innt die En er wird abg, gegossen und Lockmittel fu ^e Rohziuk >rch oben bil en Seierkess- nöglicht die der. abgei
ngungsofen
rollbeamtei, lrchgeführt. Silberhiiti wird alle- nmengefaßt' raffe wie I mit einer R !r. Man k ckiegel ganz vort an. u, ernen verM pitze Eisensj und bricht r die Sonne Kresengarbe
nst die Arb guillt lani keuerbach j, cenfornien. Arbeit ist iste Stufe, >en kann. mig. „Leit sollen." C
a seit r auf
Parteiamtl.lageszei 1 ung der NationalsozialistenVremens
Das Amtsblatt des Senats der Lreien fjansestadt Bremen
öremer
Bremer Zeitung erscheint täglich (auch Montags). Monatsbezug: RM. 2.30 einschl. 30 Rps. Zustellungsgehühr; durch die Post RM. 2.30 einschl. Ilebsrweisungsgebühr ausschl. Postbestellgcld. Der Bezugspreis ist im voraus zu entrichten. Postscheck Hamburg 172 72. Betriebsstörungen begründen keinen Anspruch auf Erstattung oder Ersatz.
NS.-Gauverlag Weser-Ems G. m. b. H„ Bremen, Am Eeere» 8—8 / Fernsprecher: Roland 625.
1 S Z 5
Anzeigen-Grundpreise: Die 22-mm-Zeils im Anzeigenteil 12 Rpf.. die 70-mm-Zelle >m Texttcil 75 Rpf.
Ermäßigte Grundpreise (für kleine Anzeigen. Familienanzeigen u. a.l sowie sonstige Bedingungen laut Preisliste 4. (Nachlaßstasfel 0.1 Für Anzeigen durch Fernsprecher keine Gewahr. Annahme Muß K Uhr. Sprechzeit: Verlag werktäglich von 12—13 Uhr; Schriftleitung Dienstag b,s Frertag von 12'/-—13 /- Uhr.
Nr. lS4 / Z. lalirgang
Sonnabend, 6. Juli
kinzelprels 15 Npf.
„das Votteillicisteste - mit Wer ;u sprechen!"
r Silberbarren iatzkammer der hineintun. Mx last strahlt es darren auf den em gemachter der Weltwirt. ueber ein Sil. uch raffinierte wachung durch nötige Sicher»
r der Lauten- ikünze Berlin,^ rmen und vor sabriken. Cie n zur Bei. Schichten,' in ier Filmdand
Gaiewski
Hose, in der Musik mehr ür sich selLD.... alt und Hof""
- ergab sich, jr das RüS-
zsamts:
r Wohnung ht los. n Kind von tkeit zurück-
en Räumen -tzt.
rr mit der- xend bitten en.
-ohne. Wir wei Betten die beiden er Tochter, ist.
fängern:
Unterhose
eiratet und Ich frage >as sein?! Schwieger-
iellung er- mötige ich
anne schon w mir das
age. Der rupt nicht eiden ins en toten Assistenz, sie abends kurhotels,
ist sehr läßt, als en.
ral, ohne
: nämlich Zochen in i Knaben wie sich rt — — —: An
„betracht
irftigkeit
rubs nm eben Sie Zentrale, ; werfen en. Und solang!"
ück.
gesagt, s. Das
!". setzt
der vorsikiende -es französischen fluswärtigen Kammerausschusses für sofortige deutsch-französische flnnölzerung
Unssr lagesspiSgvI
Abessinien beruft sich in einer Note an Amerika, die Beilegung des Konflikts Rom- Addis Abeba fordernd, aus den Kellogg-Pakt.
Der Vorsitzende des Pariser Auswärtigen Kammerausschusses setzte sich in einem Interview für unmittelbare deutsch-französische Besprechungen ein.
