Ausgabe 
(10.7.1935) Nr. 188
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parteiamtl.IagesMlung der Nationalsozialisten Vremens

Das Amtsblatt des Senats der Lreien Hansestadt Dremen

Bremer Zeitung erscheint täglich (auch Montags). Monatsbezug: RM. 2.30 einschl, 3» Rps. Zustellungsgebühr: I

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Nr. 1SS / ;. Jahrgang

Mittwoch, 10. Juli

kinzelpreis 15 Npf.

öescheitetter Schlichtungsversuch um fldessinim

Der Völkerbundsrat als letzter Strotztzalm / keine militärische stktion Italiens vor Abschluß der Negenzeit im September

Unser lagssspiegsl

Die Pariser Presse nimmt das deutsche Flottenban-Programm zum Anlaß einer neuen Hetze gegen Deutschland und England.

Der Versuch der Rückkehr der Habsburger stellt sich mehr und mehr als Gefährdung des europäischen Friedens heraus.

Die Tschechoslowakei errichtet an ihrer Grenze Gendarmerie-Flugwachen.

Der Reichsinnenminister macht in einem Er­laß gegen die Feinde der Rassenerstarkung Deutschlands Front.

Die Zentrumsmachenschaften richten sich neuer­dings auch gegen die SA.

Nach einer Verordnung des Reichswirtschafts­ministers werden wiederholte Sonderverkiiufe im Einzelhandel unterbunden.

Die Luftstrecke Friedrichshafen Buenos Aires wird künftig in fünf Tagen bewältigt werden.

Der Polizeisenator von Bremen hat ei» llniformverbot für katholische Jugendoerbände erlassen.

Das Sommerfest der Bremer NS.-Frauen- schaft im Parkhaus gestaltete sich zu einer frohen Feier der Volksgemeinschaft.

Die Bremer Hitlerjugend traf gestern abend wohlbehalten in Bad Essen in ihrem Sommer- ferienlager ein.

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Uniformverbot

für katbotische Jugendverbände

Der bremische Senator für die innere Verwal­tung, Th. Laue, teilt uns mit:

Aus Grund des 8 1 der Verordnung zum Schutz von Volk und Staat vom 28. Februar 1933 (RGVl. 1 Nr. 17, Seite 83) wird den katho­lischen Jugendverbände» im Gebiete des Landes Bremen das Tragen von Unifor­men oder unisormähnlicher Kleidung sowie das geschlossene öffentliche Auftreten mit Wimpeln und Fahnen verboten. Gleichzeitig wird den katholischen Jugendverbänden auch das Tragen von Abzeichen und das Tragen einer einheitlichen Kluft als Ersatz der llniformierung sowie jede geländesportliche Betätigung untersagt.

Begründung:

Für das Bestehen uniformierter katholischer Jugendoerbände liegt kein Bedürfnis vor. Trägerin der Erziehung der deut­schen Jugend ist die Hitler-Jugend. Ihr allein bleibt daher vorbehalten, Uniform zu tragen."

Haag, 10. Juli.

Die Unstimmigkeiten im italienisch-abessinischen Schlichtungsausschuß haben dazu geführt, daß der Ausschuß seine Beratungen aus unbestimmte Zeit vertagt hat. Das Schlichtungsverfahren muß hier­mit als gescheitert angesehen werden, so daß die Angelegenheit höchstwahrscheinlich an den Völker- bundsrat zurückverwiesen werden muß. Man spricht bereits von einer bevorstehenden Sonder­sitzung des Völkerbundsrates.

Die Schwierigkeiten sind in der Hauptsache da­durch verursacht worden, daß der Vertreter der abessinischen Regierung, Pros. Jöze (Paris), im Rahmen seines Plädoyers auch Darlegungen über die Abgrenzung des abessinischen und des ita-

(Orabtdsriokt äussrer Lsrliusr Lobriktlsituug.)

Xr. Berlin, 10. Juli.

Die Erörterungen über die Habsburg-Frage werden in der siidosteuropäischen Presse lebhaft fortgesetzt, da selbstverständlich nicht nur in Oester­reich selbst, sondern auch in den Ländern, die früher ganz oder teilweise zu der alten Doppel­monarchie gehörten, großes Interesse-an diesem Problem besteht.

