Ausgabe 
(13.9.1935) Nr. 253
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parteiamtklageszeitung der

Das flmtsblatt des Senats

Nationalsozialisten Vremens

der Zreien ftanjestadt Dremen

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Nr. 255 / 5. lalirgang

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Anzcigen-ttzrundprriie: Die L2-rrllri.Aetl- im Lnzergenteil 1S Rpf.. di« 2ÜEiL.Leile tw. L«ztteU «PZ.

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srestag, 15. September

kinzelpreis 15 Npf.

Her Ehrentag des sirbeitsdienstes

Der süstrer an die Soldaten des Spatens /Sie Vorurteile der bürgerlichen lütigkeit müssen ausgerottet werden" Neichoarbeitofüssrer ssierl:wir leben den Seseften der Ireue, des Sessorsams und der Kameradschaft"

Unser Icrgesspiegel

Nürnberg stand gestern im Zeichen des Auf­marsches des Arbeitsdienstmänner.

Der Reichstag ist für Sonntag nach Nürnberg einberufen worden.

Litauen hat einem weiteren Wahlkandidaten der memelliindischen Einheitsliste die Staats­bürgerschaft entzogen.

Bei einer Schießerei in der mexikanischen Kammer wurde ein Abgeordneter getötet.

In Bremen wird in Kürze die erste Eeschichts- tagnng des NS.-Lehrerbnndes stattfinden.

Die Bremer HJ. fuhr nach Nürnberg ab.

Von maßgebender Stelle werden noch einmal Erklärungen zur Einführung eines Waren- Cmgangsbuches abgegeben.

Von den Teilnehmern an der Internationalen Sechstagesahrt ist nur noch die deutsche Mannschaft strafpunktsrer.

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Keichsrag nach Nürnberg einberufen

Nürnberg, 13. September.

Der Deutsche Reichstag ist auf Sonntag abend 21 llhr nach Nürnberg einberufen worden zur Entgegennahme einer Regierungserklärmrg.

Weitere SS Sonöerzüge

Nürnberg, 13. September.

Die Reichsbahndirektion Nürnberg teilt mit: Pom 11. September, 6 Uhr, bis 12. September, 8 Uhr, sind in Nürnberger Bahnhöfen weitere 56 Sonderzllge mit rund 53 000 Teilnehmern am Neichsparteitag in Nürnberg eingetroffen. Damit beträgt die Zahl der bisher eingelaufenen Sonder- züge 173, mit rund 162 000 Teilnehmern. Mit planmäßigen Zügen trafen vam 11. September früh bis 12. September früh 31000 Reisende ein. Insgesamt sind bisher mit der Reichsbahn 270000 Personen zum Reichsparteitag in Nürnberg angekommen. Zum Abtransport der Eonderzüge wurden im Bcrichtsabschnitt 18 Leer- sonderzüge durchgeführt. Wegen des sehr starken Frachtenanfalles wurden 26 Eüterzüge mehr, als planmäßig vorgesehen, gefahren. Der gesamte Be­trieb wickelte sich glatt und ohne Störung ab.

Ler sichrer an Heinrich koffmann

Nürnberg, 13. September.

Der Führer hat an den Reichsbildbericht- erstatterder NSDAP., Heinrich Hoffmann, der seit 15 Jahren für die NSDAP. gewirkt hat und seit Jahren ständiger fotografischer Begleiter des Führers ist, zu seinem 5 0. Geburtstage fol­gendes Telegramm gerichtet:Zu Ihrem heutigen Geburtstage wünsche ich Ihnen als einem meiner ältesten und treuesten Anhänger und Kampfge­nossen aus ganzem Herzen Glück und Segen für Ihr weiteres Leben. Adolf Hitler.'

Johst spricht im verliner Nachaus

Ui. Berlin, 13. September.

Der Dichter Hanns Johst, der soeben vom Führer mit demPreis der NSDAP." ausge­zeichnet wurde, wird am 1. November im Rahmen der Deutschen Buchwoche auf Einladung der Amtsleitung der NS.-Kulturgemeinde im Fest­saale des Berliner Rathauses einen grundlegen­den Vortrag über das ThemaNation und Dichtung" halten und anschließend aus eigenen Werken' lesen. Die kammermustkalische Um­rahmung wird von der Hitlerjugend bestritten, die so als junge Gefolgschaft ihren Kameraden Hanns Johst ehren will.

salscheMeldungenderpuslandspresse

Berlin, 13. September.

