Ausgabe 
(16.6.1935) Nr. 164
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Nr. i64 / 3. Jahrgang

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Die Ehrenbürger des deutschen Vaterlandes

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Beginn des Krontsoldaieniages in Oldenburg

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' , In Oldenburg nahm gestern der Front­soldatentag der NSKOV. seinen Anfang

Am Dienstag, dem Beisetzungstag der Opfer von Reinsdorf, setzt das deutsche Volk zum Zeichen nationaler Trauer die Flaggen auf Halbmast

In Berlin fand unter Teilnahme von etwa 1009 Vertretern aus allen Teilen des Reichs der deutsche Mietertag statt

Dr. Schacht betonte vor der Danziger Kauf­mannschaft, daß der Gulden in seiner Grund­lage gesund sei

Staatssekretär Milch überbrachte gestern in Bremen Dank und beste Wünsche des Führers an die Focke-Wulf-Werke

Bremen ging mit der Erprobung eines durch Leuchtgas angetriebenen Kraftwagens füh­rend voran

Gestern wurde durch Senator Bernhard die große bremische Segelschiffahrtsausstellung im Focke-Muieum eröffnet

Bremens Kriminalmusenm kann voraussicht­lich bis Ende des Jahres der Oesfentlichkeit zugänglich gemacht werden

Die niederrheinische Elf Hamborn 07 siegte im Abendspiel sicher mit 8:0 über den SV. . Werder

Ausruf des Reichsjugendsührers

Berlin, 18. Juni

Der Jugendführer, des . Deutschen Reiches Boldur von S ch i r ach hät anläßlich, des Reichs- werbe- und Opfertages des Reichsverbandes, für deutsche Jugendherbergen folgenden Aufruf er­lassen:

Das deutsche Jugendherbergswerk wird heute in der ganzen Welt als vorbildliche Erziehungs­stätte der. Jugend bezeichnet. Millionen deutscher Jugendlicher erhalten durch die Jugendherberge Möglichkeiten zum Wandern und somit zur Er­holung und Ertüchtigung. Es ist Ehrensache des deutschen Volkes, daß die einzigartige Schöpfung des Reichsverbandes für deutsche Jugendherber­gen ausgebaut und erweitert wird. Opfer für deutsche Jugendherbergen sind Dienst an der Volksgesundheit.

Glückwünsche des Führers an den König von Schweden. Der Führer und Reichskanzler hat den König von Schweden zu seinem Geburtstag in einem Telegramm seine Glückwünsche ausge­sprochen.

Himmler in Ostpreußen. Reichsführer der SS. Himmler traf am Freitagnachmittag in Königs­berg ein. Er begab sich am Sonnabendvormittag nach Loetzen, wo die Führertagung des SS-Ober- abschnitts Nordost stattfindet.

Christenseindliche Ausschreitungen. 2n Akko (Jerusalem) kam es bei Festumzügen der Mo­hammedaner zu christenfeindlichen Ausschrei­tungen. Die Polizei konnte erfolgreich eingreifen und weitere Gewalttaten verhindern.

. (Ligsllbsrlcbt äorLrsmor Asiturig")

Oldenburg, 15. Juni.

Am Sonnabendnachmittag begann in Olden­burg im festlich geschmückten Ziegelhos vor gut tausend Amtswaltern der Frontsolda­tentag der Nationalsozialistischen Kriegsopferversorgung, und zwar vor­erst mit einer Arbeitstagung, die über den tief­sten volklichen Sinn kameradschaftlicher Verbun­denheit, über das Frontsoldatentum und die zu leistenden Aufgaben nicht den mindesten Zweifel ließ. Es ergaben sich im Verlauf des Nachmittags Höhepunkte von erschütternder Wirkung und Ein­dringlichkeit, die unvergessen bleiben müssen.

Anwesend waren die Amtswalter der NSKOV. des Gaues Weser-Ems und darüber hinaus, ver­eint zu einem Tressen der Kameraden und Ka­meradinnen, bei dem Zeugnis davon abgelegt werden konnte, wie weitgehend heute die NSKOV. die idelle wie materielle Sicherung hat erfahren können, die sie in vierzehn Jahren

(Von unserem nach Reinsdorf entsandten Bericht- erstatter.) .

