parteiamtl.Iageszeitung der NationalsozialistenVremens
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Nr. 225 / Z. Jahrgang
srettag, 16. flugust
klnzelpreis 15 Npf.
lulius Streicher spricht im Sportpalast
Segen eingebildete Leute, die sich gebildet wähnen / flbrechnung mit der Liigenpresse im flusland / „wenn wir unser
Haus reinfegen, wen gebt es etwas ant / volschewiomus ist radikale ludensterrschast
Berlin, 16. August.
Der Gauleiter von Franken, Julius Streicher, der nationalsozialistische Vorkämpfer gegen die Juden, hat heute in Berlin zum ersten Male in einer großen Massenkundgebung gesprochen. Der Sportpalast mit 14 000 Sitzplätzen war natürlich völlig ausverkauft, in den Tennishallen saßen weitere 10 000 Menschen, um Streicher durch den Lautsprecher zu hören und ihn wenigstens nach der Rede im Sportpalast noch bei einer kurzen persönlichen Ansprache zu sehen. Der Sportpalast wurde um 5 Uhr nachmittags geöffnet,
Unser logesspiegel
In Berlin hielt der Frankensührer Julius Streicher ein grundsätzliche Rede über das Judentum.
Ein SA.-Mann wurde in Essen durch Messerstiche tödlich verletzt.
Gegen die „Barmherzigen Briider" fällte das Berliner Sondergericht Zuchthausurteile.
Die Verhandlungen Lavals mit Baron Aloist und Eden führten auch am Donnerstag zu keinen Entscheidungen.
Der „Star" rechnet mit der Möglichkeit einer internationalen lleberwachung der Memel« Wahlen.
Staatssekretär Schlegelberger entwickelte gestern die Erundzüge, der großen Altien- rechtsreform.
Der deutsche Außenhandel schließt im Juli mit einem Ausfuhrüberschuß ab.
Korpsführer Hühnlein hielt sich aus der Durchreise mehrere Stunden in Bremen aus.
Bremer HJ. und Jungvolk kehrte aus den Sommerlagern Bad Essen und Lintors wieder heim.
WUUMW
gleichzeitig wurde von Polizei und SA. die ganze Umgebung abgesperrt. Der Verkehr der Straßenbahnen und Omnibusse mußte umgeleitet werden. Schon 1^ Stunden später war die weite Halle überfüllt.
In den Gängen standen bereits Tausende, denen es gelungen war, ohne Karten hereinzukommen. Die Polizei mußte die Tore des Sport- Palastes vollständig schließen und die Absperrung so streng durchführen, daß die Inhaber von besonderen Ausweisen, Dienstkarten und selbst die Mitglieder der Eauleitung Berlin nur noch durch besondere Patrouillen von SA.-Männern in den Sportpalast gelangen konnten. Auf einer besonderen Seitentribüne hatten etwa 100 ausländische Pressevertreter Platz genommen. In den Straßen der Umgebung standen etwa 10 000 Men
schen. Lautsprecherwagen waren dort aufgestellt, um die Rede übertragen zu können. Die Massen im Sportpalast warteten geduldig zwei Stunden auf den Veginn der Kundgebung und begrüßten Streicher dann mit einem gewaltigen Jubel. Nach dem Sprechchor nahm Julius Streicher, der von dem stellvertretenden Gauleiter, dem Berliner Polizeipräsidenten Graf Helldorf, und Mitgliedern seiner eigenen Eauleitung in den Sportpalast geleitet wurde, das Wort zu einer großen, äußerst temperamentvollen Rede.
