parteiamtllageszeitung der NationalsozialistenVremens
Das flmtsblatt des Senats
der Freien Hansestadt Bremen
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in-rktäalicki »an 12—13 llür: Schriitleituna Dienstag bis Freitag von 12v»—13/-Uhr.
m. 210 / 5. lalsrgang
Donnerstag, 1. flugust
kinzelpreis 15 Nps.
Die Neitlisregierung lindert die Wohnungsnot
für volkswotlnungen wurden ZS Millionen Neichsmark aus Neichsmitteln bereitgestellt
Unser lagvsspivgel
Der Völkerbnndsrat ist zur Beratung des italienisch-abesfinischen Konflikts zusammengetreten.
In Washington wird die Antwort aus den deutschen Protest wegen des „Vremen"- Zwischenfalls vorbereitet.
Ein katholischer Stiftpropst erhielt für De- visenschiebung dreieinhalb Jahre Zuchthaus. Auch im Regierungsbezirk Wiesbaden ist der Stahlhelm ausgelöst worden.
Die Argo hat sür ihren Englanddienst zwei Neubauten von je 1366 Tonnen Tragfähigkeit in Auftrag gegeben.
Ein Hauseinsturz in Warschau hat mehrere Tote und zahlreiche Schwerverletzte gefordert. Heute mittag, um 11 Uhr, verläßt der zweite Schub unserer Hitlerjungen Bremen, um für 11 Tage die Sommerlager Bad Essen zu beziehen.
Gestern empfing der Bremer Senat irische Erzieher und Erzieherinnen, die sich aus einer Studienfahrt durch Deutschland befinden.
Der „Wilhelmshavener Kurier" ist in den Besitz des NS.-Eauverlages Weser-Ems übergegangen.
In Burg Neuhau« bet Vraunschwejg weihte der Reichssportführer Sie trste Rerchsschulo für Leihesübungen des Reichsnährstandes ein.
Keine flushebung der Mitgliedssperre
Der Reichsschatzmeister gibt bekannt: Es besteht Veranlassung, auf meine verschiedenen Verfügungen betreffend die Sperre der Aufnahme in die NSDAP. hinzuweisen^ und zu betonen, daß die Mitgliedssperre gemäß meiner Verfügung vom 19. April 1933 und den hierzu ergangenen ergänzenden Verfügungen vom 29. Juni 1933, 28. September 1933, 13. März 1931, 2. Oktober 1931 und 11. Mai 1935 nach wie vor zu Recht besteht.
Gesuche um Aufnahme oder Wiederaufnahme als Mitglied in die NSDAP. sind deshalb zwecklos.
Falls in der Folgezeit Lockerungen der Mitgliedssperre für einzelne Eaugebiete verfügt werden, ergeht jeweils eine gesonderte Weisung der Reichsleitung an die betreffenden Gauleitungen.
v. Blomberg auf der »Barch sock"
Berlin, 1. August.
Der Reichskriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht, Generaloberst von Blomberg, schiffte sich am 29. Juli morgens in Flensburg- Mürwik auf dem Segelschulschiff der Kriegsmarine, „Eorch Fock" ein, um sich von dem Aus- Lildungsstand der an Bord befindlichen See- ofsizieranwärter zu überzeugen. Bei Windstärke 9 ging es in stürmischer Fahrt nach Travemünde, wo „Eorch Fock" am 30. Juli vor Anker ging. Generaloberst von Blomberg war von dem Gesehenen und Erlebten sehr beeindruckt.
Berlin, 1. August.
Das Streben der Reichsregierung, die unter besonders ungünstigen Wohnungsverhältnissen leidenden Bevölkerungskreise aus Mietskasernen und Notwohnungen aller Art zu befreien und sie, soweit möglich, mit dem Boden wieder zu verbinden, hat in den letzten Jahren mehr und mehr dazu geführt, die Kleinsiedlung in den Mittelpunkt der Wohnungspolitik zu stellen. Demgemäß hat der Reichsarbeitsminister für die Fortführung der Kleinsiedlung im Bauprogramm 1935 bereits 7V Millionen RM. verteilt. So segensreich sich diese Maßnahme ausgewirkt hat, und so sehr die Errichtung von Kleinsiedlungen stärkster Förderung bedarf, so ist es nicht zweifelhaft, daß damit allein den dringendsten Wohnungsnotständen nicht begegnet werden kann. Der Reichsarbeitsminister will daher neben der Kleinsiedlung auch die Errichtung sogenannter Vo lks Wohnungen fördern und hat mit
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' ' - Lr. Berlins 1. A.ugust.
