ST
Üas amüiche llrgan Ses Senals
6°—
rnümg
-er Sreien LanfeflM vremen
1
9
3
5
Anzeigen-Grnndpreise: Die LS-mm-Zeile im Anzeigenteil IS Rps.. die 70-mm.Zeile im Textteil 7 b Rps. Ermäßigte Grundpreise (für kleine Anzeigen, Familienanzeigen u. a.» sonsttge BMngungen laut
Preisliste 1. (Nachlaßstasfel v.» Für Anzeigen durch Fernsprecher keine Gewähr. Annahmsschluß 1« Uhr. Sprechzeit: Verlag werktäglich von 12—13 Uhr; Schristleitnng Dienstag bis Freitag von 12'/»—13>/, llhr.
Nr. 170 / z. Jahrgang
Sonnabend, 22. Luni
Einzelpreis is Rps.
Möersächsische Gonnenwenöfeier der SS.
V»5vr lagesspivgvl
Der englische Minister Eden hatte in Paris eine längere Unterredung mit dem französischen Ministerpräsidenten Laval
Eine Abordnung deutscher Kriegsteilnehmer wurde in England außerordentlich herzlich empfangen
Reichsorganisationsleiter Dr. Ley sprach in einer Reichsamtsleitertagung in München über die Deutsche Arbeitsfront
Staatsrat Lindemann, Bremen, nimmt an dem Kongreß der Internationalen Handelskammer teil
In den Aufsichtsrat der Deutschen Lufthansa wurde Dr. Firle, Bremen, gewählt
In Bremen fand eine Ehrung des toten SA.- Helden Gössel unter stärkster Anteilnahme aller Kreise statt
Zwei neue Schiffe des Norddeutschen Lloyd, die „Potsdam" und die „Düsseldorf", stehen vor ihrer Probefahrt
«!!«>
Feuersbrunst in Gbesfa
Bisher 180 Häuser abgebrannt
Athen, 22. Juni.
In der Stadt Edessa in Macedonien ist ein Eroßfeuer ausgebrochen, das sich infolge des starken Windes und des Mangels an Feuerwehrleuten immer weiter ausgedehnt. Bisher find an 188 Häuser mit 128 Läden im Innern der Stadt abgebrannt. Die Einwohnerschaft flieht nach außerhalb. Auch die Nationalbank, die Staatsanwaltschaft, das Gericht sowie die Volksschule sind bereits ein Raub der Flammen geworden. Das Telegraphenamt ist von Flammen eingeschlossen.
Rundfunkrede des GporlMrers
Kiel, 22. Juni.
Reichssportführer von Tschammer und Osten spricht anläßlich des Deutschen Jugendfestes 1938 am Sonnabend, 22. Juni, zwischen 8 und 9 Uhr vor der Kieler Sport- und Schuljugend auf dem Städtischen Sport- und Spielplatz an der Eckern- forder Thaussee. Die Rede des Reichssportführers wird von allen deutschen Sendern übertragen.
Deutschland protestiert
Gegen das neue rumänische Außenhandelsregime Bukarest, 22. Juni.
Der deutsche Geschäftsträger hat wegen des neuen rumänischen Außenhandelsregimes, das die deutschen Handelsinteressen in empfindlicher Weise berührt, Vorstellungen bei der rumänischen Regierung erhoben. Die Besprechungen über diese Frage sind noch nicht zum Abschluß gekommen und werden in den nächsten Tagen fortgesetzt.
Himmler und Rosenberg in Verben
Berden, 22. Juni.
Die Sonne ist im Versinken. Blaß steht der Himmel über dem weiten, herrlichen Thingplatz an der „Roten Beeke" bei Halsmühlen nahe Verben. Dunkel liegt der alte Sachsenweg. Still ist die Luft, Nebel braut und kriecht langsam heran, brandet an die Ränder der heiligen Stätte und verliert sich. Den Thingplatz selbst sollen 4300 Findlinge säumen — etwa 2000 davon stehen bereits. Unentwegt marschieren die treuen Mannen Adolf Hitlers an, sich für diesen Abend hier zu versammeln und ein altes deutsches Fest zu begehen, dessen Sinn wieder neu wurde und neu bleiben wird. In einem riesigen Halbrund haben sich die Mannen um den hohen Holzstoß vereinigt. Ihm zunächst steht die Hitlerjugend. Nahebei aber befindet sich die hohe, auf Steinen errichtete Kanzel, von der aus man in das niedersächsische Land sieht, weit, weit, über den brauenden Nebel hinweg, in eine unbegreifliche, dämmerige Schönheit hinein.