Soweit es sich bisher überblicken läßt, sind die Kräfte allerdings sehr ungleich verteilt, und diejenigen Kreise, die für eine Wieder­einsetzung der Habsburger auf den öster­reichischen Thron eintreten, dürften wesent­lich geringer an Zahl und Einfluß sein als die Gegner jeder Restauration.

In grundsätzlicher Hinsicht ist hier festzustellen, daß eine derartige Aktion, wenn sie trotz der Widerstände durchgeführt werden sollte womit aber kaum zu rechnen ist, sehr weitgehende Folgen nach sich ziehen würde, die so stärk auf die Interessen der Nachbarländer übergreifen, daß man diese Angelegenheit schwerlich als eine rein innerösterreichische Frage ansprechen kann. Zu­nächst ist auch in Ungarn eine legitimistischs Strömung vorhanden, die aber mit der österreichi­schen keineswegs parallel verläuft, sondern die das Habsburger Haus lediglich für den ungarischen Königsthron in Anspruch nehmen will und jede neue Personalunion mit Oesterreich entschieden ablehnt. Ferner wäre zu beachten, daß ein mon­archisches Oesterreich voraussichtlich sehr leicht in den Verdacht geraten würde, nach einer wenig­stens teilweisen Wiederherstellung des früheren Geltungsbereiches bzw. der alten Habsburgischen Hausmacht zu streben. Gerade durch diese Vermutungen wird in den Nachbarländern, also. vor allem in der Tschecho­slowakei und Jugoslawien, so große Ün-

lienischen Gebietes machen wollte. Seiner Mei­nung nach war das zur Feststellung dsr Verant­wortung für den Zwischenfall von Ual-Ual not­wendig. Die italienischen Ausschußmitglieder er­hoben jedoch Einspruch. Aus Anlaß der Vertagung des Ausschusses sind sofort Gerüchte über ein un­mittelbar bevorstehendes militärisches Vorgehen Italiens in Abessinien laut geworden.

Demgegenüber wird in Rom mit aller Be­stimmtheit erklärt, daß an eine militärische Aktion Italiens zur Zeit nicht gedacht sei. Die Behand­lung des italienisch-abessinischen Streitfalles weist nach Ansicht verantwortlicher italienischer Stelle» keine neuen Anzeichen aus, die plötzliche Entschei­dungen solcher Art erwarten lassen, ganz abge-

ruhe hervorgerufen, daß von der Kleinen Entente bereits in aller Form erklärt wurde, man müsse eine Thronbe steig ungOttosvonHabs- burg als einen Krieg sg rund betrachten. Daß das offizielle Frankreich sich in dieser Frage von der Kleinen Entente trennen würde, ist nicht anzunehmen; hie Unterstützung, die die Habs­burger in Frankreich finden, beschränkt sich aus ganz bestimmte politische Zirkel, deren Einfluß nicht überschätzt werden darf.

In Italien sympathisieren im wesentlichen die vatikanischen Kreise mit dem Ge­danken einer Restauration. Die italienische Regie­rung scheint sich in dieser Frage große Zurück-

Recklinghausen, 10. Juli

Am Dienstag, 28. Juni, fanden Kirchenbesucher in der Pfarrkirche zu Borken in Westfalen in der Kreuzkapelle einen Beichtstuhl und einen Altar brennend vor. Man alarmierte sofort den an der Kirche wohnenden Küster, dem es gelang, den Brand im Keim zu ersticken. Bei näherer Be­sichtigung fand man außerdem, daß ein Altar und die Oelbergkapelle in nicht wiederzugebender Weise beschmutzt worden waren.

Unmittelbar nach der Tat faßte in der Bevöl­kerung das Gerücht Fuß, daß als Täter nur Angehörige der SA.-Schule Pehlen in Frage kommen könnten. Es meldeten sich sogar Zeugen, die gesehen haben wollen, daß SA.- Männer um die Tatzeit die Kirche besucht hätten. Es wurde aber bald festgestellt, daß diese unbe­gründeten und verleumderischen Gerüchte bewe- gungsfeindlichen Kreisen entsprangen. Nach wei-

sehen davon, daß die Regenzeit in den fraglichen ostasrikanischen Gebieten nicht vor September zu Ende geht und Italien daran liegt, die in Gang befindlichen Vorbereitungen für ein etwa not­wendig werdendes militärisches Vorgehen weiter auszubauen.

