Ausgabe 
(7.6.1935) Nr. 156
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Üas amtliche llrgan -es Senats

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-er Freien Lanfesta-t öremen

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Nr. 1Z6 / 3. Jahrgang

Freitag, ?. Juni

Einzelpreis 15 Rps.

Laval französischer Ministerpräsident

Unser lagesspiegel

Einer neuen Berufung Lebruns folgend hat Laval ein neues französisches Kabinett ge­bildet.

Auf demTag der Technik" in Breslau sprachen Reichsminifter Rudolf Hetz und Reichsleiter Alfred Rosenberg.

Für den verstorbenen General von Linsinge» ist ein Staatsbegräbnis angeordnet.

Nach englischen Zeitungsmeldungen steht die Zusammensetzung des neuen englischen Ka­binetts nunmehr endgültig fest.

Bei Daimler-Benz hat der Automobilabsatz einen ungeheuren Ausschwung genommen.

In Berlin sprach auf der 11. Internationa­len Wollkonserenz Reichswirtschaftsminister Dr. Schacht.

In Bremen ist nach den Entwürfen von Pros. Groß ein wertvoller Teppich im Ent­stehen, der in seinen Motiven den Opfer­gang der Bewegung veranschaulicht.

Am Donnerstag schlag mit der Aburteilung einer Anzahl Kommunisten die erste Stras- senats-Periode in Bremen.

UWUMWIW

Oefterreichische Arbeitsanleihe mißglückt

Mrsktberickt unseres Mener Vertreters) Xr, Wien, 6. Juni.

Die von der österreichischen Regierung aufge­legte Arbeitsanleihe brachte nicht den gewünsch­ten Erfolg. Trotz größter Propaganda , konnte die veranschlagte Summe von 178 Millionen Schil­ling nicht erreicht werden. Im ganzen sind etwa 110 Millionen Schilling gezeichnet worden. Da die Syndikatsmitglieder 175 Millionen Schilling garantiert haben, möchten nun nach Ansicht der amtlichen Stellen diese die restlichen 35 Millio­nen Schilling übernehmen. Wenn man bedenkt, daß schon der größte Teil der Anleihe in Höhe von 100 Millionen vorverausgabt ist, so ergibt sich daraus die ganze Größe dieses finanziellen Mißerfolges.

Schweiz

lehnt Olympiabeitmg ab

Basel, 6. Juni.

Der Schweizer Nationalrat, der am Donnerstag den Staatshaushalt verabschiedete, lehnte auf Grund eines sozialdemokratischen Antrages mit 82 gegen 57 Stimmen den Bundesbeitrag für die Berliner Olympiade 1936 in Höhe von 36 000 Franken ab. Bundespräsident Minger be­mühte sich wiederholt, die Ablehnung zu verhin­dern. Zusammen mit den Sozialdemokraten stimm­ten verschiedene Vertreter der Landwirtschaft ge­gen den Beitra

Wird die Kammer Vernunft annehmen?

Paris, 6. Juni.

Nachdem Pistri den Auftrag der Kabinetts­bildung zurückgegeben hatte, hat Präsident Lebrun Bouisson ins Elysse berufen und ihm erneut den Auftrag der Kabinettsbildung angeboten. Bouisson hat wenige Minuten später die Be­auftragung abgelehnt und gar nicht erst mit politischen Besprechungen begonnen.

Nachdem der Vorsitzende der radikalsozialistischen Kammergruppe Delbos es abgelehnt hatte, die Kabinettsbildung zu übernehmen, wurde Pierre Laval ins Elysse berufen.

Pierre Laval hat beim Verlassen des Elysse er­klärt: Der Präsident der Republik hat mir erneut die Regierungsbildung angeboten. Angesichts der ernsten Lage habe ich nicht geglaubt, mich diesem Auftrage entziehen zu können. Ich werde also die Regierung bilden.

Die radikalsozialistische Kammergruppe trat am Abend erneut zusammen. Sie hat der Eruppen-

leitung und dem Parteivorstand volle Hand­lungsfreiheit gewährt. Dieser Besckluß

Liei-re Imvul

wurde als Bereitwilligkeit zu einer bedingungs­losen Mitarbeit am Kabinett Laval ausgelegt.

Pierre Laval hatte um 1.30 Uhr die Bildung seines Kabinetts noch nicht beendet. In parla­mentarischen Kreisen ist eine vorläufige Liste im Umlauf.

