Ausgabe 
(29.7.1935) Nr. 207
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parteiamtklageszeitung der

— _ Das Amtsblatt des Senats

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Nr. 20? / Z. Jahrgang

Montag, 29. Jutt

Nationalsozialisten Vremens

der Lreien Hansestadt Bremen

I Anz-Igen-Grundpr-ise: Die 22-ww.Zelle im Anzeigenteil 12 Rps., die Ig.mm.Zeile im T-xtteil 7b Rps.

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Weihevoller ßusklang auf „Stedingselire"

so voll Volksgenossen besuchten in neun Vorstellungen die niederdeutsche kullstötte

tlnssr VagssspHsgsI

Dr. Goebbels richtete an die Besatzung des Lloyddampfers „Bremen" wegen des Zwischen- falles in Newyork ein Telegramm.

Die diesährigen Frftspiele aus „Stedingsehre" nahmen am Sonntag einen weihevollen Aus- klang.

Im „Großen Preis von Deutschland" auf dem NLrbnrgring siegte Nuvolari auf Alsa Romeo. Deutscher Teunismeilter 1938 wurde in Braunschweig Gottfried von Gramm.

Im Leichtathletik-Länderkampf Deutschland — Schweiz in Zürich gewannen die Deutschen überlegen mit 84:84 Punkten.

Bei den deutschen Bahnmeisterschaften der Amateure in Erfurt verteidigte Toni Merkens-Köln seinen Titel als deutscher Fliegermeister erfolgreich.

Die deutschen Rudermeisterschaften 1933 en­deten im Achter mit einem Siege der Ber­liner Verbandsmannschast.

Mahndorf besiegte den deutschen SchlagLall- meister Arbergen mit 34:31 Punkten.

llslmiNNMUU

Bremen, 29. Juli.

Zum neunten und letzten Male in diesem Jahre erfolgte gestern auf der niederdeutschen Kultstätte „Stedingsehre" die Aufführung des Weihefestspiels von August Hinrichs „Ds Ste­llinge". Die Aufführung gewann ihre besondere Note durch die Anwesenheit des Reichsstatthalters Gauleiter Röver, dessen ureigener Initiative ja der Gedanke und die Verwirklichung des Weihefestspiels auf „Stedingsehre" entsprang.

Vor Beginn des Spiels hieß Eauamtsleiter Pg. Athen, der Leiter der Pressepropaganda im Gau Weser-Ems der NSDAP., Oldenburg die wiederum zu vielen Tausenden gekommenen Be­sucher im Namen des Gauleiters willkommen und sprach seine Befriedigung darüber aus, daß dem hehren Werke ein so schönes Gelingen in diesem Jahre beschicken gewesen sei.

„80 909", so sagte Pg. Athen, „sind in neun Vorstellungen zu dem Weihesestspiel gekommen, 80 009 erlebten das Geschehen vor 789 Jahren neu und das, obwohl eine unerhörte Hetze von Dun­

kelmännern gegen das Spiel in Niedersachsen an­gezettelt worden war."

Eindrucksvoll wie alle Vorstellungen war auch die letzte wieder, deren wundervolle Stimmung selbst durch die vorübergehende Ungunst der Witterung nicht vermindert werden konnte. Grog zogen die Szenen von historischer Wahrheit an der atemlos lauschenden Zuschauerschaft vor­über, und nachhaltig und unvergeßlich wird bleiben, was von diesem gewaltigen Erleben die vieltausendköpfige Zuschau'erschaft mit nach Haus» bringt.

Nach Schluß des Spiels ließ es sich unser Gau­leiter nicht nehmen, persönlich vor das Mikro­phon zu treten, um seinen Dank allen denen ab­zusprechen, die an dem hehren Werk mitbeteiligt waren und an dem großen Gelingen mitwirkten. „Ein Telegramm an den Führer und an Reichs­leiter Roscnberg", so kündigte der Gauleiter an, „werde vermelden, daß viele Tausende auf „Stedingsehre" dankbarst dessen gedenken, der doch erst den Boden dafür schuf, daß das Spiel, das das Schicksal der Ältvorderen in ihrem Kampf

um ihre Freiheit darstellt, auf deutschem Boden wiedergegeben werden könne.

