Ausgabe 
(4.7.1935) Nr. 182
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Das Amtsblatt des Senats der freien Hansestadt Bremen

Bremer Zeitung erscheint täglich (auch Montag?). Monatsbezug: RM. 2,30 einschl. 30 Rpf. Zustellungsgebühr: durch die Post RM. 2,3V einschl. lleberweisungsgebühr ausschl. Postbestellgeld. Der Bezugspreis ist im voraus zu entrichten.' Postscheck Hamburg 172 72. Betriebsstörungen begründen keinen Anspruch aus Erstattung oder Ersatz.

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Ner Nationalsozialismus laßt seiner nicht spotten

M üastedter Vevölkerung stellt auf gegen dlevetrlebsfülirung der öroßwäscherel stagungs / kntjleliung derklgenschast als öetriebsfülirec wird gefordett

Seit Wochen, Monaten, ja wohl seit Jahren brodelt es in der Volksmeinung gegen die Dinge, die sich bis auf den heutigen Tag in der Groß­wäscherei Hayungs abgespielt haben und die von einemsozialen" Verhalten sprechen, das jeder Beschreibung spottet. Es ist, von seiten der Vetriebsführung, jeweils mit außerordent­licher Schlauheit vermieden worden, daß eine äußere Handhabe gegeben würde, die längst zur

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Unssr Vagesspisgsl

Durch unsoziales Verhalten der Betriebs- sührung der Bremer Großwäscherei Hayungs kam es gestern in diesem Betriebe zu starken Kundgebungen der Gefolgschaft

Der in Berlin weilende polnische Außenmini­ster wurde gestern vom Führer empfangen

Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses der französischen Kammer, Vastid, befür­wortet Fühlungnahme mit Deutschland

Der diesjährige Reichsbauerntag findet in der Zeit vom 19. bis 17. November statt

Im Hamburger Kommunistenprozeß wurde gegen die beiden Rädelsführer die Todes­strafe beantragt

Das Deutsche Kolonialmuseum stellte eine wertvolle Neuerwerbung auf, ein Akra-Boot von der Goldküste Afrikas

SchnelldampferEuropa" des NDL. befördert aus seiner jetzigen Heimreise von Newyork die größte Anzahl von Passagieren aller nordatlantischen Reedereien

Tonnagemäßig steht die deutsche Flagge im Juni an der Spitze einkommenden Seever­kehrs in Antwerpen

Beantwortung drängenden Fragen auch ent­sprechend zu lösen. Man hat sich, wohlweislich, auf das geschickteste zu drücken gewußt, ent­weder Nachfragen der DAF. unbeantwortet ge­lassen oder mit den nötigen Hinhaltungen und Versprechungen eine einstweilige Vertuschung der unliebsamen Vorgänge möglich gemacht: um des weiteren hinter verschlossenen Türen und mit Hilfe von allerlei Druckmitteln den rein selbst­süchtigen Zielen der Bereicherung aus der Arbeits­kraft der in der Firma angestellten Volksgenossen frönen zu können, oder aber man hat bei wei­teren ernstlichen Schritten und Nachfragen nur keine Zeit", Antwort zu geben.

Daß dies nicht allzulange gut gehen konnte und auch nicht durfte, bedarf keiner Erwähnung. Es war in der Ortsgruppe Hastedt größte Er­bitterung aufgekommen über das Verhalten des Betriebsfnhrers Hayungs gegenüber seiner Gefolgschaft, und die Erregung der Be­völkerung wurde nachgerade derartig groß, daß

mit Ausschreitungen gegen die Person des Hayungs zu rechne» war.

Hayungs jr., der Betriebssichrer, , hat es vorgezogen, sich seit Dienstagau'feine Deutschlandreise zu begeben. Gegen­wärtig soll er in der Nähe Berlins sein, was ihn indessen nicht hindert, etwa stündlich im Betrieb anzurufen und sich nach dem Gang der Geschehnisse zu erkundigen.

