Ausgabe 
(15.8.1935) Nr. 224
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parteiamtllageszeitung der

Das flmtsblatt des Senats

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Nationalsozialisten Vremens

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Nr. N4 / 5. latzrgang

Vonnerstag, 15. flugust

kinzelpreis 15 Npf.

Ungeheures Unheil des Vammbnuhs bei llvadn

Hunderte von Däusern zerstört / vier Krücken von den sinken weggerissen / Zahlreiche Menschen von einstürzenden

Mauern erschlagen / Unter Schlamm und Irümmern etwa SVV Leichen begraben

Unser lagesspisgvl

In Berlin standen in zwei Devisenschieber- Prozessen wiederum katholische Geistliche vor dem Richter.

Eine ungeheuerliche Irreführung beging eine spanische Linkszeitung mit einer Falschmeldung.

Die Dammbruch-Katastrophe in Oberitalien sorderte nach den bisherigen Meldungen mindestens 500 Opfer.

Im Rahmen der Vorbesprechungen der Drei- mächtekonferenz hatte Laval eine Unter­redung mit Eden.

Der abessinische Gesandte reichte ernent eine Protestnote beim Völkerbund ein.

48 Hitlerjungen des Gebietes Nordsee haben von Oldenburg aus den Marsch zum Reichs­parteitag angetreten.

Aus ihren Sommerlagern kehren die Bremer Hitlerjungen heute um 13 Uhr Bremen- Hauptbahnhos zurück.

Beim Berdener Turnier wurde Unterwacht­meister Weidemann Sieger imRittmeister- von-Baath-Preis".

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Vr.srick stiftet 10000 Neichsmark

für den Reichswettkampf der SA.

Berlin, 15. August.

Der Reichs? und preußische Minister des Liniern hat für die Verbesserung der Ausrüstung bedürftiger Siegergruppen im Reichswettkampf der SA. 1« 000 RM. der Obersten SA.-Führung »ls spende für den Reichswettkampf zur Ver­fügung gestellt.

Für den Reichswettkampf der SA. hat, dem Mischen Beobachter zufolge, der Reichskriegs- mmfter von Blomberg 10 Bronzen (Krieger- lopf mit Stahlhelm) als Preise der. Wehrmacht gestiftet.

Vier jüdische Kinos geschlossen

(öigsnsr Orsbtbsriobt cksrLrsmsr Leitung'')

Hannover, 15. August.

Zu lebhaften und spontanen Kundgebungen weiter Schichten der hannoverischen Bevölkerung !» es vor den jüdischen Lichtspielhäusern hmnovers. Ausgangspunkt dieser Kundgebungen midie Erkenntnis, datz sich noch immer solche in kulturpolitischer Hinsicht wichtige Unternehmun­gen in jüdischen Händen befinden. . Die Kund­gebungen Verliesen völlig diszipliniert und hatten nur den Zweck, sinnfällig die Ein­stellung des überwiegenden Teils der Bevölkerung M Ausdruck zu bringen. Die Folge war, datz lKinotheater, die sich im Besitze von Juden befinden, geschlossen worden sind. Die Polizei hotte nirgends Anlaß einzuschreiten.

(Lovcksrbsriobt cksrLrswor 2situvg")

0 Genua, 16. August.

Der Dammbruch nordwestlich von Genua (am Nordabhang des Apennin), von dem wir bereits gestern unseren Lesern berichten konnten, hat sich bei Inaugenscheinnahme des Unheils als einer der schwe rstenDeichbrüche, von denen Europa je heimgesucht worden ist, herausgestellt.

Das Unglück trug sich am Dienstagmittag zu und wurde herbeigeführt durch ein verheerendes Unwetter, das fast ganz Oberitalien, besonders Ligurien heimsuchte. Die mit Wolkenbrüchen über das Land ziehenden Gewitter ließen in kur­zer Zeit die Flüsse und Bäche über die Ufer tre­ten, zerstörten die Telefonverbindungen, die elektrische Stromversorgung, veranlaßten Damm­rutsche und Häusereinstürze.

