Ausgabe 
(30.7.1935) Nr. 208
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parteiamtl.Iageszeitung der

Nationalsozialisten Vremens

Das Amtsblatt des Senats der freien Hansestadt Dramen

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Nr. ros / 5. Jahrgang

Vienslag, 50. lull

kinzelprels 15 Npf.

Neuer abeWsch-italienischer örennwischenfall

40 Italiener und 20 slbessinier getötet / Unruhen in krgtliröat / Italien gellt nach Senf

Unssr logssspisgvl

Kommunisten kündigte» in Newyork erneute Uederfälle auf deutsche Schiffe an.

Ein deutscher und ein englischer Pressever­treter wurde» in der Mongolei von chine­sische» Banditen entführt.

Der bisherige Ministerpräsident der hollän­dische» Regierung, Colijn, wurde erneut mit der Regierungsbildung beauftragt.

Graf Luckners Schiff „Mopelia" brannte in Bremerhaven völlig aus.

Die Entwicklung des Außenhandels mit Frankreich ab August wird vor allem von einem Einlenken der französischen Regierung abhängen.

In Bremen fand zum ersten Mal die Meisterprüfung im Gastwirtsgewerbe statt. 3t Prüflinge stiegen ins Examen und be­standen.

Am Donnerstag fährt der zweite Schub der ' Bremer Hitlerjugend ins Sommerlager nach Bad Esse» und Lintorf.

srechlM, die sich überschlügt

Newyork, so. Juli.

Eine Organisation, die sich „Antinazifederation" nennt, kündigte am Montag weitere Kundgebun­gen gegen deutsche Schiffe an und gab bekannt, daß r» einer Versammlung von 278 Verbänden Pläne entworfen werden sollen, die sich gegen das Zeigen der Hakenkreuzslagge richten und zu einem Boykott der „Nazi-Schisse" führen sollen.

Durch diese erneuten Kundgebungen soll auf die Tatsache hingewiesen werden, daß führende Ame­rikaner „Nazi-Schiffslinien" benutzen, ungeachtet der „Verletzung der Rechte amerikanischer Bürger in Deutschtand und der Angriffe auf ihre Reli­gionsgenossen".

Die Newvorker Sonntagspresse verurteilt ein­mütig die „schmachvollen Vorfälle" auf der „Bre­men'^ und zugleich den Bürgermeister Laguardia, der durch seine Bemerkungen in den letzten Tagen mindestens mittelbar die Vorbedingun­gen für die bedauernswerten Aus­schreitungen schuf, in dem er die buntscheckige und Rassenzwisten leicht zugängliche Bevölkerung Newyorks weiter aufreizte.

Sehr scharf zieht die „Washington Post" gegen die Unruhestifter zu Felde. Sie weist Senator King, Bürgermeister Laguardia und die New- yorker Kommunisten darauf Hin, daß die aus­wärtigen Angelegenheiten zur alleinigen Zu-! ständigkeit des Staatsdepartements gehören und daß die internationale Lage schwer kompliziert würde, wenn Einzelpersonen eigenmächtig in die Außenpolitik eingriffen. „Was würden wir sagen, so führt das Blatt aus, wenn eine Horde zweifelhafter Elemente auf ein amerika­nisches Schiff in Hamburg dringen und unsere Flagge herunterreißen würde?"

London, 3V. Juli.

Der Sonderkorrespondent der „Times" in Addis ALeba meldet, die kürzlich verbreitete Nachricht aus Walkeit im Nordwesten des Landes, wo­nach eine italienische Streitmacht in eine» Bezirk vorgedrungen sei, der nach Ansicht des aLessinischen Befehlshabers zu ASessinie» ge­hört, habe sich bestätigt. Die Abessinier hät­te» die Italiener bei Nacht angegriffen und äl> Italiener und 20 Abessinier seien getötet worden, worauf die italienischen Soldaten in Lastautos abvefördert worden seien.

„Daily Telegraph" meldet aus Asmara (Erythräa), der Overkommissar von Jtalienisch-

Verli», 30. Juli.

