parteiamtklageszeitung der Nationalsozialisten Vremens
vremer
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Das Amtsblatt des Senats der Freien Hansestadt Lremen
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Nr. 244 / 5. Jahrgang
Mittwoch, 4. September
kinzelpreis 15 Npf.
flbesfinien zieht seine Iruppen zusammen
Militärische Vorbereitungen auch in fleggpten / Neservisteneinberufung auf Malta
Unser lagesspiegel
Die Kriegsvorbereitungen werden nunmehr auch in Abessinien fieberhaft durchgeführt.
Das italicnisch-abessinische Schiedsgericht hat sich dahin entschieden, keinen der beiden Staaten für schuldig zu erklären.
England trifft weitere umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen im Mittelmeer.
Auch Japan protestiert in Moskau gegen die Propaganda der Volschewisten.
Der Fiibrer hat die vom Landgericht München wegen Mordes zum Tode verurteilte Anna Burghart begnadigt.
Der englische Rennfahrer Campbell konnte mit 482,8 Stdkm. einen absoluten Schnelligkeits- Wcltrekord erzielen.
Die SA.-Gruppe Nordsee veranstaltet gegenwärtig in Delmenhorst ein viertägiges Ausbildungslager zum Reichsparteitag.
In einem Aufruf der maßgebenden Stellen werden alle Bremer Volksgenossen zum Eintritt in die NS.-Kulturgemeinde aufgefordert.
Zur Rekofei-Ausstellung in München fährt ein Sonderschnellzug mit 6vprozentiger Fahrpreisermäßigung.
vie Standürtv des siihrers
Lr. Berlin, 4. September Wenn in diesem Jahre die Teilnehmer am Kongreß der Bewegung die Luitpoldhalle betreten, wird im Rahmen der Gefamtausschmückung die Standarte des Führers am Rednerpult zuerst den Blick auf sich ziehen. Sie ist im Auftrag« des Reichsarchitekten Pg. Speer von dem bekannten Pros. Josef Pöhlmann in Nürnberg hergestellt und ein Kunstdenkmal ganz eigener Art. Der Eichenkranz, der einen Durchmesser von 1,15 Meter hat, ist in Kupfer getrieben und poliert, während die vier Hoheitsabzeichen und das Hakenkreuz in Messing getrieben und poliert sind. Der Eichenkranz und die vier Hoheitsabzeichen sind galvanisch vergoldet, das Hakenkreuz ist seitlich blattvergoldet, die Oberfläche ist schwarz getönt und mit einem silbernen Profil versehen.
Sie sührer-Kanftei am Parteitag
Berlin, 4. September
Der Reichsleiter und Chef der Kanzlei des ührers der NSDAP., Bouhler, gibt bekannt: ie einzelnen Sachbearbeiter der Kanzlei des ührers sind während des Reichsparteitages in ürnberg dort dienstlich benötigt und eingeteilt. Die Räume der Kanzlei des Führers bleiben daher in der Zeit vom 7. bis 17. September für jeden Parteiverkehr geschloffen.
Ferner wird gebeten, von Schreiben und Eingaben jeder Art an die Kanzlei des Führers während dieser Zeit Abstand zu nehmen, da eine Bearbeitung und umgehende Erledigung keinesfalls gewährleistet werden kann.
feldjägerkorps in Nürnberg
Nürnberg, 4. September. Im Laufe des Dienstagnachmittags trafen auf dem Nürnberger Hauptbahnhof aus den einzelnen preußischen Standquartieren des Feldjägerkorps, so aus Düsseldorf, Dortmund, Solingen, Frankfurt, Kassel, Magdeburg und Breslau einzelne Abteilungen Feldjäger ein. Unter diesen oefanden sich auch 388 Mann des Stammkommandos Berlin. — Das gesamte Kommando der Feldjäger, das gemeinsam mit der Schutzpolizei Nürnberg den polizeilichen Sicherungs-'und Einsatzdienst während des Reichspartcitages durchzuführen hat, untersteht für diese Zeit der Polizeidirektion Nürnberg.