Reichsjustizminister Dr. Gärtner erläuterte bei einem Presseempfang die neuen Stras- rechtsnovellen
Das studentische Korps Saxo-Vorussia, Heidelberg, ist wegen unwürdigen Verhaltens ge- maßregelt worden
In Bremen fand gestern eine Versteigerung von deutschen Wollen statt, die einen befriedigenden Verlaus nahm
Die amerikanische Handelsbilanz schließt im Mai mit einem Einfuhrüberschuß ab
Vor 5V Jahren wurde der erste Spatenstich zum Bau des Bremer Hasens getan
In Worpswede ist ein Stab von Mitarbeitern der Ufa eingetroffen, um einen Spielfilm nach einer Lagerlöfschen Novelle zu drehen
Im Kampf um die inoffizielle internationale Tennismeisterschaft besiegte Perry den deutschen Meister von Gramm sicher 8:2, 8:1, 8:1.
Neichswettkampf auch des NSKK.
Berlin, 6. Juli
Korpsführer Hühnlein hat folgenden Tagesbefehl an das NSKK. erlassen: Der Führer hat am 1. Juli 193b folgenden Befehl an das NSKK. erlassen:
„Der von mir mit Befehl vom 22. Juni 1935 für die SA. angeordnete Reichswettkampf gelangt in gleicher Weise auch für das Nationalsozialistische Kraftsahrkorps zur Durchführung.
Für den siegenden Motorsturm jeder Motorgruppe oder -brigade stifte ich einen Ehrenpreis. Nähere Aussührungsbestimmungen, insbesondere über eine Ergänzung der Bedingungen vom 22. Juni durch motorsportliche Prüfungen, erläßt der Führer des NSKK.
Der Oberste SA.-Führer lgez-1 Adolf Hitler.«
Das Nationalsozialistische Kraftfahlkorps ist stolz und dankbar für die ihm gestellte Aufgabe und wird seine Ehre dareinsetzen, sie mit ganzer Kraft zu erfüllen. Nähere Ausführungsbedingun- gen über die zusätzlichen motorsportlichen Prüfungen folgen in den nächsten Tagen.
Der Führer des NSKK. (gez.) Hühnlein,
Korpsführer.
Paris, 6. Juli
Der Vorsitzende des^^,uswärtigen Ausschusses der Kammer, Bastit v.ourde von einem Vertreter des „Petit JoiOMl" befragt, ob er Anhänger unmittelbarer ^ - tsch-französischer Besprechungen sei. Bastid an .ortete: „Ich bin es immer gewesen, zu allen Zeiten und unter allen Regierungen.
Ich bin der Ansicht, daß Besprechungen mit Hitler, der die überwältigende Mehrheit Deutschlands vertritt, fruchtbar sein können.
Diese Besprechungen hätten zweifellos unter günstigeren Umständen erfolgen können, wenn wir schon vor langer Zeit die Initiative dazu ergriffen hätten. Aber ich glaube, daß, je länger wir warten würden, diese Besprechungen um so mehr Schwierigkeiten mit sich bringen könnten. Ich weiß sehr wohl, daß diese Besprechungen zu einer heiklen Zeit stattfinden werden. Aber nach den Londoner Verhandlungen kann niemand eine
Paris, 6. Juli.
Im italienisch-abessinischen Streitfall ist die Lage nach wie vor außerordentlich gespannt. Die abessinische Regierung hat jetzt dem amerikanischen Geschäftsträger in Äddis Abeba eine Note überreicht, in der sie erklärt, sie müsse sich aus den Kellogg-Pakt berufen, „um in letzter Stunde mit gesetzlichen Mitteln die Unabhängigkeit und Unversehrtheit des Landes zu verteidigen, nachdem Italien durch Zurückweisung des letzten englischen Vermittlungsvorschlages einen neuen Beweis seiner kriegerischen Absichten gegeben habe."
Weiter wird in dieser Note auf die italienischen Truppenverschiffungen hingewiesen. „Seit dem 16. März 1935, so heißt es in der abcssinischen Darstr-i"»>A, unternehme Italien ständig Provokationen.