Sauleiter Streicher
der Mit brausenden Heil-Rufen begrüßt wurde, setzte sich zunächst mit den sogenannten Gebildeten auseinander, den eingebildeten Leuten, die Wissen und Bildung verwechselten. Dann wandte er sich den Lügenmeldungen eines Teiles der ausländischen Presse zu. Mit solchen Lügen werde lediglich die Absicht verfolgt, eine künstliche Stimmung gegen das deutsche Volk zu schaffen. Er könne nicht begreifen, wie ein Mann von Ehre und Anstand es fertig bringe, Lllgenfabriken aufzusuchen und mit der Verbreitung solcher Lügen Geschäfte zu machen. Die ausländische Presse habe sich beispielsweise die Hände wund geschrieben, daß er, Streicher, den Ehrgeiz habe, in der Reichshauptstadt Polizeipräsident zu werden. Dann habe sie ihm den Ehrgeiz zugeschrieben, den Eroberer von Berlin, Dr. Goebbels, ablösen zu wollen. Sie habe weiter von einer Besprechung zwischen Goebbels, Blomberg und Streicher geschrieben. Wer den Nachweis bringe, daß eine solche Besprechung stattgefunden habe, bekomme von ihm bar 100 000 Mark ausgezahlt. Die Auslandspresse habe ihn, Streicher, den „blutigen Zaren von Franken" genannt. Er habe dann ausländischen Pressev'er- tretern Gelegenheit gegeben, sich selbst in Nürnberg umzusehen und sie hätten dort zu ihrem Erstaunen keinen einzigen toten Juden gefunden.
Man rege sich darüber auf, wenn in Berlin oder anderswo etwas getan werde, was den Juden nicht ganz angenehm sei. Wen geht es etwas an, erklärte Streicher, wenn wir in unserem Hause eine Reinigung vornehme»? Wir kümmern uns nicht um die Hinrichtung von Negern in Amerika. Man soll sich nicht darum kümmern, wenn wir in Deutschland Rasseschänder durch die Straßen führen und damit abschreckend wirken wollen. Wo Juden die Macht in Händen hatten, gingen die Völker stets zugrunde. Das deutsche Volk wäre bei der Kanzlerschaft eines Juden auch zugrundegegangen, wenn nicht der nationalsozialistische Sturmwind gekommen wäre.
lüde bleibt lüde
Dem Deutschen, der heute noch behauptet, man kann mit Taufwasser aus einem Juden einen Nichtjuden machen, erkläre ich, daß man aus ihm dann auch einen Juden machen kann. Der frühere sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Eduard Bernstein hat im Jahre 1930 in der „CV.-Zei- tung" geschrieben: „Wenn ich auch in den steben- ziger Jahren still und unbemerkt der jüdischen
Frau Huch aber könnte wissen, daß ihre Behauptungen eine gröbliche Mißdeutung der Geschichte sind, die in den Köpfen nicht genügend Vorgebildeter erneut eine gefährliche Verwirrung anrichten müssen! Frau Huch müßte das sogar wissen, wenn sie der deutschen Öffentlichkeit des Dritten Reiches in einem Buch Ausführungen über dieses Thema vorlegt!
Allein es kommt noch besser. In dem genannten Buch folgt noch ein Kapitel „DieIuden und der Wucher". Wir zitieren zunächst einfach. Zunächst den milde entschuldigenden Satz: Wenn „die Juden gelegentlich auch über den gesetzlich erlaubten Hins hinaus ihre Schuldner auspreßten, so waren sie dazu fast gezwungen durch ihre Forderungen, die an sie selbst gestellt wurden". Besonders häßlich ist hier, wie der ganze Ton des Satzes eine weitgehende Entschuldigung der jüdischen Ausbeutunasorakti- ken bringt, während das kleine Wörtchen „fast" erkennen läßt, daß der Verfasserin die Ichsucht des jüdischen Handelns doch nicht völlig unbekannt blieb. Wir zitieren weiter: „Die Judenverfolgungendes 14. Jahrhunderts wühlten auf, was an bestialischen Trieben in den Untiefen des deutschen Volkes sich verbarg, und offenbarten den Heroismus dessen die Juden fähig waren... Die Einsicht daß die Deutschen in bezug auf das Geldgeschäft oft schlechter als die Juden handelten, ohne dieselben Entschuldigungen zu haben, machte.niemand in seiner Wut wankend". Es erscheint kaum möglich,! zu diesen Worten etwas zu sagen: sie offenbaren nicht nur eine geradezu erstaunliche Ahnungs- losigkeit über das wahre Wesen des Judentums, sondern sie zeigen die Dichterin auch besessen von der gefährlichen und verderblichen Neigung, die unter Deutschen leider zuweilen vorkommt, in äffischer Liebe für das Fremde das eigene Nest zu beschmutzen.