Danach übernimmt der Ministerpräsident Laval auch das Außenministerium. Als Staatsminister sind vorgesehen Marschall Petain, Herriot und Flandin. Die Aemter dürften folgendermaßen verteilt werden: Justiz: Berard, Inneres: Mar- combes, Finanzen: Senator Abel Eardey, Krieg: Pistry, Kriegsmarine: Flandin, Luftfahrt:

General Denain, Handel: Laurent-Eynac, öffent­liche Arbeiten: Paganon, Kolonien: Rollin, Post: Lande!, Arbeitsministerium: Frossard, Unter­richt, Landwirtschaft, Gesundheitspflege, Handels­marine und Pensionen find noch offen. Als Staatssekretär beim Ministerpräsidium wird Ca- tala genannt.

Die Aufgabe des ehrbaren Kaufmanns

Neichsbankpräfiöent Dr. Schacht auf der Ättlernationalen Wollkonserenz in Berlin

Berlin, 6. Juni,

Der 11. Internationalen Wollkonserenz, die in Berlin tagt, überbrachte Reichsbankpräsident Dr. Schacht auftragsgemäß die Grüße des Führers und Reichskanzlers, der infolge seiner Abwesenheit von Berlin zu seinem Bedauern ver­hindert sei, die Delegationen der Internationalen Wollvereinigung zu empfangen. Namens des Führers und der Reichsregierung wünschte Dr. Schacht der Konferenz einen erfolgreichen Verlauf.

Dr. Schacht wies dann darauf hin, daß die Teilnehmer der Konferenz sicherlich neben ihren beruflichen Fragen, die sie bei der Konferenz zu behandeln gedächten, auch den Wunsch hätten,

das neue Deutschland

kennenzulernen. Sicherlich würden sie auch an dem neuen Deutschland diese und jene Mängel bemerken, wie es auch vor dem Kriege hier und bei jedem anderen Staatswesen der Fall gewesen sei, aber eine große Wandlung sei in Deutsch­land zu bemerken, es herrsche ein einheit­licher Wille von der obersten bis zur unter­sten Stelle, und dieser Wille sei darauf gerichtet, durch die Störungen seitens der internationalen Politik nicht auch das innere Wirtschaftsgebäude zerstören zu lassen. Deutschland müsse sich mit dem Außenhandel so recht und so schlecht wie möglich abfinden, aber es richte sich im Innern so ein, daß die Arbeitslosigkeit beseitigt werde, und Ruhe und Ordnung in der Wirtschaft

herrsche. Seit 2V- Jahren werde, ununterbrochen in den Auslandsblättern der bevorstehende wirt-> schriftliche und finanzielle Zusammenbiß Deutsch­lands verkündet. Dr. Schacht könne nur fest­stellen, daß alle diese Voraussagen nicht einge­treten seien und auch nicht eintreten wür­den. Das innere deutsche Wirtschaftsgebäude schneide bei einem Vergleich mit zahlreichen anderen Staaten heute nur gut ab.

Diese unsere Politik auf Aufrechterhaltung stabiler wirtschaftlicher Verhältnisse und das Freihalten der deutschen Wirtschaft von den Er­schütterungen, die heute durch die ganze Welt gingen, sei die größte Garantie für den privaten Geschäftsmann, der mit festen Faktoren und mir der Aufrechterhaltung der traditio­nellen kaufmännischen Ehrenhaftig­keit rechnen könne.

Wenn wir zur Aufrechterhaltung dieser Situation manche Wege beschreiten mutzten, die unge­wohnt' seien, wie z. B. die unmittelbaren Warenaustauschgeschäfte und die einstweilige Nichttransferierung von gewissen Auslandsver­pflichtungen. so seien dies zwangsläufige Er­scheinungen, die sich für uns aus der Weltlage ergäben, deren Strudel wir von unserem eigenen Landö' fernzuhalten wünschten.

Die Frage, die Dr. Schacht an die Welt ge­stellt habe, sei die, ob man ein 66-Millionen-Volk von hoher Lebensführung als Verbraucher ent­behren wolle oder nicht. Es habe sich gezeigt, daß

die Welt, soweit sie wirtschaftlich denke, diesen Markt nicht zu verlieren wünsche. Die Reichsregierung wünsche die deutsche Wirtschaft, ihre Konsumkraft und das deutsche kaufmännische Empfinden für eine bessere-Zukunft intakt zu halten und den Wert internationaler kaufmänni­scher Beziehungen zu demonstrieren. Denn ewig würden die Fehler der bisherigen Politik nicht dauern. Die Völker verlangten zurück zum nor­malen Austausch von Waren und Leistungen, auf dem allein die Zivilisation beruhe!

