Ausgabe 
(5.8.1935) Nr. 214
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parteiamlklageszeitung der

Nationalsozialisten Vremens

Das flmtsblatt des Senats der Freien Hansestadt Vremen

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Nr. 214 / 5. Jahrgang

Montag, 5. Nugusl

kinzelpreis 15 Npf.

Mackensen aus dem Stahlhelm ausgetreten

Ver Seneralfeldmarschall hat nach reiflichem Ueberlegen diesen kntschluß gefaßt / kinzeloecbänüe Heute unangebracht

Unser Itagssspiegel

Dr. Goebbels hielt auf dem Eauparteitag in Essen eine sehr bedeutungsvolle Rede.

Die Dentschlandfahrt der auslandsdentschen Jugend nahm weiter einen harmonischen Verlauf.

In Berlin fanden am Sonnabend und Sonn­tag die Kämpfe um die Deutschen Leicht­athletik-Meisterschaften statt.

Beim Pferderennen um dasBraune Band von Deutschland" siegteAthanasius".

Beim Internationalen Hockenheim-Ringren- nen fuhr der DKW.-Fahrer Ley die beste Zeit des Tages.

In Arnheim schlug Deutschland Holland im WasserLall mit 3:2.

In Erünau kamen die Deutsche« Kanu-Mei- sterschasten zum Austrag.

Die vorolympische Propaganda wurde mit einer Weltsendung des Reichssenders Berlin eröffnet.

Sie Veulschlandfahrt der KI.

Halle, 5. August.

Der vierte Tag der Deutschlandfahrt brachte die auslandsdeutsche Hitler-Jugend quer durch den Eau Halle-Merseburg bis nach Thüringen, in das grüne Herz Deutschlands. In 45 Autobussen hat­ten sie um 8 Uhr morgens die 230 Kilometer lange Fahrt angetreten, die sie zunächst vorüber an Jüterbog, dem größten Truppenübungsplatz der Vorkriegszeit, zu' den Lutherstätten in Wittenberg führte. ' Die Fahrt zeigte ihnen weiter das große Vraunkohlengebiet Mitteldeutschlands mit seinen riesigen Förderbrücken und schließlich das Kraft­werk Zschornewitz.

Der zweite Teil der Tagesfahrt ging durch das 1000jährige Merseburg nach Naumburg mit sei­nem alten Dom und weiter nach Bad Kösen zur Rudelsburg und der ihr benachbarten Ruine Saaleck. Hier fand am Grabe der Freiheits­kämpfer Fischer und Kern auf dem kleinen Dorf­friedhof eine kleine Gedenkfeier statt. Der Lei­ter des Deutschlandlagers, Oberbannführer Minke, hielt eine Ansprache.

Die große Kolonne der 45 Autobusse hatte in­zwischen die Fahrt nach Weimar fortgesetzt, wo sie am Nachmittag eintrafen und auf dem Für­stenplatz durch Staatsminister Wächtler im Na­men des thüringischen Volkes und seiner Regie­rung mit einer Ansprache begrüßt wurden. Nach einer Kranzniederlegung am Goethe- und Schil­lerdenkmal wurden sie in der Weimarhalle von Oberbürgermeister Dr. Müller herzlich begrüßt.

Deutsche lugend besucht die Wehrmacht

Döberitz, 4. August.

Einen würdigen Auftakt für die Deutschland­fahrt der aus dem Lager Kuhlmühle kommen­den auslandsdentschen Jugend bildete ein Besuch Leim Reichsheer in Döberitz. Der kommandie­rende General des III. Armeekorps und Befehls­habers im Wehrkreis III. Generalleutnant von Witzleben, hatte eine größere Uebung angesetzt, um den Jungen Gelegenheit zu geben, die ver­schiedenen Waffengattungen des jungen deutschen Heeres im Eefechtsdienst zu sehen.

Nach einem Vorbeimarsch vor Generalleutnant von Witzleben wurden die Biwackplätze bezogen. Die jungen Gäste begaben sich in Gruppen zu den einzelnen Truppenteilen und am Lagerfeuer wurde manche Freundschaft geschloffen.

Doldenes MilitSrjubilLum des Seneralobersten von Seeckt

Berlin, 5. August.

Generaloberst a. D. von Seeckt beging am 4. August den Gedenktag seines vor 50 Jahren erfolgten Diensteintritts in die Armee. 2m Auf­trage des abwesenden Reichskriegsministers Generaloberst von Vlomberg übermittelte der Oberbefehlshaber des Heeres, General der Artillerie Frhr. v. Fritsch dem Generaloberst v. Seeckt die Glückwünsche der Wehrmacht.