Vas Kulturamt der NZs
Lr. Berlin, 4. September. Das neu geschaffene Kulturamt der Reichsjugendführung dessen feierliche Berufung am 2. Oktober in der Potsdamer Earnisonkirche stattfindet, gibt jetzt die Besetzung seiner Hauptreferate bekannt. Das Hauptreferat Organisation sowie die Arbeitsgemeinschaft junger Künstler leitet Scharführer Hermann Roth der Leiter des Schul- und HI-Funkes am Deutschlandsender: das Hauptreferat Musik, von dem auch das amtliche Organ des Kulturomtes der RJF., die Zeitschrift „Musik und Volk" herausgegeben wird, betreut Wolkgang Stumme, der als Leiter der Rundiunk-Spiclschär der Reichsjugendführung durch seine Grenzmark-Arbeit bekannt geworden ist. Besetzt sind ferner das Hauptreferat Schrifttum mit Wolfram Vrockmeier dem Verfasser des Thingspiels vom ewigen Volk. Das Hauptreferat Dramaturgie versieht der Reichsdramaturg Eebietsfiiyrer Rainer Schlösser, mit seinem Vertreter, Eberhard Wolf- gang Möller, dem Träger des Staatspreises 1835. Das Hauptreferat Bildende Kunst leitet Eesolg'chaftsführer H. Hartmann, während das Hauptreferat BDM. von Obergauführerin Erna Bohlmann versehen wird.
London, 4. September
Die gestern von Reuter verbreitete Meldung über den Einmarsch italienischer Truppen in Abessinien ist bisher nicht bestätigt worden. Um so fieberhafter wurden die militärischen Vorbereitungen Abessiniens durchgeführt. Der Kaiser hat den Habde Mikael zum Gouverneur von Kollo und zum Armeesührer ernannt. Der neu ernannte Armeeführer hatte bereits in den letzten Julitagen 12 688 Mann an der Grenze von Eritrea gesammelt. Jetzt hat er vom Kaiser erneut den Auftrag erhalten, Truppenoerbände aufzustellen. Am Dienstagmorgen ist Habde Mikael mit 3888 Mann aufgebrochen. An den einzelnen Bahnstationen sollen überall weitere Truppenteile hinzukommen, so daß insgesamt 16 898 Mann zusammenkommen. Die gesamten Truppen, die Maschinengewehre und mehrere Flngzeugabwehr- geschiitze kleineren Kalibers mit sich führen, werden bei Ual llal Stellung beziehen.
Eine noch mehr alarmierende Meldung stammt aus Kairo. Wie das größte arabische Blatt Kairos „Ahram" meldet, herrscht seit einigen Tagen auch im ägyptischen Generalstab ungewöhnliche Geschäftstätigkeit. Die Kriegsarchive werden durchsucht und wichtige Dokumente werden vervielfältigt und ins Englische übersetzt. Auch die höheren Offiziere der ägyptischen Armee zeigen in ihrer dienstlichen Tätigkeit eine über das normale Maß hinausgehende Regsamkeit.
Einem Vertreter der Zeitung „Valagh", die den Kriegsminister über die Möglichkeit einer bevorstehenden Vereinigung der ägyptischen und der britischen Truppen unter britischem Oberkommando befragte, wurde geantwortet, daß man bisher noch keine Vorkehrungen in dieser Richtung getroffen habe. Im übrigen melden die Blätter bedeutende militärisch-strategische Arbeiten an der Grenze gegen Libyen. Der Innenminister hat eine Urlaubssperre für die Polizei angeordnet.
Weiter erregt es Aufsehen, daß die Reservisten der Artillerie von Malta einberufen werden und daß Pioniere und Miliz aus Malta Rekruten anwerben.
Weiter verlautet über die englischen SicherheitsvorkehrungenimMittel- meer, daß das britische Truppentransportschiff „Neuralia" am Dienstag mit 1588 Offizieren und Mannschaften an Bord von Southampton nach Malta und Aden in See gegangen ist.
Das Flaggschiff „Barham", das von der Heimatflotte der Mittelmeerflotte zugeteilt ist, hat Ply- mouth mit Malta als Bestimmungsort verlassen. Der Haupthasen von Malta ist durch eine Sperre gesichert worden, die aus Stahlnetzen gegen U-Boote besteht.
Im Rahmen der heute beginnenden Tagung des Völkerbundsrates ist bereits für nachmittags eine öffentliche Sitzung vorgesehen, als deren einziger Punkt die Behandlung des italienisch- abessinischen Streitfalles angekündigt wurde.
