Ausgabe 
(1.9.1935) Nr. 241
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parteiamtl.Iag eszeitung der NationalsozialistenVremens

Das Amtsblatt des Senats der freien Hansestadt Vremen

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1 9 Z 3

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Nr. 241 / 5. Jahrgang

Sonntag, 1. September

ktnzetprets 15 Npf.

überraschende Wendung im flbeslinienfSttett

Hdessinien verpachtet Nutzung seiner NoSenschötze / Vertragsabschluß mit einer englisch-amerikachschen Vesellschafi

vroße krregung in Nom / Neue tzestige italienische Nngrisse aus kngland !

Unser lagesspisgsl

In der Reichshauptstadt fand die seierliche erste Sitzung der Reichsarbeitskammer statt.

Aus der Berliner Einsturzunglücksstätte sprach nach Bergung des letzten Todesopsers Reichs­minister Dr. Goebbels.

Abessinien hat mit einer englisch-amerika­nischen Gesellschaft einen aufsehenerregen­den Konzessionsvertrag abgeschlossen.

Mussolini kündigt die Aufstellung eines Millionenheeres an.

In Madrid ist es zu neuem Feuergesecht zwischen Polizei und Kommunisten gekom­men.

Für Glühlampen ist eine Preisermäßigung eingetreten.

In Vegesack fand unter ungeheurer Betei­ligung die Beisetzung des Hauptsturmführers Bronger statt.

Der Reichsbund der Kinderreichen veran­staltete eine Großkundgebung im hiesigen Union-Saale.

Im Leichtathletik-Fünflandkampf führt am ersten Tag Deutschland.

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NirichskultMkammer oder Handelskammer r

Regelung über gleichzeitige Zugehörigkeit Berlin, 1. September.

Der Reichswirtschaftsminister und der Reichs- minister für Volksaufklärung und Propaganda stellen fest, daß die zur Reichskulturkammer ge­hörenden Unternehmen der gewerblichen Wirt­schaft bis zu einer reichsrechtlichen Regelung nach Maßgabe der geltenden Landesgesetze der In­dustrie- und Handelskammer angehören. Der Reichswirtschaftsminister wird durch eine be­sondere Anordnung die Veitragspflicht zu den In­dustrie- und Handelskammern auf einen Mindest- betrag beschränken. Hinsichtlich der mit Verlagen verbundenen graphischen Betriebe wird klar­gestellt, daß diese Betriebe in der Reichskultur­kammer organisiert sind und daneben auch der Wirtschaftsgruppe Druck und Pap-ierverarbeitung oder, soweit sie Handwerker sind, der Handwerks­kammer und zuständigen Innung des Buchdrucker­handwerks angehören.

Her Unfall des Nklfenach"

Zwei Tote, ein Schwerverletzter, ein Vermißter Beileidstelegramm der britischen Admiralität Bremen, 1. September.

Zu den Meldungen über den Zusammenstoß des FrachtdampfersEisenach" des Norddeutschen Lloyd mit dem englischen KriegsschiffRamillies" im Kanal bei Dover wird ergänzend vom Nord- deutschen Lloyd mitgeteilt, daß DampferEisenach" am Vorschiff stark beschädigt wurde.

Es haben bei dem Unfall zwei Heizer ihr Leben verloren: der Heizer Heinrich Jagow (geboren 8. März 1914 zu Bremen, wohnte in Farge Weser, nicht verheiratet);

der Heizer August Hinrichs (geb. 4. März 1902 zu Bremen, wohnhaft in Bremen, nicht ver­heiratet).

Vermißt wird der Kesselhilfswärter Friedrich Besser (geb. 23. April 19l>3 in Lehr, wohnhaft in Bremen, verheiratet);

Schwer verletzt wurde der Trimmer Wilhelm Kupta (geb. 19. März 1914 in Auwund-Vegesack, dort wohnhaft, nicht verheiratet).

Zum Zeichen der Trauer über den Verlust dieser Arbeitskameraden wurden auf den Schiffen des Norddeutschen Lloyd und auf dem Hauptoerwal- tungsgebäude die Flaggen auf Halbmast gesetzt.

Aus London wird gemeldet, daß D.Eisenach" inzwischen von zwei englischen Schleppern in den Hafen von Dover eingeschleppt worden ist. Der Bug des Schiffes liegt tief im Wasser.