Dr. Frank in Köln. Anläßlich der großen Gau- tagung der Deutschen Rechtsfront und des nationalsozialistischen Deutschen Juristenbundes, Eauoberlandesgerichtsbezirk Köln, sprach der Reichsjuristenführer Reichsminister Dr. Frank am Sonnabendnachmittag in Köln über die Er­neuerung des deutschen Rechtslebens.

Gras Zeppelin" in Pernambuco. Das Luftschiff Graf Zeppelin" ist am Sonnabend um 19.40 Uhr MEZ. in Pernambuco gelandet, von wo es in der Nacht zum Sonn tag zum Rückflug nach Friedrichshafen stärrNK

Berlin, 5. August.

Generalfeldmarschall von Mackensen, der seit der Gründung des Stahlhelms dessen Ehrenmitglied ist, hat mit dem 31. Juli die Ehrenmitgliedschaft desNS. Deutschen Frontkämpferbundes" nie­dergelegt und diesen Schritt den alten Stahl­helmkameraden mit folgendem Schreibe» bekannt­gegeben:

An alle Angehörigen des NS. Deutschen Front­kämpferbundes (Stahlhelm)!

Das wichtigste Ziel des alten Stahlhelm ist durch das von der Neichsregierung am 18. 3. 1935 beschlossene Gesetz znr Wiedereinführung der all­gemeinen Wehrpflicht verwirklicht! 2n den aller- schwersten Nachkriegsjahren habt Ihr Euch unter den schwierigsten Verhältnissen im Sinne der alten in Hunderten von Schlachten erprobten Weltkriegs­

kämpfer zusammengeschlossen und immer kraft­voll und selbstlos für die Verwirklichung dieses Zieles eingesetzt! Auch späterhin seid Ihr als treue Verfechter des Stahlhelm-Gedankens tat­kräftig alsalte Kämpfer" auch vom Führer und Reichskanzler stets besonders anerkannt für die Erneuerung unseres geliebten deutschen Vaterlandes eingetreten! Somit ist die vom alten Stahlhelm sich selbst gestellte Hauptaufgabe erfüllt!

Bei der Weiterentwicklung des Gemeinschafts­gedankens in unserem deutschen Vaterlande ist ein Bestehenbleiben von Verbänden, denen keine besonderen Aufgaben zugewiesen wer­den können, im Interesse der vom Führer und Reichskanzler stets angestrebten Einheitlichkeit nicht mehr angezeigt.

Ich habe mich daher nach reiflichem Ueberlegen und Durchdenken heute ent­

schlossen» meine Ehrenmitgliedschaft imNS. Deutsche» Frontkämpserbund (Stahlhelm)" nieder­zulegen.

Mit meinem wärmsten Dank für Euer stets be­sonders anerkanntes kraftvolles Eintreten für die nationale Erhebung verbinde ich meine treuen kameradschaftlichen Grüße und den immer gleichen Wunsch, daß jeder alte Frontkämpfer, den ich mit zu dem wertvollsten Bestand augenblicklichen deut­schen Mannestums zähle, sich an der ihm ge­eigneten Stelle bei dem Wiederaufbau unseres geliebten deutschen Vaterlandes einsetzen möge.

In diesem Streben habe ich mich eins gewußt mit den Schöpfern und Mitgliedern des Stahl­helms und werde dies auch unter den veränderten Umständen weiterhin tun.

von Mackensen Eeneralfeldmarfchall

lleutschland will keinen Kulturkampf

Neichsminister Vr. Voebbels auf dem öauparteitag in kfsen / Scharfe flbrechmmg mit den Staatsfelnden

Essen, 5. August.

In seiner großen Rede aus dem'Flughafen Essen-Mülyeim anläßlich des Eauparteitages dankte Reichsminister Dr. Goebbels zunächst den alten Parteigenossen für ihre Treue zur Be­wegung, für ihre Standhastigkeit, für ihre stolze, feste Ueberzeugung von der Sieghaftigkeit der nationalsozialistischen Idee. Gerade bei dieser ersten Großkundgebung der Partei nach der poli­tischen Sommerpause solle das Bekenntnis ab­gelegt werden: Wir sind uns klar über unsere eigene Kraft, aber wir kennen auch unsere Feinde; und sie sollen davon überzeugt sein: Wo sie uns entgegentreten, werden wir sie in den Staub werfen! Sie irren, wenn sie glauben, daß unser Langmut Schwäche sei. (Stürmischer Beifall).

