Ausgabe 
(23.8.1935) Nr. 232
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Nationalsozialisten Bremens

der Zreien Hansestadt Lremen

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Nr. 2Z2 / z. Jahrgang

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kinzelpreis lS Npf.

Unser Klaube ist Ueutschlanb!

der heute beginnende Kreisappeti wird Zeugnis von der geschlossenen Einheit der Bremer Nationalsozialisten ablegen

Unser lagssspisgsl

Zum italienisch-abessinischen Konflikt gesellt sich mehr und mehr ein scharfer englisch-ita­lienischer Gegensatz.

In Südtirol haben unter dem Oberkommando Mussolinis die grohen italienischen Manöver begonnen.

Bei den Arbeiten an der Stätte des Berliner Einsturzunglücks konnte bisher keines der Opfer geborgen werden.

Ministerpräsident Göring hat für den Reichs- wettkamps der SA. 10 000 Mark gestiftet.

Die Erzeugerpreise für Speisekartofseln sind mit sofortiger Wirkung weiter ermäßigt worden.

Ein neuer Erlaß des Reichsernährungs- ininisters betont die Pflicht der Zinszahlung bei Schuldenregelungsverfahren.

Bis Ende des Jahres dürfte nach vorsich­tigen Schätzungen noch ein Absatz von 100 000 Kraftwagen zu erwarten sein.

Heute beginnt der Kreisappell der NSDAP., Kreis Bremen, mit der Kundgebung der NS.-Frauenfchaft.

Kreisietter Vlanke auf flömlral SkUeer"

Kiel, 23. August.

Donnerstag morgen haben sich auf dem Minen­suchboot LI 104 zahlreiche Gäste zur lleberfahrt auf das PanzerschiffAdmiral Scheer" einge­schifft, um. an Bord des Panzerschiffes dem Flotten-Artillerie! chietzen beizuwoh­nen. Man bemerkte Korpsfllhrer Hühnlein, den Kieler Oberbürgermeister Vehrens, den Regie­renden Bürgermeister Krogmann, den oldenburgi- schen Ministerpräsidenten Joel, Konteradmiral Lindau, Regierungspräsident Wallroth-Schleswig, den Oberbürgermeister von Stralsund und den Kreisleiter der NSDAP. von Bre- men, Vlanke.

oöring stifie! See Sfl 10000 NM.

Berlin, 23. August.

Wie die Adjutantur des Stabschefs mitteilt, hat der Reichsluftfahrtminister General der Flie­ger und SA.-Obergruppenführer Hermann Göring der SA. zur Durchführung des Reichswettkampses 10 066 RM. zur Verfügung gestellt. Die kamerad­schaftliche Verbundenheit zwischen der jungen Luft­waffe und der SA., die durch das Geburtstags­geschenk der SA. an den Führer schon einmal so treffend zum Ausdruck gebracht wurde, ist mit dieser Stiftung des Reichsluftfahrtministers er­neut bewiesen worden.

In die oberste Sfl'siistruns berufen

Berlin, 23. August.

Der frühere Führer der SA.-Brigade 36, Plauen, Gruppenführer Hetz, ist in den Stab der Obersten SA.-Führung berufen worden, und zwar unter gleichzeitiger Ernennung zum Verbindungsführer der Obersten SA.-Führung zum Reichshandwerksmeister. Gruppenführer Hetz wurde ferner durch den Führer in den Volks­gerichtshof berufen.

Zinsen bei Schuldenregelung

Berlin, 23. August.

Der Reichs- und preußische Minister für Er­nährung und Landwirtschaft und der Reichs­minister der Justiz weisen in einer gemeinschaft­lichen Richtlinie für die Entschuldungsstellen und Entschuldungsämter darauf hin, datz Bauern und Landwirte, die sich im Schulden­regelungsverfahren befinden, verpflich­tn sind, die während des Verfahrens fällig wer­denden Zinsen an die Gläubiger zu entrichten. Die Entschuldungsstelle hat regelmäßig eine An­ordnung zu erlassen, in der die Höhe der zu zahlenden Zinsen unter Berücksichtigung der bei Durchführung des Verfahrens zu erwartenden Kürzungen und Zinssenkungen zu bestimmen ist. Eutjchuldungsstelle und Entschuldungsamt haben streng darüber zu wachen, datz diese Zinsen vom Betriebsinhaber vollständig und pünktlich ent­richtet werden.

