parteiamtklageszeitung der Nationalsozialisten Vremens
Das flmtsblatt des Senats der Lreien lzansestadt Dremen _
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Nr. Z26 / Z. Jahrgang
Montag, 25. November
kinzelprels 15 Npf.
Vorbildliche Schulungsarbeit der NSVW.
Übergabe der ersten Neichsschulungsbucg krwttte durch Vr. Leg / vor der krrichtung weiterer vurgen
Unser lagvsspivgvl
Das Verbot der Oelaussuhr nach Italien soll Mitte Dezember in Kraft trete».
Italiens Widerstand gegen die Genfer Sühnemaßnahmen nimmt immer schärfere Formen an.
Ganz Griechenland steht heute im Zeichen der Rückkehr des Königs.
Bei der Uebergaüe der ersten Reichsschulnngs- burg Erwitte kündigte Dr. Sey die Errichtung weiterer Schnlungsbnrgen an.
Sven Hedin sprach gestern in Bremen.
Das Tressen der alten Kämpser des SS.-Ab- schnittes XIV sand gestern seine» Abschlug.
Die bisher ungeschlagene deutsche Handball- Ländermannschaft siegte über Ungarn 17:1.
Im Kamps nm den Vereinspokal des DFB. siegten Schalke 01 und der 1. FC. Nürnberg.
Eine» schönen 2:1-Erfolg über Eintracht- Braunschweig errang Werder-Bremen.
Eine holländische Wasserball-Sieben wurde in Westdeutschland zweimal geschlagen.
Lippstadt, 25. November.
Am Sonntagmittag wurde die erste große Reichsschulungsburg Erwitte in der Nähe des westfälischen Städtchens Lippstadt im Rahmen einer politischen Großkundgebung durch Reichsorganisationsleiter Dr. Ley geweiht. Abseits von den Großstädten können hier in jedem Lehrgang 300 Teilnehmer erfaßt werden. Der erste Lehrgang, der bereits seit dem 10. November läuft, umfaßt Hoheitsträger und Kreisamtsleiter aus allen Teilen des Reiches. Zu der Einweihungsfeier waren neben dem Gauleiter von West- falen-Süd und Schlesien, Joseph Wagner, Vertreter aller Parteigliederungen des Staates und der Wehrmacht erschienen. Auf der großen Festwiese, in deren Mitte ein Ehrenmal für die Gefallenen errichtet worden ist, marschierten die Formationen der SA., SS., uns des NSKK., die politischen Leiter, der Reichsarbeitsdienst, HJ. und Jungvolk auf.
Reichsschulungsleiter Dr. Frauendorfer dankte in seiner Begrüßungsan>prache dem Reichsorganisationsleiter für die planmäßige Durch
führung des Schulungshauses und die Schaffung dieser Stätte, die eine Hochburg national- sozialistischer Weltanschauung werden solle. Gauleiter Joseph Wagner hob in seiner Ansprache hervor, daß es sich nicht darum handele, Wissen und Bildung zu vermitteln, sondern eine Stätte zu schaffen, rn der die jungen Menschen von der Weltanschauung des Nationalsozialismus geformt werden.
Reichsorganisationsleiter Dr. Ley gab zunächst eine Rückschau auf zwei Jahre weltanschaulicher Schulungsarbeit. Mit Stolz und Genugtuung könne man sagen, daß diese zwei Jahre von gewaltigem Erfolg gekrönt seien und der Bewegung im Kampfe mit den Mächten der Finsternis und mit den Gegnern Deutschlands außerordentlichen Nutzen gebracht hätten. In 100 Eauschulen und sechs Lawdesschulen sei vorbildliche Arbeit geleistet worden.
Zu der erste» größeren Reichsschulungsburg, die jetzt eröffnet werde würden nn nächsten Frühjahr drei gewaltige Kulturwerke, drei Ordensburgen hinzukommen, die
so groß und gewaltig seien, wie es ähnliche I in Deutschland bisher nicht gegeben habe. I Diese Burgen in der Eifel, im Allgäu und in Pommern würden zum 1. Mai dem Führer und der Partei übergeben.
