Ausgabe 
(2.9.1935) Nr. 242
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Das flmtsblatt des Senats X der Lreien Hansestadt Sremen

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Nr. 242 / Z. Jahrgang

Montag, 2. September

kinzetpreis 15 Npf.

Manöverbeginn in der tüneburger Heide

Sefechtslage des VI. Armeekorps am Vorabend der Schlacht / Me befostlenen Ausgangsstellungen erreicht

warnende Zastlen

Unser logssspiegsl

In Kiel «ahm der Frontsoldaten- nnd Kriegs­opfer-Ehrentag einen glänzenden Verlauf.

Gauleiter Carl Röver hielt anläßlich des Kreisparteitages in Delmenhorst eine bedeut­same Rede.

Die Vereinigten Staaten von Amerika weisen erneut Einmischungsversuche Moskaus ener­gisch zurück.

Im Leichtathletik-Fiinsliinderkampf in Ber­lin konnte Deutschland nur den zweiten Platz belegen.

Im Autorennen wurde Hans Stuck auf Anto- Union wiederum deutscher Bergmeister.

Bei den Sommerspielmeisterschasten errang Arbergen zum 5. Male die deutsche Meister­schaft.

Auf dem Gelände der Bahr gelangte das Reit- und Fahr-Turnier der Reiterstan­darte 62 zur Austragung.

Im Kampf um den Vereinspokal des DFB. wurde der SB. Werder vom HSV. mit 4:5 geschlagen.

Schöner und geröumiger

Nürnberg in Erwartung des Reichsparteitages Der Ausbau des Parteitagsgeländes , Nürnberg, 2. September.

Noch vor wenigen Wochen sah es auf dem Reichsparteitaggelände wie in einem Ameisen­haufen aus. Jetzt, eine Woche vor dem Ereignis, kann man erkennen, daß inzwischen Großes ge­leistet worden ist. Die Kongreßhalle rm Luitpoldhain präsentiert sich in ihrer äußeren Ge­staltung beinahe fertig. Die vordere und die Hin­tere Front stehen und geben der riesigen Halle das Gepräge eines repräsentativen Baues. 2m Innern der Halle werden die Dekorationen ge­spannt, die Orgel wird eingebaut, die Aus­schmückung vollendet. Vom First des Luitpold- haines grüßt bereits die riesige Hakenkreuzfahne. Die gigantischen Tribünen des Erweiterungs­baues sind bis auf «inen kleinen Sektor fertig. Die technische Einrichtung der Anlagen geht eben­falls ihrer Fertigstellung entgegen. Man hat eine eigene Berieselung angelegt, und der Rasenteppich liegt vor den Tribünen und der Ehrenhalle in frischestem Grün. Unweit des Luit- poldhaines am Tiergarten dehnt sich das Frei­gelände aus, auf dem sich die neue gigantische Kongreßhalle befinden wird.

Hier ist für den feierlichen Akt der Grund­steinlegung schon die Tribüne errichtet. Der Grundstein selbst ist bereits seit längerer Zeit eingetroffen. Auch aus der Zeppelinwiese sind die Vorbereitungsarbeiten dem Abschluß nahe. Die Anlage wurde vollständig umgewandelt. An Stelle der bisherigen Holzausbauten wurden massive Steintribünen errichtet. Bis zum Reichs- varteitag wird allerdings hier wie überall auf dem Parteitaggelände noch viel zu schaffen sein. Aber jeder Tag bringt neue Fortschritte, und wenn die braunen Kolonnen marschieren werden, werden sie vieles neuer, schöner und vor allem geräumiger finden als zuvo,r.

Neichsschulungswoche der NSVNP.