Was die Bemühungen der Westmächte zur Beilegung des Konfliktes betrifft, so tritt immerhin der englisch-französische Gegensatz in der Beurteilung der gesamten abessinischen Frage hervor. Frankreich ist offenbar bemüht, von London für den Fall einer Unterstützung der englischen Abessinien-Politik ein Entgegenkommen in der Behandlung europäischer Festlandsfragen auszuhandeln. Dabei wird mit Bezug auf die Haltung Englands gegenüber dem Völkerbund zum Ausdruck gebracht, daß England inkonsequent sei. Frankreich könne sich, so meint die Pariser Zeitung „Oeuvre", mit Recht darüber wundern, daß England die Genfer Einrichtung, den Völkerbundspakt und Zwangsmaßnahmen verteidige, obwohl gerade England Frankreich stets den Weg verlegt habe, Deutschland gegenüber wegen „Verletzung des Versailler Vertrages" Sanktionen in
derartige Fühlungnahme als einen Frevel oder als etwas Unheilvolles bezeichnen. Es handelt sich vor allen Dingen nicht darum, eine grenzenlose Verbrüderung ins Auge zu fassen, die zu einer sofortigen Abrüstung führen könnte. Ich glaube, daß die tatsächliche Abrüstung sich nur aus einer sehr langen Erfahrung der deutsch-französischen Annäherung ergeben kann. Das ist ein Grund mehr dafür, sich schnell an das Werk der Entspannung zu machen. Das Vorteilhafteste wäre, so glaube ich, mit Hitler selbst zu sprechen. Infolge seiner Autorität würden die Besprechungen mehr Wert haben. Uebri- gens ist es Laval, wie er bei besonderen Gelegenheiten betont hat, sehr an einer Annäherung an Deutschland gelegen.
Auf welchem Gebiet ein Abkommen möglich sein werde? Darüber etwas zu sagen steht mir, so betonte Bastid, nicht zu. Nach Rheinbabsns Aeußerungen legt Hitler dem Verbot gewisser Waffen eine besondere Bedeutung bei.
Anwendung zu bringen. Es fehlt in diesem Zusammenhang auch nicht an Anspielungen auf den deutsch - englaschen Flottenvertrag, Lurch ' dessen Unterzeichnung England den Versailler Vertrag „mit Füßen getreten" habe.
Die „Temps" meint, es sei bedauerlich, daß Großbritannien sich so. spät.der Verpflichtung, zur Einhaltung internationaler Verträge entsinne, nachdem es kürzlich erst mit Deutschland ein Ab- kommen abgeschlossen habe, das die Verletzung des Teiles V des Versailler Vertrages bestätige. Zu den Presseandeutungen über etwaige wirtschaftliche Sanktionsmaßnahmen gegenüber Italien, falls es sich nicht einer Genfer Entscheidung beuge, meint das Blatt des Außenministeriums, daß man diese Gerüchte mit außerordentlicher Zurückhaltung aufnehmen müsse. Bis zur Stünde habe von seilen Englands weder in Paris noch in Washington eine Sondierung stattgefunden, ob man sich möglicherweise an derartigen wirtschaftlichen Sanktionen beteiligen werde.
Aus Addis Abeba kommt die Nachricht, daß der Kaiser von Abessinien demnächst das Genfer Rote- Kreuz-Abkommen von 1929 unterzeichnen werde.
krklärungen Sutts
Washington, 6. Juli
Amerikas Außenminister Hüll erklärte die Meldungen, daß Amerika die abessinischen oder britischen Wünsche um Eingreifen in den Abes- sinien-Streit abgelehnt habe, für unrichtig. Bisher sei ihm lediglich ein telegrafischer Auszug des dem amerikanischen Geschäftsträger in Addis
Für meinen Teil bin ich persönlich nicht dagegen, aber ich fürchte, daß Abkommen über einen derartigen Gegenstand das gleiche Schicksal haben werden wie die Haager Abkämmen. Hitler ist für Nichtangriffspakte und lehnt Verträge gegenseitigen Verstandes ab. Wir können ihm keine Verträge auferlegen, die er nicht billigt, aber es ist immerhin notwendig, Deutschland verständlich zu machen, daß Frankreich diesen Verträgen zuneigt und nicht auf die Elemente seiner Sicherheit verzichtet. Der französisch-sowjetrussische Vertrag berührt nicht das Locarno-Ab- kommen und man kann uns nicht hindern, uns mit allen Völkern gut zu stellen. Zwischen Deutschland und Sowjetrußland besteht ein sozialer und doktrinärer Streit. Er geht uns nichts an.
