Ausgabe 
(24.8.1935) Nr. 233
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parteiamtl.Iageszeitung der

Das flmtsblatt des Senats

Nationalsozialisten Vremens

der Sreien Hansestadt Dremen

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Nr. 2ZZ / z. Jahrgang

Sonnabend, 24. flugust

kinzelpreis 1S Npf.

freiHett der Nation über freibett des (Weinen

Neichsministec l>r. öoebbels spricht vor dem Internationalen Strafrechtokongreß über die Aufbauarbeit

des nationalsozialistischen Staates / was wir wollen was wir erreichten

Nnssr lagvsspisgsl

Durch Ausführungsbestimmungen zum litaui­schen Wahlgesetz werden sür das Memelgebiet weitere Wahlsabotagen vorbereitet.

In Jugoslawien ist es infolge von Rücktritts­gesuchen mehrerer Minister zu einer Regie­rungskrise gekommen.

Die Funkausstellung ist wegen ihres starken Besuchs um drei Tage verlängert worden.

Der große Bau des Reichsluftsahrtministe- riums wird bereits im April 1938 völlig bezugsfertig sein.

. Die Rettungsarbeiten an der Berliner Ein­sturzstätte haben bisher noch nicht zu einet Bergung der Opfer führen können.

Vom Reich werden 588 Millionen Reichsmark Neichsschatzanweisungen zur öffentlichen Zeich­nung aufgelegt.

Die Sparkassen haben weitere 888 Millionen Reichsmark Reichsanleihen übernommen.

Die Vauwirtring AS., Bremen, kann über ein günstiges Geschäftsjahr berichten.

Mit einer Großveranstaltung der NS.- Frauenschaft fand der Kreisappell der NSDAP. seinen feierlichen Auftakt.

Berlin, 21. August.

Die Verhandlungen des XI. Internationalen Strafrechts- und Gefängniskongresses erreichten .ihren Höhepunkt mit einer groß angelegten Rede des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda Dr. Goebbels, der den in Berlin ver­sammelten Vertretern von 88 Nationen vor Au­gen führte, wie die nationalsozialistische Revolu­tion Deutschland politisch, sozial, geistig und kul­turell umgestaltet hat. Parkett und Tribünen waren überfüllt.

Reichsminister Dr. Goebbels führte u. a. aus: Jede Revolution, die vor der Geschichte Bestand hat, ist ein geistiger Akt. Die Be­wegungen auf dem Felde der Machtpolitik, die dadurch ausgelöst werden, sind nur die sichtbaren Ausdrucksformen dieses Prozesses. Hinter jeder Revolution steht eine Idee, und es ist ihr Sinn daß diese Idee auf allen Gebieten des öffentlichen

und privaten Daseins zum Durchbruch kommt Revolutionen, die sich lediglich im Machtpoliti- schen erschöpfen, sind meistens nur von kurzer Dauer. Sie bringen zwar neue Männer an die Verantwortung, aber mit diesen neuen Männern werden keine neuen Ideen in Form gebracht.

Erst eine Machtpolitik, die sich als Mittel zu einem höheren Zweck empfindet und ihren eigent­lichen Selbstzweck darin sieht, die hinter ihr stehende Ideenwelt, die sie zum Antrieb brachte, aus der Welt der Theorien in die Welt der Realitäten zu versetzen, gibt der Revolution eine über die Zeit hinauswirkende Bedeutsamkeit.

Der Sinn der Revolution, die wir gemacht haben, ist die Volkwerdung der deut­schen Nation. Erst in diesem heißen Ausbruch der volksbedingten Kräfte wurde sie möglich. Ihr Vollzug war um so mitreißender, spontaner und explosiver, je länger man versucht hatte, sie durch

künstliche Staudämme aufzuhalten. Das deutsche Volk erhob sich in einer einzigartigen Demon­stration seines Lebenswillens und vollzog damit eine Einigung, die bis dahin nur von wenigen, starkgläubigen Menschen für möglich gehalten, von allen anderen aber als unwahrscheinlich, gegen jede Erfahrung und Lehre der Geschichte verstoßend, belächelt und abgelehnt wurde."