Bis zum 7. September dieses Jahres

Reichsschulungsleitcr Dr. Mar Frauendor- fer hat für die Zeit vom 28. August bis 7. Sep­tember die Lehrkräste sämtlicher Parteischulen zu Arbeitstagungen zusammengerufen. Die Lehr­kräfte sind in vier Arbeitsgemeinschaften zusam­mengefaßt. die die Grundlagen der nationalsozia­listischen Schulungsarbcit behandeln, aus denen dann jede weitere Schulung für Sonderausgaben ausbaut: Nasse- und Bevölkcrungspolitik, Ge­

schichte. Wirtschafte- und Sozialpolitik, körperliche Ertüchtigung. Führende Männer der Bewegung, des Staates und der Wissenschaft sprechen im Laufe der Schulungswoche zu den versammelten Männern, denen die weltanschauliche Erziehung der Bewegung anvertraut ist und die damit die Hüter nationalsozialistischer Geisteshaltung in allen Gauen sind.

Die Lehrgänge finden in den herrlich gelegenen Schulungsburgen der NSDAP. am Wa unser, am Werlsee und in der Reichsschule in Ber- nau statl. Eine feierliche Schlußkundgebung wird zum Abschluß die Tagungsteilnehmer in der Reichsschule vereinen, wo die Ergebnisse der ein­zelnen Arbeitsgemeinschaften zu einem Gesamt­bild nationalsozialistischer Weltanschauung zusam­mengefaßt werden und Reichsleiter Pg. Alfred Rosen berg und Reichsichulungslciter Pg. Dr. Frauendorser das Wort zu grundsätzlichen Ausführungen zur weltanschaulichen Lag« der Gegenwart ergreifen werden.

sranMsöie Manöver

Am Sonntag begannen in der Gegend vom Rhein die großen französischen Manöver, die sich bis Ende der Woche Hinziehen werden. Man er­klärt in unterrichteten Kreisen, daß diese Ma­növer die größten seien, die seit Kriegsende in Frankreich durchgeführt worden sind.

Celle, 2. September.

Am Vorabend der großen Herbstmanöoer des VI. Armeekorps sind in Celle, dem Sammelpunkt der Ehrengäste und der Presse, die den großen Herbstmanövern als Gäste des die Uebungen lei­tenden Befehlshabers im Wehrkreiskommando III, des Kommandierenden Generals des VI. Armee­korps, Generalleutnant v. Kluge beiwohnen die Unterkünfte der kleinen Stadt bis auf den letzten Platz besetzt. Die teilnehmenden Truppen aus Westfalen, Niedersachsen, Hannover und Oldenburg haben in den vorangegangenen Regimentsübungen inzwischen die befohlenen Ausgangsstellungen für die Herbstübungen des Korps erreicht. Die Uebungen, die zum ersten Male seit der wiedergewonnenen Wehrfreiheit größere Truppenverbände zeigen, die mit den Waffen ausgerüstet sind, die der neuzeitliche

Delmenhorst, 2. September.

Für die Kreise Delmenhorst und Oldenburg- Land fand am Sonntag in Delmenhorst der erste, in allen seinen Teilen vorbildlich verlaufene Kreistag statt. Gauleiter Röver, der mittags bei der Kundgebung auf dem Hindenburgplatz vor allen Gliederungen der Partei gesprochen hatte, konnte denn auch bei der Abschlußveranstaltung nach der NS.-Fererstunde, wo besonders die Ju­gend ihres Amtes waltete, erklären: Hier sei ersichtlich geworden, wie die Saat aufgegangen ist! Stolz sei er auf seine Delmeuhorster! Gänze Arbeit hätten sie getan!

Es waren überaus reichhaltige Veranstaltungen vorgesehen, an denen sich fast die gesamte Stadt beteiligt haben dürfte. Jedenfalls war am Sonn­tag in'den festlich geschmückten Straßen so ziemlich altes auk den Beinen. Glücklicherweise blieb die

Krieg verlangt, beginnen heute mittag um 12 Uhr.

. Die erste Uebung wird sich über drei Tage er­strecken. Sie zeigt eine Division, die einem doppelt starken Gegner, langsam weicht, ihn aber durch ihr hinhaltendes Bekämpfen am Vorwärtskommen hindert und schließlich in einer rückwärtigen Linie eine Verteidigungsstellung bezieht, um die bis zur Entscheidung gekämpft wird.