Es wird in Rom daran erinnert, daß Musso­lini bereits am 25. Mai vor der italienischen Kammer erklärte, der italienisch-abessinische Ver­trag vom Jahre 1928 sei ein toter Buchstabe. Le­diglich die Bestimmungen über das Schlichtungs­verfahren seien in Kraft. Sollte jedoch das Schiedsverfahren weiterhin an der Haltung Abessiniens scheitern, so müsse Italien den ganzen Vertrag als hinfällig ansehen.

Haltung aufzuerlegen. Trotz der Gerüchte von einer Verlobung Ottos von Habsburg mit einer italienischen Prinzessin dürfte es kaum den Ab­sichten Mussolinis entsprechen, durch eine offene Unterstützung der monarchischen Bestrebungen in Oesterreich neue Schwierigkeiten mit Jugoslawien herbeizuführen.

Unter Berücksichtigung aller dieser Umstände glaubt man in Berliner politischen Kreisen wo man im übrigen die völlig neutrale Hal­tung selbstverständlich beibehält, daß die Aus­sichten der legitimistischen Strömung in Oesterreich nicht besonders hoch zu bewerten sind.

teren eingehenden Ermittlungen der Staatspoli­zei gelang es, als Täter den 37jährigen Menstng aus Borken-Stadt zu ermitteln und festzunehmen. Mensing, der zu den häufigsten Kirchenbesuchern gehört und Mitglied des Cäcilienver- eins ist, also deshalb unauffällig die Kirche be­suchen konnte, hat nach anfänglichem hartnäckigen Leugnen eingestanden, die Brandstiftung und Veschmutzung begangen zu haben.

Die ruchlose Tat, die in weiten Kreisen des Münsterlandes berechtigtes Aufsehen und Empö­rung hervorgerufen hatte, hat somit ihre Auf­klärung gefunden. Interessant und bemerkens­wert erscheint noch die Tatsache, daß der Täter sich von einer befreundeten Familie ein Alibi be­sorgt hatte, das jedoch dem Ermittlungsergebnis nicht standhielt. Der Täter befindet sich im Po­lizeigefängnis Recklinghausen.

Schatten über oesterreich

. Bremen, 10. Juli,

Immer ist das Haus Habsburg zum Unheil für Deutschland gewesen. Seit den Tagen, da ein Rudolf als erster Kaiser dieses Hauses Zepter und Reichsapfel in die Hände bekam, lag ihm und seinem Hause die Vergrößerung der Habs­burger Ländereien weit mehr am Herzen, als des Deutschen Reiches Macht und Herrlichkeit.

Davon, wie die Habsburger durch ihre mit der römischen Kurie durch dick und dünn gehenden Hausmachtpolitik nach und nach in frevelhafter Weise große Teile des deutschen Reiches verloren­gehen ließen die Schweiz, die Niederlande, Lothringen und schließlich das Elsaß sind ankla­gende Beweise dafür, davon, welch unseliges Elend das Haus Habsburg über Deutschland mit dem Religionskriegs brachte, den es 30 Jahrs lang mitleidslos und schonungslos über das arme verblutende deutsche Volk hinwegtoben ließ, immer nur darauf bedacht, die eigenen Erblande vor der Kriegsfurie zu schützen, davon wollen wir gar nicht mehr reden. Aber daß das Haus Habsburg unter dem unseligen Einfluß derselben Frau, die heute draüf und dran ist, ihren Sohn Otto zum Herrscher über das Volk in Oesterreich zu setzen, selbst imWeltkriege seine dynasti- schenJntere ssen vor dasVolksinter- esse zu stellen versuchte, dessen müssen und wollen wir heute gedenken. Daß das Haus Habsburg Verrat am deutschen Volke übte, obwohl Deutsch­land in jener sagenhaften Nibelungentreue der Habsburger Monarchie mit seiner ganzen starken Kriegsmacht beigesprungen war; daß dieses Haus Habsburg mit den Feinden des eigenen und des Deutschen Reiches hinterrücks in Verhandlungen trat und moralisch die Front der Zentralmächte verräterisch schwächte, das vergessen wir Deutschen den Habsburgern in alle Ewigkeit nicht und das wird ihnen in Oesterreich selber niemals das Volk vergessen können.

