Ijreiner
Parteiamtl-Iageszeitung der Nationalsozialisten Vremens
Das flmtsblatt des Senats der Freien Hansestadt premen
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Nr. 1S? / Z. Jahrgang
Menslag, S. Juli
kinzelpreis 1S Npf.
katholislhe Geistliche handlanger der Marxisten
Verteilung von Flugschriften der „SYS ' / Vie Polizei greift durch / kin steifender keligionslelzrer
Unser lagssspisgel
Das Programm der Schisssneubauten in der deutschen Kriegsmarine wird jetzt bekanntgegeben.
Der Reichserziehungsminister hat für die Studentenschaft das Arierprinzip eingeführt.
Zur sinnvollen Gestaltung des Urlaubs der Schaffenden sind neue Gesetze in Vorbereitung.
Die Reihe der Provokationen katholischer Geistlicher ist wieder um mehrere Fälle erweitert.
2m italienisch-abessinischen Schlichtungsausschuß haben sich ernste Schwierigkeiten ergeben.
Nach einer ersten Vorschätzung wird die deutsche Getreideernte etwas über dem Durchschnitt liegen.
Die Frerichswerft in Einswarden beantragt infolge wirtschaftlicher Verhältnisse ihre Liquidation.
Das Vorkommando der Bremer H2. für das Sommerlager in Bad Essen hat all« Vorbereitungen für die heutige Ankunft der Jungen getroffen.
Trotz Wegfall des Schrankeniiberganqes an der Blockstelle Horn wird eine Läeiterjührung der Linie 4 der Strahenbahn vorerst unterlassen.
Die Geländeprüfung der HJ.-Kraftradfahrer bei Goslar gestaltete sich zu einem vollen Erfolg.
ZüMsneubauten der deutschen Kriegsmarine
Berlin, 9. Juli.
Zum Ausbau der Kriegsmarine auf den im Flottenabkommen mit England festgelegten Stand von 35 o. H. des englischen Deplacements sind folgende Neubauten auf Stapel gelegt oder werden im Lause des Jahres 1835 aus Stapel gelegt werden:
1. Zwei Panzerschiffe von je 28 888 Tonnen Wasserverdrängung mit 28-c»i-Geschützen. 2. Zwei Kreuzer von je 18 888 Tonnen Wasserverdrängung mit 28-em-Eeschiitzen. 3. 15 Zerstörer von je 1825 Tonnen mit 12,7-c,»-Geschützen (Stapellegung 1831 und 1885). 1. a) 28 Unterseeboote zu je 258 Tonnen (das erste dieser U-Boote ist am 28. Juni in Dienst gestellt. Zwei weitere sind zu Wasser); d) 8 U-Boote zu je 588 Tonnen; o) 2 U-Boote zu je 758 Tonnen.
Der Bau des ersten Flugzeugträgers, ebenso die Pläne der 1838 und in den folgenden Jahren nach dem Grundsatz der qualitativen Gleichberechtigung aus Stapel zu legenden weiteren Schlachtschiffe werden vorbereitet.
Berlin, 9. Juli.
Kehr und mehr häufen sich die Meldungen von Vetätigung politisierender katholischer Geistlicher gegen namhafte Persönlichkeiten in der NSDAP. So wird aus Neuß a. Rhein gemeldet, daß der dort als Religionslehrer tätige Professor Kecker mit sofortiger Wirkung beurlaubt werden mußte, weil er vor einer Kundgebung, in der Pfarrer Münchmeyer sprechen sollte, die Schulkinder gegen diese aufzuwiegeln versuchte, indem er es u. a. eine Schande nannte, daß Pfarrer Münchmeyer in Neuß spreche. Es sei weiterhin eine Schande, daß die Werbeplakate für die nationalsozialistische Kundgebung an einer katholischen Schule angebracht worden seien.