Times" zufolge herrschte bei dem Zusammen- stoß ein Wind von einer Stärke von über 60 St/km. Starker Regen machte die Sichtver- hältnisse schlecht. DieRamillies" beleuchtete die Eisenach" drei Stunden lang mit Scheinwerfern und ermöglichte es dadurch den Schleppdampfern, heranzukommen und ein Schlepptau festzumachen.

Die britische Admiralität richtete ein Beileids­telegramm an den Norddeutschen Lloyd, in dem sie die Reederei bittet, den Angehörigen der vier von dem Unglück schwer betroffenen Besatzungs­mitglieder ihre Anteilnahme auszusprechen. .

Der Norddeutsche Lloyd hat der. britischen Admiralität für ihr Beileid telegraphisch gedankt.

Wegen Kreuclmcldungen über die nationalsozialistische Regierung beschlagnahmt. Aus Anordnung der pol­nischen Behörde in Kattowitz wurden die Mittwoch­ausgaben des Korsanth-BlattesPolonia" und zwei in demselben Verlage erscheinende Kopfblätter beschlag­nahmt. Die Blätter hatten wiederum unflätige Greuel­meldungen über die nationalsozialistische Regierung veröffentlicht.

Berlin, 1. September.

In der abessinischen Frage ist eine neue, über­raschende Wendung eingetreten: zwei englische Blätter berichte» in großer Aufmachung, der Kaiser von Abessinien habe gerade in diesen Tagen politischer Hochspannung umfangreicher Konzessionen, die sich über große Teile Ost- abesstniens erstrecken, an eine englisch-amerika­nische Gesellschaft, mit dem Sitz in London, ver­geben. Nach einer Meldung des New Chronicle- Sonderkorrespondenten aus Addis Abeba handelt es sich um eine Konzession zur Ausbeutung der Mineral- und Petroleumschätze Abessiniens, und zwar gehe es um Projekte im Wert von vielen Millionen Pfund Sterling.

Die Vereinbarung sei, so berichtetNews Chro- nicle" von einem Engländer namens E. W. Rickett aus London abgeschlossen worden. Er habe sich acht Tage in Addis Abeba aufgehalten. In dieser Zeit sollen die Verhandlungen bei Tag und Nacht in einem Regierungsgebäude geführt worden sein. Rickett sei in der Nacht zum Freitag von einem Beamten aus dem Bett geholt und in einem Kraftwagen zum Palast gefahren worden, wo nach einer abschließenden Besprechung mit dem Kaiser die Unterschrift vollzogen worden sei. Hier­auf sei Rickett sofort über Dschibuti nach London, abgereist.Daily Telegraph" will wissen, daß' es sich um die britisch-amerikanischeAfrican exploitation and Development Corporation" handelt, der das Recht auf die Ausbeutung der Petroleumvorkommen, der Mineralschätze und der

Vozen, 1. September.

Bei herrlichem Sonnenschein wurde am Sonn­abend die große Truppenschau über alle Einheiten abgehalten, die an den italienischen Alpenmanö- vern teilgenommen hatten. Acht Divisionen waren in Nonstal aufgestellt. Mussolini, Mnrschall Valbo, Minister, Staatssekretäre und Generäle hatten sich auf einem erhöhten Standort einge- funden und erwarteten den König. Bei seiner An­kunft wurde der König von Mussolini begrüßt. Mussolini stellte dem König den Maharadscha Ka- purtala vor. der zur Truppenschau nach Ronzone gekommen war. Nachdem sich der König und der Regierungschef einige Minuten lang unterhalten hatten, fuhr der König im Kraftwagen die Fron­ten der Regimenter ah. Nach seiner Rückkehr auf den Veobachtnngspunkt hielt Mussolini in Gegen­wart des Herrschers eine Ansprache. Der Duce sprach im Namen des Königs den Offizieren und den Soldaten seine Anerkennung für die während der Manöver gezeigte Widerstandskraft, Haltung und Disziplin aus und fügte als Minister der bewaffneten Macht seine eigene Anerkennung hinzu. Er schloß in sein Lob auch die Truppen ein, die an den in anderen Gegenden Italiens stattfindenden Manövern teilgenommen hatten.

Mussolini erklärte weiter, in anderen Zeiten seien die einberufenen Reservisten nach den Manö-

sonstigen natürlichen Hilfsquellen für die Zeit von 78 Jahren gewährt sein soll. Es sei beabsichtigt, die Petroleumfelder durch den Bau einer ungefähr SOOKilometerlangen Rohrleitung mit Eeludia und von dort aus mit einem Hafen am Roten Meer zu verbinden.