Mag diplomatische Feinspinnerei der Kaiserin Zita mit einem Teil der heute in Oesterreich maßgebenden Kreise auch noch so krampfhaft den Schein erwecken wollen, daß es deutsche Arbeiter und Bauern Oesterreichs seien, welche die Schaf­fung des Gesetzes forderten, demzufolge der ränke­süchtigen Frau des Kaisers Karl und ihrer ganzen Verwandtschaft der bisher verbotene Zutritt auf österreichischem Boden wieder freigegeben worden ist, so läßt sich im Reiche wie auch im Ausland kein vernünftiger Mensch darüber hinwegtäuschen, daß die österreichischen Arbeiter und Bauern deut­schen Blutes mit diesem Spiel einer verantwor­tungslosen Reaktion nichts, aber auch gar nichts zu tun haben wollen. Die ganze Welt lacht teils offen, teils versteckt angesichts der tausend Ehrenbürgerurkunden für denThron­prätendenten" Otto, das verhätschelte 21jährige Söhnchen der Kaiserin Zita; denn die Welt weiß,

kabsburg Sesakrelcherä kuropas

Me monarchischen Vestrebungen in Hesterreich und die öegenbewegungen in den Nachbarstaaten

Zentrumsmachenschasten gegen die Sst

der kirchenbrandstistung und Mrchenschiindung berichtigt

Nie Ruinen von Simbabwe

rag l)ier das c>pl)ir der fllten? von vtto Schumann

Eines der größten Geheimnisse, die der Dunkle Erdteil bis auf unsere Tage zu bewahren gewußt hat, findet sich im südlichen Rhodesien, inmitten der großartigen Wildnis des Maschonalandes. Zwischen einsamen Hügeln und Tälern, die wahr­scheinlich in Jahrhunderten keines Weißen Fuß betreten hat, erheben sich umfangreiche granitene Ruinen, bei denen alles darauf hinweist, daß sie einem längst verschwundenen Volke von hoher Kultur zu danken sind: die Ruinen von Sim­babwe.

Die Bauwerke werden im 16. Jahrhundert von dem portugiesischen Schriftsteller Varros erwähnt, gerieten dann aber für lange Zeit in Vergessen­heit, bis der deutsche Afrikaforscher Karl Manch sie im Jahre 1871 wieder entdeckte. Sie waren seitdem das Ziel zahlreicher Forscher; besonders eine unter der Leitung von Professor Dr. Frobe- nius stehende Expedition hat sich um die Unter­suchung fehl verdient gemacht. Ihr verdanken wir es vornehmlich, wenn der über den Ruinen lie­gende Schleier heute teilweise gelüftet ist.

Zahlreiche Fragen knüpfen sich an dieses Laby­rinth von^Mauern aus behauenen Steinen. Die wichtigsten sind die nach den Erbauern und dem Grunde der Errichtung solcher eigenartiger An­lagen, sowie die nach dem Schicksal ihrer ehemali­gen Bewohner.

Zwei Ansichten stehen sich hier gegenüber. Nach Dr. Frobenius, dessen Auffassung von namhaften Gelehrten geteilt wird. wurden die alten Bauten von einem Volke errichtet, das etwa um 1500 vor Christus nach Rhodesien vordrang. Andere Forscher glauben dagegen, daß die Ruinen nicht älter als rund sechs Jahrhunderte sind und auf Bantuneger zurückgehen. Gegen diese Meinung sprechen aber gewichtige Tatsachen, auf die hier näher einzugehen zu weit führen würde.

Aller Wahrscheinlichkeit nach bildete Simbabwe schon in sehr alter Zeit eine bedeutende und ein­

flußreiche Stadt, in der vornehmlich das in Rho­desien gefundene Gold gesammelt und gelagert wurde, bevor es mit Karawanen nach Sofala weitergeschafft wurde, um dann von dort aus nach Babylonien und Palästina verschifft zu werden. Die Entfernung zwischen den beiden afri­kanischen Städten beträgt nur rund 400 Kilo- meter, das Gelände ist gangbar, und der Weg konnte daher von den Goldkarawanen in 15 bis 20 Tagen zurückgelegt werden. Aus den Schriften Reisender wissen wir, daß Sofala ein bedeutender Hafen war, der einzige Ausfuhrhafen für das Binnenland.