Durch die in den (nahe dem zehntausend Ein­wohner zählenden Städtchen Ovada liegenden) Orbicella-See sich ergießenden ungeheuren Wassermassen wurde der vor 20 Jahren errichtete 10 Meter hohe Staudamm des Sees in etwa 200 Meter Länge aufgerissen, so daß sich die gestauten Wassermassen mit ungeheurer Wucht in furchtbarer lleberschwemmung über die unterhalb des Sees gelegenen Gebiete ergossen.

Als der Dammwärter das Unglück bemerkte, war es bereits zu spät, Einhalt zu tun und ob­

wohl verschiedene Schleusen noch geöffnet werden konnten, ergötz sich der Inhalt des Sees zum größten Teil durch die Lücke des zerrissenen Dammes. Einhundertund z w.a nzig Quadratkilometer wurden in wenigen Minuten von den Wassern überschwemmt. Die E i s e n b'a h n b r ü ck e der Linie Genua Alessandria und drei weitere ganz neuzeit­lich ' erbaute Brücken wurden von den Fluten weggerissen.

Die zunächst betroffene Ortschaft war das zehn­tausend Einwohner zählende Städtchen Ovada, das von der vernichteten Wucht der heranrafen- den Flut fast vollständig unter Wasser gesetzt wurde und einer ungeheuren Zerstörung anheim­fiel. 200 Menschen sind allein in die­ser Ortschaft umgekommen, aber auch in Caprietta und Molare, einigen kleineren Ort­schaften, blieb kaum ein Stein auf dem anderen.

2n Molare sind 150 Menschen, und zwar hier meist Frauen und Kinder, von den Flu­ten erfaßt, weggeschwemmt worden und ertrunken. Die Wassermassen drangen sogar bis zu dem 35 Meilen entfernten Alessandria vor und viele Menschen, die sich während des Unwetters in die Häuser geflüchtet hatten, wurden von den einstürzenden Mauer« erschlagen, zahlreiche andere

überraschte die Flut auf den Feldern und riß sie mit sich fort.

Auch das Dorf Sän Martina scheint fast gänz­lich vom Wasser zerstört worden zu sein. An dieser Stelle dürfte die Zahl der Toten an die Hundert heranreichen.

Das heimgesuchte Gebiet bietet einen trostlosen Anblick, zumal die Rettungsarbeiten außerordent­lich erschwert wurden, weil es durch die fort­gesetzt neu einsetzenden Wolkenbrüche fast un­möglich war, gleich Hilfe zu leisten. Schlamm und Wasser machen es zudem heute noch sehr schwierig, die Trümmer der Häuser nach den Opfern zu durchsuchen, deren Zahl insgesamt noch gar nicht festzustellen ist.

Ueberall sieht man eingestürzte Häuser, Möbel und sonstige Einrichtungsgegenstände, zwischen denen auch viele Tierkadaver liegen.

Denn wo das Wasser Hindrang, ist nichts am Leben und nichts ganz geblieben. Haustiere, Großvieh, Kraftwagen, Räder, Betten usw., alles liegt vernichtet in wüstem Durcheinander. Ein Teil der aufgefundenen Leichen wurde bereits fortgeschafft. Die Aufräumungsarbeiten aber werden noch lange- dauern. Die genaue Angabe über die Zahl der Toten wird auch noch einige Tage auf sich warten lassen.

(Fortsetzung auf Seite 2)

Hunverttausende marschieren in Nürnberg

Me Wehrmacht zum erstenmal mit 15000 Mann auf dem »Parteitag der freilieft" vertreten

Nürnberg, 15. August.

DieFränkische Tageszeitung" bringt auf Grund von Angaben der Aufmarschleitungen der einzelnen Gliederungen Ziffern vom diesjährigen Reichsparteitag in Nürnberg.

