parteiamtl.Iageszeitung der Nationalsozialisten Vremens
Vas flmtsblatt des Senats ^ der Freien Hansestadt vremen _
Bremer Leitung erscheint täglich (auch Montags). Monatsbezug: RM. S.SO rinschi. 8V Rpf. Zustellungsgebühr; I
durch die Post RM. 2,30 einschl. Ueberweisungsgebühr ausschl. Postvestellgeld. Der Bezugspreis ist im voraus zu I
entrichten. Postscheck Hamburg 172 72. Betriebsstörungen begründen keinen Anspruch aus Erstattung oder Ersah. I NS.-Sanverlag Weser-Ems G. m. b. H„ Bremen. Am Eeeren 6—8 / Fernsprecher: Roland 62S. f
1 S Z 5
I Anzeigen-Grnndpreiser Die 22-mm.Zeile im Anzeigenteil 12 Sips.. die 70.mm.Zeil, im Textteii 7b Rpf. I Ermäßigte Grundpreise (sür kleine Anzeigen. Familienanzeigen u. a.) sowie sonstige Bedingungen lcmt
I Preisliste S. (Nachlaßstassel 0.) Für Anzeigen durch Fernspreche, keine Gewähr. Annahmeschlnß 16 Uhr.
t Sprechzeit: Verlag werktäglich von 12—18 Uhr; Schriin-ünng Dienstag bis Freitag von 12v»—18 /- Uhr.
Nr. 249 / 5. Jahrgang
Montag, S. September
klnzelprets 15 Npf.
„Her New Yorker Mter vrodskg ist luvet"
Protest der Keichsfüstrung des NS.Iuriftenbundes / Juden können weder unsere flagge, noch deutschland beleidigen!
Unser Vagssspiegsl
Bei der lleberreichung des Beglaubigungsschreibens seitens des neuen italienischen Botschafters wurden zwischen ihm und dem Führer politische Ansprachen gewechselt.
Die Reichsführung des NS.-Jnristenvundes erhebt schärfsten Einspruch gegen die Unverschämtheiten des Newyorker Richters Vrodsly.
2n Nürnberg wurde die von München übergeführte Blntfahne feierlich eingeholt.
16 dänische PolizeiVeamte, die auf einer Studienfahrt begriffen sind, trafen in Bremen ein.
Von-den Herbstmanöoern heimkehrend, wurde dem Bremer Bataillon von der Bevölkerung ein warmer Empfang bereitet.
2m Autorennen um den Großen Preis von 2talien siegte Stuck auf Anto-Union.
Werder spielte gegen Algermisfen 1811 nur unentschieden 1:1.
Der Niedersachsenmeister im Fußball, Hannover 86, verlor gegen Borussta-Harburg die ersten Punkte.
2n Brüssel wurde» die Europa-Meisterschaften im Freistilringen abgeschlossen.
In einem Leichtathletik-Treffe» konnten die norddeutsche» Vertreter Dänemark schlagen.
WUWWW
ragesbesehl
des SS.-öruppenMeers Schmauser
Nürnberg, 9. September. Der Leiter des Sicherungs- und Absperr- dienstes des Reichsparteitages, SS.-Gruppen- führer Schmauser, hat an die ihm unterstellten Männer feines Oberabschnitts folgenden Tagesbefehl erlassen:
,Zum dritten Male nach der Machtübernahme ist dem SS.-Oberabschnitt Süd der Befehl erteilt worden, beim Reichsparteitag Absperrung und Sicherung zu übernehmen. Darin kommt die ehrenvolle Anerkennung der gezeigten Einsatzbereitschaft und Einsatzfähigkeit zum Ausdruck. Dieser Befehl verpflichtet aber auch erneut zu gewissenhaftem und aufopferndem Dienste. Absperrung und Sicherung bedeuten die höchste Aufgabe und die wichtigste Arbeit während der kommenden Tage, hängt doch von ihrem Gelingen neben der reibungslosen Durchführung des Programms des Reichsparteitages in erster Linie die Sicherheit für unseren Führer ab.