(Siehe auch Seite 2)
richtigen Platz der ganze Mensch
Arbeitsfllhrung und Berufserziehung in der Deutschen Arbeitsfront
Im Rahmen der zweiten Mitarbeitererzie- hungswochs der Abteilung für Arbeitsführung und Berufserziehung in der Deutschen Arbeitsfront, Gau Weser-Ems, sprach zum Abschluß des Lehrganges der Amtsleiter des Amtes für Arbeitssührung und Berufserziehung, Pg. Dr. Arnhold, Berlin, über grundsätzliche Fragen der Berufserziehung, die stärkste Beachtung verdienen. Er führte u. a. folgendes aus:
Wo Menschen und Sachen zusammentreffen, muß man sich darüber klar sein, daß in diesem Raum nicht eine einheitliche Gesetzmäßigkeit herrschen kann. Die Gesetzmäßigkeiten der Maschinen kennen wir alle, es sind die Gesetze der Mechanik. Diesen technischen Teil haben wir bisher wundervoll beherrscht. Neben dieser Sachwelt, der Welt der Materie, lebt aber in dem Raum, wo gearbeitet wird, eine zweit« Welt. Wir haben sie bisher nur geahnt, gefühlt, aber wir haben ihre Gesetze nicht erkannt. Diese Welt ist die Welt des Lebens, des Menschen — neben der Welt der Sache, der Maschine. Die Menschen gehorchen den Gesetzen des Blutes und der Rasse. Diese verschiedenen Welten hat man bei uns gegeneinanderprallen lassen, so daß der Mensch die Maschine haßte. Wir behaupten, daß es möglich, ist- mit deutschen Menschen eine Verbindung dieser verschiedenen Welten zu erzeugen, eine Verbindung, wo der Mensch nicht mehr Gegner ist, sondern sich die Maschine Untertan und dienstbar macht. Diese Synthese, diese Verschmelzung von Sachwelt und Menschenwelt, ist das Problem, mit dem wir uns auseinandersetzen müssen. Es ist möglich, Mensch und Arbeit so zu ordnen, daß sie sich nicht hassen, sondern daß der Mensch das Werkzeug beherrscht. Im Nationalsozialismus ist eine Synthese gefunden, ist eine Vermählung beider Welten möglich, wo die Sachwelt mit der Menschenwelt sich vereinigt, und in dieser Welt wollen wir schaffen und arbeiten. Um diese Vermählung zu fördernj müssen die mathematischen Gesetze der Maschine mit den biologischen Gesetzen der Menschen in Einklang gebracht werden. Unsere Forderung heißt:
Bringe jeden deiner Mitarbeiter an den Arbeitsplatz, für den er die nötige Begabung mitbringt, stelle jeden Mitarbeiter an die Aufgabe, zu der er berufe« ist!
Wir wissen heute z. B., daß einer, dem die Natur die Fähigkeiten gegeben hat, schnell zu arbeiten, nie exakt arbeitet. Und einer, der exakt arbeitet, von dem kann man nie verlangen, daß er schnell arbeitet. Den einen Typ müssen wir dort einsetzen, wo es darauf ankommt, schnell eine Arbeit zu leisten, den anderen Typ, z. V. den Feinmechaniker, dürfen wir niemals antreiben. Wir müssen also versuchen, nach bestem Wissen und Gewissen den Menschen an den Platz zu bringen, zu dem er eigentlich das Handwerkszeug hat, zu dem er berufen ist. Hier beginnt auch die Arbeit der Berufsberatung. Wir können den jungen Leuten ausreden, daß erst der ein wertvoller Beruf ist, bei dem man einen Stehkragen trägt. HI. und Lehrer müssen helfen und zeigen, daß Schlosser, Former usw. auch ehrenwerte Berufe sind. Wir schaffen jedem den Arbeitsplatz, wo er sich seinen Fähigkeiten entsprechend entwickeln kann. — Die zweite Forderung heißt:
Lehre jeden deiner Mitarbeiter, sein Werkzeug nicht bedienen, nicht handhabe», sondern m e i st e r n.
Menschen, die Maschinen bedienen, sind keine Menschen mehr. Nicht bedienen, auch nicht handhaben, sondern die Maschine, das Werkzeug meistern! Herrscher sein über Raum und Zeit! Sobald der Mensch über die Maschine herrscht, dient ihm das Werkzeug. Unsere besten Arbeiter sind Künstler, sie sind souverän. Alle Anlernling kann nur so weit kommen, daß der Lehrling einigermaßen mit dem Werkzeug fertig wird. Wir müssen deshalb eintreten für eine gute vierjährige Lehre. Die Talente so entwickeln, daß sie Herrscher werden, ist die Forderung, die wir an alle stellen.