Der ausgesprochene Lharakterzug der deutschen Erhebung, so führte Dr. Goebbels weiter aus, liege im Willensmäßigen. Diese Revolu­tion sei fast ausschließlich Sache der deut­sche nJugenü gewesen. Sie habe sich heroisch und herb, sentimentalitätslos und wirklichkeits­nah erwiesen, und ihr nüchterner Sinn für ge­gebene Tatsachen habe sie das Notwendige nicht nur rechtzeitig erkennen, sondern auch rechtzeitig tun lassen.

(Fortsetzung auf Seite 2s

Klopfzeichen an der Unglücksstiitte!

MWIWW

Selüufchle Hoffnungen / Sie (unnelsoHle noch nicht erreicht

Neue Neichsanleche: kine Milliarde

' Berlin, 24. August.

Das Deutsche Reich legt 800 Mill. RM. 4l4pro- zentiger Reichsschatzanweisungen zum Kurs von 98 Prozent zur öffentlichen Zrichnung auf, deren auf 10 Jahre festgesetzte Laufzeit am 1. Oktober dieses Jahres beginnt. Von 1941 ab werden jedes Jahr 20 Prozent des Emissions­betrages der Schatzanweisungen, die mündelsicher und lombardfähig sind, ausgelost. Die Zeichnungs­frist läuft von 4. bis 16. September d. I. Ferner hat die Deutsche Girozentrale sich ver­pflichtet, weitere 300 Mill. RM. der 414prozen- tigen Deutschen Reichsanleihe von 1938 zum Kurs von 9811 Prozent zu übernehmen, um sie bei - den Svarkassen unterzubringen. (Näheres siehe im Handelsteil.)

Keine Preissteigerungen

Berlin, 24. August.

Nach dem Ablauf des Gesetzes über die Be­stellung eines Reichskommissars sür Preisüber­wachung ist die Ausübung der Befugnisse des Reichskommissars sür den Geschäftsbereich des Reichs- und preußischen Ministers für Ernährung und Landwirtschaft aus diesen übergegangen. Der , Reichsminister hat den Preisllberwachungsbehör- den mitgeteilt, daß Preissteigerungen grundsätz­lich nicht zugelassen werden dürfen. Zur Bespre­chung der sich hieraus ergebenden Fragen der Preisüberwachung sind außerdem die obersten > Landeslehrrden, die Oberpräsidenten, die Preis- iibcrwachunqsstellen sowie die Gauleiter der RLDAP. für Mitte nächster Woche zu einer Be­sprechung nach Berlin eingeladen worden.

stieverlängerunDtzrrsunkausstsllung

Berlin, 24. August

Mit Rücksicht auf den außerordentlich starken Besuch der diesjährigen ..12. Großen Deutschen Rundfunkausstellung" und die vorliegenden zahl­reichen Meldungen von weiteren Sonderzügen wird die Ausstellung noch um 3 Tage, d. h. bis einschließlich M-ttwoch. 28. August, verlängert. Diese Tage werden als Vollst a g e durch­geführt. Der sonst geltende Eintrittspreis von einer Reichsmark wird als Einheits- preisauf 0 , 80 RM. herabgesetzt, ledig­lich Erwerbslose zahlen 0,30 RM. Der Umfang der Ausstellung bleibt in den Verlängerungstagen Ze- nau so wie bisher. Dienstag und Mittwoch fin­den Sondervsranstaltungen der NS.-Eemeinschaft -Kraft durch Freude" unter dem Motto:Volk I-ndet für Volk" statt.

