Ausgabe 
(8.8.1935) Nr. 217
Seite
1
 
Einzelbild herunterladen

ht wahr"

als ,ei iej Mg und str°.?t« Utternde ün^

' k spr°E °'-

hast r?ch"^«°'t

^ EinZlle^S-

'u einen K»k,^

!"L

glücklicher ZU

. AnIIer-Mnst»

»rlss: vsiL«, Ä>

hmieöe

iele verkennen..,

lge der Kenntnisse, b cheint eine mit Husch Prüfung-arbeiten dc der ThemmMMA!e in erkleKiMMH/ei» irischen «uz. Ein hrs lis, das ein Mndize ist, und der angehe« st einmal «check ge Wesen sammeln i ungen des Pferdes «i> en des Hufes unteiiit kranken vom gesnck: » muß wissen, weite ür den anormalen H> n hat. Schließlich He mir-, ein Militär- Äk a werden soll, und s er Klauenbeschlag d gemessen wird iitet in der HauHt dieser Maginstinkt« r Schüler sich an-iz--

viderte der Sta^

zu-

oe?'

k-^

parteiamtl.Iageszeitung der Nationalsozialisten Bremens

Das Amtsblatt des Senats der Lreien Hansestadt Vremen

Nationalsozialisten Vremens

parteiamtllageszeitung der

Bremer Leitung erscheint täglich (auch Montags). Monatsbezug: RM. 3,39 etnschl. 39 Rps. Zustellungsgebühr; durch die Post RM. 2,39 etnschl. Ueberweisungsgebühr ausschl. Postoestellgeld. Der Bezugspreis ist im voraus zu entrichten. Postscheck Hamburg 172 72. Betriebsstörungen begründen keinen Anspruch aus Erstattung oder Ersatz. NS.-Eauverlag Weser-Ems E. m. b. H., Bremen, Am Geeren 88 / Fernsprecher: Roland 623.

I Anzeiaen-Grundpreiie: Die S2-mm>Z«ile im Anzeigenteil 13 Rps., die 79-mm-ZeiIe im Tertteii Rps.

-g ^ 1^ I Ermäßigte Grundpreise (für kleine Anzeigen, Familienanzeigen u. a.) sowie sonstige Bedingungen laut

1 1 I Preisliste 4. (Nachlaßstafsel 0.) Für Anzeigen durch Fernsprecher keine Gewähr. Annahmeschluß 16 Uhr.

> ^ ^ ^ 1 Sprechzeit: Verlag werktäglich von 1213 Uhr; Schriftlertung Dienstag bis Freitag von 12/»-13/-Uhr.

Nr. 2!? / Jahrgang

Vonnerstag, S. flugust

kinzelpreis 15 Npf.

Sie werden in VeutWand auf Sranit beißen

vokschewist Vimitroff durchschaut / Nachdenklichkeit in Paris / Frankreichs Verantwortung für die europüische Kultur

Vogosspisgel

Die Geistlichkeit in Werne rückt in einer Er­klärung von der Wühlarbeit des politischen Katholizismus ab.

In Bad TSlz mutzte ein Hotel wegen provo­zierenden Auftretens der Juden geschlossen werden.

Im Rahmen einer Feierstunde der auslands- deutschen Jugend sprach der Frankenführer über die Judenfrage.

Im Brester Kriegshafen ist es infolge der bolschewistischen Verhetzung zur völligen Ar­beitsniederlegung gekommen.

Die kommunistische Aufruhrbewegung in Frankreich zieht auch den Schiffsverkehr in Mitleidenschaft.

Durch den Herrngsfang mit dem Grund- schlepp- und Treibnetz erweist sich die Fisch­wirtschaft an der llnterweser wiederum als Pionier.

Der Leiter der Kommission für Wirtschafts­politik der Partei fetzt stch für eine nachhal­tige Förderung des HeimstättenLaues ein.

Bei den Deutschen Tennismeisterschaften be­finden sich Cramm, Denker, Szigetti und Henkel unter -en letzten Bier.