Die African Exploitation and Development Cor­poration wurde am 11. Juli dieses Jahres unter den Gesetzen des Staates Delaware eingetragen. Das Kapital wurde mit 8000 Aktien im Nennwert, von 100 Dollar angegeben. Als Zweck der Ge­sellschaft wird die Ausbeutung von Petroleum­schätzen, sowie die Auffindung von Edelsteinen, Gold und Silber und die Erschließung anderer Bodenschätze bezeichnet.

In Londoner amtlichen Kreisen rückt man von der Konzessionsangelegenheit, mit der die Besitz- unh Jnteressenverhältnisse in Abessinien nicht unwesentlich verändert und der italienisch- abessinische Konflikt noch komplizierter wird, mit Entschiedenheit ab. Der Unterhändler Rickett habe, so wird erklärt, weder amtliche noch nicht­amtliche Unterstützung von der britischen Regie­rung erhalten, die bei mehreren Gelegenheiten zum Ausdruck gebracht habe, daß sie vom Tanasee abgesehen keine wirtschaftlichen In­teressen in Abessinien verfolge. Im englischen auswärtigen Amt soll die Meldung über den Vertrag sehr unfreundlich aufgenommen worden sein.

In Rom hat der Konzessionsvertrag außer­ordentlich starke Entrüstung hervorgerufen. Die römische ZeitungEiornale d'Jtaliä" betont, die Konzession würde eine doppelte Verletzung der Verträge bedeuten, die England 1891, 1894 und 1906 mit Italien abgeschlossen habe. Mussolini

habe zwar in seiner Vozener Erklärung aus­drücklich versichert, daß das faschistische Italien alle imperialistischen Interessen Englands achten werde. Er habe jedoch keinen Blanko-Wechsel unterschrieben.Lavoro Faszista" überschreibt seinen Londoner Bericht mit der Schlagzeile: Das wahre Gesicht des englischen Imperialis­mus unter der Völkerbnndsmaske Ein eng­lisches Konsortium entreißt der abessinischen Re­gierung eine Konzession auf Ausbeutung der Erdschätze Abessiniens".

DieTribnna" setzt über ihre Londoner Stellungnahme die lleberschrift:Es handelt sich um Petroleum und nicht um den Völkerbund" und erinnert an einen Ausspruch über die Eng­länder:Sie sagen Christus und meinen Baum­wolle".

Der Abschluß des Vertrages bedeute, so erklärt das Blatt, einen Schlag gegen die italienischen Interessen und habe gerade in der besonderen Lage des Augenblicks vollends den Charakter eines Fanstschlages in den Rücken Italiens sowohl von feiten des Negus wie von feiten Englands. Der abgeschlossene Vertrag decke ein Wespennest politischer und juristischer Fragen aus. Vielleicht wäre es angebracht, von einem gordischen Knoten zu reden, der nur mit einem Schwert durchhauen werden könnte.

Das Blatt stellt die weitere Frage:Ist die englische Regierung entschlossen, in einen Kauflust mit der italienischen Regierung wegen des abesii- nischen Petroleums zu geraten?" Die englische Regierung habe bereits englische Kreuzer nach strategisch wichtigen Punkten des suezkanals. nach Port Said, Haifa, Alexandria, Cypern und Akka entsandt.

kin Vonnerschlag

* Bremen, 1. September.

Wie der erste dröhnende Donnerschlag aus einem allerdings äußerst gewitterschwülen Him­mel hat in Rom die Nachricht von der Vergebung abessinischer Rechte an englisch-amerikanische Handelsgesellschaften zur Ausbeutung der Mine­ral- und Petroleumschätze im Reiche des Negus gewirkt.

Man begreift vollkommen, daß zuerst beklem­mende Stille dem Bekanntwerden der gänzlich un­erwarteten Wendung im diplomatischen Vor- kriegsspiel um Abessinien folgte. Auf äußersten Widerstand des Negus, auf alle möglichen Druck­mittel Großbritanniens war man in Italien ge­faßt, sogar mit Sllhnemaßnahmen des Völker­bundes (Sanktionen) hat man gerechnet, ja, selbst auf einen Krieg mit England: Auf den Abschluß der nun bekanntgewordenen Wirtschafts­verträge aber keinesfalls.