Dieser Wille der Völker zu fruchtbringender Arbeit sei es, der ihn, so fuhr Dr. Schacht fort, mit einem unzerstörbaren Optimismus erfülle. Ausgabe der Wirtschafter sei es, diese Gedanken, jeder in seinem Kreise, zu verbreiten und damit beizutragen, daß endlich aus dem heutigen Wirr­warr wieder ein geregelter internationaler Warenaustausch, entstehe. Wenn die Arbeit der Konferenz hierzu beitragen würde, so würde sie einen vollen Erfolg bedeuten, den er von Herze» herbeiwünsche.

Zur internationalen Lustfahrtausstellung nach Lissabon gestartet. Auf den Berliner Zentral- flughafen Tempelhof starteten am Donnerstag um 9 Uhr zwei deutsche Flugzeuge zum Fluge nach Lissabon. Dieser Flug wird anläßlich der am 1. Juni in der portugiesischen Hauptstadt er­öffneten internationalen Luftfahrtäusstellung durchgeführt, auf der auch Deutschland neben zahlreichen anderen Nationen vertreten ist.

Für Blut und Rasse

Weitere Schutzbestimmungen gegen das Zudentum?

. Bremen, 7. Juni.

Es war dem Nationalsozialismus vorbe­halten, der Iudenfrage so zu Leibe zu gehen, daß sie in der Welt ihre restlose Rege­lung finden kann. Indem Adolf Hitler der Welt zeigte, daß es sich bei der Iudenfrage um nichts weniger als um eine konfessionelle Frage handelt, daß die Iudenfrage viel­mehr eine reine Frage von Blut und Rasse ist, gab er den Völkern der Erde erst die Möglichkeit zu begreifen, wie das schäd­liche Gift wirkt, das vom internationalen Judentum ausgeht und sich am Körper des Gastvolkes einfrißt, das Volkstum zer­störend, die Völker zuletzt vernichtend. Und indem der Führer aller Welt dieses Erkennen ermöglichte, zog er aus seiner grundlegenden Erkenntnis selbst die richtigen Schlüsse und traf Unordnungen, die wir seit dem Jahre 1933 als die Ariergesetzgebung kennen, die zielbewußt verhindert, daß in Zukunft deut­sches Blut sich noch mit jüdischem vermischen darf.

Es ist kein Wort zu sagen gegen die Arier­gesetzgebung, wie wir sie im kommenden neuen Strafgesetzbuch vorfinden sollen. Sie trägt in vollem Maße der Notwendigkeit einer Reinerhaltung des deutschen Blutes Rechnung. Aber wenn d a z u noch eines ge­sagt werden kann, so ist es dieses, daß es vielleicht als zweckmäßig erscheint, die gegen das Judentum gerichteten Schutzbestimmun­gen auch schlechtweg Schutzbestimmungen gegen das Judentum zu nennen. Es hat sich im Laufe der Zeit ergeben, daß Völker nichtarischer Rasse den Ausgangspunkt un­serer Ariergesetze mißverstanden und die be­rechtigte deutsche Besorgnis um Reinerhal­tung deutschen Volkstums als Ueberheblich- keit betrachten wollten, insofern als sie glaubten, daß diese Gesetzgebung, die zur Be­freiung und Bewahrung Deutschlands vor den minderwertigen Rasseeigenschaften des parasitischen Judentums erlassen wurde, auch unter dem Gesichtspunkt er­lassen worden sei, daß andere Rassen der Erde von Deutschland schlechtweg als minder­wertig erachtet würden. Dem ist natürlich acht so.

Eine Anregung, die dieser Tage dem Reichsjustizministerium zur Erwägung zu­ging, nämlich die deutsche Ariergesetzgebung schlechtweg als Schutzgesetzgebung gegen die Juden in das künftige deutsche Strafgesetz­buch einzuführen, ist ebenso bedeutsam für unsere außenpolitischen Beziehungen wie für Klarheit der Dinge an sich. Das deutsche Volk ist ja in seiner Rasse keinesfalls gefährdet von Völkern nichtarischer Art. Einmal sind Angehörige solcher Völker ja nur sporadisch und vorübergehend in Deutschland verstreut,

Än die Träger deutscher Kulturpolitik)

Präsident Blunck und Staatskommiffar Kinkel vor dem Präsidialrat der Reichsschrifttumskammer

Düsseldorf im Zeichen der

Neichstagung der OA.-Kulturgemeinde

O ihr Dichter und Schriftsteller Deutschlands, sagt und schreibt nichts, euer Volk zu entmutigen, wie es leider von euch, die ihr die stolzesten Namen in Poesie und Wissenschaften sührt, so ost geschieht.

Wilhelm Raabe.