Ich für meinen Teil bin für eine deutsch-französische Annäherung aus Gründen des allgemeinen Interesses am Frieden und aus rein französischen Gründen, denn ich glaube, daß diese Einigung unseren beiden Ländern dienen könnte.
Abeba überreichten Memorandums zugeleitet worden. Er habe telegrafisch den ausführlichen Text der Note angefördert. Der Kellogg-Pakt enthalte weder die Möglichkeit zu Zwangsmaßnahmen noch, dix' Verpflichtung für eine dritte Macht, in einen sie nicht berührenden Streit einzugreifen. ' :
Staatssekretär. Hüll trug am Freitag in der Kabinettssitzung Abessiniens Appell an Amerika vor. Präsident Roosevelt entschied, daß die Stellungnahme der Vereinigten Staaten bald dargelegt werde, damit nicht durch eine Verzögerung von mehreren Wochen Unklarheiten in den europäischen Hauptstädten über die Washingtoner Einstellung entständen.
Vor Notenkrieg Im fernen Wen
Tokio, 6. Juli.
Der Vorsitzende des japanischen obersten Krieqs- rates. General Minami, hat die vom russischen Botschafter Jurenew überreichte Protestnote wegen angeblicher Grenzüberschreitunigen durch japanische und mandschurische Truppen eingehend geprüft und dem japanischen Auswärtigen Amt das Ergebnis seiner Untersuchungen mitgeteilt. Der General weist die Behauptungen der Söwjetregie- runa als vollkommen unwahr zurück und stellt fest, daß keinerlei Erenzüberschreitungen vorgekommen seien. Die Regierung müsse die sowjetrussische Note scharf zurückweisen, da die Sowjetpropaganoa sonst den Fall zum Schaden Mandschukuos und Japans weiter ausnutzen werde.
Aufgabe
der Verlrauensmönner
Von
H. W. Plambeck, Bremen
Sachbearbeiter des Treuhänders der Arbeit für Niedersachsen
Dem Kollektivismus ist nicht nur in der Gestaltung der Arbeitsbedingungen durch den Tarifvertrag, der sich auf die Voraussetzung zweier Parteien aufbaut, gehuldigt worden, sondern er drang auch in die wirtschaftliche Einheit des Betriebes ein und riß auseinander, was auf Grund seiner gemeinsamen Aufgaben zusammengehörte. Das ehemalige Betriebsrätegesetz vom 1. Februar 1926 mit seinen nachfolgenden Abänderungen legalisierte diesen Zustand; das hieß aber in der praktischen Folge, den marxistischen Gedanken des ewigen und unabänderlichen Klassenkampfes zum permanenten Zustand in dem betrieblichen Verhältnis des Unternehmers zu den von ihm Beschäftigten zu erheben.
Der politische Kampf der Arbeitnehmer gegen die Klasse der Kapitalisten und Arbeitgeber wurde im. Betrieb in seiner für das Volksganze zersetzenden und zerstörenden, aber gesetzlich verankerten Form fortgesetzt. Aufgabe der Betriebsräte war es, unter allen Umständen im Sinne der marxistisch ausgerichteten Gewerkschaftspolitik die Klasseninteressen der Arbeitnehmer zu vertreten, indem sie in deren Sinn Einfluß auf die Gestaltung der Arbeitsbedingungen nehmen sollten. Leider stellte es sich dazu noch heraus, daß selbst der Betriebsrat nicht einmal eine geistige und willensmäßig geschlossene Einheit darstellte. Die verschiedenen Richtungen der Eewerkschaftspolitik versuchten mit allen Mitteln der uns sattsam bekannten politischen Propaganda ehemaliger Zeiten in demokratischen Wahlverfahren die Mehrheit des betreffenden Betriebsrates für sich zu erringen. So gab es innerhalb des Betriebes nicht nur die beiden sozialen Gegenspieler: Arbeitgeber und Arbeitnehmer, sondern die Front der Arbeitnehmer wurde in sich noch einmal zerrissen durch die verschiedenen politischen Richtungen innerhalb der Gewerkschaftsbewegung. Der Grundsatz, der ebensosehr für die Wirtschaft als auch für den Staat gilt, daß nur eine einheitliche Führung die notwendige Bindung und Leitung aller Kräfte sinngemäß und in der erfolgreichsten
