Ausgabe 
(31.10.1935) Nr. 301
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parteiamtl.Iageszeitung der Nationalsozialisten Vremens

Das flmtsblatt des Senats ^ der Lreien fjansestadt Vremen

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Nr. ZOl / Z. Zakrgang

Vonnerstag, Z1. Oktober

kinzelpreis 15 Npf.

Vas Mich echält seine Kriegsslagge

feierliche lzissung am ?. November- anschließend Vereidigung der kekruten in den Standorten der Wehrmacht

Unser lagesspiegv!

Am 7. November wird erstmalig die neue Reichskriegsflagge gezeigt.

Der Führer hat dem Musikdirektor Bruno Kittel die Eoethe-Medaille verliehen.

Die Hitler-Jugend übernimmt die Paten­schaft über den Kemmel-Friedhof.

Die Ereignisse auf den abessinischen Kriegs­schauplätzen lassen auf eine unmittelbar be­vorstehende militärische Entscheidung schlichen.

Im Finanzausschutz der französischen Kammer kündigt sich eine Pariser Kabinettskrise an.

Unregelmäßigkeiten in der ukrainischen Finanzverwaltung haben zur Maßregelung zweier Sowjet-Kommissare geführt.

Die am 7. November angesetzte Rekruten- Vereidigung für Bremen findet in der Kampfbahn statt.

Die ersten Abzeichen des diesjährigen Winter- hilfswerks werden am kommenden Sonntag verkauft.

Die Bremische Wirtschastsbank stellt dem Hausbesitz einen Sonderkredit von 25V IM Reichsmark zur Verfügung.

Der Handelsverkehr mit den Donauländern steigt weiter an.

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Me Unterbringung der öiiste am S. November

München, 31. Oktober.

Die Reichspressestelle der NSDAP. gibt bekannt: Die Organisationsleitung für die Feiern am 8. und 9. November weist darauf hin, daß alle größe­ren Hotels Münchens bereits seit Wochen vom Quartieramt für den 9. November belegt sind, um die Ehrengäste und dienstlich nach München befoh­lenen Führer der Partei unterzubringen. Die Ein­teilung erfolgt durch das Quartieramt. Es wird deshalb, um eine glatte Unterbringung zu ermög­lichen, gebeten, von direkten Bestellungen unter allen Umständen abzusehen. Daher wird gebeten, etwaige Wünsche sofort an das Quartieramt 9. November", München, Prannerstr. 16, mitzu­teilen, Rufnummer 11138.

sahnen auf halbmast!

Berlin, 31. Oktober.

Der Präsident der Reichskulturkammer R-? chs- minister Dr. Goebbels, gibt bekannt Aus Anlaß des Ablebens des Präsidenten der :1-.->chs- theaterkammer, Ministerialrat Otto Landjä­ger, flaggen am heutigen Beisetzungstage das Reichsministerium für Volksaufklärung und Pro­paganda und die ihm Nachgeordneten Landes­stellen, die Reichskulturkammer, ihre Einzelkam­mern und Nachgeordneten Dienststellen sowie sämtliche deutschen Theater auf Halbmast.

lroethe-Medallle für Vruno Kittel

Berlin, 31. Oktober.

Der Führer und Reichskanzler hat dem Musik­direktor Bruno Kittel in Anerkennung seiner Verdienste um die Pflege des deutschen Gesanges die Eoethe-Medaille für Wissenschaft und Kunst verliehen. Anläßlich der 199. Aufführung der 9. Sinfonie von Beethoven durch den Bruno- Kittelschen Chor am 39. Oktober überreichte der Reichsminister für Volksaufklärung und Propa­ganda Dr. Goebbels diese Auszeichnung Bruno Kittel mit einer kurzen Ansprache nach Beendigung des Konzertes in der Philharmonie, an dem auch der Führer teilnahm.

Neugliederung des Heeres

Berlin, 31. Oktober.

Im Laufe des Monats Oktober sind im Heer allgemein neue Bezeichnungen für die. Truppen­teile eingeführt worden. An Stelle der bisheri­gen Ortsbezeichnungen führen die Regimenter, selbständigen Bataillone usw. wieder wie früher Nummernbezeichnungen. Gleichzeitig ist eine Neu­gliederung des Heeres in Kraft getreten. Den drei Eruppenkommandos unterstehen zehn Gene­ralkommandos, diesen wiederum die neuen Divi­sionen mit folgenden Standorten der Stäbe: Königsberg, Allenstein, Elbing, Stettin, Schwe­rin, Frankfurt a. d. Oder, Magdeburg; Potsdam, Oppeln, Liegnitz, Ulm, Wllrzburg, Bielefeld, Münster, Gießen, Hannover, Dresden, Leipzig, Chemnitz, München, Regensburg, Nürnberg, Hamburg, Bremen.