Nachrichten, die aus Washington im Laufe der Nacht zum Donnerstag in Berlin eingetroffen sind, besagen, die Regierung der Vereinigten Staaten sei nunmehr zu der Erkenntnis gekommen, daß offiziell das Bedauern über den „Bremen"- Zwischenfall entweder gegenüber der deutschen Botschaft in Washington oder gegenüber der Neichsregierung in Berlin ausgesprochen werden müsse.
Der stellvertretende Staatssekretär Philipp hat mitgeteilt, daß die Antwort der amerikanischen Regierung aus den deutschen Protest zurzeit ausgearbeitet werde. Offenbar soll aber in dieser Antwort zum Ausdruck gebracht werden, daß nach einem ausführlichen Bericht der New- yorker Polizei die Offiziere der „Bremen" vor den Kundgebungen gewarnt worden seien und daß die Polizei ausreichende Maßnahmen getroffen habe. Auf Grund der in Berlin vorliegenden Berichte hat man jedoch den Eindruck, daß die Schutzmaßnahmen der Newyorker Polizei in Wirklichkeit nicht ausreichend waren. Jedenfalls sind wertere Untersuchungen über diese Angelegenheit von deutscher Seite beabsichtigt, sobald der Kapitän der „Bremen" und auch diejenigen Passagiere vernommen werden können, die selbst
Runderlaß vom 18.. Juli 1935 zunächst 35 Mill. RM. sür Volkswohnungen bereitgestellt.
Volkswohnungen im Sinne dieses Runderlasses sind billigste Mietwohnungen in ein- oder mehrgeschossiger Bauweise, die hinsichtlich Wohnraum und Ausstattung äußerste Beschränkung ausweisen, so daß deren Lasten von den breiten Schichten der werktätigen Bevölkerung getragen werden können. Entsprechend dem geringen Durchschnittseinkommen dieser Vevölkerungskreise ist die Miete möglichst niedrig zu halten; sie soll keineswegs des durchschnittlichen Bruttoeinkommens übersteigen. Einfachste Einfamilienhäuser als Doppel- oder Reihenhäuser mit Garten- oder Landzulage sollen vorzugsweise gefördert werden; jedoch ist zur Verringerung der auf eine Volkswohnung entfallenden Baukosten der Einbau einer zweiten (Einlieger-) Wohnung im Dachgeschoß unbedenklich. Ein-Raum- Wohnungen sind von der Förderung ausgeschlossen, desgleichen Barackenwohnungen oder
Zeugen der kommunistischen Demonstrationen gewesen sind Selbstverständlich wird die Reichsregierung ausweine vollständige und einwandfreie Klärung der Angelegenheit den größten Wert auch dann legen, wenn das Bedauern seitens der Regierung der Vereinigten Staaten ausgesprochen sein wird.
Draußen und drinnen
Eine aufschlußreiche Gegenüberstellung
In Amerika setzte eine neue Agitationswelle jüdischer Bolschewisten zur Störung des Friedens in den Newyorker Häfen ein;
in Deutschland ist der Kommunismus zur Strecke gebracht worden und damit Ruhe und Ordnung völlig gesichert.
In Moskau teilte ein kanadischer Kommunist mit, daß seine Partei für 90 Prozent aller Streiks in Kanada verantwortlich sei;
in Deutschland kennt man seit der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten keinen Streik mehr, und niemand kann den Arbeitsfrieden stören.
Im Irischen Freistaat sind in diesen
sinien, in Zentralafrika, in Transjordanien und Libyen — überall haben wir ausreichende Bestätigungen gefunden."