Dr. Goebbels fuhr dann fort: Nach alten ge­wohnten Methoden hat eine gewisse Auslands­presse auch in diesem Monat wieder aus den Ge­sundungserscheinungen des deutschen öffentlichen Lebens eine Krise zu machen versucht. Jedesmal bemerkt das Ausland bei uns eine Krise, wenn wir in Deutschland aufräumen. Und besonders dann, wenn wir uns unterstehen, dabei auch ein­mal einen Juden anzufassen. Wie notwendig das war, mag man daran erkennen, daß das Juden­tum es wagte, in der Reichshauptstadt offen gegen einen ihnen unangenehmen Film zu prote­stieren. Da allerdings ist der Augenblick ge­kommen, wir sagen: Bis hierher und nicht weiter!

Wenn wir daraus Konsequenzen in mancherlei Hinsicht ziehen, so ist das ausschließlich unsere Sache. Nicht die Auslandspreise, sondern wir re­gieren in Deutschland. (Stürmischer Beifall). Nicht der Staat ist gefährdet, sondern die kleine Clique, die ihn zu sabotieren versucht. Wir haben uns nie in lautem Pathos zur Bewegung und Führer bekannt, sondern wir haben siir Bewe­gung und Führer gekämpft. Wir dulden es aber nicht, daß die Geschickten sich in die vordere Reihe drängen und die alten Kämpfer in den Hintergrund geschoben werden.

Was das Judenproblem anlangt, so möchte ich in aller Öffentlichkeit fragen: Wer hat

provoziert? Die Juden oder wir? Wer hat mit einer wahren Schafsgeduld über zwei Jahre lang diesem Treiben zugeschaut? Das Judentum hat sich in Deutschland den Gesetzen des Eastvolks unterzuordnen. Wir haben ihnen eine Chance gegeben. Wenn es diese Chance mißbraucht, darf es sich nicht über die Folgen beklagen. Wir kennen die Juden, wir haben sie als Kommunisten, als Sozialdemokraten, als Schakale des Wirtschaftslebens kennengelernt.

Wir werden nicht müde werden, das deutsche Volk über die Gefährlichkeit dieser internationalen Rasse aufzuklären. Ehen zwischen Deutschen und Juden werden in Zukunft nicht mehr geduldet. Wir lassen es nicht zu, daß die Rassenverderbnis sich auch in den zukünftigen Geschlechtern fort­setzt.

Auf die

frage der Konfessionen

eingehend erklärte Dr. Goebbels: Die national­sozialistische Bewegung steht und bleibt stehen auf dem Boden eines positiven Christen­tums. Wir wünschen und verlangen aber, daß genau so, wie wir religiös positiv christlich sind, die Kirchen politisch nationalsozia­listisch sein müssen. Ein Bekenntnis kann nicht genügen, wir wollen ein Bekenntnis der Tat. Daß in Deutschland überhaupt noch Kirchen stehen, ist der Tatsache zu verdanken, daß wir den Bolschewismus zu Boden geworfen haben (Stürmische Zustimmung.) Das Zentrum war zu schwach dazu, und es wollte das auch im Ernst gar nicht; denn es fühlte sich dem Bolschewismus innerlich verwandter als uns. Sie sollen nicht glauben, daß wir vergangene Sünden so leicht vergessen hätten. Wir achten jede religiöse Ueberzeugung. Der Ton liegt auf jede! Wir dulden keine neue Inquisition. Wir eignen uns nicht dazu, wie im Mtttskaltei" Scheiterhaufen

aufzurichten. Bei uns kann jeder nach seiner Fasson selig werden. Die Jugend zur Religiosität zu erziehen, mag Sache der Kirchen sein. Die Jugend politisch zu erziehen, ist unsere Sache! Wenn die Kirchen Sportvereine gründen, so ist es denn doch sehr die Frage, ob diese Sport­erziehung auf das Jenseits gerichtet ist. (Stür­mische Heiterkeit und lebhafter Beifall.) Die Jugend gehört uns, wir geben sie an niemand ab. Auch eine konfessionelle Presse ist über­flüssig. (Stürmischer anhaltender Beifall.) Wir haben 400 Tote geopfert, um die parteipolitische Atomisierung unseres Volkes zu überwinden. Sollen wir das, was wir über die Vordertreppe hinuntergefeuert haben, über die Hintertreppe wieder herauslassen?