Mitteilungen der ausländischen Presse über einen angeblichen Empfang deutscher Journalisten durch Reichsbankpräsident Dr. Schacht sind frei er­funden. Der Empfang hat überhaupt nicht stattge­funden.

englische Manöoergiisle

Berlin, 13. September.

General Dill und Oberst Paget vom Ee- neralstab der königlich-britischen Armee haben als Gäste des deutschen Heeres an Manövern im Be­reich des Wehrkreises I teilgenommen und im An­schluß daran das Schlachtfeld von Tannenberg besucht. Ferner haben die Offiziere militärische Einrichtungen in der Umgebung von Berlin be­sichtigt.

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stusmarsch unter dem Kewelir ves friedens

Volle drei Stunden marschierten die erdbraunen Kolonnen an fldolf kitler vorbei

Nürnberg, 13. September. Das Bild der Stadt Nürnberg wurde am drit­ten Tage des Parteitages der Freiheit von den hellbraunen Uniformen der politischen Leiter be­lebt, die im Laufe der Mittwochnacht und des ganzen Donnerstag in 285 Sonderzügen in Nürn­berg eingetroffen sind. Wenn es schien, als ob der Verkehr in der Innenstadt eine weitere Be­lastung nicht mehr ertragen könnte, so hat sich wieder ergeben, daß auch dieser Zuwachs von rund 300 000 Menschen, von denen der weitaus größte Teil in der Stadt selbst untergebracht ist, dank einer beispiellosen Organisation aufgesogen wird. Die politischen Leiter wurden auch zum Absperrdienst mit herangezogen, dessen Aufgaben von Tag zu Tag größer werden.

Der Donnerstagvormittag war dem Reichs­arbeitsdienst vorbehalten. Eine Stunde vor Be­ginn des Vorbeimarsches der 51000 Arbeits­dienstmänner auf der Zeppelinwiese sind die Haupttribünen und die anschließenden tiefer ge­legenen Tribünen der Stirnseite des Feldes be­reits dicht besetzt. Aber auch die das Feld um­fassenden Tribünen weisen einen wahren Rekord­besuch auf.

Der siistrer kommt

Wenige Minuten nach 10 Uhr künden Fan­faren und dumpfe Wirbel der Landsknechtstrom- meln die Ankunft des Führers, den der Reichs- arbeitssührer empfängt. Der Führer begrüßt, begleitet von seinem Stellvertreter Rudolf Heß und Reichsleiter Reichsminister des Innern Dr. rick, sodann den Ehren-Oberst-Arbeitsfllhrer itter von Epp und die Eauarbeitsführer.

Als er seinen Wagen zur Abnahme des Vorbei­marsches besteigt, schallen ihm von der großen Tribüne von allen Seiten des Platzes erneut stürmische Heilrufe entgegen, die erst abreißen, als sich die erdbraunen Kolonnen unter Vor- antritt des Musikzuges des Arbeitsgaues Pom­mern, geführt vom Reichsarbeitsführer mit seinem ersten Adjutanten in Bewegung setzen. Hinter dem Reichsarbeitsführer folgt seine Standarte. Dann ziehen in elf Marschsäulen mit mehr als 100 Fahnen die Arbeitsmänner in Zwölferreihen, schnurgerade ausgerichtet, in prächtiger Haltung, mit geschultertem blinkenden Spaten vor der Ehrentribüne vorüber. Sie ver­

lassen auf der anderen Seite den Platz und ziehen um das äußere Feld herum, um durch den der Haupttribüne gegenüberliegenden Mitteleingang zur Aufstellung wieder auf das Feld zurückzu­kommen.

Geschlagene drei Stunden zog Gruppe auf Gruppe vorüber. Die vorletzte Säule bildeten die 13 Lehrabteilungen des Reichsarbeitsdienstes, ge­führt von dem Inspekteur des Erziehungs- und Bildungswesens des Reichsarbeitsdienstes, Ar­beitsgauführer Dr. Decker. Zum Schluß kamen die Ärbeitsgaue Bayern, Hochland und Franken, letztere geführt von dem verantwortlichen Leiter des gesamten Aufmarsches, Arbeitsgauführer Schinnerer.

