Ausgabe 
(21.7.1935) Nr. 199
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parteiamtklageszeitung der NationalsozialistenVremens

Das Amtsblatt des Senats der Zeeien fjansestadt Dremen

1 g Z 5

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Nr. 1SS / 5. Jahrgang

Sonntag, 2l. Juli

kinzelpreis 15 Nps.

der Jude hält den Nekord im - betrug

ller öefelzlslzaber der deutschen Polizei unterbreitet der presse schlagendes Material über die Kriminalität des luden

Uns«? lagssspisgvl

Der Reichsminister der Justiz erläßt An­ordnungen für die zur Abwehr des politischen Katholizismus erforderlichen Strafverfahren

Generalleutnant Daluege gibt Zahlen über den starken Anteil der Juden an der Krimi­nalität bekannt

In Hannover wurde ein Jude wegen dreizehn- sacher Rassenschändung verhaftet

Mehrere staatsfeindliche Artistenverbände verfielen in Berlin der Auslösung

Die britische Frontkämpferabordnung besuchte General Göring auf dem Obersalzberg

Italien hat in Addis-Abeba gegen die Rede des Kaisers von Abessinie« Protest eingelegt

Bei einem blutigen Familiendrama in Schön­born bei Zittau kamen drei Menschen ums Leben

In der Sandhattener Jugendherberge erwuchs im Schulungslaßer Bremer Lehrerinnen eine Erziehungsgememschaft an der neuen Jugend

Zur Verhütung ungerechtfertigter Preis­steigerungen werden Höchstpreise für Schlacht­schweine eingeführt.

Ab Montag treten neu« Preise für Früh­kartoffeln in Kraft

Der zweite Tag des Eaufestes Niedersachsen in Bremen stand im Zeichen der leicht­athletischen Eaümeisterschaftskämpfe

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Auflösung

staatsfeindlicher flrtistenverbSnde

Berlin. 21. Juli.

Die Geheime Staatspolizei teilt mit: Im Ein­vernehmen mit der Reichskulturkammer und mit Staatskommissar Kinkel sind folgende drei Ar­tistenverbände wegen der in ihnen tätigen staats­feindlichen Elemente von der Geheimen Staats­polizei ausgelöst worden: Die Internationale Artistenloge Berlin, der Internationale Zirkus­direktorenverband Berlin und der Berussverband deutscher Artistik Berlin. Gleichzeitig ist das Organ dieser drei Verbände, die Zeitschrift „Das Programm" verboten worden.

Nur Pflege der krbgesunden!

irr. Berlin. 21. Juli.

Im Zentralblatt der NSDAP. für Gemeinde­politik wird in einem Artikel von Dr. Groot fest­gestellt. das; die neue Wohlfahrtspflege auf den Erkenntnissen der Erblichkeitslehre aufbauen müsse. Durch den Ausgleich der Fa- nülienlasten mühten die erbgefunden, kinderreichen Familien unterstützt werden. Der Referent empfahl die Schaffung einer Kartei, in der die Minderwertigen registriert werden sollen.

Berlin, 21. Juli.

Vor Vertretern der Presse sprach General­leutnant Daluege, der Befehlshaber der deutschen Polizei, über das Thema der angeblichen Judenverfolgungen in Deutschland. „Ich bin in der Lage," so sagte Generalleutnant Daluege. „allen denen, die draußen in der Welt um das angeblich gefährdete Schicksalderdeut scheu Juden so besorgt tun, Material in die Hand zu geben, das sie nachdenklicher stimmen soll: Nachdem das Berufsverbrechertum, durch die nationalsozialistischen Methoden als zerschlagen bezeichnet werden kann, wendet sich unsere Auf­merksamkeit nunmehr dem gemeingefährlichen berufsmäßigen Betrüger zu, einem Kreise von asozialen Elementen, die mehr in der

Stille unter der Oberfläche arbeiten. Ich denke dabei an jene unzähligen „kleineren Fälle", in denen ein raffinierter Betrüger die Vertrauens­seligkeit unerfahrener Volksgenossen ausnutzt, um ihnen ihre letzten Spargroschen zu nehmen und sie zur Verzweiflung zu treiben. Ich denke dabei vor allem auch an unsaubere Geschäfts- Methoden im kaufmännischen Leben, mit denen die Verufsbetrüger die Volkswirtschaft um Millionen schädigen und dabei leider sehr oft mit großem Geschick durch die Lücken des Straf- rechtes hinauszuschlüpfen vermögen.