Wir rotten jede Staatsfeindschaft aus, wo immer sie sich zeigen mag; wir wollen keinen Kulturkampf. Wir haben aber den Eindruck, daß es in ehemaligen Zentrumskreisen gewisse Cliquen gibt, die einen Kulturkampf herbeiführen möchten.

Was soll man beispielsweise dazu sagen, wenn in Westfalen Schmähflugblätter gegen den Bi­schof beschlagnahmt werden und sich herausstellt, daß sie verfaßt und vertrieben worden sind von Mitgliedern des katholischen Kolping-Vereins! (Stürmische Pfui-Rufe). Das ist ein Spiel mit dem Feuer, und wir werden dafür sorgen, daß diese inneren Unruhestifter einer so drakonischen Strafe zugeführt werden daß ihnen und ihres­gleichen die Lust zu ähnlichen Experimenten ver­geht. (Stürmischer Beifall). Was soll man dazu lagen, wenn in derselben Provinz eine gemeine und niederträchtige Kirchen- und Kanzel- schändung festgestellt wird und sich dann er­gibt, daß sie von katholischen Kreisen durchgeführt wurde, um den Nationalsozia­lismus damit zu belasten! (Lebhafte Pfui-Rufe).

Man sieht, wo die Kulturkampshetzer sitzen, und man wird in den nächsten Wochen zu sehen bekommen, was wir mit ihnen anfangen. (Leb­hafter Beifall).

Wenn ein Jude Devisen schiebt, so ist dabei nichts verwunderlich, denn die Katze läßt vom Mausen nicht. Wenn aber ein Hirt des Evange­liums über die Grenze fahrt und dabei Devisen in die Kutte eingenäht hat, so muß ich schon sagen, käme Christus wieder, er würde solche Ver­räter am Christentum mit der Peitschse aus- treiben und diejenigen dazu, die solche Verbrecher als Märtyrer erklären. (Starker Beifall).

Schon seit altersher haben wir mit dem Volke unmittelbar verkehrt. Wir brauchen keine Mitt­ler zum Volk. Für die Kirchen aber gibt es nur eine Losung, die den Frieden gewährt: Zurück zu den Kanzeln! Die Kirchen sollen Gott dienen, wir aber dienen dem Volke.

Es gibt im Staate nur einen Träger des poli­tischen Willens, das ist unsere Bewegung. Sie repräsentiert Staat und Volk. Sie mutz sein, sie ist unauflösbar. Selbst wenn alle Deutsche» nationalsozialistisch wären, müßte sie bleiben, um alle Deutschen nationalsozialistisch zu erhalten.

Soweit neben dieser Bewegung andere Ver­bände und Organisationen existieren, sind sie die­nende Glieder der Partei. Es gibt neben der Partei keine Organisation, die das Recht auf ein politisches Eigenleben hätte. Die Macht gehört ganz uns. Wir gehen nicht davon ab denn wir wissen: Nur im vollen Gebrauch der Macht haben wir die Möglichkeit, die großen Fragen der Ge­genwart zu lösen. Wir trauen den Verbänden an sich nicht viel Böses zu, wir sprechen ihnen aber den Instinkt ab, den Feind an der rich­tigen Stelle aufzuspüren und zu wittern. Den Mangel an diesem Instinkt haben sie in der Kampfzeit tausendfach unter Beweis gestellt. (Lebhafter Beifall.) Wenn sich in diese an sich harmlosen Vereine und Verbände Gegner des Staates einschleichen, um dort im Schutze von patriotischen Phrasen und Fahnen Sabotage am Staat zu betreiben, so sei ihnen gesagt: Sie fal­len dann mit diesen Elementen. (Starker Bei­fall.) Da hört die Sentimentalität auf. Der Staat duldet keme Gegnerschaft (erneuter Bei­falls SN-tLLMnsjW?Mm«sie-glauben, daß

das Volk irgend etwas mit ihnen zu tun haben wollte. Auf die paar tausend Meckerer können wir gern Verzicht leisten, wenn nur die 66 Mil­lionen deutschen Menschen bei uns sind; denn das ist das Entscheidende. Vorrechte müssen bei uNs durch Vorpflichten erworben werden. (Stärkster Beifall.)