Ihr habt in den vergangenen Jahren bewiesen, daß ihr ohne persönliche Wünsche eure Freizeit dem Führer und seiner stolzen Bewegung zu opfern bereit ward und daß ihr den Geist der SS. aus der Kampfzeit mit herübergenommen habt in die Gegenwart. Ich erwarte daher von jedem SS.-Führer und SS.-Mann der mir unterstellten Einheiten, daß er in der gleichen vorbildlichen Art wie in den vergangenen Jahren seine Pflicht tut. Die Menschenmassen sind in diesem Jahre noch größer, die von uns erwarteten Leistungen müssen daher noch höher sein. Wenn wir wie in den Vorjahren über das von uns verlangte Maß hinaus unsere Pflicht erfüllen, dann werden wir wiederum mit dem schönsten Lohn nach Haus« gehen, den es gibt: mit dem Stolz, daß wir dem Führer Hienen durften, dem wir uns verschworen Alben.
Heil Hitler!
Der Führer des SS.-Oberabschnittes Süd gez.: E. H. Schmauser, SS.-Eruppenfiihrer."
feierliche kinholung der Vlutfahne in Nürnberg
Nürnberg, 9. September. Die Blntfahne, die sonst in München im Hause der Reichsführung der SS. aufbewahrt wird, ist am Sonntag nach Nürnberg gebracht worden. In Begleitung des Sturmbanns I der Münchener SS.-Verfügungstruppe traf sie in einem Sonder- zug auf dem Nürnberger Hauptbahnhof ein. Vor dem Gebäude hatte sich eine große Menschenmenge eingefunden. Unter Vorantritt des Mustkzuges, dessen Schellenbaum von dem größten SS.-Mann Deutschlands getragen wird, marschierte die SS. zum Marientor-Schulhaus, wo die Feldzeichen der SS. Aufstellung genommen hatten. Die Vlutfahne wurde Don Sturmführer Erimminger getragen.
SS.Ätandartenführer Brassack machte dem Führer des Aufmarschstabes SS.-Oberführer MackMeldung. Sodann marschierte die Truppe zum Schulhaus am Frauentor-Graben, wo ein Ehrensturm der SS. die Vlutfahne zu bewachen hat. Während der Mustkzug den Präsentiermarsch spielte, wurde die Blutfahne in das Schulhaus getragen.
Berlin, g. September.
Wie der „Völkische Beobachter" berichtet, hat der Reichsjuristenführer, Reichsleiter und Reichs- minister Dr. Hans Frank, Präsident der Akademie für deutsches Recht, unmittelbar nach Erhalt der Meldung über die ungeheure Herabwürdigung der nationalsozialistischen Reichsflagge und des Deutschen Reiches durch den Richter Brodsky in Newyork eine Sitzung der Eosamtjuristenführung in das Haus der Deutschen Rechtsfront zu- sammenberufen. Es waren die Vertreter der deutschen Richter und Staatsanwälte, Rechtsanwälte, Notare. Rechtspfleger, Jungjuristen, Wirtschastsrechtler und Rechtsprofessoren, demnach die obersten ständischen Führer des deutschen Rechtslebens, erschienen. In dieser Versammlung führte Reichsleiter Dr. Frank aus:
„Richter Brodsky ist Jude, Juden können weder
(vraktbsriobt uvssrss Osuksr gonäsrbsriobt- srstattsrs)
Er. Genf, 9. September.
Der Beginn der Vollversammlung des Völkerbundes, die heute vormittag in Genf zusammentritt, bedeutet keineswegs eine» Fortschritt auf dem Wege zur Lösung des gegenwärtig vordringlichen Problems der abessinischen Frage, denn es ist noch völlig ungewiß, ob diese Angelegenheit in der großen politischen Debatte des Völkerbunds- Plenums überhaupt zur Sprache kommen wird. Formell ist nicht die Vollversammlung, sondern nur der Rat zur Behandlung des italienisch-abes- sinischen Konfliktes berufen.
Nachdem die Erörterungen im Rat in der vorigen Woche im wesentlichen mit negativem Erfolg durchgeführt worden find, liegt die weitere Behandlung des ostafrikanischen Streites wieder in den Händen der Diplomaten, während die Vollversammlung des Völkerbundes sich mit ihrer sonstigen, für die Allgemeinheit weit weniger interessanten Tagesordnung befassen wird. Unter den sechs Kommissionen, die regelmäßig zwischen den Vollversammlungen tagen, befindet fich auch die Kommission für die Abrüstung, die in den letzten Jahren mit Rücksicht auf die große Abrüstungskonferenz nicht mehr einberufen 'worden ist, und es ist daher jetzt in Genf die Frage aufgetaucht, ob in diesem Jahre nach dem völligen Fehlschlagen der Abrüstungskonferenz die für den gleichen Zweck bestimmte Völkerbundskommission wieder einberufen werden soll.
