parteiamtklageszeilung der NationalsozialistenVremens
Das flmtsdlatt des Senats der Freien Hansestadt Bremen
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Nr. 22S / Z. Jahrgang
Montag, 1S. August
kinzelpeeis 15 Nps.
Mr wollen friedlichen Austausch mit der well"
NeichsbrmkpriWml 2r. Schacht spricht bei der kröffnung der Sstmefse in Königsberg über Deutschlands Wirtschaftspolitik / Sünstige Auswirkungen der erkökten Umsatztötigkeit / Vie Finanzierung der Arbeitsbeschaffung / Segen die „Sachpsgchose" / Mldung w eiteren Sparkapitals notwendig
Dnssr lagesspisgsl
Die Reichsregierung empfing die Teilnehmer des Internationalen Strasrechtskongresses.
Dr. Schacht legte bei der Eröffnung der Deutschen Ostmesfe in einer großen Rede die Grundsätze der deutschen Wirtschaftspolitik dar.
Reichsleiter Rosenberg hielt in Heiligenstadt eine bedeutsame kulturpolitische Rede.
Die Pariser Dreieroerhandlungen zur Lösung der aüessinischen Frage wurden ergebnislos abgebrochen.
Der österreichische Sportsührer hat den gesamten sportlichen Verkehr mit Deutschland verboten.
Die neue Fußballspielzeit begann für Deutschland mit zwei Siegen über Finnland und Luxemburg.
Bei den Europameisterschaften der Ruderer in Grünan schnitt Ungarn als erfolgreichste Nation ab.
In den 8. Akademischen Weltspielen zu Budapest nahm Deutschland nach Ungarn den zweiten Platz ein.
Einen 5:3-Sieg errang Niedersachsens Gau- elf in Hannover über Westfalen. B-Maun- schaften 8:8.
Ein grö'ger Erfolg wurde die Heide-, Gelände- und Orientierungsfahrt des NSKK., Motorbrigade Nordsee.
Niedriger bangen!
Die Landesstelle Weser-Ems des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda teilt mit: Mit welchen Mitteln ein Teil der ausländischen Presse arbeitet, zeigt ein Bericht, der in der Pariser Zeitung „Mattn" veröffentlicht wurde. Danach soll der „Völkische Beobachter" berichtet haben, daß in L s n a b r ü ck und den benachbarten Dörfern die Bevölkerung Geschäfte Loykottierte, die anläßlich öffentlicher Kundgebungen mit der Hakenkreuzflagge flaggten.
Der ..Völkische Beobachter" hat selbstverständlich eine solche Meldung nicht gebracht. Außerdem ist die Meldung sachlich unrichtig. Dieser Fall kennzeichnet wieder einmal die Methoden einer internationalen Lügenpresse, die sich besser mit den Verhältnissen in ihren eigenen Ländern beschäftigen sollte, als Lügen gegen das neue Deutschland zu erfinden.
Königsberg, 1g. August.
Die 23. Deutsche Ostmesse wurde im großen Saal der Stadthalle Königsberg am Sonntagvormittag feierlichst eröffnet.
Im Mittelpunkt der Eröffnungsfeier stand eine Rede des Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht, der nach Uebermittlung der ihm aufgetragenen Grüße des Führers, der Reichsregierung, und des Ministerpräsidenten Göring und nach einem Dankeswort an den Oberpräsidenten der Provinz Ostpreußen u. a. ausführte:
„Ich komme in einen Wirkungskreis, der seit dem nationalsozialistischen Umbruch mit ganz besonderer Lebenskraft seine wirtschaftlichen und kulturellen Aufgaben angepackt und in einem überraschenden Umfange der Lösung zugeführt hat." Dr. Schacht gab im Anschluß hieran seiner Genugtuung Ausdruck über die große Beteiligung des Auslandes an der Königsberger Ost messe, insbesondere, daß in diesem Jahre einige neue Länder da seien, die auf den früheren Messen noch nicht vertreten waren und fuhr fort:
„In einer Zeit, in der man sich in manchen Auslandskreisen darin gefällt, jede in Deutschland eingeworfene Fensterscheibe zu einer Kulturschande zu stempeln, ohne zu bedenken, daß diese
Kreise selbst mehr Fensterscheiben eingeworfen haben, als jemals die politischen Leiter der Welt mit ihren Friedensbemühungen bezahlen können, in einer solchen Zeit lege ich Wert daraus, namens der Regierung festzustellen, daß wir den lebhaftesten Wunsch haben, mit allen Völkern und Ländern der Welt friedlichen wirtschaftlichen und kulturellen Austausch zu treiben.
