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Das flmtsblatt des Senats
Nationalsozialisten Vremens
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Nr. Z25 / Z. Jahrgang
Sonntag, 24. November
kinzelpreis l5 Npf.
ölsperre drangt Italien ;ur kntscheidung
Sie englisch-italienische Spannung aus dem Höhepunkt / ko gibt nur noch ein entweder - oder
Natlose Vemokratie
Unser Vagvsspiegel
Der Bischof von Meisten wurde des fahrlässigen Devisenvergehens schuldig gesprochen.
Italien droht für den Fall der Oelzufnhr- sperre mit dem Austritt aus dem Völkerbund.
In Bulgarien ist eine Kabinettsneubildung erfolgt.
Gauleiter Rover nahm eine Reihe von Besichtigungen Bremer Betriebe vor.
Bei einem neuen Tressen von 2llv alten Kämpfern der SS. des Abschnitts 14 gestaltete sich der in den Centralhallen veranstaltete Kameradschaftsabend zu einem un- vcrgestlichen Erlebnis.
Als erster Schule im bremischen Gebiet wurde die HJ.-Fahne der Schule zu Seehansen, deren Schüler alle in der H2. stehen, verliehen.
Das Bremer Hup- und Klingelverbot ist zur Danereinrichtung geworden.
Die „Nordsee" schließt 1834/35 mit einem günstigen Betriebsergevnis ab.
2m Reiseverkehr über den Nordatlantik steht der Norddeutsche Lloyd hinter den englischen Linie» an zweiter Stelle.
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Nie Neichsdienstslagge
Berlin, 24. November.
Der Reichsminister des 2nnern weist zur Beseitigung von Zweifeln darauf hin, daß in der Reichsdienstflagge der untere Schenkel des Hakenkreuzes und zwar in der mittleren Scheibe wie im Hoheitszeichen aus beiden Flaggenseiten nach der Stange zu geöffnet ist, die Rückseite der Flagge also das Spiegelbild der Vorderseite zeigt. Werkstattzeichnungen der Reichsdienstflagge mit Maßangaben können beim Marinearsenal Kiel vom 1. Dezember ab zum Preise von etwa 3 RM. bezogen werden.
Nr. Soebbels an Neichsleiter Nmann
Berlin, 24. November. Reichsminister Dr. Goebbels sandte an den Präsidenten der Reichspressekammer Amann zu seinem 4 4. Geüurtstag folgendes Telegramm: „Zu Ihrem heutigen Geburtstage übermittle ich Ihnen meine herzlichsten Glückwünsche und verbinde damit den Ausdruck aufrichtigen Dankes für Ihre besonders in Ihrem vergangenen Lebensjahre für die Presse geleistete grundlegende Aufbauarbeit. Ich habe dabei die Hoffnung, daß Ihre unersetzliche Kraft unserer gemeinsamen Arbeit noch viele Jahre erhalten bleiben möge."
Urlaub für das NSNK.
Lr. Berlin, 24. November.
Der Korpsfllhrer Huhn lein hat für den 8. Januar in der neuen Deutschlandhalle in Berlin einen Eeneralappell der Motorbrigade Berlin angesetzt, beider er Ziele und Aufgaben für das neue Jahr umreißen wird. Nachdem die Angehörigen des Korps insbesondere auch durch den Reichswettkampf besonders stark in Anspruch genommen waren, hat der Korpsfllhrer in Anerkennung der guten Haltung und Bewahrung des Korps für die Zeit vom 16. Dezember bis 6. Januar einen allgemeinen Urlaub für das gesamte NSKK. angeordnet.
donktelegramm an flömiral Naedec
Mrlin, 24. November.
Die Vereinigung der britischen Handelsschiffkapitäne deren Präsident der Prinz von Wales ist, hat an den Oberbefehlshaber der Kriegsmarine folgendes Telegramm gerichtet: ,,Die Seeleute der britischen Handelsmarine in oer ganzen Welt sind tief beeindruckt durch den ehrenvollen Beweis der Hochachtung, welchen die deutsche Kriegsmarine dem dahingeschiedenen Admiral Jellicoe dadurch zu erweisen beabsichtigt, dag sre anläßlick seiner Beisetzung am Montag ihre Flaggen auf Halbmast setzt
»lomite france-Nllemagne"
Paris, 24. November.
