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NationalsozialistenVremens
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der Lreien kjansestadt Sremen
Nr. 180 / Z. Jahrgang
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Vlenstag, 2. Juli
kinzelpreis 15 Npf.
knglands sorgenvoller Milk nach Nom
Minister kden berichtet dem Unterhaus über seine Verhandlungen mit taust und Mussolini
Unssr Vagvsspisgsl
Der polnische Außenminister Beck wird demnächst die Reichshanptstadt besuchen.
Frankreich geht zum 11. Juli, dem Tag des Vastillensturms, ernsten innerpolitischen Gefahren entgegen.
Die Abordnungen der deutschen Frontkämpfer sind in Paris und Lyon eingetroffen.
In Sowjetrußland wurden erneut sechs politische Todesurteile gefällt.
Amerika plant, in jedem Jahr ein Schlachtschiff zu bauen.
Die HJ. bereitet eine Aktivierung ihrer kulturpolitischen Arbeit vor.
Von der Hansa-Linie wurde als dritter und letzter Dampfer die „Neidensels" verkauft.
Nach den Ergebnissen der letzten Schweine- zählung hat sich der Bestand stark vermindert.
30 amerikanische Professoren und Studenten wurden im Bremer Rathaus am Tage des Antritts ihrer Deutschlandreise feierlich begrüßt.
Bei den Tenniskämpfen in Wimbledon erkämpfte sich v. Cramm den Eintritt in die Vorschlußrunde.
IIWI
Kulturarbeit der HJ.
Ein Kulturamt der Reichsjugendsührung Stuttgart, 2. Juli.
Auf der Arbeitstagung der Führerschaft des Obergebietes Süd am Montag in Stuttgart, zu der auch der Reichsjugendführer Valdur von Schirach erschienen war, gab Obergebietsführer Cerff bekannt, daß auf Anregung des Reichsjugendführers nunmehr ein Kulturamt der HJ. in' der Reichsjugendführung geschaffen worden ist. Zweck dieses Kulturamtes ist es, die schöpferischen Kräfte auf dem Gebiet der Kulturarbeit in der HJ. zu aktivieren. Die Schaffung dieses Kulturamtes wurde erst jetzt in Angriff genommen, da die Reichsjugendsührung es für notwendig erachtete, zuerst einen Ueberblick über die kulturpolitischen Kräfte zu haben und dann erst eine Organisation aufzubauen. Bis jetzt kann festgestellt werden, daß innerhalb der HJ. bereits Wertvolles geleistet worden ist und wirklich gute Schöpfungen den Weg in die Öffentlichkeit gemacht haben.
Veck besucht verlm
Berlin, 2. Juli.
Einer vor längerer Zeit ergangenen Einladung der deutschen Regierung folgend, trifft der polnische Außenminister Beck am Mittwoch, 8. Juli, zu einem zweitägigen Besuch in Berlin ein.
London, 2. Juli.
Minister Eden gab am Montag im Unterhaus die bereits angekündigte Erklärung über seine diplomatische Reise nach Paris und Rom. Eden führte aus: „Der Zweck meiner Reise nach Paris war doppelter Natur: die britische Regierung wollte an erster Stelle die früheste Gelegenheit benutzen, um der französischen Regierung eine volle und^ offene Erklärung über das deutsch-englische Flottenabkommen zu geben, Sie wünschte auch, in Rücksprache mit der französischen Regierung die Mittel und Wege zu erwägen, so schnell wie möglich Fortschritte mit den Verhandlungen über alle Punkte des Londoner Protokolls vom 3. Februar zu erzielen. Ich gab dem französischen Ministerpräsidenten einen Bericht über den Inhalt des deutsch-englischen Flottenabkom- mens und beschrieb ihm die Umstände, unter denen es abgeschlossen wurde, sowie die Gründe, die die englische Regierung zu einem Abschluß veranlaßten. Laval erklärte mit gleicher Offenheit die Ansicht der französischen Regierung zu diesem Abkommen. Er legte auch seine Ansicht über die Auswirkung des Abkommens auf die verschiedenen europäischen Probleme dar, mit deren Lösung beide Regierungen beschäftigt sind. Im Laufe dieser Besprechung wurde anerkannt, daß für die Regelung dieser Fragen, wie z. B. der des Luftpaktes, des Ostpaktes, des mitteleuropäischen Paktes und der Vereinbarung über Landrllstungcn eine enge Zusammenarbeit zwischen Frankreich und Großbritannien notwen- d i a sei. Dies sind Fragen, die nicht allein Frankreich und Großbritannien interessieren. Wir suchen daher gegenwärtig mit der französischen Regierung eine Form der Zusammenarbeit, die am besten geeignet ist, so schnell und vollständig wie möglich die Erfüllung des Programms des Londoner Protokolls vom 3. Februar durch alle Länder zu erzielen.