flbessinien ruft flmerika an
Nuf Srund des kellogg-paktes soll in letzter Stunde die Unabhängigkeit des Landes gewahrt bleiben
Naturfestung flbesfinien
„Die afrikanische Schweiz" und chre „Männer" / von Vr. 5. Lrancke
Abessinien hat sich innerhalb des vollständig kolonisierten afrikanischen Erdteils eine Sonderstel-' lung bewahrt: es ist Heute noch völlig selbständig, es hat eine monarchische Staatsform, seine Re- ligion ist das Christentum. lieberblickt man seine Geschichte, so sieht man, daß es so gut wie keine Veränderungen durchgemacht hat seit — dreitausend Jahren. Der uns allen noch erinnerliche Kaiser Menelik II. leitet seine numerische Folge von einem Menelik her, dessen Eltern wir alle aus dem Religionsunterricht kennen: Menelik I. war der Sohn von König Salomon und der sagenhaften Königin von Saba. In dem heute verfallenen Ort Axun weisen Obelisken und Palastreste noch auf die einstige Residenz dieser Herrscherin hin, die für alle Abessinier eine Art Urmutter und National- heilige ist. Der Titel „Enkel der Königin von Saba" hat allen abessinischen Königen einen Ehrenrang gegeben, selbst wenn sie, in der Zeit der Territorialkämpfe, fast keine politische Macht mehr besaßen. Geschickte und energische Männer verstanden es, schwachen Herrschern die unmittelbare Nachfolge aus dem Bund Salomons und der Königin von Saba zu bestrciten und sich selbst an ihre Stelle zu setzen. So erneuerte um die Mitte des vorigen Jahrhunderts ein dem niedern Stand angehörender Beamter namens Kasa den Glanz der Krone, indem er sich selbst für den wahren Sproß der Königin von Saba ausgab, den schwachen Regenten vertrieb und sich alle „Ras" oder Statthalter untertänig machte. Das Volk ehrte den neuen Herrscher, der in Wirklichkeit ein „Negus Ncgesti", ein „König über die Könige" wurde, dadurch, daß es ihm den Ehrennamen „Theodoros" beilegte, worunter die Abessinier sich den von Gott gesandten Jdcalfiirstcn ihres Landes vorstellen. Kaiser Theodoros vereinigte in sich alle Gaben eines wahren Herrschers. Er war umsichtig, gerecht, mutig und ein glühender Patriot. Mit stets wacher Eifersucht hielt er die Weißen von seinem Lande fern. Theodoros wußte, daß die Koloni
sation das Ende nationaler Eigenart, sei. Und er ließ sich auch durch nichts täuschen. „Ich weiß", sagte er einmal zu einem französischen Reisenden, „wie die europäischen Mächte es anfangen. Erst schicken sie die Missionare und hinterher kommen die Konsuln und am Ende die Soldaten, um die Konsuln zu unterstützen. Ich aber bin kein indischer Radschah und lasse mich aus ein solches Spiel nicht ein. Sie mögen lieber gleich mit ihren Bataillonen kommen." Der Fremdenhaß Theodoros' ging so weit, daß er 1867 den englischen Konsul ins Gefängnis werfen ließ. Das zog in der Tat die englischen Bataillone ins Land. Theodoros verlor in dem Kampf seine Feste Madala. Er könnte seine Niederlage nicht überleben und nahm Gift. Die Engländer aber zogen es vor, Abessinien alsbald wieder zuverlassen. Negus Negesti wurde Kaiser Johannes II. Dieser fiel an der Spitze seines Heeres im Kampfe gegen den Mahdi. Sein Nachfolger wurde Menelik II.
