Ausgabe 
(26.11.1935) Nr. 327
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Par1eiamtl.lageszeitung der Nationalsozialisten Vremens

Das flmtsblatt des Senats

der Lreien lzansestadt Meinen

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Nr. Z27 / Z. Jahrgang

Vienslag, 2S. November

kinzelpreis lS Npf.

Ver öedcinke des lumvaters Iahn hat gesiegt

einmütiges vekenntnis der süürer der deutschen lurnerschaft zu den oom NeichssportfLürer getroffenen Maßnahmen zur endgültigen fferstellung des politisch gesorderten Sundes der Deutschen Leibesübungen

Unser lagesspiegvl

Am 1. Januar 1936 tritt die nene Satzung des Deutschen Reichsbundes snr Leibesübungen in Kraft.

Ministerpräsident Siebert hielt in Zürich eine Rede über neue Wege der deutschen Industrie- wirtschaft.

Vesatzungsmitgliedern des Bremer Dampfers Hecht" wird von der estnischen Regierung eine Rettungsmedaille übergeben werden.

Die Tagung des Ausschusses der Sanktions- konferenz ist verschoben worden.

Zu Brasilien haben kommunistische Aufstän­dische zwei Städte erobert.

Infolge anhaltender Flucht von Großkapital wurde der Diskont in Frankreich weiter er­höht.

Die Konknrsquote bei der Ultra Marc, der holländischen Tochtergesellschaft der früheren Nordwolle, beträgt nur 8 Prozent.

Der Olympia-Zug wurde bei seiner Ankunft in Bremen von dem Regierende» Bürger­meister Heider feierlich begrüßt.

Frau Scholtz-Klink wird erst am 13. Dezember, und nicht heute, in Bremen sprechen.

Die Bremer Schutzpolizei führt Uebungen für das SA.-Sportabzeichen durch.

Die Anthroposophische Gesellschaft ist für das gesamte bremische Staatsgebiet verboten worden.

klirung von Vesahungsmilgliedern eines Vremer Sampfers

Bremen, 26. November.

Mehreren Mitgliedern der Besatzung des Bre­mer DampfersHecht" der Argo-Reederei wurde für heldenhafte Lebensrettung unter besonders schwierigen Umständen der Mannschaft eines est- nischen Schoners Ende November die Lebensret­tungsmedaille des Estnischen Roten Kreuzes ver­liehen. Es handelt sich bei den mit dieser Aus­zeichnung bedachten deutschen Seeleuten um bey Kapitän Meislahn, den zweiten Steuermann Erich Borchert, sowie die Matrosen Otto Mül- ler. Albert Klatt, Georg Sperber und Kurt Heinze. Die Lebensrettungsmedaille wird den deutschen Seeleuten Lei der demnächst erfolgenden Ankunft des Dampfers in Reval überreicht werden.

6roßadmiral Jellitoe beigesetzt

Deutschland erweist dem Toten die letzte Ehre

London, 26. November.

Unter der Anteilnahme des ganzen englischen Volkes fand Montag mittag das feierliche Staats- begräbnis des Großadmirals Jellicoe in der Lon- doner St. Pauls-Kathedrale statt. Nachdem der Sarg aus der Westminster-Abtei nach dem Parade­platz beim Admiralitätspalast gebracht und dort auf eine Geschützlafette gelegt war, setzte sich gegen 16 Uhr der große und prachtvolle Trauerzug nach der Eity in Bewegung. An der Spitze marschierte eine Matrosenwache, gefolgt von mehreren Mu­sikkapellen. Die Geschützlafette, auf der der Sarg ruhte, wurde von Matrosen gezogen. Auf dem Sarg, der in die britische Flagge eingehüllt war, laaen der Hut und das Schwert des Verstorbenen. Neben dem Sarg. schritten mehrere französische Admirale und als Vertreter der deutschen Kriegsmarine Flottenchef Vizead­miral Förster, die später den Sarg gemein­sam in die St. Pauls-Kathedrale trugen. Es folgten die Familienangehörigen, darunter Lady Jellicoe und der junge Lord Jellicoe, sowie ein Offizier, der die Orden des Großadmi­rals trag. Dann kamen der Prinz von Wa­les als Vertreter des Königs und der Herzog von York. Hinter den Vertretern des engli­schen Kabinetts und der militärischen Ministerien gingen die Marineattaches der ausländischen Mächte. Abteilungen der Flotte, der Luftstreit- kräfte und des englischen Frontkämpferverbandes beschlossen den Zug. Tausende von Menschen hatten sich an den Straßen angesammelt, um dem letzten Tang des Großadmirals beizuwohnen.