. Witteuberg, 18. Juni.

Wittenberg beginnt sich von dem schweren Alp­druck, der in den ersten beiden Tagen nach der Ka­tastrophe von Reinsdorf über der ganzen Stadt und der ganzen Umgebung lastete, zu erholen. In der Stadt selbst sind die Zeichen der Zerstörung fast überall schon verschwunden. Ununterbrochen waren in diesen zwei Tagen Glaser und Dachdecker am Werke, so daß der Fremde, der auf der Fahrt nach dem Harz und Thüringen durch Wittenberg kommt, kaum noch nennenswerte Spuren dessen findet, was sich am Donnerstag hier ereignete.

Inzwischen ist man auch an die Instandsetzung der dem Werke unmittelbar benachbarten Dörfer gegangen. Reichsminister Dr. Goebbels hatte bei seinem gestrigen Besuch den sofortigen Einsatz des Arbeitsdienstes für die Aufräumungsarbeiten in den beschädigten Ortschaften veranlaßt. Der Gau­leiter Halle-Merseburg, Staatsrat Jordan, hat -die Arbeitsdienstmannschaften der Abteilungen Nudersdorf, Pratau und Rakith im Einvernehmen mit dem Eauarbeitsfllhrer Simon sofort eingesetzt Die Mannschaften der Arbeitslager haben in der Nacht ganze Arbeit gemacht und konnten, soweit sie technisch vorgebildet und dafür veranlagt wa- ren, dann auch bei den inzwischen vom Kreisleiter in engster Zusammenarbeit mit dem Landrat vor­bereiteten Arbeiten zur Sicherung der beschädigten Gebäude gegen etwaige Unwetter tatkräftig mit­helfen.

Schmach und Schande entbehren mußte. Die Ta­gung, die von dem freigebigen wie zündenden Spiel der Gau-SA.-Kapelle unter Pg. Entelmann verschönt wurde, wurde unverzüglich nach Er­scheinen aller und nach dem Fahneneinmarsch von Bezirksobmann Kroger mit einem Sieg- Heil auf den Führer eröffnet. Mit besonderer Herzlichkeit wurde die Gegenwart des Vertreters des Neichskriegsopferführers Pg. Liebet be­grüßt und mit stürmischer Begeisterung ferner die Anwesenheit von Staatsminister a. D. Heinz Spangemacher. Die Tagung habe zu erwei­sen, wie sehr wir uns freudig zum Frontsoldaten­tum bekennen wollen, und daß wir Soldaten bleiben bis zum letzten Atemzüge.

BezilksnFb'iftsfllhrer Schröder legte iooauu einen Rechenschaftsbericht ab. Als die NSKOV. v r zwei Jahren in Wilüeshauscn tagte konnte es nur in beschränktem Rahmen sein. Wie anders ist das inzwischen geworden! Heute ist die Vereini­gung angewachsen aus 38 000 Mitglieder, und die neuen Wege, die es zu beschreiten galt, sind gefun-

Das Wert hat sich in großzügiger Weise bereit- erklärt, die gesamten Schäden zu beseitigen. Die

- Jnjtandsetzungsaktion ist dadurch sehr erleichtert

- worden, daß das Werk die Durchführung dein Kreise Wittenberg unter weitgehender Vollmacht- erteilung.übertragen hat. Fachleute, Baumateria­lien usw. werden daher vom Kreise selbst beschafft Um die Baumaterial-bestände und die zur Verfll- gung stehenden Facharbeitskräfte sofort mobilisie­ren zu können, wurden vom Werk 10 000 RM. vorschußweise zur Verfügung gestellt.

