Ausgabe 
(22.7.1935) Nr. 200
Seite
1
 
Einzelbild herunterladen

2^-

8

«r

L -

4k

L 2 2 - V

-6

eu °ä

rr L

kv

« ?

s ^ ? 2 L«

N

s-

o

0

v

2

Z Z L ^ r §

° ^

-sr S

v

' v ? ">

--L

z> 2

' §

parteiamtklageszeilung der

Das flmtsblatt des Senats

NalionalsozialistenVremens

der Zreien fjansestadt Vremen

1 S Z 5

I Anzeigen-Grundpreise: Die 22-mm-Zeils im Anzeigenteil 12 Rpf., die 70-mm.Zeile im Lextteil 7ö Rpl-

I Ermäßigte Grundpreise (für kleine Anzeigen, Familienanzeigen u. a.) sowie sonstige Bedingungen laut

I Preisliste 4. (Nachlaßstafsel 0.) Für Anzeigen durch Fernsprecher keine Gewähr. Annahmeschluß 16 Uhr.

D Sprechzeit: Verlag werktäglich von 12—13 Uhr; Schriftleitung Dienstag bis Freitag von 12V-—13 /- Uhr.

Nr. roo / r. Zakegang

Montag, rr. Juli

kinzelprels 1S Npf.

6raf helldorf packt das übel an der Wurzel

Unterredung mit dem neuen Polizeipräsidenten von Serlin / Zusammenarbeit zwischen Polizei und Parteidienststellen

Unser lagesspiegsl ,

Der neue Polizeipräsident von Berlin gab Erklärungen über seine Säubernngsaktion ab

Die britischen Frontkämpfer nahmen in Mün­chen an einer Heldengedenkstnnde vor dem Armee-Museam teil

Die Landwirtschaft ist noch immer nicht ans- reichend mit Fachkräften versorgt

Eroßfeuer zerstörte anf dem Fabrikgelände der Hansa-Lloyd-Werke zwei Schuppen

2m Kragen Motorradpreis von Belgien er­rang Deutschland mit seinen DKW-Maschinen einen eindrucksvollen Sieg

Auf der Wasserkuppe begann der 16. Rhön- Segelflug-Wettbewerb

Den Radländerkampf gegen Holland gewan­nen Deutschlands Fahrer überzeugend 26:11

2n der Bremer Kampfbahn endete das erste Kaufest Niedersachsen mit einer wohlgelun- genen Abschlußkundgebung

flufgaben des Handwerks

Berlin, 22. Juli.

Der Reichskommissar für den Mittelstand, Mi­nisterialdirektor Dr. Wienbeck, hielt auf der Ta­gung des Reichsinnungsverbandes des Elektro- Jnstallateurhandwrrks in Hamburg eine Ansprache, in welcher er hervorhob, daß die Regierung des Dritten Reiches das deutsche Handwerk aus der schweren Gefährdung der marxistischen Zeit ge­rettet und die wesentlichen Voraussetzungen für eine befriedigende Zukunft des Handwerks Er­geben habe. Es wird weiter die Sorge der Re­gierung sein, das Handwerk wirtschaftlich zu fördern. Alle entscheidenden Stellen des Reiches haben sich für möglichst gute Beteiligung des Handwerks an öffentlichen Vergebungen ausge­sprochen. Den Auswüchsen der Zugaben, Ausver­käufe, der Versteigerungen uird des Hausierwesens werde fortlaufend gesteuert.

Auf dem Gebiet der privaten Aufträge kommt es darauf an, im Wettbewerb mit Industrie und Handel die Handwerksarbeit mit besonderen Vor­zügen auszustatten. Kunsthandwerk und Export müßten belebt werden. Die Frage der Klein- und Mittelkredite müßte dem heutigen wirtschaftlichen Zustand des Handwerks angepaßt werden. Das nächste Jahr müsse auch eine genaue Prüfung der Pflichtbeiträge des Handwerks bringen.