Die ,Eefech tslage ist folgende: Das blaue VI. Armeekorps das mit drei Divisionen in der vordersten Stellung liegt, weicht seit mehreren Tagen im hinhaltenden Widerstand vor stark überlegenem Feinde in nördlicher Richtung aus.

Im Laufe des Sonntags war es gelungen, den Feind in der Linie BestenSülze und ostwärts aufzuhalten und zu verlustreichen Angriffsoorbereitunge» zu zwingen.

Witterung günstig, die am Abend vorher den Teilnehmern an der den Kreistag einleitenden Freilich. Filmvorführung an den Gras­ten die Freude verdorben hatte. Die Eaufilmstelle zeigte, auf einer Leinwand von 111 Meter Durch­messer, den nach Gottfried Kellers Novelle her­gestellten FilmHermine und die 7 Aufrechten". Die Vorführung mußte infolge starken Regens ab­gebrochen werden. Sie wird zu einem günstigeren Zeitpunkt wiederholt werden. Uebrigens werden wir mit Ablauf dieser Woche die gleiche Freilicht- filmvorführung auch in Bremen haben. Sie ist sehens- und erlebenswert!

Der Sonntagfrüh sah bald nach dem Wecken die Jugend am Werk. Aus das eifrigste betrieb sie im Stadion ihre sportlichen Wett kämpfe und e.rzielte. beachtenswerte Ergebnisse. Während-

Das VI. Armeekorps hatte am Abend des Sonntags den Abbruch des Kampfes in der zu­letzt gehaltenen Linie befohlen. Dabei sollte so gekämpft werden, daß bis heute mittag, dem Be­ginn der Uebungen die allgemeine Linie Har­temWardböhmenUnterlütz ostwärts in der Hand des Korps blieb. In der Mitte des Korps befand sich die von Generalmajor Kuntze ge­führte VI. 'Division etwa im Abschnitt Großes Moor Straße MunsterHermannsburg. Die Division hatte nach dem erhaltenen Auftrag des Armeekorps in der Nacht vom Sonntag zum Montag ohne wesentliche Störung den Kampf ab­gebrochen und ist heute um 12 Uhr im Besitze der Höhen MühlenbergWietzerbergHausselberg.

Das rote I. Armeekorps hatte demgegenüber den Angriff mit zwei Divisionen in Front mit der vordersten Linie LutterlohHermannsburg- Vleckmar erreicht. Diese Gesechtslage liegt der ersten Uebung der großen Herbstmanöver zu­grunde.

dem sammelten sich die Gliederungen der Partei auf dem mit Festschmuck versehenen Hindenburg­platz, wo Kreisleiter Pg. Sturm

Me keüffnung des Kreistages

vornahm. Er wies insbesondere auf den tieferen Sinn des Zusammentreffens aller hin, gedachte der Toten und ging auf Wollen und Trachten der Männer der Bewegung näher ein. Zu weh­ren hätten wir uns gegen die Leute, die dereinst wie auch heute noch nicht glauben wollten, daß Wahrheit sei, was der Führer sage. Sehen wir auf die kostbare deutsche Jugend dort vor uns, dann fühlen wir, welchen heiligen Sinn sie zu erfüllen hat! Denselben Sinn, dem auch wir dienen müssen, unerbittlich. Soldaten des Reiches müssen wir sein. Ewig ist Kampf auf der Erde. Fanatische Stürmer nur können ihn meistern. Nur darauf kann es an­kommen, daß wir von innen her unsere Pflicht erfüllen. Freie deutsche Arbeitsmenschen sind wir, und eines Tages werden wir auch unseren gerechten Lohn finden.

Kreisleiter Sturm sprach dann seinen Tank aus für die getane Leistung und erwiesene Treue. Es gelte nun, mit demselben Fanatismus weiter zu marschieren.Der Weg führt über Gräber vorwärts. Beide Hände reichen wir allen Volks­genossen, auch denen, die noch abseitsstehen. Achtet und ehrt Arbeit und Arbeiter, dann ehrt ihr die Nation! Wir sind politische Soldaten und Prediger des Volkes. Geduldig wollen wir die Anständigkeit des deutschen Menschen er­kämpfen!"