VVM.-MäSel niedergeschlagen

Franksurt a. O.. 24. August. Dieser Tage wurde das BDM.-Mädel Gertrud Duksch in Schneidemühl von fünf Mitgliedern der katholischen IugendgruppeNeudeutschland" auf offener Straße angefallen und niedergeschla­gen. Das Mädel befand sich auf dem Nachhause­wege von einem Heimabend. Es war zunächst in Begleitung einiger Kameradinnen und trennte !>ch dann von ihnen, um allein weiter nach Hause Zu gehen. In einer dunklen Seitengasse wurde sie u°n Mitgliedern des katholischenNeudeutsch- land". von denen drei die verbotene Uniform srugen, umringt. Der >ine versetzte mit einer oahrradpumpe dem Mädel einen starken Schlag über den Kopf und verletzte es schwer. Die Wunde ^ur so tief. daß das Mädel sich in ärztliche Be- tandlung begeben mußte. Kurz nach dem Uober- Al kam auf der nahen Hauptstraße ein SA.» Mann vorbei Als ihn die feigen,gottessürch- lyen" Burschen sahen, ergriffen st« die Flucht.

B e r l i n, 24. August.

Fast 72 Stunden bangt man um die Opfer der Arbeit in der Hermann-Göring-Straßs. Schon ist schier Unmenschliches geleistet worden, aber im­mer noch ist es nicht gelungen, an die Verschütte­ten heranzukommen.

Auch die Geretteten haben nicht die genaue Lage der Vermißten bezeichnen können. Sie haben wohl angegeben, daß sich im Augenblick des Unglücks an dieser und jener Stelle Arbeiter befunden haben, aber es ist ja mit Sicherheit anzunehmen, daß sich die Arbeiter bei Erkennen der drohenden Katastrophe schnell noch zu retten versuchten und

naturgemäß von ihrem Aufenthaltsort nach beiden Seiten der Unglücksstelle auseinanderstoben.

Bei den Bergungsarbeiten kam es in der zwei­ten Morgenstunde zu einer Unterbrechung. Gegen fH2 Uhr erschien ein Arbeiter ganz auf­geregt bei der Leitung der Rettungsarbeiten und behauptete, er habe an einer Stelle des Tunnels etwa füns Meter vom Greiskran entfernt Klopfzeichen gehört. Sofort wurde der gesamte Schürfbetrieb eingestellt, um vollkommene Ruhe zu haben. In aller Eile trieb man an der be­zeichneten Stelle einen Schacht in das Erdreich

Dr Voebkelo vor ä-« Ztrakreelits-lvongi cll. In ,ler »-raten lioll,-- Uni.- ;,nt--n v.-, rsasttn: Rsiobsjustirministei Dr. üürtver, UeiebsminiÄtor Or. I ronie uvä Üts-n Orsislsr.

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hinein, doch waren trotz angespanntester Auf­merksamkeit irgendwelche Zeichen der Verschütte­ten nicht zu vernehmen. Nach mehreren Stunden gab man diese hoffnungslose Arbeit aus, da er­fahrungsgemäß Klopfzeichen im lockeren Sand­boden einfach nicht wahrnehmbar sein können und zudem ein Vorwärtskommen an dieser Stelle un­möglich ist. Der Arbeiter, der diese Zeichen ge­hört haben wollte, dürste in der Aufregung einer Sinnestäuschung zum Opfer gefallen sein.

Das Schwergewicht der Bergungsarbeit liegt immer noch auf der Seite nach der Hermayn- Göring-Straße. Freitag vormittag sind noch ein­mal die Preßlufthämmer in Tätig­keit getreten, um einen weiteren Teil oer Straßendecke wegzuräumen. Auf diese Weise kann man den steilen Abhang immer weiter abschrägen, die einzelnen Plattformen verbreitern und damit vollkommene Sicherheit für die Arbeitenden schaf­fen. Die Tunnelsohle konnte noch immer nicht er­reicht werden, da sich. genau so wie an den anderen Stellen, auch hier ein Gewirr von Eisen- und Holzträgern den Arbeitern entgegen­streckt. Schweißbrenner und elektrische Sägen müssen oftmals eingesetzt werden, um Platz zu schaffen. Hand in Hand mit ihnen arbeiten die Zimmerleute, die die Aufgabe haben, den acht Meter breiten Schacht genügend zu sichern. Ein Brett nach dem andern wird nach unten eingesetzt und durch starke Holzstempel gegen Einbruchsge- fahr gesichert.

