Ausgabe 
(5.7.1935) Nr. 183
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parteiamtl.Iages;eitung der

Nationalsozialisten Vremens

Das Amtsblatt des Senats

der freien kjansestadt Vremen

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Nr. 185 / 5. lakrgang

srettag, 5. Juli

kinzelprels 15 Npf.

kin konstruktives kleinem des friedens

das Kommunique zum vesuch des polnischen flußenministers: weitgehende Uebereinstimmung der stnschauungen

Unser lagssspiegel

Das Kommunique zu dem Besuch des polnischen Außenministers nennt die deutsch- polnische Verständigung ein konstruktives Element des europäischen Friedens

Die abessinische Frage verschärft zusehends die Spannungen zwischen England, Italien und Frankreich

Unter großer Beteiligung gelangte in Vremen das 8. Sportfest der Fachschulen zur Durch­führung

Die Erregung der Gefolgschaft im Grotz- wäschereibetrieb Hayungs hat sich noch nicht ^ gelegt.

In absehbarer Zeit wird die Frage des Aus­baues der Bremer Staatsbibliothek akut

Der Norddeutsche Lloyd hatte im ersten Halb­jahr eine Steigerung des Personenverkehrs auf dem Nordatlantik von nahezu 3V Prozent zu verzeichnen

Die Bank der Deutschen Arbeit hat ihre Um­sätze verdoppeln können

Bor dem Altonaer Schwurgericht wurde der 19jährige Günter Bull zum Tode verurteilt.

Leopold Wölfling, der ehemalige Erzherzog von Oesterreich, ist gestern völlig verarmt in Berlin gestorben

Me Seamlenspende überreicht

Berlin, 3. Juli.

Der Leiter des Hauptamtes für Beamte der Reichsleitung der NSDAP. und Reichswalter des Rsichsbundes der deutschen Beamten, Hermann Ncef, wurde in Begleitung seines persönlichen Referenten, Vogel, am Donnerstag vom Führer und Reichskanzler empfangen. Hermann Neef übergab dem Führer die Geburtstagsspende der deutschen Beamtenschaft im Betrage von einer Million RM. Der Führer und Reichskanzler nahm die Spende mit dem Ausdruck herzlichen Dankes an die Beamtenschaft entgegen.

Drei Schmuggler erschossen

Dresden, 5. Juli.

Beim Ueberschreiten der sächsisch-böhmischen Grenze aus Richtung der Tschechoslowakei wurde bei Altenherg eine Schmugglerbande von sächsi­schen Grenzbeamten angerufen. Die Schmuggler flüchteten weiter auf deutsches Gebiet und er­öffneten auf die sie verfolgenden Grenzbeamten Las Feuer. Drei Schmuggler wurden erschossen und zwei sächsische Erenzbeamte verletzt.

Die Aushebung der Habsburger Gesetze bildet das Tagesgespräch Wiens. Das Präger Tageblatt und die Bohemia wurden Donnerstag wegen ihrer Stellung­nahmen zum Habsburger Gesetz in Wien beschlag­nahmt.

Berlin, 3. Juli.

Amtlich wird mitgeteilt: Der zweitägige Besuch des polnischen Außenministers in Berlin hat Ge­legenheit zu einer eingehenden Aussprache des Führers und Reichskanzlers und der deutschen Reichsregierung mit Herrn Beck gegeben. In dieser Aussprache, die in freimütiger Weise ge­führt wurde, sind die speziell Deutschland und Polen interessierenden, Fragen und auch die Probleme der allgemeinen europäischen Politik zur Erörterung gekommen. Es ergab sich eine weitgehende Uebereinstimmung der Anschauungen. Mit Befriedigung konnte festgestellt werde», daß die deutsch-polnische Erklärung vom 26. Januar 1934 sich in jeder Hinsicht voll be­währt hat, und zwar nicht nur im Verhältnis der beiden Staaten zueinander, sondern auch als konstruktive? Element bei der Sicherung des Friedens in Europa.

(Von äussrem Iwuäousr Lsiiobtsrstattsr) London, 5. Juli.

