Ausgabe 
(17.6.1935) Nr. 165
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Montag, 17. Zum

Hie Mannen

auf Veutschlands endloser Straße

Wer frontsoldatentog der NSKdv.

(biigsvdsriodt äsrLrsmsr 2situng")

Oldenburg, 18. Juni.

Der erste deutsche Frontsoldatentag der NSKOV hat stattgefunden. Reichlich zwanzigtausend Ka­meraden der alten Armee, ob mit zerschossenen Gliedmaßen oder ohne Augenlicht, ob sonstwie durch das große Leid der furchtbarsten Jahre der Weltgeschichte mitgenommen, unter ihnen die Witwen und Waisen und Eltern geliebter Toten des Gaues Weser-Ems und über den Gau weit Hinausreichenden Bezirks der NSKOV: alle, alle standen sie am Sonntagvormittag beieinander aus dem Pserdemarkt in Oldenburg zu einer der machtvollsten Kundgebungen, die wir seit langem erlebt haben! Schier endlos der Anmarsch der ernsten Kolonne» von deutschen Mannen mit durchfurchten Gesichtern, zusammengeschweist in Tod und Not, hier stumm sich vereinigend zu einem Bekenntnis für unser heiliges deutsches Vater­land, dessen innere Stärke nur dem vergleichbar ist, was unsere gesamte heutige Zeit trägt und ersüllt: oer Glaube an Deutschland und seinen ersten Soldaten!

Den Schwerbeschädigten war die Möglichkeit geboten, der Feierlichkeit auf der mächtigen Tri­büne sitzend beizuwohnen. Vor ihnen, stumm, doch nimmermehr im Herzen voller Bitterkeit, seit eine neue Zeit anbrach, die Kameraden, die der Krieg ihrer freien Beweglichkeit beraubte. In den freien Raum zwischen den Zwanzigtausend und der Tribüne aber marschierte festen Schrittes die junge Wehrmacht ein, entlang an den dort in einer Reihe stehenden flatternden Bannern Adolf Hitlers: eine erschütterndeVegegnung zwischen Jungen und Alten! Zwei Ehrenformationen waren es, gestellt von der 3. Abteilung des Artillerie-Regiments Minden sowie von der Nordseestation.

Mochte auch zeitweilig der Himmel noch 'so sehr seine Schleusen auftun: es gab eine Zeit, da die milden Regentropfen zu Kugeln, Granaten und giftigen Gasen geworden waren! Es ist nicht ein Mann der alten Armee, der hier stand und nicht in diesen Stunden an das dächte, was er Jahr um Jahr schweigend und als in Worten nicht nennbares Erlebnis in sich behielt. Die Mannen der endlosen Straße sind da! Auch blinde Augen streifen suchend über sie hin, und die Ka­meradenhand fand die des Nebenmannes wie einst. Die aber, die, an einem ihrer höchsten Ehrentage, in Fahrstühlen und auf Bänken vor ihnen sich befanden, hielten die Lippen zusammen­gepreßt . . . Weit, weit wanderten ihre Ge­danken.

Ununterbrochen spielten die Kapellen und Mu­sikzüge. Wie alle versammelt waren, die Ehren- kcmpagnien einmarschierten und die große An­zahl von Ehrengästen sich eingefunden hatte, be­trat der Reichskriegsopferführer Pg. Hanns Lbeilindober, stürmisch bejubelt, den Platz. Das erste, was Oberlindober tat, war. daß er den Schwerstverletzten, jedem persönlich, beide Hände hinstreckte und ihnen von den ihm übergebenen Blumenspenden ihr Teil als Gruß in den Schoß legte. Dann begab er sich ernst zurück, und Gau- amtswalter und Bezirksobmann Kröger be­trat die Tribüne, um mit weithin vernehmlichem Wort den ersten deutschen Fro.ntsol- datentag der NSKOV. zu eröffnen. Die Stunde sei gekommen, da im Namen des Führers der Reichskriegsopferführer Oberlindober den Dank des Vaterlandes darbieten dürfe. Nach ihm richtete der Oldenburger Bürgermeister Dr. Rabeling herzlichste Worte der Begrüßung an die Versammelten. Anschließend, weihte Bg. Krüger die Stunden des Zusammenseins ant einem Gedenken an die zwei Millionen, die nicht «ehr unter uns weilen und denen die Nachkriegs­zeit die Schande antat, zu erklären, daß st« au, dem Feld« derUnehre" geblieben wären. Dieses Wort der Schande ist getilgt seit dem 16. März dieses Jahres, und unsere Toten sollen über das Trab hinaus erfahren, daß die Treue im deut­schen Vaterland« nicht unterging! Auch der Ver­unglückten in Wittenberg. unserer Kameraden der Erbest, gedenken wir in'dieser Stunde und senken Fahnen. . . .

