Ausgabe 
(18.11.1935) Nr. 319
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parteiamtl.Iageszeitung der

Nationalsozialisten Bremens

Das flmtsblatt des Senats der Zreien fjansestadt Bremen

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Nr. 519 / 5. Jahrgang

Montag, 18. November

klnzelpreis 15 Nps.

der Dauer in vorderster Kampffront

flbwelirschlachr gegen den jüdischen volschewismus" / öroßarliger flusklang des dritten Neichsbauernlages mil keden

der Neichsminifter Kudols fteß und wattier darre

Goslar, 18. November.

Zum letzten Male versammelten sich auf dem Reichsbauerntag am Sonntag die 3000 Bauern- sührer und Gäste zur Haupttagung, die sich durch die großen Reden des Stellvertreters des Führers und des Reichsbauernführers gleichzeitig zum Höhepunkt des Reichsbauerntages gestaltete.

Brausende Heilrufe empfingen den Stellvertre­ter des Führers, den Reichsbauernführer und die Ehrengäste, als sie um 11 Uhr gemeinsam die Halle betraten. Nach einem Musikstück der SS.-Kapelle begrüßte der Sprecher des Reichsbauernrates, Mi- msterpräsident a. D. Granzow, die Gäste. Un-

Unser lagesspiegel

Aus der Schlußkundgebung des Dritten Reichs- Lauerntages sprachen Reichsminister Rndols Heß und Walther Darre.

Der Große Faszistische Rat hatunerschütter­lichen Widerstand" gegen die Genfer Sank­tionen beschlossen.

Der Präsident des Memel-Landtaas ist mit der Bildung des Direktoriums beauftragt worden.

Gestern hielt die Bremer Verkehrspolizei ihre ersteNachsitzestunde" sür Verkehrssünder ab. Hnchtina stand im Zeichen einer Luftschutz­übung besonderen Ausmaßes.

Bremens neuer Standortpfarrer wurde feier­lich in sein Amt eingeführt.

Komet spielte gegen Arminia 1:1; Werder siegte in Harburg 3:2.

Die Olympia-Hockeyels war in Bremen mit 2:1 erfolgreich.

Durch eine 5:9-Niederlaae gegen Baden schei­det Niedersachsen aus dem Kamps um den Deutschen Handballpokal aus.

ter dem Beifall der versammelten Bauern hieß er besonders herzlich willkommen den Stellver­treter des Führers, die Reichsleiter Buch, Ley, Himmler, Bormann und Baldur von «chirach, die Reichsminister Generaloberst von Blomberg und Kerrl, Staatssekretär Kör­ne r in Vertretung des preußischen Ministerpräsi­denten, sowie die Vertreter der Partei, des Staa­tes und der Wehrmacht.

land ein Devisenproblem und könne nicht ohne Beziehung zum Rohstoffproblem, das ebenfalls ein Devisenproblem sei, beurteilt werden. Das deutsche Volk müsse sich heute immer wieder die Frage vorlegen, ob es lieber ausreichend Butter esse oder im Interesse seiner Arbeitsbeschaffung sich vorübergehend einschränke.

Wenn nun von vielen Seiten dargelegt werde, daß in Deutschland mehr Nahrungsmittel ver­braucht würden, als in den Elendsjahren seit 1918, ja selbst an hochwertigen Nahrungsmitteln mehr verzehrt werde als 1913, so könnten solche Hinweise nicht zu falschen Maßnahmen gegen­über dem Lebensmittelverbrauch der Bevölke­rung verleiten.

Mit Befriedigung stelle er fest, daß die Lebens­haltung des deutschen Menschen sich im national­sozialistischen Staat erheblich gebessert habe. In Uebereinstimmung mit dem Führer könne er er­klären, daß weder der Führer noch er daran denke, zum Kartensystem überzugehen.

welirstand und NSlirstand

Der Reichsbauernführer ging dann auf die Kritik an der Marktordnung ein. Man könne die Marktordnung nicht beurteilen, indem man auf die Organisationsformen hmstarre, sondern man müsse sie beurteilen auf Grund ihrer Leistung gegenüber der Nahrungsmittelver­sorgung des deutschen Volkes. So habe, um nur ein Beispiel anzuführen, die Ordnung des Milch­marktes in Württemberg zu einer Steigerung der Milcherzeugung um fast 30 v. H. geführt. Es sei kein Zufall, daß man diese Feststellungen wirt- schaftspolitischer Natur in dem gleichen Jahre treffen könne, das uns die Wehrfreiheit gebracht habe. Denn es bestehe zwischen dem Wehrstand und dem Nähr st and eine sehr viel unmittelbarere Verbindung und ein viel engerer Zusammenhang, als das gewöhnlich in der breiteren Öffentlichkeit gesehen und erkannt werde.

