jstambul mit der bildlichen Wiedergabe der Newyorker Kämpfe nicht einen ganz besonders plumpen Dreh erlaubt.Das ist ja eine feine Gelegenheit," so dachten die saube­ren Schriftleiter dieser Jstambuler Zeitung,dem Nationalsozialismus wieder einmal etwas aus­zuwischen!" Wie das gemacht wurde? Man ver-

Müncheu, 31. Juli.

Das erzbischöfliche Sekretariat in München veröffentlicht zu dem von uns gemeldeten Fund kommunistischer Flugblätter, in denen ein Bünd­nis mit den Katholiken propagiert wurde, fol­gende Erklärung:.

Die Tagespresse meldet, daß die Kommunisten in München Flugblätter an die Katholiken ver­teilt hatten. Von kirchlicher Seite lehnen wir diese kommunistischen Machenschaften mit allem Nachdruck ab. Die katholische Kirche kämpft seit Jahren den schärfsten Kampf gegen den Kommu­nismus und wird eben deshalb in Rußland bis aufs Blut verfolgt. Wir waren und sind auch bereit, mit der staatlichen Obrigkeit im Kampf gegen den Bolschewismus zusammenzuarbeiten und weisen nach wie vor alle moskowitischen Anbiede­rungsversuche, von welcher Seite sie auch kommen mögen, entschieden zurück. Wir dulden auch in unseren katholischen Jugendverbänden keine staats­feindlichen Elemente und würden unnachsicht- lich jeden entfernen, der auf kommunistische

Dresden, 81. Juli.

Der sächsische Minister des Innern erläßt im sächsischen Berwaltungsblatt vom 30. Juli eine Verordnung, wonach aus Grund des Para­graphen 1 der Verordnung des Reichspräsidenten

legte die Vorfälle einfach in die Gegenwart und wechselte auch den Ort der Handlung, indem das Bild die Unterschrift erhielt:Judenfeindliche

Ausschreitungen in Deutschland." So dumm schätzte man in der Tat die eigenen Leser ein, daß man ihnen Gandhi-Anhänger alsdeutsche" Juden vorsetzte. Und so unbeobachtet glaubte sich das türkische Blatt, daß eine Entdeckung dieses allzu skrupellosen Schwindels gar nicht in Rech­nung gestellt wurde. Nun, die Urheber des (übrigens gar nicht neuen) Hetzversuches sind ent­larvt, und ihre ganze Erbärmlichkeit ist jetzt vor aller Welt offenbar. Der Effekt: Weil es keine wirklichen judenfeindliche Ausschreitungen in Deutschland gibt, muß man sie erfinden aber die Lügner bringen sich dabei selbst an den Pranger..

Lockungen einginge. Somit ist der neue kommuni­stische Vorstoß, der in der Psarrei St. Maximilian in München schon vor zwei Monaten ein ähn­liches Vorspiel hatte und gerade durch das so­fortige Eingreifen des Klerus erledigt wurde ein plumper Versuch, die Katholiken als geheime Bundesgenossen der KPD. zu verdächtigen. Der Polizei wird es sicher gelingen, den Drucker und Druckort der Flugblätter ausfindig zu machen und die Verfasser und Absender zur Rechenschaft zu ziehen.

i. A. Dr. Weißthanner, Erzbischöflicher Sekretär. ,

Wir verzeichnen mit Genugtuung die Erklärung des erzbischöflichen Sekretariats in München, die in mehr als einer Hinsicht bemerkenswert ist. Daß die katholische Kirche alle Agitationsversuche der Kommunisten in ihren Reihen nicht nur energisch ablehnt, sondern sogar in Kampfstellung gegen den Volschewismus übergeht, ist erfreulich.

zum Schutz von Volk und Staat vom 28. Februar 1933 für das Gebiet des Landes Sachfen das Tragen von Abzeichen oder von einheitlicher Klei­dung jeder Art, die die Zugehörigkeit zum RS- DFB. (Stahlhelm) kennzeichnet, ferner das Ab­halten von irgendwelchen Versammlungen ein­schließlich geschlossener Mitgliederversammlungen und sogenannter Pslichtappelle sowie von anderen Veranstaltungen (Konzerte usw.) im Freien oder in geschlossenen Räumen durch den NSDFB. (Stahlhelm) verboten werden. Zuwiderhandlun­gen gegen dieses Verbot sallen unter die Straf- vorschristen des Paragraphen 4 der oben erwähn­ten Reichspräsidenten-Verordnung. Die Verord­nung tritt mit dem Tage ihrer Verkündung in Kraft.

