Ausgabe 
(14.7.1935) Nr. 192
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parleiamtklageszeilung der

NationalsozialistenVremens

Das flmtsblatt des Senats der Freien Hansestadt Dremen

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Nr. 1S2 / F. Jahrgang

Sonntag, 14. Juli

kinzelpreis 15 Npf.

Stedingsehre - tichtbekenntnis deutschen vlutes

Die kinweistung der Niederdeutschen Kultstätte /Slückauf rum Spiel! der Kampf gestt weiter!"

Dänloilor llövor bält äio LinrreillnnAsroüs

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Stabschef Lntzs weist die gegen die SA. be­triebene kimfessionelle Hetze energisch zurück

In Opladen mutzte ein Schulleiter, der^ die - tz' I. provozierte, in Schutzhaft genommen werden

Reichsbaurrnführer Darre vollendet heute sein 10. Lebensjahr

In Vlankenburg kamen die ersten Ersatz­reservisten zur Entlassung

Der österreichische Bundeskanzler Dr. Schusch- niag erlitt bei Linz einen schweren Kraft- . rva-enunfall, bei dem seine Frau den Tod . fand

Au? dem Dookholzberg bei Erüppenbühren weihte gestern vor 12 OM Zuschauer» Eau- r-ter Rover die KultstätteStedingsehre" in

Zum Wochenende sind Bremer Eltern bei un­sren Hitler-Jungen in Bad-Essen zu Besuch.

Die Bremer Landesbank schließt sür 1831/35 mit einem ausgezeichneten Ergebnis ab.

Im bremischen Seeschisfsverkehr hat sich der Anteil der beladenen Schiffe im Juni erhöht

Der Arbeitseinsatz in Niedersachsen und in er Nordmark weist weiterhin eine günstige Entwicklung auf

"m Davispokalkamps Deutschland Tschecho­slowakei führte die deutsche Mannschaft am zweiten Tag 2:1

In Berlin wurden in derNeuen Welt" die deutschen Eewichtshebermeisterfchasten ent­schieden

Grüppenbühren, 11. Juli.

Unter ungeheurer Beteiligung fand am Sonn­abendnachmittag auf dem Bookholzberg, Grüppen- bllhren i. O., die feierliche Einweihung der nie­derdeutschen KultstätteStedingsehre" statt. Bon allen Seiten waren die Zuschauer herbeigeströmt, gut 12 888 an der Zahl, um dem Erlebnis bei­zuwohnen, das Sinn und Ziel einer neuen deut­schen Kultur vermittelt.

Die Zuwege waren mit Fahnen und Grün, geschmückt, und wer in den Trubel des An­marsches geriet wurde unmittelbar erfaßt von dem Eindruck einer tragenden Freudigkeit und Herzensbereitschaft. Mit fünf Sonderzügen.waren die Teilnehmer gekommen, und eine Flut von Kraftfahrzeugen brauste auf den Landstraßen heran alles einem Punkt zustrebend, jenem Punkt niederdeutscher Erde, da es Herz- schläge des Vaterlandes zu erlauschen galt und gilt.

In einer wundervollen Himmelsfreie liegt di< Kultstätte da, die der Vergangenheit zu Ehre»! und der Zukunft zu dienen geschaffen wurde auft .Wunsch und Anregung des Reichsleiters Alfred Rosenberg. Die N S. - K u l t u r g e m e i n d e hat alles darangesetzt, der Kultstätte in größt­möglicher Beschleunigung Gestalt zu geben und die Mittel zusammenzubringen, daß sie so er­stehen konnte, wie sie heute ist. Was heute in den ersten und bereits ziemlich umfangreichen Grund­lagen dasteht, wird in festem Oldenburger Klin­ker vollendet werden, auf daß noch in Jahrhun­derten Zeugnis da sei von unserer Zeit, die alle Kräfte deutscher Geschichte zusammenrafft zu einer einzigen, herrlichen Tat: das Vater­land auf immer frei und lebens­fähig zu machen.