Der Leiter des Aufklärungs- und Außenamtes beim Reichsarbsitsführer teilt mit:

In ausländischen Zeitungen ist vor kurzem die Nachricht verbreitet worden, der Arbeitsdienst habe ausländischen Besuchern in Deutschland das Betreten der Lager bzw. die Besichtigung von Arbeitsstätten und Arbeitsdienstlagern gesperrt. Diese Nachricht wurde mit Bewußtsein verbreitet, um den Verdacht zu erregen, daß der Arbeitsdienst irgend etwas zu verbergen habe. Wir können hier nur feststellen, daß diese Nachricht nicht den Tat­sachen entspricht.

Selbstverständlich kann nicht jeder zufällig in Deutschland reisende oder sich aufhaltende Aus­länder in jedes beliebige Lager gehen und sich dort den Arbeitsdienst ansehen wollen. Das ist den Reichsangehörigen nicht gestattet, kann also auch einem Ausländer nicht gestattet werden. Man darf nicht übersehen, daß jeder Besuch von Fremden in Lagern und Arbeitsstätten zur Störung des Dienstes führt und schon aus diesem Grunde Besuche, ganz gleichgültig, ob sie von Ausländern oder von Reichsdeutschen erfolgen, Einschränkung finden müssen. Dementsprechend ist angeordnet, daß nur führende Persönlichkeiten fremder Völker, d. h. Ausländer, die in ihrem Heimatlands irgend etwas bedeuten (auf den Ge­bieten der Politik, Wirtschaft, Kultur, Staats­führung usw.) Gelegenheit gegeben werde, Lager und Arbeitsstätten zu sehen, wenn sie es wünschen.

Aus der Flut der Besichtigungen durch Aus­länder in den letzten beiden Monaten wollen wir hier nur folgende erwähnen: Es haben die Do­zenten der fremden Völker an den Hochschulen Berlins vor kurzem Gelegenheit ge­habt, das Reichslehrlager in Rhinluch zu besich­tigen. An dieser Besichtigungsfahrt haben sich die

Ostasrika, General de Bono, habe sich genötigt gesehen, ei» Sondergericht für die Anwen­dung des Militärgesetzes zu ernenne«. Dieses Sondergericht sei für ganz Erythräa zuständig und trete an die Stelle der bisherigen Strafkammer. Es heiße, daß dieser ungewöhnliche Schritt durch Unruhen unter den Eingeborenen und durch die Notwendigkeit der Aufrechterhal­tung strenger Manneszucht in den Arbeiterabtei­lungen veranlaßt worden sei.

General de Bono habe auch eins Bekannt­machung erlassen, in der er den Eingeborenen der Kolonie versichere, daß die 38 000 aus Italien herbeigeschafften Arbeiter ihnen nicht ihr Land wegnehmen würden. Sie seien nur gekommen, um Straßen, Wasserleitungen und Brücken zu

Sauen. Um die Arbeiterabteilungen bei guter Stimmung zu erhalten, habe der Oberkommissar eine Lotterie eingerichtet.

Rom, 30. Juli.

Die Entscheidung über die Teilnahme Italiens an der Mittwoch-Sitzung des Rates ist nunmehr gefallen. Die für Genf bestimmte Delegation ver­läßt bereits Rom, während sich der Delegations­chef Baron Aloisi morgen früh nach Genf begibt. Italien wird in Genf ferner durch zahlreiche Sach­verständige und Juristen vertreten sein.

Wie in hiesigen unterrichteten Kreisen ver­lautet. ist die Haltung Italiens in Genf bisher nicht genau festgelegt worden: sie soll sich vielmehr der Entwicklung der kommenden Genfer Debatte anpassen.

Nun erst recht!

