Ausgabe 
(21.11.1935) Nr. 322
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Parleiamtl.lageszei1ung der Nationalsozialisten Vremens

Das flmtsblatt des Senats der Lreien fjanjestadt Bremen _

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Nr. Z22 / z. Jahrgang

Vonnerslag, 21. November

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nieder für den Staatsaufbau verantwortlich"

Neichspropagandaminister Vr. öoebbels spricht unter ungetieurem veifall zu 5l> SSl> Hamburgern in der lzanseatenlzalle

Hamburg, 21. November. Reichsminiffter Dr. Goebbels sprach am Dienskrg in Hamburg vor rund 50 000 begeisterten Zuhörern in der Hanseatenhalle, wie wir gestern schon tun berichten konnten. In einer Zeit stärk­ster internationaler Spannungen, so erklärte Dr. Goebbels einleitend in seiner Rede, ergreife ich heute abend das Wort. Die Welt ist nach dem un-

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Unser lagesspisgvl

Reichsminister Dr. Goebbels sprach in der Hanseatenhalle zu 80 000 Hamburgern.

Heute werden die beiden Großen Senate des Reichsgerichts in ihr Amt eingeführt.

Admiral Jellicoe, einer der englische» Führer in der Schlacht am Skagerrak, ist in London gestorben.

Auf dem ostafrikanischeu Kriegsschauplatz nimmt der Kleinkrieg erbitterte Formen an.

Die angekündigte Autonomieerkliirung Nord- chinas ist nicht erfolgt.

Dr. Goebbels besuchte das große WHW.- Fußballspiel im Post-Stadion zu Berlin.

Ja Bremen trennte« sich Gauliga und Bezirks» liga nach verteiltem Spiel »«entschiede» 3:8.

Ei« sportliches Ereignis war der in Bremen durchgeführte Gepäckmarsch.

glücklichen Ausgang des großen Krieges noch nicht zur Ruhe gekommen. Der Versailler Friedens­vertrag war dazu erdacht, Deutschland in eine dienende Stellung der Welt gegenüber für immer hineinzuzwingen. und unser« innere Zerrissenheit leistete dem Vorschub. Deutschland hat versucht, den Forderungen des Friedensvertrages Rechnung zu tragen. Aber wir bezahlten diese Versuche mit der Aufopferung unserer wirtschaftlichen und so­zialen Existenz. Wenn der Nationalsozialismus eine Minute vor 12 die Dinge an sich reihen konnte, dann waren diese Dinge dazu reif. Der Nationalsozialismus hatte für sich die bessere Ueberzeugung und das größte Recht ins Feld zu fuhren.

Die Männer, die heute Deutschland regiere», kommen aus dem Volke selbst. Sie haben sich , durch eigenen Mut, durch eigene Kraft und durch eigene Tüchtigkeit emporgearbeitet.

Wir haben in den 2^ Jahren unserer Regie­rungszeit nichts anderes getan als g « arbei - te t! Und wir haben uns dabei nicht an der Ver­antwortung vorbeigÄrllckt. Wir haben das Rechte getan, und der Himmel hat uns dazu seinen Segen gegeben. Es wird immer eine gewisse Schicht von ewigen Kritikastern geben. Sie wissen auch heute wieder, wie man die Butterknappheit überwindet und wie man zu großen Mengen Schweinefleisch kommt. Die Zeit geht über diese Kritikaster hinweg. Sie wird gestaltet von Männern, die ihren Namen in das Buch der Geschichte eintragen und denen es ge­lang, das Volk für ihre Ideale zu begeistern. Das deutsche Volk ist wieder zur Besinnung gekommen. Es hat sich wieder in den Kreis der Großmächte hineingestellt.

Ücurschlanö macht selbst Politik

Wir stnd wieder eine souveräne und freie Na­tion. Mit Deutschland wird jetzt nicht mehr Po­litik gemacht, sondern Deutschland macht jetzt selbst Politik. Während die Welt in Unruhe liegt, während Krisen, Streiks, Ausstände und Revolutionen die Völker erschüttern, ist Deutsch­land eine Insel der Ordnung und eine Zelle der Disziplin geworden.