Eine weitere Meldung über Vetätigung katholischer Geistlicher in politischer Richtung liegt aus Dresden vor, wonach dort 8 Personen, unter denen sich zwei katholische Geistliche befinden, in Haft genommen werden muhten, weil sie sich zu Handlangern der früheren SPD. hergegeben hatten. Die Verhafteten hatten von einem früheren SPD.-Funktionär Hetzschriften als Werbematerial für die „SPD." bezogen und dieses Material insgeheim weiterverteilt. Die
Hamburg, 9. Juli
Reichsorganisationsleiter Dr. Ley nahm aus Anlaß der ersten Reichslagung der NSE. „Kraft durch Freude" Gelegenheit, vor den in- und ausländischen Schriftleitern die großen Aufgaben und Ziele der nationalsozialistischen Gemeinschaft zu umreißen. Die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" ist, so sagte Dr. Ley, sicherlich eine der typischsten Erscheinungen des nationalsozialistischen Deutschland. „Kraft-durch Freude" ist ein weltanschaulicher Begriff, in dem sich unser Wollen am klarsten ausdrückt. Die Gemeinschaft ist das Fundament vieler Freuden. Wir wollen die Menschen von der gemeinen und niedrigen Genußsucht des liberalistischen Zeitalters hinweaführen zur reinen Auffassung wahrer, großer und schöner Freude.
Dr. Ley teilte mit, daß das gewaltige Werk der NSE. bemerkenswerterweise kaum eines materiellen Zuschusses bedürfe. Bereits im nächsten Jahr werde „Kraft durch Freude" keinerlei geldliche Zuschüsse mehr benötigen.
Für das übernächste Jahr rechne man sogar schon mit einem Ueberschuß. Beim Ausbau der NSE. habe sich die Organisationsgabe der Deut-
Strafe für solche gegen das neue Deutschland gerichtete Wühlarbeit wird den Verhafteten von den ordentlichen Gerichte« in geziemender Weise diktiert werden.
Unglaubliche Vereidigung eines Hitler-Miidchens
Koblenz,-den 9. Juli,
Der Eebietsführer der Hitler-Jugend in den Regierungsbezirken Trier und Koblenz hat zu dem Vorfall an den Bischof von Trier folgendes Schreiben gerichtet:
„Hochwürdiger Herr Bischof Franz Rudolf Bornewasser, Trier! Wiederholte direkte und indirekte Angriffe von Geistlichen Ihrer Diözese, deren Bereich sich mit dem Staatsjugendgebiet Westmark deckt, werden mit einem neuerlichen Vorgang zu einem für das Ansehen der staatlichen Organisationen und für die Oeffentlichkeit unerträglichen Zustand.
In Niederweiler, Kreis Zell, hielt die BDM-- Fllyrerin Maria Gehlweiler den Staatsjugendtag. dienst mit ihren Mädeln. Plötzlich erschien aus dem Gemeindeplatz der Herr Pastor. Philipp Müller und beschimpfte die'Fllhrerin wegen der 'urzen Strumpftracht, die zur Reichsbundestracht des BDM. gehört. In Gegenwart der Iungmädel ver
schon erneut bewährt. Wir haben alle Faktoren in ein System gebracht: Eisenbahnen, Schiffe,
Verkehrsbüros. Theater und Kunst, gesellige Vereine und Sport.
Zur Frage der Konkurrenz gegenüber der Fremdenindustrie wies Dr. Ley darauf hin, daß „Kraft durch Freude" für die Fremdenwirtschaft keineswegs eine Konkurrenz, sondern im Gegenteil einen starken Belebungsfak- I o r darstelle, was auch von dieser allgemein anerkannt werde. Insbesondere komme auch die Tatsache der Fremdenindustrie außerordentlich stark zugute, daß sich durch die von der NSG. für eine sehr lange Zeit im Jahr geschaffenen Reise- möglichkeiten die jährliche llrlaubsperiode auf den Zeitraum von März bis November ausgedehnt habe.
Dr. Ley wandte sich dann den großen Aufgaben zu, die die NS.-Gemeinschaft auch auf dem Gebiete der sportlichen Ertüchtigung des deutschen Volkes zu leisten habe. Um das große Kapital unserer Volksgesundheit zu stärken und zu erhalten, müssen wir es erreichen, daß die Sportgrenze in Deutschland auf ein Lebensalter
stieg er sich zu Beschimpfungen, wie „Maria, du Schwein" und ähnlichen Ausdrücken. Von uns aus nehmen wir von einer gerichtlichen Anzeige Ab- stand. Solche Methoden richten sich selbst. Wir beschränken uns darauf, Ihnen und der Oeffentlich- kett von dem unerhörten Vorfall Kenntnis zu geben . . .