Wir fordern Genugtuung für den Anschlag auf die Hakenkreuzslagge der „Bremen"

U. blü. Noch ist in Deutschland die Protestwelle gegen den skandalösen Newyorker Kommunisten­sturm auf D. „Bremen" nicht verebbt, und schon werden in den Vereinigten Staaten von rotem Ge­sinde! neue Aktionen gegen deutsche Schiffe ange­kündigt. Man spricht von kommunistischen Plänen, das Zeigen der Hakenkreuzflagge auf Schiffen des. neuen Deutschland weiter zu verhindern. Eine ganze Reihe von Fragen drängte sich uns auf: Wie würde die Weltöffentlichkeit wohl urteilen, wenn in Bremen von einem Dampfer der Vereinigten Staaten die ameri­kanische Flagge gewaltsam heruntergeholt würde? Was würde man über „die Zustände im national­sozialistischen Deutschland" zu sagen haben, wenn die deutsche Polizei nicht schon den Versuch zur Wiederholung eines solchen Anschlags auf ein fremdes Hoheitszeichen im Keim ersticken würde? Welchen Eindruck müßte die Welt von den inneren Verhältnissen des Dritten Reiches gewinnen, wenn sich an der Columbuskaje auch nur ähnliche Szenen wie an der Pier von Newyork abspielen würden? Es ist nicht nötig, auf diese Fragen eine Antwort zu geben: die gehässige Kritik, die in an­deren Ländern schon an harmlosen Vorgängen in Deutschland geübt wird, ist zur Genüge bekannt. So aber handelt es sich um Schiffe einer deut­schen Reederei — und da schweigen sich die sonst so „gut unterrichteten" und von „heiligem Zorn über alles Ungerechte erfüllten" ausländischen Blätter in aller Seelenruhe aus. Man nennt das: Charakter!

Doch alle Erörterungen darüber, was wohl ge­schehen würde, wenn in deutschen Häfen die abso­lute Sicherheit fremder Schiffe nicht jederzeit ge­währleistet wäre, ist müßig; denn im national­sozialistischen Staat kann es zu derart peinlichen Zwischenfällen gar nicht kommen. Darin liegt ja eben ein wesentliches Verdien st derStaats- fllhrung in Deutschland, daß sie inner- halb ihres Hoheitsgebietes radikal Ordnung ge­schaffen hat. Die rücksichtslose Strenge, mit der zum Beispiel nach den Vorfällen am Kurfürsten­damm die treibenden Dunkelmänner unschädlich gemacht wurden, hat die Schlagkraft der deutschen Polizei eben erst wieder unter Beweis gestellt. Die nationalsozialistische Regierung hat die Macht­mittel des Staates viel zu fest in der Hand und weiß sie zielsicher genug zur rechten Zeit und an

Her sirbtltsdiensk hat nichts zu verbergen

Feststellungen gegenüber ausländischen Presselügen

Vertreter von mehr als 38 Nationen beteiligt. Mitglieder japanischer Ministerien und des japanischen Parlaments haben Mitte Juni ebenfalls dieses Reichslehrlager in Rhinluch be­sichtigt. Angesehen« Ehinesen sahen Lanke, Vernau und Veiten. 16 Professoren und Studenten hol - ländischerHochschulen haben am 9. Mai Lager in der Gegend von Northeim gesehen; englische, französische und amerikanische Professoren und Studenten Anfang Juni Lager und Arbeits­stätten in Ostpreußen. Ferner sahen die ausländi­schen Studenten der Universität Jena am 19. Juni Lager in Thüringen. 24 solcher ausländischer Stu­denten in Freiburg am 15. Juni Lager und

Nichtarier und Wehrdienst

(Orabtbsriokt unserer UsrUner Lokriktlsitung)

llr. Berlin, 30. Juli.

Im Wehrgesetz vom 22. Mai 1935 war u. a. die Bestimmung getroffen, daß Nichtarier grundsätzlich nicht zum aktiven Wehrdienst herangezogen werden sollen. Zur Durchführung dieser Bestimmung ist jetzt gemeinsam vom Reichsinnen- und Reichs­kriegsminister eine Verordnung im Reichsgesetz- blatt verkündet worden, in der die einzelnen Be­stimmungen festgesetzt werden, unter denen eine Zu- lassung von Nichtariern zum Wehrdienst in Frage kommen kann.