Am Ende der Besprechung über diese selben Probleme, die ich in der Folge mit Mussolini in Rom hatte,, konnten wir erfreulicherweise eine
Einigung über die Möglichkeit feststellen, weiterhin für die europäische Befriedung- im Einklang mit den im Londoner Protokoll und in der Stre- saer Entschließung niedergelegten Richtlinien zu arbeiten. Es ist jetzt jedoch Grund zu der Hoffnung vorhanden, daß die beste Verhandlungslinie in Kürze gefunden werden wird. Überdies kann ich nicht daran zweifeln, daß — obwohl drei Regierungen möglicherweise den verschiedenen Problemen des Programms nicht dieselbe Bedeutung oder dieselbe Dringlichkeit beimessen — es möglich sein könnte, sich über eine Methode einig zu werden, wodurch sie sich in freien und gleichen Verhandlungen mit anderen vereinigen, um zu der Lösung dieser Probleme beizutragen."
Eden wandte sich dann der italienisch-abessini- schen Streitfrage zu und erklärte: Ich teilte
Mussolini die ernste Besorgnis der englischen Regierung über die Wendung des Streites zwischen Italien und Abessinien mit. Ich wies daraus hin, daß sich die britische Außenpolitik auf den Völkerbund gründet und daß infolgedessen die britische Regierung Ereignissen gegenüber, die die Zukunft des Völkerbundes weitgehend beeinflussen könnten, nicht gleichgültig bleiben könne; außerdem habe die öffentliche Meinung Englands über diese Frage sehr ausgesprochene Ansichten. Die englische Regierung habe deshalb sorgenvoll geprüft, ob sie irgendeinen konstruktiven Beitrag zu einer Lösung liefern könne.
Daraus beschrieb ich Mussolini die Art des von England ins Auge gefaßten Beitrages, den ich ihm als provisorischen Vorschlag vorlegen durste. Dieser Vorschlag ging allgemein gesprochen dahin: zugunsten einer endgültigen Regelung des italienisch-abessinischen Streites würde die britische Regierung bereit sein, Abessinien einen Gebietsstreifen in Britisch-Somaliland anzubieten und damit Abessinien einen Zugang zum Meere zu geben. Dieser Vorschlag sollte gebietsmäßige und - wirtschaftliche Zugeständnisse Abessiniens an Italien erleichtern, wie sie mög
licherweise im Rahmen einer Regelung zustande- gekommen wären. Die britische Regierung würde als Gegenleistung für diese Abtretung kein Zugeständnis verlangen mit Ausnahme der Weiderechte für ihre Stämme in denjenigen Gebieten, die an Italien abgetreten würden. Dieser Vorschlag wurde nicht leichten Herzens gemacht, und nur der Ernst der Lage konnte die Abtretung britischen Gebiets ohne eine gleichwertige Gegenleistung rechtfertigen. „Ich bedauere es sehr, so schloß Eden seine Erklärung, daß Mussolini nicht in der Lage war, diesen Vorschlag als eine Grundlage für die Lösung der Streitfrage anzunehmen.
Nach der Erklärung Edens fragte der Oppositionsführer Lansbury, wann die Regierung mitteilen könne, welche weiteren Schritte sie unternehmen wolle, „um auf die italienische Regierung in der Angelegenheit des Streits mit Abessinien einen Druck auszuüben, wie ihn die öffentliche Meinung Europas ausüben könne. Niemand im Unterhaus wünsche eine Politik des Hinauszögerns, wie sie im Fernen Osten zu der teilweisen Eroberung Ehinas durch Japan geführt habe."