Wie wenig Ricarda Huch sich ernstlich mit der Seele des jüdischen Volkes befaßt hat, zeigt u. a. auch der Satz: „die schöne Begabung der Juden für d i e H e i l k u n st, die sowohl mit ihrem Scharfblick und ihrer Gabe der Einfühlung wie mit ihrer warmherzigen Neigung zu helfen
zusammenhängen mag, bewirkte jederzeit, daß einzelnen Bevorzugten Vertrauensstellungen eingeräumt wurden". Wir möchten gern, dag die Dichterin uns einmal in der deutschen Geschichte Beweise für die „warmherzige Neigung zu helfen" nachweise. Aeutzert sie sich vielleicht in den Juden .Marx und Lassalle, Sie den deutschen Arbeiter für Jahrzehnte völlig von seinem Volk entfremdeten und dessen Bestand dadurch aufs schwerste gefährdeten? Aeußert sie sich in dem blutigen Wirken der Rosa Luxemburg oder Karl Liebknechts? Sind die jüdischen Finanzhyänen und Jndustriepiraten solche. Beweise?
Eine unendlich lange Kette von hundert und aber hundert bitteren Ereignissen beweist uns vielmehr mit erschütternder Eindeutigkeit, welche schwere Schuld das Judentum gegenüber dem deutschen Volk auf sich geladen hat. Ausbeutung,
Ver Kämpfer für Wahrheit
Zur flbrechnung Julius Streichers
Bremen, 16. August.
Es ist gut und heilsam, von Zeit zu Zeit in aller Öffentlichkeit daran zu erinnern, daß der Nationalsozialismus seiner nicht spotten läßt. Wenn sich Julius Streicher dieser Aufgabe unterzieht, hat es seinen besonderen Reiz. Er, einer der allerältesten Mitkämpfer Adolf Hitlers, hat nie ein Blatt vor den Mund genommen, wenn es galt, die Feinde der Bewegung zur Strecke zu bringen, und in echt fränkischem Freimut stets die Dinge beim rechten Namen genannt. Dafür ist er bekannt und darum ist es selbstverständlich, daß in Berlin die Menschen deutschen Blutes in Massen strömten, um den Mann in dem großen weiten Sportpalast zu hören, den Mann, der, ein ewig unbestechlicher Verfechter des Gedankens Adolf Hitlers heute wie vor 18 Jahren, mit der Leidenschaft echtesten Gemüts seine Rede zu schärfen und seine Worte so zu prägen versteht, daß es kein Entweichen vor ihrer Logik und kein Entrinnen vor der eigenen Stimme des Gewissens gibt.
Den eingebildeten Leuten, die sich gebildet wähnen, widmete er den Anfang seiner Rede. Wer kennt sie nicht, diese eingebildeten Leute? In Berlin, hier in Bremen und . anderswo laufen sie herum mit hocherhobenen Nasen und aufgezogenen Augenbrauen, alles bester wissend, alles bemäkelnd und alles verneinend, was in diesen 2^ Jahren der Nationalsozialismus aufgebaut hat. Wer hat noch nicht gesehen, wie sie mit pharisäerhafter Miene einherschreiten, ihre Mitmenschen die frohe Laune mit blödem Meckern verderbend, „stets auf dem Laufenden" über die Meldungen in der Auslandspost«, deren knüppeldicke Lügen sie als funkelnagelneue „Wahrheit" ihren Nachbarn und Freunden aufzutischen in der Lage sind. Es war eine herzerfrischende Abrechnung, die Julius Streicher mit diesen Leuten und gleichzeitig mit der Liigenpresse dos Auslandes hielt und deren Ohren hätten zerspringen müssen, wenn ihnen die Resonanz des Tones, den der Frankenführer anschlug, mit der Wucht, an das Trommelfell gedrungen wäre, die der Wahrheit seiner Worte innewohnte.