Danach wird die Wehrmacht (Heer, Marine und Luftwaffe) mit 13 000 Mann in 27 Sonderzügen nach Nürnberg kommen. Die Truppen beziehen Biwak im Lager der Wehrmacht an der Eustav- Adols-Höhe bei Gebersdorf. 3000 Mann der Luft­waffe treffen zu Fuß in der Stadt der Reichs­parteitage ein. Das Lager selbst wird schon am 20. August von einem Pionierbataillon in der Stärke von 500 Mann bezogen werden. Das Merk­mal des Feldlagers der Wehrmacht ist das Fahnenzelt, in dem am 0. September, wenn die Truppen das Lager beziehen, 130 Fahnen und Standarten der Alte» Armee untergebracht wer­den. Vor dem Fahnenzelt werden Doppelposten stehen. Im Lager werden auch 800 Pferde unter­gebracht. Ueber 1000 Kraftsondersahrzeuge werden an den verschiedenen Parkplätzen abgestellt.

Am Reichsparteitag 1935 nehmen 15 0 000 politische Leiter aus allen Gauen Deutsch­lands teil, die in über 150 Sonderzügen anrollen.

N

Her Sieg, der Preußen rettete

Zum 1?5. Mrestag der Schlacht bei Liegnih am 15. flugust / von Ilzeodor Salzn

Schlimmer als jedes andere Kriegsjahr des Außen Königs begann das Jahr 1760. Die Nie­derlegen des letzten Feldzugs hatten dem Heer !>hwere Verluste gebracht; der harte Winter ver­fechte mörderische Krankheiten. Zahlreich ent­astn die Ausländer, die in guten Tagen unter Friedrich gedient. So hatte der König 60 000 Nenn verloren. Sein Heer schien kaum wieder- sterstellbar. Gefangene lieferten die Feinde nicht weil sie wußten, datz Friedrichs Soldaten unvergleichlich waren.

Zu der schier übermenschlichen Verantwortung, f den König drückte, trat der Tod der gelieb- stn Mutter und der Lieblingsschwester. Er war m den beiden letzten Jahren runzelig, grau und nimm geworden. Um so größer ist das Ver- fnst, daß er dennoch daran ging, sein Heer, dem es an Offizieren und Mannschaften fehlte, deu aufzubauen. Es gelang ihm, wieder eine «rmee von 90 000 Mann auf die Beine zu nellen, mit der es ihm glücken mußte, sein da- "inls noch zertrenntes Land gegen den verbün- Feind von weit über 200 000 Mann zu Mtzen. Landeshut war in der Hand der Österreicher, General Fonqus gefangengenom- Elatz ging in die Hand des Feindes über, "d Breslau wurde belagert. Friedrichs Lage , ds)o schlimm, daß ihm nur Entschlüsse der Ver­eisung übrigblieben. Er entschloß sich, nach .Msten aufzubrechen und in Sachsen nur 11000 12 ggy Mann unter Hülsen zurückzulassen, fdus Schicksal Fouques sicher schien. Bei der Duckenden lleberzahl der Feinde befürchtete . r Konig das Schlimmste und war fest ent-

!Mosten, seinen Untergang nicht zu überleben.

? Oelang es, dem preußischen Heer bei dem Hin, > ^ Schlesien zuvorzukommen. Am 10. I-iim ^ bezog der König mit den von ihm ^ . befehligten 30 000 Mann ein Lager bei Mitz. In weitem Bogen umstellte ihn Dauns

dreifache Uebermacht. Von Norden sollte Laudon angreifen, von Osten Lascy, und von Süden her wollte Daun selbstden Sack zumachen".

In der Frühe des 15. August sollte der öster­reichische Ueberfall ausgeführt werden. Der König verhehlte sich keineswegs den Ernst der Lage. Wohl war die Straße nach Elogau, wo große Vorräte warteten, noch frei, aber dann hätte er sich selbst die Verbindung mit seinem Bruder, dem Prinzen Heinrich, abgeschnitten und diesen mit seinen 35 000 Mann der Vernich­tung preisgegeben. Den König trieb die bittere Not die Sorge um die Verpflegung des Heeres, um jeden Preis einen Ausweg zu suchen. Fried­richs Soldaten, an die Magazinverpflegung ge­bunden, hatten aus Sachsen nur Brot bis zum 16 August mitgenommen. Deshalb mußten bis dahin die Magazine in Breslau oder Schweidnitz erreicht werden.