Am Mittwoch fand in Berlin eine Sitzung des Präsidialrates der Reichs- schristtumskammer statt. 2n einer kurzen Eröffnungsansprache legte Präsident Blunck dar, welche wesentlichen Aufgaben die Reichsschrifttumskammer in den anderthalb Jahren ihres Bestehens und vornehmlich im letzten Halbjahr zu lösen hatte. Er hob aus dem Kreise der besonderen Erfolge der Kammerarbeit u. a. die Gründung der Reichsschule des deutschen Buchhandels zu Leipzig her­vor, die einen langgehegten Wunsch des deutschen Buchhandels zu Erfüllung gebracht habe. Durch diese Schule sei es endlich möglich geworden, den gesamten buchhändlcrischen Nachwuchs unmittel­bar vor dem Abschluß seiner Lehrzeit noch einmal zusammenzufassen und ihm in kameradschaftlicher Zusammenarbeit für seinen weiteren Berufsgang den Geist zu vermitteln, von dem der Buchhändler heute als einer der wesentlichsten Kulturträger der Nation erfüllt sein muß.

Des weiteren gedachte der Präsident der Neu­ordnung des Buchverbotswesens, des Buchwerbe- wesens und Insbesondere der Förderung des deutschen Buchexports, die gerade in diesen Tagen die führenden Köpfe des deutschen Wirt- schafts- und Finanzwesens beschäftigte. Nach einem Dank des Präsidenten an die Mitarbeiter der Reichsschrifttumskammer und die Leiter der Fachverbände über die bisher geleistete Arbeit

ergriff Staatskommissar, Geschäftsführer der Reichskulturkammer Kinkel das Wort.

Im Zusammenhang mit einigen bevorstehenden organisatorischen Aenderungen innerhalb des Gesamtverbandes der Reichskulturkammer führte er aus, daß er großen Wert darauf lege, die ihm von Minister Dr. Goebbels, dem Präsi­denten der Reichskulturkammer gestellten Auf­gaben im Sinne einer größtmöglichen Verbun­denheit der Bewegung und der großen Masse ves Volkes mit den Trägern der deutschen Kultur­politik und des deutschen kulturellen Lebens zu lösen. Insbesondere sei dafür zu sorgen, dem Geist böswilliger Kritik, wie er sich vielerorts der Arbeit der Reichskulturkammer und der Einzelkammern entgegenstemme, damit zu begegnen, daß die vielen Gruppen und Eriipp- chen beseitigt werden, die ihre Aufgabe in nichts anderem sehen als mit hämischen Blicken eine Arbeit zu verfolgen, an deren Verantwortung sie keine r Anteil haben. So notwendig es sei, daß den erprobten und bewährten Meistern des schöpferischen Lebens der Nation eine tiefe Er- furcht entgegengebracht werde, so notwendig sei es aber auch zu betonen, daß nicht allein das Alter dazu berechtige, auf die künstle­rische Entwicklung des Volkes bestimmenden Ein­fluß zu nehmen. Es darf auch im deutschen Kul­turleben nicht der Satz gelten, den man in frü­heren liberalistischen Zeiten den jungen Poli­tikern vorgeworfen habe: Ihr müßt erst einmal 50 Jahre alt sein, um überhaupt mitreden zu können. Ihr müßt erst den ersten Schlaganfall gelabt haben, um überhaupt urteilen zu dürfen! Wenn B. eiv^ Anzahl älterer führender Per­sönlichkeiten des Schrqttums, in deren Händen

die Betreuung einiger großer Kreise liegt, zu dem Urteil kommen, wir können den und den Preis in diesem Jahre nicht verteilen, wir fin­den keinen unter den nationalsozialistischen Jungen, unter den Gegenwärtigen, die des Preises würdig wären, dann habe ich das Gefühl, daß nicht mit Unrecht draußen eine breite, aktive, junge, revolutionäre, einsatzbereite und gläubige Front erklärt: Es wird uns bestätigt, daß wir

wohl Nationalsozialisten, aber keine Dichter sind. und wir glauben deshalb, daß die Urtei­lenden wohl große Dichter, aber keine National­sozialisten sind. Es liegt aus der Hand, wie fruchtlos und blutleer eine Einstellung ist, die von einer gewissen älteren Generation geradezu provoziert wird.

All« die. so schloß Staatskommissar Kinkel, die aus der Bewegung oder selbst aus der Gemein­schaft des Volkes heraus in eine führende Stel­lung des nationalsozialistischen Deutschlands hervorgewachsen sind, dürfen damit nicht sozu­sagen in die Stratosphäre entrücken. Allen denen, die mit bösem Willen heute in der Stratosphäre herumfliegen und unserem Staat und unserer Idee einen schlechten Dienst erweisen, möchte ich den Rat geben: Verwendet Eure Kraft, Euer Können, Euer Wissen und Eure künstlerische Be­rufung immer nur dazu, dem ehrlichen gläubigen Volk immer neuen Mut zu geben und ihnen Ka­merad zu sein.