Dr. Goebbels rechnete sodann mit den Leuten ab, die da sagen: mit Hitler sind wir einver­standen, aber die kleinen Hitler. Demgegen­über erklären wir: Diese kleinen Hitler tragen deute noch das Gebäude der Partei und des Staates. Es kann nicht bezweifelt werden, day Deutschland in seiner Geschichte niemals so viele mutige und idealistische Männer ge­funden hat wie in den vergangenen Jahren. Die alten Parteigenossen haben auf vieles verzichtet, nur um einem Ideal zu dienen. Sie haben sich aus Gefühl und Instinkt damals zu uns gezogen befühlt, und zwar zu einer Zeit, als derweise Menschenverstand" unsere Ideale noch nicht wahr­genommen hatte. Sie kamen zu uns in einer Zeit, als es bei uns nichts anderes zu holen gab als Verfolgung und Gefängnis. Wir müssen uns daher dagegen verwahren, wenn der Spiegel über diese Männer richten will. Sie können heute angesichts des großen Aufbauwerkes des neuen Deutschlands sägen: Das ist unser Werk, wir wa-en die ersten Bataillone.

-chr Butterknappheit erklärte der 'propagandaleiter: wissen alle, daß un­

sere Devisenvorräte zur Bezahlung der für die Arbeitsbeschaffung notwendigen ausländischen Rohstoffe gebraucht werden. Wenn wir fünf Mil­lionen Volksgenossen wieder in Arbeit gebracht haben, so ist es klar, daß diese fünf Millionen

auch mehr Nahrungsmittel konsumieren. Würden wir dieses Mehr an Butter nun im Auslande kaufen, dann müßten wir auf die Einfuhr der notwendigen Rohstoffe verzichten und so die Ar­beitsbeschaffung hemmen.

Wir lehnen es ab, uns im Auslande Geld zu pumpe« und dafür Butter zu kanse», um später der nächsten Generation die Schulden zu hinter­lasse».

Es wird auch in Zukunft notwendig sein, zeit­weilig solche Einschränkungen auf uns zu neh­men, wenn beispielsweise eine Mißernte sich er­gibt. Wir haben aber den Mut, derartige Krisen zu überwinden, und wir haben nicht die Absicht, unsere großen nationalen Aufgaben zu vernach­lässigen und die Nerven zu verlieren.

Erst kommt die Freiheit, und aus der Frei­heit entspringt eine hohe Kultur, nicht um­gekehrt.

Wir schaffen nicht nur für die Gegenwart, so fuhr Dr. Goebbels fort, sondern auch für die Zukunft, und unsere Nachwelt soll der­einst sagen: Sie haben anständig gehandelt. Sie haben auf das Wohlleben der Gegenwart zeit­weilig verzichtet und haben damit die Existenz der Zukunft gesichert! Das deutsche Volk weiß heute daß wir keine eigenen Interessen, sondern nur die Interessen der deutschen Nation ver­folgen. Das deutsche Volk respektiert an uns den Mut und den guten Willen.

Das Volk hat die Ueberzeugung: Alles was der Führer tut, tut er aus reinstem Herzen und er wird es zum Erfolg führen. Das deutsche Volk

will auch nicht von den Sorgen verschont bleiben, sondern will daran teilhaben. Es hat nicht die Absicht, sich in dieser Hinsicht von anderen Na­tionen beschämen zu lasse«.

Unter stürmischem Beisall schloß Dr. Goebbels: Wir wollen unsere ganze Kraft dem Aufbau un­seres Staates und unseres Volkes widmen. Jeder von uns ist an seinem Platz für diesen Aufbau verantwortlich. Und wenn wir einmal zu Staub zerfallen, dann soll Deutschland leben und ewig weiterbestehen."

Als der minutenlange Beifall, der den Aus­führungen des Reichspropagandaministers folgte, sich gelegt hatte^ sangen die Massen begeistert Sie Lieder der Nation.

Luftfahrt fördert dieflusflitzr

Von

Uanxtwann a. v. ^isolier. von Loturrv»

Bei den vielfachen Bemühungen innerhalb des vergangenen Jahres 1934, die deutsche Ausfuhr zu heben, stand die Luftfahrt an hervorragender Stelle. Die Beziehungen, die sich hierbei zwischen Luftfahrt und Ausfuhr ergaben, können einerseits als unmittelbare, andererseits als mittelbare be­zeichnet werden.