Da ein Durchbruch durch die feindlichen Stel­lungen von vornherein aussichtslos erschien, blieb nur die Umgehung. Der englische Gesandte An­drew Mitchell eilte damals zu seinem Gepäck und vernichtete die Chiffres seiner Depeschen, da­mit sie nicht bei der zu erwartenden Katastrophe in die Hände der Feinde fielen.

Friedrich war in jenen Stunden in tiefstes Nachdenken versunken, und nur selten überließ er sich für Augenblicke einer heiteren Stimmung.

Als der Abend des 11. August hereinbrach, be­gann der Abmarsch des preußischen Heeres, ein seltsames Gegenstück zu dem fast gleichzeitigen AuibMch der Österreicher, Beide Armeen setz­ten sich in tiefster Heimlichkeit in Marsch, auf beiden Seiten wurden die Lagerfeuer zur Täu­schung des Gegners weiter unterhalten. Jeder der beiden Gegner hoffte, daß der andere wenig­stens noch in dieser Nacht in ,einer Stellung ver­bauen werde. Welche Ueberraschung also auf beiden Seiten am Morgen des 15. August!

I'otv: Hslurloft 8okkmami T. Das Fvstabseiolieii 2umkarteitaK äer FreijieLt"

Des Königs Heer hatte sich auf das Gelände nordöstlich von Liegnitz begeben und in Schlacht­ordnung den Morgen erwartet, um dann den Marsch fortsetzen zu können. Es mochte gegen drei Uhr morgens sein, als der Major Hundt mit verhängten Zügeln zu dem in einen Pelz­mantel gehüllten, auf der Erde schlafenden König gesprengt kam und ihm die alle überraschende Meldung machte, daß starke Jnfanteriemassen des Feindes, ihnen zur Seite eine Kavallerie­kolonne in nur 800 Schritt Entfernung im An­marsch wären. Vereinzelte Schüsse bestätigten gleich darauf die Meldung. Und nun zeigte sich die Feldherrngröße, die ungeheure geistige Spannkraft des eben noch fast verzweifelten Königs. Im Augenblick seine Glllckschance, auf die er so lange vergebens gehofft hatte, klar er­fassend (der Gegner vor ihm konnte nur etwa gleich stark sein), ordnete der König seine Armee mit knappen Befehlen, um aus der zu­fälligen Begegnungsschlacht eine Angriffsschlacht zu machen.

Als Laudon auf die Husarenpatrouille des Majors Hundt stieß, drang er mit der Spitze seines Reservekorps ungestüm in die fritzischen Erenadierbataillone auf der Hochfläche ein. Erst das vernichtende Kartätschenfeuer aus einer Zwölspsünderbatterie ließ ihn seinen grausamen Irrtum gewahr werden. Die Ungunst der Boden­verhältnisse hinderte Laudon, mit seiner Ee- fechtslinie in genügende Breite zu gehen. Den­noch entwickelte sich das Artillerie- und Jnfante- riefeuer auf beiden Seiten ziemlich rasch. Um den Rehberg, den Schlüssel der preußischen Stel­lung, entbrannte ein heißer Kampf. Es gab kri­tische Augenblicke für die Preußen. Die Ent­scheidung lag schließlich bei den zwei aufmarschie­renden Jnsanterieregimentern, von denen vor allem die drei Bataillone Vernburg eine alte Scharte zu tilgen verlangten. Der König hatte diese Truppen wegen mangelhafter Führung vor Dresden mit dem Verlust der Huttressen und des Seitengewehrs wohl zu hart gestraft Sie gingen nun wie die Löwen vor, um sich beim König erneut in Gnade zu setzen. An ihrem Wider­stände brach die Wucht des feindlichen Angriffs Plötzlich stießen aus dem morgendlichen Nebel

Am 10. September kommen 2500 politische Leiter Sachsens zu Fuß in Nürnberg an. Der Fackelzug der politischen Leiter wird eine Stärke von 10 000 Mann haben.

Zum ersten Mal für die Öffentlichkeit treten im Rahmen des Reichsparteitages 1935 die 3000 Männer der Werkscharen, die Sprech- chöre und Musikchöre beim Volksfest und bei Kundgebungen zum Vortrag bringen werden.