Kommt der Betriebsinhaber trotz vorhandener Mittel der Zinszahlungspflicht nicht nach, so ist D prüsen, ob das Verfahren wegen Ent- schuldungsunwürdigkeit eingeleitet wer- drn mutz. Keinesfalls kann ein solcher Schuldner damit rechnen, datz die von ihn nicht bezahlten <Msen nachträglich ganz oder teilweise erlassen werden. Er hat sie vielmehr nach näherer Ve- lUmmung des Entschuldungsplanes nachzuzahlen "nd regelmäßig vom Zeitpunkt ihrer Fälligkeit a» zu verzinsen. Dieser für Betriebsinhaber und »laubiger wichtige Erlaß ist im Heft 164 der amtlichen Mitteilungen in Entschuldungssachen veröffentlicht.

Der Kreis Bremen der NSDAP. ruft in der Zeit vom 23. bis 25. August zum Appell auf. Nicht nur in unserer Stadt, in ganz Deutschland treten die Nationalsozialisten in diesen Tagen zusammen, um die Befehle sür die vor ihnen liegende Arbeit entgegenzunehmen. So wie in wenigen Wochen auf dem Reichsparteitag in Nürnberg der Welt die gewaltige Macht dieser Bewegung vor Augen geführt wird, so sollen diese Appelle in allen Orten Deutschlands Zeugnis ablegen von der geschlos­senen Einheit und dem Wollen der Nationalsozialisten. Der aktive Kämpfer, ganz gleich in welcher Gliederung er steht, beweist täglich durch seinen Einsatz, wie ernst er die Auf- gaben auffaßt, die ihm vom Führer zugewiesen wurden, und die Ereignisse der letzten Zeit lassen immer wieder erkennen, wie notwendig dieser Ein­satz ist. Fest zusammengeschweißt steht hier eine ver­hältnismäßig kleine Schar von Menschen, die ohne Zwang und nur zusammengehalten durch das Band der gemeinsamen Weltanschauung, ein Le- ben voll Kampf und Opfer auf sich genommen hat, um damit dem ganzen Volk zu dienen.

Auch heute noch kann oder will mancher in Deutschland, nicht erfassen, was diese Männer und Frauen, die aktiv in der Bewegung stehen, dazu

'treibt, unter Hintansetzung ihrer Person und ihrer eigenen Interessen diesen Dienst zu tun. Sie hal­ten diese Tätigkeit für überflüssig, weil sie glau­ben, daß der Kampf der NSDAP. mit der Macht­ergreifung sein Ende haben müßte, und gerade diese Volksgenossen sind es, denen ein Großteil der heutigen Arbeit noch gilt. Wurde damals um die äußere Macht gekämpft, so hat jetzt das Rin­gen um die Seele eingesetzt. Niemand möge glauben, Latz es ihm gelingt, sich von diesem Rin­gen fernzuhalten. Diese Bewegung, die durch ihren 14jährigen Kampf um die Macht, der unter schwersten Bedingungen siegreich zu Ende geführt wurde, ihre gewaltige Schlagkraft bewiesen hat, wird auch vor dieser ungleich schwereren Aufgabe nicht halt machen und wird nicht ruhen, bis auch der letzte deutsche Mann und die letzte deutsche Frau den Nationalsozialismus aus vollem Herzen bejaht.

Wenn heute gewisse Kreise in Deutschland ver­suchen, sorgenvolle Gesichter aufzustecken, weil sie, verwöhnt durch den geschaffenen Ordnungsstaat, die Notzeit vor der Machtübernahme vergessen haben, wenn ander« nicht vermögen, sich den heu­tigen Auffassungen anzupassen, weil ihr persön- liches Geltungsbedürfnis dabei zu kurz kommt.

wenn wieder andere, ermutigt Lurch die Duldsam­keit der Nationalsozialisten, heute wieder frech ihr Haupt erheben, so wird ihnen durch diesen Kreis- appell klar und eindeutig vor Augen geführt, datz sie durch ihr Verhalten und ihre Abseitsstellung ein klägliches Bild innerhalb der Volksgemeinschaft bieten. Wer leben will mutz kämpfen. Die Wahrheit dieses Satzes erleben wir täglich, und der Nationalsozialismus hat aus dieser Er­kenntnis heraus die Arbeit angepackt.

