Ausgabe 
(23.11.1935) Nr. 324
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parteiamN.Iageszeitung der NationalsozialistenVremens

Das Amtsblatt des Senats x der Lreien Hansestadt Lremen

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Nr. 524 / 5. Jahrgang

Sonnabend, 25. November

klnzelprels 15 Npf.

Laval erstrebt beutstb-framöststbe kntspannung

Frankreichs Ministerpräsikient peilt ein, daß fluseinandersekungen über außenpolitische und militürpolitische Tatsachen

des nationalsoiialistischen Deutschland zwecklos sind / slbsape an die Methoden varchous k

Der Reichsbeanftragte des WHW. stellt für dieses Jahr einen noch lebhafteren Spenden- eingang als im Vorjahre fest.

Im Anschlich an den Besuch des französischen Botschafters beim Führer äußern sich zahl­reiche Pariser Zeitungen zur Frage der deutsch-französischen Verständigung.

Die zwischen der französischen Regierung und den Linksparteien geführten Finanzverhand­lungen sind gescheitert.

Die neue englische Regierung weist gegen­über dem bisherigen Kabinett nur gering­fügige Aenderungen auf.

Der Kaiser von Avessinien erklärt, daß die Lage an der Südfront befriedigend sei.

A» der Berliner Börse sind 13 jüdische Mak­ler ausgeschieden.

In Wesermünde wurde eine Forschungsstelle für die Frischerhaltung von Nahrungsmitteln eröffnet.

In den Ortsgruppen Findorff und Westen wird die Kleidersammlung für das WHW. am kommende» Montag durchgeführt.

In Bremen wurden die letzten beide« Schienenzepps für Aegypten verlade».

Die Motorbrigade Nordsee hielt im Konzert­garten Huckelriede ihren Generalappell znm Reichswettkampf des NSKK. ab.

Momberg bei der NSV. und NSs.

Berlin, 23. November-

Freitag vormittag weilte Reichskriegsminister Generaloberst von Blomberg in Begleitung seiner beiden Adjutanten, Hauptmann von der Decken und Korvettenkapitän von Friedeberg, zu einem einstündigen Besuch im Hauptamt für Volks­wohlfahrt um die Einrichtungen des Winterhilss- werkes und der NSV- zu besichtigen. Der Haupt- emtsleiter Pg. Hilgenfeldt empfing den Reichskriegsminister und übernahm die Führung durch die einzelnen Abteilungen. Der Reichs­kriegsminister sprach sich äußerst anerkennend über den ungeheuren Ansporn aus, der aus den Lei­stungen des Wintcrhilfswerkes aus­strahlt.

Besonderes Interesse land weiter die NS.- Frauenschaft und das DeutscheFrauen- werk. Die Reichsfrauenführerin Frau Scholz- Klink legte in überzeugenden Worten die Auf­gaben und die Organisation der deutschen Frauen dar, wobei sie besonders den Unterschied im Auf- gabenkreis der NS.-Frauenfchaft und des Deut­schen Frauenwerkes unterstrich. Die NS.-Frauen- schaft hat die Aufgabe, dem Führer politisch-welt­anschaulich zuverlässige Führerinnen der deutschen Frauenwelt zu erziehen, die die großen Arbeiis- abteilungen der NS.-Frauenschaft führen. Dies« Arbeitsabteilunqen umfassen sämtliche Gebiete, auf denen die Mitarbeit der Frauen einer Nation erforderlich ist. Das Deutsche Frauenwerk als Zu­sammenschluß der früheren Verbände hat die gleich­laufenden Arbeitsabteilungen, die in Personen- einheit von den Führerinnen der NS.-Frauenschaft geleistet werden.

Anläßlich des gestrigen Besuches wurde auch die dauernde Verbindung mit^ dem Reichs k r iegsministerium. hergestellt, in dem der Reichskriegsminister einen Verbindungs­mann benannte. Abschließend weilte der Reichs­kriegsminister von Blomberg in den Räumen der graphischen Abteilung, um sich auch hier von der umfassenden Arbeit, die geleistet wird. zu über­langen.

28 Jahre Stahlhelm im deutschen Heer

, Berlin, 23. November.