„Wenn wir unser schönes deutsches Haus rein, machen wollen, wen geht es etwas an?", fragt Julius Streicher mit Recht. Und das Wecken der
Klassenverhetzung, Zersetzung unserer Kultur, das sind die Wirkungen des jüdischen Tuns. Ricarda Huch selbst sollte an den jüdischen Asphaltliteraten gespürt haben, wohin solches Treiben Deutschland fast geführt hätte. Wir verstehen nicht, wie sie zu solchen Ausführungen kommt. Die Dichterin ist nicht nur so alt geworden, daß sie den gewaltigen Kampf dieser Zeit nicht mehr versteht, sondern sie hat sich dem warmen Blutstrom unserer Lebenskraft entzogen, fühlt nicht mehr die hämmernden Pulse ihres eigenen Volkstums. Das Geschichtsbild, in dem sie lebt, hat uns nichts mehr zu sagen! Ricarda Huch steht im dunklen Schein der zerquälten Vergangenheit. Wir aber streben unbeirrbar und mit festem Willen in die Zukunft, um ein neues Reich der Deutschen zu gestalten, in dem kein Platz ist für die Zersetzungsarbeit der Juden!
Vrafilien-Kastspiel deutscher Schauspieler
Das Gastspiel der deutschen Schauspieltruppe hat nach glänzendem Verlauf in Rio de Ja- neiro auch in Sao Paulo einen gewaltigen Erfolg erzielt. Die Landespresse würdigt in einmütiger Begeisterung die Größe der deutschen Theaterkunst. Die Anteilnahme des Deutschtums an dem Gastspiel kam im Abschluß zahlreicher Freundschaften mit Künstlern zum Ausdruck. Da das Gastspiel der deutschen Schauspieler auch in Sao Paulo vor ausverkauften Häusern stattfand, war der Aufenthalt in Brasilien nach einmütiger Ansicht der beteiligten Künstler der größte Erfolg der ganzen Südamerikareise.
Neben der deutschen Gesandtschaft und der Reichsbahnzentrale hatten sich die Landesgruppe der NSDAP. und der Verband deutscher Vereine für den Erfolg der Veranstaltungen eingesetzt In Sao Paulo ermöglichten zwei Ausführungen im Rahmen von „Kraft durch Freude" auch den ärmsten Volksgenosten den Besuch Zwei ähnliche Veranstaltungen waren für Rio de Janeiro geplant, sie mußten jedoch wogen Schwierigkeiten
bei der Beschaffung des Theaters ausfallen. Die Schauspieler, die vielen taufenden deutscher Volksgenossen und Brasilianern den Eindruck ernster deutscher Kunst vermittelten, kehren am 17. August mit dem Dampfer „Cap Norte", mit Ausnahme von Werner Krauß und Maria Vard, die den Zeppelin benutzen, in die Heimat zurück. ^
Hermann Hoppe Tklusikbeauftragter der Nordischen Sesellschaft
Der bekannte Pianist Hermann Hoppe wurde zum Musikbeauftragten der Nordischen Eesellich» ernannt. Hoppe, der auf dem diessä Nordischen Musikfest in Lübeck durch das K> konzert von Atterberg einen starken Erröte den Komponisten und sich errang ist siir eine ausgezeichnete Interpretation nordischer Musik bekannt. Es hat auch als Begleiter einen guten Namen und ist als Komponist und Schriftsteller hervorgetreten.
k'otc»: LoLsl'l-LNäsrälsiist
Julius Lti'vickvrs DmxrkanS in Rorlin
Gemeinschaft den Rücken gekehrt habe, so bin ich doch immer ein Jude geblieben." Ein anderer Judo hat geschrieben: „Taufe und sogar Kreuzung nutzen gar nichts. Wir bleiben auch in der hundertsten Generation Juden wie-vor 3000 Jahren."