8 1: Arische Abstammung im Sinne des Wehr- gesetzes ist, wer arischer Abstammung im Sinne des Beamtengesetzes ist. Die in der Veamtengcsetz- gebung vorgesehenen Ausnahmen gelten nicht für das Wehrgesetz. Als nichtarisch gilt demnach, wer von nichtarischen, insbesondere jüdischen Eltern oder Eroßeltern abstammt. Es genügt, wenn ein

Arbeitsstätten im Schwarzwald. Eine englische Studienkommission aus 16 Personen bestehend be­suchte am 17. Juni Lager und Arbeitsstätten in der Gegend von Hildesheim und 17 holländisch« Angehörige der Universität Utrecht am 19. Juni Lager im Belgischen Land. Am 17. Juli sahen 18 englische Studenten Lager und Arbeitsstätten in Franken und 33 Amerikaner am 27. Juli Arbeitsstätten und Lager im bayerischen Oberland.

Die großen Kommissionen die soeben in Deutsch­land weilten, wie z B die ibero-amerikamschen Journalisten, die britilcken Frontsoldaten, die Führer der britischen Studentenschaft usw. haben alle Gelegenheit gehabt. Arbeitslager und Arbeits­stätten des Arbeitsdienstes zu sehen.

Eroßelt^rnteil nichtarisch ist. Hat eine Person der jüdischen Religion angehört, so wird vermutet, daß sie nichtarischer Abstammung war. Die Vermutung kann widerlegt werden.

Im Z 2 wird festgesetzt, daß nichtarische Perso- nen, soweit sie wehrfähig sind, ausnahmslos derErsatzreservellüberwiesen werden. Ausnahmen nach 8 15, Absatz 2 des Wehrgesetzes können für Nichtarier zugelassen werden, die nicht mehr als zwei vollnichtarische, insbesondere jüdi­sche Eroßelternteile haben.

Nach 8 3 wird die Musterung ohne Rück- sicht auf die Rassenzugehörigkeit durchgeführt. Ein Nichtarier, der für wehrfähig be­funden und der Ersatzreserve 2 überwiesen werden muß, kann binnen zwei Wochen einen Antrag auf Heranziehung zum aktiven Wehrdienst einreichen. Ueber diesen Antrag entscheidet ein besonderer Prüfungsausschuß, der sich aus einem höheren Ver­waltungsbeamten, einem Offizier und einem rasse- kundlich geschulten Amtsarzt zusammensetzt.

In Uebersee wartet dein Patenkind

Deutsches Schrifttum verbindet uns dem flusland-veutschtum

Das L e i p z i g e r I n st i t u t f ü r Aus­landskunde hat ein Werk ins Leben ge- :usen, das die Förderung aller Deutschen ver- >ient:' die sogenannte ,Lesepatenschaft". Diese Einrichtung hat den Zweck, bsdürstigen deut- chen Volksgenossen im Ausland-durch einen Lesepaten" in der Heimat geeigneten Lesestoss Zeitungen, nationiHs Bücher usw.) zur Der- Lung zu stellen und so die Verbindung nnt »er Heimat enger zu gestalten. Der nach­stehende Artikel berichtet über das deutsche öesepatenwerk.

»glich predigt unsere national erwachte 30 Millionen unserer Volksgenogen l«n- Erenzen des Vaterlandes leben, Jeder on. daß ein starkes, selbstbewußtes Aus- schtum inmitten der Greuel- und Hetz-

lda einen hochbedeutenden außerpolltt-

tor darstellt, und dennoch bleiben diese ge- Begriffe den meisten blind und unersullt. is Deutschtum in Uebersee kennt der weiß i seiner furchtbaren Not des Kultur- Leb-en wir hier im Inland rn emer «von Büchern und Blätter., ,°«i Glksaenossen draußen oft ier.es deutsche m schmerzlich entbehren. „Unser e.nz.ger Lesestoff", w klagte mir einmal ein« kersfrau ist die Gebrauchsanweisung auf enMagäisliische".

ieser brennenden geistigen Not der Um Uebersee zu steuern un:> um die zerrissene

wischen der Heimatund^nen draußen

fester iu knüpfen, hat das Fnstlrur sur skunde. Grenz- und Auslantdeutschtum... mter der Leitung von Dr. ^ grj

"'knd^°uTb°u^^chon"°n die öOOOmal

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tungen, Zeitschriften, Broschüren in beliebigen Abständen) verpflichten und Pfleglinge in Uebersee, die füp solchen Liebesdienst mit Briefen, Schil­derungen und mancherlei kleinen Gefälligkeiten danken. Diese rein persönliche Beziehung zwischen Spender und Nehmer wirkt sich für beide Teile sehr fruchtbringend aus, da nun plötzlich die blassen Begriffe Mutterland und Auslanddeutschtum vom Erlebnis des anderen Menschen durchblutet werden.

