parteiamll.Iageszeilung der
Vas flmtsblatt des Senats
Nationalsozialisten Vremens
der Zreien Hansestadt Nremen
NS.-Eauverlag Weser-Ems E
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remen.
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Nr. 205 / 5. Jahrgang
1 S Z 5
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Vonnerswg, 25. Zutt
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Neichsinnenminister Vr. frick besucht das Lager in Ktchlmichle bei kbeinsberg / deutsches volkstum in front
Unser lagvsspisgel
Im Zusammenhang mit dem jtalienisch-aves- sinischen Konflikt wenden sich italienische Blätter scharf gegen England.
Die Glaubenskämpfe im irischen Freistaat nehmen einen immer ernsteren Charakter an. Der Führer der britischen Frontkämpferabordnung äußerte sich in London sehr begeistert über seinen Deutschlandbesuch.
Der Reichsarbeitsminister hat die Zusammenarbeit des Amtes „Schönheit der Arbeit" mit den Eewerbeaussichtsbehörden geregelt. Reichsinnenminister Dr. Frick stattete dem Deutschlandlager der HJ. in Kuhlmiihle eine» Besuch ab.
In München wurden 13 Fleischermeister wegen Preistreiberei in Schutzhaft genommen.
Aus Anordnung des Reichs- und preußischen Ministers für Ernährung und Landwirtschaft wird eine Erhebung über Eetreidelager- häuser durchgeführt.
2m Jnterzonenfinale um den Davispokal unterlag Deutschland gegen Amerika 4:1.
Aus der Schwachhauser Heerstraße geriet eine Radfahrerin unter einen Lastkraftzug und wurde tödlich verletzt.
Statt Waffen Pflastersteine
Rätselhaftes Verschwinden einer französischen Wassensendung für Argentinien
Paris. 25. Juli.
Seit zwei Tagen sucht die französische Sicherheitspolizei das eigenartige Verschwinden von 25000 Kilogramm Waffen und Munition im Freihafen von Le Havre aufzuklären. Der Bürgermeister von Le Havre hat dem „Mattn" über die geheimnisvolle Angelegenheit folgendes berichtet:
Vor vier oder fünf Monaten erhielt eine Pariser Waffen- und Munitionsfabrik einen großen Lieferungsauftrag für Buenos Aires. Die aus Maschinengewehren, Gewehren, Pulver, Granaten und Patronen bestehende Sendung wurde in 325 Kisten mit einem Gesamtgewicht von 25 000 Kilogramm verpackt und in Rouen auf zwei Dampfer verfrachtet. Als diese bereits ausgelaufen waren und sich auf der Höhe von Le Havre befanden, wurde die französische Regierung von der argentinischen Regierung ersucht, die Sendung zu verhindern; doch war es spät. Am Bestimmungsort angekommen, hat die Zollverwaltung die Einfuhr dieser gefährlichen Ladung verhindert. Einige Wochen später wurden die unerwünschten Kisten nach Frankreich zurück- besördert, ordnungsmäßig in Le Havre gelöscht und dort im Freihafen eingelagert. Bei einer Zollrevision stellten sich gewisse Unregelmäßigkeiten heraus, woraufhin die Kisten geöffnet wurden. Zum großen Erstaunen der Zollbeamten fand man aber nicht Waffen und Munition, sondern Pflastersteine und Sand vor.
Berlin. 25. Juli
Am Mittwoch besuchte Reichsminister Dr. Frick in Begleitung -es Stellvertreters des Reichs- jugendsührers Stabssührer Hartmann-Lauter- bacher, Majors Liepold und des Landrates des Kreises Ostprignitz, SS.-Obersührer Gras Wedel, das Deutschland-Lager der Hitler-Jugend in Kuhlmiihle Lei Rheinsberg.
Dr. Frick schritt die Front der Ehrenge - folgschaft der Hitler - Jugend ab, wobei er bei den einzelnen Jungen in längerer Unterhaltung verweilte. Nach der Besichtigung einer Lagerabteilung — im ganzen sind vierLager- abteilungen und ein besonderes Lager der Marine-Hitler - Jugend vorhanden —
London, 25. Juli.