Es dürfte wohl das bedeutendste Ergebnis der gesamten zwölf Expeditionen von Eeheimrat Frobenius sein, dieses Zwischenglied zwischen Vorgeschichte und Geschichte gefunden und in Einzelheiten festgestellt zu haben. „In meiner 30jährigen Tätigkeit habe ich eine Methode ausgearbeitet, deren Richtigkeit und Zuverlässigkeit sich nun bestätigt hat. Damit haben wir das wissenschaftliche Rüstzeug für die Zukunft. Im allgemeineren und weiteren Sinne hat uns die Arbeit dieser dreißig Jahre den Nachweis erbracht, daß jedes Kulturwerden kein Zufall ist, sondern daß ihm ein Sinn inpewohnt und es sich gesetzmäßig vollzieht. Aber erst aus der Kenntnis der Kulturen kommen wir zum Verständnis. Unsere Methode gibt uns die Möglichkeit, Forschungen, wie wir sie jetzt in Afrika beendet haben, auch in allen anderen Ländern anzustellen. Wir werdön" — und damit kam Pros. Frobenius auf seine weiteren Pläne zu sprechen — „in Spanien und Norwegen, in Rußland und Deutschland und in allen Ländern unsere Forschungen betreiben und uns die Bestätigungen für unsere Annahmen holen. Ich habe heute 10 Mitarbeiter, diese Zahl wird noch auf 60 erhöht werden und die werden dann in alle Länder hinausgeschickt und werden in diesem Sinne arbeiten. Unsere Art der Arbeit hat auch andere Völker angeregt, Institutionen ähnlicher Art zu gründen, aber es ist nicht 'viel geleistet worden. Es ist nun einmal eine Eigentümlichkeit des Deutschen, in anderen Völkern die Probleme zu sehen, mehr als es sich bei irgendeinem anderen Volk vorfindet. Für diese Eigentümlichkeit der Deutschen haben wir eine Verantwortung zu übernehmen und unsere Aufgabe ist es, diese Eigentümlichkeit auszubilden, zu verwenden und einzusetzen. Der Deutsche verlangt in seiner Kenntnis eines anderen Volkes eine w.genschaft- liche Fundierung. Und die wollen wir schaffen. Ich bin überzeugt", so betonte Pros. Frobenius,
ähnliche nicht als Dauerbauten ausgeführten Wohnungen.
Damit tragbare Mieten erzielt werden, sollen die auf eine Volkswohnunq entfallenden Eesamt- herstellungskosten — ohne die Kosten für Gelände und Eeländeerschließung — grundsätzlich 3000 RM. nicht übersteigen. Die Höhe des Reichsdarlehens beträgt bis .zu. 1000 RM. für eine Wohnung. Soweit die Wohnungen der Unterbringung kinderreicher Familien dienen, sind besondere Vergünstigungen vorgesehen. Das Reichsdarlehen ist mit i v. H. jährlich zu verzinsen und mit 1 v. H. jährlich zu tilgen. Die Darlehen werden. Gemeinden oder Gemeindeverüänden gewährt. Diese können sie an gemeinnützige Wohnungsunternehmen weitergeben.
Bewerbungen um Reichsdarlehen sind an die Gemeinden oder Gemeindeverbände zu richten. Unmittelbare Eingaben an das Reichs- Und preußische Arbeitsministerium sind zu unterlassen, da Einzelqesuche dort grundsätzlich nicht behandelt werden können.
, Newyork, 1. August.
Die Vereinigten deutschen Verbände hielten in Newyork zwei ' von'mshreren ' Tausend besuchte Protestversammlüngen gegen BürgxrMeister Laquardia ab, wobei alle bedeutenden deutschen Vereine Newyorks mit einer Gesamtzahl von über 100 000 Mitgliedern vertreten waren.
Tagen bei erbitterten Religionskämpfen 381 katholische Familien aus ihren Wohnungen vertrieben worden. Zahlreiche Kirchen wurden in Brand gesteckt;
in Deutschland hat der Staat durch radikale Vernichtung des Bolschewismus die Existenz der Kirchen gerettet. Die Seelsorge kann überall ungestört durchgeführt werden. Die Giftpfeile einer angeblich vom Weltgewissen gepeinigten Weltpresse richten sich jedoch nicht nach Amerika, nicht nach Sowjetrußland, nicht nach Irland. Ihre Zielscheibe ist vielmehr das friedliche, von keinerlei Unruhen heimge, suchte Deutschland. Wie lange noch will sich die Weltöffentlichkeit von jüdischen Hetzern zum Narren halten lassen?