Wenn es auch gelungen ist, die Zahl der Be­trugsfälle im Jahre 1934 in der Reichshauptstadt gegenüber 1833 von 31880 auf 18 888 herabzu- driicken, so beläuft sich die Höhe des angerichteten

Schaden» immer noch auf über 112,8 Millionen RM., und hierbei konnten wir bei näherem Nach­forschen die Feststellung mache«, daß ein beträcht­licher Teil, wenn nicht der größte, dieser betrügerischen Manipulationen immer noch durch Juden getätigt wird.

In 22 sogenannten „Stotz fi r me n". mit denen sich das Vetrugsdezernat des Berliner Poli­zeipräsidiums eingehend beschäftigte, sind 2V Ju­den als beteiligt festgestellt. Weiter gelang es der Staatsanwaltschaft in Köln erst kürzlich in zwei Fällen, einem ganz groß angelegten Ver­sicherungsbetrug auf die Spur zu kommen, an dem eine ganze Clique ausschließlich jüdischer Gauner beteiligt war.

(Fortsetzung auf Seite 2)

kin dreizelinfacher Nassenschänder

Hannoverfchee „geschöftslüchttger" Zude einem Konzentrationslager zugeführt

Hannover, 21. Juli.

Der Jude Julius Cohn aus Hannover, Inhaber einer Woll- und Getreiidemakler-Firma, wurde wegen fortgesetzter Rassenschändung. be­gangen an deutschen Frauen, in bisher 13 nach­gewiesenen und zugegebenen Fgllen und wegen betrügerischen Geschäftsgebarens verhaftet und dem Konzentrationslager Esterwe­gen im Kreis Hümmling zugeführt. Cohn hat die wirtschaftliche Not der Frauen und Mädchen aus­

genutzt und ihnen ansehnliche Darlehen gegeben, um sie gefügig zu machen.

Wie die „Niedersächsische Tageszeitung" mit­teilt. bewegte Cohn sich in seiner Eeschäftspraxis stets hart an den Grenzen des gesetzlich Erlaubten, so daß selbst jüdische Bankiers den Geschäftsverkehr mit ihm ablehnten. Ungedeckte Wechsel, Schecks und überzogen« Bankkredit« waren bei ihm an der Tagesordnung Forderungen a» ihn berücksichtigte er grundsätzlich nicht. So wurden gegen ihn in ganz kurzer Zeit 53 Privatklagen, 87 Pfändungs­

prozesse und 10 Ladungen zum Offenbarungseid festgestellt. Soweit sich ferner feststellen ließ, ist das der Frau und Tochter Cohn zugeschoben« Ver­mögen vor allem in Grundstücken und Hypotheken angelegt. Der famos« Hebräer ist ferner Besitzer umfangreicher Ländereien in der Umgebung von Hannover. Während er für sich und seine Familie großen Aufwand trieb, blieb er nicht nur seinen Angestellten zum Monatsende die Gehälter schul­dig, sondern unterließ auch die Bezahlung der Ver­sicherungsmarken " seiner Angestellten.

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Die jünxstv IVukkv der deutschen IV'eliriuueüt: UunrerrvuAvn Unsers beiden Bilder gebären en den ersten ^uknsbmsn, die von der jüngsten IVakks der dsutsobsn 1-Vsbrinaobt gswaobt sind: BLimervsgsn gut dein Vorinarsob in unvegss-wera

Osländs nnd ein kanrervagenkübrer mit der t^xisoksn Lopkbsülsidnng.

per Kampf gest» weiter

Neue feinde zu den alten

* Bremen, 21. Juli.

Nationalsozialist sein, heißt Kämpfer sein! Hundertfach hat es der Führer uns eingeprägt, tausendfach vernahmen wir es aus dem Munde seiner Getreueften und oft genug haben wir es uns selbst gesagt, wenn wir im Kampf ermüden oder gar erlahmen woll­ten bei Erfüllung' nationalsozialistischer Auf­gaben, in Wahrung nationalsozialistischer Pflich­ten und in Verteidigung unserer nationalsozia­listischen Weltanschauung.