WWWWUW

Neue UeberMe

auf deutsche Schiffe angekündigt

Washington, 8. August

Eine Gruppe kommunistischerAntinazibiind- ler" suchte am Mittwoch den Leiter der West­europa-Abteilung des Staatsdepartements, Dünn, auf und protestierte gegen die Festhaltung des amerikanischen Matrosen Simpson vom ame­rikanischen DampferManhattan" in Hamburg. Dünn erwiderte, Simpson sei am 28. Juni ver­haftet worden, weil er aufrührerische Li­teratur bei sich führte und kommunistische Agitation betrieb. Es stimme nicht, datz er von der deutschen Polizei entführt oder mißhandelt worden sei. Simpson befinde sich in einem Kon­zentrationslager, wo er gut behandelt und gut verpflegt werde und jederzeit brieflich mit dem amerikanischen Generalkonsulat in Hamburg verkehren könne. Ein Beamter des ame­rikanischen Konsulats habe Simpson im Lager aufgesucht und stch persönlich von seinem Ergehen überzeugt. Simpson sei vollkommen gesund und habe stch in keiner Weise über Behandlung be­klagt.

Die kommunistischeAntinazigruppe" erklärte sich von den Ausführungen des Staatsvertreters vollkommen unbefriedigt. Sie teilte mit, datz sie heute im Madison Square Garden eine Massen- protestversammlung veranstalten und alle An­wesenden verpflichten werde, fortan das Einlaufen jeden deutschen Schisses in amerikanischen Häfen zn verhindern.

lvrsiitberirZit unserer kerliner Zcstriktleitung) Kr. Berlin, 8. August.

Die Berichte über, den Moskauer Komin­tern-Kongreß liegen jetzt erst in Berlin in einer für die Beurteilung der dortigen Ereig­nisse wirklich zuverlässigen Form vor. In maß­gebenden politischen Kreisen der Reichshauptstadt macht man dazu folgende Feststellungen:

1. Die schon während des Reichstagsbrand- Prozesses im Jahre 1933 aufgetauchten Vermu­tungen, datz Dimitroff einer der Führer der kommunistischen Hetzpropaganda in Deutschland gewesen sei, ist in vollem Umfange durch den Kongreß bestätigt worden. Mit den damals vor­handenen, noch aus dem Zwischenreich stammen­den juristischen Mitteln war es nicht möglich, Dimitroff zu fasten. Es war aber bei allen maß­gebenden Teilnehmern des Reichstagsbrand- Prozesses bekannt, datz Dimitrofs besonders nach dem Duell von Frage und Antwort mit Dr. Goebbels, in dem Dimitroff vollkommen unter­lag, auf seine besondere Bedeutung in der kom­munistischen Bewegung hingewiesen hatte. Dimi­troff war sicherlich nach ' Deutschland geschickt worden, um den Nationalsozialismus zu studieren.

Die Folgerungen, die Dimitroff jetzt für die Propaganda des Kommunismus gezogen hat, zeigen, datz selbst ein Kenner des natio­nalsozialistischen Deutschland nicht in der Lage ist, vom Standpunkt des Kommunis­mus aus irgendwelche wirklich wirksamen Angriffsmahnahmen zu benennen.

2. Seit etwa zwei Wochen treibt Moskau zu einer Einheitsfront aller marxistischen Parteien und Gruppen Europas. Mit dieser Ein­heitsfront soll eine bessere Möglichkeit der Ver­teidigung gegen den Nationalsozialismus ge­schaffen werden. Die Einheitsfrontbewegung ist tatsächlich in Staaten erfolgreich gewesen, in welchen der Kommunismus wegen völlig falscher politischer und wirtschaftlicher Maßnahmen der Regierung gewisse Agitationsmöglichkeiten hat, vor allem in Frankreich und Oesterreich.

3. Zweck des russisch-französischen Vertrages ist offensichtlich nur die Förderung der kommunistischen Propaganda in Frankreich. Man sieht in diplomatischen Kreisen Berlins an­gesichts der großen wirtschaftlichen Sorgen der französischen Regierung und der starken Erregung

im Volk die jetzigen Vorgänge in Toulo« und Brest für wesentlich ernster an als das zurzeit in Paris geschieht. Man rechnet sogar mit der Möglichkeit, datz der Vertrag nicht ratifiziert wird, «eil die französische Regierung noch im letzte» Augenblick seine Gefahren erkennen Putz.