Die Stäbe der Kavalleriedivisionen bzw. -bri- gaden haben Potsdam, Breslau und Jnsterburg als Standorte. Außerhalb dieser Divisionen sind Panzertruppen vorhanden, deren endgültige Gliederung noch nicht feststeht.

Kettungstat eines flrgo-Vampfers

Bremen, 31. Oktober.

DampferHecht" der Argo Reederei A.-G., Bre­men, auf der Reise von Bremen nach Finnland, meldet Lurch Radio über Rügen, daß er acht Mann des isländischen SchonersAda" geborgen hat.

verlin, Z1. Oktober. flm ?. Nov. 1SZ5, 0 Uhr vormittags, wir- zum ersten Male die neue Neichskriegsflagge in feierlicher form von -er Wehrmacht gesetzt wer-en. Sei -ieser feier wir- ein krlaß -es führers un- Obersten Vefehlshabers -er Wehrmacht an -ie Sol-aten bekanntgegeben, flnfchiießen- ftn-et einheitlich in -en Stan-orten -er Wehr­macht -ie feierliche Verewigung -er am l. November eingetretenen Nekruten -er all­gemeinen Wehrpflicht statt.

Vee Neichskriegsminister un- Vberbefehlshaber -er Wehrmacht hat angeor-net, - -ie Veffentlichkeit zu Liefen Veranstaltungen Zutritt erhält. Vie bekanntgäbe -er neuen Neichskriegsflagge erfolgt am ?. November.

Die Vereidigung der ersten Rekruten des neuen Reiches ist ein wichtiger Abschnitt in der raschen und zielbewußten Durchführung der Wiederher­stellung der deutschen Wehrmacht. Während der Uebergang von der Reichswehr zur neuen, auf der allgemeinen Wehrpflicht beruhenden Armee bisher im wesentlichen mit freiwilligen Mann­schaften durchgeführt wurde, legen jetzt zum ersten

Male die auf Grund des neuen Wehrgesetzes ein­gezogenen Rekruten den Fahneneid ab. Damit ist der durch das Versailler Diktat beseitigte Zu­stand der alten deutschen Wehrmacht auch in der Praxis wieder erreicht. Denn von nun ab werden in jedem Jahre die jungen Mannschaften wieder eingezogen und ihren Diensteid ablegen. Dieser militärische Diensteid wird nach altem Herkom­

men auf die Fahne geleistet, und es ist ein historisch besonders bedeutsamer Moment, daß diese erste Vereidigung der Rekruten auf die neue Reichskriegsflagge stattfinden wird, die am glei­chen Tage, dem 7. November, zum ersten Male öffentlich gezeigt werden wird und deren Ent­wurf der Führer bekanntlich im Nürnberger Flaggengesetz sich persönlich vorbehalten hat.

In sibesslnim reifen kntscheivungen

Lebhafte Lruppenbewegungen in allen keereslageen

Addis Abeba, 31. Oktober.

Wie aus abessinischer Seite verlautet, sind so­wohl an der Nord- wie auch an der Slldfront un­durchsichtige Bewegungen der italienischen Trup­pen zu verzeichnen. Die Italiener betreiben gegen­wärtig die Vorbereitungen zum Vormarsch mit besonderem Eifer. Der Umfang ihrer Unter­nehmungen und die bereitstehenden Streitkräste sind jedoch noch unbekannt. Die Lage läßt jedoch erkennen, daß größere Unternehmungen vorberei­tet werden.

Italienische Meldungen, wonach Makale von italienischen Truppen erobert worden ist, werden von Abessinien dementiert. Ob Makale von den abessinischen Truppen noch besetzt ist oder aber schon von ihnen geräumt wurde, ist nach den vor­liegenden Meldungen nicht festzustellen. Die abessinische Verteidigungslinie zieht sich nach der letzten Meldung auf den Höhen unmittelbar süd­lich von Makale den Geva-Fluß entlang bis zur Einmündung in den Taka-See, und weiter über Jelaca bis ins Aussa-Gebirge.

Italienische Eingeborenen - Patrouillen und Eenie-Truppenabteilungen sind damit beschäftigt.

dre Möglichkeiten für eine Nutzbarmachung der Karawanenwege festzustellen und damit die' Vor­bereitungen für einen weiteren Vormarsch des linken italienischen Flügels unter General San- tini sicherzustellen.