Zchwisrige vergungsarbeilen

Berlin, 24. August.

An der Stätte- des Einsturzunglllcks gab am Freitagabend Generalleutnant Daluege, der bekanntlich mit der Oberleitung auf der Ünglllcks- stelle beauftragt worden ist, einen Ueberblick über die seit Einrichtung der zentralen Führung der Rettungs- bzw. Bergungsarbeiten durchgeführten und der für die nächste Zeit geplanten Arbeiten.

Wer den Rettungsarbeiten vom ersten Tage an beigewohnt hat, wird zugeben müssen, daß bisher nach menschlichen und technischen Kräften restlos alles getan worden ist, um einen Vorstoß zu den Verschütteten zu ermöglichen. Wenn diesen übermenschlichen Anstrengungen ein positi­ver Bergungserfolg noch nicht beschieden war. so liegt das allein an den ungeheuren Schwierig­keiten, die bei der Art des Einsturzes den Arbeiten im Wege stehen. Nachdem der Stollenbau der Bergleute insofern zu keinem positiven Ergebnis geführt hat, als man zwar Hohlräume entdeckt hat, an die Verschütteten aber nicht herangekom­men ist, mußte man sich zur Anwendung grund­legend neuer Methoden entschließen.

Am Freitag sind in der ersten Schicht 680, in der zweiten 743 und in der dritten Schicht 800 Mann eingesetzt worden. Schon diese Zahlen be­weisen, daß auf dem verhältnismäßig beschränk­ten Raum die Ansehung von Kräften in vollstem Umfange erfolgt ist.

Unter diesen Umständen hat in der Nacht zum Sonnabend vor allem der Einbau des breiten Längsstollens, von dem man sich sehr viel für die Bergung der Verschütteten verspricht, an­sehnliche Fortschritte gemacht, obwohl man nach der Tiefe zu immer wieder auf wirr durchein- anderliegende Trümmer stößt.

Anläßlich des Brandes >m Funkgelände und insbesondere der Einstumkatastin der Her- mann-Eöring-Straße hat eine Aamhl fremder Missionschefs der Reichsre-imrung ihre Anteil­nahme zum Ausdruck gebracht.

wenn ein Wille wirkt

Die beiden Berliner Katastrophen und der nationalsozialistische Staat Von Xlkreck-Ioxemar Lernät

Zweimal innerhalb von 16 Stunden wurde das deutsche Volk, wurde die Welt durch die Meldung von zwei riesigen Katastrophen in Berlin erschreckt. Eine der schönsten und größten deutschen Ausstellungen, zu der Hunderttausende aus dem Inland und Ausland nach Berlin gekommen waren, wurde von einem Riesenbrand heim­gesucht, der eine wertvolle Halle vernichtete. Wenig später hat ein gewaltiger Erdrutsch 20 deutsche Arbeiter lebendig begraben.

In der ganzen Welt aber wurde anerkannt, mit welcher ungeheuren Energie, welcher Zusammen­fassung und Zusammenballung aller Kräfte die verantwortlichen Männer des national- fozialistischen Staates darangingen, die Schäden dieser Katastrophen zu beheben und schleunigst und schnellstens Hilfe zu bringen.