Eine neu« Welt erschließt sich dem Lesepaten in der Heimat: erfährt vom Leben seines deutschen Bruders auf der Farm in Kanada, im Urwald Brasiliens, in den Diamantminen Südwestafrikas oder in überseeischen Städtchen wie Hamburg, Breslau und Württemberg, wo sich das Deutsch­tum oft schon generationenlang unverfälscht hielt. Er fühlt mit. wie sich der Ring der Mulatten-, der Japanersiedlungen um das deutsche Dorf schließt. Er nimmt Anteil an den Klagen des Ko­lonisten, daß sich der Anbau von Bananen, Kaffee und Baumwolle nicht mehr verlohnt. Und er spürt auch, wie in den Briefen von draußen die Sehnsucht brennt: ..Je älter man wird, desto mehr überkommt einen das Heimweh". Wie oft haben Pfleglinge auf den Fragebogen des Instituts nach allen nüchtern-sachlichen Angaben mit zitternder Hand den Satz geschrieben: „Nach der Heimat

möcht' ich wieder!"

Einige Prolen aus Pfleglingsbriefen an die Paten mögen bezeugen, wie erschütternd die kulturelle Vereinsamung und wie beseligend der Anschluß an die Heimat denen da draußen ist Um ein deutsches Luch, das 6 Mark kostet, er­stehen zu können", so schreibt einer, „muß ich bis 80 Dutzend Eier oder 20 Hühner verlausen." Und doch brennt der geistige Hunger. Gierig wird selbst der Druck auf Altpapier verschlungen, mo­

natelang wandern .zerlesen« Blätter von Hand zu Hand, bei „einer kleinen Petroleumlampe ohne Zylinder, oft sogar beim Flackern des Holzfeuers" liest man sich lange Winterabende die Grüße aus der Heimat vor und verlangt immer nach mehr: „In manchen Häusern Deutschlands liegen in der Rumpelkammer Blätter mit Gedichten, achtlos beiseitegeworfen. Doch wie würden die Augen unserer Kleinen leuchten und ihr Herz schneller schlagen, erhielten sie eine solche Kleinig­keit! Und wie groß wäre die Freud« älterer Mädels, wenn sie ein — aus der Mode gekom­menes — Modeheft in die Hände bekämen!" — „Meine Freunde und Nachbarn laufen mir fast das Haus «in. Mit einem wahren Heißhunger werden die Sachen über die nationale Aufrichtung der Heimat verschlungen." Oder aus der öden

Buschregion Westkanadas: „Als dreißigjährige Tochter bin ich dem alten Vater in unserer Block­hütte Knecht und Magd zugleich. Meine Hände sind ungelenk geworden, trotzdem darben meine Augen, wenn mich auch Müdigkeit überfällt, in dieser Einsamkeit nach deutschen Büchern."

Erschütternd eine Hilferus aus Kindermund: da schreibt aus Detroit der Sohn eines Front­kämpfers, ein Zwölfjähriger, der einmal deutscher Flieger werden will: „Ich wende mich mit großer Bitte an das Institut, um mir welche Bücher, wo ich meine deutsche Sprache vervollständigen kann, zuzusenden. Der Vater und dieMutterlernen uns deutsch schreiben, auch lesen, aber wir haben bloß eine Fistel, und aus der kann man nicht viel lernen . . ." Aus Hohenau (Paraguay) wird um Kinderbücher gebeten: „denn die armen Klei­nen haben ja zum Spielen fast nichts außer Steinen und Erde". Ein Lehrer am Uruguay berichtet: „Mir leben im Urwald 200 Kilometer von der nächsten Bahnstation. Wir sind deutsch und wollen deutlich bleiben, und wer uns geistige Nahrung aus der Heimat sebickt, tut ein gutes Aoer" sür unsere Kinder und KinLeskinder " Und in Ostafrika träunit ein Vater davon, seine Kinder später in die Heimat schicken zu können, „damit sie mit der HJ. in Reih und Glied marschieren können".