Bor der Tribünenmitte standen die dremno- Zwanzig neuen Fahnen der NSKOV-, die an diesem Tage ihre Weihe empfangen sollten. In Stellvertretung des erkrankten Gauleiters rref Ministerpräsident Pg. IoeI den Kameraden dre «ärmsten Grüße des Gauleiters zu und wies auf die besondere Bedeutung der Zusammenkunft hm. Am 9. November 1618 wurde die Ehre des deut­schen Soldaten besudelt. Lange hat es gewährt,

ehe sie wiederhergestellt werden konnte. Nur eine kleine Gruppe von Menschen war es, die es unternahm, nach dem Kriege das wahre Front­erlebnis wachzuhalten. Wir wissen, was daraus gewachsen ist! Heute hat der Führer und seine Bewegung die Macht. Befreit wurden wir von Schmach uyd Schande. Die Stunde ist da und das Ziel ist erreicht. > Die Hauptaufgabe der alten Kameraden bleibt es, dem Führer getreu zur Seite zu bleiben. Wie wach und lebendig ist der Wunsch nach einem großen Front­soldatenbund! Wissen wir doch, wenn wir uns die letzten fünfzehn Jahre ansehen, daß die Zukunft nur aus dem Frontprlebnis geboren werden konnte! Wir stehen auf Gedeih und Ver­derb zusammen mit der neuen deutschen Wehr­macht und holen die Kameradschaft der Front zu­rück aus ihrer schmählichen Vergessenheit. So sind wir unbesiegbar und werden es bleiben. So kommen wir auch über den Alltag hinweg zu einer wahren Volksgemeinschaft.

Wir haben um die alten Fahnen gelitten und gestritten. Die neue Bewegung aber trägt andere Symbole und hat sich Zeichen erwählt, die jahr­tausendealt sind. Sie mahnen uns an unser Blut und an unsere ewige Pflichterfüllung! Drei­undzwanzig dieser neuen Banner gilt es zu weihen. Jeder, der sie hält, soll nichts anderes sein als ein Bannerträger der Zukunft, im Geiste der Toten des großen Krieges wie derer, die in den Jahren nachher ihr Blut Hingaben für die Erneuerung! Mit der ältesten Ortsgruppensahne

Oldenburgs wurde die Weihe sodann feierlich und mit Handschlag vorgenommen.

Nun erhob Reichskriegsopferführer Pg. Hanns Lberlindober vor der Front der alten Ka­meraden das Wort zum höchsten Bekenntnis die- ser Stunde. Wenn wir uns erinnern an jene Tage unseres Manneserlebens, die alles von uns ver­langten, so wissen wir, daß wir immer noch die­selben sind wie 1911. Brave Kameraden sind wir gewesen, genau wie die Kämpfer auf der gegnerischen Seite. Wir wollen uns mit den Kameraden zusammentun, um ihnen allen den Frieden zu erhalten! Härteste Zeiten hat der Krieg auf unsere Körper geschrieben und wir Frontsoldaten wissen zur Genüge um die Uneigen- nützigkeit, mit der ein jeder seine Pflicht erfüllt hat. Wir wissen auch, daß der Mensch von der Stunde seiner Geburt an seinem Volke zugehört, wir genau so wie 'die anderen. Und niemand wird ein Unglück für sein Volk wünschen wollen, wie wir es erlebten. Darum sei der Jugend beson­ders unser Vorbild vor Augen, bei uns wie in England oder Frankreich und in den anderen Län­dern: keiner in der Welt kann besser über Krieg und Frieden entscheiden als der, der bereits das Beste seiner Kraft so unter Beweis gestellt hat wie wir!