An der dicht gefüllten St. Pauls-Kathedrale fand. ein feierlicher, vom Erzbischof von Eanter- büry abgehaltener Trauergottesdienst statt. Auch der Großadmiral Lord Beätty, Lord J-llicoes Nachfolger als Oberbefehlshaber der Hochseeflotte im Weltkrieg, nahm an der Feier teil. Punkt 12 Uhr wurden'im Hyde-Park 19 Kanonenschuß? at>- gesenert. Bald darauf wurde der Sarg Lord I-lli- coes in der Krypta der St. Pauls-Kathedrale, nur wenige Meter oom Grabe Nelsons entfernt, versenkt. Ganz London und die englischen Achifse flaggten halbmast. Von der deutschen Botschaft wehte die Hakenkreuzslagge auf halb­mast.

Berlin, 26. November.

Am 1. Januar tritt das Gesetz, des deutschen Sports in Kraft. Damit schickt sich- der große Ein­heitsbund der deutschen Leibesübungen an, eine volkserzieherisch notwendige Aufgabe im Lebens­raum des deutschen Volkes zu übernehmen. Der Führer der Deutschen Turnerschaft, Reichssport­führer von Tschammer und Osten, hatte aus diesem Anlaß den Führerstab, die Eauführer und Fachwarte der DT. zu einer Arbeitssitzung nach Berlin berufen. Im Verlauf der vierstündi­gen-Beratungen, die nahezu alle Gebiete der Lei­besübungen umfaßten, ergriff der Reichssportfllh- rer wiederholt das Wort zu grundsätzlichen, ziel- weisenden Ausführungen. Er führte u. a. aus:

Wir stehen vor dem Abschluß einer Epoche und vor einem wichtigen Schritt dem wichtig­sten seit der Uebernahme der Leibesübungen unter meine Führung überhaupt. Die neue Satzung des

Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen soll am 1. Januar 1938 in Kraft treten. Jetzt erst kann der Auftrag des Führers, den er mir im April 1933 gegeben und durch verschiedene Erlasse wie­derholt hat, für die Einheit der deutschen Lei­besübungen besorgt zu sein, im recht verstande­nen Sinne durchgeführt werden.

Die ersten Monate des Jahres 1933 waren vom Rausch des Sieges erfüllt, der auch die letzten Bürger mit fortriß. Die Begeisterung für das neue Reich haben wir alle durchlebt, und jede Organisation und jedes Kulturaebiet hat sie in ihrer Weise empfunden. Der Tag des Sieges für die Deutsche Turnerschaft war derTagvon Stuttgart, und die Minute, die uns der Führer im Gedenken Friedrich Ludwig Jahns schweigen hieß, war der Höhepunkt für den Sieg des turnerischen Gedankens im Dritten Reich. Diese Minute hat in sinnreicher Weise bekundet, daß die Entwicklung nationalsozialistischer Leibes­

erziehung nicht allein aus dem Willen, unbedingt etwas Neues zu schassen, abgeleitet wird, son­dern im Anschluß an die Geschichte zu erfolgen hat.

Eine Zerschlagung der Organisation der Leibes­übungen hätte 1933 nicht nur den Untergang geschichtlich gewordener Einrichtungen bedeutet, sondern den Untergang der deutschen Leibes­übungen überhaupt. Es wäre ein wertvoller Teil deutscher Kultur vom Aufbau des Reiches aus­geschaltet worden. Es dürfte noch in guter Er­innerung sein, daß die Forderung nach. Auflösung der Verbände von den ver­schiedensten Seiten erhoben wurde, und es war für mich als SA.-Mann nicht leicht, die so oft mit guten Gründen vorgebrachten Forderungen zu­rückzuweisen. Aber Revolution haben wir auch gemacht, vielleicht eine tiefergreifendere, als sie auf manchen anderen Gebieten festzustellen ist. Wir sind getreu den Grundprinzipien des Natio­nalsozialismus und den taktischen Erfordernissen der Zeit entsprechend folgerichtig an den Auf­bau nationalsozialistischer Leibes­erziehung gegangen. Wenn wir heute nach zweijähriger Entwicklung rückwärtsblicken, dann erkennen wir, wie groß der Umbruch auf unserem Gshiet war und wie tief die Umerziehung der Turner und Sportler für den Gedanken national­sozialistischer Leibeserziehung in einem einheit­lichen Bund bereits durchgeführt ist.