Die gespannte, durch die Glaubenskämpse zwischen Katholiken und Protestanten hervorgerufene Lage in einigen Teilen des irischen Freistaates dauert an. In Ealway rissen irische Hasenarbeiter die englische Flagge von einem aus Velsast kommenden Schiff herunter und bedrohten die Besatzung mit Tätlichkeiten, falls sie an Land gehen würde. In Limerick haben die Hafenarbeiter ebenfalls die Ausladung nordirischer Güter verweigert.
Wie aus Belfast weiter gemeldet wird, find dort die katholischen Hafenarbeiter, wegen der Drohungen protestantischer Gegner, nicht mehr zur Arbeit zurückgekehrt. Vor dem „blutigen 12. Juli" waren 466 katholische Hafenarbeiter in Velsast angestellt. Ein Mühlenwerk mußte geschlossen werden, weil 26 protestantische Mädchen die Arbeit verweigerten, bis sämtliche katholischen Angestellten entlassen seien. Eine 18jährige Fabrikarbeiterin ist durch eine aus dem Hinterhalt abgefeuerte Kugel verletzt worden. Bisher sind beim Stadtrat von Belfast 446 Schadenersatzforderungen in Höhe von 15 668 Pfund eingereicht worden.
Neuerdings ist es in Belfast auch zu Streitereien mit italienischen Familien gekommen. Mehrere italienische Familien sind schwer bedroht worden; drei von ihnen wurden mit Gewalt aus ihren Wohnungen entfernt. Die ita- lienische Kolonie hat Vorstellungen beim Konsul in Belfast erhoben und um Schutz gebeten. Von
bestieg der Minister den Kommandoturm des Deutschland-Lagers, zu dessen beiden Seiten die Fahnen des Reiches und der 51 im Lager vertretenen europäischen und außereuropäischen Staaten wehen. Dann wurden die anderen Abteilungen besichtigt. Ferner wurden das Lazarett des Deutschlandlagers und die Sanitäts- und Verpflegungswagen des Hilsszuges Bayern besucht.
Auf dem großen Thingplatz, der mit den Fahnen des neuen Deutschlands und mit Fahnen und Wimpeln der auslandsdeutschen Jugend geschmückt war, eröffnete Stabsführer Hartmann - Lauterbacher dann eine Feierstunde. Reichsminister Dr. Frick sprach zur Jugend. Er wies darauf hin, daß der Aufenthalt in diesem schönen märkischen Lager einer körper-
italienischer Seite sind Repressalien ergriffen worden, indem italienische Aufträge an Belfaster Firmen in Höhe von einer halben Million Mark zurückgezogen worden sind.
Der Oberrichter von Nordirland, Sir William Moore, erklärte am Dienstag in einer Ansprache an den Stadtrat von Belfast, daß die Unruhen durch drei Klassen von Menschen verursacht würden: 1. durch Leute, die ihren Führern den Gehorsam verweigern, 2. durch Leute, die ihre Nachbarn „aus Liebe zu Gott" hassen und deshalb einen bitteren Rachekrieg durchführen und 3. durch Leute, die nur auf Raub und Plünderet aus sind.
Die nationalistische Fraktion des nordirischen Parlaments erklärt, daß die nordirische Regierung selbst durch ihre aufhetzenden sektiererischen Reden den Voykott der Katholiken unterstützt habe und deshalb für die Verwüstungen und Tumulte verantwortlich sei.