Lehre jeden deiner Mitarbeiter Sinn, Zweck und Ziel der Arbeit! Kein deutscher Mann ist auf die Dauer in der Lage, eine Arbeit gut zu verrichten, deren Sinn und Ziel er nicht kennt. Wir müssen daher nach Mitteln suchen, den Arbeiter über Sinn, Ziel und Zweck der Arbeit aufzuklären. Der Arbeiter muß das Ganze übersehen, er muß den Lauf der Dinge kennen. Jeder Arbeiter muß auch Mitarbeiter sein und Anteil nehmen an den Geschehnissen des Betriebs. Darin besteht die großartige Kraft Adolf Hitlers, daß er das ganze deutsche Volk betend im Rücken hat. Mit den deutschen Menschen im Rücken geht das alles spielend, was vorher nicht ging. Hitler kann tun, was er will, alle glauben an ihn, und er ist nichts anderes als ein Teil von uns. Also: Den Menschen über Sinn, Zweck und Ziel der Arbeit aufklären!
Diesen Grundsatz, den Menschen mit der Maschine nicht gegensätzlich und nicht nebeneinander- zuführen, sondern zu vereinigen, muß ich
Ilas vremer vataillon In schwerem Vewltter
Vas Manöver des VI- Armeekorps — Not greift an und stößt in der Nacht auf das jenseitige Ufer der Wiehe vor
(Zoncksrbsriöbt äor „Bremse Leitung")
Or. Celle, 4. September.
Vom VI. Armeekorps wird über die Lage am gestrigen Manövertag folgender Bericht gegeben:
Noch am späten Abend des 2. September, nach Einbruch der Dunkelheit, griffen Teile von Rot in der Mitte aus eigener Initiative über die Wietze an, trotzdem die Truppen infolge des wolkenbruchartig niedergegangenen Gewitterregens völlig durchnäßt waren. Der kühne Vorstoß war von Erfolg begleitet. Es gelang Rot, auf dem Nordufer festen' Fuß zu fassen. Rot benutzte im übrigen die Nacht, um seine Truppen für den weiteren Angriff am 3. September umzugruppieren. Blau richtete sich während dieser Zeit weiter in seiner Verteidigungsstellung ein. Am 3. September sriih nahm Rot zunächst die Höhen vor seinem rechten Flügel, um alsdann in der Mitte mit dem Hauptangriff gegen die feindliche Verteidigungsstellung zu beginnen. Blau'konnte seine Stellung auf der ganzen Linie halten. Die Uebung wurde alsdann unterbrochen und die Truppen friedensmäßig verpflegt.
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Diesmal begann der Krieg nicht erst mittags um 12 Uhr, wie gestern. Er war die ganze Nacht weitergegangen und am Morgen bereits im Gange. Das merkten wir, als unsere Autos zuerst im dicken Nebel die Ortschaften durchjagten, um die gestern noch heiß aekämpft wurde und in denen heute schon kein Soldat mehr zu sehen war. Seit gestern war Rot etwa ein Dutzend Kilometer vorgestoßen
Als die Sonne dann den Nebel durchbricht, erscheint links von der Straße, in Höhe des Dorfes Banen, auf einer Anhöhe der Hermann-Löns- Stein, von dem man einen überwältigenden weiten Blick in die blühende Heide hat.
Heute halten wir uns nicht lange bei den Roten auf, auf deren rechtem Flügel wir uns befinden. Wir durchführen rasch das Niemandsland östlich vom Kreutzerberg und sind bald bei den Blauen, etwa 2 Kilometer nördlich vom Kreutzerberg, die die Zabelshöhe noch besetzt halten.
Hier treffen war das erstemal auf das Bremer Vataillon des Infanterieregiments Oldenburg, das hier in seine Hauptverteidigungslinie eingerückt ist.
Neben einem Zugführer der „Vremer" haue ich mich ins nasse Heidekraut. Er sieht bereits recht frontmäßig aus, und seine Bartstoppeln haben schon eine ganz respektable Länge erreicht. Ich lasse mir erzählen, was das Vataillon Bremen gestern und heute erlebt hat.
Es ist gestern abend recht zackig hergegangen, und es war einem Krieg, in dem scharf geschossen wird, gar nicht so unähnlich. Der Zugführer, der, während er mir erzählt, seine Beobachtungen über das Vordringen der roten Infanterie durch Melder an den Kompanieführer weitergibt, sagt: „Wir sind gestern abend in ein ganz'dickes Gewitter, ein Heidegewitter schlimmster Art, hin-
eingeraten. Dieses Gewitter übertraf bei weitem noch das, welches Ende Juni über Bremen niederging. Der Himmel war gelb wie Schwefel, es regnete nicht mehr, es goß mit Kübeln. Wir standen wie im Wasser Da hals kein Mantel und keine Zeltbahn, selbst durch den Gummimantel unseres Hauptmanns ist es hr»durchgegangen. Wir waren buchstäblich naß bis auf die Knochen. Die Blitz« züngelten nur so um uns. Ununterbrochen standen wir in dem blauen Feuer, das uns direkt blendete. Dazwischen waren furchtbare, krachende Detonationen der rasch aufeinanderfolgenden Einschläge. So ähnlich muß es im Krieg« im Granat- feuer gewesen sein. Das Wasser lief uns oben aus den Stiefeln wieder heraus. Glücklicherweise ist nichts passiert, aber das war ein Unwetter, das das Regiment bestimmt nicht wieder so schnell vergißt!"