Der Außenminister Hoare erwiderte, daß er die außerordentliche Dringlichkeit dieser Fragen durchaus einsehe. ,Er könne nicht bestimmt sagen, wann die Regierung dem Unterhaus weitere Einzelheiten mitteilen könne. Sie wolle nämlich nichts tun, was geeignet sei, die von ihr gewünschte Entwicklung der Dinge nachteilig zu beeinflussen.
»
Die Erklärungen des englischen Ministers Eden im Unterhaus über seine Unterredungen mit' Laval und Mussolini bestätigen erneut den Eindruck, den man bisher von der internationalen Wirkung des deutsch-englischen Flottenabkommens gehabt hat.
(Fortsetzung auf Seite 2)
Zm Schatten der vastille
oeplanter Mesenaufmarsch miManler Linksverbände / flngebliche putschabsichlen der seuerkreuzler
(vi'alitli erlebt unseres- Uari Paris, 2. Juli.
Es ist kein Zweifel, daß immer weitere Kreise des französischen Volkes des Parlamentarismus' überdrüssig geworden sind. Es steht aber ebenso sehr außer Frage, daß sich noch starke Interessengruppen, vor allem ein Teil des Parlaments selbst an den Parlamentarismus klammern und Anstalten treffen, ihn um jeden Preis zu verteidigen. Obwohl Laval nur gezwungenermaßen, nämlich um die Staatspolitik überhaupt weiterführen zu können, sich die Vollmachten geben ließ, die eine gewisse Durchbrechung des parlamentarischen Systems mit sich brachten, und im übrigen sich absoluter Loyalität und Unparteilichkeit befleißigt, wird er von den Triariern des Parlamentarismus, der radikalen Linken, insbesondere der kom-
0 1' I>2. -Lovlvbtorstattsrs)
munistischen und sozialistischen Einheitsfront trotz der Kammerferien aufs heftigste befehdet.
So wurde von diesen-Gruppen dieser Tage das französische Volk aufgefordert, den kommenden 11. Juli als den Gedenktag der Erstürmung der Vastille mit einem Riefenaus marsch der Volksmasse u in ganz Frankreich unter der Losung „Rettet die Republik — Tod dem Faschismus" zu begehen.
Laval, der diesem Aufmarsch bisher keine Abwehr entgegensetzte, sondern ihn sogar erlaubt hat, wird aber gleichzeitig auch von den Gegnern des Parlamentarismus angegriffen und indem die Rechtspresse Alarmrufe gegen die geplanten Kundgebungen der militanten Verbände der Linken ausstößt, ist die Bildung einer sogenann
ten „überparteilichen nationalen Front" unter der Führung von Frank! in Bouillon im Gange, die Frankreich „gegen den Linksfaschismus" verteidigen soll..
Die Linke wiederum veröffentlicht in ihrer Presse Enthüllungen über angebliche Putsch - Pläne der Rechten und einen am 12. Juli geplant sein sollenden Staatsstreich gegen .die Republik durch Oberst La Rouque mit seinen Feuerkreuzlern.
Die Gefahr, daß die Linksverbände mit den Rechtsoerbänden demnächst in Frankreich zusammenstoßen, ist jedenfalls nicht von der Hand zu weisen und Laval dürfte seine Not haben, die immermehr sich verschärfenden innerpolitischen Spannungen Frankreichs ohne blutige Auseinandersetzungen auszugleichen.
Nusslsche lMnlimIgkeit
Imperialismus von reinstem Wasser
Bremen, 2. Juli.
Politik, soweit sie nicht von mit ganz besonderer Genialität begnadeten Männern betrieben wird — welch letztere wie alle Genies die einfache gerade Linie lieben — geht mitunter krumme Wege. Nicht immer gleicht ihr Gesicht dem, was sie als Absicht im Sinne hat und oft bedarf es eines gewissen Instinkts oder wenigstens einiger Scharf- sicht für den Beobachter, die Ziele rechtzeitig zu erkennen, auf die sie losmarschiert.