Dr. Ley gedachte der Millionen deutscher Männer, die ihr Leben für Deutschland hingegeben haben, damit Deutschland leben könne. Unter den Klängen des Liedes vom guten Kameraden senkten sich die Fahnen zum Gedenken an die Toten des Weltkrieges, an die Gefallenen der Bewegung und an dip Opfer der Arbeit. Ihnen zum Gedächtnis weihte Dr. Ley das Ehrenmal. Dann übergab er die Schule dem Reichsschulungsleiter Dr. Frauendorfer mit dem Wunsche, daß in dieser Schule der Geist des Glaubens, der Treue und der Kameradschaft immer zu Hause sein möge.
Im Ehrenhof, in dem der erste Lehrgang und die beim Bau beschäftigt gewesenen Arbeiter angetreten waren, sprach Dr. Ley allen am Werk Beteiligten seinen Dank aus. Zum erstenmal stieg dann am Mast die deutsche Freiheitsfahne empor.
oelaussuhrvnbot tritt Mitte steiember in Kraft
SanktionsmüDtgkeit in knglandr — Lavals Schwierigkeiten und die Senfer Maßnakmen
See sichrer an den König von Italien
. Berlin, 25. November.
Anläßlich der Unwetterkatastrophe in Süd- italien hat der Führer und Reichskanzler an den König von Italien das nachstehende Beileidstelegramm gerichtet: „Eurer Majestät spreche ich meine und des deutschen Volkes aufrichtige Anteilnahme an dem schweren Unglück aus, das Süditalien betroffen hat und dem so viele Menschenleben zum Opfer gefallen sind. Adolf Hitler, Deutscher Reichskanzler."
*
Die Zahl der Todesopfer bei dem schweren Unwetter in Siiditalien hat sich weiter erhöht. In der Gegend von Catanzaro sind bis jetzt 17 Todesopfer zu beklagen; nahe Reggio di Calabrra kamen zehn Menschen ums Leben.
„Deutschlands Jugend vorbildlich"
Paris, 25. November.
Das „Journal" übt in einem Leitartikel unter der Überschrift „Will man Frankreich zu emer Nation von Schwächlingen absinken lassen.-' Kritik an der Tatsache, daß.55 Prozent der einberufenen Franzosen als „für den Militärdienst untauglich" wieder nach Hause geschickt wurden. Die Hauptsache sei, dah nichts sür die körperliche Ertüchtigung in Frankreich getan wurde. Dagegen zeigten Deutschland, wo eine herrliche Jugend voll Kraft stolz heranwachse, und Italien mit seiner Jugendorganisation der Valilla vorbildlich, was man mit einem festen, auf ein bestimmtes Ziel gerichteten Willen erreichen könne.
kntstittlung des venkmals für einsingen
Hannover, 25. November.
Am Totensonntag fand in Hannover auf dem Neuen St. Nikolai-Friedhof die feierliche Enthüllung und Weihe des auf Wunsch des Führers und Reichskanzlers vüm Reich gestifteten Denkmals auf der Grabstätte des verstorbenen Generalobersten von Linsingen statt. Ueber dem Erabmal wehte die Reichskriegsflagge.
stdmiralScheer.Illgendsterberge
Kiel, 25. November.
Dieser Tage wurde am Fuße des Marine- ehrenmals von Laboe eine Jugendherberge errichtet, die den Namen Admiral-Scheer-Jugend- herberge erhalten hat. Unter den Gästen bemerkte man u. a. Vizeadmiral R L s s i n g - Bremen.
London, 25. November Mehrere Sonntagsblätter melden aus Genf, es sei zu erwarten, daß am 16. Dezember ein internationales Verbot der Oelaussuhr nach Italien in Kraft treten werde. Das geplante Oelembargo sei in den Unterredungen Lavals mit dem britischen und dem italienischen Botschafter am Sonnabend erörtert worden.