Es gibt in Bremen kaum einen Betrieb, in dem sich der Betriebsführer seinen einzelnen Ee- folgschaftsmitgliedern gegenüber derartig un­sozial und brutal benimmt! Sein unglaub­liches Verhalten wird durch seine Mutter auf das kräftigste unterstützt.

Es bedarf der Erwähnung, daß die Ve­triebsführung sich in Händen von Hans Hayungs j r. befindet. Die Mutter, die diesen Betriebsführer übrigens einst an Kindss- statt angenommen hat, ist die Besitzerin des Betriebes. Ein Vater lebt auch noch, er hat in­dessen wenig zu sagen.

Betriebssichrer Hayungs hat auf zahllose Vor­stellungen wegen der unglaublich schlechten Lohn­verhältnisse in seiner Firma zur Antwort gegeben, daß das auf der allgemeinenschlechten Geschäfts­lage" beruhe. Gleichzeitig aber hat er sich an einer schönen Segelyacht erfreut, besitzt ein eige­nes Flugzeng, ferner find drei recht yn- nehmbare Autos für eigene Zwecke zur Ver- süanng, deren eines allein 36 999 RM. gekostet bar. Es kann also mit derschlechten Geschäfts­lage" nicht gar so weit her sein. Die Aoopnv- mutter ferner besitzt ein nicht eben billiges Haus a m Osterdeich. Alle Anzeichen sprechen dafür, daß sich hier eine besitzende Familie alle Freuden

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Erstaunt vornimmt äiv HoiZo, äutjIjetriobskükror IIa>unA8-nickt anrvosonck ist."

des Lebens gönnt und im übrigen fünf gerade sein läßt, ja gar mit einer Unverschämtheit ohne­gleichen dagegen auftritt, wenn ein Murren aus den Reihen der von ihnen angeführten Arbeiter­schaft laut wird.

Oie empörten Volksgenossen in Ilasteckt sammeln sieb in allen »»beilegenden 8tr,allen.

flußenmitiister öeck beim sichrer

Herzliche vegriißung des polnischen Staatsmannes in der Neichshauptstadt

Berlin, 4. Juli

Mit dem fahrplanmäßigen Zuge aus Warschau traf in Berlin am Mittwoch um 8 Uhr der pol­nische Außenminister Oberst Veck ein.

Zur Begrüßung des polnischen Außenministers Veck hatten sich auf dem Bahnhof Friedrichstraße eingesunden Staatssekretär Meißner in Ver­tretung des Führers und Reichskanzlers, Außen­minister Freiherr von Neurath, Staatssekretär von Vlllow, der deutsche Botschafter in Warschau von Moltke, der Chef des Protokolls Graf von Baffewitz und der Ministerialdirektor der Ost­abteilung des Auswärtigen Amtes Meyer. Von polnischer Seite waren sämtliche Herren der polnischen Botschaft in Berlin unter Führung des Botschafters Josef L ipski sowie zahlreiche Mitglieder der polnischen Kolonie anwesend. Nach der An­kunft unterhielt sich der Außenminister in ange­regtem Gespräch mit dem Reichsaußenminister und begab sich dann durch das Fllrstenzimmer auf den Bahnhofsvorplatz, wo gegenüber dem Bahnhof eine Ehrenkompanie der Leibstandarte Adolf Hitler mit präsentiertem Gewehr den pol­nischen Außenminister ehrte.

Um 19.45 Uhr stattete der polnische Außen­minister in Begleitung des polnischen Botschafters Lipski im Auswärtigen Amt in der Wilhelm- straße dem Reichsaußenminister Freiherr« von Neurath einen Besuch von etwa 15 Mi­nuten Dauer ab. Eine größere Menschenmenge hatte sich aus diesem Anlaß auf der gegenüber- lieqenden Seite der Wilhelmstraße eingesunden.

Anschließend begab sich Minister Beck, vom Bot­schafter und vom Reichsaußenminister begleitet, zu Fuß in die Reichskanzlei, wo die Wachen das Ge­wehr präsentierten. Der Adjutant des Führers und Reichskanzlers, Obergruppenführer Brückner. empsing die Gäste am Eingang und geleitete sie zum Führer.

