Ausgabe 
(29.6.1935) Nr. 177
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kremer

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Nr. 177 / 3. Jahrgang

19 3 5

Zeitung

-er Freien Hansestadt

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Sonnabend. 2 y. Juni

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Keneralfeldmarschall Mackensen zum Gruß!

Unser lagvsspiegsl

In Berlin haben Handelsvertragsverhand­lungen zwischen Deutschland und Polen be­gonnen.

Der Führer der deutschen Seeschiffahrt, Staatsrat Ehberger, bezeichnete aus der Tagung der Internationale» Handelskammer die Regelung der Subventionen und des Währungsproblems als Voraussetzung für eine Gesundung der Seeschiffahrt.

Die Jahrestagung der Akademie für Deut­sches Recht nahm mit einer sozialpolitischen Rede Dr. Leqs ihren Fortgang.

Das Landwirtschastsstudium ist einer natio­nalsozialistischen Reform unterzogen worden.

Gleichzeitig mit der Lustschutzwerbewoche be­ginnt eine zweitägige Sammlungsaktion für das HilfswerkMutter und Kind".

Danziger Studenten wurden vom Senat der . Freien Hansestadt Bremen empfangen und " begrüßt.

Aus der Weser beginnen heute die Kämpfe der Ruderregatta.

Kriegszustand über Barcelona

Maßnahmen gegen die linksradikalen Aus­schreitungen

Madrid, 29. Juni.

Da die bewasfneten llebersälle und Brand­stiftungen linksradikaler Elemente in Barcelona in der letzten Zeit ständig zugenommen haben und erst in der Nacht zum Freitag wieder eine Stra­ßenbahn und zwei Autobusse in Brand gesteckt würben, hat der außerordentliche Ministerrat be­schlossen, über Stadt und Provinz Barcelona den Kriegszustand zu verhängen.

In diesem Zusammenhange begeben sich am Sonnabend der spanische Kriegsminister sowie der Innenminister nach Barcelona, um den Kriegs­zustand selbst zu verkünden und Untersuchungen vor allem über die von der Polizei durchgeführten Esgenmaßnahmen vorzunehmen. Es wird ver­mutet, daß wie die vor kurzem erfolgte Dienst­entlassung von 74 Polizeibeamten in Barcelona auch zeigt gewisse Beamte nicht mit der nötigen Energie gegen die Verbrecher vorgehen.

Seiner Aemter enthoben. Die Pressestelle der Reichsmusikkammer gibt bekannt: Der bisherige Hauptschriftleiter der ZeitschriftMusik im Zeit- bewußtsein" und Leiter des Presse- und Kultur­amtes der Reichsmusikkammer, Dr. Friedrich Mahling, wurde auf Anordnung der Geschäfts­führung der Reichskulturkammer wegen kultur­politischer Ilnzuverlässigkeit seiner sämtlichen Aemter in der Reichsmusikkammer enthoben.

Der Reichsjugendführer besuchte die Auslands­organisation der NSDAP. Reichsjugendfllhrer Baldur von Schirach stattete der Auslandsorgam- sation der NSDAP. in Berlin einen Besuch ab. Er zeigte für das umfangreiche Arbeitsgebiet der Auslandsorganisation größtes Interesse.

Der Sieger von Gorlice in der Hansestadt

. Bremen, 29. Juni.

Generalfeldmarschall August vonMacken- sen weilt heute zum Staatsbesuch in unse­rer Stadt. Mit herzlicher Freude begrüßen wir den hervorragenden Soldaten und Feld­herrn, der während der Zeit des Weltkrieges sich durch seine großen und zahlreichen Schlachtenerfolge eine Volkstümlichkeit er­worben hat, die in unverblaßtem Glänze ihn heute noch umgibt. Die berühmte Durch­bruchsschlacht bei Gorlice, der Feldzug in Galizien, die Einnahme von Brest- Litowsk und. vor allem die Eroberung Rumäniens sind Ruhmestaten des deut­schen Heeres, mit denen für alle Zeiten der Name Mackensen verknüpft bleiben wird.