Der weiteren Entwicklung der Sllhnepolitik sieht man in London nicht ohne Befürchtungen entgegen, wobei besonders auch die schwierige innerpolitische Lage Frankreichs als wichtiger Faktor betrachtet wird. So glaubt der „Sunday Dispatch", daß die französische Krise möglicher
weise dem ganzen außenpolitischen Feld ein anderes Gesicht geben werde. Lavals Schwierigkeiten bei seinen Bemühungen, den Franc zu retten, und die Unruhen in Frankreich könnten die Anwendung der Sllhnemaßnahmen von feiten Frankreichs abjchwächen. Die englische Regierung iei sich dieser Möglichkeit bewußt und bemühe sich daher, weitere Francstürze zu vermeiden. Auch Washington habe sich diejer Unterstützungsaktion angeschlossen. Man befürchte außerdem, daß La- val vielleicht versuchen werde, ein besonderes Friedensabkommen mit Mussolini zustande zu bringen. Die neuen englisch-französischen Besprechungen in Paris zielten auf «ine Verhinderung dieser Möglichkeiten ab.
Nach den Sonntagsblättern zu schließen, ist in der englischen Öffentlichkeit eine gewisse Sank
tionsmüdigkeit eingetreten. So schreibt „Sunday Times", die beste und vielleicht einzige Möglichkeit eines Friedens liege nicht in der Aufrechterhaltung des Völkerbundsstatuts in seiner jetzigen Form, sondern in seiner völligen Abänderung. Artikel 16 müsse dahin abgeändert werden, daß das Vorgehen des Völkerbundes nur noch auf eine Mobilisierung des Völkergewissens" und auf rein moralische und juristische Meinungsäußerungen beschränkt werde.
Washington, 25. November.
Als weitere Maßnahme zur Verhinderung der Ausfuhr von Kriegsmaterial an Italien hat das Schiffahrtsamt den weiteren Verkauf von alten amerikanischen Schiffen für Eisenschrottzwecke nach Italien verboten.
Schritte Italiens in den oeiaussichriündern
Sperrung der Zufukr wird als feindliche kandlung angefeken
Paris, 25. November.
Die Pariser Presse,, die die Besuche der englischen Botschafter in Paris und Rom bei den dortigen Ministerpräsidenten hervorhebt, bespricht einerseits die Fortsetzung der Vermittlungsaktion, andererseits aber auch die Frage des Petroleumzufuhrverbotes, das nach ihrer Ansicht den Sühnemaßnahmen eine besondere Härte geben würde.
Das „Echo de Paris" weist daraus hin, daß sn Italien die bisherigen wirtschaftlichen Sühnemaßnahmen zwar habe gefallen lassen, daß es aber eine Sperrung der Oelzufuhr als feindselige Handlung angesehen würde. Diese Ansicht hätten auch die Botschafter Italiens in London, Washington und Moskau sowie die italienischen Gesandten in Bukarest und im Haag mitgeteilt.
Nach dem Urteil des Außenpolitikers des „Echo de Paris" könne sich aber der Genfer Verbin- dungsausschuß nur schwer mit milden Sühnemaßnahmen begnügen, wenn er nicht gegen den Artikel 16 verstoßen wolle. Frankreich gehöre nicht zu den Ländern, die Petroleum ausführen, es kaufe vielmehr selbst im Auslande seinen Petro- leumbedars. Deshalb brauche sich auch Frankreich nicht in den Mittelpunkt der Aussprache ziehen zu lassen, sondern es könne diese Angelegenheit Rom, London, Washington, Moskau. Bukarest und dem Haag überlassen.
fördenmg deutschen Schrifttums
Neichsleiter Nosenberg auf der flrbettstagung der Neichsstelle
Berlin, 25. November.