Nach einer Reihe von Vorbesprechungen ist das Gegenstück zu der kürzlich in Berlin gegründeten Deutsch-Französischen Gesellschaft in Paris unter der Benennung .Comitö France-Allemagne" ins Leben gerusen worden. Den Vorsitz übernimmt Commandant L'Hopital, zu stellvertretenden Vorsitzenden wurden Professor Fourneau Fernand de Brinon und Bouooissi bestellt, das Eeneralsekre- tariat übernahmen die beiden Frontkämpferführer Pichow und Jean Eoy, das Amt des Schatzmeisters^ Biscomte de Ehappedelaine. Am 28 November veranstaltet das Comits France-Allemagne ein Eisen, auf dem der Reichssportsührer von Tscham- mer und Osten über die Olympischen Spiele und den deutschen Sport sprechen wird.
Rom, 24. November.
Mit dem Einlauf der englischen und französischen Antwortnoten zu den Strafmaßnahmen gegen Italien sind in Rom die letzten Hoffnungen darauf geschwunden, daß die italienische Kriegsversorgung gefährdende Einfuhrsperre nicht in der lückenlosen Genauigkeit durchgeführt würde, wie sie beschlossen wurde.
Dazu kommt noch, daß sich auch Amerika der unbedingten Sperre von Rohstoffen sür die Kriegsversorgung endgültig angeschlossen hat und insbesondere die unentbehrliche Oelzufuhr für Italien abgeschnitten hat. Es besteht kein Zweifel, daß auch England diese Oelsperre gegen Italien strengstens durchführen wird, und es ist begreiflich, daß angesichts dieser Lage in Italien der Ruf laut wird: „Petroleum-Sperre bedeutet den Krieg im Mittelmeer!"
Man mutz die Italiener bewundern, mit welcher Entschlossenheit sie bisher den sie bedrohen-
Verlin, 24. November.
2m Devisenprozetz gegen den Bischof von Meißen verkündete am Sonnaüendnachmittag der Vorsitzende der Vierten Großen Straskammer des Berliner Landgerichtes das Urteil. Der 53jährige Bischof von Meißen, Dr. PeterLegge, erhielt wegen fahrlässigen Devisenvergehens eine Geldstrafe in Höhe von 188 VÜV Reichsmark. Davon gelten 48 888 RM. als durch die Untersuchungshaft verbüßt. 2m Nichtbeitreibungsfalle tritt an Stelle der Geldstrafe eine Gefängnisstrafe von drei Monaten.
Der Bruder des Bischofs, der 48jährige Generalsekretär beim Akademischen Vonisazius-Verein für das katholische Deutschland in Paderborn, Dr. Theodor Segge, wurde wegen fortgesetzten gemeinschaftlichen Devisenvergehens zu insgesamt 5 2ahren Zuchthaus, 5 Jahren Ehrverlust und 78 888 RM. Geldstrafe, bzw. weiteren 35 Tagen Zuchthaus verurteilt.
Der 47jährige Generaloikar Domherr Professor Dr. Wilhelm Soppa erhielt wegen fortgesetzten gemeinschaftlichen Devisenvergehens drei Jahre
den Strafmaßnahmen entgegengetreten sind, mit welcher Geschlossenheit sie sich bereit finden, alle persönlichen Entbehrungen, die ihnen aus der Zufuhrsperre der Völkerbundsmächte erwachsen, auf sich zu nehmen und mit welchem, fast möchte man sagen, heldischem Trotz, sie durchholten wollen, was immer es sie koste.
Immerhin ist Durchholten und Durchholten zweierlei. Menschen können hungern und darben und dennoch känlpfen und immer weiter kämpfen. Das beste Beispiel dafür hat ja Deutschland im Weltkrieg gegeben.