Kein Wunder, wenn nach dem ersten betroffenen Atemholen die italienische Presse über die Ver­träge in helle Entrüstung ausbrach. Waren es doch gerade die ganz be>onders gearteten wirt­schaftlichen Möglichkeiten Abessiniens mit seinem Reichtum an Oel- und. Mineralvorkommen, die Italiens Ausdehnungsbedürfnisse in Ostafrika bet stimmten, Aüsdehnungsbediirfnisse, die immerhin begreiflich erscheinen angesichts der Rohstoffarmut des italienischen Bodens und seines für das italienische Volk zwar erfreulichen, . aber im Augenblick nicht unterzubringenden Vevölkerungs- überschusses.

Und nun sollen die hoffnungsreichen Wirt- 'schaftsmöglichkeiten in Abessinien für Italien über Nacht verschwunden/ sollen einem englisch­amerikanischen Eeschäftskonsortinm in die Hände gespielt und somit -für England und Amerika gesichert sein? Italien aber soll leer ausgehen? Lohnt sich da überhaupt noch die Eröffnung eines zweifellos für Italien nicht leicht zu nehmenden Wafsenganges gegen Abessinien? Lohnt sich un­ter solchen Umständen die militärisch schwierige Besetzung eines Reiches, das wirtschaftlich ge­sehen jetzt nur noch einer leeren Nußschale gleicht, wo es bis gestern noch eine vollkernige Nuß gewesen war?

Die italienische Presse spricht von einer schweren Verletzung internationaler Verpflichtungen Eng­lands, weist auf die um die iPende des Jahr­hunderts mehrfach getroffenen englisch-italienischen Abmachungen bezüglich Ostafrikas hin und zeigt sich schwer gekränkt über oie unerhörte Ueber- raschung angesichts der Versicherungen des Duce, daß das faschistische Italien keineswegs imperiali­stische Belange Englands bedrohen werde. Die englische Presse wiederum zeigt sich überrascht über die jüngsten abessinischen Vorgänge und gibt ihrem Unwillen Ausdrucks daß man in dem Ab­schluß des Vertrags eine Jntrige der britischen Re­gierung sehen wolle, während doch die englische Regierung ihren Gesandten in Addis Abeba im Hinblick auf den Drei-Parteien-Vertrag von 1906 beauftragt hat, dem Negus von der Erteilung der Konzessionen abzuraten. Daß Amerika sich gleich­falls überrascht zeigt, kann man sich denken, wobei allerdings bezeichnend ist, daß die amerikanische Presse feststellt, die amerikanischen Belange im Ausland dürften nicht schlechter als die anderer Nationen gestellt werden.

Was abernun? Das fragt man sich jetzt in aller Welt. Zweierlei doch ist nur denkbar. Ent- weder Italien führt den Krieg gegen Abessinien durch und gerät nach einem mehr oder weniger langen, jedenfalls sehr opferreichen Feldzug gleich nach dem Siege über Abessinien mit England in einen Krieg, oder aber man besinnt sich in Rom noch rechtzeitig auf die gegebene Gesamtweltlage und bietet, nachdem der italienischen Waffenehre durch einen ersten Sieg (womöglich bei Adua) Genugtuung widerfahren ist, dem Negus einen Frieden an, der vielleicht sogar durch Vermitt- lung Englands zustande kommend, Italien alle die Vorteile einbringt, die ihm heute schon, vor dem Ausbruch des Krieges durch England ange­boten worden sind.

Es gibt sehr ernst zu nehmende Politiker gewiß auch in England die bestimmt an diese Entwicklung des abessinischen Streites glauben, eine Entwicklung, die allerdings man muß das besonders hervorheben dem Frieden Europas und der Welt am dienlichsten wäre Wenn es wahr ist, was eine Meldung aus Amerika besagt, näm­lich, daß die amerikanische Gesellschaft, die gemein­sam mit der englischen die Wirtschaftsverträge in Abessinien abgeschlossen hat, in Amerika Ioebenerst gegründet wurde, so darf man wohl auch sagen, daß vielleicht dieser Schachzug falls er sich als ein solcher herausstellt als ein den Weltfrieden nicht ganz aus den Augen lassender diplomatischer Akt zu werten ist, der, so stark er auch im Anfang die Gemüter Europas und vor allem Italiens erregt, am Ende doch wohl sein Gutes noch haben kann.

Erfreulich ist es jedenfalls jetzt, daß man in Rom mit kalter Nüchternheit die Lage beurteilt und sich nicht hinreißen läßt, aus der augenblick­lichen Eemütseinstellung heraus übereilte Ent­schlüsse zu fassen, die sich für Italien verhängnis­voll auswirken könnten. Da Italien einen Krieg mit England und die daraus erwachsenden unad»

Mussolini kündigt weiterelnippeneinzlekung an

Abschluß der italienischen Mpen-Manöver Truppenschau in Nonstal

2ol.or Ludest L.

