Ausgabe 
(12.9.1935) Nr. 252
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Das flmtsblatt des Senats

Nationalsozialisten Vremms

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Nr. 252 / 5. lakrgang

Donnerstag, 12. September

kinzelpreis 15 Npf.

Proklamation des fiikrers: freikett erkämpft

die feierliche Eröffnung des parteikongreffes /wir sehen in unserer ftrmee den Schirm unserer friedlichen flrbeit" wir besitzen die Sewalt und behalten sie" / flufgaben für das kommende Jahr / flntwort an die Komintern

fldolf Hitler spricht

(Ors-dtberillbt uvssrss in Ullrvbsrg vrsilsväsv Uauptsobriktisitsrs)

Nürnberg, 11. September.

Das große Erleben des Reichsparteitages 1936 nahm heute mit der Eröffnung des Par­teikongresses. seinen unbeschreiblich ein­drucksvollen Fortgang. Nach dem Eintreffen des Führers in der Luitpoldhalle marschierten dort heute, 11 .Uhr vormittags, in schier unüberseh­barer Zahl die Standarten ein, worauf Rudolf Heg in feierlicher Ansprache den Kongreß für er­öffnet erklärte.

Endlos fast wie Standarte an Standarte reih­ten sich daraufhin bei der Totenehrung die vom Stabschef Viktor Lutze verlesenen Namen der gefallenen Helden der Bewegung aneinander, aus deren Blut und aus deren Glaube die uner­meßliche Kraft floß, welche die Bewegung zum Siege führte.

Nur wer mit dem Herzen an dieser geheilig­ten Stätte gegenwärtig ist, kann der Segnungen des weihevollen Aktes teilhaftig werden" sagte Julius Streicher, der Frankenführer und Gauleiter des gastgebenden Gaues in seiner Be­grüßungsansprache und prägte damit in wenigen Worten den Ausdruck des Empfindens, das alle durchpulste, die in der großen Stunde zugegen waren. Denn groß war die Stunde und groß, ganz groß die Proklamation des Füh­rers, die Gauleiter Adolf Wagner verlas, hundertfach unterbrochen vom rauschenden Bei­fall der Zuhörer.

War es doch nicht bloß der prägnante Rechen­schaftsbericht über die im verflossenen Jahr durch die Partei geleistete gigantische Arbeit, sondern darüber hinaus auch die ungeschminkte Dar­stellung der dem Deutschland des Führers und seiner Bewegung immer noch entgegenstehenden unbelehrbaren 10 Prozent aus dem deutschen Volke, die nicht deutsch sein können, weil sie nicht deutsch sein wollen.

Dreifach istdie Art der inneren Gegner der Bewegung: Einmal ist es der jüdische Marxismus, dany das politisch und moralisch verkommene Zentrum, das heute wieder mit dem Marxismus liebäugelt, endlich die kleine An­zahl der ewig Gestrigen, die sture Reaktion, die am Vergangenen klebt und in die lebendige Gegenwart sich nicht einzugliedern vermag. Keinen dieser Feinde der Bewegung läßt der National­sozialismus aus dem Auge, und wo die Bürokratie des Staates nicht in der Lage ist, die Gegner un­schädlich zu machen, geschieht dies durch die Be-

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wegung, denn das ist ja das ganz Besondere des nationalsozialistischen Staates, daß die Auf­gaben, die der Staat nicht zu lösen vermag, zu- verlässig von der Bewegung ihre Lösung erfahren.

Man muß die Proklamation des Führers Wort für Wort gehört haben oder aber sie wenigstens Wort für Wort nachlesen, um die ganze Tiefe der ihr innewohnenden staatsmännischen Weisheiten erfassen und ausschöpfen zu können. Es ist das nicht anders, wie daß man den Parteitag selbst in seiner ganzen llnmittelbarkeit erlebt haben muß, um davon wirklich sprechen zu können, und es steht die ungeheure Spannweite des Erlebens dieses Reichsparteitages in gleichem Verhältnis wie mit dem nationalsozialistischen Wollen schlecht­weg, das ja auch wiederum mit der unerhört kühnen und herrlichen Planung der neuen Kon­greßhalle durch den Führer seinen gewaltigen Ausdruck fand.

