Ausgabe 
(12.8.1935) Nr. 221
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Nr. 221 / Jahrgang

Montag, 12. flugust

kinzelprels 15 Npf.

Niemand kann NeutWand mekr angreifen

der sührer spricht in Nosensteim zu der ftlten Sarde / die kjakenkreuzfalzne wird zum Herzblatt der Nation werden

Unsep lagesspiegsl

Der Führer hielt in Nosenheim eine Rede an die Alte Karde.

Die Unruhen in Frankreich dauern immer noch an.

2m Leichtathletik-Länderkamps besiegte Deutsch­land England mit 75:61 Punkten.

Bei den Rad-Weltmeisterschasten in Brüssel erkämpfte sich Toni Merkens den Weltmeister­titel.

Bei den Deutschen Schwimm-Meisterschaften in Planen gewann Bremen die Sprinter­staffel.

Deutscher Tennismeister wurde wiederum Gottfried v. Cramm.

2n Dortmund gelangten die deutschen Kegel- meisterschasten zum Austrag.

Den Leichtathletik-Städtekampf gegen Olden­burg gewann Bremen 97:87.

Vor Streik in USfl.

Newyork, 12. August

Die Bundesarbeitsbeschaffungsbehörds hat den streikenden Notstandsarbeitern eine ernste War­nung zukommen lasten. Maßgebende Beamte der Behörden erklärten, daß die Streikenden, die am Montag ihre Arbeit nicht wieder aufnehmen, durch andere Arbeiter ersetzt und von der Bundesunterstützungsliste gestrichen werden wür­den. Mehrere Organisationen sogenannter Stehkrigen-Arbeiter", wie arbeitslose Büroange­stellte usw., haben beschlossen sich der Streikbewe­gung der Notstandsarbeiter anzuschließen.

Der Landesleiter derWorkers Allianee of America", David Laster, erklärte, 500 000 Ge­werkschaftler und Nothilfearbeiter würden am 17 . August in 30 Bundesstaaten gegen die .,Kuli- Löhne" der Regierung protestieren. Die Arbeiter­vereinigung von New Jersey gab bekannt, daß sie die Streikbewegung gegen die Löhne der Not­standsarbeiter unterstützen werde.

fluch In fltken

Athen, 12. August.

Wie verlautet, hat die Arbeiterschaft Athens beschlossen, am Dienstag einen zweistündigen Ttreik durchzuführen. Die Behörden hoffen, daß dieser Streik vermieden werden kann, nachdem die Regierung die Einrichtung einer obligato­rischen Schlichtungskammer für Arbeitsstreitig­keiten beschlossen hat.

Rosenheim, 12. August

Die oberbayerische Stadt Rosenheim hatte am Sonntag anläßlich des 15jährigen Bestehens der Ortsgruppe Rosenheim der NSDAP-, der Zweit­ältesten Ortsgruppe der Partei im Reich über­haupt, einen großen Tag, der schon am Sonn­abend durch eine Reihe von Veranstaltungen ein­geweiht worden war. Mit dem gesamten Stäbe der Eauleitung hatten sich auch die politischen Leiter und Abordnungen der verschiedensten Glie­derungen der Bewegung in großer Zahl einge- funden. Am Sonntagnschmittag versammelten sich die politischen Leiter in dem prächtig ge­schmückten Rosenheimer Hofbräusaal. Zur größten Freude und Ueberraschung wurde alsbald be­kannt, daß es sich der Führer nicht nehmen lassen werde, selbst an der Jubelfeier teilzunehmen. Gegen 4 Uhr traf der Führer an der Stätte ein, an der er selbst in den schwersten Kampfjahren der Bewegung wiederholt gesprochen und seinem Glauben an den Sieg der Bewegung Ausdruck gegeben hatte. Mit rauschendem Jubel wurde der Führer, in dessen Begleitung sich Obergruppen­führer Brückner und Rreichspressechef Dr. Diet­rich, sowie der Gauleiter des Traditionsgaues München-Oberbayern befanden, begrüßt, während die Musik den Vadenweiler Marsch spielte.