Im Rahmen der weiteren politischen Auseinandersetzungen über den abessinischen Konflikt tritt jetzt die Frage in den Vordergrund, ob in der nächsten Zeit eine neue Konferenz zwischen den Regierungschefs von England, Frankreich und Italien nach einem Orte in Norditalien einherufen werden soll. In italienischen Regierungskreisen wird zwar erklärt, daß Italien an keiner kollektiven Lösung der abessinischen Frage teilnehmen werde,
unsere Flagge noch unser nationalsozialistische- Deutschland irgendwie beleidigen. Daß ein Jude das Ehrenkleid eines Richters in den kulturell so überaus hochstehenden Vereinigten Staaten von Nordamerika mißbrauchen kann, um den ganzen ohnmächtigen Haß seiner Rasse gegenüber dem wiedererstehenden nationalsozialistischen deutschen Volk auszulassen, ist allerdings ein ernster »Nd und höchst bedauerlicher Vorgang.
Aber weder das ehrenvolle Volk der Vereinigten Staaten von Nordamerika noch auch die mit Recht angesehene Justiz der Vereinigten Staaten haben etwas mit diesem Exzeß zu tun. Es ist außerordentlich bedauerlich, daß diese bodenlos niederträchtige Gemeinheit eines Juden unter dem Schutze eines amerikanischen Staatsamts geschehen konnte.-
Jm Namen des gesamten deutschen Rechts
lebens, im Namen der deutschen Justiz und aller deutschen Rechtsroahrer erhebe ich gegen diese unerhörte Verunglimpfung Protest, indem ich an das Gerechtigkeitsempfinden des edlen amerikanischen Volkes appelliere, das — es ist meine feste Erwartung — es nicht als angemessen empfindet, daß irgendein einem Ghetto entlausener Bursche unter dem Mißbrauch der liberalen Gesetzgebung der Vereinigten Staaten von Nordamerika sich als Richter aufführen und Schänder der deutschen Flagge freisprechen darf.
Die geeigneten Schritte werden durch die Reichsund Parteistellen unternommen werden."
Die Eesamtführung der deutschen Juristen begrüßte die Erklärung des Reichsjuristenführers mit lebhaftem Beifall und gab ihrem Empfinden durch ein Sieg-Heil auf den Führer treffenden Ausdruck.
Kampf dem Preiswucher
Von Dr. F. Lorz,
Stabsleiter im Stabsamt des Reichsbauernführers
Volksgenossen! Unverantwortliche Elemente und die jüdische Spekulation haben in der letzten Zeit versucht, durch ungerechtfertigte Preistreibereien mühelosen Gewinn aus dem Rücken des deutschen Arbeiters zu erzielen. Feinde des Dritten Reiches und Saboteure der Arbeitsbeschaffung haben gewisse Verknappungen an einigen Nahrungsmitteln dazu benutzt, Unruhe unter das Volk zu bringen, indem sie von einer kommenden Lebensmittelknappheit sprachen. Aus dem berufenen Munde des Reichsernährungsministers Darre haben wir gehört, daß dank der Erzeugungsschlacht der deutschen Landwirtschaft die Ernährung des deutschen Volkes in den hauptsächlichsten Lebensmitteln sichergestellt ist. — Gleichzeitig ist von ihm durch Preisfestsetzungen dafür gesorgt, daß gesetzliche Handhabe zum Vorgehen gegen Preiswucher vorhanden ist.
Für Milch, Butter, Fette, Fische, Brot, Backwaren und Zucker find die Preise seit langem stabil und müssen auch so bleiben. Preiserhöhungen waren bei Fleisch, Kartoffeln, Obst, Gemüse, Eiern und Käse vorhanden. Diese Preise müssen nach der Verordnung des Reichsernährungs- ministers DarrS unbedingt wieder auf den ortsüblichen Preisstand vom 31. März d. I. zurückgeführt werden.
Volksgenossen! An euch liegt es jetzt, die Regierung in ihrem Kampf gegen die Preiswucherer zu unterstützen. Zahlt keine erhöhten Preise! Meldet jeden, der Preiswucher treibt, der nächsten Polizeibehörde! Sie ist verpflichtet, in Zusammenarbeit mit den Preisüberwachungsstellen für die alten Preise zu sorgen.