Es solle dieses Spiel ein ewiges Wahr­zeichen für das deutsche Volk sein, daß niemals mehr Zwietracht zwischen Menschen deutschen Blutes erstehe und daß keine geistige Knechtung im deutschen Volk mehr geduldet werden dürfe. Der Gauleiter betonte, daß der Kampf gegen der­lei Knechtung nicht bedeute einen Kampf gegen die Kirche, sondern nur gegen Dunkel­männer, welche die Religion mißbrauchten. Jedes Jahr werden an derselben Stelle die Spiele wie in diesem Jahr stattfinden auf demselben Platz, der allerdings noch nicht vollendet sei. So­fort nach Abschluß der Spiele werde von neuem die Arbeit einsetzen, um den Schauplatz für „De Stedinge" zu erweitern und zu vervollkommnen, denn es solle ja „Stedingsehre" ein Wallfahrts­ort für das ganze deutsche Volk werden.

Mit einem Sieg-Heil auf den Führer schloß die eindrucksvolle Kundgebung, der ein zwang­loses Zusammensein aller Mitwirkenden an dem Spiel mit dem Gauleiter noch folgte.

Her Höhepunkt des lleuMlandlasers

voeddels an die „vremen"-öesatning

Berlin, 28. Juli.

Weiheftunde auf dem «Wgel der Nationen"

Unter dem Eindruck der Au°s>h.«stufen gegen den deutschen Dampfer „Bremen" im Newyorker Hafen hat Reichsminister Dr. Goebbels an die Besatzung folgendes Telegramm gerichtet:

„Der Besatzung der „Bremen" übersende ich meine herzlichsten Grüße mit dem Ausdruck auf­richtigster Bewunderung für ihr tapferes Ver­halten bei dem dreisten Ueberfall, den in Newyork die in allen Ländern gleich feigen und in der

Ueberzahl gleich brutalen Kommunisten aus die deutsche Nationalflagge versuchten."

Kommodore Ziegenbein antwortete im Namen der Besatzung:

„Für die uns übersandten Grüße danken wir aufrichtigst und bekennen einmütig, daß es jeder­zeit unsere Pflicht sein wird, wo immer wir auch sind, unsere Nationalflagge gegen jeden Ueber- fall zu schützen. Heil Hitler!

Für die Besatzung der „Bremen" Kommodore Ziegenbein."

Sampfer „Scharnlzorst" in Marseille

Paris, 29. Juli

Der deutsche Dampfer „Scharnhorst" hat auf der Rückreise aus China nach Deutschland zum ersten Male im Hafen von Marseille angelegt. Aus diesem Anlaß fand an Bord des deutschen Schiffes ein Empfang statt, zu dem Vertreter der Behörden und das Konsularkorps geladen waren.

NSVsV.Uniformverbot im Kreis Schmalkalden

Kassel, 29. Juli.

Dom Leiter der Staatspolizeistelle wird mit­geteilt: Auf Grund des 8 1 der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz« von Volk und Staat vom 28 Februar 1933 in Verbindung mit 8 »4 des Pol'izeivervxiltungsgesetzes wird im Einver­nehmen mit dem Regierungspräsidenten in Kassel dem NSDJB. (Stahlhelm) für den Bereich des Kreises Schmalkalden die Abhaltung von Ver­sammlungen und Zusammenkünften isglicher Art sowie das Uniform-, Fahnen- und Abzeichentragen untersagt.

Kuhlmühlps 28. Juli

Das Deutschlandlazer der H'tler-Jugend er­lebte am Sonntagnachmittag seinen festlichen Höhepunkt in einer erhebenden Wsihestundc, die auf dem „Hügel der Nationen" unter den 5V Fahnen aller Länder stattfand. Der Stellvertre­ter des Reichsjugendführers Hartmann-Lauter- bacher verkündete eine Botschaft Baldur von Schirachs, und Gauleiter Bohle grüßte in den jungen Ausländsdeutschen die Millionen unserer Volksgenossen, die außerhalb der deutschen Neichs- arenze leben. Von nah und fern waren unzählige herbeigeeilt, um an dieser Kundgebung deut­schen Jugend teilzunehmen. Die Feier gestaltete sich zu einem gewaltigen Bekenntnis deutscher Jugend aus aller Welt zu ihrem deutschen Volks- tum.