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Die Vorgänge, die sich neuerdings im irischen Freistaat abspielen, widersprechen den Begriffen von Zivilisation und staatlicher Ordnung in einem Maße, daß man sich fragen muß, woher eine gewisse Auslandspresse den Mut nimmt, angesichts solcher Ereignisse sich über harmlose Zwischenfälle in Deutschland zu ereifern. Wenn es gilt, irgendwo für die Aufrechterhaltung kulturwürdiger Zustände zu sorgen, so ist das gegenwärtig gerade im irischen Freistaat in hohem Maße der Fall. Zieht man weiter in Betracht, daß auch in anderen Teilen der zivilisierten Welt, so vor allem in der Tschechoslowakei, in Oesterreich und in Amerika, Straßenunruhen, Gewalttaten, Progrome, Fälle von Lynchjustiz
lichen Ertüchtigung diene und daß die Jugend hier Erholung finden solle nach der Arbeit in Schule und Werkstatt. Ueber der körperlichen Ertüchtigung solle aber die geistige Schulung nicht vergessen werden, die mindestens ebenso wichtig sei. Diese Schulung bestehe vor allem darin, den Geist der Volksgemeinschaft zu erfassen, den Geist der Kameradschaftlichkeit, der sie durch ihr ganzes Leben geleiten werde. Alle Gegensätze sozialer, konfessioneller oder sonstiger Art sollen durch das Gemeinschaftsleben ynd den Kameradschaftssinn verschwinden. Das ist die Schulung, die die Staatsjugend, die Hitler-Jugend, hier in diesem Lager mit auf den Weg gibt für's ganze Leben.
(Fortsetzung auf Seite 2)
und ähnliche Dinge vorkommen, so ergibt sich Tag für Tag ein immer krasser hervortretender Widerspruch zwischen der Haltung eines Teils der ausländischen Presse und den wirklichen Ereignissen. Jene Presse sollte sich jedenfalls um die skandalösen Zustände im eigenen Hause kümmern, statt mit Lügen, Entstellungen und offenen Gehässigkeiten gegen das vollkommen ruhige und disziplinierte Deutschland zu hetzen.
Vessauer Sroßkafen wirk» gebaut
Dessau, 25. Juli.
Das seit einem Jahre erwogene Projekt eines Jndustriehafens bei Dessau gelangt nun zur Ausführung. Es handelt sich um einen Hafen von 960 Meter Länge und 65 Meter Breite, der bei Rodleben an der Elbe gebaut wird. Insgesamt werden durch dieses Projekt 2.5 Mill. RM. ins Rollen kommen. An der Finanzierung sind die Reichsversicherungsanstalt für Angestellte, die Gesellschaft für öffentliche Arbeiten, der anhaltische Staat und die Stadt Dessau beteiligt. Es ist zu erwarten, daß sich im Hinterland des neuen Jndustriehafens eine starke industrielle Tätigkeit entwickeln wird.
liwischer Mödchenfchänder
von einem Wiener Gericht zu zwei Monaten Kerker verurteilt
Wien, 25. Juli.
Von einem Schösfensenat des Kreisgerichts in Wiener-Neustadt wurde der kürzlich in Haft genommene 82jährige jüdische Rabbiner Jsidor Friedmann aus Vöslau bei Wien wegen Verbrechens der Schändung schwererziehbarer Mädchen zu zwei Monaten schweren Kerkers verurteilt.
weg und Ziel der Marktordnung
Es besteht kein Zweifel darüber, daß die Maß, nahmen des Reichsnährstandes auf dem Gebiet der Marktordnung im In- und Ausland ip letzter Zeit ein« immer größer werdend« Beachtung fanden. Trotzdem herrscht über die Abgrenzung der Begriffs und das eigentliche Ziel dieser Maßnahmen noch Unklarheit. Die folgenden Ausführungen sollen dazu beitragen, diese Unklarheit zu beseitigen.
Wer die neuen Maßnahmen zur Marktordnung verstehen will, muß sich an die hinter uns liegenden Zeiten zurückerinnern. Die Landwirtschaft führte jahraus, jghrein und Tag für Tag einen dauernden Kampf um die Preise der landwirtschaftlichen Erzeugnisse. Die Erfolge waren im Durchschnitt in keiner Weise mit den aufgewandten Mühen in Einklang zu bringen. Sie konnten zu keinem Erfolge führen in einer Zeit, als die Börsen und das jüdische Weltkapital den Markt beherrschten und die Preise durch das Scheingesetz von Angebot und Nachfrage diktiert wurden. Daneben standen der Landwirtschaft in Industrie und Gewerbe Absatz- und Preiskartelle gegenüber, die für ihre an die Landwirtschaft gelieferten Waren feststehende Preise verlangten. Dem Verbraucher in jener Zeit war es völlig gleichgültig, woher die notwendigen Lebensmittel kamen, wenn sie nur scheinbar billig waren. Im Verhältnis zu dem Preis, den der Erzeuger erhielt, waren sie in Wirklichkeit teuer. Regierung und Wirtschaftsführung konnten infolge des jüdischen Einflusses, den sie selbst großgezogen hatten, nichts zur Behebung der Uebelstände tun.