llnmerklich nimmt die Dunkelheit zu. Kurz vor 10 Uhr, eben vor Eintreffen des Reichsführers SS. Himmler und Reichsleiters Rosenberg, wird der Befehl erteilt, die Fackeln anzuzünden. Erst nur wie Funken blinken die Lichter auf, aber binnen weniger Minuten ist der gesamte Platz überflutet von Licht und Feierlichkeit — ein ergreifend schönes, herrliches Bild der Stille und Einkehr. Punkt 10 llhr trifft Reichsführer SS. Himmler und Reichsleiter Rosenberg in Begleitung zahlreicher hoher Persönlichkeiten der Gliederungen aus der Kanzel ein und nimmt die Stärkemeldung entgegen, die ihm Gruppenführer I e ck e l n-Vraunschweig überbringt. Rund 6000 Mann SS.-Verfügungs-Trupp, Führer der SA., Arbeitsdienst, politische Führer und Hitler-Jugend stehen bereit. Feierliche Stille herrscht. In sie hinein tönen die Klänge der SS.-Kapelle, während der Reichsführer die Front der Ehrenstürme abschreitet.
Reichsführer SS. Himmler
Nachdem das Niedersachsen-Lied verklungen war, ergriff Reichsführer SS. Himmler das Wort zu einer wuchtigen Ansprache. Vor 1130 Jahren, so führte er u. a. aus, wurden, wie die Lhronik berichtet, auf dieser Stätte 4300 niedersächsische Bauern enthauptet. Damals sind wir die Besiegten gewesen. Heute, nach einem Jahrtausend, stehen wir als Sieger auf diesem Platz. Damals fielen Köpfe, die sich nicht beugen wollten, heute
M
V
I'oro: Oüppsrv
RsivlisHiiirsi .88, Himmler upä Z-sioksIsiter HoseLdsr§
recken sich wieder Köpfe, die sich gleichfalls nicht beugen werden.
Wir kamen vor etwa 1)^ Jahren nach der alten Niedersachsen-Domstadt Verben, um diesen Platz zu einem Heiligtum, zu einem Ehrenplatz des gesamten deutschen Volkes zu gestalten. Viele haben es nicht für möglich gehalten, daß es gelingen würde, die Thingstätte in dieser Form zu errichten, wie wir sie heute hier in großen Zügen angefangen vor uns sehen. Der Gedanke, unsere Ahnen zu ehren, hat in unseren Herzen tiefe Wurzeln geschlagen. Es ist ein Ruhmesblatt für den FAD. und für die SS., in diesem „Sachsenhain" nach Jahrhunderten zum ersten Male die Sonnen-wendfeier zu begehen. Diese Feier soll uns an das uralte Gesetz deutschen Glaubens erinnern, daß dem Aufstieg der Untergang, und dem Untergang wieder neues Leben folgt, solange der Wille und die Kraft des Blutes in einem Wesen auf dieser Erde lebt.
Der Reichsführer schloß mit dem Wunsch, daß der „Sachsenhain" während ungezählter Jahrhunderte, ja Jahrtausende Sonnenwende um Sonnenwende erleben möge. Es werden Jahre
sein, wo schlechte Zeiten sind, wie vor 1158 Jahren, Zeiten des Kampfes vielleicht, auch einmal der Niederlage. Wir glauben aber an die unbesiegbare Kraft nordischen Blutes und nordischen Geistes, denn immer wieder folgt die Auferstehung. Unsere Stärke wird niemals im Verneine» bestehen, sondern wir stehen zu unserer eigene» Kraft und damit zu unseren Bäter» und zu unserer Zukunft.
Hierauf übergab der Reichsführer SS den „Sachsenhain" in die Obhut der 88er SS.-Stan- darte Bremen mit den Worten: „Bewahret ihn gut als Heiligtum nicht nur dieser Gegend, sondern als heiligsten Boden deutschen Blutes für ganz Deutschland."