Im Vordergrund stehen selbstverständlich die Arbeiten in den drei Nachbnrgemeinden des Wer­tes. In jeder Gemeinde hat ein Sachverständiger des Landkreises mit mehreren technischen Beiräten die Entscheidung darüber, was zuerst in Angriss genommen wird. Jedes Haus wird besichtigt, die Schäden werde» untersucht und dann ohne büro­kratischen Schriftwechsel mündlich lie Ent­scheidung über die Aufnahme der Ar­beiten getroffen.

Die überall sichtbaren Zeichen tatkräftiger Hilfe haben in den am schwersten betroffenen Ge­meinden Ruhe und Vertrauen wieder einkehren lassen. Immer wieder kann man auf den Stra­ßen und in den Gaststätten von Beispielen gegen­seitiger kameradschaftlicher Unterstützung erzählen hören.- So von dem Arbeitskameraden Negro aus Dobien, der bei der Flucht aus dem Werk, trotz eigener schwerster Verletzungen, zwei erst vor kurzem neu eingestellte Kameraden, die sich

den worden. Es ist unfaßlich, welche innere Um­wälzung sich in diesen zwei Jahren vollzog. Unter den 7 Millionen Arbeitslosen befanden sich Hun­derttausende von Kriegsopfern, die um ihren wohl­verdienten Ruhm und Dank gebracht waren. Da hat erst die nationalsozialistische Bewegung einge­griffen, indem sie kraft der Arbeitsbeschaffung vor allem die Kriegsopfer in Brot brachte. Brüchig und besudelt war die Ehre des Frontsoldaten. Sie wurde von ihrer Schmach befreit, die Kriegsopfer wurden wieder eingegliedert in die Reihen der Schaffenden, die durch ihre Leiden Arbeits­unfähigen wurden sichergestellt.

In Oldenburg hat man 8407 Kriegsopfer gezählt, von denen 7422 wieder in Arbeit gebracht werde» konnten. Nur 985 sind noch erwerbslos. Auch das wird man auf das eifrigste zu beseitigen bemüht bleiben, und zwar nicht vom grünen Tisch her, sondern indem man in die Betriebe hinein­geht und die Plätze aussucht, die de>- Kriegs­opfern zukommen. (Fortsetzung nächste Seite)

in dem großen Werk noch nicht orientieren konnten, unter eigener Gefahr aus den bedrohten Wertsteilen holten. Ein Arbeiter schleppte eine Arbeitskamerädin, die eine schwere Veinverlet- zung erlitten hatte, auf dem Rücken mühsam zum Ausgang. Immer wird auch von der bereitwil­ligen Unterstützung Obdachsloser, von der Ueber- lassung von Kleidungsstücken, Zimmern und Betten berichtet. Ständig gehen bei der Kreis­leitung der NSDAP., bei der NSV. und bei der Werksleitung Spenden von Volksgenossen aus allen Gegenden ein. Inzwischen ist im Paul-Ger- Hard-Stift in Wittenberg einer der Schwerver­letzten, der Arbeiter Paul Hase aus Vrauns- dorf, seine Verletzungen erlegen. Von den meisten anderen Verletzten darf nach Auskunft der Aerzte angenommen werden, daß sie wieder voll arbeits­fähig werden.

Die Auszahlung der Gelder, die teils durch Parteidienststellen, teils durch staatliche Organe, teils durch Private zur Verfügung gestellt wur­den, erfolgt nach bestimmt festgelegten Richt­linien. Zur Linderung erster Not werden am Sonntag an die Leichtverletzten je 50 Mark ge­zahlt werden.

Die Spenden aus dem ganzen Reich laufen er­freulicherweise weiter laufend ein. Der Reichs­walter der Deutschen Beamten, Pg. Neef, überwies einen Betrag von 30 000 Mark, der Reichskriegsminister 3000 Mark, Ministerpräsi­dent Eöring 20 000 Mark usw.

(Siehe auch Seite 2!)

LLeberemkommen mit England

Ein Schritt zur Sicherheit Europas * Br em en, 16 . Juni.