Den weiteren Raum der Arbeitstagung füllten Ausführungen des Stellvertretenden Präsidenten der Reichsschrifttumskammer Dr. Wismann über die Neuordnung des Vuchverbots- und Leihbüche­reiwesens aus, weiterhin ein Referat über die organisatorischen Arbeiten des Neichsverbandes Deutscher Schriftsteller, die bisher geleistet wor­den sind, ein Referat'des Leiters der Reichsschule des Deutschen Buchhandels über den Aufbau und die bisherigen Erfahrungen der Schularbeit, sowie weitere Erörterungen von Anregungen.

Es war keine Kleinigkeit für die Reichsleitung der NSKG. und der Düsseldorfer Ortsgruppe, dieser gewaltigen Heerschau für die Pfingsttage das Feld zu bereiten. Galt es doch nicht nur, die 1000 Amtswalter, die erwartet werden, dem Tagungsablauf einzuordnen, ebenso schwierig er­wies sich die Aufgabe, die Reihe der neuen fil­mischen, musikalischen und dramatischen Werke in den Spielplänen so unterzubringen, daß sie den Alltagsgang der Theater nicht stören und doch eine wrgiältige Vorbereitung finden. Gerade neue Werke beanspruchen eine durchgefeilte, ihren fremden Organismus klar illustrierende Dar­stellung.

Was erwarten wir von dieser Reichstagung? Keine fertig und restlos gelösten Probleme, keine gültigen Werke, doch einen faßbaren Querschnitt von den großen Anstrengungen, die schon gemacht wurden. Kulturboden zu umreißen und Neues wachsen zu lassen. Die künstlerisch-kulturellen Richtlinien einer aus völkischem Seelentum deut­scher Artung aufbrechenden Kunstgestaltung des Lebens in allen Disziplinen sollen ganz eindeutig durch das Wort und die Tat aufgezeigt werden. Die große Rede Reichsleiter Rosenbergs wird da keinen Zweifel lasten, wie der Kurs geht.

Die große Kundgebung in der Rheinhalle wurde aus technischen Gründen auf Freitagabend ver­legt. Es sind Vorbereitungen getroffen, daß da­bei die Aufmärsche der Organisationen mit Lied und Sprechchor, Fanfarenton und buntem Schmuck voll zusammenklingen. Getreu dem Grundsatz. daß die Kunst ohne Brücken zum Volk undenkbar ist zeigt der Moekplatz, allwo Düsseldorfs Kurfürst von ehedem, Jan Wellem, auf erzenem Roß thront,

am Samstag allerlei Volksszenen in farbigem Spiel.

Bereits am Donnerstagvormittag trafen die , Gauobleute der NSKG. aus dem ganzen Reich in Düsseldorf ein. Sie wurden am Nachmittag in der Städtischen Tonhalle von der Amtsleitung be­grüßt. Nachdem noch einmal das gesamte Ta­gungsprogramm durchgesprochen worden war, be­gaben sich die Mitglieder der Amtsleitung und die Eauobleute auf Einladung des Oberbürger­meisters Dr. Wagenführ zu einem Empfang der Stadt in die Rheinterrasse. Oberbürgermeister Dr. Wagenführ begrüßte die Erschienenen im Na­men der Stadt. Amtsleiter Dr. Stang dankte im Namen der NSKG. und als Beauftragter Alfred Rosenbergs und führte dann u. a. aus: Wir sind uns klar, daß das niedergebrochene deutsche Kulturleben, das wir aus der System­zeit übernommen haben, nur langsam und all­mählich unter Wahrung strengster weltanschau­licher Maßstäbe wieder aufgebaut und zur Blüte gebracht werden kann. Er sprach dann die Hoff­nung aus, daß das Beispiel der Stadt Düsseldorf, die stets der NSKG. Verständnis und wärmste Förderung habe zuteil werden lassen, in ganz Deutschland Beachtung und Nachciferung finden möge. Anschließend sprach der Presseleiter der NSKG. Dr. Ramlow über den Reichssender Köln über den Kampf um die kulturelle Erneuerung, wobei er Aufgabe. Wege und Ziele der NSKG. erläuterte.

Anschließend folgte dann das erste große Fest­konzert, ausgeführt vom Städtischen Orchester unter der Leitung seines bekannten jungen Diri­genten Generalmusikdirektor Baltzer.