Ausgabe 
(31.8.1935) Nr. 240
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Das flmtsblatt des Senats

Bremer Zeitung erscheint täglich (auch Monta MonotSbezng: RM. 2.30 einicht. 3V Rp>. AusteNungSgebühr; durch die Post RM. 2,38 einschl. Ueberweisungühr ausschl. PostvesteNgeld. Der Bezugspreis ist im voraus zu entrichten. Postscheck Hamburg 172 72. Betrielrungen begründen keinen Anspruch aus Erstattung oder Ersatz. NS.-Eauverlag Weser-Ems G. m. b. H., >men, Am Eeere» 68 / Fernsprecher: Roland 825.

Nr. 240 / Z. Zal,rgang

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Nationalsozialisten Vremens

der Lreien fjansestadt vremen

Anzeigen-Grundpttise; Die 22-mm,Zeile int Anzeigenteil >2 Rpf.. dt» 7 ü-mm-Zetle im TexlteN Rps. .Ermäßigte Grundpreise (slir kleine Anzeigen, Familirnanzeigen u. a.1 sowie sonstige Bedingungen taut Preisliste 4. (Nachiotzstasfel 0.) Für Anzeigen durch Fernsprecher kein« Gewähr. Annnhmeschlust lS Uhr. Sprechzeit: Verlag werktäglich von >2- 12 Uhr: SchrskiteUnna Dienstag bis Freitag von 12>/^-12>k, Uhr.

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Deutscher fliegereist setzt einen Markstein in der öeschichte der tustsatzrt / 2ZS Meter Streckenltinge zurückgelegt

Unser lagesspisgs!

In Berlin wurden die Opfer des Eiirz- unglücks seierlich beigesetzt.

Mittels einer deutschen Flugzeugkonstrion ist dem Flieger Dünnbeil der erste Flugrch Muskelkraft gelungen.

Bei der Vereidigung des neuen Bisch in Berlin wurden bemerkenswerte Ansphen gewechselt.

Der englisch-italienische Gegensatz driiisich durch beiderseitige Flottendemonstratzen aus.

Der Präses der Handelskammer Hanrg hält die Inangriffnahme des Hansa-Krls für wünschenswert.

Für Speisekartoffeln tritt eine weitere Ps- senkung ein.

Bei der Deutschen Afrika-Linie wnrdser Anfsichtsrat durch Neuwahlen ergänzt.

Am 11. September verlassen die Bremer il- nehmer am Reichsparteitag mit dem n- derzug Bremen.

Deutschland ist erstmalig als alleinigem std die Bildung des Kampfgerichts für die Lm- piade 1838 übertragen.

Nach ihrem Sternritt aus Bremen trasewer die Reiter-Standarten 82,83,81 und 182in-

tzuartiere für Nürnberg

nur durch zuständige parleidienststelie

Die Organisationsleitung des Reichsparteit.es teilt mit: Bei der Organisationsleitung llft täglich eine Unzahl Anfragen und Vestelluien auf Quartiere ein, die alle abgelehnt ween müssen, da die Verteilung von Qur- tieren nur durch die Parteiorgai- sationen erfolgt. Es ist deshalb zwews, wenn sich Einzelpersonen an Nürnberger Pasi- stellen um Bereitstellung eines Quartiers wenn, wenn versucht wird, unter Umgehung der Oa- nisationsleitung mit Quartiergebern früher Parteitage in Verbindung zu treten, um frier innegehabte Quartiere wiederzubekommen. Den gemäß einer polizeilichen Anordnung muß jer, der über die Zeit des Parteitages in Nürnlrg und Fürth Wohnung nimmt, einen Quartr- schein der Organisationsleitung besitzen, m anderen Falle macht er seinen Quartiergosr straffällig. Eine Ausnahme davon macht ar Verwandtenbesuch.

Die Verteilung der Quartierscheine auch ir die von Quartiergebern zugesagten Quartire erfolgt nur über die zuständigen Pa­te i-D i e n st st e l I e n (Ortsgruppen usw.), flr die Folge haben alle Anfragen von Einzelpr- sonen nach Quartieren an die Organisationsli- tung ihre Beantwortung mit vorstehenden As- führungen gefunden. Eine Beantwortung vn seiten der Organisationsleitung des Reichsparti- tages erfolgt nicht mehr.