In mehreren Großkundgebungen finden sich Männer und Frauen Bremens in Liesen Tagen zusammen, um aus berufenem Munde führender Persönlichkeiten neue Richtlinien entgegen­zunehmen und aus dem Gemeinschasts- erleLnis, das ein solcher Appell vermittelt, die Kraft für die zukünftige Arbeit zu schöpfen. Eine schlagkräftige Trupps steht bereit, überall, wo es notwendig ist, ihre Pflicht zu tun. Ohne Rücksicht auf kleinliche Bedenken oder Angriffe, woher sie auch immer kommen mögen, geht der Weg gerade auf das gesteckte Ziel zu und das Geleitwort, das für diesen Appell gewählt wurde, ist richtungwei- send für die zukünftige Arbeit der Bewegung:

Unser Glaube ist Deutschland, nur indem wir Deutschland dienen, dienen wir Gott." Kr.

knglanv und der Völkerbund

Diplomatische Fühlungnahme aussichtsreicher als graue Genser Theorie«

(Orsktbsriolit unssrsr Lsrliusr kokriktlsltnuz) Lr. Berlin, 23. August.

Strafmatznahmen gegen den Friedensbrecher, Rohstoffsperre, Kreditsperre gegen Italien, ein­mütige Völkerbundsbeschlüsse im Kriegsfalle so ungefähr lauteten die aufsehenerregenden pri­vaten Ankündigungen, von denen in der eng­lischen Presse täglich schärfer berichtet wurde. Aber was das englische Kabinett über seine Be­ratungen bekanntgibt, steht im schroffen Wider­spruch zu diesen Erwartungen der englischen Presse.

Eine Kabinettssitzung mitten in den Ferien hat stattgefunden, eine Kabinettssitzung, zu der man die Vertreter aller Teile des britischen Welt­reiches, der selbständigen Bnndesstaaten von Ka­nada bis Südafrika und Australien feierlich um ihre Meinung befragt hat, und die doch lediglich mit der kühlen Feststellung endete, datz man wei­tere diplomatische Verhandlungen führen will. Wie erklären sich solche Widersprüche? Es müssen zunächst einmal die Möglichkeiten beachtet wer­den, die für England bestehen, auf dem rein formaljuristischen Wege etwas gegen einen ent­stehenden Krieg zu unternehmen. England hat sich dabei sehr stark auf das Mittel des Völker­bundes berufen und gestützt, und die Führer der oppositionellen Labour Party sollen angeblich erklärt haben, wenn die Regierung zum Völker­bund stehe, würden sie zur Regierung stehen.

Die Völkerbundssatzung enthält nun tasächlich formal Vorschriften gegen den Krieg, vor allem gegen den Krieg unter Vundesmitgliedern. Diese verpflichten sich. jede zwischen ihnen entstehende Streitfrage dem Völkerbund zu unterbreiten und in keinem Falle vor Ablauf von drei Monaten nach dem Bericht des Rates zum Kriege zu schrei­ten". Dieser Artikel sieht also vor. datz, praktisch gesprochen, ein Krieg auf einige Monate hinaus­geschoben wird. Denn die Bundesmitglieder ver­pflichten sich zwar, bei einem einstimmigen Ratsbeschlutz nicht zum Kriege zu schreiten, aber wenn der Rat nicht einstimmig beschließen kann (die Vertreter der beiden streitenden Parteien dürfen dabei nicht an der Abstimmung teilneh­men), so hat jedes Vundesmitglied das Recht, die Schritte zu tun, die es zur Aufrechterhaltung von Recht und Gerechtigkeit für nötig hält".

Also: Nur ein einstimmiger Ratsbeschlutz kann (immer formalrechtlich) ein Kriegsverbot bringen, ein Mehrheitsbeschluß aber gibt jedem seine Handlungsfreiheit zurück. Es ist nötig, daran zu denken, wie sehr die Erotzmächte-Jnteressen miteinander verflochten sind, und datz es infolge­dessen bisher in keinem einzigen Falle gelang, bei solchen ernsten Angelegenheiten einen einstimmi­gen Beschluß zustande zu bringen, der etwa den betroffenen Staat zur Umkehr gezwungen hätte.