Der feierliche Mt der Grundsteinlegung der Kongreßhalle heute nachmittag durch den Führer war wohl das Wunderbarste und Farbenprächtigste, was bisher der Reichsparteitag brachte. Auf dem weiten, von strahlender Sonne

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Dato: Soksri-Liläsräleast

beschienenen Kongreßgelände boten die. dicht auf­marschierenden Kolonnen der SA., SS-, NSKK., PL., Reichsarbeitsdienst, Flieger und HI., im Vordergründe eine Ehrenkompanie des Reichs­heeres alles umrahmt von der tausendfältigen Pracht unübersehbarer Sturmfahnen und Stan­darten und sich abhebend von dem besonnten Grün des im Hintergründe befindlichen Eichenwaldes ein Bild von geradezu unvergeßlicher Schönheit.

Unter den Klängen des Badenweiler Marsches war der Führer eingetroffen, und dann von dem Oberbürgermeister der Stadt in feierlicher An­sprache begrüßt worden. Des Führers Erwiderung und der Grundsteinlegungsakt vollzogen sich in atemloser Stille einer wohl hundert- tausendköpfigen Zuschauerschaft, geschart um die Ehrentribüne, auf der ausnahmslos alle Mit­kämpfer und Mitstreiter des Führers Platz ge­nommen hatten. In tiefer Ergriffenheit erlebte jeder der Anwesenden das große Geschehnis, zu dessen Abschluß das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied erklangen. Danach verließ der Führer wieder den Platz, um bereits wenige Stunden später schon bei der Kulturtagung anwesend zu sein und von neuem der Bewegung und dem deutschen Volke fruchtbarste Zielweisung zu schenken. Keinen hehreren Abschluß hätte der Tag finden können als durch diese Kulturtagung, geleitet von Alfred Rosenberg und musikalisch umrahmt von Beethovens Egmont-Ouvertüre und der Fünften Sinfonie (Leipziger Eewand- hausorchester unter Generalmusikdirektor Peter Raube). Von immer wieder überraschender Ge­dankenfülle war die große Rede des Führers, von der kein Wort verloren gehen darf noch soll. Be­zeichnend aber bleibt des weiteren ein zu dieser Tagung vom Führer gestifteter Preis der NSDAP. für Kunst und Wissenschaft in Form eines alljährlich zu vergebenden Stipendiums. Als Preisträger in der deutschen Kunst wurde ausgezeichnet der Dichter Hanns Johst und als Preisträger deutscher Wissenschaft der Rassen- forscher Dr. Hans Günther. Wir werden auf die Einzelheiten dieser Kulturtagung morgen ausführlich zurückkommen.

L. v.

Wortlaut der Mrer-Proklamation

Me konsequente krfiMung der übernommenen Pflicht

Nürnberg, 12. September.

Auch der Mittwoch brachte rechtes Parteitags­wetter. Ein wolkenloser Himmel blaute über Nürnberg, die bunte Pracht der Straßen und Gas- sep vergoldend.

Alle Anmarschstraßen zur Kongreßhalle sind seit Stunden von marschierenden und singenden Ko­lonnen erfüllt. Hinter den Absperrketten der SS. stauen sich die Schaulustigen eine Stunde vor der Eröffnung schon in dichten Reihen. Das Haupt­portal aus Mauem Sandstein ist in ganz schlich­ten Linien gehalten. Es trägt über dem Eingang die Standarte des Führers, zu beiden leiten weht die Freiheitsfahne, die vom Dachfirst bis zum Boden reicht und deren Knauf mit langen gol­denen Bändern geziert ist. Das Innere in der Halle hat sich gegen das Vorjahr nur wenig verändert, doch fällt sogar die angenehme Frische auf, die die geräumige Halle durchflutet.

Wenige Minuten nach Einlaß scheint die Halle bis auf die für die Parteiführung, die Reichs­und Gauleiter reservierten Plätze überfüllt, aber immer noch drängen neue Besucherscharen in das Innere.

Der Kongreß des VII. Parteitages wird dann durch den Stellvertreter des Führers Rudolf Heß eröffnet. Nach seiner Eröffnungsrede (die wir an anderer Stelle ausführlich wiedergeben) verlas Gauleiter Wagener, München, die Pro­klamation des Führers, in der es u. a. heißt:

Parteigenossen! Parteigenossinnen! National­sozialisten! Zum siebenten Male feiert die natio­nalsozialistische Bewegung ihren Reichsparteitag. Im 16. Jahr der Gründung der Bewegung, im 12. nach der Abhaltung ihres ersten Parteitages und ihrer ersten revolutionären Erhebung. Im 11. Jahr nach ihrer Wiederbegrllndung und im dritten nach ihrem Sieg. Welch ein. gewaltiges Erleben umschließen diese rund 1)6 Jahrzehnte!