„daß aus dieser Kenntnis heraus noch einmal die großen Dinge der Menschheit aufgebaut werden. Die großen. Fehler, sind meist aus dem Nichtver- stehen des Materials gemacht worden. Natürlich hat unsere'Wissenschaft wenig mit Theorie zu tun, sie gründet sich in erster Linie auf praktische Anschauung.
Das afrikanische Forschungswerk ist abgeschlossen, aber neue vielfältige Aufgaben warten auf uns. In diesem Sinne zu arbeiten, wird die Aufgabe des neuen Reichsinstituts für kulturmorphologische Forschungsarbeiten sein. Wir hoffen, daß uns vom Reich in Frankfurt ein großes neues Haus errichtet wird, in dem wir arbeiten können. In diesem neuen Haus soll dann vor allem auch das auf unseren Expeditionen gewonnene Anschauungsmaterial lebendig gemacht, werden. Die Grundlage der Arbeit aber wird immer darin bestehen müssen, daß stets Menschen draußen arbeiten und neues Material beibringen. In diesem Jahre haben zwanzig Menschen in Afrika gearbeitet und ich hoffe, daß ich im nächsten Jahr dreißig Menschen Hinausschicken kann." . . .
Die Expedition hat ein ungeheures wissenschaftliches Material, darunter allein 12 000 Stein- werkzeuge, zahllose Felsbilder, Megalithsteine und viele andere wertvolle Dinge mitgebracht. Zum Teil sind die Gegenstände in den Kraftwagen mitgebracht worden/ zum Teil wurden sie auf Schiff und Bahn verfrachtet. Der Rückweg der Expedition selbst erfolgte durch die nördliche Sahara, Trinolitanien, Algerien, Marokko, Spanien und Südfrankreich.
Nachdem nun die zwölf afrikanischen Expeditionen von Eeheimrat Frobenius beendet' sind, läßt sich erst die Größe dieser Forschungsarbeit ermessen, wenn man bedenkt, daß der Afrika- forscher Livingstone insgesamt 18000 Kilo- meter zurückgeleat bat und der Bremer A f r i- kaforscher Gerhard Roblks nicht viel mehr als 12 000 Kilometer und d^nu erfährt daß Eeheimrat Frobenius auf seinen Afrika - Expeditionen insgesamt 122 000 Kilometer zurückgelegt, eine
„Stahlhelm" wohin!
Unter dieser Ueberschrift schreibt „Das Schwarze Korps", das Organ der Reichsführung SS.
Als nach der Machtübernahme der Nationalsozialismus jener Unzahl von Parteien und Verbänden, die bisher von der inneren Zerrissenheit des deutschen Volkes gelebt hatten, ein Ende machte, um endlich den Weg zu einer inneren Beruhigung freizulegen, da wurde der „Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten", ausdrücklich von dieser Maßnahme ausgenommen. Bei vielen, besonders bei jenen alten Nationalsozialisten, die in den Jahren des Kampfes oftmals Gelegenheit gehabt hatten, mit dem „Stahlhelm" in oft engste Berührung zu kommen, matz diese Handlungsweise der nationalsozialistischen Führung auf nicht allzuviel innere freudige Zustimmung gestoßn sein. Aber gerade die aktivsten Kräfte der Bewegung waren es immer gewohnt gewesen, Disziplin zu halten, und hatten auch jetzt keine andere Absicht, als diesen Befehl ohne Zögern auszuführen.
Nach einigen personellen Umbesetzungen bekam dann der „Stahlhelm" den Namen „Nationalsozialistischer Deutscher Frontkämpferbund (Stahlhelm)" und die Erlaubnis,' zu seiner Uniform die Häkenkreuzarmbinde, das Ehrenzeichen des zwölfjährigen Kampfes der Bewegung, ebenfalls zu tragen.
Der Nationalsozialismus und seine Führung knüpften an diese Anerkennung die Erwartung, daß: der ehemalige Stahlhelm sie als Verpflichtung und Aufgabe ansehen > würde, nun seinerseits alles zu tun, um den Namen eines nationalsozialistischen Verbandes in allen Ehren führen zu können.