Die Absichten Englands, die Autorität des Völkerbundes im italienifch-abessinischen Streite aufrechtzuerhalten, stoßen in der italienischen Presse auf leidenschaftlichen Wider­stand. Nachdem nun auch in der Kabinetts­sitzung einstimmig die Autorität des Völkerbundes gefordert wurde, freilich ohne daß endgültige Beschlüsse gefaßt wurden hinsichtlich der Schritte, die im Falle eines italienischen Einmarsches in Abessinien zu unternehmen seien, legen sich bedeut­same italienische Zeitungen gegen England fast überhaupt keine Zurückhaltung mehr auf. So schreibt .Torriere della Serra": Die Zukunft der Beziehungen zwischen England und Italien müsse Besorgnis erregen, wenn die englische öffentliche Meinung die umstürzenden Versuche der englischen Regierung, sich in die gerechte Aktion Italiens einzumischen, billige!

Es gäbe Grenzen, über die hinaus die Ein­mischung einer anderen Macht, wenn sie sich auch in den Mantel der Scheinheiligkeit des Völker­bundes einhülle, durchaus unzulässig sei. Den in der Geschichte Englands einzigartigen Bermitt­lungsvorschlag, einen äußerst wichtigen Streifen der Somali-Küste um des Friedens willen an Abessinien abzutreten, gegen die Anerkennung der italienischen Oberherrschaft über die Wüste von Ogaden durch Abessinien nennt das Blatt ein Traumgebilde; Italien durch Genf den Weg zur Lösung der abessinische» Frage zu versperren, hieße, so sagt das Blatt weiter, dem Wege in die Zivilisation ein Hindernis bereiten. Italien lasse sich durch keinerlei Drohungen Englands mit

Her Beck betonte in diesem Zusammenhang, daß die Erklärung des Führers und Reichskanzlers über Polen in seiner Rede vom 21. Mai, insbe­sondere sein Wunsch nach Dauerhaftigkeit des deutsch-polnischen Abkommens in Polen starken Widerhall gefunden habe und daß auch polnischer- seits der aufrichtige Wunsch nach immer größerer Vertiefung der freundschaftlich nachbarlichen Be­ziehungen zu Deutschland besteht.

Die beiden Regierungen werden entsprechend der benachbarten Lage beider Völker auch in Zu­kunft in enger Fühlung bleiben und alle ihre Kräfte dem Werke des europäischen Frie­dens widmen.

gberst Lecks Sank

Der polnische Außenminister Beck empfing am Donnerstagnachmittag in der polnischen Botschaft die Vertreter der deutschen und ausländischen Presse.

kollektiven wirtschaftlich».? Sanktionen oder mit Sperrung des Suez-Kanals von einer Aktion ab­bringen, zu der es sich durch die Ehre seiner Fahne verpflichtet fühle.

Kein Wunder, daß England solcher unnach­giebiger Haltung Italiens gegenüber versuchte, über Paris Einfluß auf Italiens Haltung zu der immer brennender werdenden abessinische» Frage zu gewinnen. Aber es muß gesagt werden, daß die englischen Friedensbemühungen auch in Paris bis jetzt noch keinen Erfolg zu verzeichnen haben. And so scheint es denn richtig zu sein, was der Pariser Vertreter vonNews Chronicle" nach London berichtet, nämlich

daß die Politik Frankreichs von dem Cha­rakter einer Zusage beeinflußt würde, die Laoal bei seinem Januarbesuche Mussolini in Rom gegeben habe. Wenn Italien nicht Zusicherungen erhalten hätte, daß Frankreich und wahrscheinlich auch Großbritannien nicht eingreifen würden, könnte Italien an ein so gefährliches Wagnis wie das abessinische gar nicht denken."

Das Blatt spricht dann sogar von einem schriftlich gegebenen Versprechen Lavals an Mussolini, schränkt allerdings wieder seine Fest­stellung dahin ein, daß es sich dabei um ein M i tz- verständnis handeln könne, nämlich insofern, als Laval Italien in wirtschaftlicher Be­ziehung freie Hand zu geben habe, während Mus­solini glaube, daß sich diese freie Hand auch aus militärische Maßnahmen erstrecke.