4. Es besteht, in Europa eine ernste Gefahr, datz von Frankreich aus sich die bolschewistische Propaganda auf andere Staaten ausbreitet, be­sonders wenn dort innerpolitische Schwierigkeiten auf Grund des Scheiterns größerer Pläne ent­stehen sollten. Frankreich müßte stch mehr ferner Verantwortung für die vom Bolschewismus ge­fährdete europäische Kultur gegenüber Moskau bewußt werden.

3. Für das nationalsozialistische Deutschland »gibt sich die Notwendigkeit allerschiirfster Ab­wehr jedes noch so kleinen Versuchs kommuni­stischer Propaganda. Dazu gehört auch die be­vorstehende gesetzliche Regelung der Judenfrage und die Ausrottung jeder Möglichkeit, auf dem Wege über kirchliche Fragen in Deutschland Un­ruhe zu stiften.

Vas knde der freimaurerer in Veülfchland

In der Erkenntnis, datz sreimaurerischer Geist und das Ideengut des Nationalsozialismus un­überbrückbare Gegensätze darstellen, für Freimau. rerorganisationen im Dritten Reich kein Platz mehr ist, haben sich nach einer uns zugegangenen Mit. teilung die in Deutschland noch bestehenden Alt- preutz. Logen mit Wirkung vom 21. Juni d. I. aufgelöst. Die bisher ein Sonderdasein führenden sächsischen Logen, d. h. die Grotze Landesloge von Sachsen in Dresden und die SrotzlogeDeutsch« Bruderkette" in Leipzig, Werden sich diesem Vor­gehen anschlietzen und ihre Auslösung zum 19. August durchführen.

Lange hat es gewährt, ehe sich in den Kreisen der Volksgenossen die wahre Erkenntnis über das Wesen der Freimaurerei durchgesetzt hat. In­folge der geschickten Tarnungs- und Verdum- munaspolink, die die Freimaurer immer betrie­ben haben, lag um die Logen lange ein mystisches Geheimnis, von dem an die Oeffentlichkeit nur so viel drang, datz hier in stillen Kreisenedle Menschlichkeit und Wohltätigkeit gepflegt wurde" Erst die Forschungen der jüngsten Zeit haben die­sen Schleier gelüftet und das wahre Endziel der Freimaurerei entlarvt. Ein Endziel, das nicht in

Auch heute bringt dieBremer Zeitung« wieder den einzigen vom Hauptlagersührer der Bremer HJ.-Lager, Obervannfilhrer Earl Jung, autorisierten Bericht über die Vorgänge des Tages in Bad Esten und Lintorf.

einer beglückenden Erlösung der Menschheit be­stand, sondern das bewußt darauf hinausging, die jüdische Weltrepublik zu schaffen. Die Fäden, die hierbei gesponnen wurden und die hochpolitischer Art waren, sind so fein, datz man mit Fug und Recht das Treiben der Frei­maurerei als eineKönigliche Kunst" bezeichnen kann.

So lange die Menschheit besteht, hat es Frei» maurertum gegeben, d. h. das Streben nach der Verwirklichung einer jlldisch-Iiberalistischen Idee, die mit innerer Notwendigkeit aus dem Juden­tum hervorgegangen ist, die vom Judentum maß­geblich beeinflußt wurde und die den Zielen eben dieses Judentums gefügig gemacht wurde. Diese Idee des jüdischen Imperialismus ist so alt wie der mosaische Gedanke und wurde durch die Jahr­tausende erhalten und bewahrt bis in die Gegen­wart, in der die jüdische Weltmacht zu ihrem ent­scheidenden Schlags auszuholen gedachte. Die Freimaurerei geht daher nicht etwa auf die Bauhütten- oder Steinmetzbrüder- schaften des Mittelalters zurück, son­dern bediente sich ihrer nur als tarnende Hülle der Oeffentlichkeit gegenüber. Zweifellos hatten die Bauhütten einen rein znnftgemätzen Charakter, der mit der Idee des Judentums nichts gemein