« , Heute jährt sich zum 20. Mal der Tag, an dem , der Stahlhelm im deutschen Heer eingeführt wurde. Aus diesem Anlaß hat der Reichskriegs­minister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht, Generaloberst von Blomberg, dem Schöpfer : des Stahlhelm, Professor Dr.-Jng. e. h. Friedrich : Cchwerd von der Technischen Hochschule Hanno­ver,. in einem Schreiben den Dank und die An­erkennung der Wehrmacht ausgesprochen und als äußeres Zeichen dafür sein Bild überreichen lagen.

Vanderbücher durch V86. Handwerk

Berlin, 23. November

Einige Rcichsinnungsvcrbände haben bereits ; Wandcrbilcher für Handwerksgesellen ausgestellte t diese bilden vielfach einen Teil des Eesellen- driefes. Der Reichshandwerksmeister hat hierzu

angeordnet:

..Die Organisation des Eesellenwanderns liegt allein in den Händen der Reichsbetrisbsgemein- ««hajt Handwerk. Den Reichsinnungsverbändcn uad ihren Gliederungen wird ab sofort ine Aus­stellung von Wanderbüchern untersagt.

Anfragen über das Gescllenwandern sind in pukunst an die Abteilung Gesellenwandern und -Austausch in der Rcichsbetriebsgemeinschaft Van-werk zu richten."

(Oralitbsriobt uvssrsr Lsrlinsr Lolrriktlsitung)

Lr. Berlin, 23. November.

Die Besprechungen während des Besuchs des französischen Botschafters beim Führer haben sich, wie jetzt bekannt wird, auf alle Fragen erstreckt, die Frankreich interessieren und die deshalb auch Deutschland als Nachbarn Frankreichs angehen. Soweit dabei die im Vordergrund der franzö­sischen Außenpolitik stehende Frage in Betracht kommt, nämlich der Abschluß des franzö­sisch-bolschewistischen Paktes, ist die deutsche Auffassung bekannt. Sie unterscheidet sich ganz erheblich von der französischen Ansicht, in den Einzelheiten sowohl wie in der Wertung der Aussichten des Paktes. Wenn der eine oder andere französische politische Schriftsteller hat durchblicken lasten, daß man vielleicht doch in eins Vereinbarung zwischen Paris und Moskau auch Deutschland im Sinne der französischen Sicher- heitsbestrsbungen eingliedern könne, so zeugt eine solche Ansicht von einem völligen Verkennen der

Auffassung, die Deutschland von der Möglichkeit enger politischer Beziehungen zu Sowjetrußland hat.

Es ist aber bei der Unterhaltung die Tatsache zu verzeichnen gewesen» daß man in Frankreich zwei Dinge bester erkennt als bisher: Man scheint einmal in Frankreich endlich einzusehen, daß die Erklärungen des Führers über die westliche Grenze Deutschlands ein Friedensangebot von außerordentlicher Bedeutung sind, und daß über­haupt Erklärungen des Führers über Deutsch­lands außenpolitische Absichten unumstößlich sind. Außerdem scheint man in Frankreich zu erkennen, daß es gar keinen Sinn mehr hat, über außen­politische oder militärpolitische Tatsachen, die das nationalsozialistische Deutschland von sich aus ge­schaffen hat, noch irgendwelche neuen Ausein­andersetzungen zu beginnen. Wenn man diese Tatsachen als Grundlagen für neue Maßnahmen der Verständigung nimmt, kann man natürlich hoffen, daß sich die Beziehungen zwischen Deutsch­land und Frankreich erheblich bessern.

Der deutsche Botschafter in Paris, Köster, ist gleichfalls in Berlin eingetroffen. Es ist anzuneh­men, daß er über seine letzten Unterhaltungen mit Laval Bericht erstattet hat. Es ergibt sich aus diesen doppelseitigen Besprechungen zwischen Deutschland und Frankreich, abgesehen von der Frage des sowjetruffisch-französtschen Paktes, die Stimmung eines gewissen Ver­trauens, das für Deutschland nicht neu ist, aber für Frankreich zumindest eine Wendung in den außenpolitischen Bemühungen andeutet.