Aber Maschinen brauchen Oel, und die motorisierten Waffen sind Maschinen und sie werden nutzlos und stumpf, wenn ihnen die Zufuhr des Oeles fehlt.
Kein Wunder, wenn sich Italien heute in der Lage des gestellten Wildes sieht, das sich, keinen
Zuchthaus, fünf Jahre Ehrverlust und 78 888 Reichsmark Geldstrafe bzw. weitere 35 Tage Zuchthaus.
Bei Dr. Theodor Legge und dem Angeklagten Soppa wurden acht Monate der Untersuchungshaft auf die Strafe angerechnet. Außerdem ordnete das Gerichte die Einziehung von 95 088 holländischen Gulden-Obligationen des Bistums Meißen
Vor der Urteilsverkündung im Devisenprozeß gegen den Bischof von Meißen ergriffen nach der Erwiderung des Staatsanwaltes auf die Plädoyers der Verteidiger diese noch einmal das Wort zur Abgabe von Erklärungen. Darauf erhielten die Angeklagten das Schlußwort. Der Bischof von Meißen, Peter Legge, erklärte u. a., niemand, der während seiner 25jährigen Tätigkeit als Priester mit ihm in persönliche Berührung gekommen sei, könne das Empfinden haben, daß er jemals die Unwahrheit gesagt habe.
Ausweg mehr erspähend,, gegen seine Verfolger wendet.
Die englisch-italienische Krise hat zweifellos ihren Höhepunkt erreicht und man kann wohl sagen, daß es für die nächsten Tage bei Italien nur noch ein Entweder — oder gibt. Entweder gelingt es jetzt endlich, den Modus zu finden, der die Einstellung der Feindseligkeiten auf dem abessinischen Kriegsschauplätze ohne Ansehensver- lust auf der einen und auf der anderen Seite erlaubt und zugleich Englands Interessen in Ostafrika voll berücksichtigt, oder aber Italien steht vor dem Entschluß, im Mittelmeer Krieg zu führen.
2m übrigen ist noch zu bemerken, daß der italienische Staatssekretär Alfieri aus einem Empfang der ausländischen Presse erklärte, daß Italien im Hinblick aus die Oelsperre ernstlich seinen Austritt aus dem Völkerbund erwäge.
an, das für diesen Betrag und für die Geldstrafe gegen den Bischof von Meißen und Dr. Soppa die Mithaftung übernehmen soll.
Die 25jährige Angeklagte Auguste Klein aus Paderborn, die vom Erscheinen in der Hauptverhandlung entbunden worden war, wurde wegen Begünstigung zu fünf Monaten Gefängnis verurteilt, die durch die erlittene Untersuchungshaft als verbüßt gelten.
Der Bischof schloß seine Ausführungen, indem er mit großem Pathos seine Unschuld beteuerte.
Der Bruder des Bischofs, Dr. Theohor Legge. erklärte u. a., er habe mit dem Bischof nicht über die Devisengeschäfte gesprochen und von dem Gulden-Konto in Amsterdam hätten in Deutschland nur zwei Menschen gewußt, nämlich er selbst und Dr. Hofius. Wenn einer gefehlt habe, so sei er es ganz allein gewesen.
(Fortsetzung auf Seite 2)
* Vremen, 24. November. Es ist ein seltsames Spiel, das zur Stunde zwischen der französischen Regierung und der Kammerlinken abrollt. Hätten wir ähnliches nicht noch vor wenigen Jahren selber in Deutschland erlebt, wir würden es kaum verständlich finden.
Immerhin liegt das alles nun schon so weit, so unendlich weit hinter uns, daß wir uns wirklich erst in jene Zeit eines zügellosen parlamen- tarischen Systems mit einiger Anstrengung zurück- versetzen müssen, um die Vorgänge, wie man sie heute in Frankreich beobachtet,' begreifen zu können.