Ich bitte Sie, um solche und ähnliche Beleidigungen in Zukunft zu verhindern, um eine lln- terrichtung der Geistlichkeit Ihrer Diözese, daß
1. die Führer und Führerinnen der Staatsjugend laut Reichsgerichtsentscheiduug Erzieher und Erzieherinnen im Sinne des Gesetzes sind, und zwar der Jugendlichen aller Konfessionen;
2. Einrichtungen und Trachtenvorschristen der Staatsjugend als staatliche Einrichtungen anzusehen sind und Kritik hieran nicht Sache der Geist- lichkeit ist;
3. die religiös,. Erziehung durch die einzelnen Konfessionen zeitlich außerhalb des Dienstes der Staatsjugend liegt und diese in keiner Weife durch den gemeinsamen Vaterlandsdienst der Jugendlichen aller Konfessionen in der Staatsjugend gefährdet ist.
Die Wahrung der Ehre der Staatsjugend und -der Erzieher und Erzieherinnen veranlaßt mich zu dieser Klarstellung,
Heil Hitler!
Der Führer des Gebietes Westmark gez.: Karbach, Eebietsführer."
von mindestens 50 Jahren gehoben wird, also mindestens um 20 Jahre gegenüber dem heutigen Stand. Dies ist für die Leistung eines Volkes von ungeheurer Bedeutung. Schönheit der Arbeit, so betonte Dr. Ley weiter, ist ebenfalls ein Werk von gewaltiger Bedeutung.
Nicht weniger als hundert Millionen Mark Aufträge für Berschönerungsarbeiten und Umbauten sind bereits in kaum einem Jahr in den deutschen Fabriken und Werkstätten angelegt worden, eine erhebliche, der Arbeitsbeschaffung zugute kommende Summe. Bereits heute ist dieser Betrag weiter stark angestiegen.
Große Aufgaben harren auch hier noch unser. Wir werden in einigen Jahren auch in dieser Hinsicht Deutschland ein anderes Gesicht geben. Es ist ein Unding, wenn ein Fabrikherr sich eine prächtige Villa baut, während seine Fabrikgebäude unsauber und unfreundlich dastehen. Dr. Ley gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß auf allen Seiten diesen Bestrebungen größtes Verständnis entgegengebracht werde. -
(Fortsetzung auf Seite 2)
Vas Maß ist voll
Voll zum Ueberlaufon
* Bremen, 9. Juli.
Politisierende Geistliche der katholischen Kirche können es nicht verwinden, daß das deutsche Volk von seinem durch es selbst erkoreüen Führer und von niemand anderem regiert werden will. Die geschichtlich bekannte Herrschsucht einer Geistlichkeit, die am liebsten den päpstlichen Stuhl in Rom zum Thron der Welt und den Papst am liebsten zum Herrscher über alle Völker setzen möchte, diese unersättliche Herrschsucht einer ultramontan gerichteten politischen Geistlichkeit Deutschlands will und will sich nicht damit zufrieden geben, daß ihr politisches Spiel im neuen Deutschland ausgespielt ist, daß hier kein Raum mehr für politische Ränke übrigbleibt und daß nun endlich einmal der deutsche Staat wirklich fordert, was des Staates ist.