Man könne kein freies Bauerntum haben, ohne gleichzeitig das Schwert zu schmieden, das die Freiheit des Bauern schützt.

Es ist auch geradezu symbolhaft zu nennen,

wenn in diesem Jahre der Wehrfreiheit 1933 dem letzten Generalfeldmarschall des Weltkrieges, von Mackensen, durch die Ueberreichung des Erbhofes Vrüssow seitens der Reichsregierung der EhrentitelBauer" verliehen wurde. Dieser Schritt wird immer ein Markstein in der Ge­schichte des deutschen Volkes bleiben. Der Bau­ernsohn Scharnhorst schuf die Grundlagen der deutschen Armee, deren letzter heute noch lebender Generalfeldmarschall an seinem Lebensabend wieder Vauer wird. Hier schließt sich der Ring von Bauerntum zu Bauerntum und Soldaten- tum zu Soldatentum zu einer unzerreißbaren Kette im Dasein unseres Volkes.

Ziel der kr;eugungsschlacht

Der Reichsbauernsiihrer behandelte dann die Grundlinie der Erzeugungsschlacht und betonte, daß es bei dieser Erzeugungsschlacht sehr viel weniger darauf ankommt, die an sich gut ge­leiteten Betriebe zu einer äußersten Kraftan­strengung und Spitzenleistung anzuregen, als vielmehr die unter dem normalen Durchschnitt liegenden Betriebe auf ein normales Maß der Erzeugung zu bringen.

Wir können allerdings die Crzeugungsschlacht nur gewinnen, wenn wir uns ganz rücksichtslos zur Leistung bekennen. Ich kündige daher heute bereits an, daß wir z. B. auf dem Gebiete der Tierzucht zukünftig nur noch der Leistung des Tieres' eine Anerkennung zuteil werden lasten, und zwar Leistungszucht auf eigenwirtschaftlicher Futtergrundlage. Denn ich halte es bei der heuti­gen Lage unseres Volkes für einen groben Un­fug, auf unseren landwirtschaftlichen Ausstellun­gen noch irgendeine Exterieur-Spielerei zuzulassen oder gar zu gestatten, daß Formenakrobatik mit unseren Tieren getrieben wird. Darüber hinaus will ich der bodenständigen Leistungs­zucht wieder zum Siege verhelfen, denn in ihr sehe ich die größten Leistungsreserven, um ohne erkünstelte Rezepte lediglich auf wirtschaftseigener Futtergrundlage Leistungssteigerungen zu be­wirken.

Ich habe mich entschlossen, abgesehen von der Vollblutzucht bei dem Pferde, die aus besonderen Gründen ja ausgenommen werden mutz, zukünftig keine Tiere mehr zu Prämiierungen zuzulassen, die auf ein ausländisches Tier als Vater oder Mut­ter zurückgehen, es sei denn, daß die Einfuhr des ausländischen Llterntieres von mir aus Gründen der Zucht ausdrücklich gebilligt und genehmig! worden ist. Ich weiß, daß diese Ankündigung einen Sturm der Opposition im Lager einiger der aus der früheren Zeit des Liberalismus berühmt ge­wordenen Züchter auslösen wird. Allein, diese Herren mögen sich rechtzeitig vergegenwärtigen, daß ich mit Entschlossenheit und eisernen Nerven auch hier mein Ziel erreichen werde.

Bei dieser Gelegenheit mutz ich auch gegen den immer wieder vorgebrachten Emwand Stellung nehmen, als wenn das Reichserbhofgesetz die letzten wirtschaftlichen Möglichkeiten im Dienste der Erzeugungsschlacht verhindere. Man begründet diesen Hinweis damit, daß der Erbhof es nicht gestattet, genügend Betriebsmittel auf­zunehmen, um ihn mit höchstem Krästeeinsatz zu bewirtschaften. Dies stimmt sachlich nicht. Denn die Aufnahme einer dinglich gesicherten Schuld auf den Erbhof ist ja mit Einwilligung des An­erbengerichtes jederzeit möglich.

vauernkum als Slutsquelie

Vielfach ist mir auch nahegelegt worden, so führte Darre weiter aus, die Betonung der Blutsfragen im Bauerntum nicht so sehr in den Vordergrund zu stellen zum minde­stens sie aber jetzt den wirtschaftlichen Fragen der Erzeugungsschlacht gegenüber zurücktreten zu lassen.