2m allgemeinen wird bezweifelt, daß Frank­reich wegen der abessinischen Frage sich in Gegen­satz zu Italien setzen werde. Zumal der Abschluß des deutsch-englischen Flottenab-

Wir sind uns alle vollauf bewußt," betonte er, zu den deutschen Pressevertretern gewendet,Laß ohne ein verständnisvolles Zusammenwirken aus dem Gebiete der össentlichen Meinungsbildung schwerlich die durchaus positiven Ergebnisse zu er­reichen waren, die in den letzten zwei Jahren zwi­schen Polen und Deutschland erzielt worden sind.

Zu diesem Zwecke haben wir seinerzeit besondere Vereinbarungen zwischen unseren beiden Ländern beschlossen. Ich kann mit Genugtuung feststellen, daß wir seit dem Abschluß der deutsch-polnischen Erklärung vom 26. Januar 1934 auf dem Wege des gegenseitigen Sichkennenlernens und Verstehens ein großes Stück zu­rückgelegt haben. Was mich anbelangt, so lege ich großen Wert auf die gegenseitige versöhnliche Fühlungnahme der Pressevertreter unserer Län­der." Der Minister dankte den deutschen Presse­vertretern für das, was bis jetzt getan worden sei. (Fortsetzung Seite 2.)

zeigt London die kalte Schulter

komINens. und andere Dinge in Paris ver­stimmt hätten. Wenn die britische Regierung Frankreich jetzt frage, ob Frankreich den Völker­bund bei dem Widerstand gegen Italien unter­stützen werde, werde sie ein glattes Nein er­halten.

Die Verknüpfung des englischen Versuchs, Frankreich für die Autorität des Völkerbunds in der abessinischen Frage zu gewinnen, mit dem deutsch-englischen Flottenabkommen geht auch sonst noch wie ein roter Faden durch sämtliche französische Presseerörterungen.

Man gewinnt den Eindruck, daß England zur Stellungnahme in anderen Fragen gezwungen werden soll, was die ZeitungOeuvre" ein­deutig zu verstehen gibt, indem sie fragt, ob Lon­don geneigt sei, die Bedingungen in Erwägung zu ziehen, die Frankreich an eine Vermittlung im abessinischen Streit knüpfen müsse. Es sei die Bedingung, an dem Abschluß eines Lustpakts mit Deutschland nur zu denken, wenn damit der Ab­schluß des Ost- und des Donaupaktes verbunden wäre.

Nicht ohne besonderen Reiz ist der Hinweis des Blattes auf die Archive des Völkerbun­des, die den Schriftwechsel zwischen der englischen und.der französischen Regierung um die Jahres­wende 1923/26 enthalten, wonach England Ita­lien den Vorschlag einer Aufteilung Abessiniens gemacht haben soll, einen Vorschlag, der die Be­schwerde des Negus beim Völkerbund zur Folge hatte und zur Einstellung der Weiterverfolgung dieses Planes führten.Echo de Paris" aber macht England zum Vorwurf, sich selbst keines­wegs immer an die Völkerbundsbestimmungen ge­halten zu haben, obwohl es jetzt Frankreich im Falle Abessiniens einspannen wolle.

polen stiilt Kurs

Pas krbe pilsuSskis wird gewahrt

lOrskiberiebt unserer berliner Zcüiriktleitungl Ar. Berlin, 5. Juli.

Der Vesuch des polnischen Außenministers in Berlin ist nach seinem Verlauf und nach dem Zeitpunkt, zu welchem er stattfand, als ein beson­ders erfreulicher Beweis für die in jeder Hinsicht günstige Entwicklung der freundschaftlichen und friedlichen Beziehungen zwischen Polen und Deutschland zu bewerten.

Ueber die Besprechungen, die jetzt in Berlin zwischen dem Leiter der polnischen Außenpolitik und der Reichsregierung geführt worden sind, ist in der amtlichen Meldung über den Abschluß dieses Besuches das Notwendige gesagt. Es ver­steht sich von selbst, daß, wie immer bei solchen diplomatischen Zusammenkünften, Einzelhei­ten aus den Unterredungen nicht mitgeteilt werden können; aber im vorliegenden Falle kommt es auch nicht so sehr auf diese Einzelheiten an, sondern die wesentliche Bedeutung dieses Be­suches ist darin zu erblicken, daß die gesamt- politische Lage gründlich durchge­sprochen werden konnte und daß der eingehende Meinungsaustausch, wie auch der pol­nische Außenminister in seiner Ansprache vor den Pressevertretern hervorhob, als ein positiver Beitrag auf dem Wege zu betrachten ist, den die beiden Regierungen durch ihre Erklärung* vom Januar 1934 beschritten haben.