Die Erzeugnisse der Luftfahrtindustrie haben zunächst unmittelbar als Exportgüter eine sehr ansehnliche wirtschaftliche Bedeutung erlangt; so ging z. V. von der amerikanischen Ge­samtproduktion des ersten Halbjahres 1938 von 851 Flugzeugen nahezu der fünfte Teil ins Aus- land. Die Nachweise über 1934 zeigen, daß Flug­zeuge im Werte von 8 Millionen Dollar, Motoren tm Werte von 4^ Millionen Dollar ausgeführt worden sind. Im Verlaufe einer Aussprache im englischen Unterhause wurde festgestellt, daß die Ausfuhr an englischem Luftfahrtmaterial in den Monaten Juli, August und September 1935 sich auf 80 Flugzeuge und 166 Motoren belief. Er­innert man sich weiter an den letzten Bericht des I. f. K., aus dem hervorging, daß 1928 im Welt­handel mit Kriegsgerät die Luftfahrt mit nur 20 Priyent beteiligt war, während 1935 deren Anteil annähernd auf 43 Prozent gestiegen ist. so wird man der Auffassung zustimmen, daß der Auftrieb, welcher von der Flugzeug-Ausfuhr ausgeht, so stark ist, daß er für die meisten Länder die Be­wegung der Kriegsmaterial-Ausfuhr bestimmend beeinflußt. Denken wir also an Flugzeuge für Sport, für Verkehr oder Militärverwendung,an die hochwertigen Flugzeugmotoren mit ihrem Durch­schnittspreis von annähernd 30 RM. pro PS., dann wird man sich einen richtigen Begriff davon machen, daß heutzutage die Ausfuhrbilanz der Luftfahrt-Industrie für die Groß­mächte eine sehr erhebliche finanzielle Bedeutung erlangt hat.

Der Luftfahrt-Warenverkehr zwischen zwei Staaten, gleichgültig, ob es sich hierbei um Frie­dens- oder Kriegsgerät handelt, ist in hohem Matze von politischenFaktoren abhängig. Das Verhältnis zwischen zwei Nationen kann recht gespannt und schlecht sein, dennoch kann man sich durchaus vorstellen, daß Wer die Grenzen ein beträchtlicher Handelsverkehr in Nahrungsmitteln oder Spezialwerkzeugmaschinen geht. Anders aber bei Erzeugnissen der Luftfahrt-Industrie. Hier ist sowohl beim Verkäufer wie beim Käufer von Einzelfällen abgesehen ein Mindestmaß ge­wissen Einvernehmens notwendig. Dieses hat seine Ursche schon darin, daß der Markt von Privat- interessenten ungemein klein ist und es sich weit­aus in den meisten Fällen um Geschäfte zwischen Behörden oder zumindest behördlich maßgeblich beeinflußten Unternehmungen handelt. Die Außen­politik des nationalsozialistischen Deutschlands, welche der Führer in die knappe und aller Welt verständliche Formel brachte:Nieman­dem Leid zufügen aber auch von niemandem ein Leid erdulden", hat sich zweifelsohne für das deutsche Auslandsgeschäft mit Luftfahrtgerät als eine sehr glückliche Grund­lage erwiesen. So find denn auch wieder eine Reihe von Staaten in den Kreis der Kaufinter­essenten getreten, welche in früherer Zeit aus­gefallen waren.

Der Luftfahrt kommt aber in einem hohen Maße außerdem eine ungemein große mittel­bare Exportbedeutung zu. Dies zeichnet sie vor anderen wirtschaftlich weit bedeutenderen Zwei­gen der Güterproduktion aus. Niemand wird leugnen, daß ein nach Deutschland gehender süd- amerikanischer Auftrag auf Lieferung der Ma- schinen-Einrichtung von Papierfabriken oder Elek- trizitätswerken weit mehr Devisen schafft, als wenn etwa vom gleichen Staate drei einmotorige Verkehrsflugzeuge angeschafft werden. Während jedoch die wertvollen Erzeugnisse deutschen Ma­schinenbaues nach dem Transport in Fabrikhallen wandern und still und unbemerkt von der Öf­fentlichkeit viele Jahre lang im Dienste der Käu- ser zuverlässige Arbeit verrichten, bleibt das Flug­zeug deutscher Herstellung sozusagen ständig Ge­genstand der öffentlichen Aufmerk­samkeit als einmscks in Slsrrnanv" beson­derer Art

Es bleibt dies auch so, wenngleich z. V. die Junkers- und Dornier-Flugzeuge über Brasilien mit brasilianischen Zulassungszeichen und nicht mit denjenigen der Deutschen Luft-Hansa fliegen, denn jedermann weiß, es sind in Deutschland her­gestellte Instrumente des Luftverkehrs, Es weiß dies ebenso der fremdländische Pilot und Funker wie der Passagier und der das Flugzeug an den gewohnten Tagesstunden von der Erde aus be­obachtende Farmer. Dies zeigt sich auch dadurch, daß zwischen Passagier uud BrütHrsmittel in

IIus politischen Srünven entfernt

kntküllungen des ausgeschlossenen Verteidigers im königsmörder-proreß

Paris, 21. November.