Reibungslos entwickelte sich auf dem Book­holzberg der Zustrom der Menschen. Staub und Hitze waren keinem zuviel. Unentwegt hatten die Ordner zu sorgen, daß der Menschenstrom sich nicht staute. Zu Häupten der Stätte reckte sich m en Ausmaßen das Zeichen der national­

sozialistischen Bewegung zum Himmel. Davor befand sich das mächtige Halbrund von Sitz­plätzen, auf denen über 10 000 Menschen Platz -nehmen können. Hell alles: Natur, Klang der Stimmen, die Bauten auf der Freilichtbühne die weite, weite Landschaft!

Der Musikzug der Standarte 91, Oldenburg, rückte an, betreut von Musikzug-Sturmbannfllh- rer Entelmann, nahm Aufstellung auf der Bühne und ließ den Badenweiler Marsch er­tönen. Schon lange vor 16.30 Uhr hätten sich Hunderte von Fahnenträgern der Bewegung vor dem Eingang gesammelt, die nun, unter den Klängen des Krönungsmarsches aus denFol- kungern", einrückten in Sechserreihen, eine schier endlose Kolonne, die die gesamte weit­läufige Bühne füllte. Ein Bild unaussprechlicher Schönheit bot sich den Zuschauern dar.

Dann trat Gauleiter und Reichsstatthalter Carl Röver vor die Menge zu einer län­geren Ansprache. (Fortsetzung im Innern des Blattes.)

Das sän»!

Bremen, 14. Juli.

Stedingsehre, hehres Lichtbekenntnis deutschen Blutes! Stedingsehre, ehrwürdige Erinnerungs­stätte deutschen Bauerntums, deutschen Bauern­stolzes und deutschen Bauerntrotzes! Stedingsehre, heilige Kultstätte des Dritten Reiches!

Dein Boden ist geweiht. Angesichts des blut- durchtränkten Schlachtfeldes von Altenesch ge­denken wir in Ehrfurcht des Waltens jener ur- ewigen, geheimnisvollen Kraft, die sich im Blute deutscher Ahnen vor 700 Jahren gegen Unrecht und Willkür aufbäumte, so, wie sie sich auf­gebäumt hat l918 und in den folgenden Kampf­jahren der nationalsozialistischen Bewegung ge­gen jedwede nationale Schmach und Schande.

Groß und erhaben ist der Gedanke, Sie Erinne­rung an jene Bauernschlacht vor 700 Jahren dem Geschlechte van heute wieder ins Gedächtnis zu rufen: von unermeßlicher Bedeutung ist und bleibt die Tatsache der damit verewigten Pflege des Geistes, der, um den Bookholzberg schwebend, Ste-

Auch heute bringt dieBremer Zeitung" wieder den einzigen vorn Hauptlagerführer der Bremer HJ.-Läger, Oberbannführer Carl Jung, autorisier­ten Bericht über die Vorgänge des Tages in Bad Essen und Lintorf.

örngsehre gebar. Denn noch nicht leider noch lange nicht sind die dunklen Mächte vergangen, die dereinst unter dem Deckmantel religiöser Not­wendigkeiten, schnöder Habsucht und Machtgier frö­nend, systematisch niedertraten und ausrotteten, was als selbstbewußtes Volkstum, als freiheit­liches Bauerntum ihnen entgegenstand, was Blut und Ehre höherstellte als irgend etwas anderes in der Welt.

Sie leben und regen sich auch heute noch wie da­mals vor 700 Jahren, diese Mächte, und war es in jener Zeit die Kraft eines offen und brutal geschleuderten, heuchlerisch begründeten Bann­fluches, welche das den Stedinger Bauern um so vieles überlegene Heer als Kreuzzug gegen die ihres Vlutes bewußten und ihres Bodens fro­hen Eestaüebewohner zusammenscharte und leitete, so merken wir heute auf Schritt und Tritt dieselben Kräfte, nur diesmal versteckt am Werke, um zu unterhöhlen, was Adolf Hitlers Genialität dem deutschen Volke gebaut, um wieder brüchig zu

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2er Bauer stund aus im Lande...

Zur gestrigen brstaussülfrungve Stedinge" aus der niederdeutschen Kultstätte Doolcholzberg

Ja, gnade dir Gott, du Ritterschaft!