Die Llanöver. deKvLuen

vern entlassen worden, doch das geschehe in diesem Jahre nicht. Im September würden noch 200 000 Mann eingezogen, so daß die italienische Wehr­macht die vorgesehene Zahl von 1 Million Mann unter den Waffen habe» werde. Die Welt solle wissen, daß, wenn weiterhin in törichter und pro­vokatorischer Weise von Sanktionen gesprochen werde, Italien auf keinen Soldaten, keinen Matrosen und keinen Flieger verzichtet, sondern seine Streitmacht aus die höchste Effektivstärke bringen werde. Die hohe Moral und die Wider­standskraft der Truppen hätten gezeigt, daß sie

Abgeriegelt"

Die Zusammenfassung der italienischen U-Boote London, 1. September.

Die Zusammenfassung der italienischen U-Boots- flotte bei Sizilien und an der nordafrikanischen Küste hat in britischen Marinekreisen beträchtliches Aufsehen erregt. DerStar" meint, die Zu­sammenfassung der U-Bootflotte habe zur Folge, daß der Suezkanal gegen jede Annäherung aus dem westlichen Mittelmeer abgesperrt werde, das heißt also, daß britische und französische Kriegs­schiffe oder Handelsschiffe abgeriegelt würden.

kngland rät ab

London, 1. September.

In einer Erklärung des Foreign Officie wird am Sonnabendabend erklärt, daß der britische Gesandte in Addis Abeba ermächtigt worden ist, für den Fall, daß der Bericht über die Erteilung der Oelkonzession richtig ist, dem abessinischen Kaiser mitzuteilen, daß die britische Regierung ihm rate, die Konzession vorläufig nicht zu er­teilen.

Staatssekretär Hulls Ansicht

Washington, 1. September.

Staatssekretär des Aeußeren, Hüll, teilte in einer Pressekonferenz mit, daß die amerikanische Gesandtschaft in Addis, Abeba den Abschluß des riesigen Pacht- und Ausbeutungsvertrages für englisch-amerikanische Interessen telegraphisch Le- stätigt habe. Auf die Frage, ob die amerikanische Regierung nicht vorher zu Rate gezogen worden sei, antwortete der Staatssekretär, das sei unter der Regierung Roosevelts nicht üblich. Die Re­gierung lehne es ab, ihren Landsleuten in alle Erdteile zu folgen und sich um Dinge zu kümmern, die rein privater Natur seien. Er fürchte daher keinerlei Hineinziehung der amerikanischen Re­gierung in Streitigkeiten, die sich aus diesem Ver­trag etwa ergeben sollten.

Man ist hier geneigt, die Angelegenheit als ein kluges Manöver britischer Interessenten auf­zufassen, um den Teil Abessiniens, in den Ita­lien im Kriegsfalle zuerst einmarschieren würde, zu einer neutralen Zone zu machen und gleichzeitig Amerika in das abessinische Problem zu verwickeln. Man nimmt weiter an, daß sich die amerikanische öffentliche Meinung zunächst ab­wartend und kritisch verhalten werde, daß aber die Stimmung, wenn der Vertrag wirklich durch­geführt werde sollte, sich allmählich für das Pro- ,ekt erwärmen werde. Die öffentliche Meinung würde sich dann auch energisch gegen eine italie­nische Einmischung in die friedliche Entwicklung Abessiniens aussprechen.

Australien gegen Süstnemaßnastmen

Melbourne, 1. September.

Eine weitere überraschende Meldung im ita- lienisch-abessinischen Konslikt betrisst das Ergeb­nis der australischen Bundeskabinettssitzung vom Freitag.

(Fortsetzung auf Seite 2)

auch die härteste« Anforderungen bis zu Ende er­fülle» werden, wenn das Vaterland sie rufe.

Nach dieser Ansprache zog die motorisierte Divi­sion Trento in langen Kraftwagenkolonnen vor dem König, Mussolini und den Manövergästen vorbei. Der König kehrte anschließend im Kraft- wagen nach Trieft zurück. Mussolini verabschiedete sich von den ausländischen Offizieren und den aus­ländischen Pressevertretern. Er dankte den aus­ländischen Journalisten für die objektiven und ruhigen Berichte, die sie ihren Zeitungen zugesandt hatten und die er genau verfolgt habe.