Ich ließ die Verbände bestehen, weil sie die Ge­fäße waren, die die deutsche Substanz der Leibes­übungen enthielten. Die Verbände bildeten zu­sammengenommen eine Ordnung, die Millionen deutscher Menschen umfaßte und für Millionen die einzige Heimstatt völkischer Gemeinschaft bildete. Die Menschen wären niemals für einen positiven Aufbau gewonnen worden, wenn man sie durch Zerschlagen der Verbände politisch heimatlos ge­macht hätte. Und wären diese Gefäße zerbrochen worden, dann wäre kostbarste deutsche Substanz verronnen. Nationalsozialistische Revolution be­deutet aber nicht vergießen, sondern umgie­ßen. Aber umgießen kann ich erst dann, wenn ein anderes Gefäß da ist, das diesen Umguß verträgt und aufnimmt.

Wir können sagen, daß die zweijährige Ent­wicklung aus freiwilligen Entschlüssen der alten, ehemals verbandsmäßig orientierten Menschen entsprungen ist, und daß die von uns eingeleite­ten Etappen nicht künstliche und befohlene Wege bedeuteten, sondern im Herzen jedes einzelnen sich, nach und nach zwar, aber um so fester ein- gegraben haben, und es wird keinen geben, der nicht das letzte Ziel dieses Bundes erschaute: die eine und einzige große Organisation der deut­schen Leibesübungen zu sein. (Forts. Seite 2)

kom und Mis flbeba melden erfolge

defechte an der Nordfronk Starke abessinische rruppen;usammenjietiungen

Berlin, 26. November. !

Nach abessinischen Meldungen aus Advis Abeba hat an der Nordfront eine für die abessinischen Truppen erfolgreiche Schlacht in der Gegend von Maikale stattgefunden. Den Truppenabteilungen der Dedschas Wores gelang es bei Halawe, drei italienische Bataillone vernichtend zu schlagen und Maultiere und Munition zu erbeuten. Auf italie­nischer Seite soll der Kommandeur und zahlreiche Soldaten getötet worden sein. Im Gegensatz hierzu besagen Nachrichten aus Asmara. daß das Korps Maravigua in verschiedenen Zusammenstößen abessinische Truppen zurückgeschlagen hat. die da­bei schwere Verluste erlitten.

Die Front Tolo-Makale ist durch das Korps Santini verstärkt worden. Man scheint mit einem starken abessinischen Gegenstoß zu rech­nen. So konnten zwischen Ambaladschi und Dessie starke Ansammlungen abessinischer Truppen, schätzungsweise mehrere hunderttausend Mann, festgestellt werden. Offenbar haben Ras Seyoum und Ras Kassa sich vereinigt und gemein­sam die Stellungen mit ihren Truppen besetzt. An der Dankali-Front ist die Abteilung des Generals Mariotti, die den linken italienischen Flügel zu decken hat, erneut im Vormarsch begriffen, um Störungen durch abessinische Truppen zu ver­hindern. Weiter teilt der italienische Hee­

re sbe r ich t ipit.:. An der Front des ersten Armeekorps hat eine Kolonne von nationalen und Eingeborenentruppen auf der Linie Schelikot und Eicallet Aufklärungen vorgenommen. An der Front des zweiten Armeekorps ist die politisch- militärische Reorganisation des Gebietes abge­schlossen worden. In den wichtigsten Ortschaften wurden reguläre Besatzungen und politische Be­hörden eingerichtet. Abteilungen der Division Eavinana haben die Landschaft zwischen Enda Michaeli und Zongi, südwestlich von Adua besetzt und die Verbindung mit den Schwarzhemden und den Eingeborenentruppen, die in Tzahama und Nadir stehen, hergestellt. Reguläre Eingeborenen­abteilungen und andere bewafsnete Gruppen ha­ben die wichtigsten Uebergangsstellen des Takase- Flusses südwestlich der Landschaft Schirre in festen Besitz genommen.