Im Anschluß an die Frühkundgebung fand eine Morgenfeier der NS.-Kulturge­meinde statt, zu der die HJ. einen ausgezeich­neten Sprechchor stellte. In Vertretung des Kreisleiters nahm Dipl.-Ing. Plate die Be­grüßung vor. Quartette von Haydn und Mo­zart würden gespielt. Die Kreisfrauenschaftslei- terin sprach auf das eindringlichste über die Aus­gaben der Frau. Vor allem wußte Eau- kulturwart Köllmann. Oldenburg, aus hei­ßem Herzen die Fragen zu benennen, die uns alle am schwersten auf der Seele brennen, weil sie zu Zwiespältigkeiten führen können und geführt haben. In großem Abriß entwickelte er den Gang der deutschen Geschichte. Kampf erst sei Leben. Das habe der einfache Mann Adolf Hitler er­kannt. Er habe den Mut gehabt, ein Licht an­zuzünden, das dann mit den Jahren zu einem un­auslöschlichen Feuerbrand in uns allen wurde. Eaukulturwart Köllmann schloß seine Ausfüh­rungen mit dem Wort Baldur v. SchirachsHerr, laß uns niemals Feinde sein!" Hierauf wurde ein Kulturfilm gezeigt. -

Zur gleichen Zeit fand eine größere Anzahl von

flrbeilstogungen

statt. So hielten die P ol i t i s che n Leiterin einer Sondersitzung Rückschau und Ausblick, das A m t für Kommunalpolitik,-die DAF., die Propaganda, das Amt für Beamte, die NS.-Frauenschaft und N S V., der NS.-Lehrerbund und N S.--J u r i st e n- bund sowie die NSKOV. tagten, alle eines Sinnes und Zieles und beseelt von der innersten Notwendigkeit der Tat.

Zu einem Eemeinschaftserlebnis von böchstem Ausdruck wurde dann am Mittag die Kund­gebung auf dem Hindenburgplatz. bei der

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vor sämtlichen Gliederungen der NSDAP. und Tausenden von Volksgenossen das Work ergriff. Mit der ihm eigenen fanatischen Einsatzbereit, ichaft wandte der Gauleiter sich vor allem gegen die Leute, die sein bloßes Auftreten schon als provokatorisch ansähen und denen es überhaupt nicht mehr paßt, daß er hier sei. Ihnen sei der ganze Kreistag der NSDAP. ein Dorn im Auge.

(Fortsetzung auf Seite 2)

Zum Abschluß des Internationalen Kongresses sür Bevölkernngswissenschaft

Aus Anlaß des Abschlusses des Internat!», nalen Kongresses für Bevölkerungspolitik nimmt dieNationalsozialistische Parteikorrespondenz" wie folgt z« den Ergebnissen dieses bedeutsamen Kongresses Stellung.

Wir leben in einer Zeit der Hochflut inter­nationaler Kongresse, und, sofern sie das Gebiet der Politik betreffen, so steht ihr Ergebnis leider oft nicht im proportionalen Verhältnis zu der Bedeutung, die ihnen die Weltpresse beilegt. So­weit es sich um wissenschaftliche Kongresse handelt, kann man leider oftmals eine gegen­teilige Bewertung feststellen. Gewiß ist die akute augenblickliche Bedeutung wissenschaftlicher in­ternationaler Tagungen gering, gemessen an der Bedeutung politischer Aussprachen. Dennoch soll man das letzten Endes politische Er­gebnis der wissenschaftlichen Ta­gungen nicht zu gering einschätzen. Man soll auch nicht glauben, daß sich die Bedeutung solcher Tagungen im gegenseitigen Austausch inter­nationaler Komplimente erschöpft. Die Aus­wirkung mancher Aussprachen von Vo.lk zu Volk durch den Mund der führenden Gelehrten bahnt oftmals eine erst im Laufe von Jahren wirksam werdende Jdeenverknüpfung an.