Meiminer Streik lm vrester Kriegslist»

krneutes Aufflackern der Unruhen / solgen bolschewistischer Zerstörungswut

Paris, 8. August

Die Unruhen in Brest sind Dienstag erneut aufgeflackert. Die Aufrührer versuchten, die Marinepräsektur zu stürmen und errichteten zu diesem Zweck eine Barrikade. Marinesoldaten und Gendarmerie gelang es jedoch, die Menge zu zerstreuen. Kurze Zeit darauf versuchten Ar­beiter, die Gitter der Kaserne des II. Kolonial- regiments niederzureißen. Militär mutzte ein­gesetzt werden, um die Angreifer auseinander- zutreiben.

In den Verkehrsstraßen sind die Geschäfte teil­weise geschlossen. Das Straßenpflaster ist an ver­schiedenen Stellen aufgerissen,' Pflastersteins, die entweder als Wurfgeschosse gegen die Polizei oder zum Bau von Barrikaden verwendet wur­den, liegen überall verstreut herum. Zerstörte Kaffeehaus-Terrassen und eingeschlagene Schau­fenster, die notdürftig mit Holzbrettern ver­nagelt sind, bieten einen trostlosen Anblick.

Die Opser der schweren Ausschreitungen sind ein Toter und mehr als Sll Verletzte, darunter 3V Gendarmcriebeamte und ein Seeoffizier, seruer der Unterpräfekt von Brest und der Adjutant der Marinepräsektur. In den Lazaretten befinden sich 13 schwerverletzte Arbeiter, fünf Angehörige der 6nräs mobile und zwei Gendarmen.

Am Mittwochnachmittag ist auf Anweisung der Gewerkschaftsführer im Marinearsenal von Brest von sämtlichen Arbeitern die Arbeit plötzlich ein­gestellt worden. Die Belegschaften verließen sofort die Arbeitsstätten und zogen in geschlosse­

nem Zuge zum Volkshaus, wo beschlossen wurde, datz sämtliche Arbeiter an der heute erfolgenden Beisetzung des ums Leben gekommenen Arbeits­kameraden teilnehmen sollen. Der Kriegshasen von Brest ist geschlossen.

In Toulon wurden alle Ansammlungen auf öffentlichen Straßen verboten, da man neue Kundgebungen befürchtet.

7n der pariser presse dammect's

Paris, 8. August.

Die Unruhen von Brest stehen im Mittelpunkt des Interesses der Pariser Morgenpresse. Die Rechtsblätter sehen in den Unruhen die Folgen der kommunistischen Propaganda und ein systematisches Vorgehen der roten Einheits­front. Die marxistischen Zeitungen versuchen hin­gegen, die Schuld für die Zwischenfälle auf die Regierung Laval und deren Notverordnun­gen abzuschieben. In fast allen Blättern wird auf die Häufung von Alarmnachrichten aus allen Teilen Frankreichs hingewiesen.

In der Tat hat es seit dem vergangenen Sonn­tag nicht weniger als vier ernste Ereignisse dieser Art gegeben. In Salon wurde eine Gruppe Royalisten von Kommunisten überfallen; in Pa­ris gab es einen Ueberfall von Kommunisten auf Mitglieder der nationalen Jugend, und dann folgten Schlag auf Schlag die noch folgenschwere­ren Zusammenstöße in Toulon und Brest.

Während des ganzen Dienstags, so schreibt der Mattn", lag über Brest die Atmosphäre

einSs Bürgerkrieges. Wird man die pa­tentierten Moskauer Agitatoren noch lange wei­terwirken lasten, fragt das Blatt, das aus seiner ablehnenden Haltung gegenüber einer französis^

sowjetrustischen Zusammenarbeit nie einen Hehl gemacht hat. Das Blatt schreibt ferner, datz ein Abgeordneter ver kommunistischen Partei den tragischen Lag von Brest organi­siert habe. - Es sei endlich an der Zeit, tatkräftige Maßnahmen zu treffen.