Die Verdienste des Heerführers Mackensen, bei dessen großen kriegerischen Erfolgen sich stets umsichtige Strategie mit echter Reiter­kühnheit glücklich paarte, belohnen sich in ihrer geschichtlichen Unvergänglichkeit von selbst. Nichtsdestoweniger war es am Platze und gelangt dem neuen Deutschland nur zum eigenen Ruhme, daß es mit der gesetzlich fest­gelegten Uebereignung eines Gutes auf einen seiner tüchtigsten Söhne ein Zeichen nationa­ler Dankbarkeit aller Welt darbot, eine Dankbarkeit, die bei anderen Völkern nicht immer und auch im früheren Deutschland nicht stets und unbedingt großen Söhnen der Nation gegenüber bekundet ipprden ist. Indem das nationalsozialistische Deutschland seinen verdienten Heerführer ehrt, ehrt es sich selber und wenn das deutsche Volk heute wie früher Mackensens Ruhmestaten gerne gedenkt, gedenkt es gleichzeitig der eigenen geschichtlichen Größe.

«

Wenn dBr nun 88jährige auf seiner Rund­reise im Reiche auch nach Vremen kam, so dürfen wir ihm versichern, daß. die alte Han­sestadt in höchstem Maße diesen Besuch zu schätzen weiß. In den Tagen, da durch die geniale politische Führung Adolf Hitlers dem Teutschen Volke wieder das kostbare Gut der

allgemeinen Waffenehre zurückgegeben wurde, fühlt die stets waffenfreudig gewesene Hansestadt besonderen Stolz, den einzig noch lebenden Generalfeldmarschall der deutschen Armee bei sich zu sehen, und jedes Soldaten­herz schlägt höher bei dem Gedanken, den ebenso berühmten wie beliebten Feldherrn sehen und Auge in Auge begrüßen zu können Das gilt besonders für die ihn empfangenden Ehrenformationen, deren Front er abschreiten wird, das gilt aber auch für alle übrigen Bewohner Bremens, die den Generalfeldmarschall sehen und begrüßen werden.

Und so sagen wir ihm denn hiermit sowohl aus eigenem Antrieb des Herzens wie im Namen des gesamten nationalsozialistischen Bremens ein freudiges Willkommen und wünschen, daß er sich hier wohlfühlen und unsere Stadt fernerhin in bestem Andenken und schöner Erinnerung behalten möge.

cl.

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Der Eeneralfeldinarschall v. Mackensen traf mit seiner Gattin bereits gestern abend um 7 lthr in Eremen ein. Hillmanns Hotel, wo er abstieg, ist mit Flaggen geschmückt. Schon nachmittags um- 15 Uhr war ein« Wache der Landsspolizei ausgezogen, und eine dichtgedrängte Menschen­menge erwartete den greisen Feldmarschall. den sie begeistert begrüßte Der Feldmarschall, der seine schwarze Husarenuniform trug, wurde von Oberst von Morsbach, als dem Vertreter des Standort- ältesten, General Keitel, sowie von dem Adju­tanten Hauptmann Völckers empfangen. Den Abend verbrachte v. Mackensen in engstem Freun­deskreise.

Vormarsch des deutschen Gozialrechts

Di-. Ley spttcht auf See Iahcemagung See' Akademie süc Deutsches stecht

München, 29. Juni.