Ein gewaltiges Chorwerk leitet- die Feier ein. 250 deutsche und auslandsdeutsche Hitierfungen vereinigten sich in diesem Spiel zu einer meister­haften symbolischen Darstellung des Deutsch­landlagers. Ein Sprecher forderte die deutschen Jugendgruppen aus fernen Ländern auf: „Kommt nach Deutschland!" und viel­fältig erscholl das Echo zurück: „Wir kom­

men !" Unter den Klängen des Liedes Mär­kische Heide" errichteten dann die deutschen Hit­lerjungen die Zelte als Symbol dafür, daß die Heimat für den Empfang der jungen Kameraden gerüstet sei. Die auslandsdeutschen Gruppen setz­ten sich darauf in Marsch und schlössen bald die Reihen ihrer Kameraden aus der Heimat. Ein einziger Ruf erscholl über das Feld: „Wir sind zu Stelle!", und das Fahnenlied der HJ. ver­einigte schließlich die deutsche Jugend aus aller Welt im Geiste Adolf Hitlers zu dem mehr­wöchigen Aufenthalt in der Heimat.

Der Leiter des Lagers, Oberbannführer Minke, erstattete darauf dem Stabsführer der RJF. Meldung. Stabsführer Hartmann-Lauterbacher eröffnete nunmehr im Namen des Reichsjugend führers, der wegen einer Erkältung nicht teilneh­men konnte, die Kundgebung und verlas eine Botschaft Baldur von Schirachs an die deutsche- Jugend, in der es u. a. heißt:

Deutsche Jugend! Aus allen Teilen der Welt seid ihr hierher geeilt, um im deutschen Vater-

ßbessiiriens Kaiser M öenfer lagung

Vedeutsame flusfülzrungen über abesfinische Militarverkaltnisse

Paris, 29. Juli.

Kaiser von Abessinien hat der Presse eins ng abgegeben, in der im Hinblick au, die hende Ratstagung des Völkerbundes be- rd. daß Abessinien eine friedliche, unpar- und vollständige Losung des Streitfalles Nachdem Italien die Möglichkeit einer liaen Lösung des Streitfalles durch e,n zericht zunichte gemacht habe. bekunde es seinen Willen auf Eroberung abeyim.chen ; und bereite sich auf einen Krieg vor iedliibe Lösung ganz offen ausschaltend, lkerbundsrat müsse üb°r die Achtung und unq des Vertrages und die Aufrechterhall s Friedens in Abessinien wachen. Legen von itattenischen Truppen verletzt worde^ ! noch von italiemichen Truppen„be,etzt ,ei. Völkerbundsrat müsse sich darüber ans- , ob ein Mitgliedsstaat des Völkerbundes ht habe, offen die gebietsmäßige Unantast- eines anderen Staates zu mißachten, sei e inität und Ünabhangigkeit zu b

die Wasfenaei ^lt als Mittel der Cxpan d Eroberung zurückzugreifen. Ab-„.n.-n vertrauensvoll Re Entscheidung

ktosraikö. ....

sZetit Journal" veröffentlicht «ne Unter-

>eines Sonderberichterstatters mit dem

-n Abessinien. der u, a. folgende Erkla abgab: Abessinren hat nicht

mobil gemacht. In dem Sinne, wie man heute diesen Begriff versteht, kann es gar nicht mobil machen. Bei uns lebt der Bauer mit sei­nen Leuten auf seinem Boden, er verteidigt ihn gegen Angriffe genau so, wie ein Hausbesitzer sein Eigentum im Angriffsfalle verteidigt. Wir haben keine Truppen zusammengezogen und keine Armee im Lande versammelt. Denn trotz allem behält Abessinien sein Vertrauen in den Völkerbunds­rat. Wir haben wirklich nur den einen Wunsch, mit unseren Nachbarn im Frieden zu leben. Wir hoffen, daß die Weisheit der Staatsmänner, die in Genf zusammentreten werden, die Imperia­listen zur Achtung der Verträge zwingen wird damit die llnantastbarkeit unseres Gebietes und die Unabhängigkeit Abessiniens gewährleistet wird.

Aber Sie können bekräftigen, daß wir uns auf keinen Fall durch Bomben zivilisieren lassen wollen. Es trifft aber zu, daß wir Kriegs­material in Europa gekauft haben. Aber haben wir nicht das Recht, unsere Polizei zu verstärken und aus unsere Sicherheit acht zu geben? Sie wissen, daß unser Land zweimal so groß ist wie Frankreich und etwa 12 Millionen Einwohner zählt. Wir sind der Ansicht, daß Abessinien das am meisten abgerüstete Land iu der Welt ist. Der Kaiser schloß mit der Bemerkung, daß man seine Kraft zeigen müsse, um nicht genötigt zu sei», sich ihrer zu bedienen.

land das Wbuüir der nationalsozialistischen Ka­meradschaft zu erleben Euer Vaterland hat euch hierher gerufen, und ihr seid diesem Ruf gefolgt, um das' gewaltige Erlebnis dieses Vaterlandes in eure Herzen 'einzufangen und es nach eurer Rückkehr zu euren Familien weiterzuschenken an alle die, denen es nicht vergönnt war, diese Deutschlandfahrt mitzumachen.