Auch dasEcho de Paris" fordert die Regierun. zum Einschreiten auf und weist besonders darauf hin, daß die Unruhen gerade in Brest und Tou­lon, also in zwei großen Kriegshäfen, aus- gebrochen seien.

In Veulschland nicht möglich

Paris, 8. August.

Der französische OzeandampferChamplain", der am Mittwochmittagvon LeHavre mit über 890 Fahrgästen nach Newyork auslaufen sollte, hat seine Ausfahrt verschieben müssen, weil Sie gesamte Besatzung in den Proteststreik getreten ist. Diese Protestaktion, die sich gegen dre zehn- prozentige Eehaltskllnzung richtet, wurde von den Ingenieuren und Hilfsingenieuren eingeleitet, mit denen stch die übrige Besatzung solidarisch er­klärte. In einer gegen Mittag abgehaltenen Versammlung hat die Besatzung beschlossen, ihr Gepäck von Bord zu nehmen.' Im Laufe des Nach­mittags soll erneut eine Versammlung abgehalten werden.

Lugen cirtner

Novelle im Moor

Der Deutschlandsender sunkt heute die Ur­aufführung derBallade vom Moor", von Eugen Lrtner, der die hier erzählte Novelle zugrunde liegt.

Das Moor war noch ganz wild am Anfang die­ser Geschichte, ganz unaufgeräumt, von der Sonne verbrannt oder aufgeschwemmt vom Regen. Da­mals kamen wir dreihundert Burschen, weil wir halt Arbeit und Brot suchten und neues Land.

Was so ein Junger erhofft, wenn er noch un­verbrauchte Kraft in den Knochen hat. das könnt ihr euch denken! Einen Acker, einen frischen Acker und ein Häuschen daneben und einen Stall! Und Pflug und Egge in beide Fäuste!

Der Walter war unser Führer. Er hatte den Auftrag von der Regierung, 9900 Tagwerk umzu- schippen und neuen Raum zu schaffend Wir muß­ten ein Jahr lang Kanäle schachten und Zieh- gräben anlegen, daß unser Boden sein Wasser ließ. Dann ging es im zweiten Jahr aus Pflü­gen und Düngen. Den Mist einer ganzen Groß­stadt haben wir aufgefahren.

Ilm diese Zeit kam die Berta. Ihr Bruder war bei uns Kantinenverwalter, ein guter Kerl, ein bißchen derKaspar" für uns alle. So hieß er auch. Zu ihm kam die Berta. Wir dachten zuerst, sie wäre eine Sommerfrischlerin, denn sie kam aus der Stadt, ein Mädchen mit einem Ge­sicht wie aus einem Bild geschnitten. Aber dann sagte uns der Kaspar, sie wären ja beide einmal echte Bauernklnder gewesen, eh« ihnen so ein Bodempekulant im Jahre 23 alles wegschnappte, was sie an Haus und Hof besaßen. Waisenkinder waren sie damals, und die Berta war kaum vier­zehn. Aber jetzt waren zwölf Jabre darüber hin und die Berta kam aus de: Stadt.

Jbr könnt euch denken, daß das Mädchen auch aus Walter einen Eindruck machte. Nur ging der nicht gleich einer Schürze nach, hatte immer seinen Kampf mit dem Moor im Kopf und lachte gern wie einer, der mitten im Boxen ist und seiner

Kraft vertraut; Schlag gegen Schlag! Aber dann machte er doch immer größere Augen, wenn die Berta an ihm vorüberging. Eines Tages waren sie ein Paar, kein gewöhnliches Paar frei­lich. sondern ein ganz besonderes. Nicht eine Zu­dringlichkeit erlaubte sich der Walter in diesen Wochen, das spürten wir alle. Und die Berta wurde stiller und stiller mit jedem Tag. und wir sahen sie sogar einmal, wie sie in der Heide saß und weinte.