Da diese leider immer noch nicht allen Volksgenossen völlig in Sinn und Seele einge­gangen ist, bleibt den aktiven Nationalsozialisten nach wie vor die dringliche Aufgabe, alle noch gleichgültig Abseitsstehenden — soweit sie nicht bösen Willens sind — der nationalsozialistischen Staatsauffassung zu gewinnen und die unab­weisbare Pflicht, allen böswilligen Gegnern des nationalsozialistischen Staates mit eindeutiger Bestimmtheit entgegenzutreten. Daß hieraus sich ganz von selbst Kampf entwickeln muß, wobei naturgemäß dann Funken sprühen, kann mancher nicht begreifen, der den Nationalsozialismus, ja noch nicht einmal das Leben selbst begriffen hat, der noch nicht zur Erkenntnis durchgedrungen ist, die eine oberflächliche Naturbeobachtung schon lehrt, nämlich daß das Leben ein Kampf ist und ein Kampf sein muß, weil seicht, sumpfig und faulig wird, was fortgesetzt in träger Ruhe dahinlebt: sei es nun die Ruhe tatenlosen Dahin- dämmerns oder sei es die Ruhe zufriedenen Be­sitzes, die ihren Ausdruck in des dumpen Faf- ners Worte findet: „Ich lieg' und besitz."

Weder das eine noch das andere kann für den aktiven Nationalsozialisten in Frage kommen. Er verschmäht ebensosehr den öden Genuß materiel- .len Besitzes, wie ihm unerträglich ist. sorgloses Verweilen in Selbstzufriedenheit oder gleich­gültiges Hinnehmen feindseliger Strömungen und Dulden geheimer Zersetzungsarbeit. Wer das nicht begreift, soll sich nicht National­sozialist nennen und kein Wunder ist es, wenn er überrascht wurde von der Tatsache, daß da und dort in den Reihen der aktiven national­sozialistischen Front seit kurzem Kämpfe plötzlich aufflammten, daß Görings Erlaß gegen den politischen Katholizismus in der nationalsozia­listischen Bewegung so begeisterten Widerhall fand, daß in Berlin SA., Polizei und Verwal-

Wagners erster Besuch in Bagreuch

Line Zahrlfunderterinnerung von 2r. Paul Vülow-Lübeck

In diesen Wochen steht Wagner in Bah- reuth und Detmold wieder im Mittelpunkte der Anteilnahme der Kulturwelt.

„Das Los war geworfen. Der Ernst des Lebens trat sogleich in bedeutungsvollen Erfah­rungen mir entgegen", bekennt Richard Wagner, als er im Sommer 1834 Musikdirektor bei der von Heinrich Bethmann geleiteten Theatergesell- Ichaft in Magdeburg wurde. Damit begann eine Sturm- und Drangzeit des Künstlers, der damals schon die Partituren seiner Oper „Die Feen voll­endet und mit der Komposition seines Zweiten musikdramatischen Jugendwerkes „Das Lrebes- verbot" begonnen hatte.

stürmischen Verlauf der stets von ver- ieldnöten begleiteten Spielzeit 1834/3v zt, Rudolstadt und Magdeburg unter- rer in Bethmanns Auftrag auf eigene Werbereise, um geeignete Gesangs­ie kommende Spielzeit in Magdeburg ten In seinen Lebenserinnerungen e fesselnde Schilderung seiner Reise­nd erwähnt dabei auch das für uns reiqnis. „Die Fahrt durch Eger. über -ebirqe, mit der Ankunft ,n das vom nschein lieblich beleuchtete Bayreuth bis in späteste Zeiten angenehm auf innerung." In diesen denkwürdigen s „Mein Leben" besitzen w,r Wagners ugnis über seine erste Bekannt,-haft denMte. die ein Menschenalter spater

- Künstler Weltruhm gewinnen sollt^ esen ersten Bayreuther Aufenthalt lud nur wenige Einzelheiten bekannt chzwanziaiähnge Magdeburger Kapell- chte die Reise teils zu Fuß, tsUs m t sche. Er nahm in Bayreuth für zwei­ge im alten „Hotel Anker (i^tzt „Hotel ben der Kofavotheke in der Richard-

Wagner-Straße) Quartier und hat während dieser kurzen Zeitspanne EndeJuli1835 wohl schon den ganzen Zauber der altehrwürdigen Mark- grafe'nstadt im Frankenlande empfunden: damals noch ein still verträumtes Städtchen voll unbe­rührter Beschaulichkeit, das nicht ahnen konnte, von diesem fremden Besucher einst zum landschaft­lichen und künstlerischen Mittelpunkt deutschen Kulturlebens erhoben zu werden.