Man gibt jetzt in französischen Kreisen zu, daß aus der Vergangenheit Streitpunkte zwischen Deutschland und Frankreich kaum noch bestehen, und daß man das Ziel hat, in Zukunft alle in Europa auftretenden Fragen mit Deutschland in sreundschaftlicherer Form zu besprechen, als dies zur Zeit der Varthouschen Außenpolitik geschehen ist. Inwieweit sich dabei die jetzige Führung der sranzösischen Außenpolitik wirklich von dem Schatten der Varthouschen Politik endgültig be­freien kann, mutz man erst abwarten.

vlick zum fernen Osten

Japan und die Vorgänge in Nordchino

ir. Vlii. In diesen Tagen kamen aus Peiping und Tokio alarmierende Meldungen überDie bevor stehende Zerschlagung Chinas" Die fünf nordchinesischen Provinzen Hopei, Schan- tung, Schansi, Tschachar und Suiyuan hatten sich entschlossen, so hieß es, der Zentralregierung in Nanking gegenüber ihre völlige Selbständigkeit auszurufen. Als treibende Kraft dieser separa­tistischen Bewegung wurde, namentlich von eng­lischen und amerikanischen Nachrichtenbüros, Ja­pan ausgegeben. Besonders gut unterrichtete Stellen wollten bereits von einem fest umrissenen Plan des in Nordchinaregierenden" japanischen Generals Doihara misten, nach dem der man­dschurische Kaiser Puyi bald wieder in Peiping hätte einziehen können. Ein selbständiger, unter japanischer Kontrolle stehender Staatenblock PeipingHsinking sollte jedenfalls schon so gut wie unter Dach und Fach gerächt worden sein. Die Sensation. ist jedoch ausgeblieben, und die Suppe wurde nicht nur nicht so heiß, wie sie gekocht worden war, sondern überhaupt nicht gegessen. Die geplante An- abhängigkeitserklärung kam schon deshalb nicht zustande, weil die Gouverneure von Hopei und Schantung zur verabredeten Zeit in Peiping nicht eintrafen; der erstere zog es vor, erkältet zu sein, der andere gab Arbeitsüberlastung als Grund seines Nichterscheinens an.

Was war geschehen? Es steht fest, daß in Nordchina bereits seit längerer. Zeit Bestrebungen im Gange sind, die genannten fünf Provinzen zu einer politisch selbständigen Staatseinheit zusam­menzufassen. Die chinesischen Verwaltungsbehör­den sind von diesen separatistischen Strömungen aber von Anfang an eindeutig abgerückt, und der soeben mißglückte Appell zur Durchführung der Autonomie in Nordchina stellt sich nachträglich als ein Versuchsballon des politischen Leiters der japanischen Kwantung- armee, des Generals Doihara, heraus. Be­merkenswert sind die näheren Umstände, die jenen an die japanische Mandschukuo-Politik anknüpfen­den Versuch der Absplitterung Nordchinas nega­tiv verlaufen ließen. Die Drohung Doiharas, den Vormarsch seiner Truppen in südlicher Richtung fortzusetzen, hatte zwar zunächst eine zumindest einschüchternde Wirkung auf die leitenden Stellen der nordchinesischen Verwaltung. Der politische Einfluß des Chefs der Zentralregierung in Nan­king, des Generals Tschiangkaischek trat jedoch weit stärker in Erscheinung, als ihn Doihara in Rechnung gestellt haben mag. Ließ entgegen an­ders lautenden Meldungen der Kommandant von Peiping und Tientsin, General Sungtscheyun, schon während der Vorverhandlungen mit seinem japanischen Gegenspieler keine Zweifel darüber aufkommen, daß er nicht aus eigenem Entschluß gegen die Zentralregierung Stellung nehmen werde, so mußte der Aufforderung Tschiangkai- scheks zum Abbruch der Verhandlungen seitens der nordchinesischen Behörden noch schneller Folge geleistet werden, als sogar das japanische Außen- ministerium von der Generalstäbler-Politik Doiharas abrückte.