Der Stahlhelm hat sich außerstande gezeigt, die nach dem Siege des Nationalsozialismus scharen­weise in seine Reihen gekommenen alten Gegner der nationalsozialistischen Weltanschauung zu ver­antwortungsbewußten und den neuen Staat vor­behaltlos bejahenden Volksgenossen zu erziehen. Es kann heute als erwiesen angesehen werden, daß eine Reihe von alten unverbesser­lichen Staatsfeinden im sächsischen Stahlhelm Unterschlupf gesucht hat, um eine getarnte Wühlarbeit gegen das Dritte Reich zu beginnen. Auch wurden während der allgemeinen Mitgliedersperre immer noch neue Mitglieder aufgenommen. Dies führte bis in die jüngste Zeit zu einer Reihe von unlieb­samen Vorkommnissen. Erwähnenswert ist u. a., daß sich in einer westsächsischen Industriestadt in kürzester Zeit 19 Fälle ereignet haben, wo Stahlhelmer wegen staatsfeind-

Wir hoffen, daß sich diesen Standpunkt nicht nur die obere Geistlichkeit zu eigen macht. 2n den katholischen Verbänden ist gerade in letzter Zeit die kommunistische Propaganda nicht ohne sicht­bare Folgen geblieben. Ueberfälle durch Ange­hörige der katholischen Jugendverbände auf SA.- Männer, Hitlerjungen und Arbeitsdienstmänner waren in den letzten Wochen an der Tagesord­nung. Die Staatsfeinde hier auszumerzen, wird nicht ganz leicht sein, und das erzbischöfliche Se­kretariat wird seiner Erklärung, daß staats­feindliche Elemente in den katholischen Jugend­verbänden nicht geduldet werden, die energische Tat folgen lassen müßen. Der Behauptung, die katholische Kirche habe schon immer im Kampf gegen den Bolschewismus gestanden, steht ent­gegen, daß die der katholischen Kirche nahestehende frühere Zentrumsorganisation lange Zeit mit dem Marxismus Hand in Hand ging.

licher Aeußerungen oderBetättgung zur Rechenschaft gezogen werden mußten. Ein Gutsbesitzer, der Mitglied des Stahlhelms ist, hatte drei Nationalsozialisten aus einmal gekündigt, wodurch sich' sechs andere zum Austritt aus der Partei verleiten ließen, weil sie sonst den Verlust ihrer Arbeitsstellen befürchten mußten. Aeußerungen von Stahlhelmern deuten daraus hin, daß solche Eennuung von Stahlhelm- Unternehmern in Sachen nicht vereinzelt dasteht. Die Tatsache, daß Stahlhelmer wiederholt als Quelle von unruhe stiftenden Ge­rüchten festgestellt worden sind. ließ die Ueber­zeugung Raum gewinnen, daß in dieser Organi­sation Elemente die Oberhand gewonnen haben müssen, die vom Nationalsozialismus in ihre Schlupfwinkel getrieben, sich unter der Maske eines nationalen Verbandes wieder an ihre zer­setzende Arbeit machten. '

Schwerin (Mecklenburg), 31. Juli.

Anläßlich der Haussuchungen bei Stahlhelmern in Mecklenburg hat der Landesführer folgende Erklärung abgegeben:

Bei einer von der Geheimen Staatspolizei angeordneten Haussuchung bei Stahlhelmern nach abgabepflichtigen Waffen ist eine große Anzahl von Gewehren, Karabinern und Pistolen sowie scharfe Munition gefunden worden. Die­jenigen Stahlhelmmänner, bei denen diese Funde gemacht worden sind, haben nicht nur gegen die Gesetze, sondern i^ich gegen die ausdrücklichen Befehle des Landes­führers verstoßen.