Ein weiteres Todesopfer des Grubenunglücks. Die Zahl der Todesopfer des Grubenunglücks auf Zeche „Adolf von Hansemann" hat sich am Sonntag auf 17 erhöht. 2m Brüderkrankenhaus ist der Hauer Karler seinen schweren Verletzun­gen erlegen.

Berlin, 22. Juli.

Am Tage seines Amtsantritts gab der neue Polizeipräsident der Reichshauptstadt, Graf Helldorf, einem Mitarbeiter des „Völkischen Beobachters" Gelegenheit zu einer Unterredung.

Zunächst über die I u d e n b e k ä m p su ng in Berlin befragt, erklärte Graf Helldorf: „Es ist klar zu erkennen, daß gewisse jüdische Kreise wieder Morgenluft wittern, daß sie in der Öffentlichkeit durch herausforderndes Auftreten und anmaßendes Benehmen auffallen und in vieler Beziehung das ihnen in unserem Lande gewährte Eastrecht mißbrauchen.

Aber meine Berufung zum Polizeipräsidenten der Reichshauptstadt stellt mir neben der Be­kämpfung gewisser jüdisch-intellektueller Kreise auch die Ausgabe, gegen kommunistische und reaktionäre Kreise einzuschreiten und auch dem Treiben eines politischen Katholizismus in mancherlei Beziehung gegenüberzutreten.

Die Grundlage meiner Arbeit auf allen Ge­bieten ist in der Hauptsache darauf errichtet, zwischen dem Polizeipräsidium, der Eauleitung und der Verwaltung der Stadt Berlin eine ein­wandfreie und klare Zusammenarbeit herbeizuführen. Es ist nicht möglich, in der Reichshauptstadt, die der Nationalsozialismus erobert hat, in der der Führer der Nation arbeitet, wo sämtliche Ministerien ihren Sitz haben, anders zu arbeiten als in engster Fühlung mit den zuständigen Parteidienststellen, also be­sonders der Berliner Eauleitung."

Zur Frage der öffentlichen Sicherheit führte Graf Helldorf u. a. aus, es sei ja allgemein bekannt, daß das Verbrechertum in Berlin seit der Machtübernahme durch einschneidende und scharfe Maßnahmen sehr stark zurückgegangen ist, und große Teile der berufsmäßigen Verbrecher­welt hinter Schloß und Riegel gebracht werden

I^oto: Lodert

blavk äer Lssprsebung über die Säuberung äer lleiebskauptstaät

Von links: 8.V-0ruppsnkübrsr Ilklanä, stsllvsrtrstsncksi daulsitsr OörlitMr, Volirsipräsläsnt L.V-drnppsnkübrsr Orsk Rslläork, Oanlsitsr Rsiebsministsr Dr. Oosbbsls, Dsnsrsllsutnant äsr Danckssxolirei Dalnsgs unä Ltastskomwissar Dr. läppert.

konnten. Wenn auch die Reichshauptstadt und ihre Vororte Ruhe hätten vor allem Unterwslts- aesindel, und wenn die Einwohnerschaft auch mit Fug und Recht das energische Durchgreifen der Polizei in den vergangenen M Jahren dankbar und freudig anerkenne, so mache sich, wenn auch nicht in allzu großem Maße, in der Verbrecher­

welt immerhin wieder ein gewisses An­schwellen dunkler Tätigkeit bemerkbar. Graf Helldorf hat auch hier die Absicht, ohne jede Rücksicht durchzugreifen. Er wird mit größter Strenge und schärfsten Mitteln gegen die letzten Reste von llnterwelttum und Ringvereinen vor­gehen, um sie schließlich vollkommen auszurotten.

KanzelmHbrauch - Staatsverleumdung

Vas Strafgesetzbuch gibt die handhabe;ur Bekämpfung des politischen Katholizismus

Lr. Berlin, 22. Juli.