Der Bauer stund auf im Lande,

Und tausendjährige Bauernkraft Macht Schild und Schärpe zu Schande!

Aufrauschte die Flamme mit aller Kraft, Brach Balken, Bogen und Bande,

Ja, gnade dir Gott, du Ritterschaft:

Der Bauer stund auf im Lande!

Börrie» Frhr. v. Münchhausen.

Weit dehnt sich das Rund der Kultstätte. Ernte- heiße Sonne flimmert über fruchtschweren Korn­feldern. Fernhin blaut das Stedinger Land.

Da steht ein niedersächsisches Dorf. Um 1200. Dem Boden entwachsen. Breit hingelagert und ihm verhaftet die Häuser, trutzig und wehrhaft, steil gen Himmel stoßend gleich einer Waffe ein Kirchturm. Das Altenesch der Kultstätte auf dem Bookholzberg. ^

Das ist der Ort, wo ein Volk sich im Spiel des Volkes schaut. Wo ihm der Spiegel seiner selbst im furchtbaren Leid, im mannhaften Strert vorgehalten wird. Und wehe dem Volk, das sich da nicht mehr selbst erkennen könnte und ^wollte. Es wäre wert ausgerissen zu werden^ Mit»tumpf und Stiel.

^ Reiter sprengt auf den Platz. Hornruf er- . Schon stürmt das Bauernvolk zuhauf.

gewitterdräuende Zeit isü Der Erzbüchof kremen will, was ihm einst freiwillig en, den lins nun als Machtampruch lor- >! Sein Vogt, herrisch-höhnisch, verlangt s. rollt es auf in freiheitsstolzen Sachienherzen. nun folgt's Schlag auf Schlag! Ein g^ssies

in Acht und Bann! Zu Ketzern erklärt.

dicht fallen die Schickialsstreiche. Die Kir- werden vernagelt! Auch das Grab gwnnt ihnen nicht mehr. Ob Kirche, Bürger, Edel­

mann, alle fallen sie ab von diesem mannhaften, unglücklichen Volk! Der Kreuzzug gegen die Ketzer wird gepredigt. In der Meeresflut sollen sie ersaufen. Hof für Hof geht m Flammen auf. Dat grote Dotslagen geiht an! Der Bauernzorn ist erwacht und kennt kein Zurück.Dot awer nich inne Knee!" Die Niedermetzelung alles Lebenden beginnt! Schwarze Rauchschwaden ver­finstern den Himmel. Wimmert die Glocke vom brennenden Turm: alles zu Ehren Gottes! Und blutrot sinkt die Sonne: all Ketzers dot!

Und dennoch: Steding lewt!

Ein Elücksfall, daß hier ein VoIksstück auch seinen Volksdichter in August Hinrichs fand. In drei straffe Akte, berstend voll Handlung und dramatischer Spannung, hat der DichterDe Stedinge" gefügt, die gestern ihre plattdeutsche Erstaufführung auf der neuen Kultstätte fanden. Keins der Heimatspiele üblicher Art! Hinrichs hat damit bewiesen, denen, die's noch nicht wissen, daß er nichtnur" derKrach-um-Jolanthe"- Mann ist, der Verfasser ausgezeichneter heiterer Schwänke und Volksstücke, sondern ein echter Dichter, der mit seinem Werk weit in die Bezirke ewiger Volksdichtung vorstößt. Es wird auch bestimmt nicht zu wenigFreilichttheater" in Deutschland gespielt, aber es gibt nur wenige solcher Stätten, die auf die Dauer den Vergleich mit dieser Kultstätte und ihrem Spiel aus­halten werden. Denn hier ist der einzig richtige Weg beschritten. der von dauerndem Erfolg be­gleitet sein kann, ein an Volk und Boden einer Landschaft gebundenes Volksschauspiel zu schaffen, das in Heimat und geschichtlicher Ueberlieferung fest verwurzet, ist. Man muß darum Reichsleiter A. Rosenberg, unserem Gauleiter Reichsstatt­halter Carl Röver und dem Reichsamtsleiter der NS.-Kulturgemeinde Dr. Stanz größten Dank