Am Anfang unseres Kampfes Deutschland mitten im chaotischen Verfall, die Lenker des deutschen Schicksals aber im Begriff, mit der nationalen Ehre die Kraft und Freiheit in einem wegzuwerfen. Eine militärisch so tapfere Nation wird von ihrer eigenen Führung politisch ver­kauft und verraten.

Und heute, 16 Jahre später?

Wenn wir 1933 unseren Parteitag mit Recht als den des Sieges bezeichneten und vor zwei Jahren die Festigung der nationalsozialistischen Macht

als wesentliches Merkmal der damaligen Zeit empfanden, dann dürfen wir die Kundgebung dieser Tage wirklich mit stolzester Befriedigung als den Reichsparteitag der Freiheit bezeichnen.

Dem schwersten Fall Deutschlands entspricht die größte Wiederauferstehung! Und immer wieder empfinden wir dabei als das Wesentlichste die innere Erneuerung unseres Volkes, sowie die Wiederherstellung der politischen und damit auch menschlichen Ehre der Nation; denn, was wir auch auf all' den zahlreichen Gebieten des Lebens in den letzten drei Jahren geleistet haben, es tritt dennoch dem gegenüber zurück.

Leistung unserer sützrung

Wir Nationalsozialisten können an diesem dritten Parteitag seit unserer Machtübernahme mit Stolz auf alle die Leistungen Hin­weis e n, die im gesamten und in den tausendfach gegliederten einzelnen Gebieten rein materiell gesehen vollbracht worden sind. Wenn wir das Volk als großen Organismus sehen und begreifen, daß jede Leistung, ganz gleich, an welchem Ort und in welcher besonderen Form sie sich vollzieht, am Ende doch dem gesamten Körper zugute kommt, dann kann man ungefähr ermessen, wie groß der Umfang dessen ist, was allein durch die Herab- drückung unserer Arbeitslosigkeit von über 6 auf 1)6 Millionen an Werten unserem Volke geschenkt wurde. (Beifall). Wir haben der Nation einen Nutzen erschlossen, der von dem ein­zelnen kaum genau begriffen wird. Die rund fünf Millionen Menschen, die wir seit unserer Machtübernahme in den nationalen Arbeits­prozeß eingliederten, bedeuten, daß wir an jedem Arbeitstag durchschnittlich 80 bis 40 Millionen Arbeitsstunden dem deutschen Volke meht gegeben und damit für es gerettet haben. (Bravo). Und wenn auch ein löjühriger Verfall erfahrungs­gemäß nicht in drei Jähren überwunden werden kann, so wird aber doch eine Fortführung dieser auf so vielen Gebieten zusätzlichen Leistung im Laufe der Zeit zwangsläufig nicht nur das Lebensniveau und den Kulturstandard des ganzen deutschen Volkes, sondern damit auch des ein­zelnen deutschen Menschen sicht- und fühlbar ver­bessert.

Was die Nation auf den umfangreichen Ge­bieten ihres allgemeinen wirtschaftlichen Lebens unter der nationalsozialistischen Führung in den drei letzten Jahren geleistet hat, wird im ein­

zelnen aufgezeigt und noch erwiesen werden durch die besonderen Vortrüge auf diesem Kongreß.

Allein, so groß diese Leistung ist, so tritt sie doch zurück gegenüber der Arbeit, die wir, getreu unserem Programm, auf uns genom­men haben, in der Wiederherstellung der Ehre und der Freiheit der Nation.

Meine Parteigenossen! Sie alle werden meine Gedanken verstehen, wenn ich Sie Litte, in dieser feierlichen Stunde den Blick von dieser Halle über das deutsche Volk hinweg in die große Welt zu lenken. Unruhe und Unsicherheit sind die wesentlichsten Eindrücke einer solchen Betrachtung. Das Recht ist schwach, und der Schein regiert die Welt. Wehe dem aber, der selbst schwach ist! Sein Reichtum liefert dem Star­ken am Ende sogar noch die moralische Begrün­dung für das Recht, ihn zu unterwerfen. Indem man Sklaven befreit, werden Sklaven gemacht (Beifall), indem man Klassen vernichtet, Klassen geboren. Die marxistischen Theoretiker der Lehre vomNie-wieder-Krieg" konstruieren das größte Instrument für den Krieg, die Apostel der Bölker- versöhnung erfüllen die 'Welt mit dem unduld­samsten Haß und der infamsten Völkerverhetzung, die Allianzen des Friedens studieren die Mög­lichkeiten und Methoden des kommenden Krieges, kurz, es mag dem unwohl zumute sein, der ge­zwungen ist, als wehrloser Mann durch einen solchen Drachengarten zu wandeln. (Bravo! Beifall!) Unser Volk hat 15 Jahre lang diese Empfindungen durchgekostet, auf Gnade und Ver­derb jedem ausgeliefert zu sein, der guten oder schlechten Willens ist. Wo sind die 14 Punkte Wilsons, und wo ist die heutige Welt?