Wenn nun aber ein Bezirk der Wissenschaft, welcher zu der Politik jedes Landes die unmit­telbarsten Beziehungen angeknüpft hat, Gegen­stand eines internationalen Kongresses wird, dann ist dies ein Vorgang von ganz besonderer Bedeutung. Dabei ist nicht ausschlaggebend, über den Verlauf des Kongresses Tag für Tag laufend zu berichten. Wer die innere Struktur wissen­schaftlicher Tagungen kennt, weiß, daß eine wissenschaftliche Tagung und darüber legt ge­rade der Internationale Kongreß für Vevölke- rungswissenschaft wieder einmal Zeugnis ab eine geschlossene Einheit ist, die erst in einer Gesamtheit erlebt und auch bis zu einem gewissen Grade verarbeitet werden muß, ehe ein Bericht darüber gegeben werden kann.

Erst Monate später wird eine wirklich restlose Auswertung der gesamten Kongreßarbeit für den Fachmann an Hand der erst dann vorliegen­den Sammlung sämtlicher Referate möglich sein. Immerhin läßt sich der sür jeden Volksgenossen wichtige Kern der Tagung heute schon so heraus­schälen, daß der Geist der ganzen Tagung sicht­bar wird. Denn aus technischen Gründen war eine gewisse Zerrissenheit der Tagung nicht zu umgehen. In vier voneinander getrennten Sek­tionen wurde der ungeheuer große Stoff be­arbeitet. So kam es, daß oft wichtigste For­schungsergebnisse gleichzeitig an zwei oder drei verschiedenen Orten vorgetragen wurden, mithin nicht allen einzelnen Hörern zugängig wurden, sondern nur durch die meistens ausgelegten Aus- züge des Vortrages zur Kenntnis der Allgemein­heit kamen.

Die Bevölkerungswissenschaft be­gann als Statistik. Dem bahnbrechenden deutschen Forscher Friedrich Burgdörfer war es vergönnt, aus dieser an sich trockenen Materie etwas zu machen, was nach und nach in das Denken des ganzen Volkes als lebens­vollste Wissenschaft einzugehen beginnt. Burgdörfer zeigte uns statistische Methoden, die den innersten Lebensablauf oes Volkes und seine Gesetze zu klar ablesbaren Kurven gestalten.

Es ist nichts Neues, daß das Lebensschicksal eines Volkes von seinem Bestand an lebenden Menschen abhängt, und lange glaubte man, durch eine einfache Auszählung der vorhandenen Men­schen, etwa nach dem System der Volkszählung, genügend Unterlagen für die Beurteilung des Volksbestandes und der Volkskraft zu haben. Wenn man dann noch feststellte, wie viele Men­schen im Jahre starben und wie viele geboren wurden, so wollte man eine soundsovielprozen- tige Vevdlkerungszunahme aus derart primitiven Zahlen herauslesen können. Man vergaß, daß ausschlaggebend für die Beurteilung solcher Zahlen noch eine andere Ziffer ist, das ist die durchschnittliche Lebensdauer.

Ganz allgemein ist nämlich in den letzten 30 Jahren in allen Kulturvölkern das durchschnitt­liche Lebensalter der Menschen ganz gewaltig gestiegen. So erfreulich diese Tatsache für den einzelnen sein mag und so günstig das hieraus sich ergebende Urteil über die Bestrebungen der Hygiene und der Medizin anzusprechen ist, so bedenklich ist ein sich daraus ergebender Optimis­mus. Wir dürfen nicht vergessen, daß auch das noch so sehr verlängerte Leben eines Tages zu Ende geht.

Schon in einem Jahrzehnt werden wir vor der Tatsache stehen, daß die Sterbeziffern ganz gewaltig in die Höhe schnellen. Die Geburtenziffern aber werden selbst bei rast­losem Erfolg all unserer bevölkerungspolitischen Maßnahmen mit derartig enormen Sterbeziffern nicht Schritt halten können.

Heute ist es noch so. daß infolge der mehr oder weniger künstlich verlängerten -Lebensdauer mehr Geburten als Todes­fälle im Jahre auftreten. Der daraus von vielen immer noch abgeleitete Geburtenüberschuß Deutschlands ist ein Irrtum: Rechnet man die Ziffern der in den nächsten Jahrzehnten sich ab-

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