Daß die deutsch-englischen Flotten- besprechungen nun zu einem festen Ueber- einkommen zwischen London und Berlin geführt haben, darf als ein ganz wesentlicher Erfolg nicht nur für die deutsche Außen­politik, sondern schlechtweg für die Sicher­heit Europas gebucht werden. Ie mehr Zeit bei diesen Verhandlungen erspart werden konnte, desto früher ist es möglich, zu dem eigentlichengentl einen sgreement" zu kommen und damit die Grundlage für ein allgemeines Flottenab- kommen mit allen Mächten zu legen, die berufen und gewillt sind, dem Frieden Europas zu dienen.

Wenn man in der gesamten englischen Presse heute freudige Stimmen zu den Lon­doner Flottenverhandlungen findet, wenn man daraus entnimmt, wie sehr die bri­tische Regierung mit des Führers Vorschlägen einverstanden ist, wie sie die Klarheit und Offenheit in Darbietung seiner Absichten und Besorgnisse schätzt und hochachtet, dann kann man nur wünschen, daß endlich auch noch andere Mächte, und nicht zuletzt Frankreich, sich der gleichen Erkenntnis er­schließen möchten, zum Wähle Europas und zur Abwendung der zweifellos starken Ge­fahren für den europäischen Frieden. Mit Recht können sich heute die europäischen Völker über verantwortliche' Staatslenker wundern, die dem deutsch-britischen Ueber- einkommen immer noch Mißtrauen ent­gegenbringen.

Es sind die Unterzeichnermächte der Ver­träge von Washington und London laufend über die deutsch-britischen Besprechungen un­terrichtet worden. Aber nur die Ver­einigten Staaten und Japan haben sich bisher zustimmend zu den Verhandlun­gen in London geäußert. In stummer Zu­rückhaltung verharren noch Frankreich und Italien: Frankreich im Zuge seiner unglückseligen Versteifung auf die Abrüstungsklaufel im Versailler Vertrag, vielleicht auch in unbegründeter Sorge um ein zu schnelles Anwachsen einer neuen deutschen Flotte. Italien aus uns unbe­kannten und jedenfalls nicht einleuchtenden Gründen,

Bei Italiens Zurückhaltung mag das österreichische Problem, wohl auch das abessinische eine Rolle spielen. Zu Frank­reichs Versteifung auf die zwar formal- juristisch, aber bestimmt nicht mehr tat­sächlich lebende Abrüstungsklausel des Versailler Vertrags kann nichts Besseres gesagt werden, als was vorgesternTimes" I meinte, als das Blatt an Frankreich die

Aufbauarbeiten in und um Reins-orf

Alle Hände regen sich / Schnellverfahren statt Bürokratie

Eidur S. Lvaran (Äsland)

Ältisland und die

Die interessanten Ausführungen stammen aus der Feder des ersten isländischen Lektors in Teutschland an der Universität Greifswald. Die Besetzung geschah durch Vermittlung der Nordischen Gesellschaft.

Im Jahre 930 gründeten norwegische Edle und Eroßbauern auf dem von ihnen entdeckten und be­siedelten Island einen Freistaat, der bald eine hohe Kulturstufe erreichte. Besonders die Literatur, deren drei Hauptgruppen die Eddalieder, die Skaldenlieder und die Sagas sind, erlebte hier eine außerordentliche Blütezeit. Is­lands Skalden, die Sagaerzähler und Eeschichts- schreiber erfüllten ihre literarische Weltmission als schöpferische Hüter altgermanischer Kultur. Mit dem Untergang des Freistaates (infolge blutiger Streitigkeiten isländischer Familien) in den Jah­ren 1282 bis 1264 begann der Verfall der Litera­tur, der mit einem Erlöschen der selbständigen literarischen Tätigkeit der Isländer endete. Aber, !- groß diese früher in ihrem literarischen Schassen gewesen waren, so war doch die Liebe, mit der sre ihre Literatur pflegten und behüteten, durch uner­müdliches Abschreiben alter Handschriften und ständiges Vorlesen während der langen Winter­abende fast noch bewunderungswürdiger. So wurde die alte Literatur zum Lebensquell des isländischen Volkes. 2n den dunklen Jahr­hunderten, die auf die ruhmvolle Freistaatzelt falzten, in denen die Existenz des ganzen Volkes durch fremde Unterdrückung und verheerende Na­turkatastrophen bedroht war, haben die Isländer sich an ihrer Literatur aufgerichtet. Diese bewahrte sie vor dem kulturellen Untergang.