Es ist das erste Mal, daß das Deutsche Reich eine derartige Veranstaltung durchführt. Adolf Hitler schuf die Voraussetzungen für dieses Welt­treffen der HJ. Ohne ihn wäre diese Veranstal­tung nicht denkbar gewesen. Die Ausrichtung der ganzen Nation auf diese Fahrt der auslands- dcutschen Jugend ist eine Leistung, die nur durch die nationalsozialistische Bewegung und ihren Führer möglich war. Staat und Führer haben in verständnisvoller Uebereinstimmung, zusam­mengewirkt, um die Durchführung dieses Unter­nehmens zu ermöglichen.

Ihr kommt aus Ländern, die vielleicht in vieler Beziehung reicher und in ihrer räumlichen Aus­dehnung unvergleichlich gewaltiger sind als dieses kleine Deutschland. Aber dieses Deutschland ist unsere Heimat. Ihm gehört unser ganzes Herz, und unsere Liebe fragt ebensowenig wie unsers Kameradschaft nach Geld und Größe. Ihr werdet hier nicht äußeren Glanz, nicht Reichtum und Ueberfluß finden, wohl aber Zeugen einer ge­waltigen geschichtlichen Vergangenheit und einer dieser Vergangenheit würdigen Gegenwart. Auf dem ruhmreichen Boden dieses ewigen Deutschland müht und strebt und schafft ein einiges Volk, euer Volk. Kameraden des deutschen Schicksals, wenn einmal die Fahne dieses Lagers nicht mehr weht, wenn eure Schiffe und Eisenbahnen euch

Pieck über die Niederlage des

Moskau, 29. Juli.

Mit besonderer Zweckbestimmung veröffentlicht die sowjetamtliche Telegraphenagentur am Sonn­tag den eigentlichen Bericht des „deutschen" Kommunistensührers Pieck über die Tätigkeit des kommunistischen Vollzugsausschusses aus dem Komintern-Kongreß am Freitag. Beschränkte sich die sowjetamtliche Agentur in dem ursprünglichen Bericht mehr auf die referierende Wiedergabe der sechsstündigen Rede, so werden jetzt ganze Absätze wörtlich gebracht und einige Teile unter augenfälliger Unterstreichung ihrer Be­stimmung als Gebrauchsanweisung besonders scharf herausgearbeitet.

Pieck ging im Verlauf seiner Rede auf die Niederlage des deutschen Kommunismus ein. Wie er die Angelegenheit behandelte, ist bezeichnend für diese „Führer", die von der sicheren Moskauer Perspektive aus die irregeleiteten und verführten deutschen Arbeiter jetzt auch noch rüffeln, weil sie sich habe« „von dem Nationalsozialismus über­tölpeln lassen". Und heute gibt Pieck auch das Rezept, wie die — nach seinen eigenen Worten — eingetretene Vernichtung der deutschen Kommunisten, hätte verhindert werden kön­nen: Rotfront hätte sich mit dem Reichsbanner vereinigen sollen. Denn „die Kommunisten allein sind leider zu schwach gewesen, um die Katastrophe zu verhindern". Trotz dieser Schwäche der Kommu­nisten glaubt aber Pieck, seinem Herrn und Mei­ster Stalin versichern zu können, daß auch in Deutschland der Wille zur Weltrevolution lebej!?).

Von 97 kommunistischen Parteien in der Welt ieien heute nur 22 legal oder halb legal — wäh­rend man in den anderen Ländern also die staats- zerstörende Tätigkeit der Kommunisten rechtzeitig erkannt hat. Jedoch — und hier kommt in dem Rechenschaftsbericht Piecks die ..treffliche" Note die der Leitstern seiner ganzen Rede ist — „die Sowtjetunion, wo inzwischen die Erfüllung des

wieder wegführen von hier in die Fremde, in das Ausland, wenn ihr uns verlassen müßt für Jahre, vielleicht für euer-ganzes Leben, dann joll in euch das fortleben, was ihr hier geschaut habt. Und ihr sollt in euerm Herzen mit euch tragen fortan bis an euer Ende das Erlebnis dieser ir­dischen und ewigen Heimat, als ein Bekenntnis zu eurem Führer und eurem Volk. Wir grüßen den Führer Adolf Hitler! Sieg-Heil!"