Volksgenossen, denen von ihrer Eauleitung bz>. Ortsgruppe kein Quartier zur Verfügung gesielt werden kann und die trotzdem den Parteitag mt- erleben wollen, wird empfohlen, sich in dir näheren Umgebung von Nürnberg Quartier zu suchen. Diese Quartier-Vermittluig übernehmen der Verkehrsverein Nürnberi, Hauptbahnhof, oder die Ortsgruppenleitunga und Bürgermeister der einzelnen Gemeinden.

Nürnberger Vorkommandos

Nürnberg, 31. August

Dieser Tage trafen in Nürnberg die Vorkon- mandos der Politischen Leiter st Stärke von je 18 Mann je Gau ein, die bekann- lich neben dem Reichsarbeitsdienst als erste Ab ordnungen der Gaue in Nürnberg eintreffen. Di! Organi,ationsleitung des Reichsparteitages ver­sammelte die Vorkommandos zu einer kurzen Be­sprechung und machte ste noch einmal mit ihre« Ausgaben bekannt. Kreisleiter Pape sprach übel die Unterbrinomng in den Massenquartieren. Del Adjutant des Reichsinspekteurs Pg. Schmeer, Pg. Strang, erläuterte im einzelnen' die Aufgaben der Vorkommandos.

Vos smd die Nichtigen!

Ehemaliger Zentrumsstadtoerordneter besudelt ösfentliche Bekanntmachungen

Neiße, 31. August.

Das Schöffengericht verurteilte im Schnell- gerichtsverfahren den Angeklagten Paul Knothe wegen Verunstaltung einer öffentlichen Bekannt­machung in zwei Fällen zu zehn Monaten Ge­fängnis. Der Mitangeklagte Paul Olbrich erhielt wegen Begünstigung einen Monat Gefängnis.. Knothe war früher Zentrumsstadtverordneter.

Die auslandsdeutschcn Jirigen Gäste -er Kri marine. Tie KreuzerKöln ""undLeipzig" und PanzerschiffDeutschland" mit den 888 tzuSlandSd HMi Jungen an Bord postierten Freitag nachmi bei strahlendem Sonnenschein die Holtenauer Schll

Frankfurt a. M., 31. August.

Auf dem Flugplatz Rebstock bei Frankfurt a. M. gelang am 29. August, um 18,18 Uhr, der erste Flug durch Menschenkrast. Der Flugzeugführer Dünnbeil (Franksurt a. M.) legte in einem von den Diplomingenieuren Haetzler und Billinger konstruierten, mit Propeller betriebenen Muskel­slugzeug 195 Meter in einer Flughöhe von einem Meter zurück. Bei einem weiteren Flug am Frei­tag, früh 7,15 Uhr, wurde eine Streckenlänge von 235 Metern, wiederum in einer Flughöhe von etwa einem Meter erreicht.

Mit Zustimmung der obersten Luftsportkom- misfion des Reichsluftsportführers hatte die Poly­technische Gesellschaft Frankfurt einen Preis von 5888 Reichsmark für denjenigen ausgesetzt, der als evster die geschlossene Bahn, ohne den Boden zu berühren, in einem Flug mit eigener Muskelkraft zurücklegt.

Der Start erfolgte durch ein vöm Piloten selbst gespanntes, verhältnismäßig schwaches Gummiseil nach Auslösen eines Erdankers, der in das Flug­zeug hineingezogen wurde. Man konnte genau be­obachten, wie der Führer durch. Treten des Pro­pellers, das. Flugzeug hcwegte. Das.mit Propeller betriebene Muskelflugzeug ist fachmännisch gebaut und zeigt außerordentlich saubere Werkstattarbeit. Die Versuche werden fortgesetzt. Wenn auch die erzielten Leistungen zur Erfüllung der außer­ordentlich schweren Wettbewerbsbedingungen noch nicht ausreichen, so dürften diese erstmalig ge- lungenen Flüge durch Menschenkraft doch einen Markstein in der Geschichte der Luft­fahrt der Welt und Deutschlands bedeuten.

Der. Reichsluftsportführer Oberst Loerzer sandte an den Flugzeugführer und die Konstruk­teure folgende Telegramme:Sie haben die ersten Flüge durch Menschenkraft in der Welt vollbracht.

Ich spreche Ihnen für diese epochemachende Leistung volle Anerkennung und herzlichen Glückwunsch aus."Ihren epochemachenden technischen Lei­stungen sind die ersten Flüge durch Menschenkraft gestern und heute zu verdanken. Für den deutschen Lustsport spreche ich Ihnen meine besondere An­erkennung und herzliche Glückwünsche aus."