Die am Freitag vormittag in der dicht besetzten Aula der Münchener Universität abgehaltene Ge- meinschaftstagung der Akademie für Deutsches Recht gewann besondere Bedeutung durch Aus­führungen des Reichsorganisationsleiters der NSDAP. und Führers der Deutschen Arbeits­front, Dr. Robert Ley. Er führte in seiner Rede u. a. aus:

Zu den Grundpfeilern des Nationalsozialismus gehört die Anerkennung der Gesetzmäßigkeit in der Welt. Für uns gibt es keinen Zufall. Der Nationalsozialist wird immer versuchen, auf den Ursprung und zur Quelle einer Sache zu gelangen. Zufall und Willkür, die das vergangene liberali- stische System beherrschten, sind für das neue Deutschland unmöglich. Der Nationalsozialist

wird allein die Verantwortung tragen und ein­stehen für das. was geschehen ist."

Dr. Ley kam dann aus das Arbeitsrecht zu sprechen und betonte:Daß ganze soziale Elend der vergangenen Jahrzehnte ist nichts anderes ge­wesen als der Kampf der breiten Massen der Ar­beiterschaft um ihr Recht. Der Mensch ist geboren, um zu leben. Das gibt ihm aber auch das Recht auf die Arbeit als Vorbedingung des Lebens. Wir wollen keinen Wohlfahrtsstaat, und es hat zu den ersten Aufgaben des Nationalsozialismus bet der Machtübernahme gehört, Arbeit zu schaffen. Das war nach des Führers Ausspruch das oberste Gesetz dieses Deutschland."

Das weitere Recht des Einzelwesens ist das Recht auf Schutz. Lange genug lebten wir in

dem Wahn, der einzelne könne allein durchs Leben kommen. Das Schicksal hat uns gelehrt, daß alle Fähigkeiten, noch soviel Arbeit, alle Leistungen keinen Wert haben, wenn die Arbeit nicht den nötigen Schutz findet. Während die eine Hand den Pflug führt, muß die andere das Schwert halten. Wer das nicht will, hat das Recht auf das Leben verwirkt. (Lebhafter Beifall.) Deshalb ist es wahrhaftig keine Angelegenheit des Führers allein oder seiner Minister, sondern eine Sache des ganzen Volkes und jedes einzelnen, daß der Führer uns die Wehrhoheit wiedergab, (Erneuter Beifall.)

(Fortsetzung auf Seite 2)

Der deutsche Raum

unsere Ausgabe und unser Schicksal

Die deutsche Sozialdemokratie hat es sich lange Zeit hindurch, solange ihr von anderer Seite dies nicht ernstlich bestritten wurde, als eines ihrer be­sonderenVerdienste" angerechnet, diedeutschs Arbeiterbewegung aus einerinner­deutschen Angelegenheit", wie sie sagte, zu einem Faktor des internationalen Lebens" und zur Trägerin einer besondereninternationalen Mission" gemacht zu haben. Aus diesemVer­dienst" hat sie schon frühzeitig, noch bevor sie durch die November-Revolte des Jahres 1918 in den Besitz der staatlichen Macht gelangt war, einen gewissen FUHrungsanspruch jener anfangs sozia­len, später immer stärker in das rein Politische abgleitenden Bewegung gegenüber hergeleitet. Die Sozialdemokratie übersah dabei allerdings, daß das. was sie hier und auch auf zahlreichen anderen Gebieten unseres nationalen Lebens als ihr Verdienst hinzustellen bemüht war, in Wirk­lichkeit gar nicht als ihr Verdienst angesprochen werden kann. Wenn man hier überhaupt von einemVerdienst" sprechen darf die deutsche Arbeiterschaft hat weniger die positiven, um so mehr aber die negativen Auswirkungen jenes Verdienstes" zu spüren bekommen, so war es viel eher eine Folge gewisser natürlicher Ge­gebenheiten, und vor allem unserer besonderen r ä u m l i ch - g e o p o l kti s ch e n Verhält­nisse, die unser Eesamtleben als Volk und als Staat in einem viel stärkeren Matze bestimmen und beeinflussen, als man im allgemeinen glaubt. Aber gerade mit deren Dasein wußte die Sozial­demokratie so wenig wie die übrigen Parteien der ehemaligen Weimarer Koalition zu rechnen.