In der Mittwoch-Sitzung des Königsmörder- Prozesses in Aix-en-Provence, die nur 25 Mi­nuten dauerte, erklärten die drei Angeklagten, daß sie kein Wort aussagen würden, solange ihnen ihr Verteidiger Desbons nicht zurückgegeben werde. Zum Offizialverteidiger bestimmte das Gericht den Vorsitzenden der Änwaltskammsr von Lyon, Saudinot. Der Verteidiger sagte zu, daß er die Angeklagten auch gegen ihren Willen ver­teidigen wolle. Er müsse jedoch erst die Akten kennenlernen. Das Gericht erklärte sich darauf nur zu einer, kurzen Unterbrechung dis Donners­tagnachmittag bereit.

Der Ausschluß Desbons' aus der Verhandlung und seine Streichung in der Anwaltliste hat in der französischen Presse einen peinlichen Eindruck hinterlassen. Blätter der verschiedensten Rich­tungen finden, daß der Ausschluß eine zu harte Maßnahme sei. DeSbons erklärte u. a., er werde

eaen diese Maßnahme Berufung einlegen. Man

abe seinen Ausschluß vollzogen, weil man ver­hindern wollte, daß er über erne andere Ver­schwörung gegen König Alexander von Jugo­slawien im Juli des vergangenen Jahres spreche. Man habe vermeiden wollen, daß er die Gründe für das.Fehlen eines ausreichenden Ordnungsdienstes in Marseille bei der Landung des Königs erkläre. Es lägen zwei Verschwörungen vor. An der ersten vom Juli hätten die Üstaschi sich geweigert teilzunehmen. Man habe ihn, Desbons, am Reden hindern wollen, weil man wußte, daß er geheime Tatsachen auf Grund von diplomatischen Schriftstücken darlegen würde, deren Echtheit nicht angezweifelt werden könne.

In Paris hätten Mitglieder ausländischer po­litischer Parteien ihm zweimal 400 000 Francs angeboten, wenn er darin einwilligen würde, während des Prozesses zwei oder drei Fragen aufzurollen, die keine rechtliche Bedeutung hätten, die aber die Entfesselung eines Feldzüges der öffentlichen Meinung verursacht hätten, besonders im Auslande, um den Ausbruch des näch­sten Krieges zu fördern." Desbons behauptet ferner, er habe zwei balkanische Gesandte empfan­gen und sei, nachdem er es abgelehnt hatte, ihre Vorschläge anzunehmen, darauf aufmerksam ge­macht worden, daß er in dem Prozeß nicht werde

auftreten können. Man habe ihm mit dem Tode gedroht, daher sei er während der ersten beiden Tage oes Prozesses durch zwei Beamte der Sicher­heitspolizei bewacht worden. Ein weiterer Grund seiner Streichung sei der gewesen daß man sein Auftreten als Verteidiger verhindern wollte an dem Tage, an dem Dr. Pawelitsch, der in Turin verhaftet sei, sich dem französischen Gericht stellen

Peiping, 21. November

Die für gestern nachmittag angekündigte Auto­nomie-Erklärung der süns nordchinesischen Pro­vinzen ist nicht erfolgt. Die in letzter Stunde aus Nanking eingetrosfenen Anweisungen haben die hiesigen chinesischen Behörden veranlaßt, dem Vertrauensmann der Kwantung-Armee, General Doihara, noch Dienstag abend mitzuteilen, daß sie weitere private Verhandlungen mit ihm ab­lehnen müßten. Ueber alle China und Japan ge­meinsam berührenden Fragen wurden offizielle Verhandlungen zwischen der Nanking-Regierung und dem bei ihr akkreditierten japanischen Bot­schafter geführt. Die von General Doihara nach Peiping zur Konserenz eingeladenen Gouver­neure von Hopei und Schantung lehnten die Teil­nahme ab. Verschiedene Divisionskommandeure der von Sungcheyuan befehligten 29. chinesischen Armee erklärten, wie vorauszusehen, ihrem Be­fehlshaber nicht Folge leisten zu können. Sung­cheyuan hat daraufhin bereits Dienstag abend Peiping verlassen und ist nach Tientsien abgereist. Doihara verließ Peiping Mittwoch früh.