Der Führer begrüßte mit Handschlag persön­lich jeden einzelnen der alten Rosenheimer Kämpfer. Nach einer kurzen Begrüßungsansprache des Kreisleiters Heliel umriß in einer Fest­ansprache Gauleiter Staatsminister Adolf Wag­ner den Kampf der Bewegung in der Vergan­

genheit und gab die Kampfziele der Gegenwart bekannt, wobei er sich namentlich gegen den poli­tischen Katholizismus wandte und ferner zur Jugendfrage betonte, daß die Bewegung es nicht nötig habe, diese Frage mit Brachialgewalt lösen. Seine Rede klang aus in ein hinreißendes Bekenntnis zum Führer. Die beiden National­hymnen gaben der Begeisterung der Versamm­lung Ausdruck und mit einer stürmischen Hul­digung der Kundgebungsteilnehmer für den geliebten Führer schloß dieser Teil der Veran­staltungen.

Inzwischen hatten sich in den Straßen und vor allem am Max-Josef-Platz, wo nicht nur alle Fenster, sondern auch die Dächer der Häuser be­setzt waren, viele Tausende in Erwartung des Führers angesammelt. AIs der Führer auf der Tribüne sichtbar wurde, ging eine Welle des Ju­bels über den festlichen Platz hinweg. Sofort ergriff er das Wort zu einer längeren Rede, in der er immer wieder von der stürmischen Zu­stimmung der Masten unterbrochen wurde.

In seiner Rede an die alte Garde rief er die Erinnerung wach an die Zeit, da er vor fünfzehn Jahren zum ersten Mals in dieser Stadt sprach. Das Schicksal dieser Ortsgruppe müsse für uns alle eine Lehre sein. Nichts habe das Schicksal der alten Garde auch in dieser Stadt damals ge­schenkt, eine kleine Schar gegen die Ilebermacht der Zweifler und Spötter!Damals stand einer gegen zehn, und wir sind in diesem Kampf nicht müde geworden, bis der Erfolg errungen war." Heute stehen neun des gesamten deutschen Volkes

gegen einen der kleinen Zweifler. Wenn wir da­mals nicht kapituliert haben, dann werden wir es heute sicherlich nicht tun.

2m Kamps haben wir einst das Deutsche Reich erobert, und im Kamps werden wir es erhalten und bewahren. Die gegen uns stehen, sollen sich in uns nicht täuschen! Den Kampf haben wir noch nie gescheut, früher nicht und heute nicht.

Wenn sie ihn wollen, dann können sie ihn haben. Wir werden sie nieder­schmettern, daß ihnen für die nächsten 14 Jahre Gedanken an eine Fortsetzung dieses Kampfes vergehen werden!"

In plastischer Weise stellte der Führer gegen­über, was unsere Gegner in 15 Jahren zerwirt- schaftet haben, dem, was der Nationalsozialismus in 21s Jahren seiner Herrschaft im deutschen Volke aufgebaut hat und diesen Aufbau schütze nicht mehr eine feige bürgerliche Welt, sondern ein fanatisches, mannbares, junges deutsches Volk. Unter stürmischer Zustimmung rief der Führer aus:Das darf ich denen, die glauben, daß s i e allein den Segen des Himmels gepachtet haben, wohl sagen: Vor 15 Jahren hatte ich nichts als meinen Glauben und Willen. Heute ist die Bewegung die Bewegung Deutschlands, heute hat diese Bewegung die deutsche Nation erobert und gestaltet das Reich. Wäre Las möglich ge­wesen ohne den Segen des Allmächtigen? Oder wollen etwa die. die damals Deutschland ruinier­ten, behaupten, daß sie den Segen Gottes ge­habt hätten? Was wir sind, sind wir nicht gegen, sondern mit dem Willen der Vorsehung gewor-

England will"

Sie bevorstehende Vreierkonferen; Frankreich hält wahrscheinlich zu Italien

London, 12. August.