Man kann in dem Vesuch des polnischen Mi­nisters in Berlin und in der Uebereinstimmung, die bei den hiesigen Besprechungen erzielt wurde, eine Bestätigung dafür erblicken, daß die polnische Außenpolitik trotz der zahlreichen Schwankungen, denen die diplomatischen Be­ziehungen zwischen den europäischen Großmächten in den letzten Monaten ausgesetzt waren, ihren Kurs unbeirrt fortsetzt. Dieser Kurs ist von kei­nem Geringeren als dem kürzlich verstorbenen Marschall Pilsudski eingeleitet worden. Er bedeutete nach den Jahren, in denen Polen sich allzusehr im französischen Fahrwasser befand, den Willen zur Selbständigkeit und zur Be­freiung von den übermäßigen Einflüssen aus Paris. Einer der treuesten Anhänger und Mit­arbeiter Pilsudskis ist aber der Außenminister Oberst Beck, in dessen Hand die Leitung der polnischen Außenpolitik auch nach dem letzten Warschauer Regierungswechsel geblieben ist.

Angesichts dieser Sachlage erübrigt es sich, auf die vielfachen Kombinationen einzugehen, die in

europäische Spannungen um sivesslnien

Italien gegen jegliche Verniittlungsbemiikungen knglanSs Paris

IM

100 Jahre künstliche fingen

kin Jubiläum deutscher lölasbläserkunst in Thüringen

Vor hundert Jahren konnte der Thüringer Glas­bläser Mllller-Uri in Lauscha die ersten künstlichen Menschenaugen herstellen, die den da- mals nur vorhandenen französischen den Rang ab­liefen, was ihre Natürlichkeit, Paßart und künst­lerische Vollendung betraf. Noch heute ist die Werk­stätte in der bekannten Glasbläserstadt im Besitz von Müllers Nachkommen; ein Urenkel des Grün­ders sitzt am Tisch und fertigt Menschenaugen als Glas mit der gleichen Vollkommenheit an.

Es ist kein Handwerk, das hier betrieben wird, es ist eine richtige Kunst, die beinahe nicht erlernt werden kann, sondern sich, wie das Beispiel der Müllerschen Familie zeigt, von Generation zu Ge­neration forterben muß. Mit der Bezeichnung Glasmalerei ist diese Kunst wohl am besten gekennzeichnet. Das Rohmaterial find Glasröhren in milchiger Färbung. In wenig Augenblicken hat der Bläser über dem Gasbrenner eine Kugel aus- aeblasen, die entfernte Ähnlichkeit mit einem Augapfel hat. Das Nachformen dauert etwas län- ger, geht aber auch Lei der jahrelangen Uebung mit bewundernswürdiger Schnelligkeit vor sich. Dann kommt die Arbeit des Ausmalens. Mög­lichste Natürlichkeit herzustellen, ist die Aufgabe und das Bestreben der Elaskllnstler. Mit dünnen, farbigen Klasstäben weiden die Regenbogenhaut, die Aederchen nachgeahmt. Das geschieht alles un­ter der heißen Flamme des Gasbrenners. Mit un­säglicher Geduld zieht der Augenmacher die feinen Blutadern auf dem weißen Kugeluntergrund: hier muß eine hauchdünn verschwimmen, dort eine an­dere in Schlangenlinien verlaufen. Die Elasstäbe dazu bestehen aus Rubinglas, das mit richtigem Gold gefärbt wurde. Die Pupille wird ganz am Schluß aufgedrückt und dann das ganze mit einer Schicht Kristallglas überzogen. Nach dem Hinter- ziehen der Rückseite ist das künstliche Auge fertig, um in die weite Welt zu wandern, wo es irgendwo einem Augenverletzten wenigstens das äußere Aus­ätzen wiedergibt.

Ist denn der Bedarf an künstlichen Augen so groß, daß sich mehrere Elaechläseranstalten fast aus­schließlich damit beschäftigen können?