Es ist müßig, darüber Betrachtungen anzu­stellen, ob der Gegensatz zwischen der offiziellen Tokioter Politik und den Absichten der Kwan- mngarmee auf innerjapanische Vorgänge zurück­zuführen ist oder ob seine Ursache in der (wenigstens formellen) Rücksichtnahme des japanischen Außen­ministers auf die englische und die amerikanische China-Politik liegt. Tatsache ist, daß die fünf chinesischen Nordprovinzen zwar unter japanischer, auf dem Wege über das Militär ausgeübter Kontrolle stehen, daß die darüber hinaus­gehende Aktion Doiharas aber in der Hauptstadt des Mikado-Reiches iowie in Peiping und in Nanking als ein eigenmächtiger Schritt, ja, als eine Privatangelegenheit des 'apaniichen Generals bezeichnet wird Wenn man demnach mit Bezug auf Nordchina von einem 'weiten Mnn'i-t'iikud nickn >prech->n kann >c wäre es dock and-rnteil- verfehlt auf ein Nach­lassen der Aktivität Japans bei der Erweiterung seiner Interessensphäre in China zu

was Paris und London sagen

' Paris, 23. November.

Ueber die Besprechung des Führers und Reichs­kanzlers mit dem französischen Botschafter in Berlin verbreitet die französische Nachrichten­agenturAgence Havas" eine Meldung ihres Verliner Berichterstatters, der ebenfallsdie freundschaftliche Atmosphäre und den beiderseitigen guten Willen" als Hauptmerkmal der Aussprache hervorhebt. Man dürfe jedoch, so heißt es in der Havas-Meldung, der Besprechung keine außergewöhnliche Bedeutung beimessen. Es sei ganz natürlich, daß Francois Poncet nach seiner Rückkehr aus Paris, wo er mit Laval über die allgemeine Politik gesprochen habe, dem Führer und Reichskanzler über seine bei den Unterredungen mit den Leitern der französischen Politik gewonnenen Eindrücke Mitteilung mache. In diesem Sinne sei die Zusammenkunft mit den Unterredungen gleichzusetzen, die jeder diplo­matische Vertreter normalerweise mit dem Leiter des Staates habe, bei dem er akkreditiert sei.

Ohne Zweifel werde diese Aussprache dazu bei­tragen, eine günstigere Atmosphäre in den deutsch- französischen Beziehungen zu schaffen, die nicht dazu bestimmt seien, für alle Zeiten feindlich bleiben zu müssen. Man mäste sich jedoch hüten, auf diese Zusammenkunft übertriebene Hoffnungen zu gründen. Der versöhnliche Geist, der diese Unter­redung zwischen Hitler und dem französischen Bot­schafter ausgezeichnet habe, werde ohne Zweifel dazu beitragen, dasKlima der deutsch-franzö­sischen Beziehungen" zu verbessern. In diesem Sinne sei die Aussprache ganz gewiß kein schlechtes Vorzeichen.

Auch für die Pariser Presse bildet die Unter­redung zwischen dem Führer und Francois Poncet den außenpolitischen Gesprächsstoff. Die Beur­teilung, die diese Unterredung findet, ist wider­spruchsvoll. Auf der einen Seite wird die Be­deutung der Zusammenkunft unterstrichen, was sich schön aus der ungewöhnlichen Tatsache einer amtlichen Mitteilung und aus der Anwesenheit des Außenministers ergebe. Auf der anderen

Seite beeilt man sich zu betonen, daß kein be­sonderes Ergebnis zu erwarten sei. Immerhin sei.eine gewisse Entspannung und eine bessere politische Atmosphäre festzustellen. Da man als Hauptgegenstand der Unterhaltung den frckn- zösisch-sowjetrussischen Vertrag und die Rüstungsfrage vermutet, nehmen die Zeitungen vielfach in der Sache eine kritische Ab­wehrstellung ein,

In gut unterrichteten politischen und in amtlichen Kreisen hält man es für möglich, daß die Unterredung weitere mehr in die Tiefe gehende Besprechungen vorbereitet hat.