Man muß sich den zeitlichen Ablauf einmal vor Augen halten: Um 8.30 Uhr abends war das Riesenfeuer ausgebrochen, um 3 Uhr morgens war es noch nicht ganz gelöscht, aber schon regten sich Hunderte fleißiger Hände, um sofort an anderen Stellen wieder aufzubauen, was das Feuer zerstört hatte: 2 4 Stunden später stand die Ausstellung in der gleichen Reichhaltigkeit wie vordem da. In welchem Lande der Welt wäre das sonst möglich gewesen? Man halte sich einmal vor Augen, was noch vor drei Jahren in Deutschland beim Eintritt einer solchen Katastrophe geschehen wäre. Es ist nicht auszudenken. Zunächst steht fest, daß erheb­liche Kompetenzkonflikte entstanden wären zwischen Polizei, Feuerwehr, den Baufirmen, den Unterfuchungsbehörden und den sonstigen betei­ligten Stellen. Man hätte sich in langwierigen Konferenzen schließlich auf Einsetzung von Aus- schüssen und Unterausschüssen geeinigt, doch wäre die Ausstellung sicherlich zunächst überhaupt geschlossen worden. Man hätte sich um die Schuld­frage gestritten, einen tollen Pressestreit vom Zaune gebrochen, und zuletzt hätten wahrschein­lich Reichstagsausschüsse dicke Akten angelegt und in mehrjähriger Arbeit festgestellt, daß die Schuldfrage nicht zu klären sei.

Genau so liegt es mit dem furchtbaren Unglück in der Hermann-Göring-Straße. Ein altes Sprich­wort sagt, daß sich erst im Unglück der Mann zeige und der Charakter bewähre. Der Nationalsozialis- mus hat gezeigt, daß charaktervolle Männer seine Träger sind. Denn in tatkräftigster und zugleich würdigster Form sind schon zehn Minuten nach der Kunde alle verfügbaren Kräfte zusammengefaßt und unter einheitlicher Leitung eingesetzt worden, um den bedauernswerten Arbeitskameraden, wahr­haften Soldaten der Arbeit, schnellstens Hilfe zu bringen und sie womöglich noch zu retten. Ohne Rücksicht auf büromäßig« Bedenken und langwierige Erörterungen wurden mitten aus den Manövern heraus mehrere Pio- nierkompanien in wenigen Stunden nach Berlin geschafft, wurden bergmännisch geschulte Rettungs­mannschaften in kurzer Zeit mit dem Flugzeug an die Unglllcksstelle gebracht, und das notwendige Handwerks- und Rettungsmaterial einfach dort genommen, wo es zu finden war. Mit einer Groß­zügigkeit, wie sie ein parlamentarischer Staat nie­mals aufbringen kann, wurde sofort den Angehört- gen der Opfer eine erste Hilfe zuteil, die ihnen zwar kein Trost ist für den ungeheuer schweren Verlust, den der vermutliche Tod des Ernährers bedeutet, die sie aber doch wenigstens vor allen materiellen Sorgen bis auf weiteres bewahrt.

Man muß gerade in solchen Augenblicken der Not einmal innere Einkehr halten und sich alle diese Dinge vor Augen führen, um zu erkennen, welche ungeheure Wandlung sich in Deutschland vollzogen hat. Gerade an solchen Beispielen wird klar, wie früher alles auseinanderstrebte, wie es nicht einmal im kleinen möglich war, die vorhan­denen Kräfte auf einem bestimmten Gebiete auf einen Punkt hinzulenken und zusammenzufassen, geschweige denn im großen. Erlebten wir doch über­all eine Vielfalt von Organisationen, Erllppchen und Meinungen, nirgends aber auch nur eine äußere Geschlossenheit. Diese äußere Ge­schlossenheit hat erst der National- sozialismus geschaffen, und ihr Wert wird erst in Jahrzehnten von einer neuen Genera­tion rückschauend voll und ganz erkannt und ge- würdigt werden können. Denn dieser Wert liegt ja nicht allein in der organisatorischen Einheit des Volkes auf allen Lebensgebieten, sondern er zeigt sich auch ganz besonders in der Praxis und in den Stunden der Gefahr.

Wie sollte da. um ein Beispiel zu nehmen, früher eine einheitliche Kulturpolitik in Deutschland ge­rührt werden, wenn es vollkommen unmöglich war. eine auch nur einigermaßen einheitliche Aus­lassung über Vegriss und Wesen deutscher Kultur heibeizusiihren. Heute gibt es eine Stelle in Deutschland, die für die Führung der deutschen Kulturpolitik verantwortlich ist. und die allein alle Kräfte auf kulturellem Gebiete der Nation dienstbar macht: die Reichskulturkammer. Und