Wie lange haben wir gebraucht, so fuhr Streicher fort, bis man in Eerichtshäusern und sogar bei Parteigenossen soweit war, Rassenschande als solche zu erkennen und zu bezeichnen. Es wäre viel erreicht,.wenn diese Erkenntnis schon Allgemeingut des deutschen Volkes wäre. Die Jude n f r a ge ist nicht schon, wie manche annehmen, mit der nationalsozialistischen Machtübernahme gelöst. Die schwerste Arbeit beginnt vielmehr erst jetzt! Millionen Deutscher sind sich heute noch nicht über die Bedeutung der Rassenunterschiede im klaren. Auch ist es heute noch so, daß vielfach eine kirchliche Eheschließung zwischen einem katholischen Volksgenossen und einer evangelischen Volksgenosiin oder umgekehrt abgelehnt wird mit der Begründung, daß dies eine Mischehe ergeben würde. Kommt aber beispielsweise ein Neger oder ein Jude mit katholischem Taufschein, so wird er anstandslos mit einer deutschen Frau getraut. Der Priester sagt: „Der Taufschein muß gleich sein." Gott sagt: Wenn ich Gleiches wollte, hätte ich Gleiches geschaffen. Wenn ich gewollt hätte, daß sich weiße, schwarze und gelbe Menschen vermischen, dann hätte ich die verschiedenen Rassen nicht zu schaffen brauchen. Ich habe die verschiedenen
Menschenrassen geschaffen,. und ich habe gewollr, daß diese Grenzen nie überschritten werden. Gott will nicht, so erklärte der Redner, daß Blut vermischt wird, das nicht zusammengehört!
Provokateure am Werk
Wer als Parteigenosse glaubt, er diene dem großen Ziele unserer Bewegung, wenn er den Juden niederschlage oder seine Fenster zertrümmere, war nie Nationalsozialist und wird es nie werden. Ich glaube auch nicht, daß die Nationalsozialisten die Schandtaten verübt haben, die man hier und dort beobachten konnte. Das wären nicht Nationalsozialisten, das waren Provokateure! Bei der Schändung katholischer Kirchen und jüdischer Synagogen hat man das gerichtsamtlich festgestellt.
Die Geschichte zeigt, daß jedes Volk, das den Juden als Gleichberechtigten bei sich aufnimmt» früher oder später an dem jüdischen Gift zwangsläufig zugrunde geht. Wenn ihr wissen wollt, wie es einem Volke geht, das seine Jungfräulichkeit und seine Rasse den Juden preisgibt, dann geht in das Pergamon-Museum! Der Pergamon- Altar wurde vor Jahrtausenden von eingewan- derten nordischen Menschen geschaffen. Warum steht er nicht mehr in jenem Lande? Der Bolschewismus jener Tage ging über dieses Land hinweg. Und was ist Bolschewismus? Bolschewismus ist radikale Judenherrschast!
(Fortsetzung auf Seite 2)
fluch eine kwiggestriger
Nicarda Huch zur Judenfrage
Ricarda Huch ist heute eine alte Frau. Sie hat, so lesen wir im „Schwarzen Korps", in ihrem reichen Leben eine Fülle wundervoller Dichtungen geschaffen, hat die deutsche Literatur um kostbare Stücke schöner Lyrik, um sarbenprächlige, lebendig geschaute Bilder aus der Vergangenheit unseres Volkes, um eindrucksvolle, starke Romane und feinsinnige, verständnisvolle Betrachtungen vermehrt. Wir sind die letzten, die dieses Verdienst nicht aner- kennen. „ .