zollen, daß sie verhinderten, daß dieses Werk etwa in hochdeutscher Fassung in Kürze über alle deutschen Bühnen gegangen wäre um dann wie üblich wieder zu verschwinden! Nein, hier gehört es hin und hier soll es bleiben! Heimatgebunden und in heimatlicher Mundart gespielt! Nur so wird es sich erfüllen, daß es eine Ehre für jeden Niedersachsen ist, darüber hinaus für jeden Deutschen, der aus anderen Gauen zu Gast in dieser Landschaft weilt, die niederdeutsche Kult­stätteStedingsehre" am Bookholzberg gesehen und erlebt zu haben. Dann wurde geistiges Kapital nie besser werbend angelegt.

Oberspielteileo 6. kl. Kellner vom Olckealinrge- Danäestdeater. Foto: Sokosker

Es wäre verfehlt, solche Aufführung an den Mitteln der stehenden Bühne messen zu wollen. Wie das Werk des Dichters diesem Heimatboden entsprungen und gerade darum ihm allein für alle Zukunft erdhaft verbunden bleiben muß, so war auch die Spielhandlung dieser einzig­artigen Aufführung dieser Landschaft aufs in­nigste verhaftet. Gleichsam aufgesogen von ihr verbreitete sie sich, ja verlor sie sich scheinbar in die Weite dieses Raumes, um aus ihm wieder hervorbrechend gleich Ebbe und Flut, die Wogen der Handlung auf dem Dorfplatz von Altenesch immer von neuem zusammenschlagen zu lassen.

Es war ein gewaltiges Stück Arbeit, diesen Rhythmus von Landschaft und Spiel auf die dazu bewegten Massen (über 400 Mitwirkende) zu übertragen, um ihn aus ihnen gleichsam als eigenen Impuls wieder hervorbrechen zu lassen. Oberspielleiter Tust. Rud. Seltner (Landestheater Oldenburg) darf sich bescheinigen, d..ß ihm dieses Unterfangen als Fazit - ne,r- müdlichst-r Vroben und Kleinarbeit restlos Ge­lungen ist. Wie weit jeder einzelne zu dem Ge­ling dies:

arbeit seinen redlichen Teil beigetragen, das wird jeder der Beteiligten im Innersten selber gespürt haben und der Beschauer mag es an dem Strom des Geschehens ermesse», der auch ihn in seine Fluten milriß. Wenn hier trotzdem einige der Hauptdarsteller gleichkam von der Pslichi des Chronisten besonders aufgeführt werden. !o loll darin keine Verringerung der Leistung aller übrigen liegen.

In einer Werkbesessenheit sondergleichen hatten sich Verufsschauspieler und Laiendarstellcr zusammengefunden, um sich gegenseitig zu einer großartigen Gesamtleistung emporzusteigern. An der Spitze seiner Bauernschaft der aufrechte gerad- sinnige Bolko von Bardcnsleth (Fritz Hoopts). ein unerschütterlicher Führer seiner Gefolgschaft. Ergreifend sein stummes Spiel bei der Kirchen- schließuna .'luqleich ein ausgezeichneter allen ver­ständlicher Sprecher. Seine Leistung läßt ver­stehen, daß das Lessinqtheater Berlin sich diesen Künstler sicherte. Ihm gleich an Sprach- 1

und Gestaltungskraft die Künstler des Landestheater Oldenburg: Jmm.

Medenwald als eisenharter Vogt und Friedrich Kalander als eifernder Mönch von eindringlicher Beredsamkeit. Jvo Braak, der auch den Bremern durch seine plattdeutschen Werke bekanntgewordene Dichter, schuf seinen Heiko, den zu seinem Volk heimfindenden Mönch, zu einer überzeugenden Jünglingsgestalt. Agnes Diers als Meike voll herber Verhaltenheit und innerer Größe. Einprägsame Gestalten allesamt: der getreue Thammo (Emil Hinrichs), der eifrige Detmar (Adolf Weddi) der vorsichtige Kaufmann (Carl Hinrichs) Ohm und Enkel

1'ritL Uoopts, aer Darsteller ües ijolllo von Larckeiilletli. xoto: Disober