Her jüdische flrzl nur für luden

Dom Hauptamt für Volksgesundheit der NSDAP. wird uns geschrieben:

Kauft nicht bei Juden! Diese Parole wird bald jedem Deutschen in Fleisch und Blut über­gegangen sein. Juden sind hier nicht erwünscht! So verkünden die deutschbewußten Gastwirte und viele Gemeinden innerhalb Deutschlands. Man hat die öffentlichen Bäder für Juden gesperrt und nun ist eigens ein Kommissar ernannt wor­den, der darüber zu wachen hat, daß die soge­nannte jüdischeKunst" sich im allgemeinen deutschen Leben nicht mehr zersetzend breit zu machen versucht.

Eines aber hat man noch immer versäumt: den deutschen Volksgenossen einzuhämmern, daß sie den jüdischen Arzt nicht mehr aussuchen. Gewiß, viele tuen das von selbst nicht mehr. Aber ebensoviele sind doch, die da meinen, weil noch eine Reihe von jüdischen Aerzten zugelassen ist, darum mache es auch nichts aus, wenn sie sich ihrer bedienen.

Die Volksgesundheit ist eines der köstlichsten Güter der Nation. Ueber sie zu wachen, ist eine Vertrauensaufgabe. Kann eine solche Ver­trauensaufgabe von Fremdrassigen, die noch dazu, wie die jüngste Vergangenheit wieder bewiesen, in immerwährender Opposition zum neuen Deutschland stehen, erfüllt werden? Schon der wohlmeinende und vernünftig empfindende Laie muß hier mit einem klaren Nein! antwor­ten. Der deutschbewußte, nationalsozialistische Arzt aber erkennt die Gefahren, die hier der Allgemeinheit drohen, erst in ihrer ganzen Größe.

Wenn er darum in dieser Stunde einen Appell an die gesamte deutsche Volksgemeinschaft richtet, wenn er verlangtDer jüdische Arzt nur für Juden!" dann geschieht das aus dem einzigen Wunsche heraus, die Volksgenossen vor Schaden zu behüten, der nicht nur ihnen, sondern in ihrer Person der Gesamtheit, fast unkontrollierbar und darum desto nachdrücklicher, zugefügt werden kann, wenn sie mit ihrer Gesundheitspflege einen Arzt betrauen, der nicht ihres Blutes und darum bar jeden völkischen Willens ist. Der jüdische Arzt hat es in den letzten Jahrzehnten meisterhaft verstanden, sich in den Vordergrund zu drängen. Bei gewissen Kreisen wurde er sogar direkt Mode und in den Verzeichnissen der Kassen­ärzte waren die Eohns und Levis in erschrecken­der Anzahl vertreten. Wenn er nun heute als Kassenarzt ausgeschaltet ist, so haben wir das beruhigende Bewußtsein, daß er zumin-

Plumper Schwindel

eine türkische Zeitung macht aus Nemgsrker öanöki-keawallen juden- feinSliche flusscheeitungen in Seuffchiand

llnisormoerbot für den NSdfv.-Sachsen

Staatssemde im sächsischen Stahlhelm / prbeitnehmer ztim flusirttl aus der Partei gezwungen

pfihner-klirungen m Vetmold

Fortgang der Mchard-Wagner-Festwoche - Sonderbericht von Hanns TNeseke

reichswichtige" Rrchard - Wagner - tche, die m den Tagen vom 20. bis unter der Schirmherrschaft von Frau red Wagner in Detmold stattfand, 'ch ihre neuartige und als bedeutsame, -weisende Musikkulturelle Tat zu wer- coqrammgestaltung weithin Anklang und ll gesunden. Nicht allein, daß zur Durch- des überaus reichhaltigen Wochenpro- bedeuter.de Musiker und namhafte Ge­sten des In- und Auslandes zusammen- n waren, sondern vor allem das hohe musikqeschichtliche Entwickelung bis zum rke von Bayreuth und endlich das Schaf- dessen Trägern, Erben und Erfullern

, und allgemeinverständlich vorzuführen,

Einmalige dieser Festtage, die dem Ver­mach eine periodische Wiederkehr finden >ie Detmolder Tage waren nichts ande- ein wahres Kulturfest rm Eerste d Wagners und zugleich eme wur- -rbereitung auf Bayreuth so- lieklich eine Hinlenkung des deutschen l zu den reinsten Quellen deutscher luherordentlich glücklich stellten Vortrage offener Folge und allgemeinverständlicher weils am Anfang eines immer -mem be- Thema dienenden Tages die Entwicke- : Musik bis zu Wagner, das Lebens- iichard Wagners und die Schaf- ct einer künstlerischen Erben nen dann die bezeichnenden Ausschnitte Werken folgten. Die Hauptreferate hat- : so sehr das äußere Leben, sondern mehr Las allmähliche Entstehen desEesamt- kes" und für das Werden Wagi^rscher chauung bedeutsamen geistigen Bez.rke künstlerische wie menschliche Umwelt des i zum Ziel. Der künstlerische : der Detmolder Festtage, Otto