Es mag bei einer alten Frau möglich sein, daß sie in ihrer Abgeschiedenheit kein Verständnis fand für die machtvoll anstrebende Befreiungsbewegung der deutschen Jugend, für den Willen, aus dem Schutt der Novemberrepublik ein neues, das Dritte Reich zu schaffen. Das mag möglich sein. Wirklich verständlich ist es uns nicht! Wie kann die Dichterin, die mit großer, hingebender Liebe den Regungen des deutschen Nationalwollens in der Vergangenheit nachspürte, völlig verständnislos sein, wenn solches Wollen einmal nicht in papierenen Eeschichtsquellen, sondern in der lebendigen, bluterfiillteu Wirklichkeit vor ihr steht? Leider ist es so! Wir wissen seit langem, daß Ricarda Huch nicht zu uns gehört, daß sie abseits der deutschen Erneuerungsbewegung steht, hoffnungslos der Vergangenheit verhaftet. Die Dichterin ist zurück- und nicht mit der Zeit gegangen: alle ihre Liebe gehört dem Ersten Reich, dem mittelalterlichen Kaisertum, an dem sie die festgefügte Ordnung, die von einem katholischen Glauben be- herrichte Einheitlichkeit der Well am meisten bewundert.
Vielleicht ist mancher geneigt, das alles zu verstehen und zu entschuldigen. Unentschuldbar ist aber ein anderes: die Stellung, die Frau Huch zur Judensrage einnimmt. Das ist unentschuldbar, weil es nicht glaublich erscheint, daß ein Mensch heute noch Aussagen machen kann, wie sie prau Huch macht. Sie ließ im Vorjahre, im Reich «es Nationalsozialismus, ein Buch erscheinen,
„Römisches Reich Deutscher Nation", in dem sie das mittelalterliche Deutschland in Einzelbildern und Betrachtungen darzustellen versucht. Auch darin finden wir wundervolle, in jeder Zeile fesselnde Worte, die die Kraft einer großen Sprach- meisterin zeigen. Aber darin finden wir auch zwei Abschnitte über die Juden, die wie ein Hohn auf die gesicherten Erkenntniss« wirken, die der Nationalsozialismus in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses gerückt hat.
Ricarda Huch versucht zunächst darzustellen, daß die Juden von den Kauern des Ersten Reiches, von Karl, den Ottonen, Sachsen und Franken sehr geschätzt worden seien. Es ging ihnen sehr gut, bis aufgeregte Kreuzfahrerscharen angeblich die Veranlassung für blutige Judenverfolgungen wurden. Grund dafür war, wenn man Frau Huch glauben dürfte, nicht etwa der Schacher und Wucher der Juden, sondern die „Raublustder armen und bereits verwilderten Banden". Die Behauptungen über Ritualmorde sind ihr nichts als der „Vorwand blut- . . .. ^ Tönen
die Ee-
s'chitztsschreiberin auf, wenn sie die Schutzmaßnahmen für das Judentum durch die Staüfer besingt Man höre: „Der klare Bether, der das Hohen st aufentum umflammte, rehrtedieDünste, diesichimSchlamme niedriger, verwildeter Begierden
bildeten, auf,sodatzsiesichn ich tver- derbend auswirken konnte n".
Man fragt sich ungläubig und erstaunt, woher Frau Ricaiwa Huch heute noch mit gutem Gewissen derartig erstaunliche Kenntnisse nimmt. Es handelt sich bei der Geschichte des Judentums in Deutschland ja nicht um ein Geheimwissen — seitdem ws Judentum selbst die Aufdeckung der Wahrheit nicht mehr verhindern kann —, sondern es bandelt sich um ein Wissen, das jedem zu-
gänglich ist, der sich ernstlich darum bemüht,