Nur so ist es erklärlich, daß in den letzten Monaten die sowjetrussische Politik es tatsächlich zustande brachte, Lei besonders leicht zu täuschenden Gemütern den Glauben zu erwecken als ob sie auf ihr ureigentliches Ziel der Revo- lutionierung Europas und damit auf die Weltrevolution verzichtet Hütte, daß sie sich nur noch um ihre eigenen Aufgaben, dem Wiederaufbau eines völlig zerrütteten und — man kann wohl sagen — mit seinen besten Kräften verbluteten Reiches kümmere. In Deutschland konnte solche Meinung keine Wurzel schlagen und es braucht die Tatsache, daß das nationalsozialistische Deutschland sich nicht täuschen ließ, insofern keine besondere Verwunderung zu erregen, als hier nicht nur der Führer mit seiner staatsmännischen Hellficht ohne weiteres durchschaut was echt und was getarnt ist'an diplomatischen Zügen und Winkel- zügen einer vor seinen Augen abrollenden Politik, sondern auch alle seine Mitarbeiter, ja, das gesamte nationalsozialistisch geschulte deutsche Volk von heute instinktiv erfühlt und unterscheidet, was Wahrheit und was Schein ist.
Daß die Weltrevolution das unabänderliche Ziel Rußlands ist und bleibt, in dieser Ueberzeugung kann uns in Deutschland niemand beirren und wenn wir Deutsche uns über die sowjetrussische Politik überhaupt welche Gedanken machen, dann höchstens nur darüber, was etwa die nächsten Etappen sein mögen, auf denen sich Sow- letrußland seinem vorgesteckten Ziele vor allem zu nähern gedenkt. Europa in Brand zu stecken, ist ja ein dem Endziele ziemlich nahekommender Meilenstein der Sowjetpolitik, und wie dieser Meilenstein erreicht werden soll, und vor allem wie er möglichst rasch erreicht werden könnte, ist dann allerdings eine Frage, deren Beantwortung für die Sowjets von ungeheurer Bedeutung ist.
Es mag zu diesem Ziel manche Möglichkeiten geben; eine jedenfalls wären kriegerische Verwicklungen mit Polen, mit dem nicht allein Deutschland sondern auch andere europäische Mächte freundschaftliche Beziehungen verknüpfen. Man hat bisher recht wenig von einer Bedrohung Polens durch Sowjetrußland gehört. Das braucht indes nichts zu bedeuten, da die Sowjets gerade
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Sichafft es Sautüus II, Air Wilkins?
der mir vorschwebenden Gestalt allen Anforderun. gen der Arktis entsprechen wird."
„Tastorgane" — Echolotung — Tanchkammer
Ueichstagung MAG.-,Kraft durch Freude
Mit dem Nnterwasser-Gtsboot zum Lordpol — Der berühmte Polarforscher in Deutschland
äruolr, auoll ausemAsvrsiss, verboten)
f einer Deutschlandreise ist der brannte - und Südpvlsorscher Sir Hubert Wllkins : Tage in Berlin eingetroffen, wo einer -er Mitarbeiter Gelegenheit zu einer Unter- ig mit dem weltberühmten Australier hatte.
Sein Leben — ein Abenteuer ieorge Hubert Wilkins, ein Mann von liebenswürdigen Umgangsformen nn on 17 Jahren, der erst rm /ahre 1928 einer wissenschaftlichen Verdienste durch lischen König geadelt wurde, ist einer orscher, denen das Abenteuer im Blut schon im Jahre 1910 wandte sich der
Zweiundzwanzigjährige dem Flugwesen
iliate sich 1913 als Photograph an der i Expedition Stefansson. 1920/21 an einer Mischen antarktischen Erped'tion 1921/22 etons Unternehmen und leitete von 1923 eine Forschungsexpedition des Britischen s in Australien. Ber einem Flug nach rrow 'in Alaska überflog Wilkins im )27 einen Teil des arktischen Ozeans r trichtunq. Am 21. April 1928 flog Wil- i Kav Barrow nach Spitzbergen rn iden entdeckte jedoch kein Land. Willens nit bedeutenden wisstnschastlichen Werken le Forschungsreisen an die Oeffentlich -
Begeistert .'om Zeppelin!
-tlich bin ich in Berlin nur auf der ie" erzählt Wilkins, der sich neuerdings
pitzbart zugelegt hat wodurch er wne
diäe AebnlichkeU mit General Balbo er- Ich komm 'von Friedrich-Hafen, wo ich Ä und'den ne- "°K^ B°u befind-
eppelin beiucht hao- ^ Tecki-
t von diesem Wunderwerk deut cher T ch
der erlr abt es meine Zeit nicht. Teui,-,
lands viele übrigen Sehenswürdigkeiten zu besichtigen. Mein nächstes Reiseziel ist Oslo, wo man'mich schon erwartet."