Dann plötzlich kam einer ins Lager, der uns allen nicht patzte, so ein Protz nämlich mit blanken Knöpfen auf der Weste und einem runden Hut auf dem Kopf, so einer, der einen großen Hos am Moor hatte und doch kein rechter Bauer war, weil er mit Spielen, Saufen und Weibergeschichten Zeit und Geld vertat. Der kam zur Berta.

Dem Walter gab es einen tüchtigen Stoß, das merkten wir. Aber geredet hat er kein Wort und hat auch die Berta nicht gefragt, was der Veit Rupp von ihr wollt«. Aber dann plötzlich wußt« es die ganze Kolonne, daß zwischen der Berta und dem Rupp von früher her ein Verhältnis bestand. Vielleicht hatte sie einmal in der Stadt «ine Sehn­sucht nach daheim gehabt, nach Aeckern und Wiesen, oder sie war ganz allein gewesen, wie oft ein Mäd­chen ist. das nicht mit jedem geht. kurzum, sie kannte den Rupp schon aus ihrer Kinderzeit. So kam das!-

Und dann kaM diese unheimlich tolle Geschichte im Moor, die uns allen wohl noch lang« in Er­innerung ist. Die Berta hatte die Kolonne eines Abends plötzlich ohn« Abschied verlassen. Sie war uns einfach davongelaufen, auch dem Walter, Es war «in gewittriger Abend, das Moor war voll Wasser, denn es hatte die ganzen letzten Tage ge­regnet. Wir lagen sozusagen alarmbereit denn wenn es «ine Flut gab, war unser neuer Stau­damm in Gefahr, und das hätte «ine Katastrophe geben können. So lagen wir noch nach Feierabend

und warteten. Da kam der Vorarbeiter und flü­sterte ganz aufgeregt, daß auch der Walter aus dem Lager fort wäre, so plötzlich wie die Berta. Wir dachten zuerst, er wäre vielleicht hinter ihr her, um sie aus dem Unwetter herauszuholen und wieder ins Lager zurückzubringen. Aber denkt euch ich muß es gleich sagen er suchte den andern, in'dieser unheimlichen Nacht sucht« er den Veit Rupp, Und er fand ihn. Mitten im Moor trafen sie aufeinander. Was zwischen beiden ge­sprochen wurde, das hat niemand so recht erfah­ren, denn der Walter blieb später stumm wie ein Monument. Und den Rupp hat ja damals das Moor gepackt. Der schweigt irgendwo auf dem Grund.

Aber der Heideschäfer erzählte uns paar Freun­den, er hätte in jener Nacht zuerst einen Hilferuf der Berta gehört, dann hätte er alsbald de>. Walter und den Rupp Brust an Brust bei den drei Brücken im Kampf gesehen. Dann hätte sich der Rupp vom Walter befreit und währe joh­lend quer durchs Moor gelaufen, der Walter hinter ihm her. Aber an einer Stelle, wo kein Weg und kein Steg war. wäre dann der Rupp auf eine schwimmendo Wiese geraten und in einem Augenblick verschwunden gewesen. Das erzählte der Schäfer zuerst ganz vertraulich, hat es aber dann später vor dem Untersuchungsrich­ter auf seinen Eid genommen und noch beigefügt, der Rupp hätte wohl die Berta damals selbst ins Moor stoßen wollen, weil sie von ihm in der Hoff­nung war. Das hätte er an einer weglasen Stelle versucht, um einen Selbstmord des Mädchens vor­zutäuschen, aber der Walter wäre wohl grad recht dazwischengefahren .... So meinte der alte Schäfer.

Kurzum: Der Walter hat noch am gleichen Abend die Berta ins Lager zurückgebracht. Dann bat sie nach zwei Tagen in ihrer Qual einem Kind das Leben geschenkt. Wie hat sie geweint die arme Berta! Aber das Büblein war da und schrie in den Tag tinein. Der Walter war fon Noch in der gleichen Nacht ging er von uns nach einem anderen, «ntiernten Kommando. Uns blieb die Berta und ihr Kind. Mit einer seltsamen

Scheu standen wir alle, auch der Kaspar, um die breite Wiege. Dann nahm das Mitleid mit dem Kleinen kein Ende mehr. Bei Gott, mancher harte Bursch, der den Spaten tief im Moor um­kehrte, der sagte bei seiner Arbeit:Das wird ein Acker für die Berta und ihr Kind!"