Wir schätzten uns glücklich, daß auch die Front­soldaten in den anderen Ländern endlich begonnen haben, einzugreifen in die Geschehnisse der Zeit! Wir sehen in aller Welt, wie viele Stimmen der öffentlichen Meinung hetzen gegen das deutsche

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Volk: von uns Ausgespieene sind es, die Sei uns sich vom Kriege gedrückt haben und im Aus- lande zum Kriege gegen uns hetzen! Seht euch das an, Ihr Kameraden jenseits unserer Grenze»! Das, was ihr da bei euch seht, ist nicht das deut- sche Volk! Es sind nur die, die nicht in einem Kriege dienen, sondern bloß. verdienen wollen! Die aber, gerade die, gehören in den vordersten

Graben!

(Fortsetzung siehe nächste Seite)

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Unser logssspiegel

In Oldenburg fand der erste deutsche Front­soldatentag der NSKOV. statt

Franksurt/Main wurde znrStadt des deut­schen Handwerks" erklärt

Im Eifelrennen siegte Carracciola auf Mer­cedes

Auch Australien wurde im Kampf nm den Davispokal von Deutschland 1:1 geschlagen

Im Tennis-Vierstädtekampf siegte Hamburg vor Bremen, Hannover und Düsseldorf

58 lote in Neinsdorf geborgen

Wittenberg, 16. Juni.

Noch immer regen sich in den betroffenen Ort­schaften um Reinsdorf fleißige Hände. Nachdem zuerst die Dächer ausgebessert waren, um die Be­wohner vor der Unbill der Witterung zu schützen, ist man jetzt an die endgültige Beseitigung der kleineren Schäden gegangen. In den Ortschaften wie auch im Werk sind mehrere hundert heimische und auswärtige Handwerker tätig. An den Auf- räumungsarbeiten im Werk ist auch ein« Ab- teilung der Wehrmacht und Arbeitsdienst be­teiligt.

Ueber den Menschenmassen,- die am Sonntag hinauspilgern an die Stätte, an der deutsche Volksgenossen auf dem Felde der Arbeit ihr Leben ließen, liegt tiefer Ernst. Kein unnötig laute» Wort wird hörbar. Alles, steht noch unter dem Eindruck des furchtbaren Unglücks. Hier und dort sieht man einen der verletzten Arbeiter, den Kopf verbunden, den Arm in der .Binde. Immer wie­der hört man fragen, wo noch geholfen werden kann. Die Organisation des Hilfs- Werkes ist jedoch so m u ste rgül t i g . von Partei, Behörden und vom Werk geregelt, daß allen Erfordernissen und Wünschen entsprochen werden konnte.

Bisher konnten 68 Tote geborgen werden, von denen 39 bereits identifiziert wurden. Zur Fest­stellung der Namen der übrigen Toten sind alle Angehörigen von im Werk zur Unglückszeit tätig gewesenen Personen aufgefordert worden, sich so. fort schriftlich oder persönlich bei der Werksleitung in Reinsdorf zu melden. 96 Verletzte befinden sicb noch im Krankenhaus. Die Leichtverletzten wurden bereits in hön-ssiche Pflege entlassen oder sind zu einem Teil, wie bereits am Freitag be­richtet wurde, an ihre Arbeitsplätze zurückgekehrt.

Mißlungener Slrowsplmenflug

Newqork, 16. Juni.

Wiley Post, der bekannte amerikanische Flieger, der am Sonnabend früh von der Kalifornischen Stadt Burbank aus erneut zu einem Stratosphä- ren-Rekordflug aufgestiegen war und die Richtung nach Neuyork eingeschlagen hatte, wurde am frü­hen Nachmittag in der Nähe von Wichitak (Kan- sas) zur Landung gezwungen.

Abschluß der Marine-Volkswoche. Den Höhe­punkt der Abschlußveranstaltungen der so erfolg- reich zu Ende gehenden Marine-Volkswyche bildete am Sonntagvormittag die Parade der Land­marineteile und der Abordnungen der Seestreit­kräfte vor dem Oberbefehlshaber der Kriegs, marine, Admiral Dr. h. c. Raeder.