So richtig es nun ist, heute alle unsere Kräfte aus die Erzrugungsschlacht zu vereinigen, so we­nig ist damit bewiesen, deswegen die Behandlung der Blutssragen im Reichsnährstand zurückzu­stellen. Die Führung des Reichsnährstandes Ist daher auch entschlossen, auf dem Gebiete der Blutsfragen die durch Reichsgesetz geforderte Aufgabe zu bewältigen.

(Fortsetzung auf Seite 2)

Kommt «tauen endlich W Vernunft!

Her priMent des Memellandlages mit der Bildung des Mrektoriums beauftragt

Lebendige Seschichtsbetrachtung

Als erster Redner ergriff Staatsrat Wein­berg das Wort, der in großen Zügen darlegte, daß unserer Generation die Geschichte nicht etwas Geschehenes, sondern auch heute noch weiterwir­kende Kraft ist. Notwendig aber sei das Wissen um die Geschichte des Volkes, denn, so führte der Redner aus, dieses Wissen sei nichts anderes als das Wissen um die Gesetzlichkeit unseres Blutes. Die deutsche Geschichtsschreibung sei immer stärker von einer volksfremden Denkart diktiert worden und da dem deutschen Volke seit Bismarcks Tod der wegweisende Führer fehlte, flüchtete die deut­sche Geschichtsschreibung sich in die Abseitsstellung einer dem Ringen der Gegenwart beziehungs­losen Objektivität. Reichsoömann Weinberg er­hob gegen diese negative und für das deutsche Volk so schädliche Entwicklung die dringende For­derung, daß die Geschichtsbetrachtung in Deutsch­land wieder wirkende Kraft werde und daß es dazu selbstverständlich einer gründlichen, Revision strer grundsätzlichen Fragestellung bedürfe. Diese Entwicklung sei heute möglich, denn die Erleb­nisse des nationalsozialistischen Aufbruches be­fähigten uns, in der Geschichte die große Stunde des Zusammenklanges blutverbundener Einheit von Volk und echtem Führertum zu erkennen und die Verpflichtungen zu verstehen, die die Schöpfung dieser seltenen Einheit für uns bedeutet.

llsichsbauernfittirer walttier Harre spricht

Mit langauhaltenden Heil-Rufen und Beifalls- mndgebungen wurde sodann Reichsminister R. Walther Darrövon seinen Bauern begrüßt, als er die Rednertribüne bestieg.

Als wir im vorigen Jahre hier in Goslar, so begann der Reichsbauernsiihrer, zur Erzeu- 8,k.siüsschlacht aufriefen, da erregte unsere Absicht das Kopfschlltteln aller nicht in unseren -Leihen stehenden Sachverständigen der Wirtschaft.

Heute kann man mit Recht behaupten, daß der lgrarpolitik des Nationalsozialismus ein voller "folg beschicken gewesen ist. Die Reichsregierung >at in allen wesentlichen Punkten die Verpfle­gung des deutschen Volkes sicherstellen können.

Daß wir heute noch an den Folgen der Wirt- Hanspolitik der Vergangenheit leiden, sei selbst- ^rständlich, das zeige sich am ehesten auf dem Ge- vsete der Fettn ersorc^-ing. Man könne "Uht erwarten, daß die Schäden einer seit 80 Iah; jon fehlgeleiteten Wirtschaftspolitik in zwei gahren nationalsozialistischer Agrarpolitik voll­kommen zu beheben seien. Die heutige Verknap­pung in der Fettoersorgung gehe zurück auf die ^udezu sträfliche Vernachlässigung der Erzeu- Mg von Fett in den Jahrzehnten vor der Macht- veinahnie. Das Fettproblem sei heute in Deutsch­

Kowno, 18. November.

Nachdem, wie gemeldet, der Litauer Borcher - tas seinen Auftrag zur Bildung des Memel- direktoriums zurückgeben mußte und auch der Litauer Labrenz vom Fraktionsfiihrer der deutschen Einheitsliste, Papendieck, eine Abfuhr erhalten hat, ist nunmehr der Landtagspräsident Baldszus, Mitglied der Einheitsliste, vom Gouverneur mit der Bildung des Memel-Direk- toriums beauftragt worden.