Anläßlich der zweiten Reichsarbeitstagung der Reichsstelle zur Förderung des deutschen Schrifttums in Berlin, sprach am Sonnabend Reichster Alfred Nosenberg zu den zahlreichen Vertretern der Regierung, der Partei und des deutschen Schrifttums. Er legte allen Mitarbeitern der Reichsstelle die Pflicht auf, mit innerer Härte die nationalsozialistische Weltanschauung uus dem von ihnen betreuten Gebiete zu verteidigen und zu stützen. Er wies darauf hin, daß diese Gestaltung der Arbeit im Volke wohl verstanden würde, denn aus der sehr reichlichen Produktion des deutschen Buchwesens habe die Reichsstelle zunächst log Bücher als Katalog für eine nationalsozialistische Bücherei ausgewählt, der bereits w einer Auflage von 100 000 Exemplaren ver
breitet sei. Diesem ersten Katalog hätten sich mehrere andere angeschlossen und sö sei jeder Volksgenosse imstande, bei den großen Auswahlmöglichkeiten sich ein wirkliches Bild von dem Wollen unserer Zeit zu machen
Aus diesem ganzen Streben heraus ergebe sich jene Art des Schrifttums, das wir fördern wollten Die Tünche der Vergangenheit - sei abgewichen. Wir verstünden jetzt den herben, strengen Stil der die deutsche Kunst stets durchdrungen habe vom alten Hildebrandlied bis zur Ewigen Wache am Königsplatz zu München. Man müsse unerbittlich sein gegen alle diejenigen, die die große deutsche Wiedergeburt verpfuschen, zerreden oder instinktlos preisgeben wollten und arbeiten im Dienste dieses ewigen wehrha>tsn Deutschland wie der Führer es uns erkämpfte und wie wir es mit aller Kraft zu erhalten bemüht sind.
Je mehr die Sühnemaßnahmen sich auswirken, umso heftiger wird in Italien der allgemeine Widerwille gegen alles, was irgendwie an die sanktionsführenden Staaten erinnert. So richtet sich augenblicklich die Stimmung der Bevölkerung gegen fremde Straßennamen, deren Straßenschilder an verschiedenen Stellen der Stadt über Nacht ausgewechselt wurden. Nach der Umbenennung der nach belgischen Städten benannten Straßen ist jetzt die zur Erinnerung an die Marneschlacht benannte „Via Marna", die die Zufahrtstraße zur französischen Botschaft bildet, in „Straße der Italiener von der Marne" umgetauft worden. Die nach dem im Weltkrieg verbündeten Rumänien benannte „Via Romania" heißt jetzt zu Ehren der beiden Staaten, die sich der Sühnemaßnahmen enthielten, Oesterreich- Ungarische Straße.
„widerstand bis ;um Düstersten"
Rom, 21. November.
Das halbamtliche Eiornale d'Jtalia geißelt in scharfen Worten die Ausführungen des Präsidenten des Genfer Sanktionsausschusses, Vascon- cellos, in einem portugiesischen Blatt, wonach der Friede Europas bedroht wäre, falls die Sanktionen, keinen Erfolg hätten. Wenn man wirklich glaube, daß die Sanktionspolitik die Grundlage des Friedens und der Sicherheit Europas sei und wenn man ihren Mißerfolg als ein tragisches Unheil für Europa ansehe, werde man sich zweifellos keine Beschränkungen auferlegen, sondern den italienischen Widerstand bis zum Aeußersten mit vermehrten und härteren Maßnahmen zu treffen suchen. Man müsse auf die Verhärtung der italienischen Antwort gefaßt sein, die nicht aus eigener Initiative entstanden, sondern nur durch Genf herausgefordert worden sei.