Reichsbankpräsident Dr. Schacht wandte sich sodann gegen die Leute, die die Phrase an die Stelle der praktischen Arbeit setzten und erklärte: Meine deutschen Volksgenossen, über den Ernst unserer deutschen Aufgabe mit billigen Redensarten Hinwegzugleiten, hat nicht nur keinen Sinn, sondern ist verdammt gefährlich. Die ganze Welt rund um uns herum befindet in Not und Schwierigkeiten, und es wäre geradezu lächerlich, anzunehmen, daß wir davon eine Ausnahme machten. 2m Gegenteil, unsere Aufgabe ist noch wesentlich schwieriger als die des Auslandes. Deutschland, das den größten Krieg aller Zeiten mit ungeheurem Aufwand an Mut und materiellen Opfern verloren hat, aus dem nach dem Kriege durch das törichste Friedensdiktat aller Zeiten Tribute bis zum Weißbluten erpreßt wurden, das in der Inflation um die letzten Ersparnisse seiner fleißigsten Arbeiter betrogen wurde, und dem schließlich die nun schon
sechs Jahre dauernde Weltwirtschaftskrise die schlimmsten Wunden schlug, Deutschland, dieses vielgeprüfte Land, reißt sich zu einer riesenhaften Anspannung seiner ihm verbliebenen Kräfte empor, um die politische Freiheit der Nation zurückzugewinnen.
In einer Zeit, wo Kredit und Vertrauen fast aus der Welt verschwunden sind, wollen wir zum Ausdruck bringen, daß Selbstachtung die Achtung anderer bedingt, daß Behauptung unserer Eigenart nicht die Herabsetzung der Eigenart anderer bedeutet, daß die Anerkennung fremder Leistung unsere eigene Leistung nur heraufsetzen kann, und daß ein wirtschaftlicher Konkurrenzkampt auf die Dauer nur durch vorbildliche Leistung, nicht aber durch Methoden der Gewalt oder der Verschlagenheit gewonnen werden kann. Ich begrüße es deshalb, daß unsere ausländischen Besucher auf dieser Ostmesse in reichem Maße Gelegenheit finden und sie wahrnehmen werden, sich mit den Leistungen nicht nur unserer Industrie und unseres Handwerks, sondern auch unserer Landwirtschaft vertraut zu machen, die gerade hier in Ostpreußen durch ihre Hochzucht von Saatgut und Tieren eine segenbringende Einkaufsquelle darbieten."
(Fortsetzung aus Seite 2)
Pariser Dreierkonferenz ergebnislos
— Beginn der italienisch-abessinischen seindseligkeiten am 15. September!
Plötzlicher Abbruch der vertzandlungen
Paris, 1g. August.
Der französische Ministerpräsident und Außenminister Lava! hat um 2V Uhr der Presse folgende amtliche Mitteilung zugehen lassen: Lava! als Vertreter Frankreichs, Eden als Vertreter Erotzbritannieus und Baron Aloisi als Vertreter Italiens waren in Paris zusammengetreten, um nach einer Möglichkeit für die friedliche Regelung des abessinisch- italicnischen Streitfalles zu suchen. Wir haben noch nicht eine Verhandlungsgrundlage finden können, welche die Lösung des Konfliktes erlauben würde. Die Schwierigkeiten, auf die man bei der Prüfung der im Laufe der Erörterungen gemachten Anregungen gestoßen ist, lassen eine Vertagung der eingeleiteten Prüfung notwendig werden. Diese wird aus diplomatischem Wege fortgesetzt werden.
Wie verlautet, werden der englische Minister Eden und der Vertreter Italiens, Aloisi, nach London und Rom zurückkehren, um mit ihren Regierungen Fühlung zu nehmen. Der allgemeine Eindruck ist außerordentlich pessimistisch.