Der Erlaß des Reichsjustizministers Dr. Gür t- ner, der die Erweiterung des preußischen Er­lasses gegen den politischen Katholizismus be­deutet, lenkt den Blick auf eine Reihe von Be- stimmungen des Strafgesetzbuches, die in der nächsten Zeit bei der praktischen Anwendung durch die Gerichte von Bedeutung sein werden. Zunächst kommt in Betracht der 8 130a des Strafgesetz­buches, der den Kanzelmißbrauch behandelt. Darin wird bestimmt, daß ein Geistlicher oder ein anderer Religionsdiener, der in Ausübung seines Berufes öffentlich vor einer Menschenmenge An­gelegenheiten des Staates in einer den öffentlichen

vrltiscke frontkömpfer in München

tzeldengedenkfeier vor dem flrmee-Museum

München, 22. Juli.

Die Abordnung der Britisch Legion, die am

Sonnabendabend aus Berchtesgaden in München eingetroffen war, begab sich am Sonntagmittag zum Kriegerdenkmal vor dem Armee-Museum, um den im großen Krieg gefallenen Söhnen der Stadt München ein ehrendes Gedenken zu bereiten. ^

Der Präsident des Ordens der bayrischen

Tapferkeitsmedaille Stadtrat ^ ^ ^ ^ * V? ^ " Ansprache unter anderem

führte in einer ...

aus: Die Achtung, die wir pur uiffere

Gegner von einst heute immer wieder ausiprechen, ist keine Folge einer Aenderung uMrer Ge­sinnung wurden die Achtung vor dem t a p l e r e n

und ritterlichen Gegner Wenn w,r

daher die Botschaft vernahmen dag englische

Frontkämpfer nach Deutschland kommen wurden

!o können wir ruhig gestehen, daß ein rreuoiae.

es

Ausatmen durch die Herzen des ganzen deutschen Volkes ging. Es ist der Ee ist derFro n t der die Frontsoldaten aller Volker .-mesgrogen Krieges immer noch leitet und der m d-estn Tagen einen großen Sieg über sich >elbst errungen h. Ein noch vor Jahren nicht geglaubtes Wunde g - schieht in unseren Tagen. Männer, die einmal

heißen Schlachten miteinander kämpften stehen

heute ergriffen Schulter an Schulter und ohne Haß gegeneinander im Gedenken an ihre gemein­samen toten Kameraden des Weltkrieges bei­sammen. l

Nach der Ansprache des Prastdenten bega sch die britische Abordnung m die Krypta des unbekannten Soldat

len, vor

der ein war.

Doppelposten des Reichsheeres FUlMgen war.

Der Führer der Abordnung. Fetherstone

Eodley legte unter den. Klangen von, guten Kameraden in tiefer Ergnisenhett euren Kranz

Eod

Kameraoen in rrezer ^ ^

aus flandrischen Mohnblumen an dem Grabmal nieder. Anschließend an die Ehrung begaben sich die britischen Frontkämpfer auf Einladung de- ctellvertreters des Führers rn das B ,.

Haus. Retchskriegsopfeisuhrer Ob er lind

ober legte im Beisein des Gauleiters S minister Wagner einen Kranz am Mahnmal

nieder. Im Braunen Haus wurden den Gästen die Geschichte und die Erinnerungsdaten der Partei

Von hier aus fuhren die britischen Front­kämpfer in das Rathaus, wo Oberbürger­meister Fiehlerdie englischen Gäste im Namen der Stadt München im kleinen Sitzungssaal be­grüßte Den Frontkämpfern, so betonte der Ober­bürgermeister, die sich einst in erbitterter, aber ehrlicher Gegnerschaft im Felde gegenüberstanden, wird es gelingen, den Geist der Zwietracht zwrichen den Nationen zu beseitigen und an seine Stelle den Geist friedlicher Zusammenarbeit zu setzen.

Im Namen der britischen Abordnung dankte Major Fetherstone-Eodley dem Oberbürgermeister für den herzlichen Empfang. Die britischen Front­kämpfer würden sich bemühen zwischen den beiden Völkern eine solche Freundschaft herzustellen, dag die Wiederholung des Krieges in Zukunft un­möglich ist.

krwartungen noch übertreffen

London, 22. Juli.