Es drängt unsere Volksdeutschen Bruder draußen, teilzuhaben am Elücksgefühl des natio­nalen Erwachens, mit einzustimmen in das „herr­lich stolze Bekenntnis zur großen deutschen Volks­gemeinschaft." Bewegt schildert «in junger Mensch aus dem südbrasilianischen Rio Grand«, wie er auf abendlichem Ritt das Horst-Wessel-Lied hörte, gesungen von deutschen Arbeitern, die. auf der Schulter die Hacke, durch den Wald heimmar- schierten. Sie grüßten deutsch und kannten doch den Sinn des Liedes kaum: „Da habe ich ihnen von Horst Wessel erzählt. Der Mond stand schon am Himmel, Nachtvögel und Fledermäuse um- schwirrten uns, sie wollten immer noch mehr hören." Ein anderer dankt seinem Paten sür den nationalen Lesestoff: „Nun können wir hier im Urwald, wenn auch räumlich getrennt, doch im gleichen Geist in Schritt und Tritt miteinander für das Dritte Reich marschieren."

Ist es nicht Lohn für jedes Opfer des Lese­paten genug, wenn der Pflegling „unendlich dankbar und beglückt" ist „über die Schriften, die einem die Heimat hinausstringen in die Fremd« und das Gefühl, daß man drllsten nicht vergessen wird!" Mannigfach gestalten sich einige Paten­beziehungen aus. Da werden zwischen Deutsch-

Jn der alt-ehrwürdigen St. Johannis- kirche in Lüneburg fand ein Orgelkonzert start, dessen besondere Note in der Darbietung von nur moderner Orgelmusik bestand. Von Re­ger wurden die als „Örgelmesse" bekannten vier Stücke aus op. 59 gestracht, von denen das herr­liche „Venediktus". eins der schönsten Regcrschen Orgelstücke, wie immer Bewunderung erweckte Besonderes Interesse fand der zweite Teil des Konzerts, das die Uraufführung von Werken des Hamburger Komponisten August Sturke brachte. Schon in drei Choralvorspielen zeigte Sturke hervorragend-! kompositorische Be-

land und Uebersee Briefmarken gegen Schlangen- haut, Photos gegen Proben eigenen Tees, Bilder gegen Pelze getauscht. Ein alternder Pflegling bietet dem Paten seine Farm zur Pacht an, ein junger möchte ein Mädel aus der Heimat hei­raten, und mancher träumt davon, bei einem Be­such in der Heimat den Paten persönlich aufsuchen zu können.

Einmal schrieb die Frau eines Pfleglings die ergreifende Bitte um Zusendung einer Handvoll deutscher Erde: ihr Mann sei, Heimweh im Herzen, gestorben und habe als letztes gewünscht, ein wenig deutsche Erde auf sein Grab zu haben. Mit der Erfüllung dieses Wunsches endete die Paten­schaft. Andere aber laufen weiter, die geistige Brücke zwischen drinnen und draußen immer fester fügend.

So schafft ein Dienst am Volke, dem jeder sich anschließen sollte (das Institut für Auslands­kunde versendet Richtlinien für die Lesepatenschaft, iowie Anschriften von lesehungrigen, hilfsbedürf­tigen Volksbrüdern in aller Welt) ungeahnte, seelische Werte und Kräfte für das deutsche Volks- tum in der Heimat und in der Fremde.

Dr. ll. gabinälsr,

gabung, die sich außer in dem erhebenden „Allein Gott in der Höh' sei Ehr'" und dem prachtvollen „Jerusalem, du hochgebaute Stadt" besonders zeigte in dem in äußerst wirksamen Harmonien eingesponnenen „Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ." Das Beste brachte die abschließende Fuge, die in prächtigem Schwünge echt Vachschen Geist in moderner Form auswies. Man darf auf das weitere Schaffen Starkes gespannt sein Carl Hofsmann der sich wieder als Meister seiner herrlichen Orgel zeigte, nahm sich durch klare und doch farbenprächtige Linienführung dieser Werke mit besonderer Liebe an. Dr. Xr,

Zeitgenössische Vrgelmusik in Lüneburg