Als wir zu Anfang vorigen Monats („B. Z." vom 4. Juni) eine vom Ordinariat von Vreslau zugunsten klerikaler Devisenverbrecher erlassene Erklärung zurückweisen, mußten,- konnte es noch so scheinen, als ob der Versuch des Breslauer Ordinariats, sich in deutsche Rechtsangelegenheiten einzumischen, bloß ein Einzelfall, die Entgleisung einer vereinzelten katholischen Stelle wäre. Schon am-8. Juni aber konnten wir unsere Bedenken, daß es sich um mehr handelte, nicht mehr zurückstellen, da wir sahen, wie die katholische Presse des Auslandes der Breslauer Ordinariatserklärung zustimmte und in wenig christlich- katholischer Heftigkeit über die deutsche Justiz herfiel und sie in übelstem Zelotentum beschimpfte. Vollends klar mußte und konnte jedem Leser der „B. Z." die Tatsache einer weit über das Reich hinweg sich erstreckenden ultra- montanen Front werden, als sich gleich darauf Beweise hier in Bremen dafür ergaben, daß sich jene Frontbildung bis in unsere Stadt herein erstreckte, daß auch hier (siehe „B. Z." vom 9. Juni) unter dem Mantel konfessioneller Be- tätigung ein an Landesverrat grenzendes. Treiben katholischer Geistlicher sich bemerkbar machte und eine Hetze versuchte, die in ihren Einzelheiten von der in anderen Teilen des Reiches sich in nichts unterschied.
Oder erinnert die Hetzpredigt eines Franziskanerpaters aus dem Rhein- land — Heribertus nennt er sich und ist aus dem Franziskanerkloster in Köln —, worin mutige Abwehr gegen die Angriffe auf die katholische Kirche gefordert und die Bürgerschaft des zweiten Reiches als des Himmelsreichs im Gegensatz zum Dritten Reiche gestellt wird, worin Christus in seiner Eigenschaft als Mensch aus semitischem Stamme als „unser" Führer be-
»Kraft durch freude'- Werk des sichrer«
Neue Urlaubsgesetze in Vorbereitung / Vr. Leg spricht vor der presse
„lausend Jalire Deutsche Kunst"
Unterredung mit dem Schöpfer der Idee / von unserem Münchener Sonderberichterstatter
Beim feierlichen Richtfest des Hauses der Deutschen Kunst in München überraschte Staatsminister Wagner, der Gauleiter des Traditionsgaues München-Oberbayern, die Oeffentlichkeit mit der Ankündigung einer ohne Vorbild und Beispiel dastehenden Ausstellung „Tausend Jahre deutsche Kunst", mit der das „Haus der Deutschen Kunst" nach seiner Vollendung eröffnet werden soll. Wir haben daraufhin sofort den von Adolf Wagner in seiner Rede beim Richtfest erwähnten Schöpfer dieses großartigen Planes, Professor Bücher in Dillingen an der Donau, aufgesucht, um von ihm Näheres über Bedeutung und Aufbau dieser Ausstellung zu erfahren, der der Führer seine Zustimmung und der Reichspropagandaminister seine weitgehende Unterstützung zugesagt haben.
Wir treffen Professor Bücher im Garten seines Hauses am Rande der Stadt, seinem Lieblingsaufenthalt, wenn er studiert oder seine Pläne ausarbeitet. Vor zwei Jahren entstand hier auch der erste Entwurf für die kommende große Ausstellung.
Seit seiner Jugend befaßt sich Professor Bücher mit Heimatkunde, er veröffentlichte manche Schrift und manche Abhandlung über die bau- geschichtlichen Denkmäler Schwabens. In seinem Gebiet ist Josef Bücher, der dem Dillinger Stadtrat angehört, ein Vorkämpfer für den Heimatgedanken und den Schutz der heimatlichen Kultur- und Naturdenkmäler. Diese stark ausgeprägte Veranlagung ist bedeutungsvoll für die Gestaltung seines Äusstellungsplanes.
Staatsminister Gauleiter Adolf Wagner hat schon ganz kurz bei seiner Rede auf dem Richtfest d-s ..Maules der Deutschen Kunst" den dovpelten Wert dieser Ausstellung hervorgehoben, indem er sagte: „Sie wird unserem eigenen Volke die gigantische Größe der deutschen Kunst zeigen und seinen berechtigten Stolz verstärken, sie wird aber
auch Früchte tragen für die lebenden Künstler, die unter diesem Eindruck sich frei machen werden von allen undeutschen Bindungen. Diese Ausstellung wird somit eine Periode stolzer deutscher Kunstgeschichte abschließen und sie soll der noch stolzere Anfang einer neuen Zeit, einer Zeit nationalsozialistischer deutscher Kunst werden."
