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Nr. is8 / 3. Jahrgang
Pfingsten, y/io. Juni
Einzelpreis 15 Rps.
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Siehe daL lenzlichx Land und halt llast. und alles Worsche zur krde zwingt?
warum denn bist du in Unruh und lzast, Was gesund ist, dos hält,
in Zargen und was nicht taugt, das fällt,
um Morgen? muß fallen nach dem Zeseh allen Lebens.
Hörst du, wie laut der Sturmwind singt Sei still und vertrau — es ist nicht vergebens.
i Pfingsten! Das liebliche Fest nannte es Goethe dereinst im geruhsamen Genusse behaglichen Natnrempfindens. Ans Nationalsozialisten ist Pfingsten mehr. Wohl sehen auch wir die leuchtende Schönheit einer sonnenbestrahlten, unermeßlichen Pracht in der Natur, wohl sehen auch wir die unerschöpfliche Fülle einer der Reife voll entgegen- strebenden Blüte. Aber als Nationalsozialisten wissen wir auch, was diesem wundervollen Natur- spiele vorangehen mußte, damit es werden konnte, so, wie es ist. And wir wissen gleichzeitig, was noch kommen muß, damit der Blüte die ersprießliche Ernte folgt.
Wohl haftet auch unser Auge froh und glücklich an all dem, was die Natur zu Pfingsten uns bescherte. In -er Tat, es ist lieblich und geeignet, die Herzen froh zu stimmen. Da wir Nationalsozia- listen aber nicht dem Augenblicke leben, da wir vor allem nicht außerhalb der Natur leben, sondern aufs innigste mit ihr verbunden, ihr Wesen und Weben empfinden und ahnend erkennen, was sein mußte, bevor all die wunderbare Psingfipracht erstehen durfte und was noch sein wird, bevor dem Wollen der Natur Erfüllung «nd dieser Pfingst- pracht Ernteglück und Erntereichtum folgen kann, so stehen wir ehrfürchtig — und nicht gänzlich ohne Wehmut — vor der strotzenden Kraft der blühenden Psingst-Natur, schöpfen daraus Mut, Kraft nnd Zuversicht für unser eigenes schweres Wirken im Vollzug all der Aufgaben, die uns deutschen Menschen von einer ewig wirkenden geheimnisvol- len Kraft zur Lösung und Bewältigung gestellt worden sind.
Bevor der wundervolle Maien kam, waren harte Winterstürme in der Natur am Werke. Stark und mitleidlos fegten sie alles hinweg, was faul und schwach und krank war und machten Platz der Entwicklung dessen, was der Gewalt der Stürme widerstehen konnte. Das von der Natur gewallte Aus- leseprinzip tat sein Werk. Aber auch danach war die Zeit des stillen und ungestörten Wachstums in der Natur noch nicht gekommen. Der Kampf um die Selbstbehauptung galt nun zwar nicht mehr so sehr den wilden Stürmen, als vielmehr der Sicherung hinreichender Gedeihensmög- lichkeite» der Einzelpflanzen, und diese Sicherung war nur möglich im heißen, leidenschaftlichen Wettbewerb um die von der Natur gebotenen Lebensbedingungen, im unerbittlichen Kampfe um Boden und Licht. Da trat dann zum zweitenMale das Ausleseprinzip in Erscheinung; durchzusetzen und zu behaupten vermochte sich nur, was besonders rührig und kraftvoll in Erkämpfung seiner Daseins- Möglichkeiten sich erwies.
KampfistderWillederNatnruud Auslese derZweck dieses Kampfes, nnd wenn wir die Natur bewundernd in diesen Pstugsttage« vor ihren Herrlichkeiten stehen, so dürfen «nd wollen wir nicht vergessen, daß weder diese Herrlichkeit noch die Naturharmonie, von der Goethe so entzückt gewesen, denkbar wären, ohne vorhergegangene» Kampf und Auslese.
Auch Deutschland mußte, um dahin zu kommen, wo es heute angelangt ist, sich dem Ausleseprinzip unterwerfen. Gewaltig war das Brausen des Er- kenntnisstnrmes, der von dem Führer seinen Aus- gang nahm, «nd als die unerhörte nationalsozialistische Lehre, über Deutschland hinwegfegend, in ungezählten Tausenden von Versammlungen, in Hunderten von Saalschlachten und Straßenkämpfen das deutsche Volk wachrüttelte und es mit Wegfegung der Parteien von allem morsch und faul Gewordenen befreite. Er verschaffte Luft und Boden einem Wmpfertum, das vorher erstickt und verdeckt war von wucherndem Unkraut und zersetzender Fäulnis. And nun wir heute in Deutschland dort sind, wo wie in diesen Pfingsttagen die Vollblüte der entfalteten Natur eine reiche Ernte verheißt, so wollen wir angesichts des pfingstlichen Vollblustes in der Natur nicht vergessen, was die Voraussetzungen von Blüte und Ernte sind und wollen nach wie vor die Kräfte betätigen und den Willen straffen, der uns den Winterstürmen Deutschlands widerstehen und Moder und Fäulnis überwinden ließ.