Dem Reichsminister der Luftfahrt, General der Flieger, Göring, erstattete der Reichsluftsport­führer telegrafisch Meldung.

Ingenieur Ursinus, der den Gedanken des Menschenfluges durch eigene Kraft vor vielen Jahren aufgegriffen, betonte in einer Unter­redung, das Problem des Fluges durch Menschen­kraft brauche bis zu seiner völligen Durcharbei­tung mindestens noch zehn Jahre. Allerdings werde dann dieser Flug durch Menschenkraft der schönste Sport werden, den man sich überhaupt denken könne.

Mchlev von neuimlln Helden der tzrbeit

Me lrauerfeier für Sie Opfer des SerNnsr kmstur;unglucks

Berlin, 31. August.

Die Reichshauptstadt stand gestern ganz im Zeichen der Trauer um die Opfer der Arbeit, die an der Baustelle in der Hermann-Göring-Straße ihr Leben ließen. Die Fahnen aller öffentlichen Gebäude sowie der Häuser der Partei, der Be­triebe und Geschäfte und ungezählter Privat- wohnungen wehte» halbmast.

Im Leichenfchauhaus liegen 17 der Opfer in schlichten Eichensärgen aufgebahrt, die nur mit der Hakenkreuzfahne geschmückt sind. Gegen 7 Uhr marschieren 1 Abteilungen des Arbeitsdienstes auf, um den Toten das Geleit zu geben. Je 8 Mann tragen Sie Särge zu den bereitstehenden Leichen­wagen. Um 8 Uhr ertönt gedämpft der Ehoral Jesus meine Zuversicht". Kommandos erschallen. Der Trauerzug setzt sich in Bewegung. Voran schreitet der Spielmannszug und der Reichsmusik­zug des Arbeitsdienstes, dann folgen zwei Züge des Arbeitsdienstes mit geschultertem Spaten. Ihnen schließen sich die Kranzträgsr an. Auf einer Kranzschleife steht:In treuer Kameradschaft ge­widmet unseren auf dem Schlachtfeld der Arbeit verunglückten Kameraden der Baustelle Hermann- Göring-Straße". Es folgen die Wagen mit den Särgen, zu beiden Seiten von je vier Männern des Arbeitsdienstes begleitet. Den Abschluß des Zuges bildet wieder eine Abteilung Arbeitsdienst mit geschultertem Spaten. Zu Tausenden um­säumen die Berliner den Weg des Trauerzuges nach dem Lustgarten.

Der weg des Irauerrugirs

Als der Zug in die F r i e d r i ch st r a ß e ein­biegt, versammeln sich die Arbsitskameraden vor den einzelnen Abschnitten des Bahnbaues. Hier stehen die Zimmerleute, Einschaler, Zementiere! und Maurer, die Brückenbauer und Rohrleger, die Schachtarbeiter neben den Technikern und Elek­trikern, die Poliere und Ingenieure in ihren Arbeitskitteln oder blauen Blusen, sowie sie die Arbeit verlassen. Sie heben ihre Hand zum letzten Gruß. Von weitem hört man die Glocken der Kirchen nach den abgesperrten Straßenzügen hin- überschallen. Als der Trauerzug in die Straße Unter den Linden einbiegt, grüßen zum letzten Male oie Glocken des Doms und die der St. Hedw-gs-Kathedrale.

Kurz vor Beginn der Feier im Lustgarten er­schienen die Hinterbliebenen und die Ehrengäste, unter ihnen Reichsminister Dr. Goebbels, Reichs­innenminister Dr Frick, Reichsminister Kerrl, Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, Stabschef Lutze, Reichspresscches Dr. Dietrich, Reichsleiter Bouhler, Reichsarbeitsführer Hierl, Korpsführer Hühnlein. Reichst»,'tsportfiihrer Loerzer, General­leutnant Daluege und Generalleutnant Witz- leben. Für Ministerpräsident Göring war Staats­sekretär Körner erschienen.