Nom stellt fluwbuslinien ein
Maßnahmen Italiens gegen die Benzinknappheii Nom, 25. November
Nachdem sie Preise für Benzin in Italien bereits erheblich gestiegen sind. werden jetzt einschneidende Sparmaßnahmen erwartet. Zahl reiche Autobuslinien in Rom wurden bereüs eingestellt. An sämtliche Autobesitzer Italiens eracht die Ausforderung, ihre Wagen nur zu den drin- gendst notwendigen Geschälten zu benutzen und
auf jegliche Vergnügungsfahrten zu verzichte. Den Autobusbesitzern wird empfohlen, für länge. Strecken die Eisenbahn zu benutzen. Man sprick bereits davon, daß eine Vorschrift erlassen werde wird, die die Benutzung von Autos am Sonnto verbietet.
Die kinkeit stbesstniens
Paris, 25. November.
Die abesstnische Gesandtschaft in Paris übe: mittelte am Sonnabendabend der Presse sir Mitteilung, in der behauptet wird, die italr nische Propaganda Habs falsche Nachrichten üb, die letzte Luftreise des Negus in Umlauf gesetz Man habe, so heißt es weiter in der Erklarun das Gerücht ausgestreut, diese Reise habe de drohenden Abfall verschiedener abessinischer Obe führer vorbeugen sollen. Die abesstnische Regt rung habe bereits mehrmals bekanntgegeben, de einzig und allein Haile Selassie Zugsa seine Kaiser und sein Vaterland verraten habe. D abesstnische Regierung wiederhole mit aller V stlmmtheit, ohne eine Richtigstellung fürchten - brauchen, daß kein anderer abessimscher Führ, sich mit dem Feinde eingelassen habe. Im Eeqe, teil, der Krieg habe die E i n h e i t d e s a L ess nischen Kaiserreiches verstärkt, inde er um seinen obersten Fürsten alle Kräfte d< Landes gesammelt habe.
Dst-Kopei erklärt sich unabkangi^
Peiping, 25. November
Wie in Peiping am Sonntag bekannt wur hat sich das Gebiet Tschitung, das allgemein L Hopei genannt wird, für unabhängig erklä Dieses Gebiet, das 22 Bezirke der Provinz Ho umfaßt, deckt sich im allgemeinen mit der bishe gen entmilitarisierten Zone. An der Spitze st jetzt ein autonomer antikommunistischer Reg rungsausschuß von neun Personen.
In Flugblättern, die in Peiping verte werden, wird zur Unterstützung des autonom Regierungsausschusses für Tschitung aufgeruf In den Aufrufen wird die Notwendigkeit beto daß die Bevölkerung Nordchinas mit Japan u Mandschukuo zur Verwirklichung eines alias tischen Programms Hand in Hand gehen mll Maueranschläge, die gleichen Inhaltes waren r die Flugblätter, wurden jedoch von der Vevöl rung sofort wieder abgerissen. Im Namen ! Universitätskreise, aber auch des überwiegend Teiles der gesamten Bevölkerung Neipings, klären iübrende Periönlichkeiten des Eeistcslebs in Nordchina in einem Rundschreiben feierl ihre äußerste Gegnerschaft gegen jeden Verft Teile Chinas abzutrennen.
Sriechenland in krworlimg des Königs
Athen, 25. November.
Aus allen Gegenden Griechenlands sind viele Tausende nach Athen gekommen, um hier am heutigen Montag den großen Tag des Einzugs ihres Königs zu erleben. Auch viele Fremde, unter, ihnen zahlreiche ausländische Journalisten, haben sich in Athen eingesunden. Die griechische Hauptstadt ist bereits jetzt festlich geschmückt. Der König und der Thronfolger lassen sich an Bord der „Helie" durch Funksprllche laufend über die begeisterte Stimmung des griechischen Volkes unterrichten.
Noch immer treffen Sonderzüge aus der Provinz in Athen ein. Viele Personendampfer sind von den Schisfsgosellschaften zur kostenfreien Beförderung des Volkes zur Verfügung gestellt worden und werden mit vielen Taufenden dem König bis zum Kanal von Korinth entgegenfahren. Die Akropolis und viele andere Bauten der Antike werden heute abend in festlicher Beleuchtung strahlen.