Sir Wilkins weilte bereits vor Jahren in Berlin, wo man ihm damals anläßlich seiner lleber- fliegung des Nordpols mit seinem Kameraden Eiselsen einen überaus herzlichen Empfang bereitete. Der berühmte Polarforscher gedenkt heute noch gerne dieser frohen Stunden. Diesmal hat er seine Frau nach Deutschland mitgebracht, die eine junge, gefeierte Schauspielerin in Australien gewesen ist; selbst ihre Bitten vermögen ihren Mann niemals von neuen, gefährlichen Abenteuern im Dienste der Wissenschaft abzuhalten.
Das stählerne Rieseninsekt
Vielleicht noch in diesem Jahr, bestimmt aber im' nächsten", erklärt Wilkins, „werde ich mit meinem neuen U-Boot zum Nordpol starten. Mein erster Vorstoß zum Nordpol mit dem „Nautilus" ist bekanntlich leider mißlungen, da ich gezwungen war hierzu ein ausgedientes U-Boot der amerikanischen Kriegsmarine zu nehmen, das trotz aller Umbauten für ein so schwieriges Unternehmen nicht tauglich genug war. Das Pool mußte dann wegen seiner technischen Mängel bei Bergen versenkt werden. Das neue Boot, das zur Erinnerung an seinen Vorgänger den Namen „Nautilus II" tragen wird, soll nicht länger als dreißig Meter und nicht breiter als sieben Meter werden, wird fedoch dafür von ganz besonderer Konstruktion lein Es wird höchstens zehn Mann Besatzung Blatz bieten. Darunter werden sich drei Ingenieure und drei Wissenschaftler befinden. „Nautilus ll" wird eigentlich kein U-Boot im bekannten Sinne, sondern mehr ein Unterwasfer- Eisboot darstellen. Die Wasserverdrängung wird etwa 810 Tonnen betragen. Die Panzerung wird viel stärker werden als bei dem ersten Nautilus. Ich habe die Pläne für das neue Boot zum größten Teil selbst entworfen und glaube, dag es in
„Wir werden diesmal höchstens zehn Meter tief gehen," fährt der berühmte Polarforscher fort, „um gerade noch von unten her die Eisdecke berühren zu können. „Nautilus II" wird aussehen wie ein mit stählernen Tastorganen übersätes Rieseninsekt. Wir werden in der Lage sein, in jedem Augenblick mit Hilfe eines besonderen Apparates die Dicke der Eisdecke über uns zu messen. Ebenso werden wir durch Echolotung die Tiefe des Wassers unter uns genau feststellen können. Nach allen Seiten strecken sich Tastorgane aus, um das Herannahen von tieferen Eisblöcken rechtzeitig zu melden. Eine Tauchkammer, in der die Luft so lange komprimiert wird, bis außen und innen dieselben Druckverhältnisse herrschen, wird es uns ermöglichen, in beliebigen Tiefen Wasserproben zu entnehmen und in das Boot hereinzubringen. Nur alle zwölf Stunden etwa werden wir auftauchen müssen, um Lust zu schöpfen, wobei wir jedesmal durch eine besondere Konstruktion sofort die dünnste, zum Durchstoßen am besten geeignete Stelle in der Eisdecke ausfindig machen werden können. Die Expedition soll in Spitzbergen unter Wasser beginnen, und „Nautilus II" soll im Bering-Meer wieder auftauchen. Enden soll die Expedition in der Vearing-See. Sie wird etwa zwei Monate in Anspruch nehmen. Im Eis des Nordpols beabsichtigen wir dann, eine eigene meteorologische Station einzurichten, nachdem wir das Boot an einer bestimmten Stelle verankert haben. Den an Bord befindlichen Wissenschaftlern wird hierdurch Gelegenheit gegeben, die Meeresströmungen zu studieren und meteorologische Beobachtungen aller Art zu machen. Zweck dieser Studien ist der Nachweis der Zweckmäßigkeit der Errichtung von zwölf ständigen Forichungsstationen in der Arktis. wodurch die Wettervoraussage und das Problem der Eisbildung auf ganz neue Grundlagen gestellt werden sollen. Zur Erzielung praktisch verwendbare Ergebnisse wäre allerdings eine Veobachtungsdauer von mindestens 18 Jähren notwendig."