Von den ehemaligen Bauwerken hat der ellip­tische Tempel zweifellos als Kultstätte gedient. DasTal der Ruinen" war offenbar der Ort, wo die ehemaligen Bewohner Simbabwes lebten, während dieBurg", was als feststehend ange­nommen werden kann, als Befestigungsanlage diente, um die Bewohner der Stadt und das dort gesammelte Gold zu schützen. Der Tempel zieht in erster Linie die Aufmerksamkeit auf sich. Von ihm steigt man durch dasTal der Ruinen" zur Burg" empor und übersieht so am besten, wozu alle diese Ueberreste vergangener Zeiten dereinst gedient haben.

Das Kennzeichnende der Bauart liegt darin, daß ausschließlich große Granitblöcke, ohne jede Verwendung von Mörtel, aufeinandergestapelt wurden. Sie sind alle rund geschliffen, nur ein Teil ist viereckig behauen. Der Grundriß des Tempels zeigt die Form einer Ellipse, seine bis zu elf Meter hohen Mauern sind unten breit und laufen nach oben spitz zu, was der ganze Anlage einen besonderen Eindruck verleiht. Die Gänge und Flure im Tempel sind etwa 120 Meter lang: sein äusserer Umfang mißt 280. der innere 255 Meter. Nichts deutet darauf hin, daß der Tempel jemals überdeckt gewesen ist. Die große Ausdeh­

nung, der unregelmäßige Bau und die steilauf­ragenden Vorsprünge auf den Mauern sprechen gegen eine solche Vermutung. Drei Eingänge führen zur Mitte der Anlage, von denen der im Norden das Haupttor bildet.

Eins der am meisten in die Augen fallenden architektonischen Bauwerke ist der kegelförmige Turm. Seine Höhe schwankt von zehn Metern an der Südseite bis zu nicht ganz neun Metern an der nördlichen. Der Umfang zu ebener Erde beträgt neun Meter. Der Turm ist völlig massiv, kein Kalk, Zement oder sonstiges Bindemittel wurde bei dem Bau verwandt. Das Bauwerk hat nicht als Aussichtsturm gedient, sondern offenbar als ein Symbol. Nichts deutet nämlich darauf hin, daß jemals ein Wächter oder Ausguck den oberen Umgang benutzt hat.

Wenig nördlich von diesem größeren erhebt sich ein kleinerer, ebenfalls kegelförmiger Turm. Auch er ist völlig massiv. Den Tempel selbst haben noch vor einem Jahrhundert die Makalangu als Vieh­kral benutzt, aber sie so wenig wie Alter, Regen oder Wind haben dem Bauwerk den geringsten Schaden zufügen können.

Zwischen dem Tempel und derBurg" liegt dasTal der Ruinen". Einige davon sind solide gebaut und gut erhalten, andere von mangel­hafter Arbeit zeigen starke Spuren von Verfall- Diese letzteren stammen offenbar aus späterer Zeit. Diese Ruinen sind ganz oder teilweise oder überhaupt nicht mit Umwallungen umgeben. Hoch über die Umgebung hinausragend und auf den Tempel und dasTal der Ruinen" niederblickend erhebt sich auf dem Hügel von Simbabwe eine der interessantesten Ruinen ganz Afrikas: die Burg". Außer für den Archäologen und Archi­tekten bietet sich auch dem Militär reichlicher Stoff zum Studium. Diese so hoch gelegene fe- stungsartige Anlage mußte in früheren Zeiten völlig uneinnehmbar fein. Die Spitze des Hügels erhebt sich 120 Meter über die Umgebung hinaus und beherrscht sie auf viele Meilen. Der Hügel liegt völlig für sich allein. Steile Wände machen ihn auf drei Seiten unersteigbar, und auch die

vierte ist nur sehr schwer zugänglich. Die ur­sprünglichen Bewohner, offenbar Meister in ihrem Fach, haben gewiß den strategischen Wert dieses Punktes klar erkannt. Sie verstärkten ihn noch durch Wälle, Mauern, Traversen und andere An­lagen und machten ihn so völlig uneinnehmbar.