Die außenpolitische Mitarbeiterin desOeuvre" erklärt, daß die Anregung zu der Unter­haltung von Laval ausgegangen sei, der den Wunsch gehabt habe, vor Ratifizierung des französisch-sowjetrussischen Vertrages Berlin wissen zu lasten, daß es sich für Frankreich dabei nicht um eine antideutsche Politik handele. Der Führer habe den französischen Botschafter ein­gehend über die innen- und außenpolitische Lage Frankreichs gefragt. Dann habe man sich dem französisch-sowjetrussischen Vertrag zugewandt. Es habe jedoch nicht den Anschein, so schreibt die Verfasserin, Laß die vom französischen Botschafter gegebenen Aufklärungen den deutschen Stand­punkt in dieser Frage auch nur im geringsten geändert haben.

Im übrigen habe aber der französische Botschaf­ter den Eindruck gewonnen, daß sich die Einstel­lung gegenüber Frankreich völlig geändert habe. Man zeige in Deutschland das Bestreben, liebens­würdig zu sein, und der Führer habe darauf hin­weisen können, wie sehr sich in dieser Hinsicht der Ton der deutschen Presse gegenüber Frankreich geändert habe. Kurz, zwischen Berlin und Paris herrsche gegenwärtig die Politik der aus­gestreckten Hand, aber ausgestreckt in einem ncch sehr dichten Nebel. Gegenwärtig wolle Deutschland wegen des afrikanischen Streitfalles jedoch nicht aus seiner völligen Zurückhaltung her­austreten ...

ImJournal" äußert St. Vrice die Meinung, daß Frankreich ein um so bedeutenderer Faktor sei, als man es jetzt mit einem ziemlich seltsamen Liebäugeln zwischen Moskau und London zu tun habe. Wie das Blatt weiter ausführt, sei es durchaus natürlich, daß die französische Regierung mit ihrem Wunsch für Klarheit und Eindeutigkeit in den internationalen Beziehungen am Vorabend einer Auseinandersetzung über den sowjetrussischen Pakt auch den deutschen Faktor berücksichtigen wolle.

Paris midi" schreibt, es gehe nicht an, daß Deutschland glaube. Frankreich wolle die Brücken abbrechen. Dies sei um so mehr zu vermeiden, als London mit Berlin zu verhandeln wünsche und Frankreich als Drittem im Bunde sehen möchte.

DerTemps" erklärt, daß man soviel bekannt, niemals ein getrenntes deutsch-französisches Ab­kommen ins Auge gefaßt habe, denn ein solches wäre schwerlich mit der französischen Politik allge­meiner Zusammenarbeit und kollektiver Sicher­heit zu vereinbaren, die sich ebenso wie die fran­zösisch-englische Zusammenarbeit und die franzö­sisch-italienische Freundschaft nur im Rahmen des Völkerbundes denken lasse. Andererseits habe Frankreich niemals eine Aussprache mit Deutsch­land abgelehnt, denn es habe niemals daran ge­dacht, Deutschland von der Fricdensorganisation auszuschließen.

Die Unterredung zwischen Hitler und Francois- Poncet bestätige, daß die Fühlung zwischen Paris u,üd Berlin aufrechterhalten werde, und daß, wenn die internationalen Umstände es erlauben, Raum für Verhandlungen zu einer kollektiven Regelung vorhanden fei. Das französisch-sowjetrussische Ab­kommen sei, wie das Begleitprotokoll ausreichend zeige, ein Stück (sloment) der allgemeinen Poli­tik und habe keine Spitze gegen eine andere Macht, (Hat aber nicht die gesamte übrige Welt es als besonders gegen Deutschland gerichtet aufgefaßt? Die Schriftleitung.)

«"Fortsetzung auf Seite 2)

Noch größerer opferst»» im WW.

Mäher lebhafterer Spendeneingang als im Vorjahr - Neichsbeauftragter pg. hilgenfeldt vor Vertretern der presse

Berlin, 23. November.