Die bevorstehende Dreimächtekonferenz über Abessinien, der das politische England voll sor­genschwerer Erwartung entgegensieht, wird, wie man hier annimmt, mindestens eine volle Woche in Anspruch nehmen. Man ist der Ueberzeugung, daß die Pariser Besprechungen die endgültig letzte Gelegenheit bieten, um noch in zwölfter Stunde eine Versöhnung zwischen den beiden Parteien herbeizuführen. Die Haltung, die die britischen Vertreter auf der Pariser Konferenz, Eden und Sir Robert Wansittard, einnehmen werden, ist in ihren Grundzügen bereits in einer Aussprache zwischen Baldwin, Sir Samuel Hoare und Eden vor der Abreise des englischen Mini­sterpräsidenten nach dem französischen Kurort Aix-les-Bains festgelegt worden. Die englischen Vertreter werden versuchen, die italienische Abordnung zu einer klaren und fest umschriebenen Darlegung ihrer For-

tebrun malmt M kinigkeit

kin dringender flufrnf des Präsidenten der Nepublik an die Nation

> Paris, 12. August

Der Präsident der Republik Lebrun hatte sich am Sonntag von seinem Heimatort Mercy-le- Haut nach Metz begeben, um der Einweihung eines Denkmals beizuwohnen, das die Stadt Metz ihren im Felde gefallenen Bewohnern errichtet hat, ohne Rücksicht darauf, auf welcher Seite sie gekämpft haben. Die Einweihungsfeier gab den verschiedenen Rednern, darunter dem llnterstaats- sekretär im Ministerpräsidium, Vlaisot, Gelegen­heit, auf die Geschichte Elsatz-Lothringens ein­zugehen und die Wiedervereinigung der einst unterfremdem Joch seufzenden" Erenzprovinzen mit dertrauernden Mutter Frankreich" zu wür­digen.

Der Präsident der Republik nahm ebenfalls das Wort. Seine Rede klang aus in eine Mah­nung an das Land zur Einigkeit. Diese Einigkeit so erklärte er, die uns Hand in Hand fand, als die Freiheit und Unversehrtheit des Vaterlandes in Gefahr waren, die uns erneut zusammenführte, als die Schäden des Krieges wiedergutgemacht werden mußten und in der wir uns wieder zu­sammenfinden, um unsere Heimgegangenen Bru­der zu ehren, diese Einigkeit sollte auch in der Stunde Wiederaufleben, in der uns andere Gefahren bedrohen, in der wir unsere Energie und unseren Willen emporreißen müssen, um diese Gefahren überwinden zu können. Eines ist sicher, die Uebel, unter denen wir leiden, stammen aus der Krise, die über die Welt ge­kommen ist und von der Frankreich nicht verschont bleibt. Man wird sie endgültig erst überwunden haben, wenn die Völker auf dem Gebiete der Wirtschaft, der Währung und des internationalen Handels zu den gesunden Methoden zurückkehren, die lange Zeit ihren Wohlstand verbürgten. Aber bis zu diesem Zeitpunkt, der nicht ausschließlich von uns abhängt, muß eine große mutige An­strengung im Lande für das dringende Werk der Finanzgesundung und Wiederbelebung der Wirt­schaft unternommen werden. Wir müssen uns ihm mit allen Fasern unseres Herzens hmgeben.

Es handelt sich um das gemeinsame Vaterland. Bringen wir ihm die erforderlichen Opfer, sam­meln wir uns brüderlich um die Fahne der Na­tion. Schluß mit den geballten Fäusten, bösen Blicken und gehässigen Worten. Das Glück für alle kann nur in einer Atmosphäre der Ruhe, der Ordnung, der Eintracht und des Vertrauens wiederkehren. Er richte deshalb einen dringenden Aufruf an die Nation und sei überzeugt, daß dieser Ausruf in ganz Frankreich gehört werde.

Mutiges Nachspiel in vrest

Brest, 12. August

Die blutigen Zwischenfälle im Kriegshafen von Brest haben am Sonntag ein Nachspiel gehabt. Zwei Unteroffiziere eines Kolonialregiments, die das Wachkommando befehligten, das zu den Arbeiten am PanzerkreuzerDllnkirchen" abkom­mandiert worden war, wurden abends von meh­reren Personen überfallen. Aufs äußerste be­drängt gab ein Unteroffizier auf einen Angreifer Revolverschüste ab, die in die Herzgegend drangen. Der Schwerverletzte starb im Marinekrankenhaus.

Etwa tausend Beamte hielten Sonntag vor­mittag in Le Havre eine Protestversammlung gegen die Sparerlasse der Regierung ab. Im An­schluß an die Versammlung zogen die Beamten vor das Rathaus, wo sie die Internationale sangen und feindselige Rufe ausstießen.