Wie sich die Kwantung-Armee zu dieser Wen­dung verhalten wird, ist noch unbekannt.

In gut unterrichteten chinesischen Kreisen wird erklärt, daß die Nankinger Zentralregierung vor

werde, was dessen feste Absicht sei. Pawelitsch sei im Besitz eines schriftlichen Beweises, daß man ihmdie Beteiligung an der e r st e n Verschwörung angeboten habe. Desbons erklärt zum Schluß, daß er in seinen Enthüllungen nicht weitergehen könne. Es habe sich darum gehandelt, das Frie­denswerk und die nach dem Anschlag so schwer wiederhergestellte Annäherung in Genf zu stören.

der Absenkung ihrer Anweisung an die nord­chinesischen Behörden, die Verhandlung mit Doi­hara abzubrechen, bei den zuständigen japanischen Stellen durch Anfrage festgestellt hätte, daß Doi­hara in privater Eigenschaft spreche und keine amtlichen Aufträge habe, die japanische Regie­rung auch nicht beabsichtige, durch militärischen Druck innerpolitische Entwicklungen in Nordchina zu beeinflussen.

Tokio, 21. November

Wie die japanische Nachrichtenagentur Rengo wissen will, ist die Autonomie-Erklärung Nord- chinas nicht aufgegeben, sondern nur um einige Tage verschoben worden.

erbitterter Kleinkrieg an derNordfront

Berlin, 21. November

Nach Meldungen aus Addis Abeba nehmen die Kämpfe in der Eeralta-Provinz, in Tembien und im Scire-Gebiet immer größeren Umfang an. Die Vormarschbewegung der italienischen Truppen soll dadurch stark behindert worden sein. Aus zu­verlässiger Quelle verlautet, daß ungefähr 10 000 Abessinier in einzelnen Abteilungen an dem Kleinkrieg in den vorgenannten Gebieten betei­ligt sein sollen.

Ein italienisches Unternehmen, am Webt Sche- beli vorzustoßen wurde abgewiesen. Südlich von Makale versuchten Dienstag und Mittwoch grö­ßere italienische Bombengeschwader den noch nicht vollendeten Aufmarsch der abessinischen Truppen zu stören, deren Absicht nach italienischer Mei­nung dahingeht, die italienische Front bei Makale und Dolo anzugreifen. Im Gebiet von Adigrat sollen sich nach anderen italienischen Verlaut­barungen weitere abessinische Persönlichkeiten unterworfen haben.

Der Kaiser, der sich am Dienstag im Flugzeug an die Front begeben hat, dürfte voraussichtlich bald wieder nach Addis Abeba zurückkehren. Das Ziel seiner Reise ist unbekannt. Es heißt, daß er sich an die Nordfront nach Dessie begeben habe, um die strategische Lage zu überprüfen. Gerüchte wollen aber auch von einem Zusammentreffen mit General Nasibu in Dschidschiga wissen.

Proteststreik in stggpten

Kairo, 2t. November.

Einer amtlichen Mitteilunq zufolge herrscht in ganz Aegypten vollkommene Ruhe. Der Minister­rat. der sich mit der politischen Lage befaßte, hat beschlossen, die Zwischenfälle zu untersuchen, bei denen drei Studenten durch Schüsse der Polizei niedergestreckt wurden Der Ministerpräsident hat in seiner Eigenschaft als Innenminister ein Schießverbot für die Polizei erlassen.

Die Direktoren aller arabischen Blätter haben in einer gemeinsamen Sitzuna beschlossen ihre Zeitungen am heutigen Donnerstag nicht erscheinen zu lassen. Sie wollen damit gegen die Haltung des ägyptischen Kabinetts gegenüber der englischen Politik und gegen das vor einigen Tagen erlassene Ausnahmegesetz gegenüber der Presse protestieren. Heute sollen auch alle ägyptischen Läden und Büros geschlossen bleiben. Die ägyptischen Anwälte werden vor den Gemischten Gerichtshöfen nicht er­scheinen.

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Keine fluwnomieerklSrung Nordchinas

Nur eine Verschiebung! - Voikara und Sungcheguan aus Peiping abgereist