In mehr als 100 Sonderzügen kommen am 11. und 15. September 100 000 SA.-Männer in die Stadt der Reichsparteitage. Am 10. Sept. treffen in 50 Sonderzügen 54 000 Arbeits­dienst männer aus den 30 Arbeitsgauen Deutschlands in Nürnberg ein. Die SS. wird mit einer Teilnehmerzahl von 18 500 Männern in 20 Sonderzügen zum Reichsparteitag kommen. Dazu treten noch weitere 1000 SS.-Männer, die zur Absperrung eingesetzt werden. Die Hitler- Jugend wird mit 50 000 Mann vertreten sein und schließlich werden noch 10 500 Mannvom NSKK. zum Reichsparteitag kommen.

Diese gewaltigen Menschenströme werden mit einer Selbstverständlichkeit gelenkt und in die richtigen Bahnen geleitet, die immer wieder in Erstaunen setzt.

drei preußische Kürassierregimenter zu den tapfer kämpfenden Kameraden in die vorderste Schlacht­linie und befreiten sie aus ihrer immerhin miß­lichen Lage.

Der Kampf um den Rehberg tobte mit unver­minderter Heftigkeit weiter, aber bald neigte sich das Kriegsglück auf die Seite der Preußen, so daß der König schließlich den Befehl zur Offen­sive geben konnte. Was von der österreichischen Spitze nicht dem Säbel erlag, geriet in Gefan­genschaft. Friedrich war nun Herr der für seinen endgültigen Sieg notwendigen Hochfläche. Unter wirksamem Feuer wurde der Gegner in das Katzbachtal verfolgt. Auch bei Bienowitz war um sechs Uhr früh des 15i August 1760 der Sieg der preußischen Waffen entschieden. Voll bitteren

Hecht ist, was dem Volke nützt

Von

Dr. zur. L. Lokals

Die Rechtsprechung deutscher Gerichte ist der Gradmesser für das Vordringen nationalsozialisti­schen Rechtsgutes in das Rechtsleben unseres Volkes. Es ist noch nicht lange her, datz die deutschen Gerichte noch Hemmungen hatten, die alten ausgefahrenen Gleise liberalistischen Rechts- denkens zu verlassen und sich dem frischen Wind nationalsozialistischer Rechtsideen anzuvertrauen. Aber schließlich tauchte doch hier und da eins mutige Entscheidung auf, die zeigte, datz es auch in der Rechtspraxis zu gären begann und sich auch in der deutschen Justiz wie im gesamten Staats­leben eine Umwandlung anbahnte. Solche Urteils wurden in Fachkreisen bestaunt, man verglich sie mit Entscheidungen aus früheren Jahren und> man bewunderte den Mut, mit dem es ein deut­scher Richter gewagt hatte, alten, durch die Jahr­hundertegeheiligten" Rechtsboden zu verlassen. Wie es in den Zeiten umwälzender Entwicklung meist ist, es dauerte nicht lange, datz Rechtssprüche veröffentlicht wurden, die bereits des Guten zu­viel taten. Entweder sie setzten sich mit Gewalt und unter Gefährdung der Rechtssicherheit über Gesetze hinweg, die zwar aus überholter libera- listischer Zeit stammten, aber aus wohlerwogenen Gründen für die Uebergangszeit aufrechterhalten worden waren, oder sie übersteigerten den Inhalt neuer Gesetze, in denen sich der nationalsozialistische Gesetzgeber selbst kluge Beschränkung auferlegt hatte, durch übertreibende Auslegung über sich selbst hinaus. In vielen dieser Fälle konnten die weiteren Instanzen das gesprochene Recht wieder auf die Grundlage gesunden Volks­empfindens und damit zu wahrem Recht zurückführen, in anderen Fällen muhte das Urteil hingenommen werden.