Der zweite Tag der Dreierverhandlung, der Sonnabend, stand im Zeichen eines verdrießlichen Wartens auf eine Stellungnahme aus Rom. Der
französischen und englischen Abordnung ist im Laufe des Sonnabends eine Note der italienischen Abordnung über die politische Auslegung der Verträge übermittelt worden
Das Pariser Blatt „Oeuvre" schreibt u. a.: Zum ersten Male seit den seit Monaten währenden Verhandlungen um den abessinischen Streitfall hätten die unparteiischen Beobachter das deutliche Gefühl, daß Italien es vorziehe, einen Krieg zu führen, statt sich auf eine Reihe von Verhandlungen einzulassen, die Italien künftig mehr oder weniger der Führung des Völkerbundes, des einzigen Gegners der italienischen Ausdehnung, unterordnen würden.
Die Mehrzahl der zuständigen Italiener glaube daß die Feindseligkeiten am 15. September beginnen und daß sie den italienischen Waffen große Erfolge bringen würden. Höheren Orts würde die Dauer der Eroberung aus sechs Monate geschätzt und die Einnahme von Addis Abeba in kaum drei Monaten erwartet.
Gewisse Italiener hielten es nicht für ausgeschlossen, daß Italien sich des 15jährigen Nachkommen von Menelik bedienen würde, der sich in der Nähe von Dschibuti aufhalte. Sie würden ihn in
Addis Abeba krönen und Abessinien dann im Namen seines Kaisers vurchdringen, der seinen Thron der römischen Regierung verdanke.
Mussolini an Sie Schwarztzemden
Rom, 19. August
Mussolini richtete am Sonntag auf dem Flugplatz in Benevent bei Neapel eine Ansprache an die scheidenden Schwarz Hemden der Division 28. Oktober^ die bekanntlich nach dem Datum des Marsches auf Rom benannt ist. Mussolini führte in seiner Rede aus: s,Offiziere, Unteroffiziere und Kameraden der Division 28. Oktober! In dieser für euch feierlichen und für die Nation entscheidender Stunde sind Reden überflüssig. Schon euer Name bedeutet das Kommando für euch. Ihr werdet alle Hindernisse überwinden bis zu dem Ziel, das euch gesteckt werden wird." Mussolini richtete hierbei die Frage an seine Schwarzhemden: „Wollt ihr das?" Von allen Lippen scholl ihm hieraus ein brausendes „Si!" entgegen, worauf der Duce fortfuhr: „Das ganze italienische Volk nimmt von Herzen Anteil an diesem euren mächtigen Bekrästigungsruf."
Parkei und Wehrmacht
Von
Reichsleiter Walter Buch
Der Führer hat dem deutschen Volk seine Wehrhoheit zurückgegeben. Fortan wird jeder junge Deutsche wie ehedem auf den Tag hoffen, da er als Waffenträger eingegliedert wird in die Reihen derer, die den vornehmsten Dienst an ihrem Volk ableisten: den Dienst mit der Waffe. Die. Zeiten sind vorbei, da übelwollende Neider über den ohnmächtigen Deutschen verächtlich die Achseln zucken können. Der Führer hat dem Deutschen wieder seine Werte zum Bewußtsein gebracht, und der Deutsche ist wiederum bereit, sie zu verteidigen.
Der deutschen Wehrmacht wird wie ehedem alljährlich wieder die mannbare Jugend übergeben, die letzte Zucht soll ihr hier verliehen werden, nachdem sie zuvor im Arbeitsdienst zum Eemeinsinn mit Wort und Tat geführt wurde. Ohne Zucht keine edle Art, ohne edle Art kein Eemeinsinn, ohne Eemeinsinn kein Volk.