Auch in anderen Städten fanden am Sonntag erneut Protestkundgebungen statt. So haben in Lille die Beamten und Angestellten der städ­tischen Verkehrsmittel und Gas- und Elektrizi­tätswerke zum Zeichen des Protestes eine Viertel­stunde lang die Arbeit ruhen lassen.

Die Beamten und Angestellten des Pariser Telegrafenamtes haben in einer am Sonnabend abgehaltenen Versammlung gegen die Sparver- ordnungen der Regierung Stellung genommen und ihre Wortführer beauftragt, nötigenfalls den Generalstreik zu erklären.

derungen und Ansprüche gegenüber Abessinien zu veranlassen, wobei man sich in London immer noch der Hoffnung hingibt, daß es gelingen werde, den gesamten Streitfall auf das wirtschaftliche Gebiet abzudrehen.

Aus der Aufstellung der italienischen Streit- kräfte in Eritrea glaubt man in London schließen zu können, daß für den Fall des Ausbruchs von Feindseligkeiten ein italienischer Vorstoß in das Gebiet des Tanasees eine der ersten strategischen Bewegungen der Italiener sein werde. Dieser Umstand verursacht in England Beunruhigung, da die Gefahr besteht, daß die italienischen Truppen mit der Besetzung des Ge­bietes der Quellwasser des Nils, die für Aegypten und den Sudan von so lebenswichtiger Bedeutung sind, eine vollendete Tatsache schaffen werden.

Nach Ansicht englischer Volkerbundskreise ist auf der in der kommenden Woche beginnenden Kon­ferenz die Haltung Frankreichs der ausschlag­gebende Faktor. In diesen Kreisen glaubt man, daß Frankreich nicht gewillt ist, seine neue Freund­schaft mit Italien wegen der abessinischen Frage zu gefährden.

fler Negus über öebietsabtrelung

Paris, 12. August.

Der Sonderberichterstatter der Agentur Havas in Addis Abeba hat sich an den Negus mit der Frage gewandt, ob Abessinien, um die ernsten na­tionalen und internationalen Folgen eines Lewaff- neten Konfliktes mit Italien zu vermeiden, nicht geneigt sein würde, gebietsmäßige Zugeständnisse zu machen im Austausch für eine finanzielle Hilfe, die das Werk der Zivilisation und der Wirtschafts, förderung Abessiniens beschleunigen würde. Der Negus erwiderte:Ich will meine Ansicht rückhalt- los äußern. Zunächst möchte ich betonen, daß an der UnabhänMkeit unseres Landes nicht gerührt werden darf. Meine Regierung hat immer Anlei- hen zur Entwicklung des Landes und Beschleuni- gung des zivilisatorischen Werkes gewünscht. Eines der Mittel, das zur Wirtschaftsförderung Abessi- niens beitragen könnte, wäre die Gewinnung eines Hasens. Wenn wir diese beiden Bestrebungen ver- wirklichen könnten, würden wir gegen die Abtre- tung eines Teiles der Provinz Ogaden nichts ein­zuwenden haben. Gegen Vorteile finanzieller und wirtschaftlicher Art, wie Gewährung einer Anleihe und Abtretung eines Hafens, wie Eden sie zum Zwecke des Friedens bereits vorgeschlagen hat, könnten wir die Abtretung eines Gebietes ins Auge fassen. Es handelt sich hierbei um eine grund­sätzliche Frage. Die Verwirklichung der Einigung auf dieser Grundlage würde natürlich zahlreiche Einzelheiten mit sich bringen, deren Bedeutung man nicht zu betonen braucht. Jede dieser Einzel­heiten müßte erörtert werden."

Auf die weitere Frage, welche Hoffnungen er auf die Pariser Konferenz und den Zusammen­tritt des Völkerbundsrates vom 4. September setze, erwiderte Negus:Die Pariser Konferenz wird von dem Grundsatz des Vertrages von 1906 ausgehen, an dem wir sticht beteiligt und. Aber da dieser Vertrag u. a. auch bezweckt, die Unab­hängigkeit und Unversehrtheit Abessiniens zu sichern hoffen wir, daß die Mächte auf der Pa­riser Konferenz Abessinien schützen werden. Was den Zusammentritt des Völkerbundsrates am 4. September anlangt, stellen wir wegen unseres Wunsches nach Frieden mit Freud« fest, dag die

italienisch-abessinische Frage von Grund auf be­handelt werden soll. Wir legen schon heute Wert auf die Feststellung, daß wir die Entscheidungen des Völkerbundes befolgen werden, wie wir dies bisher auch getan haben.