War dies an sich schon bedenklich genug, so mußte es zu einem wahren Verhängnis werden, als dieselben Parteien, an der Spitze die Sozial­demokratie, zurverantwortlichen Führung des Staates", wie sie so gern sagten,berufen" wur­den. daß heißt allerdings, sich jenerverantwort­lichen Führung" im Vollzüge der November-Re­volte von 1918 in einer sehr unverantwortlichen Weise selbst bemächtigten. Wenn ihrePolitik"

von allem Anfang zum Scheitern verurteilt in der Folge so kläglich scheiterte, wie wir es alle noch in den letzten Jahren erleben konnten: wenn das von ihnen in vierzehnjährigermüh­samer Arbeit" aufgerichtetepolitische System" unter den wuchtigen revolutionären Stö­ßen einer Bewegung, die ohne den Schutz der staatlichen Machtmittel, ja, gegen sie und im härtesten Kampfe mit ihnen ihr Lebensrecht er­zwäng, schließlich kartenhausartig zusammen­brach, dann trug dazu, neben vielen anderen Fehlern und Schwächen im einzelnen, gerade der Mangel an Verständnis für die Raum- bedingtheit und R a u m g e b u n d e n - heit unseres gesamten politischen Lebens entscheidend bei.

Mit Recht ist, und zwar nicht erst etwa heute, den Parteien des früheren Koalitionssystems, in erster Linie der Sozialdemokratie als der lange

Lun setzen wir aufs Haus das Dach...

?um Richtfest desHauses der Deutschen Lunst" am 2y. Juni / Ein Gang durch das Sauwerk

München, 28. Juni

^ Der 18. Oktober 1933, der Tag der Grundstein­legung zumHaus der Deutschen Kunst" in München, war eine Huldigung der ganzen Na­tion vor der durch den neuen Staat dem Volke wiedergegebenen deutschen Kunst. Nicht ein loka­les Ereignis galt es zu feiern, nicht nur die Ge- burtsstunde des ersten gewaltigen Monumental­baues des nationalsozialistischen Staates, sondern darüber hinaus bedeutete der Tag ein Bekennt­nis des gesamten Volkes zu den höheren Werten des Lebens, zu den künstlerischen Idealen unserer nationalen Volksgemeinschaft. Das kam zum Ausdruck durch den herrlichen Festzug, der an diesem Tage sich durch die Kunststadt München bewegte, die nunmehr ihren alten Ruhm im neuen Reich zuriickerlangen soll, und in dem sich nlle Künste in prächtigen Allegorien und sinn­bildlichen Darstellungen die Hand reichten und mit dem edlen Handwerk verbanden.

Der 29. Juni 1935 erscheint uns nicht weniger bedeutungsvoll für die Pflege und d,e Er­neuerung der deutschen Kunst aus national­sozialistischem Geist. Denn heute steht das gewal­tige Werk im Rohbau vollendet, heute schuegt sich das gläserne Dach über den mächtigen Mauern zusammen, heute können wir, sroh der geleisteten Arbeit, Richtfest. feiern im Welchen festlichen Rahmen wie damals bei der Grund- steinlegung zumHaus der Deutschen Kunst . re ollen Teilnehmern unvergeßlich bleiben wird. In einembalb Jahren wuchs auf einer Erundflacye von Hon,, Quadratmeter das herrliche Bauwer empor, und es konnte nur geschaffen werden, weil das ganze deutsche Volk, weil der letzte deutsche Volksgenosse freiwillig opferte, sich durch seine

Gabe zu den edelsten Gütern der Nation be­kannte, weil die erforderlichen 8 Millionen Mark in Geld, Materialspenden und freiwilligen Ar­beitsleistungen glücklich zusammengekommen sind. Die lange Liste der Spenden legt Zeugnis ab für diesen Opfersinn, sie zeigt uns, wie der Appell des neuen Reiches an das deutsche Volk, der deut­schen Kunst symbolisch hier in München einen herrlichen Ehrentempcl zu schaffen, nicht ange­hört verhallte.