Nach Fanfarenklängen sprach
Reichweite«' Alfred Rosenberg
Vor einem 2ahr, so betonte er, hätten wir uns hier in Verden zusammengefunden, um den ersten Niedersachsentag feierlich zu begehen. Wir wollten damals bekunden, daß eine alte Geschichtsbetrachtung ihr Ende genommen hat und daß eine neue Auffassung deutscher Vergangenheit aus der Wiedergeburt unserer TaM ihren Anfang nahm.
(Fortsetzung im Innern des Blattes)
Die Rolle des Zuden
Rafsenschutz allein sichert -as Volk
Führende Männer des nationalsozialistischen Staates, Gefolgsmänner Adolf Hitlers seit den Ansängen der Bewegung, haben immer von neuem denSchutzderRasse als eine Grundforderung des Nationalsozialismus betont. Erst kürzlich führte Reichsminister Dr. Frank aus Anlaß einer Gautagung in Königsberg aus, daß der Nationalsozialismus zu Konzessionen auf dem Gebiete der Rassengesetzgebung niemals bereit sein werde. Niemals dürfe der geschichtliche Zusammenhang zwischen Volksaufbau und Blutsubstanz vergessen oder beiseite geschoben werden, da von der Lösung der Rassen- frage die Zukunft des deutschen Volkes ab- hinge.
Seit ihrer Konstituierung hat die NSDAP. niemals Zweifel darüber gelassen, ddß sie auf Grund objektiver, sachlicher und wissenschaftlicher Forschung im Judentum den Faktor erkannt hat, der geeignet ist, den rassischen Bestand des deutschen Volkes zu gefährden. Da der Nationalsozialismus im Staate nur eine den Volksinteressen dienende Einrichtung erblickt, war es für ihn selbstverständlich, den einmal eroberten Staat nach seinen Erkenntnissen zu formen. Ein Rafsenschutz allein konnte den Bestand des Volkes und die von diesem geschaffene Einrichtung „Staat" für Jahrtausende sichern, nachdem ein sogenanntes „aufgeklärtes" Zeitalter diese Pflicht zum Schaden der Gesamtheit versäumt hatte. Aus diesen Gründen war es nur folgerichtig, wenn der nationalsozialistische Staat Gesetze erließ, die ein weiteres Eindringen artfremden Blutes in den deutschen Volkskörper und damit eine Rassen- verschlechterung verhinderten.
Als in Deutschland nach der Machtübernahme die ersten gesetzlichen Maßnahmen zur Erhaltung, zur Förderung und zum Schutze der Rasse getroffen wurden, konnte man sowohl in Kreisen des politischen Katholizismus im Inlande als auch allgemein im Auslande einen Sturm der Entrüstung feststellen. Diese Kreise erklärten die erlassenen Gesetze als „u n christlich", das Ausland sie als „bar baris ch". Beide fanden sich auf der gemeinsamen Linie ihrer Ablehnung. Es meldete sich das „Weltgewissen", stets wach, wenn es gilt, Deutschland etwas am Zeuge zu flicken und stets stumm, sobald Deutschland selbst der von irgendeiner Maßnahme betroffene Teil ist.
Es liegt dem Nationalsozialismus fern, sich in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten oder gar der Kirche zu mischen. Oft genug hat unser Führer Adolf Hitler diesen Grundsatz in seinen Reden betont. Mit demselben Recht aber erwartet Deutschland, daß man sich in seine Maßnahmen zum Schutze seiner Rasse als eine ausschließliche Ange-
Larl Anlauf
Vusch-Mrchen und andere Lügenden
Lügende ist wieder aufgetaucht, die der Küster von St. Nicolai in Berlin j erzählt. Hier, hätte Wilhelm Busch ;r von Max und Moritz entdeckt. Der ie ihn geführt und da seien ihm zwei e an einem Erbbegräbnis aufgefallen, stupsnastg und mit steil aufgekämm- mschel, vielleicht junge Köckeritze aus nlie, deren Angedenken das Epitaph der Küster erzählte — vielleicht — sein Skizzenbuch und den Bleistift her- > die beiden Kinderköpfe skizzierte ; fei dann Max und Moritz geworden, st, daß diese Geschichte drollig weiter- rd und die Leiden Pausbacken eure t mit Max und Moritz haben. Die schung hat leider festgestellt, daß die geschichte von Max und Moritz schon nden ist, lange vorher, ehe Busch zum e Berlin gesehen hat. Als anekdoten- ihlung könnte die launige Geschichte aber sie kursiert als wissenschaftliche , als die wahrhaftige Auffindung der on Max und Moritz. Busch hat m sei- sfen peinlichst vermieden, irgend em suchen, immer aber taucht wieder die : „Woher nahm Busch die Originale Bildergeschichten?" Warum soll e n ndes Genie wie Wilhelm Vu,ch lorbilder gehabt haben? Wurde man ragen: Hat Busch Vorbilder gekannt.