Vor Wehrwille Italiens

Rom, 12. August

Die Flottenübungen in Spezia, bei denen der italienische Regierungschef anwesend war, und die großen Luftmanöver in Oberitalien werden hier als neuer Beweis für die Tatsache beurteilt, daß Italien gleichzeitig mit der Mobilisierung für Ostafrika die Wehrmacht in Italien selbst fördere und stärke und ganz besonders .die Flotten- und Luststreitkräfte Italiens in ausge­zeichneter Verfassung zu halten bemüht sei. So wurden bei den Flottenmanövern in Spezia Bombenabwurfversuche aus Flugzeugen auf ver­schiedene Kreuzer unternommen, über deren Er­gebnisse man sich hier sehr befriedigend äußert. Ganz besonders wird hier hervorgehoben, daß der italienische Regierungschef so kurz nach dem Un­glück in Kairo im selbstgesteuerten Flugzeug nach Spezia geflogen ist und damit seinen unerschütter­lichen Glauben in die Luftfahrt neu bestätigt habe.

den. Und solange wir treu, ehrlich und kämpft mutig sind, an unser großes Werk glauben und nicht kapitulieren, werden wir auch wei­terhin den Segen der Vorsehung haben. Dafür aber, daß diese Tugenden ge­wahrt bleiben, ist mit der alten Garde die junge Garde Gewähr!"

Der Führer rief die schweren Prüfungen der Bewegung in den letzten 15 Jahren wieder ins Gedächtnis zurück:Und wenn uns auch in Zu­kunft das Schicksal wieder prüfen will, so sollen uns solche Hammerschläge der Vorsehung nur erst recht hart und fest machen! Und auch das haben uns die Jahre seit 1918 gelehrt: Wehe dem Volk, das nicht bereit ist, seine Freiheit und seine Unabhängigkeit in seinen eigenen Schutz und Schirm zu nehmen! Niemand wird bezwei- seln wollen, daß Deutschland seit 21s Jahren eine andere Stellung in der Welt einnimmt als vor­her. Es gibt kein soziales Glück in einem Staat, dessen Volksgenossen Untertan sind einem fremden willen.

Ich bin der Ueberzeugung, daß niemand in der Welt unser Reich mehr angreifen kann. Wir wollen den Frieden, wollen aufbauen, überall gibt es bei uns Arbeit, Arbeit und wieder Ar­beit. So wie wir den Frieden wünschen» so soll­ten auch die anderen Völker den Frieden wollen. Wer diesen unseren Frieden stören will, der stößt aber nicht mehr auf ein Volk von Pazifisten, son­dern aus ein Volk von Männern! Schon die Tatsache, daß dem so ist, wird mehr zum Frie­den beitragen als alles Reden."

Der Führer umriß dann in großen Zügen den Weg des Nationalsozialismus in die Zukunft. Das Ziel sei, das einheitliche Bild unseres Volkes immer mehr zu vertiefen bis zur völligen inneren Geschlossenheit.Wenn wir den heiligen Willen besitzen, unser Volk für diese Einheit zu erziehen, dann wird nach Jahrzehnten unentwegter Arbeit der Nationalsozialismus als Weltanschauung das große allgemein verbindende Erlebnis in unserem Volke sein. Dann wird ein Volk dastehen, das zutiefst innerst erfüllt ist von seiner gemeinsamen Aufgabe und Sendung. Daran glaube ich so unerschütterlich für die Zukunft wie vor 15 Jahren an die heutige Zeit! Damals habe ich diese Fahne geschaffen und gesagt, daß sie ein­mal über ganz Deutschland flattern wird. 15 Jahre sind vorbei und über Deutschland wehen heute unsere Fahnen! Und heute prophezeie ich weiter: In 509 Jahren wird diese Fahne das Herzblatt der deutschen Nation geworden sein!"