Der frühere Bundesführer der British Legion, Oberst Crosfield, Mitglied der in Deutsch­land weilenden englischen Frontkämpferabord­nung, hat dem Berliner Vertreter des „Observer" gegenüber folgende Erklärung abgegeben:

Der Wert unseres Besuches hat die Erwar­tungen weit übertroffen. Es ist ganz unmöglich, irgendeinen wahren Eindruck des heutigen Deutschland zu erhalten, ohne es selbst zu besuchen. Eines ist klar: Das deutsche Volk will keinen Krieg. Die deutschen führenden Persönlichkeiten wünschen ernstlich, daß britische, französische und deutsche Kriegsteilnehmer im Friedens-Werk be­sonders vereint werden sollen. Der Besuchbeim Führer überzeugte uns von seiner absoluten Ehrlichkeit und von seinem brennenden Wunsch, einen neuen Krieg zu vermeiden. Er vertritt von ganzem Herzen die Ansicht, daß Männer, die den letzten Krieg mitgemacht haben, eine große Rolle spielen könnten und spielen sollten, indem sie zur Förderung einer besonderen internationalen Verständigung zusammenarbeiten.

Frieden gefährdenden Weise zum Gegenstand einer Verkündigung oder Erörterung macht, mit Ge­fängnis- oder Festungshaft bis zu 2 Jahren bestraft wird. Die gleiche Strafe trifft denjenigen Geistlichen, der Schriftstücke ausgibt oder verbreitet, in denen Angelegenheiten des Staates in einer den öffentlichen Frieden gefähr­denden Weise erörtert werden.

Weiterhin handelt es sich um den 8 131, der die Staatsoerleumdung behandelt. In diesem Paragraphen wird bestimmt, daß derjenige, der wissentlich erdichtete oder entstellte Tatsachen öffentlich behauptet oder verbreitet, um dadurch Staatseinrichtungen oder Anordnungen der Obrig­keit verächtlich zu machen, mit Geldstrafe oder mit Gefängnis bis zu 2 Jahren bestraft wird. Weiterhin bestimmt der hier in Betracht kommende 8 131a des Strafgesetzbuches, daß, wer öffentlich das Reich oder eines der Länder, ihre Verfassung, ihre Farben oder Flaggen oder die deutsche Wehr­macht beschimpft mit Gefängnis bestraft wird. Schließlich ist der 8 134b anzuführen, der besagt: Wer öffentlich die NSDAP., ihre Gliederun­gen, ihre Hoheitszeichen, ihre Standarten oder

Fahnen, ihre Abzeichen oder Auszeichnungen be­schimpft oder böswillig mit Ueberlegung verächt­lich macht, wird mit Gefängnis bestraft.

fluch Stettin wellet sich

Zwei städtische Bäder für Juden verboten Stettin, 22. Juli.

Die Stadtverwaltung Stettin hat den Juden mit sofortiger Wirkung die Benutzung der städti­schen Schwimmbäder „Elambecksee" und „Martin­see" verboten. Die Erholungsstunden der baden­den Volksgenossen wurden in letzter Zeit durch das provozierende Auftreten von Juden gestört. Insbesondere wurden blonde deutsche Frauen und Mädchen durch aufdringliches Benehmen und An­sprechen derart belästigt, daß der Schwimmeister mehrmals eingreifen mußte. Auswärtigen Be­suchern, so z. B. den schwedischen Kindern, die St<"'

kürzlich in Stettin weilten, war es gleichfalls auf­gefallen, daß diese Stettiner Bäder ungewöhnlich stark von Juden besucht wurden.

Lebrun fälscht die Beschichte

Ein merkwürdiger „Rückblick" des französischen Staatspräsidenten

Paris, 22. Juli.