Inzwischen hatten die Säulen auf dem gewal­tigen Jnnenfeld die Aufstellung bezogen, die sie während des Appells und des chorischen Fest­spieles einnehmen. In 36er-Reihen schwenkten sie unter dem lauten Jubel der gewaltigen Zu­schauermenge, die sicherlich weit über 150 000 be­trug, auf. ihren Platz. Das gigantische Schauspiel dieses mustergültig durchgeführten Riesenauf­marsches ließ ihnen die Stunden wie im Fluge verstreichen.

Durch die freigelassene Mitte marschieren die 500 Fahnen des Reichsarbeitsdienstes bis zum freigehaltenen Rechteck. Nachdem der Führer sich auf den Führerturm begeben hatte, ertönt das KommandoStillgestanden!",Spaten in Hand!", Spaten präsentiert!" Und wie eine glänzende Welle funkeln 51000 Spaten in der Sonne, ein stählernes Meer. Spontaner Jubel braust über das Feld. Der Führer tritt an den Rand des Führerturms und grüßt:Heil Arbeitsmänner!" Aus 61000 Kehlen schallt ihm die Antwort ent­gegen:Heil mein Führer!" Dann ziehen die Fahnen auf die Umrandung des Rechteckes, wäb- rend die Arbeitsmänner singen:Grüßt die Fah­nen. grüßt die Zeichen, grüßet den Führer, der sie schuf."

Aus allen deutschen Gauen meldet sich dann im Sprechchor des Reiches junge Mannschaft, die im Kleid des Arbeitsdienstes ihrem Fübrer durch ibrer Hände Arbeit für lein Werk danken, die Männer, die den gleisn Elii-endienkt>- die Na­tion versehen wie die Männer der Masse, die Männer, die in den Mooren und Oedländern. in der einsamen Heide und auf unwegsamem Karst

den Boden zu Frucht und Ernte bereiten. Wäh­rend die Musik das Lied vom guten Kameraden spielt, gedenken sie der Toten des Weltkrieges, der Bewegung, der Opfer der Arbeit und der Arbeitskameraden, die der Tod aus ihren Reihen ritz. Die Häupter entblößen sich, die Fahnen senken sich, es öffnen sich die Reihen der Arbeitsmänner vor dem Ehrenmal und man sieht, wie Arbeitsdienstmänner das Ehrenmal des Arbeitsdienstes mit vier Lorbeerkränzen schmücken. Den Chor beschließt das Gelöbnis auf Führer und Vaterland: Alles für Hitler und Deutschland.

Neichsarbeitsfüssrer kieri spricht

Der Reichsarbeitsführer Hier! meldet seine erdbraunen Kolonnen mit folgenden Worten: Mein Führer! 51000 Arbeitsdienstmänner sind hier zum Appell angetreten. Dazu kommen noch 150 000 Arbeitsmänner, die heute in 1100 Lagern und Standorten diese Weihestnnde gemeinsam mit uns erleben.

Mein Führer! Am letzten Parteitag beim Appell des Arbeitsdienstes haben Sie an uns die verheißungsvollen Worte gerichtet:Durch Eure Schule wird einst die ganze Nation gehen!" Diese Worte haben uns die Kraft gegeben, unser seit vielen Jahren erstrebtes Ziel, die a l l g e m e i n e Arbeitsdienst Pflicht, beharrlich zu ver­folgen. Sie, mein Führer, haben am 26. Juni d. I. dem deutschen Volke das Gesetz der Arbeitsdienst­pflicht geschenkt. In der ersten großen Kund­gebung der nationalen Regierung am 31. Januar 1933 haben Sie, mein Fübrer, selbst den Arbeits­dienst als einen Eckpfeiler Ihres Programms zum Wiederaufbau von Staat und Volk bezeich­net. Dieser Eckpfeiler ist nun endgültig aufge­richtet. Er steht fest. Das Arbeitsdienstgesetz stellt uns Führer des Arbeitsdienstes vor die große nnd schöne, aber auch verantwortungsvolle und schwere Ausgabe, die ganze deutsche Jugend durch den Arbeitsdienst als eine Schule der Nation zu führen. Wir haben uns ans die Ausgabe in den zurückliegenden Jahren im Freiwilligen Ar­beitsdienst vorbereitet. Denn wir haben ja im Freiwilligen Arbeitsdienst keinen Augenblick et­was anderes aesehen als die Vorbereitung und Vorstufe für die allgemeine Arbeitsdienstpflicht.