An der Wiege des Arbeitsdienstes und der wiedergeborenen Wehrmacht steht die NSDAP., die mit Recht jene beiden als ihre ureigensten Kinder betrachten kann, denn ohne NSDAP. gäbe es weder den Ar- L eitsdienst noch die Wehrmacht in ihrer heutigen Gestalt. Beide sind erstanden nach dem Willen des Führers aus den unvergänglichen Opfern des fünfzehn Jahre dauernden Kampfes der NSDAP. und ihrer gläubigen Streiter. NSDAP., Arbeitsdienst und Wehrmacht müssen erfüllt sein vom unsterblichen Geist des Führers, er allein verbürgt das ewige Leben des deutschen Volkes.
An dem Tage, an dem der junge Deutsche als Soldat in die Wehrmacht eintritt, tritt er in die denkbar strengste Zuchtschule. In dieser Schule soll er das als unveräußerliches Gut erhalten, was er vorher als deutscher Junge unbewußt und oft in überschwänglicher Begeisterung ersehnt hat: jenes eiskalte Pflichtb ew utzt. sein, das ihn stehen und fechten läßt, auch wenn in den Stahlgewittern eines Krieges alle Mächte der Hölle auf ihn einstürmen. In dieser Schule soll der junge Deutsche gchorchenlernenauch
kine bedeutsame Bede He. TNorallers
Kulturpolitik im Dritten Deich
Aus Anlaß der Anwesenheit einer Anzahl amerikanischer Professoren, die ^ sich auf einer Reise zum Studium des deutschen Film- und Theaterroesens in Deutschland befinden, sprach im Bortragssaal des Pergamon-Museums der Geschäftsführer in der Reichskulturkammer, Oberführer Dr. Moraller, über deutsche Kulturpolitik. Wir Deutsche, so erklärte der Redner, seien gerne bereit, Ausländern Kenntnis von der inneren Notwendigkeit unserer Entwicklung zu geben die zum nationalsozialistischen Staat geführt habe. Moraller führte dann aus:
„Adolf Hitler sagte einmal während der Jahre hes Kampfes uni den Staat in einer „seiner großen Reden: „Wenn die deutschen Künstler wüßten, was ich einmal für sie tun werde, so wurden sie geschloffen unter unseren Fahnen stehen". Dieses Wort hat heute seine Erfüllung gefunden. Äit dem Mittelalter hat Deutschland keinen so elementaren Aufbruch seines kulturellen Lebens gesehen, wie in unserer Zeit. Wohl stehen wir heute, zweieinhalb Jahre nach der Revolution, noch in den Anfängen; noch ist das Werdende auf manchen Gebieten erst in den Umrissen sichtbar — wie könnte es anders sein?! Und doch wissen wir, die wir mitten in dieser Arbeit setzen, daß aus dem Volke heraus Kräfte am Wachsen find, die, genau so, wie der Nationalsozialismus politisch unserm Vaterlands ein neues Gesicht gegeben hat, den neuen kulturellen Ausdruck unserer Epoche prägen werden. „Die Größe des nationalsozialistischen Aufbauwerkes rar Politischen gibt Vorstellung und Umriß der Größe des kulturellen Aufbauwerkes, an dessen Anfang wir stehen", sagte der Präsident der Reichskulturkammer, Reichsminister Dr. Goebbels, in seiner Rede am 6. Dezember 1934 vor der Reichskulturkammer. Die Kunst des national- lozialistischen Deutschlands wird getragen werden wsm ganzen Volk und wird in ihren Höhen und liefen von diesem Volk auch erfüllt und verstanden werden.
Daß man aber Kunst nicht mit Verordnungen und Befehlen erzeugen kann, daß Kultur immer
nur das Ergebnis eines organischen Wachsens und Werdens, eines freien Schaffens schöpferischer Menschen ist, das wissen wir auch! Und weil wir das wissen, deswegen sind wir gerade auf diesem Gebiete, d. h. in der Betreuung unseres Kulturlebens und in seiner Verwaltung einen neuen bahnbrechenden Weg gegangen, indem wir diese Aufgabe nicht in die Hand einer staatlichen Behörde bzw. eines Ministeriums legten, sondern dem Künstler die verantwortliche Selbstverwaltung schenkten im ständischen Ausbau: Die Reichskulturkammer.