Wilm Sepers festsptel „Deutsche Heimkehr"
Zum ersten Male wird Hamburg anläßlich der Reichstagung der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" am 8. und 9. Juli die Aufführung eines chorischen Spiels, und zwar mit einem Aufgebot, wie es bisher in Deutschland noch nicht zu sehen war, erleben. Zweitausend Laienmit- wirkende, Arbeiter, Angestellte, Beamte, SA.- und SS.-Männer, Arbeitsdank und Arbeitskameradschaft, Frauenschaft, BDM. und Jungvolk werden mit 30 ersten deutschen Berufsschauspielern, wie Berta Drews, Agnes Sträub, Werner Hinz, unter der Spielleitung Helmut Hansen's vom Deutschlandsender, Berlin, zu einer einzigartigen Werkgemeinschaft zusammengefaßt, die das große Spiel: „Deutsche Heimkehr", von
Wilm Geyer, frei von jeder Theatralik ganz aus dem Gemeinschaftserlebnis heraus zur Darstellung bringt. Die Aufführung wird durchgeführt unter Mitwirkung der Spielgemeinschaft „Nordmark" für nationale Festgestaltung in Hamburg. Aus Wort, Musik, Bewegung und Licht wird auf einem freien Spielraum, der annähernd den vierten Teil des Riesenbaus der Hanseatenhalle (also ungefähr den fünffachen Raum einer großen Opernbühne) ausfüllt, eine Symphonie der deutschen Arbeit von unerhörter Aindruckskraft entstehen.
Die Durchführung einer solchen Veranstaltung bringt nicht nur große technische und organisatorische Schwierigkeiten mit sich. Sie erfordert auch von allen Beteiligten eine gewaltige Arbeitskraft und Einsatzbereitschaft. Es ist für den Spielleiter und die Chorführer eine schwierige Aufgabe, die gewaltigen Massen der Mitwirkenden in die- notwendige einheitliche Form zu bringen. Es bedeutet für die Schauspieler eine außerordentliche Anspannung ihrer stimmlichen und körperlichen Kraft, das Wort des Dichters in diesem Riesenraum zur rechten Wirkung zu bringen. Nicht zuletzt aber bedeutet es für jeden der
Laienmitwirkenden eine nicht minder große Anforderung, nach der zum größten Teil schweren Tagesarbeit abend für abend drei bis vier Stunden lang die anstrengenden Proben durch- zuhalten: Aber aus der Anspannung aller Kräfte bis zur äußersten Leistungsfähigkeit erwächst das große Erlebnis einer untrennbar verbundenen Gemeinschaft, die allein imstande ist, eine Aufgabe, wie sie hier gestellt wurde, zu bewältigen.
Uittg-Kong redwivus
Aehnlich wie dem amerikanischen Gruselfilm „Frankenstein" hat man jetzt auch dem berüchtigten „Kmg-Kona" jetzt einen 2. Teil angeklebt. Er heigt „Der Sohn des King-Kong" und wird zurzeit in Basier Kinotheatern gezeigt. Hier hat er allerdings nicht, wie in Amerika, Begeisterung sondern nur Gelächter ausgelöst. Die 'Geschichte von dem großen Menschenaffen könnte amüsant Gin, wenn sie als Märchen aufgezogen wäre leider verstehen sich aber die Amerikaner auf so etwas gar nicht, sondern sie geben dem Film eine Realistik, die peinlich und lächerlich wirkt. Ee- ichmackvoll oder gar geschmackbildend sind solche Erzeugnisse bestimmt nicht, mögen sie auch technisch noch so gut gemacht sein
Vanpger ÄLaatstheaeers
Im Zusammenhang mit der Danzigcr Spa aktion wird der Senat den im Gange befindlich, Umbau des Danziger Staatstheaters erst zur E o?fn»ng der Spielzeit 1930/37 beenden. Für d kommende Spielzeit werden daher die Kllnstl anderweitig untergebracht werden müssen. Gen ralintendant Merz hat sich zu diesem Zweck b reit? mit dem Deutschen Bühnen-Verein in Be lin in Verbindung gesetzt.