Professor Bücher gab uns hierzu nähere Auskunft, vor allem über die Entstehungsgeschichte des Planes und über die Gliederung der Ausstellung nach ganz besonderen Gesichtspunkten. Der erste Entwurf stammt vom Dezember 1933. Schon bald hatte er Gelegenheit, seine Ideen in München bei maßgebenden Stellen vorzutragen. Ein besonderes Interesse widmete Staatsminister Adolf Wagner dem Plan. Der Grundgedanke der Ausstellung besteht darin, unserem Volke die Größe deutscher Kunst zu zeigen, und zwar von den Anfängen bis zur Gegenwart. Es werden die hervorragendsten Werke artgemäßer deutscher Kunst auf allen Gebieten ausgestellt werden, so besonders aus der Malerei, der Plastik, der Baukunst und des Kunstgewerbes.
Der Rahmen ist also umfassend gespannt, und aus jedem Gebiet werden die erlesensten Beispiele zusammengetragen, soweit man nur irgendwie an die Werke herankommt. Es handelt sich um die erste Veranstaltung dieser Art überhaupt, die aüch in der Durchführung einzig dastehen wird. Die Ausstellung soll auch der ganzen Welt ein eindrucksvolles Bild von der Größe deutscher Kunst in allen ihren Erscheinungen vermitteln. Der Plan der Ausstellung, der auch von der Stadt München behandelt und von Frau Professor Troost in diesem Frühjahr dem Führer vorgetragen wurde, sieht eine strenge Sichtung aller Kunstwerke vor. Sie wird durchgeführt mit Vertretern der Künstlerschaft, des Museumswesens, der Kunstwissenschaft sowie der Rasseforschung, wozu auch hervorragende Fachleute des Auslandes
herangezogen werden. An Hand der Kunstwerke soll klargestellt werden und auch dem einfachen Manne nahekommen, daß alles Kunstschaffen aus dem Geist der Rasse entsteht. -
Die Gesamtdarstellung wird gegliedert nach landschaftlichen Kulturkreisen im Hinblick auf den rassebiologischen Standpunkt, der bei der Sichtung ausschlaggebend ist. In den Unterabteilungen gelangen die einzelnen Kunstgattungen zur Darstellung, die den Stammescharakter der verschiedenen Kreise betonen und hervorheben. So wird zum Beispiel der fränkische Kulturkreis Bayreuther Kunst zeigen und daneben Nürnberger Kunst, ferner die Gotik Frankens, die Keramik auf fränkischem Boden und was sonst das Kunsthandwerk hier Bedeutendes schuf; kurzum, wir finden alles zusammengefaßt, was zu dein Kunstschaffen des fränkischen Kulturkreises gehört. Aehnlich verfährt man beim rheinischen Kulturkreis, beim schwäbischen Kulturkreis, beim niedersächsischen Kulturkreis, beim brandenburgischen und ostpreußischen Kulturkreks, beim Kulturkreis Schlesien und so fort.
Eine ungeheuere Vorbereitungsarbeit wird notwendig sein, um die gewissenhafte Sichtung des vorhandenen Eesamtgutes vorzunehmen. Hiermit wird man schon im Sevtember dieses Jahres beginnen, damit die Ausstellung „Tausend Jahre deutsche Kunst" pünktlich im F.rüh- sommer 1937 eröffnet werden kann, wenn das „Haus der Deutschen Kunst" zum ersten Male für die Allgemeinheit seine Pforten öffnet.
T>r. I-;. flauest.
corintlz-flussteüuny in Königsberg
Der Königsberger Kunstverein veranstaltet aus Anlaß des zehnten Todestages des deutschen Malers und Graphikers Lovis Torinth am 18. Juli eine umfangreiche Ausstellung der Graphik des Künstlers. Lovis Lorinth, der im Jahre 1858 in der ostpreußischen Stadt Tapiau geboren wurde, hatte stets zu Königsberg sehr nahe Beziehungen. Die Ausstellung wird bis Mitte September durchgeführt.
kustav fldolf als Trunkenbold!