Nun, die Familie Miiller-Uri gibt gern Aus­kunft. Deutsche Glasaugen sind immer noch in der Welt wegen ihrer Naturtreue, die ihnen schon vor hundert Jahren der Begründer der Kunst gab, be- liebt und gefragt. Der Weltkrieg hat viele Krieger teilweise des Augenlichts beraubt. Das fehlende Auge wird durch eine Protese ersetzt, in Lauscha wird sie hergestellt. Mit der einmaligen Anschaf­fung ist es nicht getan; die Absonderungen der Augenhöhlen zerstören nach einiger Zeit das künst­liche Auge, so daß fortwährend für Ersatz gesorgt werden muß. Daneben gibt es eine große Zahl von Zioiloerletzten, die ein künstliches Auge tra­gen müssen. In Deutschland gibt es etwa hundert Augenmacher, davon wohnen allein in Lauscha 69.

Im Opernhaus zu Frankfurt a. M. gelangte C. M. v. WebersEuryanthe" in einer neuen Be- arleitung von Max Hofmiiller zur.Erstaufführung. Bekanntlich haben sich schon zahlreiche Bearbeiter dieser Oper angenommen, deren Musik wegen des vollständig unzulänglichen Textes nicht zur Aus­wirkung kommen kann. Bei seiner Bearbeitung ließ sich Hofmüller von folgenden Gedanken leiten: In der tiefen Ueberzeugung, daß Weber mit dieser Partitur nach einem innerlich gegebenen, höchst le­bendigen Gösetz einen Eefühlsorganismus geschaf­fen hat, dem der Text wesensfremd ist, galt es, ge- nau dem roten Faden dieser Kefühlssymphonie zu folgen und eine von dem gleichen inneren Antrieb her geleitete Handlung zu erfinden . . . Während die Musik sich sonst vom Text verführen läßt und ihn mit ihrer erhöhten Intensität durchdringt,

Viele tausend künstlicher Augen müssen schon im Jahre hergestellt werden, um diese Hundert zu be- schäftigen. Aber die deutschen Augenmacher konn­ten sich halten. Grund dafür waren nicht nur die unübertroffene künstlerische Art der Glasaugen, sondern auch die Qualität des Glases, aus denen sie hergestellt werden. Die Lauschaer Glasmacher konnten schon den ersten Mllller-Uri unterstützen, indem sie ein Glas erzeugten, das seinen Anforde­rungen entsprach. Das Geheimnis der Elaszusam- mensetzung hat sich so gut gehalten, daß ausländi­sche Augenmacher immer wieder den Versuch machen, mit den Glasherstellern in Deutschland in Geschäftsverbindungen zu kommen. Doch das Glas mit denSchmelzfarben" wird nur in zwei Fami­lien verarbeitet, von denen die eine in Berlin an­sässig ist und als Vorstand einen jetzt neunzigjäh- rigen söhn des Erfinders hat.

Die Woche des deutschen Buches 1935. Die Reichsarbeitsgemeinschaft für Deutsche Buchwer­bung E. V. teilt mit, daß dieWoche des deut­schen Buches 1933" vom 27. Oktober bis 3. Nov. stattfindet.

wurde hier versucht, die Worte und Geschehnisse dem musikalischen Empfindungsablauf völlig we­sensgleich zu verbinden. Das ritterliche Thema, die äußeren Linien der Handlung, mußten beibehal­ten werden, da sie mit der Musik verwurzelt sind, die innere Vertiefung mußte genau an i ie ge­gebenen sprachrhifthmischen Akzente gebunden blei- bcn. Daß Webers Musik völlig unangetastet blieb, ist selbstverständlich.

Die Frankfurter Erstaufführung, unter Leitung von Karl Maria Zwißler und von Walter Felsenstein inszeniert, hatte nicht zuletzt dank der besonders glücklichen Besegung «inen sehr nach­haltigen Erfolg. Es ist zu erwarten, daß nach die­ser neuen Bearbeitung die lei^r allzu wenig aus­geführte Oper wieder häufiger in unseren Spiel- plänen erscheint. vr. ?.

kin Museum

In Pau, in Südfrankreich, und gleichzeitig in Stockholm, ist vor kurzem ein Aktionsaus­schuß ins Leben gerufen worden, der es sich zur Aufgabe gesetzt hat, durch Schaffung eines Mu- seums die Erinnerung an den Stifter der schwedischen Dyna st ie, den napoleoni- schen Marschall Vernadotte, wachzuhalten.