Weiterhin bedenkt folgendes: Nur durch das Arbeitsbeschaffungsprogramm des Führers seid ihr wieder in Lohn und Brot. Dieses kann aber nur weitergeführt werden, wenn jeder Pfennig an Devisen für die zur Arbeitsbeschaffung notwendigen industriellen Rohstoffe verwendet wird. Bedenkt dies immer, wenn einmal örtliche Verknappungen bei gewissen Lebensmitteln eintreten sollten. Die Hausfrau, die z. B. bei der Schweinefleischknappheit, die in den letzten Wochen wirklich zu beobachten war, erhöhte Preise zahlte, unterstützt hierbei nicht nur die jüdische Spekulation, sondern sie schädigt fich selbst und ihre Familie. Denn gerade durch das Verlangen nach knappen Lebensmitteln kann der Bestand dieser Waren so heruntergehen, daß wir sie doch schließlich aus dem Ausland beziehen müssen. Die hierfür verausgabten Devisen gehen dann der Rohstoffbeschaffung verloren, und deutsche Arbeiter werden brotlos.
Deutsche Volksgenossen! Tut Las eure im Kamps gegen die Preiswucherer! Partei, Reichsnährstand und vor allen Dingen die Polizei müssen und werden euch hierin unterstützen.
Durch die Einigkeit des deutschen Volkes haben wir in den letzten zwei Jahren Unerhörtes erreicht. Gemessen an diesem ist der Preiswucher geringfügiger und muß sofort beseitigt werden.
Daß die Versorgungslage mit Lebensmitteln in Deutschland vollkommen gesichert ist, beweist der Umstand, daß wir beispielsweise bei Brot, Getreide, Kartoffeln, Frischmilch und sämtlichen Fleischarten 100 v. H. des gesamten Bedarfes im eigenen Lande erzeugen. Nur bei Butter, Schmalz, Eiern und Oel haben wir Zuschuß aus dem Ausland nötig. Dabei darf nicht vergessen werden, daß infolge der Devisenknappheit die Einfuhr von 1929 mit 3,9 Milliarden zurückgegangen ist auf 1,1 Milliarde im Jahre 1934, also 2,8 Milliarden Gelder für die Einfuhr erspart wurden. Einen großen Teil dieses Einfuhr- rückganges machen die Lebensmittel aus. Auf der anderen Seite haben wir von 1933 auf 1934 eine Eesamtverbrauchssteigerung von 3 v. H. gehabt und werden voraussichtlich in diesem Jahre S v. H. erreichen. Bei Eiern haben wir eine teilweise Steigerung bis zu 20 v. H. So hat sich überhaupt der Verbrauch an Lebensmitteln vollkommen verlagert. Mährend vor dem Kriege pro Kopf der Bevölkerung 50 Kilogramm Fleisch im Jahr verzehrt wurden, aß der Deutsche im Durchschnitt des Jahres 1934 54,5 Kilogramm. Der Fettverbrauch ist seit 1913 um 50 v. H., davon der Vutterverbrauch allein um 85 v. H. gestiegen. Nur der im Vorjahre eingesetzten landwirtschaftlichen Erzeugungsschlacht war es zu verdanken, daß es bereits in diesem Jahre durch die starken Anstrengungen der Landwirtschaft gelungen ist, die Versorgungslage restlos zu sichern. Das Fehlende mutz eben durch Mehrerträge aus
Noch eine Dessinien-Konserenft
Keule Vollversammlung des Völkerbundes — Italien will in Vst-Mika selbständig vorgeben
sk'lwrl tjUeii-raiöllsr
12 000 ^.usl»n«l8<ivilt.i«;ko auf Oem IVox iinvb Vürnbvix. ^iuk cksm llsioksportsitaZ sinä auob äis ausianäsäoutsobsn Ortsgruppen äsr rmblroiok vortreten. Ueber 12 000 Stsinnissbriulsr
sind in die Heimat gekommen, um äis gewaltigen Tags in IMrnborg eu erleben, ^uk ikrsr Eskrt in äis Staät äsr Reiebspartsitags bsauobtsn ms auob äie Eniversitätsstsät Erlangen. Unser Silä vom Empkang am Sabnkok Erlangen sslgt äsn Oaulsiter äsr ^uslanäsäsutsoksn Organisation äer Lvbis (Vierter, von links).
sondern daß diese Angelegenheit nur zwischen Italien und Abessinien allein erledigt werden müsse, aber in Paris ist man der Meinung, daß fich bereits in Stresa ergeben habe, daß Lei einer unmittelbaren persönlichen Aussprache zwischen den verantwortlichen Leitern der Außenpolitik der drei Großmächte auch die schwierigsten Probleme in einer für alle Beteiligten tragbaren Form sich lösen lassen. Wenn allerdings eine solche Konferenz, wie jetzt überwiegend angenommen wird, tatsächlich in der nächsten Zeit zusammen-
ItaNens entschloß unveränderlich
Paris, 9. September.