Eine weitere Bestimmung der Satzung sieht zwar vor, daß ein Völkerbundsmitglied, das ent­gegen allen diesen Vorschriften also ohne Auf­schub oder ohne Beachtung des einstimmigen Rats­beschlusses zum Kriege schreitet,ohne weiteres so angesehen wird. als hätte es eine Kriegs­handlung gegen alle anderen Vundesmitglieder begangen. Diese verpflichten sich, unverzüglich alle Handels- und Finanzbeziehungen zu ihm ab­zubrechen usw.". Der Rat soll in solchen Fällen sogar jeder Regierung vorschlagen, wieviel sie zu der bewaffneten Macht beizutragen hat.die den Bundesverpflichtungen Achtung zu ver­schaffen bestimmt ist".

Das sind große und gewichtige Worte der Völkerbundssatzung, und wenn man nach diesen Worten ginge, könnte es so aussehen, als ob in der Satzung wirklich ein Machtfaktor gegen die Kriegsgefahr läge. Aber die Wirklichkeit hat die Völker eines anderen belehrt. Der Völkerbund hat niemals, wenn er an diese Be­stimmungen auch nur rührte, den Willen durch­gesetzt. der in Abstimmungen zum Ausdruck kam. In dem nicht einmal zu solcher Schärfe gediehe- nen Konflikt mit Japan wegen Mandschukuo war das Ausscheiden Japans die einzige praktische Folge. Die südamerikanüchen Staaten Bolivien und Paraguay ließen sich durch Völkerbunds- erklärunaen nicht beeinflussen, und erst diplomati­schen Berbandlungen der amerikanischen Regie­rungen untereinander gelang es, den Gran-Lhaco- Konflikl zu schlichten.

In all diesen Fragen aber waren die Erotz­mächte-Jnteressen nicht einmal so umnittelbai; be­rührt. wie es setzt bei der italienisch-englischen Meinungsverschiedenbeit der Fall ist. Bezeichnen­derweise schließt nach den großartigen privaten Ankündigungen englischer Stellen der amtliche Ber,ch, mit dem Hinweis auf neue diplomatische Verhandlungen. Auch die englische Regierung ist also wohl in zunebmendem Matze zu der Aus­lassung gekommen, datz die diplomatische Füblung- nähme größere Möglichkeiten in sich birgt al-- eine nur theoretische Genfer Sitzung, denn die diolomatischen Verhandlungen in Paris über das Abesnnien-Problem waren ja gescheitert, und man würde diesen Weg doch nicht von neuem be- schreiten, wenn man einen anderen erkennen wurde.

knMch-italienischer Vegensatz

Ungewöhnlich scharfe PressesehSe / Militärische flklionen im Millelmeer

(Von nnsorsin Berliner Vertreter)

Berlin, 23. August.

Die Kabinettssitzung in London, die sogenannte Abessiniensitznng, wurde gestern gegen S Uhr nach säst fünfstündiger Dauer beendet, ohne datz eine amtliche Mitteilung über das Ergebnis der Be­ratungen bekanntgegeben worden wäre.

Dreierlei scheint indessen nach Verlautba­rungen aus unterrichteten Kreisen beschlossen worden zu sein, nämlich, datz die britische Re­gierung mit der französischen auch fernerhin in engster Fühlung bleibt, um allenfalls doch noch zu einer friedlichen Rege­lung in der abessinischen Streitfrage zu kommen; ferner datz die Ausfuhr von Waffen nach Italien und Abessinien weiterhin gesperrt bleibt; ferner, datz keine Aenderung der britischen Politik gegenüber dem Völ­kerbund und den Genfer Satzungen ein­tritt.Wir sind uns in aller Ruhe und mit kühler Ilebarlegung schlüssig geworden. Wir sind uns sehr klar über das, was getan werden soll", sagte nach Beendigung der Kabinettssitzung Mac Donald zu einem Pressevertreter.

Indessen kann man trotz dieses fast harmlos klingenden Ergebnisses der Abessinien-Konferenz von London sich des Eindrucks nicht erwehren, daß sich mehr und mehr der italienisch-abessinische Konflikt in einen italienisch-britischen Konflikt zuzuspitzen scheint. Die beiderseiti­gen Pressestlmmen stellen das schärfste da, was

man sich an wenig Schmeichelhaftem als Stim­men gegnerischer Nationen sagen kann.