Die Aussicht, die man von der Höhe der Burg hat, ist unbeschreiblich schön. In der anziehenden

rhodesischen Landschaft, die man auf Meilen über­blickt, läßt sich kein lebendes Wesen sehen. Todes­stille liegt über allem. Nur Raubvögel, Adler, Falken, Habichte usw. bewohnen heute die alte afrikanische Burg. Die Zeit steht hier still, die Jahre scheinen zurückzurollen, und man gewinnt das Gefühl, wieder in einer vorgeschichtlichen Vergangenheit zu leben.

Salon des luileries

^.I.. Paris, im Juli.

Die von Edouard Herriotvor einigen Jahren ins Leben gerufene Tuilerienschau gehört zu den erfreulicheren Malerkundgebungen der Stadt Paris, obwohl auch sie immer mehr zu einer sinn­losen Massenausstellung wird. 2143 Bilder und Plastiken sind dieses Jahr in dem im Herzen der Malerstadt Paris, dem Montparnasse, ge­legenen Ausstellungsgebäude untergebracht. Für diese Gemäldeschau gibt es keinen Aufnahmeaus- schuß, der Einhalt gebietet, hier machen sich die verschiedensten Kunstrichtungen breit und hier kom­men auch die vielen in Paris lebenden ausländi­schen Künstler zu Wort. Das ganze Elend, der er­schreckende, durch die Emigration beschleunigte künstlerische Niedergang des Montpar- nasse tritt dem Beschauer bei einem Rundgang durch die diesjährige Ausstellung entgegen. Hier macht sich allmählich einKulturbolschewis- mus übelster Sorte breit, hier tunzmeln sich neben guten französischen Künstlern Elemente, von denen man wirklich nicht sagen kann, daß sie eine Be­reicherung des Pariser Kunstlebens darstellen. Wie lange wirb man in Paris dem zersetzenden Trei­ben dieser Kunstjllnger zusehen? Schon regen sich überall Kräfte, die sich mit Macht der unerwünsch­tenKunstinvasion" entqegenstemmen. '

Im ersten Stock ist eine Ehrenecke für den im vergangenen Jahr verstorbenen Maler Albert Besnard untergebracht. In den oberen Sälen stößt man auf gute Bildpr von Brianchon, Poes Brayer, Charles Gusrin, Friesz und Waroqier.

Alles Namen, die uns auf den übrigen Pariszx Salons ebenfalls begegnen und die ihr Können schon hundertmal bewiesen haben. Gute Bildnisse sind selten, dagegen finden sich auf der jetzigen Schau ein paar stark empfundene Landschaften. Daß wir auch durch einen Rudel übrigens zum Teil sehr wirkungsvoller weiblicher Akte Spieß­ruten laufen müssen, bedarf kaum noch einer be­sonderen Erwähnung.

Die Plastik bewegt sich auf erfreulicher Höhe. Hier finden sich ein paar wirkliche Kunstwerke, die einen Besuch dieser Ausstellung reichlich lohnen. Offenbar hat man hier auf größere Auslese Wert gelegt. Neben einem klassiichen Frauenkopf von Despiau wären in erster Linie ein liegender Akt von Drivier und die Badende von Halsn zu nennen. Aber auch unter den jüngeren Plastikern stößt man auf hoffnungsvolle Begabungen.

Bremer Komponist im Wiener Sender

Sendung eines Trios von Therstappen

Der Verkehrsverein Bremen e. V. teilt mit, daß am 11. Juli, 14.40 Uhr. vom Wiener Sender die Sonatine L-ckur, Trio für Fagott von Dr. Hans Therstappen, gesendet wird. Das Trio be­steht aus den Vrüdern Rudolf. Hugo und Artur Rothen st einer, von denen der erste Mitglied des Bremer Staatsorchesters, der zweite Wiener Symphoniker und der dritte Ber­liner Philharmoniker ist. Das Werk ist im Auf­trag und für den Wiener Rundfunk komponiert.