Eine gewisse Auslandspreffe sagt. das ist eine Staatskrise. (Stürmische Heiterkeit.) Das ist eine ganz gewöhnliche Reinigungskur! Das, was schon längst fällig war, wird jetzt Zug um Zug getan. (Neuer Beifall.) Die Auslandspreffe macht aus einem Floh einen Elefanten. Schau in Berlin auf dem Kurfürstendamm einen Juden schief an, und du wirst das Wehegeschrei von London bis Peking hören! Wenn die deutschfeindliche Presse jetzt in der Saurengurkenzeit nach Sensationen sucht, so gibt es in der Welt ein so großes Be­tätigungsfeld, daß sie sich nicht gerade auf Deutschland versteifen muß.

Beispielsweise ist Krieg in Abessinien in Sicht. Eine an sich immerhin interessante Frage, über die es sich zu schreiben verlohnt, vor allem im Hinblick darauf, daß unter dem Jubel derselben Weltpresse in Paris vor ein paar Jahren feierlichst ei» Kriegächtungspakt von den Nationen, die jetzt den Krieg nicht ver­hindern können, unterschrieben worden ist (Leb­hafter Beifall). In Moskau redet man davon, daß die kommunistische Internationale die Lände, zur Revolution bringen will, und einige Monate vorher singt man England zuliebe,Gott segne den König"!

Was die englische Presse anlangt, so sei darauf hinzuweisen:Warum in die Ferne schweifen, sieh, das Gute liegt so nah!" In Belfast brennen die Häuser, und was die Sicherheit in Deutschland anlangt, Flaggen anderer Staaten haben wir durch Mob noch niemals von den Masten herunter­reißen lassen (Anhaltender Beifall).

Wir sehen mit Ernst auf diese durchschüttelte Welt. Wir glauben, daß Europa nicht eher zur Ruhe kommen kann, als bis es sich über die primitivsten Grundlagen seines Lebens geeinigt hat. Mit Stolz können wir andererseits sagen, daß Deutschland, gereinigt durch die national­sozialistische Revolution, fest und unbeirrbar über

Klare flnlworl fibelfiniens

Paris, 5. August.

Der abessinische Gesandte in Paris und Ver­treter Abesfiniens bei den Genfer Besprechungen, Tecle Hawariat, erklärte einem Vertreter des Mattn", daß Abessinien den Vertrag von 1906 nicht anerkannt habe und sich deshalb jeder Maß­nahme fernhalte, die sich auf diesen Vertrag aus­baue. Die Signatarmächte dieses Vertrages müßten jetzt ihre Absichten bekanntgeben. Abessinien, das sich mit der Mitgliedschaft beim Völkerbund begnüge, ignoriere den Vertrag von r906.

Italiens Krlegsplan

Paris, 5. August

Die Genfer Sonderberichterstatters» des Ouvre" gibt die Gerüchte wieder, die in Genf über die militärischen Absichten Italiens in Abessinien umlaufen. Danach stellt sich der italienische Kriegsplan etwa folgendermaßen dar: Fünf italienische Abteilungen würden von Jtalienisch-Somali in die Provinz OgadeN vor­dringen und dabei dem Lauf von fünf Flüssen folgen. Sie hätten etwa 500 Kilometer nach Adois-Abeba zurückzulegen, wo sie auf etwa 20 000 Abeffinier unter dem Oberbefehl von Nassibu stoßen würden. Drei italienische Abteilungen würden von Assab in Erythraa aus den fünf an­deren entgegenmarschieren und dabei die Wüste von Dankalr zu durchqueren haben, wo das Thermometer bis auf etwa 40 bis 50 Grad Celsius steigt. Der abessinische Thronfolger werde sich ihnen an der Spitze von 40 000 Mann auf den Höhen von Wolla entgegenstellen. Die wirklichen militärischen Operationen würden sich im Norden von Abessinien abspielen, wo eins starke italienische Armee die weiten Flächen von Wotquit durchqueren werde, um gegen Gondar vorzustoßen. Hier würde sich eine abessinische Streitmacht von etwa 70 000 Mann unter dem Oberbefehl des Ras Kasa entgegenstellen. In Italien setze man die größten Hoffnungen auf die Truppen, die von Tosmanara in Erythräa auf Addis Abeba marschieren und hierbei den klasti­schen Weg einschlagen würden, den jahrhunderte­lang alle Eroberer Abesfiniens eingeschlagen hätten, ebenso wie die Italiener, als sie im Jahre 1896 in Adua geschlagen wurden.

der Weltkrise steht. Bei uns trägt eine starke Partei den Staat. Bei uns schützt eine neuer­standene Armee die Nation. Bei uns ist Volk und Führung eines Willens und voll­bringt die nationale Einigkeit Wunder der Ar­beit. Wir leben nicht in einem Paradies, aber wir leben ein Lebe», das sich zu leben immerhin verlohnt. Wir können mit Stolz bekennen, dieser großen Zeit haben wir die Bahn gebrochen und wir lasten sie uns nicht verderben.