Wir Deutsche aber können nunmehr mit tief- ignerer Ruhe dieser Betrachtung nachgehen, denn das Reich ist kein wehrloser Spielball mehr, es ist kein Objekt mehr fremden Uebermutes, sondern ge­sichert. Und nicht gesichert durch Verträge, Pakte, Jnteressenabkommen und Vereinbarungen, sondern gesichert durch den entschlosteizpn Willen der Führung und die tatsächliche Kraft der Nation. (Heil-Rufe!»

Me kennen Sie Ketzer genau

Im übrigen aber können wir diese ruhige Sicherheit um so mehr empfinden, als das deutsche Volk und seine Regierung keine andere Absicht haben, als in Frieden und Freundschaft mit den Nachbarn zu leben. Wir kennen die internatio, nalen Hetzer, deren einzige Sehnsucht die Ver­wandlung Europas in ein Schlachtfeld ist, zu ge­nau, um nicht die Gründe und Ziele ihrer Hoff­nung zu begreifen. Je mehr aber der jüdisch­internationale Kommunismus glaubt, in einem allgemeinen europäischen Chaos die Fahne des Aufruhrs und auf Kosten der Freiheit und des Lebensstandards dieser Völker den bolschewistischen Zwangsstaat aufrichten zu können, um so mehr werden wir Nationalsozialisten die wir die Ehre besitzen, die fanatischen Widersacher dieser Völkervergewaltigung zu sein erst recht die Bedeutung der Wiederherstellung unserer natio­nalen Wehrkraft ermessen und würdigen können. (Beifall.)

Wir sehen in unserer Armee den Schirm unserer friedlichen Arbeit. Und wenn wir schon Opfer bringen müsse», dann bringen wir sie immer noch lieber für unsere Freiheit und unsere Arbeit als für künftige Kontributionen. (Beifall.) Diese Armee aber ist die Armee des nationalsozialisti­schen Staates. (Bravo!) Sie ist unser kostbarstes und stolzestes Eigentum. Sie ist keine neue Armee, sondern sie ist jene ruhmvolle deutsche Armee, die für sich in Anspruch nehmen kann, Hüterin und Trägerin einer einzigartigen Tra­dition zu sein. Wir alle aber, die wir selbst einst aus ihr hervorgegangen sind, empfinden es als den schönsten Lohn unserer 15jährigen Arbeit, daß es uns die Vorsehung vergönnt hat, dem deutschen Volke das opferreichste Ehrenkleid wieder zu treuen Händen zurückgeben zu können. (Beifall.)

Die Nation mag nunmehr in der beruhigenden Gewißheit leben, daß über ihre Freiheit und ihre Arbeit für alle Zukunft das stärkste Schild des Friedens gehalten wird.

So wie aber das Reich dank seiner neuen Wehrmacht inmitten einer waffendrohenden Welt einen starken Schirm und Halt besitzt, so nicht minder die Nation im Trubel politischer Wirr­nisse und Spannungen durch den Bestand der nationalsozialistischen, Partei. (Starker Beifall.)

Ihre Idee hat die Bewegung geschaffen und durch sie Deutschland vom Chaos, dem Ver- und Zerfall zurückgerissen.

Alles, was auch in diesem Jahre geschehen ist, verdankt die Nation ihr. Sie hat die geistigen Grundlagen für eine der größten Umwälzungen und Erhebungen geliefert, die die Weltgeschichte kennt und dereinst vermerken wird. Es gibt keine glorreichere Rechtfertigung als die einfache Ge­genüberstellung von drei Jahren ihrer Wirksam­keit mit dem Tun der 16 Jahre, die nun zurück­liegen. Das Urteil der Geschichte wird kurz zu­sammengefaßt den Erfolg der 16 Jahre dereinst als für das Leben und die Z-ckunft der deutschen Nation nur negativ, und die drei Jahre des Re­giments der nationalsozialistischen Partei als positivste Gestaltung neuen Lebens und neuer Entwicklung kennzeichnen.

Die Voraussetzung für diesen Erfola, der be­sonders im letzten Jahr in der Stellung des Deutschen Reiches der übrigen Welt gegenüber