Wenn die kolonisationsgeübtcn Briten ein exotisches Land wieder aufgeben, dann müssen sich der Eroberung wirklich ganz besondere Hindernisse in den Weg gestellt haben. Und in der Tat haben sich die Engländer gesagt, daß Abessinien für Europäer auf die Dauer nicht zu halten ist. Die Hindernisse liegen im Land und in dem Charakter, den dieses den Bewohnern aufgedrückt hat. Abessinien ist eine Naturfcstung. Vulkanische Tätigkeit hat riesige Felsen aufgetürmt,.die ganz unvermittelt mitten aus der sudanischen Ebene emporsteigen. Kein Weg führt von der Ebene auf diese Berge hinauf. Oben aber ist das Plateau wieder durch tiefe Schluchten zerrissen, so daß das Land selbst sich wieder in einzelne Festungen aufteilt. Deshalb konnte sich in Abessinien auch so lange Zeit eine Mehrheit von Stammesfllrsten behaupten. Wenn diese Fürsten nun gar unter einander einig sind und von einem kraftbewutzten Negus Negesti geführt werden, dann ist Abessinien so gut wie unbesiegbar. Das ist das Geheimnis seiner uralten Geschichte. Es kommt
hinzu, daß das Land außerordentlich fruchtbar ist und inmitten des brutheißen Afrika geradezu ein Paradies für Menschen. Die Abessinier bewohnen ausschließlich die mittleren Höhen ihres Festungs- gebi-rges. Die unteren Regionen gehören den. Europäern und dem Fieber. Kein Baum wächst hier; die Hitze versengt sofort alles. Höchstens daß einige Sträucher wohlriechende Weihrauch und Myrrhen hergeben, weshalb die Küstenstriche schon von den Römern „Esprit trromstum" genannt wurden. Mit Hohn blicken die Abessinier hinunter in die Tiefe, wo die von den Felsen abstürzenden Flüsse alsbald verdunsten, nachdem sie den Hochebenen Feuchtigkeit und Leben gespendet haben. Auf diesen Plateaus wachsen tiefgrllne, fette Wiesen, golden stehen die Felder, die herrlichsten Südfrüchte ge- Leihen wild, man braucht sie nur wegzunehmen und zu verspeisen. Etwas höher hinauf dehnen sich die Weiden der wilden Rinder, Schafe und Ziegen. Abessinien könnte jahrelang belagert werden — die Nahrungsmittel werden ihm nie ausgehen. Dabei bewahrt ein mittleres, für Afrika ganz ungewöhnliches Klima die Einwohner vor der Erschlaffung, die in erster Linie daran schuld ist, daß Afrikas Völker von weißen Rassen unterjocht wurden. Die Abessinier sind schön« Menschen, kräftig, geistig außerordentlich gewandt und über alle Maßen stolz. Die beiden Hauptstämme heißen die „Galla" und die „Oroni", d. i. „Die Angreifer" und „Die Männer". Der Krieg ist ihnen, die für ihre überschüssigen Körperkräfte Verwendung suchen, stets etwas Willkommenes. In voller Frische begegnen sie auf ihren Hochplateaus dem weißen Angreifer, vorausgesetzt daß es diesem gelang, sich aus den Fieberstrichen des Tieflandes heraufzu- arbeiten. In Abessinien verschlügt das Mittel nicht, das bei Kolonialkriegen so oft zur Kapitu- lation geführt hat: das Land hat bis dreitausend MetcrHöhen, die herrlichsten Seen und große Flüsse. Nach dem größten, dem „Abavi" oder „Riesen" führt es seinen Namen. Zur Zeit der Rcgenfälle schwellen die Flüsse bis auf sieben Meter Tiefe an. Der Reichtum an Seen, verbunden mit dem anmutigen Kranz der Gebirgswände hat Abessinien auch die Bezeichnung „Die afrikanische Schweiz" eingebracht. Abessinien, fast unzugänglich, hat in sich alle Lebensbedingungen. Es gleicht einer für die Ewigkeit ausgerüsteten Festung.