Eine Bewegung kann sich nur erhalten mit den Kräften, die sie zum Siege führte. Die uns zur deutschen Pfingsten winkende Ernte der Zukunft kann uns nicht entgehen, sie wird kommen und muß kommen, nachdem sich alle Voraussetzungen erfüllten, die dafür gegeben sind, wenn nur auch die Kräfte lebendig bleiben, die diese Voraussetzungen schufen. Nach wie vor heißt es für den deutschen Menschen schaffen und kämpfen, stark und zähe sein, damit die Blüte auch wirklich zur Frucht zu werden vermag. Denn zu gut wissen wir ja, daß nicht alle Blüten, die heute zu Pfingsten dem Auge lächeln, den Weg zur Frucht vollenden können. Auch hier werden wiederum nur die innerlich kräftigsten, die widerstandsfähigsten, die zähesten der von der Natur berufenen Blüten sich als von der Natur zur Frucht auserwählt erweisen können, und manches und vieles einzelne mag noch untergehen, damit das Ganze dem Willen der Natur entsprechend,
zu gedeihen vermag. Darum wollen wir deutschen Menschen, wir Kämpfer im nationalsozia- Wischen Staate, uns allzeit vor Augen halten, daß nicht im Genuß der Ruhe und nicht in der Schönheit unserer Amgebung der Sinn nnd Zweck unseres Lebens bestehen kann, sondern lediglich in fortgesetztem Wirken und Schaffen, im Kampfe, im Sichdurchsetze«, in Selbstbehauptung und endlichem Siege über alle Hemmnisse und Widerstände des Lebens. A
Wirken und Schaffen, Ringen und Kämpfen, sich selbst behaupten allen feindlichen Gewalten zum Trotz ist wahrlich auch Schönheit, und nicht die geringste, ist uns Nationalsozialisten sogar höchste Lust. Wenn wir dabei auch gewiß nicht eine Stunde der Ruhe und des Genießens verschmähen wollen, so kann für «ns eine solche Stunde immer nur sein, eine kurze Zwischenpause des Kampfes. Pfingsten, das Fest der Erfüllung, als Fest des Sieges, das liebliche Fest, mag auch uns einen Augenblick ruhen lassen im Kampfe und Vorwärtsfireben auf das uns gesetzte Ziel; aber nur Augenblicke wollen wir rasten, Atem zu schöpfen zu kurzer Erholung, nicht ruhen, um der Ruhe und des Behagens selber willen.
Ruhe ist Tod und Behagen Fäulnis, das lehrt uns die Natur allezeit, «nd die Natur zu Pfingsten kann uns das nicht vergessen machen. So sehen wir Nationalsozialisten auch im Pfingstfest nicht so sehr ein Fest des Friedens, als ein Fest des Sieges nach harten Kämpfen, ein Fest des Triumphes von Gesundheit und Kraft. And indem wir Pfingsten so sehen, können und dürfen wir uns auch redlich dieses Festes freuen, weil wir, die wir uns selbst als ein Stück der Natur empfinden, mit tiefer Genugtuung erkennen, wie unser national- sozialistischer Sieg über eine dunkle, düstere, verfallene deutsche Vergangenheit, der Sieg des nationalsozialistischen Kämpfertums, der Sieg des nationalsozialistischen Regimes über ein verrottetes und vermodertes System, dem Siege pfingstlicher Sommerpracht über Fäulnis und Schwäche gleicht.
Einlullen aber lassen wir uns keinesfalls im Genießen stiller Feiertagsstunden, wollen uns nicht be- tören lassen von den flimmernden Farben sonnigen Seins und uns nicht betäuben lassen von süße« Duft quellender Blüten. Behelmt und beschient schreiten wir auch durch diese Tage pfingstlicher Lust, und gerade durch diese gemäß der Mahnung des Führers: „Bindet das Helmband fester nach dem Siege." Allzeit bereit und entschlossen wollen wir bleiben, auch in Zukunft jedem starken Win- terfiurme standhaft zu stehen, uns immer von neuem einzusetzen im Kampfe um Dasein und Zukunft für unser Volk, im übrigen aber auch gefaßt sein, in solchen Kämpfen einmal als einzelner zn unter- liegen, wenn wir selbst morsch und alt geworden, wenn gesundere und stärkere Kräfte unseren Platz zum Vorteil des Ganzen einnehmen müssen.
Man mag solche Haltung heroisch nennen. Wir lieben keine großen Worte und nennen sie schlicht nationalsozialistisch. Zn dieser Haltung begehen wir deutschen Menschen nun Pfingsten, das liebliche Fest, so wie wir in gleicher Haltung mit vorwärtsgerichtetem Blick begingen das Fest der Wintersonnenwende, und wie wir in kurzem, immer wieder mit vorwärtsgerichtetem Blick, das Fest der Sommer- sonnenwende begehen werden.
Nicht auf den Tag kann der Sinn des deutschen Menschen gestellt sein, sondern immer nur auf das allumfassende Ganze; nicht im Genuß vorübergehenden Friedens erschöpft sich des deutschen Menschen Leben, son- dern in Erfüllung seiner kämpferischen Bestimmung; nicht in Ruhe will der deutsche Mensch verharren, sondern rastlos vorwärts streben und vor- wärts leben; nicht sich und seinem Behagen, sondern seinem Volke und seinem Reiche.
Die aber sollen ewig sein!
jok. k. DietiiiL.