Außenminister Veck und Frau Beck nahmen wei­terhin an einem Frühstück teil, das der Reichs­

minister Freiherr von Neurath zu ihren Ehren veranstaltete. Bei dem Frühstück waren zugegen: Der polnische Botschafter in Berlin, Lipski, der Kabinettschef des polnischen Außen­ministers, Graf Lubienski, der Legationssekretär Friedrich sowie Botschaftsrat Prinz Lubomirski und der Militärattache Oberst Szymanski mit ihren Gattinnen. Von deutscher Seite nahmen teil: Der Staatssekretär von Blllow, der deutsche Botschafter in Warschau, von Moltke, Ministerial­direktor Meyer mit Gattin sowie der Protokoll­chef Graf Bassewitz und einige Herren des Aus­wärtigen Amtes.

flbendessen beim Wtzrec

Berlin, 4. Juli.

Der Führer und Reichskanzler gab gestern abend in seinem Hause zu Ehren des polnischen Außenministers Beck und seiner Gemahlin ein Abendessen, an dem auch der polnische Botschafter Lipski, der deutsche Botschafter in Warschau von Moltke und die Herren der Begleitung des Außenministers Beck sowie mehrere Mitglieder der Reichsregierung und ander führende Persön­lichkeiten des polnischen Lebens mit ihren Damen teilnahmen. 2m Anschluß an das Essen fand ein Konzert statt.

sIelltlch-brasManische kunSgebung

Berlin, 4. Juli

Der Leiter des Reichsverbandes der deutschen Presse, Hauptmann Weiß, empfing am Mitt­woch den Propagandaleiter der Eeneraldirektion für den Fremdenverkehr in Brasilien, Direktor Dr. Alfreds Pessoa, im Haus der deutschen Presse. Außer dem Geschäftsträger der brasili­anischen Gesandtschaft, Dr. Quartin, nahmen an dem Empfang u. a. Vertreter des Reichsmini-

steriums für Volksaufklärnng und Propaganda, des Auswärtigen Amtes und des Außenpoli­tischen Amtes der NSDAP. teil.

Hauptmann Weiß begrüßte während des Früh­stücks in herzlichen Worten die beiden Vertreter einer befreundeten Nation. Im Anschluß daran ergriff Dr. Pessoa das Wort, um seiner Freude über den freundlichen Empfang Ausdruck zu geben, den er überall in Deutschland gefunden habe. Er verlas sodann folgende Freundschafts­kundgebung:Der brasilianische Presseverband

benutzt die Deutschlandreise des Propaganda­leiters der Eeneraldirektion für Fremdenverkehr, Dr. Alfredo Pessoa, den innige und herzliche Be­ziehungen mit unseren Kreisen verbinden, um den Schriftleitern des neuen Deutschland ihre Grüße zu übermitteln und ihrer Bewunderung und Sympathie Ausdruck zu verleihen. Gleich­zeitig möchten wie die Hoffnung aussprechen, daß die Beziehungen zwischen Deutsch­land und Brasilien sich immer enger ge­stalten mögen, verbunden mit dem Wunsch für ferneres Gedeihen der deutschen Presse."

Im Namen der deutschen Presse gab Haupt­mann Weiß danach den Dank für diese Kundge­bung Ausdruck, die ein Beweis für die Freund­schaft und für das Verständnis sei, daß das na­tionalsozialistische Deutschland in der Welt be­reits gefunden habe. Seine Worte klangen in eine Huldigung auf die brasilianische Nation aus.

Der Oberbefehlshaber des Heeres, General der Artillerie Freiherr von Fritsch, nimmt vom 7. bis 8. Juli an der Kraftwagentransportllbung des Wehrkreises IV. teil.

Das schwedische KüstenpanzerschiffOskar II", das am Freitag voriger Woche im Kieler Hafen eingelaufen war, ist am Mittwochnachmittag wieder nach Schweden in See gegangen.