Am Sonntagmorgen befand sich der Kreuzer „Helie" auf der Höhe von Korfu und wurde mit 21 Schüssen Salut begrüßt. Der Kreuzer fuhr dicht am Kai vorüber, so daß die aus dem ganzen Lande herbeigeströmt« Menge ihren König begrüßen konnte. Eine große leuchtende Königskrone mit einem Willkommensgruß strahlte weit über das Meer hinaus.
stuf Die SuMoline!
Jugoslawien fordert Sühne für den Königsmord Belgrad, 25. November
Die Vertagung der Verhandlungen in Aix-en- Provence gegen die Teilnehmer des Marseiller Königsmordes hält die Gemüter in Belgrad in größter Erregung. Für die Stimmung in Jugoslawien ist ein Aufsatz der halbamtlichen „Vreme" bezeichnend, den das Blatt unter der Ueberschrift „Auf die Guillotine" veröffentlicht. Der Haupt- schriftleiter des Blattes erklärt, nach dem Marseiller Verbrechen wäre nichts natürlicher gewesen als die Auslieferung der Attentäter an Jugoslawien. Da dies aber nicht geschehen sei, hätte man eine schleunige Durchführung der Gerichtsverhandlung in Frankreich erwartet. Die Jugoslawen müßten erklären, daß es die Ehre ihrer Nation und ihres Volkes gebieterisch verlange, daß Las vergossene Blut in Marseille schleunigst gesühnt werde.
Iwischenfall in gureree
Paris, 25. November.
In zahlreichen Städten Frankreichs veranstalteten am Sonntag die kommunistischen und sozialistischen Gewerkschaften der öffentliche Dienste Kundgebungen gegen die Notverordnungen der Regierung. In Äuxerre, wo in einer Kundgebung der Volksfront u. a. auch der Innenminister des 6. Februar 1934, Frot, sprechen sollte, kam es zu einem Zwischenfall. Frot wurde von einem Reserveoffizier auf einem Platz in Auxerre aufgelauert. Der Reserveoffizier versuchte einen Eimer mit Blut auf den früheren Innenminister auszuschütten. Ein Gendarm stellte sich jedoch vor Frot. Der Angreifer flüchtete, wurde von dem Gendarmen eingeholt und auf die Polizeiwache ab- geführt.
Streik in Polens Schwerindustrie
Kattowitz, 25. November.
Am Sonnabend und Sonntag fanden in sämtlichen Gruben und Hütten Ostoberschlesiens Betriebsversammlungen statt, in denen der Arbeiterschaft der Beschluß des Betriebsrätekongresses, ab Montag einen dreitägigen Proteststreik durchzuführen, zur Entscheidung vorgelegt wurde. Sämtliche Betriebe haben dem Streik zugestimmt. Auch im Dombrowaer und Krakauer Revier fanden gleichartige Versammlungen statt. Die An- gestellten-Berufsverbände haben an ihre Mitglieder ein Rundschreiben ergehen lassen, in dem sich die Verbände mit der Förderung der Arbeiterschaft auf Arbeitszeitverkürzung einverstanden erklären.
Die neue bulgarische Regierung beim König. Der König von Bulgarien empfing am Sonntag die Mitglieder der neuen Regierung. Er hielt bei dieser Gelegenheit eine kurze Ansprache in der er zum Ausdruck brachte, daß Bulgarien in seinem staatlichen Leben nicht mehr vom autoritären System abweichen werde.
70 Fischer treiben aus Eisschollen. Wie aus Astrachan berichtet wird, hat sich im Kaspischen Meer ein neues schweres Unglück ereignet, bei dem zahlreiche Fiicher in Lebensgefahr schweben. Zur lleberwinterung hatten sich über 1000 Fischer in die Bucht von Astrachan begeben, als sie von einem starken Sturm und Treibeis überrascht wurden. 70 Fischer sind zur Zeit auf Eisschollen lno Meer abgetrieben.