Diplomatischer Protest Schwedens gegen einen »merikanischen Film
Zd. Stockholm, 8. Juli
Die Hollywooder Filmindustrie hat bekanntlich eine Respektlosigkeit gegenüber historischen Persönlichkeiten und Ereignissen, die nur von der geschichtlichen Unwissenheit ihrer Spielleiter und Filmverfasser übertroffen werden kann. Wenigstens wenn es gilt, europäische Geschichte auf der Leinwand „lebendig" zu machen. Schon der Earbofilm „Königin Christin e" hatte sehr wenig gemeinsam mit den geschichtlichen Tatsachen, die mit dieser Königin verknüpft sind und auch kulturgeschichtlich war die Ausstattung des Films minderwertig. Obwohl Greta Garbo die gröbsten Fehler ausgemerzt hatte, war doch genug übrig geblieben, um die sonst so gutmütige Kritik, wenigstens in Schweden, auf die Beine zu bringen. Jetzt hat die Hollywooder Filmproduktionsgesellschaft United Artists einen neuen Film mit einem Motiv aus der europäischen Geschichte herausgebracht. Er soll angeblich um den großen französischen Staatsmann Kardinal Richelieu spielen und auch der große, schwedische Heldenkönig und Elaubenskämpfer Gustav Adolf kommt darin vor, Gott sei Dank nur als Nebenfigur. Das ist aber schlimm genug, denn die Hollywoodleute haben den König als einen Trunkenbold und Landsknechtfürsten übelster Sorte, der sein Heer an Richelieu verkauft, dargestellt. Es ist begreiflich, daß diese Geschichtssälschung von den Schweden verübelt wird und auch deutsche Protestanten dürfte es entfremden, den Vorkämpfer ihres Glaubens, für den er sein Leben auf dem Schlachtfeld von Lützen gelassen hat, in dieser blasphemischen Art dargestellt zu sehen. Der schwedische Gesandte in Washington hat auch bei der amerikanischen Regierung feierlich Protest eingelegt. Der Protest ist von dem amerikanischen auswärtigen Amt an die Produktions
gesellschaft weitergeleitet worden. United Artists hat daraufhin die beanstandete Szene ein wenig revidiert, aber nicht gestrichen. Bei der persönlichen Verhandlung des Königs mit Richelieu, die übrigens an und für sich eine geschichtliche Unwahrheit ist, ist der König so betrunken wie vorher, nur die Worte, die seine Betrunkenheit unterstreichen sollten, sind weggelassen. Ob dies genügen wird, den Film für die Schweden schmackhafter zu machen, ist zweifelhaft. Denkt die amerikanische Filmgesellschaft mit diesem Film Geschäfte in Schweden zu machen, so täuscht sie sich, und auch die deutsche Filmzensur dürfte ihn in dieser Fassung kaum zulassen.
Vie türkische Vundsunkzensur
Die vom türkischen Staatspräsidenten Kemal Attatirk festgesetzten Richtlinien für die Presse sollen nach Blättermeldungen auch auf die gesprochenen Sendungen der Rundfunksender Ankara und Istanbul sinngemäß Anwendung finden. Nach diesen neuen Vorschriften ist es künftighin der Presse untersagt, sich mit folgenden Themen zu befassen: Die früheren Staatsformen in der Türkei. Es ist insbesondere verboten, für die früheren Sultane, ganz gleich welcher Epoche einzutreten. — Nachrichten, die eine Beleidigung befreundeter Staaten darstellen können, — Das Familienleben zersetzende oder angreifende Themen. — Religiöse Werbenachrichten und Werke. — Unzüchtige Schriften. — Werke, in denen der türkische Offizier eine Rolle spielt. — Werke, die die ausländische Kultur zu verbreiten oder nationale Ueberlieferungen fremder Staaten zu verteidigen trachten. — Werke, die sich mit dem Selbstmord besassen. — Verteidigung der otto- manischen Kultur oder der früheren Regierungsform. - Werke, die das sittliche Empfinden verletzen können. — Werke, die den Klassenkampf begünstigen und gerichtlich verboten? Schriften-