ite man darauf antworten. Möglich, t sie weder kopiert noch karrikiert. i Lebensraum eines Großen sit es ge- e mit einer Solquelle, sie müßen er >enoerkehr beleben. Daher kommen die mmkneipen Busch's im Lippischen, über
all soll Busch gesessen und die Bauern gezeichnet haben. Busch war kein Kneipenfreund; als er sich als 46jähriger nach Medensahl, seinem Geburtsorte zurückgezogen hatte, sagte er von sich, er habe nun sein Quantum Bier und Menschen reichlich gedeckt. Deshalb sind alle jene Anekdoten unrichtig, die annehmen, Busch habe sich seine Modelle in den Kneipen gesucht, und schon gar nicht, daß er täglich in Wiedensahl in einer Wirtschaft mit Bauern und Forstleuten zusammen gesessen habe. Dort soll er den Stoff für seine Humoresken „Der Geburtstag", die Bauerngestalten für „Dideldum" und auch die Anregungen für seinen Max und Moritz empfangen haben. Das stimmt alles schon deshalb nicht, da Busch bereits 1865 von München aus die Max- und-Moritz-Geschichte an seinen Verleger geschickt hatte, also 13 Jahre früher, ehe er nach Wieden- sahl zurückgekehrt war.
Nach anderen soll Busch die Anregungen für Onkel Knopp, die Mutter Köhm, die Witwe Volte und die famosen Kleinstadtphilister, die Figuren zu Balduin Bählamm in seinem Heimatsorte und in der nächsten Umgebung gefunden haben. 1902 erzählten Braunschweiger Zeitungen, in Wolfen- bllttel lebten noch die Urbilder von Tobias Knopp und die Fromme Helene. Die Wieden- sahler fabulieren gern, wenn es um ihren großen Sohn geht, denn alle diese Bildergeschichten sind mit Ausnahme des Balduin Bählamm vor d«r Heimkehr Busch's nach Wiedensahl erschienen. Einer von den Wiedensahlern schrieb sogar: „Bei manchem seiner Werke kann man als Einheimischer wohl wissen, wen er sich als Vorbild genommen hatte."
Nun aber kommen die Ebergötzener und wissen es besser. In diesem südhannoverschen Dorfe hat
nämlich Busch in jungen Jahren bei Pfarrer Kleine gelebt, einem Verwandten, der seine Erziehung geleitet hat. Da ist zu lesen: „Zwei Jugendfreunde waren es, die dem Dichterhumoristen Stoff gegeben haben für die trefflichen Max- und Moritz-Typen". Was ist daran richtig? Busch knüpfte eine innige Freundschaft mit den beiden Mllllerssöhnen, dem in Göttingen verstorbenen Mandatar Wutze, besonders aber mit Erich Bachmann, dem er sich sein ganzes Leben lang verbunden fühlte. Sie machten zusammen manch harmlosen Streich. Es ist nicht von der Hand zu weisen, daß die Erinnerung Busch's an jene Jugendjahre in Ebergötzen manches Erlebnis weitergesponnen hat und daraus ihm die Anregung zur Schasfung der beiden Max- und Moritz-Typen gekommen ist. Es wäre aber falsch zu sagen, daß Erich Vachmann und Wutze die Originale gewesen sind, die Streiche der gesamten Dorfjugend waren zweifellos die Anreger, wirkliche Modelle hat Busch nicht genommen, besonders nicht zeichnerisch.
An Ebergötzen finden sich mancherlei Anklänge in seinen Werken. So in dem Münchener Bilderbogen „Der Müller und der Schornsteinfeger", in der „Kühnen Müllerstochter" und vor allem in der Operette „Der Vetter aus Besuch", deren Schauplatz ja eine Mühle ist. Karikiert hat er seine Münchener Studiengenossen in der Kneip- zeitung, auch manche originelle Type nach dem Leben gezeichnet.