Anläßlich einer Denkmalsweihe in Caissons hielt der Präsident der französischen Republik, Lebrun, eine Rede, in der er u. a. erklärte, daß die Kathedrale von Caissons ebenso wie die von Reims den Schlägen von Gegnern entgan­gen sei, „die für den Kult der Schönheit und der Erinnerung kein Gefühl hätten". An einer an­deren Stelle seines geschichtlichen Rückblicks be­merkte Präsident Lebrun, daß schon König Lothar im Jahre 978 den „deutschen Eindring­ling" zurückgewiesen habe. Frankreich habe nicht nur das Unglück gehabt, das größte Schlachtfeld zu sein, das die Welt jemals gekannt habe, es habe auch noch zum größten Teil die Reparatio­nen tragen müßen, gerade als ob nicht alle Län­der einstimmig verkündet hätten, daß diese Last den Völkern zufallen müsse, die die „Urheber des Angriffs" gewesen seien. Es sei aber zwecklos, Eegenbeschuldigungen zu erheben.

Bei der Einweihung des Denkmals selbst hielt Kriegsminister Fabry eine Rede, in der er die Geschichte der zweiten Marne-Schlacht in die Erinnerung zurückrief. Er erklärte, niemand wünsche aufrichtiger den Frieden als Frankreich, aber unter der Bedingung, ihn niemals durch Aufopferung seiner Freiheit zu erkaufen. Das französische Heer von 193S sei keine Drohung für irgend jemand. Es sei aber stets der gleichen Anstrengungen und der gleichen Opfer wie 1914 bis 1918 fähig.

Es ist bedauerlich, daß der französische Staats­präsident in einem Augenblick, da die Ver­

ständigung zwischen Deutschland und seinem westlichen Nachbar hüben und drüben herbeige­wünscht wird, ohne sichtbaren Grund und unter Entstellung geschichtlicher Wahrheiten Deutsch­land gegenüber erneut den Geist des Versailler Unfriedens hervorkehren zu müssen glaubt. Ist es wirklich so schwer, den selbstverständlichen Forderungen der Gleichberechtigung Deutschland Rechnung zu tragen?

Stur; in eine Sletscherspalte

Vergsteigerunglück in der Adamello-Eruppe Mailand, 22. Juli.

In Südtirol hat sich ein schweres Vergsteiger­unglück ereignet. Der aus München stammende deutsche Meisterschwimmer Hans Hesse befand sich in Begleitung seiner Frau und eines Berg­führers auf einer Hochtour im Adamello-Eebiet in Südtirol. Am Donnerstag hatte die Gruppe über den Mandrione-Eletscher den Ausstieg zur Lobia-Hütte unternommen, wo sie übernachtete. Von dort aus setzte sie unangeseilt auf Schnee­schuhen die Gletscherwanderung fort. Plötzlich war Hesse den Blicken seiner Begleiter entschwunden. Unmittelbar darauf hörte man seine Hilferufe aus einer Gletscherspalte. Zwei Meraner Skilehrer eilten mit einigen an- deren Vergwanderern zu Hilfe, und es gelang ihnen, bis zu dem Verunglückten vorzudringen, den sie mit einer schweren Kopfverletzung bewußtlos auffanden. Nach mühsamer Bergungs- arbeit wurde der Verunglückte in die Lobia- Hütte und von dort nach Ponte di Legno ge­schafft. Im dortigen Krankenhaus ist er seinen Verletzungen erlegen.

Me Landwirtschaft braucht geschulte Kräfte

Im Zusammenhang mit der zahlenmäßigen Er­läuterung über die Abnahme der Arbeitslosig­keit in den einzelnen Verufsgruppen konnte man vielfach die Lesart feststellen, als sei in dem Rück­gang der Arbeitslosigkeit in der Landwirtschaft eine „Stagnation", also ein Stillstand einge­treten. Es ist dabei festgestellt worden, daß die Landwirtschaft im Jahre 1933/34 mit 77 v. H. am stärk st en von den einzelnen Berufsgruppen an der Verminderung der Arbeits­losigkeit beteiligt sei, das Jahr 1934/3ö dagegen nur einen schwachen Rückgang zeige.