Aber das waren Entwicklungserscheinungen, die vereinzelt vielleicht auch für die nähere Zukunft noch nicht ganz ausgeschaltet werden können, da sich das neue Recht ja noch immer in der Ent­stehung befindet und in den nächsten Jahren wei­terhin befinden wird. Es werden auch in der nahen Zukunft nicht schon völlig die Entscheidun­gen fehlen, die noch nationalsozialistisches Rechts­denken vermissen lassen. Aber ohne Zweifel sind die unruhigsten Zeiten in der Umstellung und Entwicklung der deutschen Rechtsprechung vorüber. Denn die deutsche Justiz hat nach kurzer Zeit der Besinnung den maßgebenden weltanschaulichen Ausgangspunkt neuer Rechtsprechung gefunden. So bringt denn schon heute die große Masse der gefällten Entscheidungen, soweit es die geltenden Gesetze gestatten und sie lassen in den meisten

Grolls gegen Daun und Lascy, von denen er sich im Stich gelassen fühlte, gab Laudon den Befehl zum Rückzug.

Auf preußischer Seite hatten im ganzen 16 000 Mann im Gefecht gestanden. Der Eesamtverlust betrug 96 Offiziere und 3420 Mann. Das öster­reichische Heer unter Laudon zählte etwa 30 000 Mann und verlor 10 000 Mann. Der Sieg ent­hob Friedrich der vielleicht größten Verlegenheit, in der er sich während des ganzen Siebenjähri­gen Krieges befunden hat. Es gab keinen Le- bensmittelmangel mehr, und die Armee konnte nach den schier endlosen Strapsen einige wohl­verdiente Ruhetage erhalten. Später erst sollte sich zeigen, datz damit Schlesien und ganz Preu­ßen gerettet war.

Finnische Künstler im deutschen Norden

In der Hamburger Kunsthalle wurde die erste nationale finnische Kunstausstellung durch den Regierenden Bürgermeister Krogmann in An­wesenheit des finnischen Generalkonsuls Lund- ström sowie führender Vertreter der Staats­behörden, der Wehrmacht, der Bewegung und des kulturellen Lebens feierlich eröffnet.

Zu Beginn der Feier begrüßte der Reichs­geschäftsführer der Nordischen Gesellschaft, Dr. Timm, die zahlreich erschienenen Gäste im Namen der NS.-Kulturgemeinde und der Nor­dischen Gesellschaft, die gemeinsam mit der sinni- scben Regierung die Ausstellung als Veranstalter betreuen.

Hierauf ergriff Generalkonsul Lund ström das Wort, um die Grüße des finnischen Volkes und seiner Regierung zu überbringen. Er be­tonte, datz die junge finnische Kunst ihre ersten entscheidenden Anregungen den deutschen Mei­stern der Düsseldorfer Schule verdanke.

Professor Dr. Ha hm-Berlin umriß hierauf in seinem Vortrag über die finnische Kunst in Deutschland den Sinn und die Bedeutung die­ser ersten nationalen finnischen Kunstausstellung.

Nach dem Vortrag Pros. Hahms ergriff Re­gierender Bürgermeister Krogmann das Wort, um im Auftr^ des Reichsstatthalters Kaufmann die Ausstellung zu eröffnen.

Nach der eindrucksvollen Eröffnungsfeier ver­mittelte ein erster Rundgang durch die Ausstel­lungssäle der Kunsthalle allen Anwesenden einen lebendigen Eindruck von dem wertvollen Schaffen der jungen finnischen Kunst. Die Ausstellung, die bereits in Berlin und Düsseldorf gezeigt wurde, ist hier in Hamburg auch mit der ersten finni­schen Graphikausstellung in Deutschland verbun­den. Dadurch wurde ein lleberblick über die ge­samte künstlerische Kultur Finnlands ermöglicht.

Neuer Intendant am Krenzlandtizeater

Der^ bisherige Chefdramaturg des Württem- . .. . Pg. Hans Tehmer,

der Stadt Görlitz mit-

bergischen Staotstheaters, Pg. Hans Teßmer ist, wie die Pressestelle der Stadt Görlitz mit- teilt, als Nachfolger des nach Stettin berufenen

bisherigen Intendanten des Gürlitzer Grenzland- theaters, Pg. Hoenselaers. zum Intendan­ten ernannt worden.