So wie wir die Arbeit des Bauern und des Gelehrten, des Kaufmanns und des Arbeiters nicht sehen als ein Mittel des persönlichen Erwerbs, sondern als Dienst an der Allgemeinheit, so sehen wir auch das Schaffen des Künstlers. Und das ist Sinn und Inhalt dieser großen Organisation der Reichskulturkammer. An ihrer Spitze aber steht als Treuhänder der deutschen Kunst Reichsminister Dr. Joseph Goebbels.
Die Arbeit, die in dieser Institution von dem Künstler für die Künstler geleistet wird, ist gewaltig. Enthält die dargelegte Auffassung des Künstlertums doch auch die Verpflichtung, ihm seine persönliche Existenz zu sichern und ihm eine freie Arbeit zu gewährleisten. So ergeben sich neben der beruflichen Beratung von selbst große Aufgaben auf dem Gebiete der Arbeitsbeschaffung und der sozialen Arbeitsbetreuung des einzelnen. Unendlich vieles ist hier schon getan, Troges ist noch zu tun.
Damit kann und soll selbstverständlich nicht das Wesentlichste ersetzt werden, das der Künstler braucht: Die Auftragserteilung. Gerade auf diesem Gebiete aber hat der Nationalsozialismus
Vorbildliches geleistet; kühne Projekte sind m An- ariff genommen vom Staat, von der Partei und von den Gemeinden, aber auch die private Initiative ist in erfreulichem Maße geweckt. Wenn Si« sich umsehen in Deutschland, werden Sie erkennen, daß nicht nur ein groß angelegtes Siedlung-werk schZne und gesunde Wohnungen schafft, dag nicht nur die Rerchsautobahnen des Führers rm Be
griffe sind, Deutschland zum modernsten Verkehrsland Europas zu machen, sondern daß bereits in allen Teilen des Reichs Monumentalbauten eines neuen Stils im Werden sind. Als Beispiel eines anderen Gebietes sei erwähnt, daß der nationalsozialistische Staat im letzten Jahr 12 Millionen für die Theater im Reich, die auch den ärmsten Volksgenossen zugänglich sind, aufgewendet hat.
Wir haben die Hoffnung und den festen Glauben, daß uns das Werk gelingt. Möge denn unser Schaffen nicht nur unserm eigenen Vaterland, sondern allen Nationen zum Segen sein: Das ist der heiße Wunsch eines fleißigen und friedlichen Volkes."
Nach der Rede besichtigten die Gäste das Perga- mon-Museum. _
Zum Internationalen Kongreß für Bevölkerungswissenschaft
Die Internationale Union für Ve- völkerungswissenschaft hält ihre diesjährige Tagung am 26. August in Berlin ab. Im Anschluß hieran findet vom 27. August bis 1. September der Internationale Kongreß für Bevölkerungswissenschaft in Berlin statt. Ueber die Arbeiten des Kongresses äußert sich Dr. Ruttke, Geschäftsführender Direktor des Reichsausschuffes für Volksgesundheitsdienst und Mitglied des Arbeitsausschusses des Internationalen Kongresses für Bevölkerungswissenschaft. Dr. Ruttke führt u. a. aus:
„Auf dem Kongreß wird von den verschiedensten Gesichtspunkten aus zu bevölkerungspolitischen Fragen Stellung genommen werden. Die Arbeiten des Kongresses werden in vier Sektionen durchgeführt. In der Sektion 1 wird Bevölkerungsstatistik, in Sektion 2 Bevölkerungsbiologie und Rassenhygiene, in Sektion 3 soziale', wirtschaftliche und psychologische Vevölkerungsprobleme und in Sektion 1 Medizin und Hygiene behandelt. Unter den Vortragenden finden wir namhafte Vertreter der verschiedensten Länder. Aus dieser Tatsache ist zu ersehen, wie ernst heute im Grunde genommen von allen sich der Verantwortung ihres Volkes gegenüber bewußten Männern diese Fragen genommen werden. Wenn auch in gewissen Zeitungen des Auslandes aus durchsichtigen Gründen gegen die bevölkerungspolitischen Maß