Mit begeisterten Heilrufen nahm die Jugend den Gruß an den Führer Adolf Hitler auf.

Dann sprach der Leiter der Auslandsorgani­sation der NSDAP., Gauleiter Bohle. „Zum ersten Mal", so sagte er u. a„ „seid ihr in dieser Zahl nach Deutschland gekommen, um eure Kame­raden aus dem Reich kennenzulernen und um ru sehen, wie das neue Deutschland Adolf Hitlers geführt wird. Seht euch das neue Deutschland genau an! Nehmt die Größe der heutigen Zeit in euch auf und bewahrt sie als stolzeste Erin­nerung eures Lebens! Erzählt euren Eltern und Geschwistern und allen Deutschen draußen, was ihr hier gesehen habt und berichtet ihnen von dem Aufstieg ihres alten Vaterlandes."

Gauleiter Bohle wandte sich sodann an die jungen Kameraden, die Staatsbürger eines an­deren Landes seien und ermähnte sie zu treu­lichen Jnnehaltung ihrer staatsbürgerlichen Pflichten. Darauf übergab der Stellvertreter des Reichsjuarndführers Stabsführer Lauterbacher den Landesjugendsiihrern der deutschen Hitler­jugendgruppen im Auslande ihre Fahnen, die sie mit dem heimatlichen Volkstum verbinden. Durch Handschlag versprachen sie dem Stellvertreter des Reichsjugendführers Treue zur Fahne und zur Idee.

in Moskau

Kommunismus in Veutschland

Fünfjahresplanes fortschreitet, ist die Grundlage und das Bollwerk der Weltrevolution. Sie stärkt die Proletarier in der ganzen Welt in ihrem Kampf für die Bildung von Räteregierungen" so daß Pieck überall ,die Tendenz des schnellen Heranreifens der revolutionären Triebe feststellen zu können glaubt.

Der beste Beweis hierfür ist sür Pieck Frank- r eich. Die Praxis der französischen Kommuni­sten habe aller Welt gezeigt, wie der Bolschewis­mus kämpfen und siegen könne und die Einheits­front in Frankreich sei einer der größten Erfolge der weltreoolutionären Idee. Es klingt als offene Drohung an die Regierung Laoals (mit der die Sowjetunion bekanntlich einen Freund- schaftsoertrag abgeschlossen hat) wenn Pieck sagt: „Die Lage in Frankreich hat sich so zugespritzt, dai- von der weiteren Aktivität der Massen das Schick­sal der dritten Republik abhängt."

Im letzten Teil seiner Rede ging Pieck auf die Schlußfolgerungen ein, die sich für die Komintern aus der gegenwärtigen Weltlage ergeben. Die größte Bedeutung habe heute eine gute und zug­kräftige Propaganda der angeblichen Erfolge der Sowjetunion. Man müsse aber. so sagte Pieck nicht nur Artikel schreiben, sondern die Massen müßten zur Aufnahme der Idee der Weltrevo­lution bereit gemacht werden. Die krassen Ge­gensätze müßten „erklärt" d. h. geschirrt werden Das beste wäre schon, so meinte der Redner, wenn die Bildung einer einigen kommunistischen Partei sich ermöglichen ließe. An die Verwirklichung die­ses Wunsches glaubt er aber selbst nicht, deshalb schlägt er in seinem Schlußwort vor, daß der „wachsenden Revolutionierung der Werktätigen durch die ständigen Hinweise auf die Macht der Sowjetunion nachgeholfen" werden solle. Denn ein auf diese Weise errungener Sieg werde die Arbeiter dem Kommunismus zuführen.

flSSks flbeba lehnt ab

Rom, 29. Juli

Am Sonntag ging in Rom eine Mitteilung des Völkerbundssekretariats ein, durch die die ita­lienische Regieruklg von der Antwort der abesfini- schen Regierung aus ihre Anfragen vom 14. und 23. Juli in Kenntnis gesetzt wird. Danach lehnt Addis Abeüa ab, dem italienischen Vorschlag ent­sprechend die unterbrochenen Verhandlungen über den Zwischenfall von Ilal-Ual wieder aufzunehmen.