?n den Ländern germanischer Zunge sind die Is­länder bis jetzt das einzige Volk, bei dem die air- 9'manische Kultur ein Eemeinbildungs-

germsmjche Welt

g u t darstellt In Deutschland, wie auch in Skan­dinavien und England, ist das südwärts gerichtete Bildungsideal immer noch vorherrschend. Wäh­rend an jeder deutschen Universität Lehrstühle für griechische und lateinische Altertumskunde als eine Selbstverständlichkeit gelten, dürfte esnnrdrei bis vier deutsche Universitäten geben, an denen germanische Altertums­kunde gepflegt wird. Und doch wird nie­mand behaupten wollen, etwa Homers Odyssee oder die Oden des Horazius gingen die Deutschen mehr an als z. B. die Edd a. Bis jetzt waren es nur einige wenige Männer des deutschen Vol­kes, die die gewaltige Bedeutung Islands für die germanische Altertumskunde und die Geschichte der Germanen überhaupt klar erkannten. So schrieb z. B. Wieland schon im Jahre 1775:Man muß gestehen, wenn das Klima der alten Skandi­navier kalt war, so war es gewiß ihre Imagin­ation nicht. Was sind alle Märchen der griechi­schen Poeten gegen dieses?" (d. h. die Eddalieder). Und der bekannte Germanist Karl Simrock schrieb 1851 in der Einführung zu seiner Edda­übersetzung folgende Sätze, die heute noch gültig sind:Daß die Götter des Nordens auch die un­seren waren, daß beide Brüderstämme, der deutsche und der nordische, wie Sprache, Recht und Sitte, so auch den Glauben im wesentlichen gemein hat­ten, daß Odin Wotan ist und Thor Donar, daß Alfen und Eiben, Sigurd und Siegfried nur an­dere Formen desselben mythischen Namens sind darüber bleibt uns längst kein Zweifel. Wie kommt es aber dann, daß wir gegen die nordische Mythologie noch immer so gleichgültig tun, als ob sie uns von Haut und Haar nichts anginge? Möglich, daß wir eben darum von den nordischen

Göttern nichts wissen und wissen wollen, weil sie die unsrigen sind. Dann freilich ist das nur allzu sehr deutscher Charakter: überall in der Welt, in Rom und Griechenland, in England und Spanien, in Arabien, Indien und China jeden Winkel zu durchstöbern, sich in jede Sackgasse zu verrennen und dabei im eigenen Hause wie die Blinden um- herzutappen."

Von den heute lebenden Deutschen dürfte es wohl wenige geben, die die große Bedeutung der altisländischen Literatur für die germanischen Völker, insbesondere aber für den nordischen Menschen so klar erkannt haben, wie der große Rassenforscher H. F. K. Günther. In seiner Rassenkunde des deutschen Volkes (München 1929, Seite 424) schreibt er folgende bedeutsame Sätze:

Zur Rettung der nordischen Seele durch Er­fassung nordischen Wesens vor allem aber auch zur Stärkung des Gemüts wird dem nordisch gerichte­ten Deutschen alles dienen, was uns an Zeugnissen aus der frühesten (d. h. am stärksten nordisch ge­richteten) Geschichte der indogermanischen Völker erhalten ist. Eine Feier wird es ihm vor allem sein, die reichen Zeugnisse altgermanischen Lebens in sich zu erfahren. Die isländische Saga, die

kslakstsgung 6sr ttorcklsalivn Sssellsatiatt ur>6 dlorciisckivs IVIusIktsst

vom 23.-30. Zorn m l-lidsok

Edda, das Nibelungenlied, alle uns überlieferten Heldendichtungen germanischer Frllhzeit, werden

ihm von nordischer Lebensgestaltung zeugen,-

Aus der. Liebe zur altgermanischcn Welt muß dem deutschen Volk eine neue Ueberlieferung geschaffen werden. Die Gestalten altgermanischen Lebens mögen Vorbilder sein, die zur Ertüchtigung rufen."