Hierzu drahtet unsere Berliner Schrift­leitung: Die Entwicklung der politischen Lage im Memelgebiet gibt jetzt' nach mehreren sehr bedenklichen Zwischenfällen endlich Anlaß der weiteren Gestaltung der dortigen Verhältnisse mit einiger Zuversicht entgegenzusehen. Die Be- trauung des zur deutschen Einheitsliste gehörenden Landtagspräsidenten mit der Bildung des Memel- direktoriums entspricht den Ergebnißen der Land­tagswahl vom 29. September. Als die Betrau-

ung des zweiten Mitgliedes der litauischen Min­derheit bekannt wurde, fragte man sich bei der deutschen Bevölkerung des Memelgebietes, ob die Litauer nun etwa den Versuch machen wollten, alle fünf litauischen Abgeordneten (mehr enthält der Landtag nichts nacheinander mit diesem Expe­riment hervortreten zu lassen, obwohl von An­fang an klar gewesen ist, daß nur einDeutscher Aussicht hatte, ein Direktorium zu bilden.

Die Gründe, die die Regierung in Kowno ver­anlaßt haben, nunmehr nach den beiden fehlge­schlagenen Versuchen endlich ein Mitglied der deutschen Einheitsliste zu betrauen, sind nicht schwer zu durchschauen. Einmal hat Kowno die Erfahrung machen müssen, daß der nationale Wille der deutschen Memelländer nicht zu über­winden ist und zum anderen hat vielleicht auch die Erkenntnis mitgesprochen, daß bei einer Fort­setzung dieses Verfahrens doch mit einem stär­keren Widerstand der Signatarmächte zu rechnen ist. Man hat sich in Kowno dem Zwang der Tatsachen gefügt und hat die eigent­lich schon von Anfang an selbstverständlichen Kon­sequenzen aus der Wahl vom 29. September ge­

zogen. Jedenfalls ist jetzt die Linie gefunden, auf der eine Klärung der politischen Verhältnisse im Memelland möglich erscheint. Allerdings mutz man erwarten, daß die litauische Regierung dem kommenden Direktorium unter der Führung des Landtagspräsidenten keine Schwierigkeiten macht und daß die Signatarmächte über die zugesagte ordnungsmäßige Entwicklung im Memelgebiet sorgfältig wachen.

Der memelländische Landtagspräsident Bald­szus gehört seit der Abtrennung des Memel­gebietes zu den Führern der niemelländischen Landwirtschaft und hat als solcher der Landwirt­schaftskammer angehört. Er hat bereits im Jahre 1926 dem Direktorium als Landesdirektor ange­hört. Ferner war er seit 1923 bis 1932 Mitglied des memelländische» Landtags als Angehöriger der memelländischen Landwirtschaftspartei. Von 1930 bis 1934 war er kommissarischer Landrat des Kreises Heydekrug. Als Ende 1934 das ver­fassungsmäßige Direktorium Schreiber durch den Gouverneur gewaltsam abgesetzt wurde, hat das statutwidrige litauische Direktorium Reisgys ihn dieses Amtes enthoben.

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8 i I ck links:

Line Ltii-enkstts kür ^ltkükrer ckes Deutschen Ueicliskauerni-ates. -int cksr 8it?:ung äes Deutschen Ileiobsbsuern- ratss in cksr Kaissrpkalr in Ooslar verkündete cksr ksiodsdsusrnkübrsr ckis 8tiktung sinsr Lbrsnlcstts kür L,It- kübrsr ckss Deutschen llsiebsbausrn- ratss. Der llsicbsbausrnkübrsr über reichte !in LnsebluL an ckis Vsrküv cknng cksin ^It-Danckssbsusrnkührsr cksr llurinark, 8 r s ck o rv (im Liläs), nnck cksm /Ht-Dsnckss-Uauptubtsilungslsitsr 8oknsicksr (Osnckssbansrnsekskt 8elils sisn) als srstsn Uitgliscksrn ckss llsioksdausrnratss ckis Lbrsnkstts.

(Weltbild K.)

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Kleine Käste aus allen Kauen keim lleielisdauerntag. Lin Ausschnitt aus cksr Kantine cksr Koslsrhalls rväkrsnck ckss lisiobsbausrntagss. Lincksr aus 8ückeburg bsim ^bsnckbrot in idrsn Daucksstracktsu.

(Heinrich Hofsmann K.)

Work an das flusland

Die Zeit einer Einmischung in innerdeutsche Angelegenheiten ist vorbei!