Um 18 Uhr beginnt die Trauerfeier. Die Leib­standarte Adolf Hitler spielt den Trauermarsch aus Beethovens Eroica. Hieraus sprechen Geist­liche beider Konfessionen. Es folgt das Lied Nichts kann uns rauben Liebe und Glauben zu diesem Lande", das der Arbeitsdienst vorträgt. Sodann spricht der Generaldirektor der Deut­schen Reichsbahn Dr. Dorpmüller:Ich

stehe vor Ihnen, trauernde Volksgenossen, als der Bauherr des großen Werkes, das Heil und Segen bringen sollte einer arbeitssamen Bevölkerung unserer Reichshauptstaüt, das aber zum Unheil wurde für 19 Arbsitskameraden. Uns Eisenbah­nern ist die LosungSicherheit zuerst" mit auf den Lebensweg gegeben worden und dennoch: Wir haben überall mit Menschen zu tun, und mit der Unzulänglichkeit menschlicher Sinne. Dazu schleicht sich gar zu leicht jene unglückselige Sorg­

losigkeit, die der ständige'^mgang mit der Ge­fahr in sich schließt, in die Menschen. Indem ich diese menschliche Seite des Unglückes berühre, soll damit keine Entschuldigung ausgesprochen wer­den, im Gegenteil, wir müssen unerbittlich den Ursachen nachgehen, die so großes Unglück über 19 Familien gebracht haben.

Wenn später Hunderttausende die neuen Strecken befahren, um ihren Arbeits-, Heim- und Erholungsstätten zuzueilen, dann sollen diesen hastenden Menschen auf granitener Wand mit eher­nen Lettern die Namen dieser Toten entgegen- leuchten noch in einer Zeit, wenn unsere Namen längst vergessen sind.

Anschließend führte Dr. Ley u. a. aus: Wieder hat der unergründliche Wille des Schicksals 19 tapfere Arbeiter von uns genommen. Es ist, als ob das Schicksal sich den Segen der Arbeit, nachdem wir solange durch die Geißel der Ar­beitslosigkeit geschlagen worden sind, nur ganz

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schwer und hart abringen läßt. Und so ist es: Wir müssen nachholen, was in Jahren, ja fast in anderthalb Jahrzehnten vergessen und ver­nachlässigt wurde. Viele Millionen Menschen kamen hinein in die Arbeit. -Sie sind der Arbeit entwöhnt und müssen erneut die Arbeit zu ihrem Inhalt machen. Das alles birgt ungeheure Ge­fahren in sich. Das Leben ist Kampf, und Kamps ist das Leben. Die hier in den Särgen vor uns liegen, sind die Zeugen dieses unerbittlichen Kampfes. Sie sind Soldaten der Arbeit und wir wissen deshalb, - die Führer in diesem harten Kampfe um so mehr Verantwortung tragen müssen. Wir erklären, Laß wir rücksichtslos jeden, der diese Verantwortung in diesen schweren Tagen des Kampfes um den Wiederaufbau Deutschlands vernachlässigt, anklagen werden. Zu den Hinterbliebenen gewandt, fuhr Dr. Ley fort: Ihr seid nicht allein, mit euch ist das geiamte Volk. Das ist ja das gewaltige Werk des Führers.

(Fortsetzung auf Seite 2)

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Stalinverleugnet" seine Komintern

kt.. Die energischen Protest-Schritte Eng­lands und der Vereinigten Staaten von Amerika in Moskau wegen der weltrevolutionären Pro­paganda der Bolschewisten wurden von den Machthabern des Kreml zunächst mit zwei Ausflüchten erwidert: Der sowjetrnssischs Botschafter in Washington glaubte m seltsamer Anlehnung an einen Bibeltext. im Auge seines amerikanischenBruders" plötzlich einen Balken zu entdecken und auf antisowjetrussische Agitation in USA. hinweisen zu können, während die Mos­kauer Regierung ihrerseits jede Verbindung mit den berüchtigten Komintern in Abrede stellte. Der eine Einwand ist so fadenscheinig wie der andere. Ebenso wie in anderen Ländern, deren Regierungen der kommunistischen Hetze in den Reihen ihres Heeres und der Arbeiterschaft nicht tatenlos zusehen, erstrecken sich auch in Amerika die antibolschewistischen Aufklärungs- und Ab- wehraktionen lediglich auf Maßnahmen zur Verteidigung eigener lebenswichtiger Staatsinteressen. Sie unterliegen der innen­politischen Gesetzgebung, sind an die Grenzen des Landes gebunden und können schon deshalb mit der internationalen, auf Umsturz und Chaos ge­richteten Propaganda der Komintern nicht ver­glichen werden. Es gehört jedenfalls ein sehr starkes Stück Demagogie und Heuchelei dazu, einen umfassenden Angriff auf die Rechts­ordnung fremder . Staaten zu unternehmen und dann so zu' tun, als fühle man sich durch den Ver- teidigüngswillen der sich auf ihre selbstverständ­liche Pflicht besinnenden Angegriffenen bedroht.