Wir konnten jetzt schon, über einhundert in- und ausländische Pressevertreter, unter Führung des Architekten Hetz vom Atelier Troost eine eingehende Führung des großartigen Bauwerkes vornehmen. In ideeller Anlehnung, aber in Neu- formung und Weiterbildung des Klassizismus, der unter König Ludwig I. die Monumental­bauten eines Leo von Klenze beherrschte, schuf der Architekt des Führers, Professor Troost, den ein allzufrüher Tod die Vollendung seiner großen Werke nicht mehr erleben ließ, in geistig­künstlerischer Uebereinstimmung mit dem Führer diesen einzigartigen Bau. Ein Säule nporti- kus von 20 weißgelb leuchtenden Kalksteinsäulen empfängt den Gast und versetzt ihn in weihevolle Stimmung. Das breit hingelagerte Gebäude, dem die Zweckbestimmung die Ausmaße vorschrieb, zeigt als edelste Zier an der Ost- und an der Nordfront iese lanaen. wuchtiaen Säulenreihen, auf denen der Architrav mit ieincm breiten Stirnband ruht. Hierdurch wird das nüchterne Dach mit seiner Eisenkonstruktion und seinen Glasscheiben sür das Oberlicht nach außen ver­deckt. nach innen jedoch zu den Ausstellungs­räumen selbst sorgen eingebrannte, leicht abge­dunkelte horizontale Scheiben für die Abmilde-

rung und Zerstreuung des Lichtes, so daß die möglichst beste Lichtwirkung für den Genuß der Kunstwerke hierdurch erreicht wird.

Ein würdiger Ehren räum, der durch zwei Säulenreihen innen in drei Teile ausgegliedert wird, bildet die Mittelachse des langgestreckten Gebäudess das 175 Meter Längsfront ausweist bei einer Breite von 89 und einer Höhe von 15^ Metern. 185 000 Kubikmeter Raum wurden um­baut: seine Aufteilung erfolgte in wahrhaft genialer Weise. Es wird möglich sein, alle Bilder so unterzubringen, daß sie nach ihrer Größe und ihrer Wirkung den denkbar besten Platz zuge­wiesen bekommen. Wir begegnen in der Ein­teilung, der Anordnung, der Größe und der Ver­bindung der Räume zueinander immer wieder den edelsten Proportionen. Vier Treppenhäuser an den Ecken des Gebäudes führen zu den oberen Ausstellungsräumen, die sich besonders für kleine Spezialausstellungen eignen. Mehr als 5000 Quadratmeter Fläche stehen für Ausstellungs­zwecke zur Verfügung. Dazu kommt noch die mächtige Ehrenhalle, in der vor allem Plastiken ausgestellt werden sollen.

Am 29. Juni ist gut die Hälfte des Weges zur endgültigen Vollendung des großen Werkes zu­rückgelegt. Der Führer kann an diesem Tage mit Freude auf das Geschaffene blicken, und mit ihm wird das ganze deutsche Volk eine stille Stunde der Besinnung und der inneren Genugtuung begeben. Da der Rohbau im wesentlichen unter Dach und Fach ist, können nun bald die Kunsthandwerker ihren Einzug halten, um dem Bau seine innere Ausgestaltung zu geben und seine Böden und Wände mit deutschem Marmor, mit herrlichem Kalkstein und mit besten einheimischen Hölzern zu verkleiden. Im Frühjahr 1937 aber kann die deutsche Kunst ihren feierlichen Einzug halten ins neue Heim, in den ihr vom neuen Reich und seinem Kanzler zur Verfügung gestellten Ehren- tempel.