Die folgenden Ausführungen entnehme» wir demAuslandsspiegel", einem neue» Sonder, dienst der amtlichen Korrespondenz der Deutschen Arbeitsfront.

Ein englischer Berichterstatter, der kurze Zeit nach der Machtergreifung durch die nationalsozia­listische Bewegung Deutschland bereiste und seine Reiseeindrücke in einer Reihe größerer englischer Tageszeitungen veröffentlichte, faßte seine in meh­reren Wochen gewonnenen Erlebnisse zusammen, indem er schon damals das erst im Werde» begriffene neue Deutschland als ein einziges großes Erziehungswerk bezeichnete. Mit dem dem Engländer besonders eigentümlichen fei­nen Instinkt in der Beurteilung ausländischer Verhältnisse umschrieb er damit richtig und im Gegensatz zu vielen anderen den Sinn und den Grundgedanken der verschiedenen, von der neuen Staatsführung damals geplanten Einzelmaß- nahmen, Einzelhandlungen oder Einzelreformen auf den verschiedensten Gebieten des nationalen Lebens. Das den innerdeutschen Geschehnissen da­mals wie heute noch verständnislos gegenüber­stehende Ausland wird sich nun einmal je früher desto besser im eigenen Interesse mit der nicht mehr zu leugnenden Tatsache vertraut machen müssen, daß die nationalsozialistische Revolution unseren erstmaligen Durch­bruch zur Nation und den größten Dolk- werdungs- und Volkserziehungsprozeß unserer Eesamtgefchichte darstellt. Wie der Nationalsozia­lismus als Idee den Durchbruch und die Er­ziehung zur Nation bedeutet, so ist die national­sozialistische Bewegung vor allem die Träge­rin dieser Entwicklung bzw. Erziehungsarbeit, durch die unser Volk in allen seinen sozialen, landschaftlichen oder sonstigen Schichtungen poli­tisch einheitlich erzogen und geformt werden soll.

Ein wesenhafter Unterschied gegenüber den bis­herigen politischen Systemen sowohl des Zwischen- reiches von Weimar wie des Vorkriegsdeutschlands ist damit ausgedrückt: Beschränkte sich die Auf­gabe jener beiden staatsrechtlichen Systeme auf die Erhaltung eines bestimmten politischen Zu­standes, so erblickt das neue, nationalsozialistische Deutschland seine vordringlichste Aufgabe in der planmäßigen Erziehung unseres Volkes zur Nation. Eines aber muß in diesem Zusammen­hang vorweg betont werden, daß politische Er­ziehung, im nationalsozialistischen Sinne ver­standen, nicht eine bildungsformale Wissens­anhäufung von politischen Einzeltatsachen, son­dern in erster Linie Willensgestaltung und Willensformung ist. Was wir bisher, in den Jahren vorher und insbesondere vor dem Welt­kriege, anpolitischer Erziehung" besaßen, war zumeist nichts anderes als eine gewisse politische Formalbildung und ging selten über den Rah­men jener noch inguter Erinnerung" stehenden staatsbürgerlichen Unterweisung hinaus. Ohne in jenem Sinne politisch erzogen zu sein, lebten wir so im Deutschland der Vorkriegszeit dahin, wäh­rend sich unterdessen die später eingetretene welt­politische Katastrophe immer deutlicher abzuzeich­nen begann; erlebten wir den Ausbruch des Welt­krieges, der uns politisch völlig unvor­bereitet vorfand und aus dem wir schließlich als ein politisch niedergerungenes Volk hervor­gingen; sahen wir den Zusammenbrach unserer äußeren Macht, dem bald darauf die Aushöhlung von innen her folgte.

Unsere damals nach außen wie nach innen hin gleicherweise katastrophale Lage benutzten aber nicht nur die Träger des Novemberstaates, die Gegner der nationalsozialistischen Bewegung im Inlands, zu ihrer Sammlung und zur Festigung ihrer Macht, sondern auch, durch diese wirkungs­voll unterstützt, unsere äußeren Gegner, der uns feindlich gegenüberstehende Teil des Auslandes mit dem Ziel, unsere Stellung in der Welt für immer zu erschüttern. Während so das Ausland, namentlich durch seine Presse, das Ansehen unseres Volkes und Reiches in der schwersten Weise zu schädigen versuchte, führte sein innerpolitischer Bundesgenosse, diedeutsche" Linke, diesen Kampf mit allen Mitteln gegen jene aufstrebenden Kräfte im Innern weiter, deren