Ein Beweis dafür ist im Wilhelm-Busch-Archiv in Hannover vorhanden. Im Besitze des Archivs befindet sich eine kleine Bildergeschichte, die in der Öffentlichkeit noch nicht bekannt ist: „Kleines Erlebnis des kleinen Malers Pips mit der großen Mappe auf einer Studienreise". In dieser Geschichte hat er den Maler Stoeger, den Hauptdichter des Münchener Kllnstlerkreises „Jung- München" karakiert, wie er ihn auch in der Kneip- zeitung vielfach zur Zielscheibe seines Witzes ge
macht hat. Diese Geschichte hatte Busch nicht zur Veröffentlichung bestimmt, sondern eine neue gezeichnet. Diese ist in den Münchener Bilderbogen unter dem Titel: „Der kleine Maler mit der großen Mappe" erschienen. Figürlich und inhaltlich von der anderen ganz verschieden.
Wenn sich um Busch ein Kranz von Anekdoten zu winden beginnt, so zeugt das von der Popularität dieses Künstlers. Das darf aber nicht dazu führen, daß der Meister in der Anekdote andere Züge erhält, als sie ihm eigen waren. Dazu gehören vor allem alle Geschichten über seine angeblichen Modelle.
Vornehme
Ein elegantes Paar betritt ein Damenmoden- geschäst.
Vornehme Menschen. — Sie: schlank, hoheitsvoll, unnahbar . . . trägt Ehering; — Er: groß, breitschultrig, Monokel, wertvollen Siegelring an der rechten Hand.
Wenn sie einander etwas sagen, sprechen sie englisch.
Aber das Fräulein an der Kasse versteht Englisch — und so erfährt man nachträglich alles.
Die Dame läßt sich eine Unzahl von Kleidern vorführen. Endlich erregt eines ihr Wohlgefallen. Es kostet vierhundert Mark. Sie verzieht ihren hübschen Mund zu einem Mäulchen und versucht zu handeln.
Nur reiche Leute handeln.
Da der Geschäftsinhaber nichts nachläßt, werden andere Kleider gezeigt. Aber die Dame kommt immer wieder auf das eine zurück.
Es scheint ihr wirklich besonders gut zu gefallen.
„So nehmen Sie es doch. . ." flüstert der Herr.
„Zu teuer . .!"
„Wenn Sie mir gestatten würden, die Sache auszulegen. . ."
tzans-s>chemm-Vücherei in Leipzig
Die im Jahre 1871 vom Leipziger Lehrerverein ins Leben gerufene Comenius-Bücherei wird zum Andenken an den aus dem Lehrerstand hervor- gegangenen nationalsozialistischen Kulturkämpfer Hans Schemm, der im vorigen Jahr einem Flugzeugunglück zum Opfer fiel, in Zukunft dessen Namen tragen. Mit ihrem gegenwärtigen Bestand von über 300 000 erziehungswissenschaft- lichen Druckschriften aus aller Welt ist die Hans- Schemm-Vücherei die größte pädagogische Bibliothek der Welt. t.
Kundschaft
„O! . . ." tut sie halb empört, halb geschmeichelt.
Es ist nicht zu enträtseln, in welchen Beziehungen die beiden zueinander stehen.
Nach weiterem leisen „english spoken" und nachdem die Vorführdamen wieder einige Dutzend Kleider gewechselt haben, zieht der Herr kurz entschlossen ein Scheckbuch und schreibt einen Scheck auf vierhundert Mark.
„Sie sind zu liebenswürdig", sagt die Dame und ziert sich plötzlich nicht mehr. „Aber jetzt müssen Sie wirklich schon müde sein. Ich will nicht, daß Sie sich länger hier langweilen. Erwarten Sie mich doch gegenüber in der Konditorei . . und sie drängt ihn liebevoll zur Tür.
Er küßt ihr beglückt die Hand und geht.
Kaum ist der Herr verschwunden, sagt die Dame mit unnahbarer Hoheit zum dienstfertig wartenden Geschäftsinhaber: „Lassen Sie! Eben habe ich es mir überlegt — ich nehme heute nichts . . ." greift rasch nach dem Scheck der aus dem Verkaufs- pult liegengeblieben war — — und schwebt, flüchtig nickend, aus dem Laden . . .