Das Nordische Musikfest in Lübeck

Ehrungen für Hermann Äbendroth und Wilhelm furtwängler

Das Nordische Musikfest,, das im Audienzsaal des Lübecker Rathauses eröffnet wurde, hat bisher einen glänzenden Verlaus genommen. Das eigentliche Eröffnungskonzert hat Wilhelm Furt- wängler dirigiert, dem zusammen mit Hermann Abendroth vom Leiter der Ausländsabteilung der Reichsmusikkammer die Goldene Denkmünze der Gemeinnützigen Gesellschaft überreicht wurde. Diese hohe Auszeichnung wird sonst nur verdien­ten Lübeckern verliehen, aber beide Dirigenten sind durch längere Tätigkeit so eng mit der alten Hansestadt verbunden, daß man sie in Lübeck als hansische Künstler ehrt und auszeichnet. Die Ver­leihung der Medaillen fand eine stürmische Zu­stimmung.

Am Donnerstagmittag fand das erste große Konzert statt im großen Saal der Gemeinnützigen Eeselllchatt. Das Steiner-Ouartetl, Berlin, brachte Werke eines dänischen, eines schwedischen und eines deutschen Komponisten zu Gehör. Un­gewöhnlich interessant war das Werk von dem jungen Stutigarter Hans Brehme. Seine Partita für Streichquartett opus 23 gliedert sich in Ouver­türe, Courante, Sarabande Bonree Einleitung und Gigue. Frisch und sehr lebendig zeichnet sich das Werk vor allem durch seine formale Sicherheit und starke Rhythmik aus.

Die zweite große Abendveranstaltung des nor­dischen Musikscstes galt in ihrem ersten Teil ganz den Komponisten der nordischen Länder. Wieder war das Lübecker Kolosseum von einer festlich gestimmten Zuhörerschaft erfüllt Und wieder sah man hervorragende Persönlichkeiten der Staats behörden, der Bewegung und des künstlerischen Lebens sowie die zahlreich erschienenen Gäste aus

den nordischen Ländern. Am Pult stand diesmal der Leipziger Gewandhaus-Dirigent Hermann Abendroth, der vor dem Kriege sechs Jahre in Lübeck tätig war. Unter seiner Leitung zeigte das städtische Orchester, dem diesmal die Aus­führung anvertraut war, ein Können von hohem Rang. Bei den ersten Takten schon spürte man die schöne Einheit zwischen Orchester und Dirigent. Abendroth zeigte sich in seiner Führung voll Kraft und Pathos, vorwärtsstllrmend in der großen Bewegung und verweilend bei Stellen von beson­ders feiner Schönheit. Als großer Meister zeigte er sich in der Ausdeutung der 2. Symphonie von Vrahms. dessen duftige, taufrische Stimmung er prachtvoll zum Ausdruck brachte.

Die Vortragsfolge begann mit einer Ouvertüre des dänischen Komponisten Emil Bangert, die in der Orchesterbehandlung an Wagner erinnerr. Wagnerschen Einfluß verrät auch der Norweger Jrgins Jenseit in seinemTema con Variazioni", einem Werk. das, breit und flächig angelegt, nicht ohne lyrische Poesie ist. Der anwesende Komponist wurde lebhaft gefeiert. Kurt Atterberg dirigierte das Klavierkonzert opus 35 von dem allerdings nur der erste Satz erklang, selbst. Der schwedische Komponist wurde, zusammen mit oem Berliner Pianisten Hermann Hoppe, der vas Konzert meisterlich 'pielte mit Beifall überschüttet Eine außerordentlich wertvolle Tondichtung lernte man in dem Werk des NorwegersDavidMonrndJohann- sen kennen. Sein Skaldcnlied Sigvat Skald, für eine -ingstimme und Orchester opus 10a ist ein von heldischem Geist getragenes Werk. das bei stän­digem Wechsel oes Taktes und glanzvoller In­strumentation in der Singstimme eine fast mono­tone Linie von heroischer Größe zeigt. Als