(Fortsetzung auf Seite 2)

wende deutscher Kunst

(Ors-blbsriobt. nwssrss. vaob dlürnkerg svtSLvcktsv 8 oncksrdsriobtsrsts.ttsrs)

k. ll. Nürnberg, 12. September.

Als im Opernhaus der Führer seine Kultur­rede in der erschütternden Bitte an den Höchsten um ewige Begnadung der schöpferischen Kräfte unseres Volkes gipfeln ließ, als dann, wie aus dem Augenblick der seherischen Begeisterung Her­aus, die Krone des musikalischen Genius der Deutschen in Beethoven» Fünfter Sinfonie aus­strahlte in jenem Hohenlied der Erlösung von Erdenfesseln und Zeilenge durch himmelstürmende Menschenkrast, da waren wohl nur tausend Menschen unmittelbar erlebende Zeugen einer geschichtlichen, für ewig verpflichtenden Stunde. Aber in dem zwingend klaren Bekenntnis des größten politischen Menschen der Nation zum ewigen Wert der Kunst, in der Huldigung des heroischsten Künstlers aller Zeiten sprach das ein­mütige, stumme Gelöbnis des ganzen Volkes mir, das gleichen Blutes dem Führer mit Leib und Seele verschworen ist und sein wird! Denn nicht dem Appell , an .die gegenwärtig Er­lebenden galt es hier: nicht nur die Ausrichtung auf ein Ziel, das noch von den Lebenden des Jahrhunderts erreicht werden soll und kann, hier griff der Führer --- höchster Erzieher der Na­tion zum ersten Male vor dem gesamten deut­schen Volke überkulturpolitische" Lehre hinaus und entdeckte den ewigkeitstiefen Sinn aller Kunst als Zeugnis des überpersönlichen Lebens­wertes und -willens eines Volkes.

Wohl zog er zunächst in einem logisch kristall- klar durchleuchteten Rechenschaftsbericht äußerlich die Summe aller bisherigen Einzelbemühungen um die Erhaltung und den Rückgewinn der be­stehenden deutschen Kunst eine Bemühung, die in der politischen Kampfzeit willentlich vorge- zeichnet lag, wohl würdigte und forderte er die fruchtbare künstlerische Lehre aus den Geistern großer Vergangenheit, die Ungleichung an die überkommenen Werke Dahingegangener, doch pro­klamierte er als Kern seiner Rede den untrenn­baren Zusammenhang, ja, die Zeit- und Wesens- einheit von Volk und Kultur.

Mit der genialen Aufdeckung dieses organischen Einklangs von Leben und Kunst geht jeder schöpferische, zum Werk drängende Wille des ein­zelnen im Lebenswillen des Volkes auf. Umge­kehrt entzündet sich das innere Gesicht und der Schaffensdrang des Künstlers am Erlebnis der Gemeinschaft, die in sich das Bewußtsein gewese­nen und kommenden Lebens, die Rassenseele, trägt. Wie wenig dieser vom Führer in unnach­ahmlicher Bildkraft entwickelte Gedanke einer

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ist cjiskrsmsr Leitung"

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programmatischen Kunst lehre gleicht, wie es sich hier in keinem Bezug mehr um die Bereiche­rung der Kunstgeschichte mit einem neuen Ismus" handeln kann, hat der Führer durch die Tat bewiesen. Keine haarscharfe Deduktion der Notwendigkeit einer neuen Zielweisung kann so zwingend sein wie die Tatsache, die unmittel­bar das Gefühl aller anspricht und ausschließt..

Kein tastender Versuch, kein Deuteln um Kunstsormen" undStoffprobleme" hat mehr Raum und Zeit innerhalb einer Kunstschöpfung, die jetzt, am 11. September des 3. Jahres im neuen Reich, als vollendete Tatsache der gesamten Nation geschenkt wurde. Die Grundsteinlegung der neuen Kongreßhalle in Nürnberg bedeutet die endgültige Kulturwende, der sich kein schaffender Lebender und Kommender unseres Volkes mehr entziehen kann. Sie bedeutet weit- und kultur­geschichtlich erstmalig die Ablösung der sich erst allmählich vollziehenden und immer wieder durch den Einzelwillen fraglich gemachten Verwirk-