Als Ehrenwache über den deutschen Staat stehen diese alten Gardisten, die treuesten Mitkämpfer unseres Führers. Das Ziel, das wir uns einmal steckten, ist unerschütterlich. Die Mittel, die wir zur Erreichung dieses Zieles anwenden, sind elastisch und biegsam. Wir Laben einen Führer, an den wir glauben, und auf dieser großen Treue­kundgebung, die wir für ihn, für seine Bewegung und sein Volk veranstalten, wiederholen wir den Leitspruch unseres Lebens auch für die Zukunft: F ü hrer befiehl, wir folgend (Lanq- anhaltender stürmischer Beifall.)

Anspräche -es Stabschefs

Mit bewegten Worten gab sodann Stabschef Lutze seiner Freude darüber Ausdruck, an diesem Ehrentage unter seinen alten Kampfgefährten sein zu können und erinnerte an die Zeit des gemeinsamen Kampfes im Ruhrgebiet gegen Klassenkampfund Standesdünkel, gegen Marxismus und Bolschewismus, gegen Spießertum und Reak­tion. Wir haben, so erklärte er. dem Volke durch die Praxis bewiesen, daß Nationalsozialismus und Sozialismus zwei Begriffe sind, die ohne einander gar nicht bestehen können. Wir haben uns immer mit Nachdruck für die Belange des ganzen Volkes eingesetzt, und wir werden dies auch in Zukunft so halten.

Stabschef Lutze wandte sich scharf gegen die politisierende Geistlichkeit und be­tonte, daß nach dem Willen des Führers einzig und allein die nationalsozialistische Bewegung die Politik mache. Wir sind aber nicht gewillt, die Rechte des Staates antasten zu lassen.

Mit Beten und frommen Gesängen glaube ich, wäre schwerlich etwas erreicht worden. Wir sind beileibe nicht Pazifisten, aber wir sind die letzten, die den Kampf unter allen Umständen fordern. Wir wollen den Frieden im Innern und nach außen. Wir können jedoch niemals auf zwei Dinge verzichten, nämlich innenpolitisch auf den Tota­litätsanspruch unserer Bewegung und außen­politisch auf die Ehre unseres Volkes. Diese bei­den Dinge sind wir bereit, bis zum letzten Atem­zug zu verteidigen. Unsere Treue zu unserem Führer ist unerschütterlich, und unbändig ist unser Glaube an Deutschland. Und hier wende ich mich

insonderheit an meine alten Kameraden. Wir waren vor zehn Jahren die Träger dieser Treue, dieses Glaubens und dieser Opferbereitschaft. Das, meine Kameraden, muß immer so bleiben und das wird immer so bleiben. Wir sind und bleiben die alten.

Wir haben jeden, der sich ehrlich bereit erklärte, mit uns für das deutsche Volk und den deutschen Staat zu arbeiten, immer in offener Kamerad­schaft die Hand geboten. So wird es auch in Zukunft sein. Wir haben aber ebenso jeden, der sich offen oder versteckt uns entgegenstellte, der gegen uns, gegen das Volk und gegen den Staat arbeitete, schonunglos, und wenn es sein mutzte, mit brutaler Gewalt niederge­kämpft. Auch das werden wir in Zukunft so halten.

Wer nicht mit uns ist. der ist. gegen uns. Der Totalitatsanspruch unserer Bewegung duldet in vieler Richtung keine Kompromisse. Wir wollen einen großen, freien und starken Staat schaffen mit einem ebenso freien und starken Volk. Das ist ein Ziel, besten Größe gebieterisch Unbeug- lamkeit und Härte verlangt. Das mögen sich unsere Gegner immer gesagt sein lassen. Wir stnd mehr als tolerant, wir sind großzügig ge­wesen, aber wir sind nicht schwach. Diejenigen die so unklug waren und sind. unsere Anständigkeit und Nachsicht mit Unvermögen und Schwäche zu verwechseln, sollen sich nicht wundern, wenn Eranft^Lmge^ unterirdischen Nagen auf