Rom, 26. November.

Von der römischen Spätabendpresse bezeichnet Lavorro Faszista" unter größter Aufmachung ein aus dem italienischen Hauptquartier gemeldetes Gerücht, wonach Ras Seyoum, einer der gefähr­lichsten Gegner Italiens, bei einem Bomben­angriff am 13. November den Tod gefunden haben soll.

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DieNationalsozialistische Partei-Korre­spondenz", der Pressedienst der NSDAP., schreibt zum 60. Geburtstag des Reichsleiters Franz Xaver Schwarz:

Wenn man die Geschichte der Bewegung schreibt, kann man es nicht tun, ohne dem Reichsschatz­meister der Partei, Reichsleiter Franz Xaver Schwarz, der morgen, am 27. November, seinen 60. Geburtstag begeht, ein Ruhmesblatt zu wid­men. Als einer der treuesten Helfer des Führers ist er ein großer Wegbereiter gewesen, der für das ihm vom Führer zugeteilte Arbeitsfeld, ohne Vorbilder zu haben, mutige Pionierarbeit die vielen Jahre des Kampfes zu leisten hatte, und er hat seine Aufgabe mit beispielloser Zähigkeit und Pflichterfüllung gelöst und die Partei zu der Verwaltungsorganisation emporge- bracht, wie sie heute in ihrem grandiosen Umfang sich uns darbietet. Er allein trägt die Last einer Millionenbewsgung, er allein beaufsichtigt die Finanzgebarung sämtlicher nationalsozialistischer Verbände und Gemeinschaften. Seine Maßnahmen erstrecken sich auf das ganze RetHsgebiet und sind von einer Bedeutung, die zeitweise auch politische Wirkungen zur Folge haben können. Er ist daher nicht nur Verwaltungsmann, son­dern auch Politiker.

Reichsschatzmeister Schwarz ist in seiner ruhigen, vornehmen Ari jeden Lobpreisungen abhold. Vielleicht mag auch dies die Ursache sein, daß . manchen Volksgenossen sein gewaltiges Werk nicht ohne weiteres bewußt wird, nachdem er es, we­nigstens für die breite Öffentlichkeit, in aller Stille lenkt. Aber in der Partei dürft« es wohl keine Stelle geben, wo nicht seine Hand spürbar wäre, und auch bei den Staatsbehörden ist sein Name bekannt und hat dort einen guten Klang. Der Reichsschatzmeister ist ein ausgesprochener Ver- waltungspraktiker. Seine Erfahrungen erstrecken sich gleichviel auf die gerichtliche, notarielle wie militärische uns städtische Verwaltung. So leistet er u. a. in der städtischen Verwaltung der Hauptstadt der Bewegung 25 Jahre Dienst. Von frühester Jugend an bewährte sich seine frische, unternehmende Art und gehörte ein großer Teil seiner außerberuflichen Tätigkeit dem fach­lichen Studium. Daß er in ver Lage ist, der großen Verwaltung der NSDAP. vorzustehen, ist neben seiner markanten Persönlichkeit nicht zuletzt auf sein vielseitiges Wissen zurückzuführen. Als Kriegsteilnehmer von 19141918 wurde er mit dem Rang eines Leutnants der Landwehr ent­lassen.

War er schon in der Nachkriegszeit ein aktiver Verfechter des nationalen Gedankens, so stand'er bereits in den Ansängen der Bewegung, im Jahre 1922, in deren Reihen. Mit der Neugründung der Partei im Jahre 1928 übertrug ihm der Führer das Amt eines R e i ch s s ch a tz m e i st e r s der NSDAP. Ist es heute der ungeheure Um­fang der Bewegung, der sein Amt vor riesige Ausgaben stellt, so stellten damals die inner- politischen Kämpfe nicht minder große Anforderungen an ihn. Unzureichende Räume, äußerst bescheidene Finanzen, dann der stete Druck der Regierungen und die Kämpfe p»li-