Der italienische Propagandaminister Graf Eiano, ein Schwiegersohn Mussolinis, der bei den italienischen Truppen in Eritrea Dienst tut, hielt eine Rundfunkrede in englischer Sprache. Er beschuldigte zahlreiche abessinische Fürsten, alles zu tun, um den Frieden in Afrika zu stören und der Weltwirtschaft und der Weltzivilisation einen reichen Markt zu entziehen. Solche Machenschaften stellten in einer Welt, die an einer der stärksten Krisen leide, ein Verbrechen gegen die menschliche Solidarität und die moderne Zivilisation dar. Wenn Italien diesen Gebieten Ordnung und Frieden wiedergegeben haben werde, werde es gleichzeitig für Kapital und Arbeit einen neuen, kostbaren Markt erschlossen haben. Der italienische Entschluß die abessinische Gefahr von den Grenzen seiner Kolonien fernzuhalten und normale Lebens- und Entwicklungsbedingungen zu schaffen, sei unabänderlich. Die wahren Freunde des Friedens in Afrika und in der Welt müßten jetzt wissen, was es heiße, von Sühnemaßnahmen oder anderen Mitteln zu sprechen, die geeignet seien, Italien in der Durchführung seiner Aufgabe zu behindern.
tritt und ebenfalls wieder ergebnislos verlaufen sollte, dann entsteht die Gefahr, daß der italie- nisch-abessinische Konflikt weitere Kreise zieht. Aus dieser in Paris bestehenden Auffassung ergibt sich besonders deutlich die Tragweite des Problems, und je schärfer es sich zuspitzt, um so deutlicher tritt auch die Entschlossenheit der Engländer zutage, die Dinge nicht einfach ihren Gang gehen zu lassen, sondern unter Umständen energischer als bisher einzugreifen, sobald englische Interessen berührt werden.
Mussolinis Pufmarslhplan
London, 9. September.
Reuter gibt aus Addis Abeba Einzelheiten über die Operationspläne der Italiener wieder. Danach sollen die Italiener die Absicht haben» zuerst im Norden bei Adua anzugreifen, um zunächst die Schmach ihrer Niederlage von 1896 auszulöschen. Der Angriff würde hier mit allen modernen Hilfsmitteln, Tanks, Panzerwagen, Gas und Flugzeugen geführt werden. Auch Großflugzeuge würden verwendet «erden. Von Adua aus würde der Angriff weiter nach Aksum geführt werden, wo sich die Abessinier versammeln. Das Kommando auf italienischer Seite führe der General de Bono, aus abesfinischer Seite Ras Seyum. SS 006 Abesstniern würden die Italiener 100 000 Mann weiße Truppen gegenüberstellen. Erst wenn die Operationen im Norden durchgeführt seien, würde ein Vorstoß im Süden erfolgen, wo General Eraziani das Kommando führe. Graziani werde nur langsam vorgehen. Er erwarte, daß er erst bei Harrar auf größeren Widerstand der Abessinier stoßen werde.
Sicherung der Sahn nach flddis pbeba
Addis Abeba, 9. September.
Der bisherige Chef der Bahnpolizei, Lids Worku, wurde zum Gouverneur von Jssa und Burra an der Grenze von Britisch- und Fran- zösisch-Somaliland ernannt. Vier französische Jn- struktionsoffiziere übernehmen den Bahnpolizei- dienst. Sie sind bereits am Sonntag in das Gebiet von Harrar abgereist. Auch kleinere Sendungen von Maschinengewehren und Munition sind in Addis Abeba nach Harrar verladen worden.
Schwerer Volksbegehren abgelehnt
Bern, 9. September.
Das Schweizer Volk lehnte am Sonntag in der Abstimmung zum Volksbegehren auf eine Total- reoision der Bundesverfassung diese mit großer Mehrbeit ab. Das Stimmenverhältnis beläuft sich auf rund 510 000 gegen 193 000 Stimmen. 19 Kantone haben das Begehren verworfen und nur drei haben es angenommen. Für das Volksbegehren entschieden sich die Katholisch- Konservativen, ein Teil der Bauernpartei, die westschweizerischen Föderalisten sowie eine Anzahl Erneuerungsbewegungen, darunter die nationale Front. Dagegen stimmten die Radikaldemokraten der Deutschen Schweiz, die Sozialdemokraten und ein großer Teil der Bauernpartei.