Tatsächlich setzte saisonmäßig vorübergehend auch in der Landwirtschaft eine Zunahme der Arbeitslosigkeit ein, doch war bereits im April d. I. mit der verstärkten Nachfrage eine Ver­minderung der beruflichen Arbeitslosigkeit um rund SO v. H. festzustellen. Auch Ende Mai be­trug der Rückgang 10 v. H„ Ende Juni dürfte er noch 5 v. H. betragen. Schon daraus geht hervor, daß die Landwirtschaft auch in diesem Jahre an dem Rückgang der Arbeitslosigkeit nicht unwesentlich beteiligt ist. Es ist im Gegen­teil sogar festzustellen, daß noch heute ein außer­ordentlicher Mangel anwirklich geschul­ten Landarbeitern besteht.

Noch Ende April d. I. betrug die Zahl der offenen Stellen in der Landwirtschaft rund 69 000. Das ist eine Zahl, die die wirklich einsatzfähigen Arbeitslosen erheblich überschreitet. Wenn nach der saisonmäßig stärkeren Aufnahme im Früh­jahr in den letzten Monaten eine gewisse Ver« langsamung eingetreten ist, so liegt das daran, daß schon jetzt leider nicht mehr genügend geschulte Arbeitskräfte für die Landwirtschaft zur Verfügung stehen, so daß nur beschränkt auf die übrigen Arbeitslosen zu­rückgegriffen werden kann, denn die Landarbeit erfordert heute besondere Eignung und Sach­kenntnis. Gerade der Landarbeiter mutz über eine vielseitige Kenntnis der verschiedenen Feld­arbeiten, der Viehpflege, in der Beherrschung landwirtschaftlicher Maschinen und im Umgang mit Pferden besitzen, so daß völlig unausgeLildete Kräfte nur selten unterzubringen sind. Tatsäch­lich ist aber die Landwirtschaft für fachlich aus­gebildete Arbeitskräfte, die unbedingt heran­gebildet werden müssen, noch sehr aufnahmefähig. Hier liegen vor allem noch Möglichkeiten zur Einstellung ständiger Arbeitskräfte.

tteaßenkamps in Belfast

London, 22. Juli.

In Belfast kam es wieder zu neuen Zusammen­stößen. Die Zahl der Todesopfer ist auf acht ge­stiegen. In mehreren Stadtvierteln fanden blu­tige Zusammenstöße zwischen Orangisten und Nationalisten statt, in deren Verlauf Schüsse abgefeuert und Steine geschleudert wurden. Die Polizei mußte mehrere Male mit dem Gummiknüppel und in zwei Fällen mit der Schußwaffe eingreifen. Bei der Beerdigung eines der Opfer der Orangisten-Partei entwickelte sich ein Straßenkampf, bei dem mehrere Personen verletzt wurden. Belfast gleicht einem bewaffneten Lager. Vieh» Straßen sind mit Stacheldraht abgesperrt.

Zwifchenfülle in flgram

Belgrad, 22. Juli.

Bei Kundgebungen für den Oppositionsführer Matschek in Agram wurde die Redaktion des Re- gierungsblattes „Novosti" gezwungen, eine acht Meter lange Fahne zu hissen. Auch die llniversi- tät mußte flaggen. Die Menge drang ins Offi- zierskasino ein und zerstörte die Einrichtung, weil das Gebäude nicht beflaggt war. Die Polizei, die sich zuerst passiv verhalten hatte, schritt schließlich ein und zerstreute die Menge.

rückische 0Mere für flbesfmien

Jerusalem, 22. Juli.

Blättermeldungen zufolge haben sich viele ehe­malige Offiziere des türkischen Heeres aus Pa- lastina und Transiordanien freiwillig dem abessi- nychen Heer zur Verfügung gestellt.

Wird Griechenland wieder eine Monarchie? In London fand eine Zusammenkunft zwischen dem früheren König von Griechenland und dem Bürger­meister von Athen statt. Es heißt, daß auch'die Frage der griechischen Staatsform besprochen wor­den rst.