Der Nationalsozialismus mußte von anderen Voraussetzungen ausgehen. Die unfreundliche Haltung des Auslands (verursacht durch gewissenlose jüdische Hetze) und die angespannte Devisen- lage zwangen uns, die Selbstversorgung des deutschen Volkes auf dem Gebiet der Ernährungswirtschaft aus eigener Kraft sicherzustellen. Der Bauer als Erzeuger, der Händler als Verteiler und das Gewerbe als Verarbeiter landwirtschaftlicher Erzeugnisse hatten ein Ziel und eine Aufgabe: Die Ernährung des ganzen Volkes sicherzustellen und damit ihre Tätigkeit als Aufgabe für die gesamte Volkswirtschaft aufzufassen. Es konnte nicht darum gehen, irgendwelche Standessonderinteressen zu befriedigen, sondern allein, den Erfordernissen des ganzen Volkes zu dienen. Nur unter diesem Gesichtspunkt ist das große Ziel, das der Führer der Ernährungswirtschaft gestellt hat, ganz zu verstehen.
Die Schuldenlast der Landwirtschaft war bis zur Machtübernahme so gewaltig gestiegen, daß eine Gefährdung der Ernährungs-
weitere siellglonskämpse im Irischen freistaat
Haß „aus Liebe zu Sott" / Kaliiolifche Hafenarbeiter schwer bedroht
Fünftausend 7alire Kultur im Schutt
wie wird Hermopolis ausgegraben? / von Werner Schumann
As vor sechs Jahren die Nachricht durch die itungen ging, deutsche Forscher rüsteten zu >er Expedition nach Hermopolis in Mittel- ypten, um dort die Ruinen einer uralten yptischen Stadt freizulegen, waren nicht nur Fachleute auf das Ergebnis gespannt. Denn >e Aegyptologen, an der Spitze der Leiter des ldesheimer Pelizaeus-Museums, Dr. E. Roe- waren die ersten Deutschen, die nach dem eltkrieg von der Regierung in Kairo die abungskonzession erhalten hatten. Was sie weckten, hat der deutschen Altertumswißen- rst neuen Ruhm eingebracht. Sie haben das aze Gebiet der antiken Stadtanlage topogra- isch festgelegt und neben wichtigen Koloß al- tuen, Tempeltüren, Wohnhaus-Ruinen, Gra- farkophagen, Druckwasserleitungen und un- sligen Kleinfunden vor allem jene heilige amarisken-Ebene" mit ihrer 15 Meter dicken auer freigelegt, der der altägyptische Schop- "gsglaube den Ursprung der Welt zuweist, rmopolis wurde, nach der Meinung der llr- Dohner, dieses an Landschaftsschönheit und Mkmälern reichen Landes, an der Stelle ernt. von der einst im Anfang alles Leben aus ßer Erde ausging.