Daube, der diese Vortrüge hielt, war auf Volkstümlichkeit in der Darstellung bedacht, ent­fernte sich jedoch gelegentlich wesentlich von dem heutigen Stand der Musikforschung vor allem da, wo er Wagner als Vollender und Zusammen­fasse! aller vor ihm erfolgten Musikentwickelung bezeichnete, während sich diese Entwickelung viel weniger spekulativ, als bisher stets gedeutet, vollzogen hat. Gewiß stellt Wagner den un­umstrittenen "Gipfelpunkt deutscher musikdrama- tischer Entwickelung dar, daneben aber dürfen die anderen Großmeister deutscher Musik nicht in den Schatten gestellt werden, eine Einseitig­keit, die in unseren Tagen bei dem zweifellos berechtigten, gesteigerten und führenden Kultur­anspruch des Bayreuther Kreises leicht weitere Kreise in Bann ziehen könnte.

Nach der festlichen Eröffnung mit Fest­ansprachen und Hans von Wolzogens in ihrer inhaltlichen Grundhaltung das Christentum bringt den Germanen die Kultur unseren heutigen Anschauungen nicht mehr entsprechenden deutschen LegendeLonginus" wurde bis gegen Ende der Woche das eigentlicheArbeitspro­gramm" mit folgenden Themen:Oper und Drama",Beethoven und der junge Wagner", Das romantische Kunstwerk",Kunst und Re­volution",Romantischer Pessimismus" undDie Geburt der Tragödie aus dem Geist der Musik" abgewickelt. Das Hauptgewicht der Det- molder-Wagner-Fe st woche lag auf den letzten Tagen. Da war zunächst die Siegfried-Wagner-Feier durch einen aufschlußreichen Vortrag Otto Daubes und einige charakteristische Partien aus dem Lebenswerk dieses berufensten Trägers und unerschütterlichen Erhalters des Bayreuther Werkes in der nach- wagnerischen Zeit, sowie die Aufführung des ur­wüchsigsten seiner Opernwerke,Der Bären­häuter", von besonderem Jnteressi die musi­

kalisch von Generalmusikdirektor Schulz-Dornburg und szenisch von Dr. Hans Winkelmann betreut wurde. Durch Heranziehen von unterschiedlichen Kräften ge­rieten besonders die Ensembleszenen und die Chöre nicht immer, dagegen boten von den So­listen besonders Willy Treffner als Hans Kraft und PaulEümmer als Fremder qualitätvolle Leistungen. Neben einem Franz- Liszt-Konzert wurde sodann ein Fest­konzert deutscher Kunst zu einem ganz bedeuten­den Ereignis, das in den von Generalmusikdirek­tor Karl Elmendorff dirigierten Teilen mit Werken von Richard Wagner, Siegfried Wagner wohl am beglückendsten mit Franz Liszts sinfonischer DichtungMazeppa" war.

Stärksten Erfolg konnte Hans Pfitzner mit seinen von ihm selbst dirigiertenGesängen mit Orchester" erringen, die von Josef Cor- reck eine hervorragende Wiedergabe erfuhren. Die Detmolder Wagner-Woche wurde abge­schlossen mit einem vollkommen dem Schaffen Meister Pfitzners gewidmeten Tage, dem bereits eine Feier vorangegangen war, die der verdienst­volle neueste Biograph des Komponisten. Wal­ter Abendroth, mit einem grundlegenden ReferatHans Pfitzner und seine Kunst" einge­leitet hatte. Der durch seine Persönlichkeit und seinen unermüdlichen Kampf für den deutschen Kunstidealismus zum Erfülle: des Bayreuther Kulturgedankens gewordene Meister heendete sinnvoll diese ergebnisreiche Festwoche mit der von ihm musikalisch wie szenisch geleiteten Auf­führung seinesArmen Heinrich", der eine zwingende, hochwertige Ausprägung erfuhr. Ver­steht sich, daß Pfitzner im Mittelpunkt stürmischer Beifallsehrungen stand.