Zu dieser neuen Lage wird in Rom am Sonn­tagabend amtlich noch nicht Stellung genommen. Es ist vorauszusehen, daß die abessinische Ant­wort und die Forderung von Addis Abeba, den Ratsbeschluß vom Mai neu auszulegen, die kom­menden Ratsverhandlungen auf eine für Italien nicht erörterungsfähige Grundlage stellen würde. Eine endgültige Entscheidung Italiens über seine Teilnahme an den Mittwochverhandlungen des Rates wird also auch in erster Linie davon abhängen, wieweit man in Genf der neuesten abessinische« Anregung statt­zugeben gewillt ist.

MerkwürSiise Flugblätter

Kommunisten und katholische Jugend Hand in Hand?

München, 29. Juli.

Nachdem in den letzten Wochen bereits mehr­fach ganz offen Vündnisangebote von den Kommunisten an die katholischen Jugendverbände in Deutschland gerichtet worden sind, und das Organ des Zentralkomitees des internationalen kommunistischen Jugendverbandes im Juni in einem Aufsatz sich positiv mit dieser Frage be­schäftigt hat. sind nunmehr als Auswirkung dieser geheimen Weisungen in München Flugblätter ge­funden worden, die so charakteristisch und be­zeichnend sind. daß sie für sich selbst sprechen.

Die Flugblätter haben folgenden Text:

„An die katholische Bevölkerung Münchens!

Gegen die Vergewaltigung eures Glaubens gilt es, einen verschärften Kampf zu führen. Wir Kommunisten schlagen euch vor, trotz der ver­schiedenen weltanschaulichen Auffassung, einen ge­meinsamen Kamps für die Gewissensfreiheit zu organisieren. Wir schlagen euch vor, in allen Be­trieben, in allen Stadtteilen gemeinsame Komitees zum Kamps für Glaubens- und Eewissenssreiheit zu organisieren. Wir schlagen euch weiter vor, einen gemeinsamen Kampf für die Be­freiung aller eingekerkerten Pfarrer und Ordens­schwestern, für die Befreiung aller Antifaschisten zu organisieren! Schaffung von Selbstschutz­formationen zum Schutze der antifaschistischen Be­völkerung. — Die KPD.

Es wäre sehr interessant, zu erfahren, was die Leitung der katholischen Jugendverbände und die Bischöfe als berufene Hüter der katholischen Re­ligion zu diesem Bllndnisangebot zu sagen haben. Es ist darauf hinzuweisen, daß bei einem Kaplan in Sachsen vor einiger Zeit in größeren Mengen aus der Tschechoslowakei herübergeschmuggeltes Propagandamaterial gefunden wurde und daß auch an verschiedenen anderen Stellen Deutsch­lands eine engere Verbindung zwischen Mitglie­dern der katholischen Kirche und Marxisten fest­gestellt worden ist. Eine Erklärung der zustän­digen Stelle der Kirche wäre hier dringend von- nöten, wenn nicht die katholischen Jugendver­bände mit den deutschen Bolschewisten auf eine Stufe gestellt werden sollen.

Polnisches Militärflugzeug abgestürzt

Warschau, 29. Juli.

Dicht bei Warschau in der Nähe des berühmten Schlosses Willanow stürzte ein Militärflugzeug aus einer Höh« von 300 Metern ab. Alle drei Flieger, nämlich zwei Offiziere und ein Beamter des technischen Forschungsinstituts, erlitten den Tod. Die Katastrophe des Flugzeuges, das seinen ersten Probeflug machte, wird auf einen Motor­defekt zurückgeführt.

Munitionsfabrik explodiert

Mailand, 29. Juli.

In einer Pulverfabrik in Varese in der Nähe von Mailand ereignete sich ein schweres Explo- sionsunglück. Unter den Trümmern der Fabrik sollen 39 bis 49 Tote liegen. Ueber die Ursache der Explosion ist bis jetzt noch nichts zu erfah­ren, da starke Absperrungsmaßnahmen getroffen wurden und eine direkte Verbindung mit den verantwortlichen Stellen noch nicht möglich war. Die Bevölkerung von Varese befindet sich in größter Aufregung, da die Detonationen weithin hörbar waren.

Oberst veck nicht in Senf

Warschau. 29. Juli.

Wie polnische Blätter melden, wird Außen­minister Oberst Beck nicht an der am 31. Juli beginnenden Sondertagunq des Völkerbundsrates teilnehmen,