Noch grotesker ist die Ableügnung der un­mittelbaren geistigen und organisa­torischen Verbindung zwischen dem Kreml und den Komintern. DieKom­munistische Internationale" hat also aus rein äußerlichen Gründen ihren Sitz in Mos­kau? Die bolschewistischen Agitatoren und Vom- benleger nehmen also ganz zufällig von sowjetrussischen Zentralen aus ihren Weg in die Welt? Wie, Stalin, der Vorsitzende der kommu­nistischen Partei (!), und seine Genossen kennen das Programm der Komintern nicht, in dessen fünftem Kapitel von derBedeutung der Sow­jetunion und ihrer internationalen revolutio­nären Pflichten" die Rede ist? Sie wissen nicht, daß die Sowjetunion auf Grund jener Pro­grammpunkteals Land derWtktatur des Pro­letariats und des Bundes der Arbeiter und Bauern unvermeidlich zum Herd der internatio­nalen Revolution" werde? Nun, die Politik des Sichdummstellens der Sowjet- Kommissare ist schon zu oft angewendet worden, schon zu oft zum kläglichen Scheitern ver­urteilt gewesen, als daß mit diesem Täuschungs­manöver noch Erfolg zu erzielen wäre. Der vor einigen Tagen zum Abschluß gebrachte Moskauer Komintern-Kongreß hat zudem die Ueberein­stimmung zwischen bolschewistischer Regierung und kommunistischer Partei in nicht zu überbietender Deutlichkeit demonstriert. Schließlich sei, was die Vertragsverletzung der Sowjetregierung gegen­über den Vereinigten Staaten betrifft, auf den Text der amerikanisch-russischen Vereinbarung hingewiesen, mit dem die Moskauer Regierung sich ausdrücklich verpflichtet hat,weder die Gründung noch den Aufenthalt irgendeiner Gruppe zu erlauben, deren Ziel es ist, eine ge­waltsame Aenderung der politischen oder sozialen Ordnung der Vereinigten Staaten herbeizu­führen". Nicht nur haben die Moskauex»Mntral- behörden die Gründung dieserGrMWWstedul- det, sondern die Arbeit der weltrWolutiönären Unruhestifter ist von ihnen sogar nachweisbar auf alle mögliche Art und Weise gefördert worden.

Die Flucht vor der Verantwortung ist nun frei­lich ein bolschewistischer Wesenszug. Als Litwinow in Genf vor der Ausnahme der Sowjetunion in den Völkerbund mit allen Mitteln bürgerlich-diplomatischer Verstellungs­kunst den Harmlosen spielte, haben wir bereits mit aller Bestimmtheit darauf hingewiesen, datz der Beauftragte Stalins mit seinen Friedens- und Nichteinmischungsversicherungen nur über dieum so dreistere heimliche undnichtamt­liche" Sow j e t p r o p a g a n d a hinweg­täuschen wollte. Gegenüber den Regierungen Frankreichs und der Tschechoslowakei, die in­zwischen mit Moskau militärische Beistandspakte abgeschlossen haben, hat jene Taktik ihr Ziel er­reicht, doch wenn die Volksmeinung in jenen Ländern, besonders in Frankreich, vor Abschluß der gefährlichen Pakte für den neuen Bundes­genossen nicht gerade mit Begeisterung eintrat, so haben die jüngsten Gewaltakte kommu­nistischer Unruhestifter ihre abschreckende Wirkung jetzt auch in den von Moskau irrege­führten Staaten nicht verfehlt. Aber noch ist die Zeit zur Abrechnung nicht reif: die noch andau­ernden bolschewistischen Wühlereien unter den Hafenarbeitern in Amsterdam, unter der Landbe­völkerung Litauens und den Korinthen-Bauern Griechenlands werden ebensowenig wie die paviernen Proteste zweier Großmächte in den be­troffenen Ländern zu einer erbarmungslosen Ausrottung des kommunistischen Uebels sichren. Dazu hat sich das bolschewistische Eist wohl noch nicht tief genug in die bedrohten Volks­körper eingefressen, dazu ist die Erkenntnis, datz allein die radikalen Abwehrmethoden des natio­nalsozialistischen Deutschlands Staatsgrundlagen