In einer öffentlichen Kundgebung, zu der sich zahlreiche Volksgenossen eingefunden hatten, verlas Bürgermeister Keller ein Tele­gramm des Führers, in dem dieser für die ihm von der Festwoche übersandten Grüße dankte, sowie ein Telegramm Frau Winifred Wagner, die ihre Freude über den großen Erfolg der Fest­woche ausdrückte. RMchsstzitthalter und Gauleiter

Dr. Meyer hielt eine Ansprache, in der er u. a. erklärte, es gelte den neuen deutschen Menschen zu schaffen, der wieder hohen Idealen nachstrebe. Die Detmolder Festwochen sollten eine Einrichtung auch für kommende Jahre sein, um dieses hohe Ziel zu erreichen. Staatsminister Rieke schloß die Kund­gebung, indem er dem Dank an den Führer, der die Voraussetzung zu solchen Veranstaltungen ge­schaffen habe, Ausdruck verlieh.

Landestheater ttudolstadt gesichert

Das im Vorjahr wieder eröffnete Landes- theater Rudolstadt ist jetzt für ein wei­teres Jahr gesichert worden. Die Spielzeit soll vor­läufig erst auf fünf Monate festgesetzt werden. Als Leiter ist Intendant Petzold verpflichtet worden, der während der beiden letzten Spiel­zeiten das Stadttheater Döbeln leitete.

Heimkehr der 12. Frobenius-krpedition

läroße krfolge in flbessinien, Iransjordanien und libgen

Am Montag kehrte der bekannte Forscher Pro­fessor Leo Frobenius von seiner 12. und letztenAfrika.Expedition nach F ran k- furtam Main zurück. Damit ist das Werk einer 3 9jährigen erfolgreichen For- sch,ertätigkeit abgeschlossen, die unter der Leitung von Eeheimrat Frobenius von einer großen Zahl von Mitarbeitern durchgeführt worden ist.

Seit mehr als einem Jahr ist diese letzt« Ex­pedition an der Arbeit. Zunächst wurden die Felsbilder Spaniens und Südfrank ° reichs aufgenommen. Eine andere Gruppe durchquerte Abessinien, während die jetzt heimgekehrt« Abteilung der Expedition mit Auto­mobilen Transjordanien und Libyen bereist«. Die Aufgabe der abessinischen Abteilung, die unter der Leitung von Privatdozent Dr. Adolf Jenseit stand, war, die Galla- Kulturen im südlichen Abessinien zu studieren, und es gelang den Forschern dort. eine uralte eigentümliche Megalith-Kulturder Eingeborenen zu erschließen. Dr. von den Steinen, ein Mitarbeiter dieser Gruppe, der sich allein in das nördliche Abessinien begab, hatte die Aufgabe, sich besonders mit der Am-

harischen Kultur zu befassen. Die dritte Abteilung wandt« sich in Transjordanien haupt­sächlich dem Studium der Fslsbildsr sowie der Untersuchung von prähistorischen Steinwerkzeugen zu. Zm Dezember vergangenen Jahres unter­nahm Eeheimrat Frobenius eins Inspektionsreise zu dieser Abteilung und begleitet« sie nach Aegypten. von wo aus sie in Autos eine Durch- guerung der Libyschen Wüste unter­nahm an deren Durchführung Eeheimrat Fro­benius beteiligt war Im Mai 1936 zog sich der Forscher eine schwere Blutvergiftung zu, die ihn zwang, in Tripolis zu bleiben Dr. Hans RHotort führte darauf die Expedition allein weiter durch die nördliche Sahara Tripolitanien und Algerien bis zur Marokkanischen Grenze. Die Rückkehr der Expedition der sich Geheimrat Frobenius in Europa wieder anschloß, erfolgte auf dem Landweg - über Spanien und Süd­frankreich.

Professor Frobenius äußert« sich sehr zufrieden über den Verlauf dieser 12 Expedition und wies darauf hin, daß er nunmehr der jüngeren Gene­ration die weitere Forschertätigkeit in den neuen Gebieten überlassen wolle.

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