Es war eine Selbstverständlichkeit, daß damals, 1933, am Anfang jener einzigen Aufbauperiode, die Deutschland erlebt hat, ein Abschluß mit manchem erfolgen mußte, was in den Jahren vor 1933 Geltung gehabt hatte. So war die nationalsozialistische Bewegung bereit, auch allen jenen Vertrauen entgegenzubringen, die sich vorbehaltlos dem neuen Aufbau zur Verfügung stellen wollten. Unter manches, was wahrhaftig nicht leicht wog, wurde ein Strich gezogen in der Hoffnung, daß damit zum Gedeih für das große Ganze eine neue und tragbare Grundlage für eine fernere Zusammenarbeit geschaffen würde.
Wenn es auch viel gegeben hatte, das bis dahin den „Stahlhelm" von uns trennte, so war es andererseits keine Frage, daß auch viele Gemeinsamkeiten vorhanden waren. Um so größer durfte also die berechtigte Hoffnung sein, daß die vom Nationalsozialismus vertrauensvoll begonnene Zusammenarbeit auch wirklich wertvolle Ergebnisse zeitigen würde.
Heute, zwei Jahre nach dieser Lösung, muß der nationalsozialistische Staat feststellen, daß das damals durch Bewegung und Staat bewiesene Vertrauen von großen' Teilen des „Nationalsozialistischen Deutschen Frontkämpferbundes" bitter enttäuscht worden ist! Anstatt alles daranzusetzen, der Verpflichtung gerecht zu wer-
Strecke, die sich dreimal um den Aequator spannen läßt, kann-man erst dis Intensität dieser Forschungsarbeit ermessen. Auf Wunsch der Neichsregierung werden im Herbst die Funde der beiden letzten Afrika-Expeditionen in Berlin ausgestellt. Weitere Aufforderungen zu Ausstellungen sind ergangen von Paris, Brüssel, Rom, Barcelona und anderen Städten. Wieweit Pros. Frobenius diesen Aufforderungen nachkommen wird, ist noch ungewiß. Vorerst aber wird die Expedition und vor allem Eeheimrat Frobenius mit der wissenschaftlichen Auswertung der Funde beschäftigt sein. —mr.
7ndianer-flusstel!ung in Berlin
Vom 15. August bis zum 15. November veranstaltet das Berliner Völkerkunde- Museum eine Ausstellung unter dem Titel „Indianerkulturen aus dem Grenzgebiet V o l i v i e,n - V r a s i I i e n", welche die Ergebnisse der fast zweijährigen Sudamerika-Expedition Dr. Heinrich Snethlages zeigen wird.
Dr. Snethlage hat viele Monate unter den Jndianerstämmen im Quellgebiet des Amazonen- stromes gelebt und eine Reihe von Völkern besucht, die bisher noch keinen Weißen gesehen hatten oder doch den Bleichgesichtern nur feindselig gegenübergetreten waren. Dort, wohin sonst nur Eummihändler vordringen, um die wertvollen Produkte der Kautschukbäume zu gewinnen, konnte Snethlage die Lebensweise der Eingeborenen studieren, eine große Zahl — weit über 3000 — Kleidungsstücke, Gerätschaften, Masken u. a. m. sammeln und kogar Ausgrabungen nach vorgeschichtlichen Kulturspuren machen. So entdeckte er an einem vom Rio Ma- derra unterspülten Felsen eigenartige Steinzeich- nungen und hat damit wahrscheinlich eine alte Kultstatte der Indianer aus grauer Vorzeit gesunden. Die Ausstellung der Gegenstände, die die Schatze unser->s Völkerkunde-Museums wesentlich bereichern, und der anschaulichen photographischen Aufnahmen geben einen Ueberblick über die gewaltige Forschungsarbeit, die hier ein junger deutscher Gelehrter im Urwald geleistet hat.