Die Radikalsozialisten, die sich eng mit den Kommunisten verbunden Haben, sind so wenig Herr ihrer Entschlüsse, daß — wie berichtet — ein radikalsozialistischer Abgeordneter in einer rechtsstehenden französischen Zeitung die geradezu hilflos klingende Erklärung abgeben konnte: „Wir wollen gegendie Regierung stimmen, wir wollen sie aber nicht st ürzen und das ist schwer." Gibt es noch eine bessere Kennzeichnung ratloser Demokratie, als die hier vorliegende?
Die Radikalsozialisten, die größte Partei in der französischen Kammer, wollen die Regierung nicht stürzen! Nein, wenigstens vorerst nicht; denn sie haben im Augenblick nichts an ihre Stelle zu setzen. Noch stehen ja die Wahlen im nächsten Jahre bevor und wenn man jetzt — was nach der parlamentarischen Technik ja ohne weiteres ginge — die Regierung stürzte und dann selbst die volle Verantwortung übernehmen müßte, so liefe man wohl Gefahr, sich unter dem Zwang der gegebenen Verhältnisse mit bestimmten, den Laval'schen Not- Verordnungen ähnlichen Regierungsmaßnahmen die Gunst der Wähler zu verscherzen.
Indes, die Radikalsozialisten wollen gegen die Regierung stimmen; denn wenn sie nicht gegen deren einschneidende, ja zum Teil bedrückende Noterlasse stimmen, dann machen sie sich diese Erlasse selbst zu eigen und können im Wahlkampf nur schlecht dagegen auftreten. Zudem sind sie in der Volksfront an einen Strang mit den Kommunisten gebunden und diese haben das größte Interesse daran, daß es so oder so in Regierung und Kammer zu ständigen Krisenerscheinungen kommt. Denn je mehr es in Frankreich drunter und drüber geht, um so lieber ist es ja den Herren in Moskau.
Es kann gar keinen Zweifel darüber geben, daß Lavals Notverordnungen, — nachdem schon einmal, dank des parlamentarischen Systems, die Lage in Frankreich verfahren ist —, innerhalb einer parlamentarischen Demokratie eben gerade das sind, was einzig und allein den Nöten der Stunde Linderung zu verschaffen scheint, wobei wir natürlich keinen Augenblick verkennen, daß diese Notverordnungen Lavals nicht mehr als eben nur Linderungsmittel und also auch nur vorübergehend wirksam sind.
Auch mit Notverordnungen, und wenn sie gleich hündertweise erlassen werden, läßt sich ein von Grund auf heilbedürstiges Staatswesen nicht kräftigen. Wir Deutschen wissen das gut genug aus der Brllning-Zeit und wir wissen des weiteren, daß Krankheiten, die in einem System wurzeln, eben nicht anders als durch Beseitigung dieses Systems geheilt werden können.
Immerhin, — wir haben es schon gesagt — so wie die Dinge jetzt in Frankreich liegen, können Frankreichs gegenwärtige innenpolitische Nöte innerhalb des ja auch von den Radikalsozialisten, ja von diesen erst recht behaupteten Systems, nicht anders behandelt werden, als wie sie Laval behandelt und wenn schon die Aussicht, daß die Lavalschen Verordnungen durch den Widerstand in der Kammer scheitern könnten, eine ganz auffällige Kapitalflucht in Frankreich bewirkt hat, so werden sich die Radikalsozialisten letzten Endes auch vorstellen können, welche Ausmaße diese Kapitalflucht erst annähme, wenn mit dem Sturze Lavals auf einen Schlag dessen mühsam zusam- ""n-ö-kl-' -an>er»nasm-rk Nichts zerfiele.
Dies auf ihre V-raniwortung zu nehmen, dürfen angesichts der im nächsten Jahre kommenden Wahlen die in ihren Wählerreihen starke Bestände an Kleinbürgern und Kleinrentnern ausweisenden Radikalsozialisten um so weniger sich erlauben, als die französischen Kleinrentner ohnehin
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Nos Urteil im Vevisenproreß gegen Peter Legge / Zuchthausstrafen für Iheodor Legge und Wilhelm Soppa
MrlWgkeit des Mschofs erwiesen
Nie Urteilsbegründung widerlegt die Unschuldsbeteuerung