Zurzeit wird am Setitfluß von italienischen Eingeborenentruppen eine Verteidigungs­linie gehalten. Die abessinischen Streitkräfte haben in dieser Gegend mehrfach Vorstöße ver­sucht; besonders schwere Kämpfe fanden bei Omager in der Nähe der Sudangrenze statt. Jedoch wurden die Abessinier, die den Uebergang über den Setit erzwingen wollten, mit schweren Verlusten zurückgeschlagen. Dem erfolgreichen ita­lienischen Vormarsch bei Entischo wird im Haupt­quartier große strategische Bedeutung beigemessen, da hierdurch die früher bestandene Einbuchtung der Front ausgeglichen und außerdem den abessi- nischen Truppen die Möglichkeit genommen wurde, sich in der Nähe von Adua und Adrigat festzu­setzen.

Nach italienischen Meldungen haben sich der Dediac von Chire und einige Würdenträger der gleichen Provinz den Militärbehörden in Adua zur Verfügung gestellt, um ihre Unterwerfung zu vollziehen.

An derSüdsront führten die Italiener wie­der Erkundungsflllge mit vereinzelten Bomben­abwürfen durch. Auch der Patrouillenvormarsch der Italiener wurde weiter fortgesetzt. Die italie­nischen Bewegungen sollen, wie in Addis-Abeba behauptet wird, durch Wassermangel stark be- einträchtigt sein. Die italienische Frontlinie ver­läuft im Süden über Eerlogubi, Schelawie, Eo- deräi, Pot, Mal und Adaü Bei den letzten italie­nischen Fliegerangriffen an der Ogaden-Front wurde die Stadt Magalo mit Bomben belegt.

Die abessinischen Truppen setzen ihre Aufmarsch- bewegung, die nahezu vollendet ist, weiter fort. Am 2. November findet voraussichtlich der letzte große Empfang beim Negus statt, der dann in das Hauptquartier abreist. Noch am Mittwoch wur­den dem Kaiser von über 199» Kaufleuten 299 999 Taler als Kriegsopferbeitrag zugeführt.

Major Dothee, der Leiter der belgischen Militärmission, wird mit dem Rest der Mission am 8. November Afrika verlassen. Die Leiche des in Dessie verstorbenen belgischen Offiziers der Misosin wird nach Europa übergeführt werden.

thurlhitt beleidigt den sichrer

Deutscher Proteftschritt in London

Berlin, 31. Oktober.

Der frühere englische Minister W. Churchill hat imStrand-Magazine" einen Artikel ver­öffentlicht, der in kaum zu überbietender gehässi­ger Weise den Nationalsozialismus und seinen Führer angreift. Die Zeitschrift, die sich zu einer derartigen Hetze hergegeben hat, ist auf unbe­stimmte Zeit für das Reichsgebiet verboten worden

Mit Rücksicht aus die in den Ausführungen Churchills enthaltene Beleidigung des deutschen Staatsoberhauptes ist der deutsche Botschafter in London beauftragt worden, auf die ungehörigen Ausführungen eines Mitgliedes der Regierungs­partei an zuständiger Stelle entsprechend aufmerk­sam zu machen und schärfste Verwahrung einzulegen.

Memel-Landtag am 6. November!

Kowno, 31. Oktober.

Seit einigen Tagen weilt der Gouverneur des Memelgebietes, Kurkauskas, in Kowno. Im Zu­sammenhang mit seiner Anwesenheit und den dort erfolgten Besprechungen verlautet, daß der Memel- ländische Landtag auf den 6. November einberufen werden soll. Eine Bestätigung an zuständiger Stelle war bisher nicht zu erlangen.

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Das Hovlmeitsgesebonk «los Oktimersborps. l)sr lloivbsüeisgswinistsi, Osnorslobsrst von Lloin borg, übsrrsiokts äsm proukisodsn dlinisterprä.-iäenton Oenorsl äsr büisgsr Llöring im 8er linor Aobsnrollsi'N-^lu.-mum ein 8ronee-8tanäbiiä l?rieärie>, IViläelms I. ais Uoclmsitsgssebsnk ckss Oküeisrskorps äsr cksutsobsn IVskimaolit. Oie Ilsbsrretobung konnte erst jstrt srkolgsn, äs. äis Status .vom Lünstlsr vicbt ellgL ksrtiLLöstsllt rvsräsn konnte.