Zweiundzwanzig Jahre vorher — am 24. No­vember 1813 — schreibt an diesem Ort der Dichter Jean Paul in seiner Vorrede zu einem No- vellenbande E. Th. Hoffmanns diese seherischen Worte: „Bisher warf immer der Sonnengott die Dichtgabe mit der Rechten und die Tongabe mit der Linken zwei so weit auseinanderstrebenden Menschen zu, daß wir noch bis diesen Augenblick auf den Mann harren, der eine echte Oper zugleich dichtet und setzt." Welch wundersame Verknüpfung der Tatsachen! Gerade eine Monat nach der Völ­kerschlacht bei Leipzig, wo Richard Wagner am 22. Mai 1813 geboren war, geschieht dieser Aus­spruch, und sechs Jahrzehnte später krönt das größte Genie des deutschen Musikdramas sein Le­benswerk mit der Errichtung des Festspielhauses bei Bayreuth.

Im leuchtenden Morgenrot des deutschen Frei­heitskampfes von 1813 und zugleich im schicksal­haften Ringen ums Zweite Reich der Deutschen beginnt der Daseinslauf desjenigen Künstlers, dessen Perüinlichkeit sich mit drei Reichsgebilden deutscher Geschichte unauflöslich verbindet. Wohl ist mit dem Tage des 6. August 1808. da Kaiser Franz II. auf die römisch-deutsche Kaiserkrone als wertlos gewordenes Symbol verzichtet, über ein tausendjähriges Reich der Deutschen der unerbitt­liche Urteilsspruch der Geschichte gefällt. Zwischen dem Ringen um Werden und Erfüllen des Zweiten Reiches liegt denn auch die deutsche Sen­

dung Richard Wagners beschlossen. Es ist eine bedeutsame Fügung, daß sein nach harten Kämp­fen gewonnenes Bayreuther Festspielhaus unmit­telbar nach der Reichsgründung zum ersten Male seine Pforten öffnen durfte (1876). „Des Reiches Krone" suchte dieses Geschlecht der Deutschen einem stolzen Lande während der Jahre 1813 bis 1870. Unterm Flügelschlag dieser Sehnsucht und im Sturm dieser Kämpfe ersteht und erstarkt auch das künstlerische Lebenswerk Wagners und wird vor allem auch die Bayreuther Idee einer Idealisierung des Theaters geboren.

In der Stunde der Erfüllung des heißesten Wunschtraumes seines Lebens — bei der Erund- steinlegungsfeier des Bayreuther Festspielhauses — richtet Wagner an seine versammelten Freunde dieses Bekenntnis: „Dies ist das Wesen des deutschen Geistes, daß er von innen baut: der ewige Gott lebt in ihm wahrhaftig, ehe er sich auch den Tempel seiner Ehre baut!"

So ist der Lebens- und Schaffensweg Wagners ein einziger Kampf und leuchtender Sieg eines von tiefer deutscher Wesensart ergriffenen Genies, das mit seinem Werk die Fackel über drei Reiche trägt.

Drei schicksalverhangene Tage sind es. die Er- ahnung, Erfüllung und Treuvermächtnis Bay- reuths durch drei Reiche des deutschen Volkes hin­durch verkünden: der 24. November 1813, da der Seherblick Jean Pauls auf bayreuttzischer Hei­materde das damals eben ins Leben getretene Genie dieser künftigen Festspielstätte erschaut: der 13. August 1867, da der erste Kaiser des Zweiten Reiches zusammen mit einer begeisterten Kunst­gemeinde zum ersten Male die Klänge des Rhein­goldvorspiels aus dem mystischen Abgrund des Bayreuther Festspielhauses vernimmt, und jener 2l. Juli 1883 und 6. März 1834. da wir den Kanzler des Dritten Reiches als Gast und Schirmherrn der Bayreuther Festspiele und zum Hammerschlag am Grund­stein des künftigen Wagner-Nationaldenkmals in Leipzig erblicken.