Die altisländische Literatur ist die bedeutendste Quelle über die Frühzeit unserer germanischen Vorfahren. Nirgends lernen wir die germanische Völkerschaft mit ihrer Volksversammlung, dem Thing, ihrem Gerichtswesen, ihrer Gesellschaft und Familie, kurz gesagt, das ganze germanische Volks- tum auch nur annähernd so vollständig und so lebenswarm kennen, wie aus den Sagas und der Edda. Nirgends treten uns germanische Denk­weise, die Ideale unwandelbarer Treue und ger­manischer Grundanständigkeit deutlicher entgegen, als gerade hier. Jeder Deutsche spürt in den Ueberlieferungen der alten Isländer den Puls­schlag seiner eigenen Vorfahren.

Die altisländische Literatur hat im 19. Jahrhun­dert einen nicht geringen Einfluß auf die Litera­tur Skandinaviens und Deutschlands ausgeübt, so z. B. auf die Dramen Ibsens (Nordische Heer­fahrt" undKronprätendenten") und auf die Bauernnovellen Björnsons, Richard Wagner, der während seiner Züricher Zeit Altnordisch studiert hat, war von ihr stark in­spiriert. Wir wissen, daß seinRing der Nibe­lungen" die Edda voraussetzt. Auch Nietzsches Ideal desUebermenschen" war von den Gestal­ten der isländischen Sagas stark beeinflußt.

Gegenwärtig scheint die altisländische Literatur, dank der Bemühungen der nordischen Bewegung, auch in weiteren Kreisen des deutschen Volkes an Verständnis zu gewinnen. Und gerade die heutige Generation in ihrem heißen Ringen nach einem neuen Weltbild wird aus den Urquellen der alt­isländischen Literatur große Werte schöpfen kön­nen, das Heldische und Schicksalhafte und die Mo­mente des Sehnsüchtigen vor allem. Aber noch ist ihre schlichte Größe und Tiefe bei den meisten erst eine Ahnung, noch keine Erkenntnis. Unsere Zeit wird gut daran tun, ihre Augen mehr nordwärts zu richten, nach Island, dem nördlichsten Vor­posten germanischer Kultur und Sitte, Sem wir die Behlltung altgermanischen Gedankengutes ver­danken.

llvvL, «LVLIVILI.

Von seinen Waffen Gehe weg der Mann Keinen Fuß auf dem Feld: Nicht weiß man gewiß,

Wann des Wurfspießes Draußen man bedarf.

Ausruf;ur Reichstheaterwoche

Der Generalintendant der Hamburgischen Staatsoper, Heinrich K. Strohm, der mit der Eesamtleitung der bevorstehenden Reichstheater­festwoche durch Reichsminister Dr. Goebbels beauftragt worden ist, schreibt in einem Geleit­wort wie folgt:

Nie vorher hat das deutsche Theater eine so nachdrücklich stetige und warmherzige Förderung erfahren wie im Dritten Reich. Niemals haben Regierungen so klar die Bedeutung des Theaters für das Volksganze erkannt und zur Grundlage ihrer Kulturpolitk gemacht. Nie sind die Ab­sichten nach Steigerung der künstlerischen Quali­tät an den deutschen Bühnen stärker gewesen als jetzt. Nie war das Ringen ernster, das Theater in engste Verbindung zur Volksgemeinschaft zu bringen. Diese Tatsache bedeutet für die Bühnen Hamburgs, die die Ehre haben, die zweite Reichstheaterfestwoche durchzuführen, gesteigerte Verpflichtung. Möchten ihre Leistungen erweisen, daß sie, deren Geschichte eng mit dem Ringen um ein deutsches Nationaltheater verknüpft ist, nicht nur den Willen, sondern auch die Kraft haben, am Aufbau des neuen deutschen Nationaltbeaters mitzuwirken."

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