kin schneidiges Vorgehen
An einer anderen Stelle der Front war dieses Gewitter sogar das psychologische Moment, das überraschend zu einem Vorstoß geführt hat. Die rote Truppe war so durchnäßt von dem Wolken- bruch, daß sie ohne weiteres einen zwei Meter tiefen Graben durchschwamm, weil sie gar nicht nässer werden konnte. Auf diese Weise wurde überraschend das jenseitige Ufer besetzt. — Eine schneidige Leistung bei einem derartigen Unwetter, die auch ihre Anerkennung gefunden hat.
Ich frage den Zugführer weiter, wo sie denn nachts geblieben seien. Da zeigt er auf ein hinter uns liegendes Waldstück:' „Da hinten in diesem Wald sind ein paar Ställe, da haben wir recht eng die Nacht verbracht. Aber jetzt scheint ja die Sonne wieder, und da werden unsere Sachen auch bald wieder trocken sein."
Sie sind trotzdem in guter Laune, die tapferen „Bremer", und geben gern Auskunft, wenn man sie fragt. Ich wäre gern noch in der Gefechts-
Uerdstübunxoll äes VI. Armeekorps im kaume l-ünekurg-8oltau
linie bei meinem Zugführer im Heidekraut liegen geblieben, denn jetzt wird die Sache interessant, weil einzelne feindliche Schützen bereits zu erkennen sind. Schließlich ist man nicht vier Jahre im Kriege gewesen, um nicht an einem solchen Kriegsspiel Freude zu haben und mittun zu wollen. Aber wir mußten weiter.
Ueber ein Gelände, das an die Geländegängigkeit unserer Wagen recht harte Anforderungen stellte, fuhren wir jetzt zur Artillerie. Die Anforderungen waren so groß, daß einmal eine Gruppe „Toter" einen unserer Wagen aus dem Dreck ziehen mußte. Die Batterie, die wir besuchten, schoß sich mit Hilfe eines Fliegers gerade auf ein Fernziel ein.
Nach kurzer Zeit sind wir wieder in vorderster Linie, und da bricht der große Angriff los. Mit allen modernen motorisierten Angriffswaffen stieß der Gegner jetzt gegen unsere Stellung vor. Um den Angriff zu verschleiern, hatte er vorher das ganze Gelände eingenebelt. Alle Abwehrwaffen traten in Tätigkeit. Das Hämmern der Maschinengewehre, das Krachen der Abschüsse der schweren und leichten Artillerie und der Tankabwehrkanonen war in diesem Augenblick so stark, daß man sein eigenes Wort nicht mehr verstehen konnte. Dazu stieß jetzt auch noch eine Jagdfliegerstaffel vor und verstärkte mit ihren donnernden Motoren das Getöse. Das war der Höhepunkt der „Schlacht" und gleichzeitig ihr Ende. Die Uebung wurde dann, wie wir am Anfang schon erwähnten, unterbrochen.
Vr. Leg an den keichskriegsministee
Saarbrücken, 4. September
Dr. Ley hat an Reichskriegsminister von Blom- berg folgendes Telegramm gerichtet: „An Ihrem 5 7. Geburtstage sehen mit dem ganzen deutschen Volke auch die Deutsche Arbeitsfront, meine Mitarbeiter und ich voll aufrichtiger Bewunderung auf den herrlichen Erfolg Ihrer unter Adolf Hitler geleisteten Arbeit Meine Glückwünsche kommen aus dem Herzen des Soldaten, der Ihrem Tun und Handeln unverbrüchlich verbunden ist. Wenn die deutsche Wehrmacht heute in der Welt im Mitt-ipunkt achtunasvollen Interesses steht und in Deutschland selbst der Treue und Liebe aller Volisgenoss"» sicher fein darf. dann ist das nach den Jahren der Schmach ein Triumph auf den Sie unter unserem Führer Adolf Hitler stolz fein dürfen. Gerade in den Tagen des schweren Berliner Schachtunglllcks hat die deutsche Wehrmach- gezeigt, daß Zeldat und Arbeiter eine gemeinsame Ehre haben. Heil Hitler!
Dr. Robert Ley."