Ziele nationalsozialistischer Wirtschaftspolitik

Von

Dr. Hans Rasch

Sicherung und Hebung der Lebensgrundlagen des gesamten deutschen Volkes, das ist das Ziel der nationalsozialistischen Wirtschaftspolitik. Was zu diesem Zwecke zuerst einmal getan werden mutzte, das war die Wiederingangsetzung unserer Wirtschaft und die Beseitigung der zerstörenden Dauerarbeitslosigkeit. Im Augenblick haben wir das Nahziel annähernd erreicht: die deutsche Wirt­schaft gesundet wieder von innen heraus aus eigener Kraft, und das Recht auf Ar­beit ist nahezu verwirklicht.

Je weiter wir auf diesem Wege vorankommen, um so mehr Kräfte werden für neue Aufgaben frei. Die nächste wichtige Sicherungsmaßnahme für das Dasein unseres Volkes, die bereits in Angriff genommen worden ist, ist nunmehr die Wehrhaftmachung, und je weiter diese Arbeit fortschreitet, um so mehr können wir an die Hebung der Lebensgrundlagen herangehen. Nebenher laufen sodann noch die be­reits erfolgreich aufgenommenen Arbeiten zur Sicherung unserer Nahrungs- und Rohftofffreiheit als Grundvoraussetzung für den Aufbaueiner

neuen und schöpferischen Außenwirt­schaft auf der Grundlage kameradschaftlicher Zusammenarbeit selbständiger Volkswirtschaften: alles lebenswichtige Maßnahmen zur Sicher- stellung des Daseins des deutschen Volkes.

Was das Lohnproblem angeht, so liegt hier die Marschroute unverrückbar fest. Der Füh­rer hat noch in seiner letzten Proklamation deut­lich und klar ausgeführt, daß die Regierung unter keinen Umständen eine Erhöhung der Löhne und Gehälter oder Preise gestattet. Ein Nachgeben auf diesem Gebiete bedeutet ohne Frage ein Hinein- schliddern in eine Inflation. Grundsätzlich ist an dieser Stelle noch zu sagen, daß im neuen Staat die Besserung der Lebensverhältnisse keines­falls nur eine Frage einseitiger Lohnpolitik ist. Gewiß ist das gegenwärtige Lohnniveau unzu­reichend. Das ist eine Tatsache, die in den Ge- samtverhältnissen begründet liegt. Der National­sozialismus ist aber bemüht, im Rahmen des volkswirtschaftlich Möglichen das allgemeine Le­bensniveau zu heben.

In dieser Hinsicht ist bereits sehr viel erreicht. Leider werden die bisherigen Erfolge allzu- leicht von der breiten Öffentlichkeit übersehen, denn der anhaltende Wirtschaftsaufstisg wird schon als etwas Selbstverständliches hingenom­men. Ohne allen Zweifel hat die Eingliederung von 5 Millionen Menschen zu einer umfassenden Wirtschastsbelebung geführt, die ganz allgemein die gesamten Lebensverhältnisse verbessert hat.

Eine Besserung der Lebensverhältnisse geschieht weiterhin planmäßig durch eine gesunde Fa­milie n p o l i t i k, wie z. V. durch Stützung der minderbemittelten Familien mit Hilfe der ver­schiedenen Hilfswerke der NS.-Volkswohlfahrt, durch gerechten Ausgleich der Familienlasten mit Hilfe von Steuerermäßigungen, Kinderbeihilfen, sowie durch Ermöglichung von Eheschließungen. Auch hat der Gedanke der Vetriebsgemeinschaft in vielen Fällen schon erreicht, daß der Unter­nehmer seine Gefolgschaft durch freiwillige Zu­wendungen am Gewinn teilnehmen läßt. Andere Unternehmungen sind sogar noch weiter gegangen, indem sie den Lohn nicht mehr nach Stunden und Tagen, sondern nach halben und ganzen Monaten berechnen; das bedeutet ebenfalls Festigung der Einkommensverhältnisse des schaffenden Menschen. Hier stehen wir erst am Anfang einer ganz neuen Entwicklung.

Eine besondere Aufgabe sieht der neue Staat noch in der Lösung des Wohnungs­problems. Auch hier sind schon ganz ansehn- liche Anfangserfolge zu verzeichnen, sei es nun bei der Neubildung deutschen Bauerntums oder bei der Bekämpfung des Wohnelends mit Hilfe einer aus- gedehnten Wohnungsfürsorge oder Lei der plan­mäßigen Schaffung von neuem Wohnraum durch gesunde Wohnblocks, Altstadtsanierungen und vor allem durch Kleinsiedlungen, Gerade die Klein­st e d l u n g ist es, die den deutschen Arbeiter wie­der heimatoerbunden macht und ihn praktisch in die Volksgemeinschaft zurückführt; denn sie fördert nicht nur die Besitzbildung, sondern sie erzielt eine dauernde Verbesserung der Lebenshaltung durch