So hat im Dritten Reiche der nationale Gral des Banr-uther Kulturkreises seine treuste Obhut

gefunden: Festspielgedanke und auch die Ausstrah­lung des geistigen Bayreuths in Werken Hans von Wolzogens und Houston Stewart Chamber- lains sind unverlierbarer Kulturbesitz der Deut­schen geworden.

Nach der unauslöschlichen Erfüllung im Be­reiche der ereignishaften Bayreuther Festspieie von 1834 aber gilt unsere stolze Hoffnung dem denkwürdigen nächsten Festspieljahr von 1336, da sich dem Olympia des Sportes ein Olympia deut­scher Kunst und Kultur in der Festspielstadt im Frankenlande zugesellen wird.

Vie Lntstehung des Wortes „deutsch"

Neuere germanistische Forschungen bestätigten im vollen Umfange die bereits früher vertretene Ansicht, daß schon zur Zeit Karls des Großen

das Wort „deutsch" gebräuchlich gewesen sei. Einen Beweis für diese Annahme bildet unter anderem die Chronik des Klosters Centula, der späteren Abtei von Saint Riquier bei Arras. Sie enthält ein genaues Verzeichnis der Abtei- Bücherei, darunter auch eine „Lassio Vomivi in tiisodiseo st in Istino", also eine Leidensgeschichte des Heilands in deutscher und lateinischer Sprache. Das Verzeichnis gehört zu der von Kaiser Ludwig dem Frommen geforderten Vermögensangabe des Klosters Centula. Diese Aufstellung wurde 831 eingereicht. Es gab damals also schon deutsch eschriebene Bücher. Die Frage, ob die von Ein- ardt angeblich auf Geheiß Kaiser Karls gesam­melten deutschen Sagen ursprünglich in deutscher Sprache niedergeschrieben wurden, bleibt aller­dings offen. Man weiß nur, daß sein völlig romanisch erzogener Sohn Ludwig diese Nieder­schriften vernichten ließ. dxü.

flgnes Sträub in den Spuren der Neuberin

Agnes Sträub, die die Titelrolle in örster-Muncks Schauspiel „Die Neu­er in", dem Drama vom Glück, Aufstieg und Ende des ersten und verdienstvollsten weiblichen deutschen Theaterdirektors, gespielt hat, nun auch praktisch in die Spuren der Caroline Neuber. Be­kanntlich hat in Dresden und München Frau Staatsschauspielerin Hermine Körner, die man die „Neuberin unserer Zeit" genannt hat, hervor­ragende Leistungen als Theaterleiterin zu ver­zeichnen gehabt. Das Beispiel hat Schule gemacht: Agnes Sträub hat das Berliner Theater am Kurfürsten dämm auf mehrere Jahre gepachtet. Sie eröffnet das Haus. in dem sie nun­mehr endlich für sich und ihr Ensemble eine eigene Arbeitsstätte gesunden hat. am 1. Oktober mit Erillparzers ..Sappho" in der Inszenierung von Wolfgang Liebeneiner. Bei täglich wechselndem Spielplan folgen dann noch im gleichen Monat die Uraufführungen „Rivalinnen" von Eberhard F o e r st e r und „D i e a r m e M a r i e"

von Juliane Kay sowie die Neueinstudierun­gen „Stella" von Goethe. „Gespenster" von Ibsen ..Dame Kobold" von Calderon.

Segen „Wettrennen um hohe Sagen"

Der Leipziger Oberbürgermeister Dr. Goerdeler äußerte sich in der Beratung über den Leipziger Theaterhaushalt über das ungesunde Wettrennen um hohe Ga­gen, das zur ständigen Steigerung der An­sprüche, zu Beunruhigung und Wechsel führe. Die Stadt Leipzig werde auf diesem Gebiete keinen Utopien nachjagen, denn sie sei nicht in der Lage, die Zuschüsse zu den laufenden Betriebskosten zu erhöhen. Selbstverständlich müsse jede Leistung ordnungsgemäß vergütet weiden, und die Stadt Leipzig habe auch die Möglichkeit, durch Ver- leihung der Ehrentitel eines Kammersängers oder Kammerschauspielers Ansporn zu bieten und diejenigen zu belohnen, die der Stadt die Treue halten.