Hier ein Beispiel als Beweis der Gereiztheit der englischen Presse gegen Italien: In ihrem Leitaussatz schreibtMorning Post" datz man sich nicht länger der Schlußfolgerung entziehen könne, es träume der Duce von einer ruhm­reichen Erneuerung der Zeit der Cäsaren und wolle gegen das britische Reich vorgehen, das, wie man in gewissen ausländischen Kreisen glaube, anscheinend nur darauf warte, von anderen Rassen zerstückelt zu werden. Mussolini möge die Lage neu erwägen.

Wenn Großbritannien sich entschlösse, den Frieden jetzt für kurze Zeit zu kaufen, würde es nurräuberische" Bestrebungen ermutigen, die später um so größere Schwierigkeiten bereiteten.

Demgegenüber stehen die Worte desEiornale d'Jtalia", die sich gegen dieFeuerwehr- Brandstifter" richten und England beschul­digen, das kleine Feuer eine Kolonialkrieges im wildesten Afrika löschen zu wollen und dabei Zündstoss sür den Ausbruch einer ungeheuren Keucrsürunst in der ganzen Welt zusammenzu­tragen. Offen sagt das Blatt:

Sanktionen bedeuten Krieg"

der von Asrika nach Europa und von dort in alle Teile der Welt getragen würde. In Italien denke niemand daran, das britische Weltreich anzu­rühren, aber mit dem gleichen Recht verlange Italien, datz auch England Italien nicht antaste, wenn es sich die für seine Sicherheit und seine Arbeit notwendigen Gebiete schaffen wolle.

Wie sehr inzwischen das gegenseitige Mißtrauen und die allgemeine Erregung gestiegen sind, erkennt man nun ohne weiteres aus Meldungen, die von einem Ucbungsflug großer britischer Militärflugboote im öst­lichen Mittelmeer sprechen, nachdem bereits vom Erscheinen italienischer Flugzeuge bei Tarifa (Eibralta) die Rede war, deren An­wesenheit allerdings die spanische Regierung nach

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der Mitteilung eines Reuter-Korrespondenten in Abrede stellte.

Fest steht aber, daß vier Flugboote, die bisher in Malta stationiert waren, gestern einen Uebungsslug über das östliche Mittelmeer mach­ten und datz ferner demnächst drei Flugboote von England nach Batzra am Persischen Meerbusen abgehen sollen, um das dort liegende britische Geschwader zu ergänzen.

Datz daneben ganz wesentliche Truppen­bewegungen an der siidspanischen Küste in Richtung Gibraltar bemerkt wurden und datz sämtliche Privatautos in der spanischen Provinz Ladiz für Militärtransporte eingezogen worden sind, ohne datz die spanischen Behörhen über den Zweck dieser Truppenbewegung Auf­klärung gegeben haben, steht jedenfalls auch fest.

Wenngleich ein in Barcelona umlaufendes Ge­rücht, datz Großbritannien beabsichtige, die Meerenge zu schließen, von der britischen Admiralität als unrichtig erklärt wird, so ist aus all dem ohne weiteres zu erkennen, datz in Aus­wirkung der italienisch-abessinischen Kriegsgefahr sich England mit erhöhtem Interesse dem Mittel­meerbecken zuwendet, vielleicht in der Absicht, sich hier für den Notfall ein Offensivgebiet gegen Italien zu sichern, vielleicht auch nur in Besorg­nis um die Bedrohung der freien Schiffahrt i'm östlichen Teil des Mittelmeeres durch ein mit Abessinien in Krieg geratenes Italien.

Die Tatsache, datz, wie aus Schanghai ver­lautet, dort das stationierte italienische Flagg­schiff des italienischen Oberbefehlshabers im Fer­nen Osten zurück nach Europa beordert worden ist, spricht auch für die Schärfe der-Span­nung. die in dem italienisch-abessinischen Kon­flikt über Europa liegt. In der Tat sieht man auch in Paris die Lage mit furchtbarem Ernste an. zumal man befürchtet, datz England sich ent­schließen Knnts. den Suezkanal bei Ausbruch des italienisch-abessinischen Krieges zu sperren was zweifellos- vorn Duce als unfreundlicher Akt das beisit als Kriegsgrund, aufgefaßt würde

Das Pariser BlattOeuvre" will bereits heute schon voraussehen, datz im Falle der Suez­kanalsperre italienische Flugzeuge die britischen Blockadeschiffe angreifen, womit allerdings der italienisch-britische Krieg eine unverrückbare Tat­sache geworden wäre.

(Fortsetzung auf Seite 2)