Von diesen Naturvorgängen her haben die Abes- siwier ihren unbeugbaren Mut. Die Abessinier schauen mit Verachtung auf ihre afrikanischen Nach-: barn herab. Einen.Vorzug gibt ihnen vor diesen in.ihren Augen schon die unterschiedliche Religion. Und es ist in de'r Tat erstaunlich, mit welcher: Zähigkeit die Abessinier mitten unter lauter mohammedanischen Völkern am Christentum festgehalten haben. Blickt man näher hin, so sieht man freilich, daß es die in ganz Afrika üblichen Mittel gewesen sind, mit denen Abessinien sich wehrte. Das Christentum hindert die Abessinier nämlich nicht, sich in ihren Kämpfen all der Grausamkeiten zu bedienen/die nun einmal zu dem Begriff Afrika gehören. Der überwundene Feind wird unnachsicht- lich zermartert und verstümmelt. Abessinien hat auch heute noch die Sklaverei sowie die Vielweiberei. Dabei sind die Bewohner sehr eifrige Christen. Fast jeder bessere Bürger ist ein Theologe. „Disputationen über Religion", berichtet der Forschungsreisende Munzinger, der im Lande ermordet wurde, „sind sehr beliebt. Es erinnert an Byzanz, wenn man liederliche Soldaten, gefallsüchtige Damen, stolze, hohe Herren in allem Ernst über die zwei Naturen in Christus oder die Aus-
gießung des Heiligen Geistes disputieren hört. Die Mönche gar lernen methodisch auswendig. Man findet unter ihnen welche, die die ganze Bibel aus . dem Kopf hersagen können". Das Christentum war in Abessinien schon Staatskönfession, als in Deutschland noch kein Apostel aufgetreten war. Im 4. Jahrhundert waren zwei. christliche Jüng- linge, Frumentius und Aedesius, als Gefangene ins Land gekommen; sie wurden alsbald die Lehrer der Eingeborenen. Aber sie fanden bereits bearbeiteten Boden vor. Denn unmittelbar nach Christi Himmelfahrt war die neue Lehre bis in diese Gegend gedrungen. Der Kämmerer der Kö- nigin Kandakes — „die da herrscht über das Moh- rönland" —, von dessen Taufe durch den Jünger ' Philippus das 8. Kapitel der Apostelgeschichte berichtet, taufte dann diese abessinische Königin, die natürlich ihrerseits von Salomon und der Königin von Saba herstammte. Die Abessinier sind koptische .Christen; ihr Patriarch sitzt in Kairo, er ernennt den Bischof, den sie „Abuna", d. h. „Unser Vater" heißen. So zäh sie an ihrem Christentum festhalten — ihr Land geht ihnen über alles. Wer hier einzudringen wagt, begegnet den ..Männern" und den „Angreifern".
Zeitgenössische Musik im Nundfunk
Udo Dämmert spielte zusammen mit dem Symphonie-Orchester des Reichssenders München unter Leitung von Kapellmeister Hans A. Winter das Klavierkonzert von Kurt v o n Wol fürt, das schon hei der Uraufführung im Rahmen der Berliner Funkwochen > Mai 1934 seine besondere funkische Eignung gezeigt > hat. Der Deutsch-Balte Kurt von' Wolfurt, geboren 1880 zu Lettin in Livländ, Schüler des Leipziger Konservatoriums und Max Negers, braucht den Bremer Musikfreunden nicht vorgestellt zu werden: Auf dem 61. Deutschen Tonkünstlerfest zu Bremen 1931 hat Professor Ernst Wendel sein „Louosrto xrotzso" 'uraufgeführt. Die SenGcng
des Konzerts gestaltete sich als elfte Vera staltung in der Reihe der Reichssendung „Zei . genössische Musik für den. Rundsllnk" dank d > sauberen und einwandfreien Aufnahme . m Wiedergabe' durch, den Reichssender Hambu: üheraus effektvoll. Es ist recht tkernenreich, ,schc der erste, frisch fließende Satz ist, musikerfüllti I ' Presto des, dritten Satzes und den Seitentheim des Finales kam eine. vollblütige MUsikante nqtur zur Geltung der man mit Recht im Run ' tunk qls im volkstümlichsten und berufenste Vermittler zeitgenössischer Musik öfter die Au ^ mcrkjamkeit der Ocssentlichkeit verschaffen sollt Auf keinen Fall durfte dieses Werk mit tu Uraufführung 1934 verklungen sein.
-sss-