5000 Jahre Kultur liegen hier in Schichten ^einander. Die deutschen Forscher gingen nach r modernen und mehrfach bewährten Methode r „Schichten-Analyse" vor. Mit Meßmstru- -nten, Fluchtstäben und Kompaß und nicht zu- sit den Hacken in den Händen der koptischen cbeiter wird in die inselhaft sich erhebende tadtruine ein System von Gräben gesenkt, die ^ Stunde zu Stunde und von -r.ag zu -rag nner tiefer in die anderthalb Jahrtausende >ter der Erde schlummernde Stadt eindrangen, a zeigen sich, während der Schutt in Korben Jungen beiseitegeschafft wird, Herde uno
Backöfen, Reste vom Straßenpflaster und Vade- stuben mit Mosaikfußböden, Knochenreste, metallene Spangen, Tongefätze und Fayence- Statuetten. Allmählich gewinnt man einen Ueberblick über die Straßenfluchten. die Lage der Tempel und öffentlichen Gebäude. Die jüngsten Kulturen, die christliche und hellenistische, zeichnen sich in ihrem Aufbau zuerst klar ab. Schwieriger sind schon die Schichten der spätägyptischen Zeit, des mittleren oder gar des alten Reiches zu erreichen. Alle diese Zeitalter zeichnen sich im Profil der Gräben nicht immer eindeutig ab. Die größte Erschwerung jedoch bedeutet der jahrzehntelang ungehemmt betriebene, beinahe industrialisierte Raubbau der „Sebbach-Holer". Die Fellachen nämlich brauchen zum Düngen ihres Ackerlandes Salze, Salpeter und Ammoniak. Und diese kostbaren Stoffe finden sie verhältnismäßig leicht in den Lehmziegeln, mit denen die alten Aegypter ihre Häuser bauten. So haben die Fellachen, menschlichen Maulwürfen gleich, lange Jahre hindurch, ohne von der Regierung daran gehindert zu werden, die wie vorweltliche Fabelwesen aus dem Schutthügel ragenden Ruinen .abgebaut" und uralte Wohnhäuser, Mauern und Räume sinnlos zerstört. Dieses Vernichtungs- werk erschwert die Arbeiten der deutschen Expedition außerordentlich. Neben den dünger- hungrigen Bauern fanden sich aus den größeren Städten noch die wilden Papyrus-Sammler in hellen Scharen ein, um in den Trümmern nach vergilbten Dokumenten zu „buddeln". Es ist nicht schwer, sich vorzustellen, daß diese Sammelwut oft kostbare Reliefs oder Kapitäle zerstört hat. ohne daß die „Funde" an Wert den Zerstörungen einigermaßen entsprachen. Die Zeiten für den „Sebbach-Holer" sind heute vorbei. Das erstarkte Nationalbewußtsein der Aegypter weiß um seine große Vergangenheit. Die „Tell"-
Hllgel, unter denen die alten Städte begraben liegen, werden streng bewacht.
Morgens um 7 Uhr ziehen die angeworbenen Arbeiter zu den Grabungsstellen, rvo sie in „Kompagnien" unter Leitung eines „Rais" (Arbeitssührer) eingeteilt und in den einzelnen Revieren angesetzt werden. Und bald greifen hundert Hacken öder mehr den Jahrtausendschutt mit geübten Schlägen an, die Korbträger summen und brummen, wie schon die Nilruderer in vorchristlicher Zeit, ihre monotonen Rhythmen (aaah und hmmmm) und der wissenschaftliche deutsche Aufseher, dem einer der Gräben untersteht, eilt hierhin und dorthin, um mit dem unentbehrlichen „Kratzer" eine Keramik, ein Feuersteingerät oder ein byzantinisches Opferbecken vorsichtig von der harten Kruste einiger Dutzend Jahrhunderte zu befreien.
vorgeschrieben hat. Gegen die Fliegen und unzähligen Insekten, die die vorübAziehenden Viehherden mit sich führen, gibt es keinen Schutz. Sie setzen sich in den Augenwinkeln fest und rufen jene gefürchtet« „ägyptische Augenkrankheit" hervor, die schon vor Jahrtausenden von Speziali- sten bekämpft wurde.
Die Landessprache ist Arabisch. Aber nicht jeder der deutschen Gelehrten spricht sie perfekt. Es genügt, wenn er die allernotwendigsten Fach- Vokabeln beherrscht, die der unmittelbaren Verständigung dienen: „bil-mZI" ^ schräg, „bil-
mieLn" — senkrecht. Solch ein Zuruf kann oft
im letzten Augenblick noch verhindern., daß, die Hacke zerstörerisch über ein Weihrelief herfällt oder einem der Oefen, in denen einst heilige Katzen verbrannt wurden, unoorschriftsmäßig zu Leibe geht . . .
Mittags wird eine kurze Pause gemacht. Und am Nachmittag um 5 Uhr ist das Tagewerk, für den Arbeiter wenigstens, beendet. Die Registrier- arbeit und das Jnschriften-Entziffern der deutschen Forscher, das Entwickeln der Aufnahmen usw. allerdings geht weiter, oft bis tief in die Nacht hinein, in der der ewige Wind nicht zur Ruhe kommen will.