Dann kam der Walter wieder zurück, da war es schon bald Herbst. Ihr wißt nicht, was das für ein Wiedersehen war! Wir heulten all« vor Freude. Er fragte verlegen gleich nach der Berta, der wir ein kleines Häuschen mitten in die Heide gesetzt hatten. Dort wohnte sie. Eine Handvoll blühender Erika, so machte Walter leise die Türe auf . . .

Nach einer Stunde kam er wieder, der große Mann und trug das Kind auf dem Arm. Er neckte den kleinen Wicht mit der freien Hand, und

der lachte, lachte das erstemal in seinem Leben ganz laut und froh. Und der Walter lachte leise mit. Dann ging er mit dem Kind in das Moor wohl an die zwei Stunden und kehrte erst wieder zurück, als er von unserer Arbeit genug gesehen hatte. Denn er führte wieder das Kommando.

Seitdem sind nun drei Jahre vergangen und der kleine Walter ist uns allen ans Herz ge­wachsen. Unsere Arbeit geht voran und die Saat der Rupp vom Walter befreit und wäre joh- Berta sind unser erstes Paar geworden und der Segen der Erde wird wohl bald wieder einkehren bei ihnen. Denn die Aecker stehen um uns auf und tragen Früchte. Und ein paar Kühe schwenken auf den neuen, fetten Wiesen die vollen Euter. Da möchten wir doch sehen, wie auch bei uns das Leben aufkeimt und daß Kinder da sind, die von uns essen.

vremer Künstler stellen aus

Auf die Bedeutung dieser Ausstellung, die augenblicklich in der Kunsthalle gezeigt wird und in der lauter (nicht alle, wie aus Ver­sehen geschrieben worden war) bremische Künst­ler, die Anspruch auf öffentliche Beachtung erheben dürfen, versammelt sind haben wir in unserer Sonntagsnummer bereits hingewiesen. Hier nämlich wird dem Besucher die eigentümliche Seh- und Gestaltungsweise der Künstler unserer Landschaft deutlich. Im allge­meinen sagt man im übertragenen Sinne daß der Künstler des Nordens mit weichem Stift arbeitet. Das ist nicht unzutreffend und ist be­dingt durch die Luftverhältnisse des Küstenlandes, die dem Gegenstand seine Umrisse nehmen. So könnte man sich kaum denken, daß ein Maler wie Hellmuth Westhoff anderswo sich hätte entwickeln, anderswo hätte schaffen können als bei uns. Das Blumenstllck. das wir von ihm sehen, gibt den bunten Knollen und Blüten wohl Körperhaftigkeit, aber es läßt sie in einen toni- gen Hintergrund übergehen. Auch Elisabeth

Noltenius' Herbstblätterstrauß hat dieses sanfte Uebergehen in den Grund. Unirdisch muten diese Blätter an man vergißt, was die Farbflecken bedeuten, und nimmt sie als Zeichen­sprache einer empfindsamen seelischen Aussprache. Emmy Meyer arbeitet ähnlich: sie liebt die Dämmerungen und sinkendes Licht, in dem das Körperliche flächig wird. Künstler dieser Art bleiben stch auch gleich, wenn sie vor fremden Landschaften sitzen, das beweist EmilRöders der eine Lagunenlandschaft aus kostbaren, toniq verfließenden Farben aufbaut.

^ Die weiche Behandlung schließt Stärke der ^arbgebung nicht aus. Das wird besonders deut-

zu Anna Plat« weitergehen. ^>hre Stilleben sind auch weich aus dem Erundton entwickelt, aber sie wirken trotzdem großartig fest, monumental Um das Maß, das den Dingen an körperlicher Substanz,genommen ist, gewinnen sie an sinnbildlicher Kraft. Das ist auch der Eindruck, den man von der Landschaft Udo Peters mit­nimmt: ein feierlicher Glanz, der Hauch einer