Der Führer schloß:Sie in Rosenheim sind die zweite große Ortsgruppe der Partei, der zweite Stützpunkt einer Idee, die das deutsche Volk immer tragen und halten wird. Stehen Sie immer zu Ihrer Fahne, nicht nur in guten Tagen, son­dern erst recht in schlechten. Halten Sie die Fahne besonders fest, wenn der Sturm peitscht und Wolken am Firmament stehen. Den Blick nach vorn gerichtet, nehmen Sie die Fahne in die Hand. So wie Sie 15 Jahre mit dieser Fahne marschierten, marschieren Sie weiter hinein in die deutsche Zukunft!"

Tief bewegt und im innersten ergriffen von den Worten des Führers stimmten die Massen das Deutschland- und das Horst-Wessel-Lied an. Ai schließend begab sich der Führer in das Flötzinw Löchl und unterhielt sich angeregt mit den am Parteigenossen der Ortsgruppe Rosenheim.

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Portugal verteidigt seine Kolonien

Keine Zugeständnisse kolonialer flrt zugunsten Italiens

Paris, 12. August

Dem Echo de Paris, das aus London Gerüchte über eine etwaige Aufteilung der portugiesischen Kolonien in Afrika zur Befriedigung der italieni­schen Kolonisationsansprüche wiedergegeben hatte ist von der hiesigen portugiesischen Gesandtschaft folgende Erklärung zugegangen:

1. Die portugiesischen Kolonien, die einen u n - veräutzerlichen Bestandteil des natio­nalen Gebietes bilden, können nicht Gegenstand irgendeiner diplomatischen Verhandlung oder einer finanziellen Transaktion sein.

2 Die finanzielle Lage Portugals, die als Musterbeispiel angeführt werden darf, macht jede Möglichkeit etwaiger finanzieller Entschädigungen hinfällig, denn Portugal hat solch e'ni'cht nötig.

3. Gegen die portugiesischen Vesitzrechte in llebersee kann kern Grund geltend gemacht wer­den. Portugal besitzt diese Rechte auf Grund lahrhundertealter Besetzung und auf Grund einer Kolonralverwaltung, die dem Vergleich mit irgendeiner anderen nicht zu scheuen braucht.

4. Es wäre zwecklos zu glauben, daß irgendein streifen portugiesischen Gebietes zugunsten von «rgendjemandfriedlich geraubt" werden könnte, denn die Regierung und das Volk Portugals wurden sich mit allen Kräften und allen Mitteln für die Verteidigung ihrer Rechte einsetzen.

vroßfeuer fordert lodesopler

Waldshut i. Bod-n, 12. August.

In der Gemeinde Unteralpfen in Baden er­eignete sich in der Nacht zum Sonntag eine

schwere Brandkatastrophe. In der Scheune des Landwirts Josef Leber brach Feuer aus, das in den Heu- und Futtervorräten reiche Nahrung fand. Es griff dann auf zwei weitere Wohn- und Wirtschaftsgebäude über und zerstörte alle drei Anwesen. Während das Vieh gerettet wer­den konnte, wurden die Heu-, Futter- und Ee- treidevorräte. die landwirtschaftlichen Maschinen und das Mobilar vernichtet. Im Anschluß an das Brandunglück ereignete sich wenige Stunden später auf einer der Brandstellen ein schwerer llnglücksfall. Der an einem abgebrannten Hause stehen gebliebene Kamin stürzte plötzlich ein und begrub den 14 Jahre alten Sohn eines Gipser­meisters unter sich, ein 15jähriger Junge wurde schwer verletzt.

Sie kehle durchschnitten

Hamburg, 12. August

In der Nacht zum Sonntag wurde in Witten- kamp :m Neubauviertel von Varmbeck die 30jäh- rige tirau Betty Hamann ermordet aufge­funden Ein Hausbewohner, der auf einen Schrei hm auf die Straße eilte, sah die Ermordete im Eingangsweg zur Haustür liegen, während der - eilte. Die Ermordete, die einen

furchtbaren Schnitt über den ganzen Hals hinweg hatte, muß an diesem Schnitt sofort verstorben Motiv der Tat ist - noch ungeklärt, doch kann als feststehend angesehen werden, da^ weder ein Sittenverbrechen noch ein Raubmord vorliegt.