Es war leider weitaus zu wenig laut geworden. Wer kann es den Leuten verdenken, daß sie, in Erinnerung an,dip'fürchterlichen Zeiten- völliger Arbeitslosigkeit, Scheu hatten und haben, den Mund auf'zutun!? Gesehen haben sie alle, was los war, aber auf Fragen Antwort zu erhalten, ist in derlei Fällen nicht einfach. Den meisten sitzt, notwendig, das Hemd näher als der Rock, und der Dreibastigkeit des jungen Hayungs war so leicht keiner gewachsen.

Diese Dreibastigkeit ging gar so weit, daß er es fertig brachte, gelegentlich einer Auseinander­setzung bei einer der höchsten Dienststellen der Partei, zu der er sich endlich und nach Wider­streben bereitgefunden hatte, seinen jüdischen Anwalt Lehman» mitzubringen. Vermut­lich dürsten ihm von daher auch für seine Be­triebsführung die nötigen Ratschläge zuteil ge­worden sein.

In der Großwäscherei Hayungs gibt es heute noch keine Tarifordnung nach den sonst durchgeführten Bestimmungen da herrscht im­mer lustig eineHausordnun g". Wehe, wer dagegen verstößt. Wehe dem, der etwa den Mund auftun wollte! Fragte man etwa die jüngeren weiblichen Angestellten dann war nichts aus ihnen herauszubringen. Nach immer dringlicheren Fragen kam dann endlich zutage: Ach die letzte Woche hat sie uns zufrieden gslassen."

Wersie"? Nun die Mutter Hayungs! Sie hat da junge und jüngste Angestellte weiblichen Geschlechtes,'die, angeblich, tariflich bezahlt wur­den, tatsächlich aber weitaus weniger erhielten! Diese jüngsten und geringsten ihrer Angestellten hatten mit den schweren Bügeleisen zu arbeiten und zogen sich z. T. Schäden an den Unterleibs­organen zu. Beschwerden dieserhalb wurden mit der zynischen Bemerkung abgetan, daß die Mäd­chen sich das wohlanderswo-geholt hätten"!

Ist da Grund, daß sich die Volksmeinung empört, oder nicht? Sollen sich deutsche Mädchen von einer völlig unsozial eingestellten Frau unschuldig in ihrer persönlichen Ehre beleidigen lassen? Sollten sie es immerfort mit ansehen, daß sich leider rn diesem Betriebe Volksgenossen fanden, die dieser Betriebssiihrung die Stange hielten und dieseMethoden" mitmachten? Um dafür in den Büchern natürlich nachTarif", tatsächlich aber weitaus höhere Beträge an Entlohnung zu erhalten und sich als käuflich zu erweisen? Hayungs jr. hat da vor den schlimmsten Methoden des Gebrauches keineswegs zurückgeschreckt. Er Hat, um sich gewisser unangenehmer Leute ent­ledigen zu könen, hier und daFallen" gestellt, hat einem SA.-Mann, der als Betriebszellen- obmann in Aussicht genommen war, eine Ver­suchung bereitet, die übelster Art war und die jenen auch leine Stellung kostete. Daraufhin mußte ein anderer Volksgenosse an seine Stelle rücken, wurde von der DAF. bestimmt, aber von Hayungs umgehend und grundlos entlassen.

Diese Entlassung, zu der noch eine zweite kommt, hat in der Bevölkerung Hastedis und der Angestelltenschaft eine so ungeheuerliche Em­pörung verursacht, daß bereits ' am Dienstag­abend ein riesiges Aufgebot von Menschen auf dem Hofe der Wäscherei erschien und laut gegen die erfolgten Entlassungen wie gegen die in diesem Betriebe üblichen und viel zu lange ge­duldeten Gepflogenheiten protestierte. Nutzlos! Einstweilen!

Frau Hayungs hat sich am Mittwochsriih aus eine Reise begeben, angeblich nach München, und Hayungs jr. hat es gleichfalls vorgezogen, das Weite zu suchen aus einerDeutschlandreise". Sollte nicht dahinter ein böses Gewissen stecken?