Der tanzende „Völkerbund "
Mckblick aus den ersten Internationalen Volkstanz-kongreß in London
Von unserem l>onckonsr Lsriob tsrstattsr VVornsr Oroios
Welch wunderbares Erlebnis mag es sein, wenn ein Papyrusfund später als das Schreibheft eines kleinen hermopolitanischen Schulbuben entziffert wird, in dem er ein gestelltes Aufsatzthema abhandelte oder seine Konjugationsübungen angstschwitzend erledigte? Die Schulkinder von Hermopolis hatten ja auch schon die „Klassiker" Turipides, Aristophenes und die bedeutendsten „modernen" Schriftsteller gehörig zu büffeln; und beliebt war als Stoff für eine Erzählung das Menander nachgesagte Wort: „Denn alle
Schuld rächt sich auf Erden . . ."
Die Kopten freilich, die im Sonnenbrand des Tages ihre Hacken schwingen, werden kaum über jene rührenden Ueberbleibsel ihrer Urahnen nachdenken. Sie gehen vollkommen auf im Rhythmus ihrer Arbeit. Willig fügen sie sich in die strenge Ordnung und Klarheit der Grabung. Natürlich gibt es auch Zwischenfälle, ergötzliche und auch weniger angenehme; wenn zum Beispiel ein verwildertes Kätzchen durch eine Hausruine fegt. ein Fuchs plötzlich aus seinem Bau auftaucht oder ein giftstachliger Skorpion, der dem Krebs ähnlich sieht, einen der Arbeiter sticht. Aber die Leitung der Erabungsstelle ist gerüstet: Dem Verletzten wird sofort ein Schutzserum verabfolgt, das die ägyptische Regierung
Der Engländer sagt von sich selbst — und zweifellos nicht ganz mit Unrecht! —. daß die Natur ihn mit einem gewissen Phlegma bedacht hat, das vor unnötigen Aufregungen schützt. So steht der Engländer allen Ereignissen zunächst mit stoischem Gleichmut gegenüber. Ausnahmen bilden selbstverständlich irgendwelche sportlichen Ereignisse — oder primitive, sinnfällige Eindrücke, die unmittelbar zum Herzen sprechen. Eine Fülle solcher Eindrücke erweckten die einzigartigen Darbietungen, die die letzte Woche hindurch der in London tagende erste Internationale Volkstanz.Kongreß geboten hat. Es war ein wirklicher und wahrhaftiger „Völkerbund", der sich hier an der Themse ! zusammengefunden hatte. Ein Völkerbund, so wie j er eigentlich sein müßte Siebzehn verschiedene ! Nationen mit ihren Abordnungen. Bannern, i Trachten, verschiedenartigen Sitten Melodien und . — was vielleicht am stärksten die Eigenheit jedes i einzelnen Volkes kennzeichnet — ihren traoitio- nellen Volkstänzen. Kaum einer von ihnen verstand den andern. Denn es waren tatsächlich
Leute aus dem „Volk", die echtesten Repräsentanten ihrer Nationalität, die kaum mehr als ihre eigene Sprache kannten und von denen sicherlich noch keiner in der großen Stadt London geweilt hatte. Trotzdem „verstanden" sie einander aufs beste. Der Kongreß ging zu Ende. ohne die kleinste Reibung. Die deutschen Vertreter mit ihrer riesigen Hakenkreuzflagge klatschten begeistert zu den Tänzen der Polen, die Polen bewunderten die graziösen litauischen Tänze. Die Ungarn zollten den Rumänen Anerkennung und Bewunderung - und trotz der babylonischen Spra- chenverwirrung war das ganze eine fröhliche und freundliche Familie, wie es der Völkerbund in Wahrheit sein sollte und leider nicht ist! . . .
Mit 'einer Vorführung im Hyde Park begannen die Kundgebungen, und sie endeten in den Gärten des Erzbischöflichen Palastes in London. Dazwischen lagen die Triumphfeiern der „Volksränzer" in der riesigen Albert-Halle. Abend für Abend war sie bis auf den letzten Platz gefüllt von einem begeisterten Publikum — Abend für Abend brausten die Beifallsstürme, die