Bernadotte ist im Jahre 1763 in Pau geboren. Mit 17 Jahren trat er als Leutnant in die fran­zösische Armee ein. Er hat fast alle Feldzüge der Revolutionsheere mitgemacht und galt später lange Zeit als einer der Vertrauten des Kaisers Napoleon, der ihn in den Marschallsstand erhob. Im Jahre 1804 wurde Marschall Bernadotte vom Kaiser zum Oberstkommandierenden von Hanna- ver ernannt. Zwei Jahre später erhielt er den FUrstentitel, und zwar wurde er Fürst von Pontc- corvo.

Noch an der Schlacht von Wagram hat der Mar­schall Bernadotte hervorragenden Anteil gehabt; vielfach wurde sogar die Meinung vertreten, daß erst durch sein tollkühnes und wagemutiges Ein­greifen der Sieg für Napoleon gesichert worden ist. Im Jahre 1810 ist Marschall Vernadotte schließ­lich von den Ständen zum Kronprinzen von Schwe­den ausgerufen worden. Er hat das in ihn gesetzte Vertrauen schon vier Jahre später durch eine ge­schickte diplomatische Leistung in vollem Umfange gerechtfertigt er zwang Dänemark, auf Ror- wegen zu verzichten, das zu Schweden geschlagen wurde.

Das Geburtshaus des erfolgreichen Be­gründers der heute noch regierenden schwedischen Dynastie in seiner Vaterstadt Pau soll noch lehr gut erhalten sein. Die oberen Räume des Hauses werden in ein Museum umgewandelt werden, des­sen Inneneinrichtung ganz im Stil der damaligen Zeit gehalten sein wird. Eine Galerie, mit 2;n Bildern der Ahnen des Marschalls wird die Wände schmücken und gleichzeitig sollen alle geschichtlich wertvollen Dokumente, die den außergewöhnlichen

Vernadotte

Aufstieg dieses Mannes kennzeichnen, gesammelt und ausgestellt werden. Die Mittel zur Anschaf­fung hofft man auf dem Weg privater Sammlun­gen aufzutreiben. Von König Gustav von Schwe­den soll sogar bereits eine größere Stiftung ge­macht worden sein, da die Pläne, die man in Pau mit der Schaffung eines Museums Bernadotte an- strebt, am schwedischen Hof selbstverständlich mit größter Aufmerksamkeit verfolgt werden.

SH-Ialzrfeier der 6oetke-6esellschaft

Zur Feier des 50jährigen Bestehens der Goethe-Gesellschaft wird die diesjährige Haupt­versammlung in Weimar auf den 26. bis 28. August verlegt. Die Veranstaltungen sind, an­gesichts der feierlichen Eröffnung des Erweite­rungsbaues am Eoethe-Nationalmuseum, diesmal recht umfangreich. Am Montag, 26. August, nach­mittags, findet die Ordentliche Mitgliederver­sammlung unter Leitung des aus Amerika zurück­gekehrten Präsidenten, Pros. Dr. Julius Peter- sen, statt. Abends wird ein Festkonzert im Deut­schen Nationaltheater geboten unter der Stabfüh­rung von Generalmusikdirektor Pros. Dr. Peter Raabe, der u. a. wie bereits berichtet die Vertonung von GoethesOonosrto äramot.icn". einem Werk des bremischen Komponisten Karl Eerstberger, aufführen wird. Am Dienstag, 27. August, im Nationalthegtcr Festsitzung mit Ansprache des Präsidenten:Goethe-Verehrung in fünf Jahrzehnten". Abends Festaufführung im Nationaltheater:Torquato Tasso". Am Mitt­woch, 28. August, findet vormittags die Staatliche Feier der Eröffnung des Erweiterungsbaues statt; nachmittags Ausflug nach Dornburg zu den dortigen Schlössern. Abends in Jena: Aufführung vonDie Geschwister" im Stadttheater und Vor­trug von Eoetheliedern. beides durch Mitglieder des Nationaltheaters Weimar.

LioZkrisck llastrsr.

Weberskurtjanche" neu bearbeitet