nahmen des nationalsozialistischen Staates geschrieben wird, so beweisen jedoch die zahlreichen Rückfragen aus dem Ausland über das, was in Deutschland auf diesem Gebiete bereits geschehen ist und was noch geschehen soll, die große Anteilnahme an diesen Maßnahmen der deutschen Reichsregierung. Der nationalsozialistische Staat kann für sich als erster Staat der Welt in Anspruch nehmen, die gesamte Staatsführung unter Berücksichtigung bevölkerungspolitischer Einsichten ausgerichtet zu haben oder besser gesagt, alle Maßnahmen der nationalsozialistischen Regierung dienen ausschließlich der Volkspflege, worunter wir die Anwendung der Erkenntnisse der Erb- und Rassenkunde und Familienkunde zur Höherentwicklung des Volkes und seiner Gesittung verstehen. Während über die gesetzgeberischen Maßnahmen
Deutschlands auf dem Gebiet der Erbpflege in Teilen der Auslandspresse Urteile erscheinen, daß Sterilisation zwecklos sei. wird hier auf einem großen internationalen Kongreß erneut der Nachweis erbracht werden, wie wichtig derartige Maßnahmen für die Zukunft der Völker sind. Daß denjenigen, die aus naheliegenden Gründen die deutschen Maßnahmen bekämpfen zu müssen glauben, kein Erfolg beschieden sein wird, beweist die Verabschiedung von Sterilisationsgesetzen in den verschiedensten Staaten der Welt, wie z. B. Norwegen, Schweden. Dänemark und Finnland nach Verabschiedung des deutschen Gesetzes vom 14. Juli 1933.
Volkspflege ist als die Verwirklichung des nationalsozialistischen Grundsatzes: Gemein- nutz geht vor Eigennutz, anzusehen."
Bekenntnis zu amerikanischen Freunden
Werner kraust über die deutsche Bastspielfaljrt in 5üdamerika
Werner Krauß und der Leiter der brasilianischen Vertretung der Teutschen Reichsbahn, König. der gleichzeitig Vertreter des Teutschen Olympia-Komitees ist, richteten am Freitag über den Kurzwellenseirder einen Radiogruß an die deutsche Heimat. Die Sendung erfolgte im Rahmen der amtlichen internationalen Radiostunde und war an Stelle der ursprünglich angesetzten italienischen Sendung um 15 Uhr MEZ. «inge- schoben worden. Musikstücke, die die ausgezeichnete Polizeikapelle von Rio d« Ianeiro darbot, umrahmten die beiden deutschen Ansprachen. Die Sendung fand in der Presse des gesamten Landes stärkste Beachtung.
In seiner Ansprache unterstrich Werner Krauß das liebenswürdige Entgegenkomme nder brasilianischen Behörden, insbesondere des Chefs des brasilianischen Propagandaamtes, Lourival Fontes. Werner Krauß sagte dann: „Das vollkommene Gelingen der deutschen Eastspielsahrt haben wir in erster Linie der großartigen Organisation der NSDAP. in -üdamerika zu verdanken." Im Anschluß hieran hob er die unvergleichliche Schönheit der Stadt Rio de Ianeiro hervor, den herzlichen Empfang
hier und die außerordentlich« Kunstbegeisterung der Deutschen und der Brasilianer, die selbst über ein kultiviertes Theater verfügen. Er habe in Brasilien zahllose Beweise für die starken Freundesbande, die dieses Landes mit Deutschland verknüpfen, zu spüren bekommen. Er versprach, unmittelbar nach seiner Rückkehr von Deutschland aus einen Radiogruß an dieses Land das die Deutschen so herzlich aufgenommen habe, zu senden.
Kouig, sprach dann über die Olympia - Vl bereitungdes brasilianischen Sports, in de Reihen sich bereits überall eine starke Aktiv bemerkbar mache. Seitens der brasilianist Ringer, Boxer und Basketball-Spieler sei finanzielle Frage der Beteiligung an der Oli piade 1936 bereits sichergestellt. In der gesam Öffentlichkeit Brasiliens herrsche große Bez sterung für den Deutschlandbeiuch. Er versichi den brasilianischen Gästen in Anbetracht der probten Freundschaft zwischen beiden Ländl einen glänzenden Empfang in Deutschland. Si källig werde sich gelegentlich der Olympiade Berlin die alt« Freundschaft erneuern.