Zrobenius über seine flfrika-txpedition
kin Beirhsinstitut sür Kultur-Forschungen — Sonderbericht der Bremer Zeitung
Nach mehr als einjähriger Arbeit kehrte — wie bereits gemeldet — am Montagnachmittag die deutsch-afrikanische Forschungsexpedition, die zwölfte Expedition, die Eeheimrat Prof. Leo Frobenius in den dunklen Erdteil unternahm, in die Heimat zurück. Vertreter der Wissenschaft, Stadt Frankfurt und Partei hatten sich im Hose des ehemaligen Turn- und Taxis'schen Palais, jetzigen Völkermuseums, zum Empfang eingefunden. Wenige Minuten nach fünf Uhr fuhren unter freudigem Jubel die sieben roten Expeditionswagen in den Hof. Im ersten Wagen, den die Gattin des Forschers steuerte, befand sich der von seiner Blutvergiftung glücklich wieder genesene Eeheimrat Prof. Frobenius. Von der afrikanischen Sonne braun gebrannt, noch in der Khaki-Kleidung, stiegen die Expeditionsteilnehmer aus den zum Teil recht mitgenommenen Kraftwagen, die ihnen so treue Dienste geleistet haben. Der Kurator der Frankfurter Universität begrüßte Eeheimrat Frobenius aufs herzlichste und beglückwünschte ihn zu dem vollen Erfolg der Epxedition, insbesondere würdigte er seine ungeheuren Verdienste um die deutsche- Wissenschaft. Er sei es gewesen, der neue Wege in der Kulturforschung eingeschlagen habe und wir dürfen stolz darauf sein, daß es gelungen ist, der deutschen Kulturforschung in der ganzen Welt Geltung zu verschaffen. Die wissenschaftlichen Erfolge seiner Arbeit haben Geheimrat Frobenius Ehrungen und, Unterstützungen der höchsten Stellen eingetragen, sowohl des verstorbenen Reichspräsidenten von Hindenburg, wie auch des Führers. Beim Betreten des deutschen Vodens hat Geheimrat Frobenius dem Führer ein Begrüßungstelegramm eschickt und Adolf Hitler war der erste, der den eimgekehrten Forscher telegrafisch begrüßte und zur Auswertung der gewonnenen Ergebnisse reichen Erfolg wünschte. Auch ein Vertreter der
Stadt und des Gauleiters boten der Expedition herzlichen Willkomm. Geheimrat Prof. Frobenius dankte herzlich für den Empfang und dankte vor allem der Stadt Frankfurt, die es gewesen sei, die seiner Forschungsmethode, anfangs stark bekämpft, eine Heimstätte geboten habe. Dann gedachte der Forscher vor allem seiner Mitarbeiter, die sich auf dieser Expedition glänzend bewährt hätten. Unter den größten Schwierigkeiten, mir und ohne Auto oder Maulesel, teilweise heimlich hätten sie wertvollste Forschungsarbeit geleistet. Sie seien die Gewähr, daß sein Werk weiterleben werde. Was vor dreißig Jahren begonnen worden sei, sei nun mit dieser Afrika-Expedition beendet. Vor drei Jahrzehnten schien es utopisch und heute ist es eine Selbstverständlichkeit, daß die Wissenschaft unsere Forschungsmethoden anerkennt. Zum Schluß konnte Eeheimrat Frobenius noch mitteilen, daß Schritte unternommen worden seien, ein Reichsinstitut für Kulturmorphologie zu gründen, das in Frankfurt seinen Sitz erhalten wird.
Nach den Ergebnissen seiner Expedition und nach seinen weiteren Plänen befragt, äußerte sich Eeheimrat Frobenius ausführlich und wies vor allem auf die wissenschaftliche und praktische Bedeutung seiner Forschungsergebnisse hin. In der bisherigen Kulturgeschichte, so legte er dar, fehlte uns die Kenntnis jener Epoche, die zwischen der vorgeschichtlichen und der geschichtlich überlieferten liegt, dem sogenannten Neolitikum. „Im Jahre 1909 habe ich Beobachtungen gemacht, die mich veranlaßten, dieses Oueilgebiet der höheren Kulturen in Afrika zu suchen. Und meine Vermutung hat sich bestätigt. Wir haben jetzt alles gefunden,, was wir zur Bestätigung meiner Annahme brauchen. Heute bin ich in der Lage, dieses Neolitikum sowohl der Zeit wie auch dem Ort nach zu erweisen. In Abes -
Amerika bedauert den „öremen'-Zwischensall
Kapitän and Passagiere der »Bremen" sollen über Sie jüdisch-kommunistischen Unverschämtheiten vernommen werden