Im Haupramt für Volkswohlfahrt sprach Frei­tag der Reichsbeauftragte des WHW., Haupt- amtsleiter Hilgenfeldt vor Vertretern der Presse über das Winterhilfswerk. Bei Beginn des WHW., so führte er u. a. aus, habe man nicht an das Mitleid, sondern an die Kraft und die Stärke des Volkes appelliert. Das Winterhilfs- wcrk sei eine Maßnahme, wahre Volksge- meinfchast zu schaffen, denn zwischen Spender und Empfänger werde ein enger Kreis geschlossen Für den Volksgenossen, der vom Winterhilfswerk betreut wird, liege darin nicht etwa eine Herab setzung, sondern jeder dürfe stolz und froh darüber sein, daß sich Volksgenossen untereinander helfen.

Hauptamtsleiter Hilgenfeldt ging dann auf die große wirtschaftliche Bedeutung des MHW. ein. Für einen großen Teil des Wirt- schaftslcbens wirke sich das .WHW., dessen Ee- samtumsatz dem Inlandsuknsatz der IG.-Farben- Industrie'gleichkomme, äußerst belebend aus.

Das Winterhrlfwerk sei z. B. der größte Koh­len-, Tertil- und Schuhabnehmer. Ein Eüterzug mit der Menge der von ihm verteilten Waren würde die Strecke BerlinGibraltar ausfüllen Die Kohlengruben des Saargcbietes müßte: ^ Jahr hindurch nur für das WHW. fördern um dessen Bedarf zu decken. Allgemein würden 13 v. H. der Kohlenerzeugnng vom Winterhilfs- werk verteilt.

Nicht unwichtig sei auch die ausgleichende Tätigkeit für sehr viele Wirtschaftsteile, da das WHW oftmals Ueberschüsse aufnehme. So habe man allein im letzten Sommer 300000 Zent­ner Gemüse aufgenommen und an die Volks­genossen verteilt. Das gleiche gelte für dieFisch - Versorgung. Die NSV. und das WHW. hätten wesentlichen Anteil an den Hochseefängen Bei der Vergebung von Aufträgen würden die Randwirtschaftsgebrete besonders berücksichtigt.

Der Spendeneingang sei jetzt schon höher und lebhafter als im Vorjahr. Auch die Ergebnisse der bisherigen Eintopflonnt"-'- über denen des Jahres 1931.

Man könne daher der weiteren Entwicklung de< Winterhilfswerkes mit Zuversicht entgegensehen Die Fürsorge des WHW. werde sich auch au Kunst- und Feinarbeiter besonders in den armer Gebieten des Thüringer und Bayrischen Walde- erstrecken. Zum Schluß gedachte Pg. Hilgenfeld der vielen ehrenamtlichen Helfer und Helferin neu, die sich tagaus, tagein für das Gelingendiese- großen Werkes der Volksgemeinschaft einsetzen Nach einer Ansprache des Leiters der Amtes fiti Presse. Propaganda Schulung, Pg. Maier - hofer, fand eine Besichtigung ves faules un! seiner Abteilungen statt

Vauleiter Nöoer im Vienste des WHW.

Oldenburg, 23, November, Gauleiter und Reichsstatthalter Carl Röver wird trotz seiner überaus starken Inanspruch­nahme durch die laufenden Dienstobliegenheiten in einer Reihe von Versammlungen außerhalb feines Eaugebietes zu den dortigen Volksgenossen sprechen, um ebenso wie alle führenden Persön­lichkeiten der Bewegung, eindringlich für das große Werk des Führers, das Winterhilfswer!, zu werben, damit keiner im deutschen Vaterlande i« diesem Winter hungert und friert. Nachdem

der Gauleiter bereits in den letzten Wochen all­abendlich im Lande Oldenburg Tausenden die weltanschauliche Kraft des Nationalsozialismus erneut und eindringlichst in ihren Herzen ver­ankert hat, wird er nunmehr >o folgenden deutschen Städten bis einschließlich 1l. Dezem ber ^933 sprechen: November 23 Uelzen, -3. Siegen i. Wests 26 Bochum. 27 Soest, 2d' Potsdam, 29. Stettin, 30. Frankfurt a, d O Dezember: 2 Gaben 3, Kottbu: « Langen-

' uba-Niederhain. 3. Meiningen. 6, Eilenach, 7, Gotha (Tag der nationalen Solidarität! hier wird der Gauleiter sammeln: 9 Kassel 10. Halberstadt, 11. Blankenburg a. H.