Und wie ist das überhaupt? Wem gehört eigentlich der ganze Betrieb? Weshalb ist Frau Hayungs sr.Besitzerin", obwohl ihr Mann noch lebt? Dieser Mann hatte es auch nicht nötig, zu flüchten, obwohl ihn die Volkswut mitalter Geizkragen" und dergleichen belegt. Er war Dienstag wie Mittwoch abend durchaus an­wesend, mußte aber, weil es gar nicht anders ging, im letzten Augenblick in Schutzhaft ge­nommen werden! (Fortsetzung auf Seite 2.)

kin krmpel wurde statuiert

Bremen, 4. Juli

Mit den Vorgängen bei der Großwäscherei Hayungs ist in Bremen ein Exempel statuiert worden, gegen eine Vetriebsführung, die ihr bohes und verantwortungsvolles Amt im natio­nalsozialistischen Staate ausübte, ohne sich dessen würdig zu erweisen. Ist auch der eigentliche Be­triebsführer nicht persönlich anwesend ge­wesen er weilt ingeruhsamer Erho­lung", während seine Gefolgschaft unter un­sozialen Maßnahmen und Härten seufzt so wird ihn auf das hin, was sich bei der unter­drückten Arbeiterschaft gestern Luft machte, die strafende Gerechtigkeit doch ereilen.

Wir freuen uns, hier aussprechen zu können, daß es nur noch vereinzelte und verhältnismäßig recht wenige Leute dieser Art in bremischen Be­trieben geben kann, Leute, die verkennen, daß sie als Betriebsführer im nationalsozialistischen Staate Pflichten und nichts als Pflich­ten gegen ihre Gefolgschaft haben und daß es im nationalsozialistischen Staatswesen ein für allemal vorbei ist/ mit Pascha-Gebaren jeglicher Art und mit einem sogenanntenHerr- im-Hause"-Standpunkt einer verkrachten libera- listischen Zeit.

Wer sich dessen immer noch nicht bewußt ist und wer auch das, was die Exponenten des na­tionalsozialistischen Staates und die national­sozialistische Presse immer und immer wieder be­tonen, wo es sich um Fragen der deutschen Ar­beiterehre handelt, nicht hören will, der muß zu guter Letzt dann eben fühlen. Der Na­tionalsozialismus läßt seiner nicht spotten und das eine Exempel, das hier statuiert wurde, wird, wie wir hoffen, hinreichen, um etwaigen weiter notwendig erscheinenden Anschauungsunterricht überflüssig zu machen.

Der Arbeiter ist kein Spielzeug und noch vkeI weniger ein Werkzeug direktorialer Willkür. Der deutsche Arbeiter ist durch Adolf Hitler zum vollwertigen Mitglied der deutschen Volksgemeinschaft geworden, ist voll­wertiger Volksgenosse und nicht sein Rock, sondern sein Herz und seine Gesin­nung sind die Gradmesser seines Wertes im na­tionalsozialistischen Staate. Niemand aber wird bezweifeln, daß, mit diesen Maßstäben ge­messen, der seiner Pflichten und seines Wertes vollbewußte deutsche Arbeiter einen unsozialen Betriebssichrer weit überragt, den die Gunst eines fraglichen Zufalls an eine Stelle brachte, die er im nationalsozialistischen Sinne nicht aus^ füllen kann, zumal wenn er glaubt, sich als Gott fühlen zu müssen und doch bloß ein armseliger innerlich hohler Bonze ist.

Die Geduld des Volkes ist groß. Wir wissen es aus vergangenen Zeiten. Nichtsdestoweniger aber weiß dieses Volk sehr wohl, was Recht und Un­recht ist und sinkt die Waagschale des Unrechts all­zu stark, dann füllt sich das Maß der Volksgeduld bis zum Rande und muß schließlich überlaufen. Das war nun bei der Betriebssiihrung Hayungs der Fall und wird immer der Fall bleiben, wo Unrecht und unsoziales Verhalten sich allzu breit machen. Daß der dem abwesenden unwürdigen Vetriebsführer am nächsten Stehende (sein Adop- tiv-Vater) bei dem Unwillen der empörten Massen

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